AUSBILDUNGSKONZEPT BACHELOR OF ARTS IN VERMITTLUNG VON KUNST UND DESIGN

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1 AUSBILDUNGSKONZEPT BACHELOR OF ARTS IN VERMITTLUNG VON KUNST UND DESIGN A. Grundlagen Das Ausbildungskonzept stützt sich auf Abs. der Allgemeinen Studienordnung der ZHdK (ASO) vom sowie auf 1 Abs. der Besonderen Studienordnung des Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design (BSO BAE) vom mit Änderungen vom Es richtet sich nach der vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) am verfügten Bewilligung des Gesuchs zum Start des Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design (BA in Vermittlung von Kunst und Design) der ZHdK sowie der von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektionen (EDK) ausgesprochenen Anerkennung der Ausbildung Lehrdiplom für Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen vom B. Profil des Studiengangs, Berufsfelder 1. Berufsfelder / Überblick Im Studiengang Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design werden die Studierenden in den zwei Vertiefungen Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen (VBG) und Ästhetische Bildung und Soziokultur (VAS) für eine Vermittlungs- und Lehrtätigkeit in unterschiedlichen Kontexten und für vielfältige Zielgruppen im Bildungs- und Kulturbereich ausgebildet. In der internen Umgangssprache und in der Marketingkommunikation wird die Ausbildung Bachelor Art Education genannt. Im Zentrum dieser Ausbildung steht die Vermittlung von Kunst, Design und Kultur. Die Vermittlerinnen und Vermittler von Kunst und Design mit ihrem spezifischen Profil arbeiten in künstlerischdesignorientierten, gesellschaftlich-kulturellen und pädagogisch-didaktischen Feldern. Im Fokus des Studiengangs steht die Vermittlungstätigkeit als gestalterische, als soziale und kulturelle Praxis und Reflexion. Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design verfügen über grundlegende künstlerisch-designorientierte Kompetenzen und Kenntnisse in Praxis und Theorie. Sie kennen Ansätze und Modelle der Kunst-, Medien-, Design-, und Kulturtheorie sowie der Erziehungswissenschaften (Psychologie, Pädagogik, allgemeine Didaktik) und der Fachdidaktik und können diese für die Vermittlung theoriegeleitet und zielgruppenspezifisch nutzbar machen. Sie sind in der Lage, designorientierte und künstlerische Konzepte zu realisieren und entsprechende Prozesse zu initiieren, zu begleiten und zu reflektieren. Sie sind befähigt, projektbezogen Vorgehens- und Produktionsweisen zu wählen und Fertigkeiten sowie Medien- und Materialkenntnisse gezielt anzuwenden und zu erweitern.. Vertiefung Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen (VBG) Die Studierenden der Vertiefung Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen werden entsprechend den Vorgaben des Reglements über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektionen (EDK) vom 4. Juni 1998 auf die Lehrtätigkeit an Gymnasien vorbereitet. Absolventinnen und Absolventen dieser Vertiefung erwerben mit dem erfolgreichen Abschluss des Bachelors die Voraussetzungen für die Zulassung zum Aufnahmeverfahren in den Master of Arts in Art Education (MAE) an der ZHdK, Vertiefung Bilden und Vermitteln, oder in einen vergleichbaren Master of Arts mit dem Ausbildungsziel Lehrdiplom für Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen (ehemals Höheres Lehramt). Dieser konsekutive Bildungsweg ist zwingend für eine Berufstätigkeit an einer Maturitätsschule und dauert im Vollzeitstudium fünf Jahre (siehe Übersicht zur Ausbildungsstruktur, Kap. F). Zielgruppe sind Jugendliche auf der Sekundarstufe II.. Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur (VAS) Die Begriffe Ästhetische Bildung und Soziokultur als Bezeichnungen für die Vertiefung im Bachelor Vermittlung von Kunst und Design beziehen sich auf bestimmte Tätigkeiten, Vorgehensweisen und Arbeitsfelder. Ästhetische Bildung fokussiert eine handlungsorientierte Bildung mit besonderem Augenmerk auf Wahrnehmungsphänomene. Vermittlerinnen und Vermittler von Kunst und Design leisten einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für Materialisierungen und Produktionsverfahren. Durch die Verbindung mit dem Begriff Soziokultur werden zum einen der breite Adressatenbezug und Gemeinschaft fördernde Aspekte und zum andern der kulturelle Bildungsauftrag betont. Hingewiesen wird ausserdem auf die Schnittstelle zur Sozialen Arbeit. 1

2 Das Studium in der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur ist als berufsbefähigende Ausbildung in der Schweiz einzigartig. Die traditionellen Felder der bildnerisch ästhetischen Erwachsenenbildung, des Freizeitbereichs oder der bildenden Soziokultur werden im Hinblick auf neue Berufsfelder, etwa in der Integrationsarbeit, im Umfeld musealer Vermittlung oder im öffentlichen Raum erweitert. Absolventinnen und Absolventen der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur werden befähigt, Assistenz-, Tutoratsaufgaben sowie verantwortliche Funktionen in kulturellen und soziokulturellen Berufsfeldern, im Kurswesen und im Freizeitbereich, in schulischen Freizeitangeboten, in der Integrationsarbeit, in musealer Vermittlung oder im öffentlichen Raum zu übernehmen. Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis ins hohe Alter. Der erfolgreiche Abschluss des Bachelors ist eine Voraussetzung für die Aufnahmeprüfung in die MAE-Vertiefungen Bilden und Vermitteln (Lehrdiplom für Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen), Ausstellen und Vermitteln bzw. Publizieren und Vermitteln der ZHdK oder einen vergleichbaren Masterstudiengang (weitere Informationen siehe BSO.). Mindestens ein Jahr Berufserfahrung in den entsprechenden Tätigkeitsfeldern (Museum, Kulturredaktion, Kurswesen etc.) wird als Aufnahmequalifikation für die MAE-Vertiefungen empfohlen. C. Studienangebot 1. Lernbereiche, Lernziele, Themen Im Zentrum des Curriculums steht die konsequente Verbindung künstlerisch-designorientierter, gesellschaftlich-kultureller und pädagogisch-didaktischer Kompetenzen. Dieser integrale Ansatz der Ausbildung bietet eine ausgewogene Wechselwirkung zwischen theoretischen und praktischen bzw. praxisorientierten Unterrichtsangeboten und ermöglicht eine in der schweizerischen Bildungslandschaft einzigartige Ausbildung im Bereich Bildung und Vermittlung. Das Programm der beiden Vertiefungen Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen und Ästhetische Bildung und Soziokultur verläuft phasenweise parallel und unterscheidet sich insbesondere in der Ausrichtung auf spezifische Zielgruppen der Vermittlungs- und Lehrtätigkeit.. Ziel des Studiums Ziel des Studiums ist es, - breite Grundlagen und Kenntnisse gestalterischer und künstlerischer Methoden, Verfahren und Kompetenzen aufzubauen, - Methoden der Vermittlung theoriegeleitet und zielgruppenspezifisch anzuwenden, - Ansätze und Modelle der Kunst-, Medien-, Design- und Kulturtheorie sowie der Psychologie, Erziehungswissenschaften und Fachdidaktik für die Vermittlung nutzbar zu machen. Die Ausbildung bietet Lehrveranstaltungen aus vier Lernbereichen an, welche von den folgenden Fachgruppen verantwortet werden: - Praxis Kunst und Gestaltung (künstlerische Arbeit, bildnerische Arbeit, designorientiertes Arbeiten, künstlerische und gestalterische Fertigkeiten), - Vermittlung (Erziehungswissenschaften, Fachdidaktik, Berufspraxis) - Theorie Kunst und Design (Kunstgeschichte, Designtheorie, Medientheorie), - Kultur und Gesellschaft (Kulturanalysen, Philosophie, Soziologie, Marketing, Recht). Im Hinblick auf die Tätigkeit in einem kompetitiven Markt kultureller Angebote werden den Absolventinnen und Absolventen der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur Grundlagen u.a. in den Bereichen Marketing und Recht vermittelt. Im Rahmen verschiedener Unterrichtsgefässe wird der Transfer der Studieninhalte in einen beruflichen Kontext thematisiert. Das Studium des Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design enthält neben Lehrveranstaltungen des Kontaktstudiums und der Praktika ein durch Mentoring und Beratung geleitetes Selbststudium. D. Lernbereiche 1. Lernbereich Praxis Kunst und Gestaltung (VBG 111 / VAS 10 ) 1.1 Überblick Im Lernbereich Praxis Kunst und Gestaltung wird ein breites Spektrum künstlerischer und designorientierter Grundlagen- und Vertiefungsangebote vermittelt. Der Lernbereich bietet Profile in Kunst, Design- oder Medienorientierter Gestaltung an.

3 1. Profil Kunst Das Profil Kunst umfasst Angebote rund um die Bildproduktion und -rezeption. Es beinhaltet das Erkunden und Praktizieren zwei- und dreidimensionaler Artikulations- und Kommunikationsformen. Zentral ist das Erfassen ästhetischer Phänomene aller Art, insbesondere von Erscheinungsweisen der Alltagskultur. In der direkten Auseinandersetzung mit der Produktion und Wirkung von Artefakten wie Bildern, Objekten, Installationen oder Animationen werden künstlerische und gestalterische Herstellungs- und Wahrnehmungsprozesse erschlossen und begreifbar. In der Bezugnahme auf gesellschaftliche Bild- und Mediengebräuche wird die Kompetenz zur Ver- und Entschlüsselung bildbasierter Codes gefördert. Das Praktizieren und Untersuchen künstlerischer Konzeptions-, Handlungs- und Rezeptionsweisen sind von zentraler Bedeutung für das eigene kulturelle Verständnis, die berufliche Zielorientierung und für die Bildung eines individuellen Profils als Autorin und Autor im Feld ästhetischer Bildung. 1. Profil Design Das Profil Design umfasst gestalterische Angebote, in denen grundlegende Designsparten als Teil unserer Alltagskultur thematisiert und untersucht werden. In den Projekten werden Ideen bzw. Lösungsansätze entworfen, entwickelt, analysiert und mittels angemessener Medien und Materialien umgesetzt. Angestrebt wird verantwortliches Handeln, das sich gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen und semiotischen Fragen und Anforderungen stellt. Dabei entstehen Konzepte und Produkte in ausgewählten Disziplinen des Designs (Produkte-, Medien- und Szenografisches Design). Fundierte Materialkenntnisse sowie das Beherrschen handwerklicher und technischer Produktion bilden die Grundlage des eigenen Schaffens und sind neben der inhaltlich-gestalterischen Auseinandersetzung Vermittlungsziel der Projektarbeit. 1.4 Profil Medien Im Profil Medien bewegen sich die Studierenden auf der realen und der virtuellen Bühne, zwischen Materialien und Codes, zwischen Werkstatt und Desktop. Sie entwickeln ihre Themen primär mittels digitaler Werkzeuge und oft an der Schnittstelle analoger und digitaler Verfahren. Dieses Wechselspiel öffnet und erweitert das Spektrum an Bild-, Bewegungs- und Klangwelten und bietet Ausgangslage für interaktive Gestaltungsansätze. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen multimedialer Inszenierung, Dramaturgie, Animation (Raum Zeit Narration) und in der Mechatronik. Es werden praktisch-methodische sowie theoretische Kenntnisse in den Bereichen Layout, Fotografie, Video, Szenografie und Animation sowie für Netzwerk- und Internet-Projekte vermittelt. Aktuelle Entwicklungen in der Medientechnologie und im Bereich der Medienkunst werden thematisiert, hinterfragt und für die eigene gestalterische Arbeit und die Vermittlungstätigkeit nutzbar gemacht. 1.5 Ateliers Über die gesamte Studiendauer besuchen die Studierenden wöchentlich während drei Lektionen ein Atelier eigener Wahl zur konzentrierten Auseinandersetzung mit bestimmten Techniken bzw. einem Medium. Ateliers dienen der gezielten Erweiterung und Konsolidierung ausgewählter gestalterischkünstlerischen Fertigkeiten und des Handlungsrepertoires. Sie sind Plattformen für die Vertiefung bereits vorhandener Kenntnisse und zum unkomplizierten Austausch von Wissen, von Handlungsroutinen und von Techniken. Die Aufgabenstellung liegt in der Verantwortung der Studierenden. Die anwesende Dozentin oder der anwesende Dozent beantwortet technische Fragen und gibt Hilfestellung. 1.6 Lernziele Die Studierenden erwerben: - Kenntnisse über künstlerische bzw. designbezogene Produktionsweisen, Verfahren, Gestaltungsund Fertigungstechniken, Materialien, Medien und Wirkungen, - Kenntnisse zum Umgang mit Infrastrukturen, Maschinen und Geräten in Ateliers und Werkstätten, - Kenntnisse im Kontext des kreativ-schöpferischen Produzierens (Methoden der Ideenproduktion, der Entscheidungsfindung, der Krisenbewältigung etc.), - Projektkompetenz (Teilprozesse, Ergebnissicherung, Evaluation etc.), - Grundlagen der Rezeption und Analyse künstlerischer bzw. gestalteter Werke, - allgemeine künstlerische und designbezogene Grundlagen (Ideenfindung, Konzeption, Recherche, Planung, Materialrecherche etc.),

4 - spezifische künstlerische bzw. designbezogene Fertigkeiten, Verfahren, Materialkenntnisse und Produktionsweisen in Abhängigkeit der Schwerpunktsetzung (bildnerische, mediale, technische, designbezogene Gestaltung). Die Inhalte der werden in Projekten, gestalterischen Seminaren und Übungen (Ateliers) sowie Blockseminaren und Mentoraten vermittelt.. Lernbereich Vermittlung (VBG 0 / VAS 40 ).1. Überblick Im Lernbereich Vermittlung (entspricht der beruflichen Ausbildung i.s. des EDK-Reglements über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen) unterscheiden sich die beiden Vertiefungen Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen und Ästhetische Bildung und Soziokultur in der erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und berufspraktischen Ausbildung entsprechend ihrer Ausrichtung auf spezifische Zielgruppen und Arbeitsorte. Im Rahmen von Hospitationen, Praktika und Projekten werden künftige Tätigkeitsfelder erkundet und methodisch-didaktische Kenntnisse und Kompetenzen aufgebaut und entwickelt. Dabei wird insbesondere die vermittlungspraktische Ausbildung auf die berufsfeldbezogenen Ansprüche der beiden Vertiefungen ausgerichtet.. Praktika Die Studierenden erwerben im Rahmen von Hospitationen sowie zwei umfangreichen Praktika grundlegendes vermittlungspraktisches Wissen. In kurzen Hospitationen (,. Semester) erhalten die Studierenden einen Einblick in die Vermittlungspraxis schulischer, institutioneller und nicht-institutioneller Praxisfelder (Wahlangebot für VBG, Pflichtangebot für VAS). Im Praktikum I (4, 4. Semester) erproben sie, betreut durch Fachpersonen, fachdidaktisches Wissen in der Realsituation. Sie verantworten einzelne Unterrichtssequenzen (VBG auf Stufe Sek I oder II) und realisieren gegen Ende des Praktikums eigenständig Lektionenfolgen. Das Praktikum I beinhaltet die Vorbereitungswochen, die Unterrichtstätigkeit, die Nachbesprechung aller Unterrichtslektionen, die Evaluation sowie die schriftliche Dokumentation. Im Praktikum II (4, 4. Semester) arbeiten die Studierenden selbständig und nach erweiterten didaktischen und fachdidaktischen Kriterien. Sie unterrichten die betreffende Zielgruppe gemäss den Anforderungen im entsprechenden Berufsfeld unter Betreuung der Fachgruppe Vermittlung (VBG auf Stufe Sek I oder II). Das Praktikum II beinhaltet die Vorbereitungswochen, die Unterrichtstätigkeit, die Nachbesprechung aller Unterrichtslektionen, die Evaluation, das Kolloquium sowie die schriftliche Dokumentation. Bei Praktika auf der Gymnasialstufe müssen die Praktikumslehrkräfte über ein Lehrdiplom für die Maturitätsschulen und über eine erfolgreiche mehrjährige Berufserfahrung verfügen sowie die Voraussetzungen für Praxislehrkräfte erfüllen (vgl. Weisung Qualifizierung der Praxislehrkräfte Bildnerisches Gestalten der ZHdK). Studierende der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur absolvieren die Praktika in dafür geeigneten Institutionen. Es ist möglich, ein Langzeitpraktikum zu absolvieren.. Lernziele Im Lernbereich Vermittlung wird erziehungswissenschaftliches, psychologisches sowie allgemeinund fachdidaktisches Wissen vermittelt. Es werden entsprechende Handlungskompetenzen gefördert. Ausgerichtet auf die künftigen Berufsfelder und Zielgruppen wird fachdidaktisches Wissen erarbeitet. Die Studierenden werden befähigt, anspruchsvolle, methodisch angemessene Lehr- Lernsituationen im Bereich der Vermittlung von Kunst und Design zu planen, zu realisieren, zu begleiten und auszuwerten. Sie lernen, mit den Zielgruppen angemessen zu kommunizieren und kritisch-konstruktiv zu interagieren. Das theoretische Wissen wird im Rahmen von Hospitationen und Praktika vertieft und praktisch erprobt. Die Studierenden erwerben: - pädagogische, psychologische, erkenntnistheoretische und allgemein-didaktische Grundlagen für die Vermittlung künstlerischer und designbezogener Inhalte und Produkte, - fachdidaktisches Wissen sowie berufspraktische Methoden und Kenntnisse hinsichtlich der künftigen Zielgruppen (Maturitätsschulen/ Gymnasien bzw. Freizeit- und Soziokulturbereich, Erwachsenenbildung, Museum, Lebensraum Schule etc.), 4

5 - Methoden der sozialen Interaktion (Gesprächsführung, Gruppenorganisation, Konfliktregulierung, Kooperationsfähigkeit etc.) zur Zusammenarbeit mit beteiligten Akteuren, - Strategien zur Organisation und Strukturierung von Lehr-Lernprozessen (Begleitungs-, Beobachtungs- und Beurteilungskompetenz), - Auftritts-, Präsentations- und Dokumentationskompetenz (sprachlich, medial, persönlich) sowie die Fähigkeit zur Rezeption und zur (metakognitiven) Reflexion, - Zusätzlich für VAS: Projektentwicklungs- und Projektgestaltungskompetenz. Die Inhalte der des Lernbereichs werden in Form von Vorlesungen, Seminaren, Praktika, Hospitationen und Mentoraten vermittelt.. Lernbereich Theorie Kunst und Design (VBG 17 / VAS 16 ).1 Überblick Im Lernbereich Theorie Kunst und Design werden Grundlagen und verschiedene thematische Schwerpunkte in den Bereichen Kunstgeschichte, Medientheorie, Filmgeschichte und Designtheorie vermittelt und diesbezügliche Fragestellungen untersucht. Im Aufbaustudium geht es darum, das Verständnis historischer und Gegenwartskunst bezogener Zusammenhänge zu vertiefen, methodische Fragen wissenschaftlichen Arbeitens anzusprechen sowie Erzählweisen in der Kunst (Verweisen, Rezeption) zu untersuchen.. Lernziele Die Studierenden erwerben: - Grundlagenwissen in der Theorie von Kunst und Design, - vertiefte Kenntnisse in Themen der Filmgeschichte, des Urbanismus, der Kunst der Gegenwart, des Designs und der Bekleidung, - Kenntnisse der Methoden und der Reflexion von Werkbetrachtungen (Zeigen, Verweisen, Erzählen, Betrachten) sowie des wissenschaftlichen Arbeitens. Die Inhalte der im Lernbereich werden in Vorlesungen, Seminaren und Übungen vermittelt. 4. Lernbereich Kultur und Gesellschaft (VBG 10 / VAS 10 ) 4.1 Überblick Im Lernbereich Kultur und Gesellschaft kommen Fächer wie Philosophie und Soziologie, politische Theorie, Zeitgeschichte und Kulturwissenschaften gleichermassen zum Tragen wie praxisorientiertes Marketing oder Kulturrecht. Im Lernbereich wird der Akzent auf sozial- und geisteswissenschaftliche Prämissen der Vermittlungsarbeit sowie auf die Kenntnis der Institutionen, Strukturen und Rahmenbedingungen der Vermittlungsarbeit gelegt. In den Vertiefungen werden diese wechselweise auf die Desiderate der Soziokultur (beispielsweise Interkulturalität) oder der Vermittlung im Bildnerischen Gestalten (beispielsweise kulturelle Trendsetzung) ausgerichtet. 4. Lernziele Die Studierenden erwerben: - grundlegende Kenntnisse in der Verortung kultureller und gesellschaftlicher Phänomene aus zeitgeschichtlicher, soziologischer und kulturtheoretischer Sicht, - Kenntnisse zur Anwendung der Methodologie und Begriffswelt der Kultur und Gesellschaftstheorie, - Erfahrungen in logisch-diskursiven verbalen und schriftlichen Ausdrucksformen spezifisch im Hinblick auf vermittlungsorientierte Vorhaben und Fragstellungen, - Kenntnisse interkultureller Abläufe (z.b. Migration). Die Inhalte der im Lernbereich werden in Seminaren, Vorlesungen und Mentoraten vermittelt. 5. Transfer Berufsfeld Ästhetische Bildung und Soziokultur 5.1 Überblick Um die Studierenden der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur spezifisch auf die berufliche Selbständigkeit vorzubereiten, werden ihnen u.a. Grundlagen in Marketing und Recht und vermittelt. Studierenden mit der Absicht im Bereich Erwachsenenbildung zu unterrichten, wird die Möglichkeit geboten, spezifische, auf die Arbeit mit Erwachsenen ausgerichtete und an den Bedingungen des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung (SVEB) orientierte Seminare zu belegen (Soziale 5

6 Interaktion, Theorie der Erwachsenenbildung). 5. Lernziele Die Studierenden erwerben: - die Fähigkeit zu praxisorientiertem Marketing und zu kulturpolitischer Vermittlungsarbeit und Argumentation (Textarbeit, Rhetorik, Bewusstseinsbildung), - Grundlagen in den Bereichen Recht für den Berufseinstieg, orientiert an den Anforderungen für die berufliche Selbständigkeit, - einen exemplarischen Überblick über theoretische Fragestellungen der Erwachsenenbildung. E. Aufbau des Studiums 1. Überblick Der modularisierte Lehrplan des Studiums Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design besteht aus Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlveranstaltungen, welche auf die Bedürfnisse und Zielgruppen der beiden Vertiefungen Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen und Ästhetische Bildung und Soziokultur ausgerichtet sind. Innerhalb der Vertiefungen ist eine Profilierung und individuelle Schwerpunktsetzung möglich bzw. erwünscht und wird unterstützt. Der Umfang der zu erbringenden Studienleistungen regelt die Besondere Studienordnung. Der Aufbau des Studiums sowie die Anteile der verschiedenen Lernbereiche werden in der nachfolgenden Übersicht aufgeführt. Die Differenzierung der beiden Vertiefungen erfolgt entlang der Lernbereiche.. Lernbereich Praxis Kunst und Gestaltung.1 Vertiefung Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen Das gestalterische Profil der Vertiefung ist an den aktuellen Anforderungen des gymnasialen Curriculums und an den gesellschaftlichen Realitäten orientiert. Den Studierenden wird insbesondere für das erste Studienjahr empfohlen, das gestalterische Profil Kunst zu wählen mit einem inhaltlichen Schwerpunkt im Bereich Bildnerisches Gestalten (Bildarbeit, Malerei, Zeichnen, Digitale Medien, Fotografie). Wahlweise können sie sich aber auch in die beiden anderen gestalterischen Profilen Design bzw. Medien einschreiben oder sie nutzen die Möglichkeit, ein individuelles, profilübergreifendes Curriculum zu verfolgen. Das Zürcher Ausbildungsmodell gewährleistet eine Verankerung an den Schnittstellen Kunst, Medien und Design. Ein kontinuierliches und breites kursorisches Programm ermöglicht vertiefendes Üben von handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten, Verfahrensweisen und Techniken (Seminare, Projekte, Ateliers). In den Semestern vier bis sechs werden die Studierenden in einem kursorischen Programm auf ausgewählte gestalterischkünstlerische Anforderungen gemäss dem Reglement über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen vorbereitet.. Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur Für die Vertiefung wird im Lernbereich Praxis Kunst und Gestaltung eine individuelle Profilierung entweder in Richtung Design (funktional-technisches Gestalten, Entwurf, Modell etc.), Kunst (Bildarbeit, Malerei, Zeichnen, Digitale Medien, Fotografie) oder Medien (analoge und digitale Medien) empfohlen. Das gestalterische bzw. handwerkliche Profil ist auf die Anforderungen des ausserschulischen Bildungsbereichs sowie des Kultur- und Freizeitmarkts ausgerichtet. Unabhängig von der Wahl des Profils, ist der Besuch eines Teils der Angebote des jeweils anderen Profils empfohlen. Ein kontinuierliches und breites kursorisches Programm ermöglicht vertiefendes Üben von handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten, Verfahrensweisen und Techniken (Seminare, Projekte, Ateliers).. Lernbereich Vermittlung.1 Vertiefung Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen Für die Vertiefung sind im Lernbereich Vermittlung die Angebote auf die spezifischen Bedürfnisse künftiger Lehrpersonen an Gymnasien ausgerichtet. In der Fachdidaktik steht der Unterricht mit Jugendlichen auf der Sekundarstufe II im Zentrum. Ergänzend sind exemplarische Einblicke in nichtschulische Umfelder, beispielsweise in die Institution Museum möglich. 6

7 . Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur Für die Vertiefung werden im Lernbereich Vermittlung die Angebote auf die spezifischen Bedürfnisse künftiger Vermittlerinnen und Vermittler im Freizeit- und Soziokulturbereich ausgerichtet. In der Fachdidaktik steht der Unterricht mit unterschiedlichen Altersgruppen mit heterogenen Bildungsbedürfnissen im Zentrum. Die Studierenden der Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur absolvieren ihre Praktika in schulischen und ausserschulischen Freizeiteinrichtungen, in der Erwachsenenbildung, in Museen, in kulturellen und sozialen Institutionen, in besonderen Bildungseinrichtungen (Heime, Sonderschuleinrichtungen etc.), im klinischen Bereich oder an öffentlichen und privaten Schulen. Der Aufbau von Lehr- und Vermittlungskompetenz ist an den Anforderungen der Zielfelder und -gruppen orientiert. 4. Lernbereich Theorie Kunst und Design Für den Lernbereich Theorie Kunst und Design besteht ein Grundlagenangebot in Form von Vorlesungen und ein breites Wahlpflicht- und Wahlangebot, welches individuelle Profile in Abhängigkeit vom künstlerisch-designorientierten Schwerpunkt ermöglicht. Für die Studierenden der Vertiefung Bildnerisches Gestalten wird das Fach Kunstgeschichte vertieft angeboten. 5. Lernbereich Kultur und Gesellschaft Für den Lernbereich Kultur und Gesellschaft besteht ein Grundlagenangebot in Form von Vorlesungen und ein Wahlpflicht- und Wahlangebot, welches individuelle Profile in Abhängigkeit vom künstlerisch-designorientierten Schwerpunkt ermöglicht. 7

8 F. Lehrpläne Vertiefung Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen Vertiefung Bildnerisches Gestalten Fachgruppe 1. Semester. Semester. Semester 4. Semester 5. Semester 6. Semester Praxis Kunst und Gestaltung Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 7 Individuelles Projekt - Initialisierung 1 Individuelles Projekt - Umsetzung 1 Projekt in Kooperation 15 Pflicht Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 7 Gestalten im Praktikum Individuelles Projekt - Abschluss Künstlerische Praktiken 111 Blockseminar Evaluation 1. Studienjahr Blockseminar Blockseminar 1 Künstlerische Praktiken Atelier Atelier Atelier Atelier Blockseminar Atelier Praxistransfer () Künstlerische Praktiken Atelier Praxistransfer () Vermittlung 4 4 Erziehungswissenschaften Pädagogik (V) Entwicklungspsychologie (V) Psychologie (V) 1 Soziale Interaktion (S) Bild und Bildgenese (S) Lerntheorien (S) Pflicht Konstruktivismus/ Lernbiografie (S) Allgemeine Didaktik (V) 1 Literaturdiskurs* Pädagogik (S) 16 Allgemeine Didaktik (S) Theorie Erwachsenenbildung (SVEB) (S)() Fachgeschichte (S) () 1 5 Fachdidaktik Fachdidaktik I (Teil 1) (S) 1 Fachdidaktik I (Teil ) (S) Pflicht Fachdidaktik II (S) Berufspraxis Hospitation () Praktikum 1 4 Pflicht Praktikum 4 8 Auftritt und Sprache (S) () Theorie 4 4 Kunst und Design Designtheorie (V) Kunstgeschichte (V) Kunstgeschichte oder Designtheorie (S) Kunstgeschichte oder Medien (S) Kunstgeschichte oder Designtheorie (S) Kunstgeschichte (S) Pflicht Medien (V) Designtheorie oder Medien (S) () Wissenschaftl. Arbeiten (S) 1 Kunstbetrachtung A (S) 1 Kunstbetrachtung B (S) (1) 17 Leistungsnachweis 1 Kultur und Gesellschaft Einführung Kulturtheorie (S) Museum und Kulturvermittlung (V) 1 Common Sense / Präsentation (S) Interkulturalität (V) 1 Literaturdiskurs* Kulturtheorie 1 Pflicht Museum und Kulturvermittlung (S) () Interkulturalität (S) Recht im Kontext Gestaltung (S) () 10 Kulturmarketing (S) () Leistungsnachweis 1 Z- Pflicht 9 Total Pflichtmodule** 177 *: Wahlpflicht Literaturdiskurs Pädagogik / Kulturtheorie **: ohne Wahlangebote. Bei Wahlangeboten steht die Anzahl ETCS-Punkte in Klammern. Es sind Wahlangebote im Umfang von mind. -Punkten zu belegen. V: Vorlesung, S: Seminar 8

9 Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur Vertiefung Ästhetische Bildung und Soziokultur Fachgruppe 1. Semester. Semester. Semester 4. Semester 5. Semester 6. Semester Praxis Kunst und Gestaltung Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 7 Individuelles Projekt - Initialisierung 1 Individuelles Projekt - Umsetzung 1 Projekt in Kooperation 15 Pflicht Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 8 Profile Kunst, Medien, Design 7 Gestalten im Praktikum Individuelles Projekt - Abschluss Atelier 10 Blockseminar Evaluation 1. Studienjahr Blockseminar Blockseminar 1 Atelier Atelier Atelier Atelier Blockseminar Praxistransfer () Atelier Praxistransfer () Vermittlung Erziehungswissenschaften Pädagogik (V) Entwicklungspsychologie (V) Psychologie (V) 1 Bild und Bildgenese (S) Lerntheorien (S) Pflicht Konstruktivismus/ Lernbiografie (S) Allgemeine Didaktik (V) 1 Literaturdiskurs* Pädagogik (S) 0 Allgemeine Didaktik (S) Fachgeschichte (S) 4 Fachdidaktik Fachdidaktik I (Teil 1) (S) Fachdidaktik I (Teil ) (S) 1 Pflicht Fachdidaktik II (S) 6 1 Berufspraxis Hospitation Praktikum 1 6 Pflicht Praktikum 6 14 Auftritt und Sprache (S) () Soziale Interaktion (S) Theorie Erwachsenenbildung (SVEB) (S) () Projektmethoden (S) Theorie 4 Kunst und Design Designtheorie (V) Kunstgeschichte (V) Kunstgeschichte oder Designtheorie (S) Kunstgeschichte oder Medien (S) Kunstgeschichte oder Designtheorie (S) Medien (S) Pflicht Medien (V) Designtheorie oder Medien (S) () Wissenschaftl. Arbeiten (S) 1 Kunstbetrachtung A (S) (1) Kunstbetrachtung B (S) (1) 16 Leistungsnachweis 1 Kultur und Gesellschaft Einführung Kulturtheorie (S) Museum und Kulturvermittlung (V) 1 Common Sense / Präsentation (S) Interkulturalität (V) 1 Literaturdiskurs* Kulturtheorie (S) 1 Pflicht Museum und Kulturvermittlung (S) () Interkulturalität (S) Recht im Kontext Gestaltung (S) () 10 Kulturmarketing (S) () Leistungsnachweis 1 Z- Pflicht 9 Total Pflichtmodule** 177 *: Wahlpflicht Literaturdiskurs Pädagogik / Kulturtheorie **: ohne Wahlangebote. Bei Wahlangeboten steht die Anzahl ETCS-Punkte in Klammern. Es sind Wahlangebote im Umfang von mind. -Punkten zu belegen. V: Vorlesung, S: Seminar 9

10 Ergänzende Übersicht über die berufliche Ausbildung zur Erlangung des Lehrdiploms für Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen (60 ) 1. Semester. Semester. Semester Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design, Bildnerisches Gestalten an Maturitätsschulen (0 ) Erziehungswissenschaften (16 ) Fachdidaktik (6 ) - Pädagogik - Konstruktivismus/ Lernbiografie - Entwicklungspsychologie Berufspraxis (8 ) Master of Arts in Art Education, Bilden und Vermitteln (0 ) Erziehungswissenschaften (6 ) Fachdidaktik (15 ) Berufspraxis (9 ) - Netzwerkveranstaltung Art Education - Fachdidaktik I - Fachdidaktische und kunstpädagogische Theoriebildung I - Netzwerkveranstaltung Art Education - Theorie und Praxis professioneller Gesprächsführung - Fachdidaktik II - Fachdidaktische und kunstpädagogische Theoriebildung II - Psychologie - Allgemeine Didaktik (VL) - Allgemeine Didaktik (S) - Praktikum I 4 - Praktikum II - Lehrprobe Semester - Fachdidaktik I (Teil 1) 1 - Fachdidaktik I (Teil ) - Fachdidaktik II - Forschungsmethodik Semester 6. Semester - Soziale Interaktion - Bild und Bildgenese - Psychologie: Lerntheorien - Praktikum I - Praktikum II

11 G. Inkrafttreten Dieses Ausbildungskonzept wurde von der Hochschulleitung am 10. September 014 erlassen. Es tritt am 15. September 014 in Kraft. Der Departementsleiter: Christoph Weckerle 11

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