Inkretinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Inkretinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2"

Transkript

1 - - - Rubrik Neue Arzneimittel Jahrgang, 1. Ausgabe 2010, 1-18 Inkretinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 Diabetes mellitus Typ 2 Lebensstilinterventionen Pharmakotherapie Inkretinsystem Liraglutid

2 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Inkretinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. Prof. Dr. Georg Kojda Fachpharmakologe DGPT, Fachapotheker für Arzneimittelinformation Institut für Pharmakologie und klinische Pharmakologie Universitätsklinikum, Heinrich-Heine-Universität Moorenstr. 5, Düsseldorf Lektorat: N.N. Den Fortbildungsfragebogen zur Erlangung eines Fortbildungspunktes zum Fortbildungstelegramm Pharmazie finden Sie hier: Titelbild : Universitätsbibliothek New York, Urheber: Photoprof, Lizenz: Fotolia

3 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abstract Since 2009, two new members of the drug class of incretins have been commercially launched in Germany. Of these, liraglutide represents a recombinant and modified analogue of the genuine incretin glucagon-like peptide-1 (GLP-1) and is a congener of the first artificial GLP-1-analogue exenatide. These insulinotropic drugs differ from sulfonyl ureas by meal-dependent rather than continuous stimulation of insulin secretion. Furthermore, a decreased release of glucagon, which is associated with less hepatic glucose production, and slowing of gastric emtying has been described. Liraglutide reduces fasting plasma glucose and glycated hemoglobin (HbA 1c ) by about 1 %. Liraglutide also induces a small reduction of body weight of about 2.2 kg. Whether such a small reduction of body weight is associated with a favourable prognosis is currently unkown. In addition, there are no data available demonstrating that liraglutide reduces morbidity and/or mortality which strongly constrain its current therapeutic value. Liraglutide is not indicated for monotherapy and many comorbidities such as impaired function of liver or kidneys, heart failure, diseases of the thyroid gland, pancreatitis, age <18 and >75 years and inflammatory bowel diseases including diabetic gastroparesis are strict limitations for its use. Common side-effects of liraglutide include hypoglycemia, headache, anorexia, dysentery, nausea, vomitting and constipation. Chiefly because of the lack of positive data on prognossis and long-term safety liraglutide is currently one of the last-line therapeutic options in the treatment of type-2 diabetes. Abstrakt Im Jahr 2009 sind in Deutschland 2 neue Substanzen der Arzneistoffklasse der Inkretine zugelassen worden. Von diesen ist Liraglutid ein rekombinantes Analogon des genuinen Inkretins Glucagonlike peptide-1 (GLP-1) und ein Nachfolger des GLP-1-Analogs Exenatide. Diese insulinotropen Arzneistoffe unterscheiden sich von Sulfonylharnstoffen durch eine Mahlzeiten-abhängige und nicht kontinuierliche Stimulation der Insulinfreisetzung. Darüber hinaus sind eine verminderte Freisetzung von Glukagon und damit auch eine verminderte hepatische Glukoseproduktion sowie eine Verzögerung der Magenentleerung beschrieben. Liraglutid vermindert Nüchternglukose und glykiertes Hämoglobin (HbA 1c ) um etwa 1%. Liraglutid induziert ebenfalls eine geringe Körpergewichtsabnahme um ca. 2,2 kg. Ob eine solch geringe Reduktion des Körpergewichtes einen patientenrelevanten Vorteil darstellt, ist bislang unbekannt. Es existieren keine Daten, die belegen, dass Liraglutid patientenrelevante Endpunkte wie Morbidität und Mortalität vermindert. Dies stellt eine sehr starke Einschränkung des therapeutischen Stellenwertes dar. Liraglutid ist nicht für eine Monotherapie indiziert und kann bei vielen Komorbiditäten wie Einschränkungen der Leber- und Nierenfunktion, Herzinsuffizienz, Schilddrüsenerkrankungen, Pankreatitis, Alter <18 und >75 Jahre und entzündlichen Darmerkrankungen einschließlich diabetischer Gastroparese nicht eingesezt werden. Häufige Nebenwirkungen sind u.a. Hypoglykämie, Kopfschmerz, Anorexie, Diarrhöe, Übelkeit, Erbrechen und Obstipation. Vor allem im Hinblick auf fehlende prognostische Daten muß Liraglutid derzeit zu den Mitteln der letzten Wahl bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 gezählt werden. Bedeutung der Erkrankung Diabetes mellitus (honigsüßer Durchfluss) ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die auf einem absoluten oder relativen Insulinmangel beruht. Die Klassifikation der verschiedenen Typen der Erkrankung erfolgt vorwiegend auf der Ätiologie: Diabetes mellitus Typ 1, gekennzeichnet durch eine Zerstörung der ß-Zellen des Pankreas durch Autoimmuninsulitis verbunden mit absolutem Insulinmangel Diabetes mellitus Typ 2, gekennzeichnet durch eine gestörte Insulinsekretion verbunden mit einer verminderten Insulinwirkung (Insulinresistenz)

4 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ andere Formen von Diabetes beispielsweise spezifische genetische Defekte in der Sekretion und Wirkung von Insulin, iatrogene Formen (u.a. Glukokortikoide, Thiaziddiuretika) oder Gestationsdiabetes Eine weitere Klassifikation der WHO beruht auf dem klinischen Schweregrad der Erkrankung und unterscheidet zwischen gestörter Glukosetoleranz (Prädiabetes), nicht-insulinabhängigem und insulinabhängigem Typ 2 Diabetes sowie Typ 1 oder Typ 2 Diabetes bei komplettem Ausfall der Insulinbildung. Von den verschiedenen Formen des Diabetes kommt der Typ 2 am häufigsten vor. Schätzungsweise 90 % aller Diabetiker leiden unter diesem Typ der Erkrankung (1). Nach Prognosen von Gesundheitsexperten aus Entwicklungsländern, Schwellenländern und Industriestaaten wird die Anzahl Erkrankter in den nächsten 20 Jahren teilweise drastisch ansteigen. So gibt die WHO für Deutschland im Jahr 2000 eine Prävalenz von Fällen an und prognostiziert bis 2030 einen Anstieg um 44 % auf Fälle (Weblink 1). Ein solch starker Anstieg bedeutet für die Gesundheitssysteme der jeweiligen Staaten eine enorme Steigerung der Aufwendungen. Dies betrifft nicht nur die Kosten für die medikamentöse Therapie des Blutzuckerspiegels, sondern vor allem die Kosten für die Behandlung der vielen ernsthaften Komplikationen des eigentlich symptomlosen Diabetes Typ 2. Die deutliche Erhöhung von Morbidität und Mortalität, die mit dem Diabetes Typ 2 verbunden ist (1), beruht im Wesentlichen auf Komplikationen, die sich auf der Basis einer Beschleunigung atherosklerotischer Gefäßschäden sowie der Entstehung peripherer neuronaler Defizite entwickeln (2). Solche Komplikationen bedingen oft lebenslange Behinderungen, starke Einschränkungen der Lebensqualität und eine größere Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit. Dementsprechend ist die Verhinderung der Komplikationen des Diabetes Typ 2, und nicht die Einstellung des Blutzuckerspiegels allein, das wichtigste Therapieziel der Behandlung (1,2). Das wichtigste Therapieziel der Behandlung des Diabetes Typ 2 ist die Verhinderung der Komplikationen und nicht die Einstellung des Blutzuckerspiegels allein (2). Zu den makrovaskulären Komplikationen zählen vor allem (Weblink 2): koronare Herzkrankheit, bei > 50 % der Diabetiker tödlicher Myokardinfarkt (Weblink 3) periphere arterielle Verschlusskrankheit, verschlimmert diabetisches Fußsyndrom (Weblink 4) transiente ischämische Attacke, ischämischer Schlaganfall, trägt zur steigenden Inzidenz von Demenzerkrankungen bei Zu den mikrovaskulären Komplikationen zählen vor allem diabetische Retinopathie, etwa 30 % aller Erblindungen in Europa diabetische Neuropathie, bei etwa 50 % aller Erkrankten nach 10 Jahren diabetische Nephropathie, führt bei etwa 20 % der Erkrankten innerhalb von 20 Jahren zur terminalen Niereninsuffizienz diabetisches Fußsyndrom, betrifft etwa 15 % der älteren Diabetiker (Fallbeispiel: Weblink 5) Komorbiditäten, die mikro- und makrovaskuläre Komplikationen begünstigen, sind beispielsweise Hypertonie, Hyperlipidämie und die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie. So weisen Diabetiker ohne durchgemachten Herzinfarkt das gleiche koronare Risiko auf wie Nicht-Diabetiker nach durchgemachtem Myokardinfarkt (3). Aus diesem Grund wird die aggressive und konsequente Therapie solcher Komorbiditäten empfohlen. So ist beispielsweise ausschließlich bei Diabetikern ein hochnormaler Blutdruck (Prähypertonie) direkt behandlungspflichtig (4). Wie in Abb. 1 dargestellt, entwickelt sich der Diabetes Typ 2 sehr langsam und bleibt für viele Jahre ohne Symptome. Charakteristisch ist die Abnahme der

5 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Insulinsensitivität in den Körpergeweben (Skelettmuskulatur), die durch die Konstellation der Risikofaktoren Übergewicht, Dyslipoproteinämie und essentielle Hypertonie (metabolisches Syndrom) gefördert wird. Die in der Folge kompensatorisch entstehende Hyperinsulinämie fördert das Hungergefühl und die Gewichtszunahme. Die kontinuierlich höhere Insulinbildung sowie toxische Effekte von Glukose und Lipiden führen auch zu einer progressiven Abnahme der ß-Zellfunktion und des damit verbundenen Inkretineffektes. Abb. 1: Entwicklung des Diabetes mellitus Typ 2 sowie Bedeutung von Insulinresistenz und ß-Zellfunktion (Näheres siehe Text). Es existieren weltweit zahlreiche Richtlinien und Empfehlungen zur Behandlung des Diabetes mellitus, die sich in Europa und den USA nur wenig unterscheiden. Dabei werden verschiedene Strategien verfolgt: Interventionen zur Erreichung und Beibehaltung eines gesunden Lebensstils (Diät, Gewichtsreduktion, Rauchstopp, Bewegung) Agressive Pharmakotherapie zur Behandlung kardiovaskulär relevanter Komorbiditäten wie Bluthochdruck und Hyperlipidämie Pharmakotherapie zur Besserung der Insulinresistenz (beispielsweise Metformin) Pharmakotherapie zur Besserung noch vorhandener Insulinproduktion (beispielsweise Sulfonylharnstoffe) Insulinsubstitution Lebensstilinterventionen Prävention Es ist schon lange bekannt, dass es gelingt, mit einem gesunden Lebensstil die Manifestation eines Diabetes zu verzögern. Vergleicht man beispielsweise eine Lebensstiländerung oder eine Metformin-Therapie mit Placebo, werden die günstigen Effekte der Lebensstiländerung besonders deutlich (Abb. 2). In diese Untersuchung wurden insgesamt 3234 prädiabetische Männer und Frauen im mittleren Alter von 50 Jahren und einem Body-Mass Index von 34 kg/qm einbezogen (5). Alle Teilnehmer, die noch nicht an Diabetes erkrankt waren, wiesen einen positiven Glukosetoleranztest auf und zwei Drittel hatten eine positive Familienanamnese für diese Erkrankung. Die Lebensstiländerung bestand aus einer Gewichtsabnahme um 7 % sowie zusätzlicher körperlicher Aktivität von 150 min pro Woche. Die Metformingruppe erhielt zweimal täglich 850 mg Metformin. Primärer Endpunkt war die Diagnose eines Diabetes mellitus. Wie die Ergebnisse zeigen, läßt sich die Manifestation der Erkrankung durch eine Lebensstiländerung signifikant besser verhindern als durch Metformin, das Antidiabetikum der ersten Wahl. Die Autoren geben an, dass die kumulative Inzidenz für Diabetes über drei Jahre hinweg in der Placebogruppe immerhin 28,9 % betrug. Dagegen sank die Neuerkrankungsrate nach Therapie mit Metformin auf 21,7 % und durch die Lebensstilintervention sogar auf 14,4 %. Auf der Basis dieser Daten ergibt sich eine NNT (number needed to treat) von 6,9 für die Lebensstilintervention, während dieser Wert im Falle der Metforminbehandlung auf 13,9 ansteigt. Anders ausgedrückt müssen etwa doppelt so viele Prädiabetiker mit Metformin behandelt werden, um eine Neudiagnose

6 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abb. 2: Effekt einer Lebensstiländerung und einer Therapie mit Metformin auf die Entwicklung eines Diabetes mellitus bei Prädiabetikern (nach (5)) von Diabetes zu verhindern, als bei der Lebensstilintervention. Eine weitere interessante Studie an insgesamt jungen Männern im mittleren Alter von 32 Jahren hat dies auch für Gesunde gezeigt. Bei einem BMI von >30 kg/qm oder Serumtriglyceriden von >150 mg/dl ist die Wahrscheinlichkeit an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken innerhalb von 6 Jahren jeweils um etwa das 4- Fache erhöht (Abb. 3), wenn die Nüchterglukosespiegel am oberen Rand des Normalbereichs liegen (6). Diese Studie unterstützt die Vermutung, dass sich ein gesunder Lebensstil, d.h. hier niedrigere Werte für BMI und Serumtriglyceride, auch dann günstig auf die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 auswirkt, wenn noch kein Prädiabetes vorliegt. Gleichzeitig weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass Personen mit einer Nüchternglukose >87 mg/dl unter den genannten Bedingungen ein erhöhtes Diabetes mellitus Typ 2 Risiko haben können und deshalb besonders auf einen gesunden Lebensstil achten sollten. Intervention Verschiedene Studien weisen auf günstige Effekte einer diätetischen Reduktion des Körpergewichtes bei Diabetes mellitus Typ 2 hin. Dabei kann mit einer Senkung von Blutglukose und HbA 1c, Mikroalbuminurie sowie Triglyceriden und Cholesterol gerechnet werden. Die beispielhaft ausgewählten NICE-Richtlinien (Weblink 6) zeigen jedoch auf, dass die Ergebnisse der vier randomisierten kontrollierten klinischen Studien uneinheitlich sind. Abb. 3: Effekt des Nüchternglukosewertes auf die Entwicklung eines Diabetes mellitus bei gesunden jungen Männern mit erhöhten Serumtriglyceriden oder erhöhtem Body-Mass Index (nach (6)).

7 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Dennoch wird die vorliegende Beweislage als ausreichend erachtet, Patienten zu schulen und ihnen eine diätetische Begrenzung oder Reduktion des Körpergewichtes zu empfehlen. Zusätzlich wird angemerkt, dass bei einigen Patienten eine Pharmakotherapie zur Reduktion des Körpergewichtes angezeigt sein könnte. Wichtig ist allerdings, dass bislang keine Daten dafür vorliegen, ob und inwieweit eine moderate Reduktion des Körpergewichtes um 3-5 %, wie sie durch Diät, Antiadiposita oder einige Antidiabetika erreicht werden kann, eine Verringerung von Mortalität und Morbidität bei Diabetes mellitus Typ 2 bewirkt. Dagegen ist bekannt, dass chirugische Interventionen (bariatrische Chirurgie), die bei Patienten mit einem mittleren Körpergewicht von ca. 120 kg (BMI>40 kg/qm) eine Gewichtsabnahme um % bewirkt, mit einer relativen Reduktion des Gesamtsterblichkeit um 24 % verbunden ist (7). Solche Gewichtsreduktionen sind jedoch mit keiner der o.g. Pharmaka und nur in Ausnahmefällen durch eine Diät erreichbar. Die Beobachtung, dass Adipositas für Diabetes prädisponiert, ist kein Nachweis für eine prognostisch günstige Wirkung einer Gewichtsabnahme! Ähnlich unsicher ist die Beweislage für die körperliche Aktivität. So kommt eine systematische Übersicht zu dem Schluss, dass Bewegung zwar die Blutzuckerkontrolle verbessert sowie viszerales Fett und Plasmatriglyceride reduziert (8), aber Daten zu patientenrelevanten Endpunkten wie Inzidenz und Schweregrad der mikro- und makrovaskulären Komplikationen bei Diabetes mellitus Typ 2 liegen nicht vor. Die systematische Übersicht wird durch eine später veröffentlichte randomisierte Studie bestätigt. In dieser Studie bewirkt 3-mal wöchentliches aerobes Training oder Ausdauertraining über einen Zeitraum von 22 Wochen eine Verminderung der HbA 1c -Werte von etwa 7,5 % auf 7% (9). Bei der Kombination beider Methoden sinkt der HbA 1c -Wert sogar auf unter 6,6 %. Dies sind bemerkenswerte und mit einer Pharmakotherapie durchaus vergleichbar stark ausgeprägte Effekte. Das größte Problem bei der Umsetzung der Lebensstilinterventionen in der ambulanten Versorgung besteht in der oft kurzen Dauer der Erfolge, wahrscheinlich auf der Basis nachlassender Compliance (Weblink 6). Initial gute Ergebnisse schmelzen nach längerer Dauer der Intervention wieder dahin. Der günstige Einfluss von gesundem Lebensstil auf die Kontrolle von Nüchternglukose und HbA 1c ist mit den Effekten einer Pharmakotherapie durchaus vergleichbar. Dennoch sollte jede Pharmakotherapie bei Diabetes mellitus Typ 2 von Lebenstilinterventionen begleitet sein. Von entscheidender Bedeutung dabei ist auch, dass Lebensstilinterventionen eben nicht mit den bekannten, oder - besonders im Fall der neuen Arzneistoffe - noch unbekannten Risiken einer Pharmakotherapie verbunden sind. Pharmakotherapie Im Hinblick auf die Pathogenese des Diabetes mellitus Typ 2 (Abb. 1) erscheint ein Therapiekonzept, welches die periphere Insulinempfindlichkeit steigert, zunächst einmal sinnvoller als Insulin oder insulinotrope Antidiabetika wie Sulfonylharnstoff oder auch die neuen Inkretin-Mimetika. Zu beachten ist jedoch, dass Typ 2 Diabetiker vor allem unter den langfristigen Folgen von Hyperinsulinämie und Hyperglykämie leiden und deshalb auch eine langfristige Therapie notwendig ist. Insofern ergibt sich der therapeutische Wert eines Antidiabetikums in erster Linie aus seinem Einfluss auf Morbidität und Mortalität sowie aus seiner Langzeitsicherheit. Die in Abb. 4 dargestellten medikamentösen Möglichkeiten der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 sind in den letzten Jahren mehrmals um neue Wirkprinzipien erweitert worden, eine grundsätzlich begrüßenswerte Entwicklung. Weniger begrüßenswert ist die Tatsache, dass die Senkung von Surro-

8 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abb. 4: Effekte von Antidiabetika (außer Insulin) auf die Glukosehömöostase. Dargestellt sind die Veränderungen von Glukosebildung sowie Insulinbildung-, sensitivität und freisetzung in Intestinum, Pankreas, Leber, Skelettmuskel und Adipozyten (nach (5)) gatparametern auf eine therapeutische entscheidende Verminderung der Komplikationen bei Diabetes mellitus extrapoliert wird. Diese Praxis ist auch bei der Prävention und Behandlung Diabetesassoziierter kardiovaskulärer Erkrankungen an der Tagesordnung, wie sich am Beispiel der Therapie einer Hypercholesterolämie mit Arzneistoffen wie Ezetimib ablesen läßt (Weblink 7). Der therapeutische Wert eines Antidiabetikums wird vor allem von seinem Einfluss auf Morbidität und Mortalität sowie von seiner Langzeitsicherheit bestimmt. Eine Ursache dieser teilweise fragwürdigen Praxis mag darin zu suchen sein, dass solche Surrogatparameter richtigerweise der Effektivitätskontrolle und damit der Therapieführung dienen. Hinzu kommt, dass oft nicht berücksichtigt wird, wie, d.h. mit welchem Arzneistoff, der Surrogatparameter beeinflusst wird. Auch wenn sich nachweisen ließ, dass bei Statintherapie eine stärkere Senkkung des Plasmacholesterols auch mit einer stärkeren Reduktion patientenrelevanter Endpunkte verbunden ist, kann dieser günstige Effekt nicht auf jeden anderen Cholesterolsenker übertragen werden. Dies hat das Beispiel Torcetrapib eindrucksvoll belegt (10). Im Fall des HbA 1c zeigt sich darüber hinaus, dass eine selbst mit überwiegend evidenzbasierten Arzneistoffen erreichbare intensive Senkung nicht unbedingt mit einer Verbesserung der Prognose bei Diabetes mellitus verbunden sein muss, aber nahezu immer mit einem größeren Risiko von Nebenwirkungen einhergeht und nahezu immer deutlich teurer als die Standardbehandlung ist. So zeigte die VADT-Studie (HbA 1c -Reduktion um 1,5 % auf 6,9 %, 1791 Patienten) keinen Effekt auf mikro- und makrovaskuläre Komplikationen (11), während eine Nachbeobachtung der UKPDS-Studie (3.277 Patienten) eine Verminderung mikround makrovaskulärer Komplikationen durch intensive antidiabetische Therapie ergab, obwohl sich die HbA 1c -Werte der beiden Behandlungsgruppen bereits nach einem Jahr auf etwa 8,5 % angeglichen hatten (12). Die erst kürzlich veröffentlichten großen klinischen Studien ACCORD und ADVAN- CE verdeutlichen diesen Zusammenhang sehr anschaulich (13,14). In der AC- CORD-Studie (HbA 1c <6%, Patienten) zeigte sich eine vermehrte Mortalität in der Behandlungsgruppe, während in der ADVANCE-Studie (HbA 1c <6,5%,

9 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Patienten) eine Verringerung beobachtet wurde, die im Wesentlichen auf einer Verminderung der diabetischen Nephropathie beruhte. In keiner der beiden Studien kam es zu einer Absenkung makrovaskulärer Komplikationen gegenüber der Standardtherapie, d.h. dass eine agressive antidiabetische Therapie die Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen nur wenig beeinflußt. Ein Kommentar zu den Studienergebnissen betont, dass Unterschiede zwischen den Studien wie das Ausmaß und die Geschwindigkeit der HbA 1c -Senkung, die antidiabetische Pharmakotherapie und variierende Gewichtszunahme kaum als Erklärung für die unterschiedlichen Ergebnisse herangezogen werden können (15). Die Ergebnisse der beiden Megastudien ACCORD und ADVANCE lassen vermuten, dass eine aggressive Senkung kardiovaskulärer Risikofaktoren nützlicher und sicherer sein kann als eine agressive HbA 1c -Senkung. Denkbar wäre jedoch, dass die Therapie von Komorbiditäten eine Rolle gespielt hat. Daten der UKPDS-Studie haben gezeigt, dass die strikte Einhaltung der antihypertensiven Therapie bei Typ 2 Diabetes zu günstigen prognostischen Effekten wie der Reduktion von Diabetes-assoziierter Mortalität um 32 %, von Schlaganfällen um 44% und von mikrovaskulären Komplikationen um 37 % führt (16). Diese günstigen Effekte blieben bei einer Nachbeobachtung für 5 Jahre nicht erhalten, wenn die Unterschiede hinsichtlich des Blutdrucks zwischen den beiden Gruppen verloren gingen (17). Zu Beginn der ADVANCE Studie erhielten etwa 37 % der Teilnehmer einen Lipidsenker (hauptsächlich Statine), während dies bei etwa 62 % der Teilnehmer der ACCORD-Studie der Fall war. Auch bei der Therapie mit Antihypertensiva und Acetylsalicylsäure zeigen sich solche Unterschiede, wenn auch weniger deutlich ausgeprägt. Somit wäre denkbar, dass auf eine agressive antidiabetische Therapie verzichtet werden kann, wenn die Komorbiditäten mit kardiovaskulärem Risikopotential wie Thrombozytenhyperreagibilität, Hyperlipidämie und Hypertonie entsprechend aggressiv behandelt werden. Trotz des möglichen schädlichen Effektes einer aggressiven Senkung des HbA 1c auf kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität bleibt die weniger aggressive konsequente Einstellung des HbA 1c vor allem wegen der Verhinderung mikrovaskulärer Komplikationen unverzichtbar. Dies zeigen nicht nur die Ergebnisse der ADVANCE Studie, deren geringe Senkung des kombinierten Endpunktes im Wesentlichen auf der Verminderung der mikrovaskulären Komplikation diabetische Nephropathie beruht (13). Auch verschiedene Daten aus der UKPDS-Studie sprechen für eine Verminderung mikrovaskulärer Komplikationen nach Therapie mit Metformin, Sulfonylharnstoffen und Insulin (12). Die pharmakotherapeutischen Optionen zur Erreichung einer HbA 1c -Senkung (Abb. 4) zeigen viele Unterschiede, die teilweise auch therapeutisch bedeutsam sind. Ein wichtiger Unterschied ist die bislang nachgewiesene prognostisch günstige Wirkung (Weblink 6): Antidiabetika, die die Mortalität senken Metformin (bei Adipositas, (18)) Antidiabetika, die die Morbidität senken Insulin, Metformin, Sulfonylharnstoffe (bei Übergewicht (19)) Antidiabetika, die den HbA 1c senken Insulin, Metformin, Sulfonylharnstoffe, α-glukosidasehemmer, Glitazone, Inkretinmimetika (meist bei Übergewicht und Adipositas) In den letzten drei Jahren sind insgesamt fünf neue Arzneistoffe der Klasse der Inkretin-Mimetika für die Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 verfügbar geworden, die über einen neuen Mechanismus zur Wirkung kommen (20). Hierzu zählen: Inkretinanaloga Exenatid (Byetta ) Liraglutid (Victoza ) Inkretinmimetika Sitagliptin (Januvia ) Vildagliptin (Galvus ) Saxagliptin (Onglyza )

10 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abb. 5: Effekte einer oralen und einer intravenösen Gabe von Glukose auf die Freisetzung von Insulin bei gesunden Probanden (links) und Patienten mit Typ-2 Diabetes (rechts). Die durch Inkretine vermittelte Steigerung der Freisetzung von Insulin nach oraler Gabe von Glukose ist bei Typ-2 Diabetes stark eingeschränkt. Dies bedeutet, dass eine gegebene Menge oral aufgenommener Glukose bei Patienten mit Typ-2 Diabetes zu höheren Glukosespiegeln im Plasma führt (nach (21)). Das Inkretinsystem Das Inkretinsystem verstärkt die Ausschüttung von Insulin aus den Inselzellen des Pankreas bei oraler Aufnahme von Glukose, während es bei intravenöser Gabe nicht aktiviert wird (Abb. 5). Die Aufnahme von Nahrung löst die Sekretion vieler verschiedener gastrointestinaler Hormone aus, die an der Regulation der Darmmotilität, der Sekretion von Magensäure, der Ausschüttung von Gallensäuren oder der Absorption von Nahrungsbestandteilen beteiligt sind. Inkretine gehören zu diesen gastrointestinalen Hormonen (Abb. 6) (22). Es handelt sich um Polypeptide, die in enteroendokrinen K- (GIP) und L- Zellen (GLP-1) von Duodenum, Jejunum und aszendierendem Kolon gebildet werden (23). Bereits Mitte der 70er Jahre wurde die insulinotrope Wirkung des Inkretins Glucose-dependent insulinotropic polypeptide GIP entdeckt (24). Etwa 10 Jahre später folgte das zweite und bislang letzte Inkretin, das Glucagon-like peptide-1 GLP-1 (22). Die Freisetzung dieser Inkretine erfolgt nicht nur durch Glukose selbst sondern auch durch neuronale Signale (25). Einmal gebildet, binden GIP und GLP-1 an G-Protein gekoppelte Rezeptoren der ß-Zellen des Pankreas und bewirken über eine camp-abhängige Erhöhung der zytosolischen Ca ++ -Konzentration eine Potenzierung der glukoseabhängigen Freisetzung von Insulin (20). Bei länger andauernder Rezeptorstimulation kommt es auch zu einer durch Proteinkinase A vermittelten Steigerung der Insulinsynthese. Darüber hinaus sind weitere Wirkungen der Inkretine bekannt, wie hier am Beipiel von GLP-1 dargestellt: Glukose-abhängige Steigerung der Insulinsekretion Steigerung der Insulinsynthese Glukose-abhängige Hemmung der Glukagonsekretion Steigerung der pankreatischen ß- Zell-Masse Hemmung Toxin-induzierter Apoptose pankreatischer ß-Zellen Verlangsamung der Magenentleerung Appetithemmung, Verstärkung des Sättigungsgefühls Gewichtsverlust

11 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abb. 6: Strukturen des natürlichen Polypeptides GLP-1 sowie der artifiziellen rekombinanten GLP-1-Analoga Exenatid und Liraglutid. Ebenfalls dargestellt ist der rasche Abbau von GLP-1 durch die Protease Dipeptidylpeptidase IV (DPP IV), der durch Manipulationen wie dem Austausch des Alanins (Exenatid) oder raumfordernden Substituenten (Liraglutid) deutlich verzögert wird und so die Halbwertszeit und Wirkdauer der rekombinanten Polypeptide deutlich verlängert. Inkretine werden durch die Protease Dipeptidylpeptidase IV (DPP IV) rasch abgebaut (Abb. 6). Dabei entstehen inaktive Fragmente, die beipielsweise % des detektierbaren Plasma- GLP-1 ausmachen (25). Wie in Abb. 5 dargestellt, ist das Inkretinsystem bei Diabetes Typ 2 stark eingeschränkt. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass vor allem GIP, aber in geringem Maß auch GLP-1, bei Diabetes Typ 2 eine eingeschränkte insulinotrope Wirkung auslösen. Daher wurde die klinische Entwicklung der Inkretinanaloga auf GLP-1 beschränkt. Aus dem gleichen Grund beruht die antidiabetische Wirkung der oben genannten Inkretinmimetika auf einer Hemmung der Proteolyse von GLP-1. Liraglutid Struktur Liraglutid ist ein teilweise gegen die Proteolyse durch DPP IV resistentes GLP-1 Analogon, welches sich durch einen Arg34Lys-Austausch, einen an Lys26 gebundenen Glutaminsäure- Substituenten sowie einen daran gebundenen Palmitoylsäurerest, der in-vivo an Plasmaalbumin bindet, von GLP-1 unterscheidet. Wirkungsmechanismus Liraglutid besitzt denselben Wirkungsmechanismus wie GLP-1 (siehe Abb. 7). Dementsprechend hängen die Wirkungen von Liraglutid überwiegend von der Glukose- Plasmakonzentration ab. Während Glukose selbst nach Aufnahme in die ß- Zellen des Pankreas zur vermehrten Bereitstellung von ATP führt, bewirkt die Stimulation der GLP-1-Rezeptoren eine vermehrte Aktivierung der Adenylatzyklase mit konsekutiver Bildung von camp, welches sowohl die Insulinsekretion als auch die Insulinsynthese anregt. Pharmakokinetik Liraglutid besitzt nach subkutaner Gabe eine deutlich längere Halbwertszeit (10-14 Stunden) und Wirkdauer (24 Stunden) als GLP-1 (25). Dies beruht auf einer verzögerten Resorption, der hohen Plasmaeiweißbindung (> 98 %) sowie einer höheren Stabilität gegen die Proteolyse durch DPP IV (Weblink 7). Die absolute Bioverfügbarkeit nach subkutaner Gabe erreicht etwa 55%. Liraglutid wird auf ähnliche Weise wie andere Proteine hauptsächlich

12 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Abb. 7: Glukose selbst führt nach Aufnahme in die ß-Zellen des Pankreas durch den Transporter GLUT-2 und Metabolisierung zur vermehrten Bereitstellung von ATP. Dagegen bewirkt die Aktivierung der GLP-1-Rezeptoren eine vermehrte Aktivierung der Adenylatzyklase (AC) mit konsekutiver Bildung von camp, welches sowohl die Insulinsekretion als auch die Insulinsynthese anregt. Insofern verstärkt die Aktivierung des GLP-1- Rezeptors durch Liraglutid die Reaktion der ß-Zellen auf den Glukosespiegel im Plasma. durch Proteolyse metabolisiert. In Harn und Fäces ließ sich kein intaktes Liraglutid nachweisen und nur ein geringer Prozentsatz der Dosis sind Liraglutidverwandte Metabolite. Wirkungen Auch die Wirkungen von Liraglutid sind mit denen von GLP-1 vergleichbar (siehe oben). Diese Effekte lassen sich klinisch zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle bei Patienten mit Diabetes Typ 2 nutzen. Es ist bislang nicht bekannt, ob die Wirkungen von Liraglutid, die über die Senkung von Nüchternblutzucker und HbA 1c hinausgehen, für Typ 2-Diabetiker einen patientenrelevanten Vorteil darstellen. Dies gilt auch für die geringe Reduktion des Körpergewichtes (siehe oben). Indikationen Liraglutid ist zugelassen zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen, um eine Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Der Arzneistoff darf nur in Kombination eingesetzt werden (Weblink 7): In Kombination mit Metformin oder einem Sulfonylharnstoff bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz maximal verträglicher Dosis bei Monotherapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoff In Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff oder Metformin und einem Thiazolidindion bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz Therapie mit 2 oralen Antidiabetika Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen eines Teils des LEAD-Studienprogramms, in welchem die Wirkung von Liraglutid auf die glykämische Kontrolle bei Patienten mit Typ 2-Diabetes untersucht wurde (Tab. 1). Nur eine dieser Studien dauerte 52 Wochen und in keiner dieser Studien sind patientenrelevante Endpunkte wie Mikro- und Makroangiopathien sowie die Mortalität erfasst worden. Eine im Interesse der Patienten unbedingt erforderliche Prognosestudie

13 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ sowie eine randomisierte prospektive Langzeitstudie sind auch heute noch nicht dem internationalen Studienregister National Institute of Health in den USA gemeldet worden (Weblink 8). In keiner der dort registrierten und noch laufenden 7 Studien mit Liraglutid (Stand 2. März 2010), bei welchen der Hersteller als Sponsor fungiert, sind Morbidität oder Mortalität als Endpunkt definiert. Allerdings soll eine Erweiterung der LEAD-3-Studie (NCT ) im Rahmen eines nicht randomisierten, open-label -Designs die Sicherheit von Liraglutid über eine Dauer von dann 104 bis 260 Wochen als sekundären Endpunkt erfassen. Insgesamt zeigen die Studienergebnisse des LEAD-Programms, dass Liraglutid geeignet ist, die glykämische Kontrolle bei Typ 2 Diabetikern zu verbessern. In den derzeitigen Empfehlungen ist der Einsatz von GLP-1-Analoga erst nach nicht ausreichendem Erfolg von Lebensstilintervention, Metformin und Sulfonylharnstoffen vorgesehen, wenn die Empfehlungen der Richtlinien eingehalten sind (Abb. 8). Insofern entspricht die Indikation Kombination mit Metformin oder einem Sulfonylharnstoff nach erfolgloser Monotherapie (siehe oben) zwar den LEAD-Studienergebnissen, nicht aber den derzeitigen Richtlinien, die im Wesentlichen auf den vorliegenden Evidenzen für Antidiabetika beruhen, die patientenrelevante Endpunkte günstig beeinflussen können. Es ist bislang nicht bekannt, ob das spezielle Spektrum der Wirkungen von Inkretinanaloga wie Liraglutid für Typ 2-Diabetiker einen patientenrelevanten Vorteil darstellen. Abb. 8: Pharmakotherapieschema zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. 1: evtl. Sulfonylharnstoff für nicht Übergewichtige oder bei hohem Glukosespiegel, 2: evtl. ein Glinid bei Diabetikern mit außergewöhnlichem Lebensrhythmus zur Verbesserung des individuellen Therapieziels, nur Thiazolidindion bei problematischer Hypoglykämie unter Sulfonylharnstoffen, 3: evtl. Exenatide nur bei besonders problematischem Körpergewicht und Einhaltung der Richtlinien-Empfehlungen (nach Weblink 6). Nebenwirkungen Liraglutid löst häufig bis sehr häufig eine Reihe von Nebenwirkungen aus (siehe Weblink 7): häufig bis sehr häufig (>1/10): Hypoglykämie Kopfschmerz Übelkeit Durchfall Erbrechen häufig (>1/100, <1/10) Nasopharnygitis Bronchitis Anorexie verminderter Appetit Schwindel Dyspepsie Oberbauchschmerzen Obstipation Gastritis Flatulenz abominelles Spannungsgefühl gastroösophagale Refluxkrankheit abdominelle Schmerzen Zahnschmerzen virale Gastroenteritis Erschöpfung Fieber

14 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Das Studienprogramm Liraglutid Effect and Action in Diabetes (LEAD) Studie Studienziel Primärer Endpunkt (Ergebnis) Vergleichstherapie Patienten Kommentar LEAD 1 Effekt einer Glimepirid- Liraglutid- Kombination HbA 1c -Änderung nach 26 Wochen (-0,6 bis -1,1 %) Glimepirid- Placebo, Glimeprid- Rosiglitazon 1041 Gewichtszunahme: Liraglutid 0,6 mg: 0,7 kg, Liraglutid 1,2 mg: 0,3 kg, Rosiglitazon 4 mg: 2,1 kg Gewichtsabnahme: Placebo: 0,1 kg Liraglutid 1,8 mg: 0,2 kg, LEAD 2 Effekt einer Metformin- Liraglutid- Kombination HbA 1c -Änderung nach 26 Wochen (-0,7 bis -1,0 %) Metformin- Placebo, Metformin- Glimipirid 1091 Gewichtszunahme: Glimepirid 4 mg: 1,0 kg Gewichtsabnahme: Placebo: 1,5 kg Liraglutid 0,6 mg: 1,8 kg, Liraglutid 1,2 mg: 2,6 kg, Liraglutid 1,8 mg: 2,8 kg, LEAD 3 Effekt einer Liraglutid- Monotherapie HbA 1c -Änderung nach 52 Wochen (-0,8 bis -1,1 %) Glimepirid 746 Gewichtszunahme: Glimepirid 8 mg: 1,1 kg Gewichtsabnahme:, Liraglutid 1,2 mg: 2,1 kg, Liraglutid 1,8 mg: 2,5 kg, LEAD 4 Effekt einer Metformin- Rosiglitazon- Liraglutid- Kombination HbA 1c -Änderung nach 26 Wochen (-0,9 bis -1,1 %) Metformin- Rosiglitazon- Placebo 533 Gewichtszunahme: Placebo: 0,6 kg Gewichtsabnahme:, Liraglutid 1,2 mg: 1,0 kg, Liraglutid 1,8 mg: 2,0 kg, LEAD 5 Effekt einer Metformin- Glimepirid- Liraglutid- Kombination HbA 1c -Änderung nach 26 Wochen (-1,1 %) Metformin- Glimepirid- Placebo, Metformin- Glimepirid- Insulin glargin 581 Gewichtszunahme: Insulin glargin: 1,6 kg Gewichtsabnahme:, Placebo: 0,4 kg Liraglutid 1,8 mg: 1,8 kg, LEAD 6 Effekt einer Metforminund/oder Glimepirid- Liraglutid- Kombination HbA 1c -Änderung nach 26 Wochen (-1,1 %) Metforminund/oder Glimepirid- Exenatide- Kombination 464 Gewichtsabnahme:, Exenatide (20 µg): 2,9 kg, Liraglutid 1,8 mg: 3,2 kg Tabelle 1: Das LEAD-Studienprogramm (26-31), mit welchem die Wirksamkeit von Liraglutid als Mono- und Kombinationstherapie im Sinne einer Reduktion der Surrogatparameter HbA 1c und Gewichtsreduktion mit Metformin, Sulfonylharnstoffen, Rosiglitazon und/oder Insulin glargin gegenüber Placebo belegt wurde. Weitere weniger häufige jedoch ernsthafte Nebenwirkungen betreffen: Pankreatitis: In klinischen Studen wurden Fälle von akuter Pankreatitis mit einer Häufigkeit von <0,2 % beobachtet. Ob ein kausaler Zusammenhang mit der Liraglutidbehandlung besteht ist, derzeit nicht bekannt. Struma und Neoplasmen der Schilddrüse Im Rahmen der Liraglutid-Behandlung sind teilweise schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Bereich der Schilddrüse aufgetreten. Dabei sind Neoplasmen (0,5 %) und Struma der Schilddrüse (0,8 %) sowie erhöhte Calcitoninkonzentrationen im Blut (1 %) als häufigste unerwünschte Ereignisse im Bereich der Schilddrüse berichtet worden.

15 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Angioödeme Angioödeme sind in den Studien mit Liraglutid mit einer Häufigkeit von 0,05 % beobachtet. Reaktionen an der Injektionsstelle Mit einer Häufigkeit von etwa 2 % sind nicht näher spezifizierte Reaktionen an der Injektionsstelle aufgetreten, die üblicherweise gering ausgeprägt waren und nicht zum Absetzen von Liraglutid führten. Insbesondere die teilweise schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Bereich der Schilddrüse sowie die Gefahr einer Pankreatitis belasten die Nutzen- Risiko-Relation von Liraglutid vor dem Hintergrund fehlender Prognosedaten erheblich. Besondere Patientenpopulationen, besondere Vorsichtsmaßnahmen und besondere Warnhinweise: Die bisherigen klinischen Erfahrungen mit Liraglutid sind noch begrenzt. Wichtig erscheint, dass Liraglutid bei Einschränkungen der Nieren- und Leberfunktion sowie einem Lebensalter unter 18 Jahren oder über 75 Jahren Anwendungsbeschränkungen unterliegt: Nierenfunktionsstörungen Bei Patienten mit mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ml/min) liegen nur wenig, bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) überhaupt keine Erfahrungen vor. Daher kann Liraglutid bei diesen Nierenfunktionsstörungen und terminaler Niereninsuffizienz nicht empfohlen werden. Leberfunktionsstörungen fehlende Erfahrungen sind auch der Grund, dass Liraglutid bei allen Schweregraden einer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen werden kann. Lebensalter Typ 2 Diabetikern >75 Jahre oder < 18 Jahre wird die Behandlung mit Liraglutid nicht empfohlen. Herzinsuffizienz es liegen nur wenige Erfahrungen Fazit bei Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Stadien I-II und keine Erfahrungen bei NYHA-Stadien III- IV vor. Entzündliche Darmkrankheiten und diabetische Gastroparese Für Patienten mit diesen Komorbiditäten wird eine Behandlung mit Liraglutid nicht empfohlen. Diabetes mellitus Typ 1 Liraglutid soll nicht bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden. Liraglutid ist ein weiteres insulinotropes Antidiabetikum zur Kombinationsbehandlung des Typ-2 Diabetes, das bei den zugelassenen Indikationen mit Exenatide, DPP IV-Hemmern und Glitazonen konkurriert. Bei Patienten mit noch ausreichender beta-zellreserve reduziert der Arzneistoff den HbA 1C im Mittel um etwa 1 %. Geringfügig vorteilhaft sind 1. gegenüber Exenatid die einmal tägliche Gabe und die geringere Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen (verbessertes Wirkprinzip), 2. gegenüber Sulfonylharnstoffen die etwas geringere Gefahr leichter Hypoglykämien und 3. gegenüber Insulin die Reduktion des Körpergewichtes. Der prognostische Stellenwert dieser geringfügigen Vorteile gegenüber evidenzbasierten Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffen und Insulin ist unklar. Nachteilig sind 1. die Notwendigkeit der parenteralen Applikation, 2. die vielen Einschränkungen bei Komorbiditäten sowie 3. das Fehlen von Langzeit- und Endpunktstudien mit dem Nachweis der der therapeutischen Langzeitsicherheit und 4. der Verminderung von Morbidität (Mikro- und Makroangiopathien) und Mortalität. Damit ist Liraglutid ein Reservetherapeutikum und gehört zu den Mitteln der letzten Wahl, d.h. es sollte erst eingesetzt werden, wenn alle anderen Maßnahmen (einschließlich Diät und Bewegung) nachweislich ausgeschöpft sind.

16 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Weblinks 1) WHO-Daten zur Prävalenz und Prävalenzprognose für Diabetes mellitus in Europa 2) Herold G, Innere Medizin Probekapitel des Buches zum Thema Diabetes mellitus 3) Oppermann M, Endotheliale Mediatorsysteme: Angriffspunkt wichtiger kardiovaskulärer Arzneimittel. Fortbildungstelegramm Pharmazie 2007;1: (Oktober 2007) 4) Fischer K, Periphere arterielle Verschlusskrankheit. Unterdiagnostiziert, unterbehandelt und unterschätzt Fortbildungstelegramm Pharmazie 2008;2: (Juli/August 2008) 5) Scholz N, Podologie für Apotheker. Teil 2: Orthesen (Fallbeispiel diabetisches Fußsyndrom Seiten 43-45) Fortbildungstelegramm Pharmazie 2008;2:30-46 (März 2008) 6) National Collaborating Centre for Chronic Conditions. Type 2 diabetes: national clinical guideline for management in primary and secondary care (update). London: Royal College of Physicians, ) Fachinformationen online (Registrierung mit Approbation erforderlich!) Danksagung Der Autor dankt Frau Apothekerin Charlotte Both für die aufmerksame Durchsicht des Manuskriptes sowie die Erstellung der Fortbildungsfragen. Literatur 1. Stumvoll M, Goldstein BJ, van Haeften TW. Type 2 diabetes: principles of pathogenesis and therapy. Lancet 2005;365: Nathan DM Finding new treatments for diabetes--how many, how fast... how good? N Engl J Med 2007;356: Haffner SM, Lehto S, Ronnemaa T, Pyorala K, Laakso M. Mortality from coronary heart disease in subjects with type 2 diabetes and in nondiabetic subjects with and without prior myocardial infarction. N Engl J Med 1998;339: August P Initial treatment of hypertension. N Engl J Med 2003;348: Knowler WC, Barrett-Connor E, Fowler SE, et al. Reduction in the incidence of type 2 diabetes with lifestyle intervention or metformin. N Engl J Med 2002;346: Tirosh A, Shai I, Tekes-Manova D, et al. Normal fasting plasma glucose levels and type 2 diabetes in young men. N Engl J Med 2005;353: Sjostrom L, Narbro K, Sjostrom CD, et al. Effects of bariatric surgery on mortality in Swedish obese subjects. N Engl J Med 2007;357: Thomas DE, Elliott EJ, Naughton GA. Exercise for type 2 diabetes mellitus. Cochrane Database Syst Rev 2006;3:CD :CD Sigal RJ, Kenny GP, Boule NG, et al. Effects of aerobic training, resistance training, or both on glycemic control in type 2 diabetes: a randomized trial. Ann Intern Med 2007;147:

17 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Barter PJ, Caulfield M, Eriksson M, et al. Effects of torcetrapib in patients at high risk for coronary events. N Engl J Med 2007;357: Duckworth W, Abraira C, Moritz T, et al. Glucose control and vascular complications in veterans with type 2 diabetes. N Engl J Med 2009;360: Holman RR, Paul SK, Bethel MA, Matthews DR, Neil HA. 10-year follow-up of intensive glucose control in type 2 diabetes. N Engl J Med 2008;359: Patel A, MacMahon S, Chalmers J, et al. Intensive blood glucose control and vascular outcomes in patients with type 2 diabetes. N Engl J Med 2008;358: Gerstein HC, Miller ME, Byington RP, et al. Effects of intensive glucose lowering in type 2 diabetes. N Engl J Med 2008;358: Cefalu WT Glycemic targets and cardiovascular disease. N Engl J Med 2008;358: Tight blood pressure control and risk of macrovascular and microvascular complications in type 2 diabetes: UKPDS 38. UK Prospective Diabetes Study Group. BMJ 1998;317: Holman RR, Paul SK, Bethel MA, Neil HA, Matthews DR. Long-term follow-up after tight control of blood pressure in type 2 diabetes. N Engl J Med 2008;359: Effect of intensive blood-glucose control with metformin on complications in overweight patients with type 2 diabetes (UKPDS 34). UK Prospective Diabetes Study (UKPDS) Group. Lancet 1998;352: Intensive blood-glucose control with sulphonylureas or insulin compared with conventional treatment and risk of complications in patients with type 2 diabetes (UKPDS 33). UK Prospective Diabetes Study (UKPDS) Group [see comments]. Lancet 1998;352: Verspohl EJ Novel therapeutics for type 2 diabetes: incretin hormone mimetics (glucagon-like peptide- 1 receptor agonists) and dipeptidyl peptidase-4 inhibitors. Pharmacol Ther 2009;124: Nauck M, Stockmann F, Ebert R, Creutzfeldt W. Reduced incretin effect in type 2 (non-insulindependent) diabetes. Diabetologia 1986;29: Schmidt WE, Siegel EG, Creutzfeldt W. Glucagon-like peptide-1 but not glucagon-like peptide-2 stimulates insulin release from isolated rat pancreatic islets. Diabetologia 1985;28: Theodorakis MJ, Carlson O, Michopoulos S, et al. Human duodenal enteroendocrine cells: source of both incretin peptides, GLP-1 and GIP. Am J Physiol Endocrinol Metab 2006;290:E550-E Dupre J, Ross SA, Watson D, Brown JC. Stimulation of insulin secretion by gastric inhibitory polypeptide in man. J Clin Endocrinol Metab 1973;37: Drucker DJ, Nauck MA. The incretin system: glucagon-like peptide-1 receptor agonists and dipeptidyl peptidase-4 inhibitors in type 2 diabetes. Lancet 2006;368: Marre M, Shaw J, Brandle M, et al. Liraglutide, a once-daily human GLP-1 analogue, added to a sulphonylurea over 26 weeks produces greater improvements in glycaemic and weight control compared with adding rosiglitazone or placebo in subjects with Type 2 diabetes (LEAD-1 SU). Diabet Med 2009;26: Nauck M, Frid A, Hermansen K, et al. Efficacy and safety comparison of liraglutide, glimepiride, and placebo, all in combination with metformin, in type 2 diabetes: the LEAD (liraglutide effect and action in diabetes)-2 study. Diabetes Care 2009;32: Garber A, Henry R, Ratner R, et al. Liraglutide versus glimepiride monotherapy for type 2 diabetes (LEAD-3 Mono): a randomised, 52-week, phase III, double-blind, parallel-treatment trial. Lancet 2009;373:

18 Inkretinanaloga bei Diabetes mellitus Typ Zinman B, Gerich J, Buse JB, et al. Efficacy and safety of the human glucagon-like peptide-1 analog liraglutide in combination with metformin and thiazolidinedione in patients with type 2 diabetes (LEAD-4 Met+TZD). Diabetes Care 2009;32: Russell-Jones D, Vaag A, Schmitz O, et al. Liraglutide vs insulin glargine and placebo in combination with metformin and sulfonylurea therapy in type 2 diabetes mellitus (LEAD-5 met+su): a randomised controlled trial. Diabetologia 2009;52: Buse JB, Rosenstock J, Sesti G, et al. Liraglutide once a day versus exenatide twice a day for type 2 diabetes: a 26-week randomised, parallel-group, multinational, open-label trial (LEAD-6). Lancet 2009;374: Impressum:

Einsatz neuer Medikamente: GLP1-Analoga & DPP4-Hemmer

Einsatz neuer Medikamente: GLP1-Analoga & DPP4-Hemmer 16. Welt Diabetes Tag an der Charité Einsatz neuer Medikamente: GLP1-Analoga & DPP4-Hemmer Lenka Bosanska Was bedeutet: GLP-1 DPP-4 Hormone des Glucosestoffwechsels Pankreas (Bauchspeicheldrüse) Insulin

Mehr

Bewährte Medikamente neu betrachtet

Bewährte Medikamente neu betrachtet Bewährte Medikamente neu betrachtet Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik 1.Medizinische Abteilung mit Diabetologie, Endokrinologie und Department für Nephrologie Krankenanstalt Rudolfstiftung Zur Diabetes

Mehr

ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention

ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention Durch die weltweite Zunahme des Diabetes mellitus (Typ 2) gewinnt auch die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen bei den Betroffenen

Mehr

Antihyperglykämische Therapie des TYP 2 DIABETES

Antihyperglykämische Therapie des TYP 2 DIABETES Antihyperglykämische Therapie des TYP 2 DIABETES f.stradner 26.06.2014 Übersicht 1) Diabetes mellitus Typ 2 2) Antidiabetisches Repertoire 3) Empfehlungen zur antihyperglykämischen Therapie des T2DM Diabetes

Mehr

Typ 2 Diabetes Einbahnstraße in die Insulinpflicht? Hans Hauner

Typ 2 Diabetes Einbahnstraße in die Insulinpflicht? Hans Hauner Typ 2 Diabetes Einbahnstraße in die Insulinpflicht? Hans Hauner Lehrstuhl für Ernährungsmedizin, KKG Typ 2 Diabetes Technische Universität München Besonderheiten des Typ 2 Diabetes Beim Typ 2 Diabetes

Mehr

CAMPUS INNENSTADT Diabetes Zentrum Diabetes bei Herzpatienten Gibt es therapeutische Besonderheiten? Jochen Seißler Ludwig-Maximilians-Universität München Pathophysiologie des metabolischen Syndroms Koagulopathie

Mehr

Diabetes mellitus. Risikofaktor

Diabetes mellitus. Risikofaktor Rotenburg, den 25.05.2011 3. Kardio-diabetologisches Gespräch im HKZ Rotenburg/Fulda Diabetes mellitus = Kardiovaskulärer Risikofaktor Klaus Edel Herz- und Kreislaufzentrum 36199 Rotenburg a. d. Fulda

Mehr

Diabetestherapie Neues und Bewährtes

Diabetestherapie Neues und Bewährtes Diagnose des Diabetes mellitus Diabetestherapie Neues und Bewährtes Dr. med. Vojtech Pavlicek 10. Thurgauer Symposium Innere Medizin Weinfelden 3. September 2015 Test Beurteilung Nüchtern Blutzucker (Plsamaglukose)

Mehr

Management von Diabetes mellitus

Management von Diabetes mellitus Management von Diabetes mellitus Dr. Petra Sandow 1 2 3 4 Management von Diabetes Mellitus TdA Berlin 6.09.14 1 5 6 2014? 7 8 Management von Diabetes Mellitus TdA Berlin 6.09.14 2 Prävalenz des Metabolischen

Mehr

DIABETES NEUE THERAPIEMÖGLICHKEITEN

DIABETES NEUE THERAPIEMÖGLICHKEITEN DIABETES NEUE THERAPIEMÖGLICHKEITEN PROF. DR. BERND SCHULTES eswiss Medical & Surgical Center, St. Gallen DIABETES MELLITUS Dr. med. C. Strey Prof. Dr. med. B. Schultes Typ 1 Typ 2 Defekt Insulinausschüttung

Mehr

Orale Therapie Alternativen und deren Indikationen aus Sicht der DDG

Orale Therapie Alternativen und deren Indikationen aus Sicht der DDG Orale Therapie Alternativen und deren Indikationen aus Sicht der DDG Hans Martin Reuter,Jena Diabetes kompakt für die Hausarztpraxis Deutscher Diabetes Kongress, Berlin, 16. Mai 2015 In Kooperation von

Mehr

Workshop Diabetes: Tipps für die Praxis

Workshop Diabetes: Tipps für die Praxis Workshop Diabetes: Tipps für die Praxis Peter Diem Endokrinologie, Diabetologie und Klin. Ernährung Inselspital - Bern Steroide und Diabetes 1. Vor Steroidtherapie kein DM 2. DM 2 mit OAD 3. DM 2 mit Insulin

Mehr

Neue Wirkstoffe und Therapieansätze zur Behandlung von Typ-2-Diabetes

Neue Wirkstoffe und Therapieansätze zur Behandlung von Typ-2-Diabetes Neue Wirkstoffe und Therapieansätze zur Behandlung von Typ-2-Diabetes Nürnberg 2015 PD Dr. Michael Hummel Diabetologische SPP Rosenheim & Forschergruppe Diabetes der TU München & Institut für Diabetesforschung

Mehr

Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl

Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl Med. Klinik I EVK Bethesda GmbH Duisburg Evidence based medicine Medizinische Entscheidungen aufgrund von evidence ärztlicher

Mehr

Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin

Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin Uta Berndt November 2014 Welt-Diabetes-Tag Berlin 1 Krankheitsmechanismus Diabetes mellitus Typ 2 verminderte Insulinwirkung am Insulinrezeptor

Mehr

Praktische Diabetologie. BOT orale Therapie mit basaler Insulin-Unterstützung: Wer, wann, was?

Praktische Diabetologie. BOT orale Therapie mit basaler Insulin-Unterstützung: Wer, wann, was? Praktische Diabetologie BOT orale Therapie mit basaler Insulin-Unterstützung: Wer, wann, was? N. Tiling www.stoffwechsel-centrum.de Fallbeispiel 1 72 jähriger Patient + 8 kg / Jahr 89 kg, 1,65 cm, BMI

Mehr

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus The silent killer Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus und KHK Diabetiker leiden häufig an KHK

Mehr

Dapagliflozin-ein SGLT2-Inhibitor stellt sich vor. Abrahamian H. Internistische Abteilung, Otto Wagner Spital

Dapagliflozin-ein SGLT2-Inhibitor stellt sich vor. Abrahamian H. Internistische Abteilung, Otto Wagner Spital Dapagliflozin-ein SGLT2-Inhibitor stellt sich vor Abrahamian H. Internistische Abteilung, Otto Wagner Spital Wirkmechanismen der Diabetestherapie Insulin-abhängige Mechanismen Insulin-unabhängige Mechanismen

Mehr

Diabetes kompakt für die Hausarztpraxis

Diabetes kompakt für die Hausarztpraxis Diabetes kompakt für die Hausarztpraxis Deutscher Diabetes Kongress, Berlin, 16. Mai 2015 In Kooperation von Start mit Insulin Wann starte ich mit Insulin? Wie starte ich mit Insulin? Welches Insulin sollte

Mehr

Statine bei Dialysepatienten: Gibt es

Statine bei Dialysepatienten: Gibt es Statine bei Dialysepatienten: Gibt es noch eine Indikation? Christoph Wanner, Würzburg 22. Berliner DialyseSeminar 4. 5. Dezember 2009 Statine Lipidsenkung bei CKD 3 und 4 2003 2004 2006 2011 2012 AJKD

Mehr

STOFFWECHSEL DIABETES MELLITUS 2

STOFFWECHSEL DIABETES MELLITUS 2 Therapieziele und empfohlene Kontrollhäufigkeit Für alle genannten Parameter müssen mit dem Patienten individuelle Zielvorgaben getroffen werden. Von aufgeführten Zielwerten kann im Einzelfall entsprechend

Mehr

Ein besseres Leben mit Diabetes Typ 2

Ein besseres Leben mit Diabetes Typ 2 Ein besseres Leben mit Diabetes Typ 2 Informationsmaterial für Menschen mit Diabetes Typ 2 31-MAR-2012 Jan-2009-BE-2041-BT Was ist Diabetes Typ 2 - Zuckerkrankheit? Bei Diabetes Typ 2 ist zu viel Glukose

Mehr

Diabetes mellitus Neue (und alte) Therapieformen Februar 2015. Michael Bodmer Allgemeine Innere Medizin Inselspital Bern

Diabetes mellitus Neue (und alte) Therapieformen Februar 2015. Michael Bodmer Allgemeine Innere Medizin Inselspital Bern Diabetes mellitus Neue (und alte) Therapieformen Februar 2015 Michael Bodmer Allgemeine Innere Medizin Inselspital Bern 1 Übersicht Definition Diabetes mellitus Epidemiologie Stellenwert der intensivierten

Mehr

Begleitmedikation bei gefäßkranken Patienten Was ist evidenzbasiert? N. Attigah Klinischer Abend 27.07.2007 Therapieerfolg -Strenge Indikation -Akkurate OP-Technik -Konsequente Nachsorge -(Best Medical

Mehr

Therapieoptionen bei Diabetes mellitus Typ 2 Prof. Dr. Joachim Spranger

Therapieoptionen bei Diabetes mellitus Typ 2 Prof. Dr. Joachim Spranger Therapieoptionen bei Diabetes mellitus Typ 2 Prof. Dr. Joachim Spranger Charité-Universitätsmedizin Berlin Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin CCM / CBF /

Mehr

Diabetes. Zulassungserweiterung: Levemir (Insulin detemir) als Add-on Therapie zu Victoza (Liraglutid) bei Mens

Diabetes. Zulassungserweiterung: Levemir (Insulin detemir) als Add-on Therapie zu Victoza (Liraglutid) bei Mens Zulassungserweiterung Levemir (Insulin detemir) als Add-on Therapie zu Victoza (Liraglutid) bei Menschen mit Typ 2 Diabetes Mainz (16. November 2011) Die Europäische Kommission hat die Zulassung des modernen

Mehr

Pharmakovigilanz Basics und Beispiele Gemeinsame Fortbildungs- und Informationsveranstaltung von AkdÄ und AMK am 11.07.

Pharmakovigilanz Basics und Beispiele Gemeinsame Fortbildungs- und Informationsveranstaltung von AkdÄ und AMK am 11.07. Pharmakovigilanz Basics und Beispiele Gemeinsame Fortbildungs- und Informationsveranstaltung von AkdÄ und AMK am 11.07.2015 in Berlin Dr. med. Thomas Stammschulte 13. Juli 2015 Interessenkonflikte Referent

Mehr

Zürcher Unterländer Symposium Diabetes mellitus: Fallbeispiele. Dr. A. Bühler Leitende Aerztin Endokrinologie/Diabetologie Spital Bülach

Zürcher Unterländer Symposium Diabetes mellitus: Fallbeispiele. Dr. A. Bühler Leitende Aerztin Endokrinologie/Diabetologie Spital Bülach Zürcher Unterländer Symposium Diabetes mellitus: Fallbeispiele Dr. A. Bühler Leitende Aerztin Endokrinologie/Diabetologie Spital Bülach Fall 1 52-jähriger Patient mit Diabetes mellitus Typ 2, ED 2007 Status:

Mehr

Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie

Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie Patientenseminar Herztransplantation Köln, 22. März 2010 Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie PD Dr. med. Jochen Müller-Ehmsen muller.ehmsen@uni-koeln.de Klinik III für Innere Medizin der

Mehr

Welcher PD-Patient sollte lipidsenkend behandelt werden?

Welcher PD-Patient sollte lipidsenkend behandelt werden? Welcher PD-Patient sollte lipidsenkend behandelt werden? Christoph Wanner Medizinische Klinik und Poliklinik I Schwerpunkt Nephrologie 97080 Würzburg Praxis der Peritonealdialysetherapie, 20. Workshop,

Mehr

Typ-2 Diabetes: Therapie

Typ-2 Diabetes: Therapie Typ-2 Diabetes: Therapie Thomas C Wascher 1. Med. Abt. des HKH Fachbereich Diabetes und Stoffwechsel 1 i. Ein paar Fakten vor den Grundlagen ii. Grundlagen für Therapieentscheidungen iii. Helfen uns kardiovaskuläre

Mehr

mie: Kein Ziel mehr?

mie: Kein Ziel mehr? Normoglykämie mie: Kein Ziel mehr? Christian Madl Universitätsklinik für Innere Medizin III Intensivstation 13H1 AKH Wien christian.madl@meduniwien.ac.at Umpierrez ; J Clin Endocrinol Metab 2002 Hyperglykämie

Mehr

Bericht über den Workshop der Paul-Martini-Stiftung (PMS) am 9. April 2014 in Berlin

Bericht über den Workshop der Paul-Martini-Stiftung (PMS) am 9. April 2014 in Berlin Bericht über den Workshop der Paul-Martini-Stiftung (PMS) am 9. April 2014 in Berlin Medikamentöse Diabetes Typ 2-Therapie in Deutschland quo vadis? Prof. Dr. Torsten Strohmeyer, Sprecher des Vorstandes

Mehr

Frühjahrstagung 2011

Frühjahrstagung 2011 Frühjahrstagung 2011 Neue orale Antidiabetika - Besser als die Alten? Mittwoch 23.03.2011 Frühjahrstagung 23.03.2011 1 Evolution Nahrung, Bewegung Diabetes Typ 2 >80 % geprägt durch Lebensstil < 20% Genetik

Mehr

Diabetes, Insulin und Krebs

Diabetes, Insulin und Krebs 3. Nationaler Workshop Diabetes-Versorgung Diabetes, Insulin und Krebs B. Häussler, S. Behrendt, S. Klein, A. Höer IGES Institut Berlin, 30. November 2011 I G E S I n s t i t ut G m bh w w w. i ges.de

Mehr

BAnz AT 11.11.2014 B1. Beschluss

BAnz AT 11.11.2014 B1. Beschluss Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach 35a SGB

Mehr

Evidenzbasierte Medizin und electronic Decision Support

Evidenzbasierte Medizin und electronic Decision Support e-health KIS electronic Decision Support Grenzen und Möglichkeiten Evidenzbasierte Medizin und electronic Decision Support Wird der Computer zum Arzt? A. Sönnichsen Institut für Allgemein-, Familien- und

Mehr

Kann man dem Diabetes davonlaufen?

Kann man dem Diabetes davonlaufen? Kann man dem Diabetes davonlaufen? Dr. med. A. Witzel Internist/Kardiologe/Diabetologe(DDG) Med. Reha-Einrichtungen der Stadt Radolfzell Mettnau-Kur - Diabetes mellitus Es gibt eine Vielzahl verschiedener

Mehr

Appetit... Essen... sich wohler fühlen. Diabetes mellitus. Ein paar grundlegende Gedanken. Was ist Diabetes mellitus? Was ist die Ursache?

Appetit... Essen... sich wohler fühlen. Diabetes mellitus. Ein paar grundlegende Gedanken. Was ist Diabetes mellitus? Was ist die Ursache? Diabetes mellitus Appetit... Essen... sich wohler fühlen Diabetes mellitus Ein paar grundlegende Gedanken Das Wort Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet honigsüßer Durchfluss. Das heißt,

Mehr

Ihre Babenberg-Apotheke informiert: Fachbegriffe zum Thema Diabetes

Ihre Babenberg-Apotheke informiert: Fachbegriffe zum Thema Diabetes Ihre informiert: Fachbegriffe zum Thema Diabetes Acarbose ACE-Hemmer Aceton Albumin Aminosäuren Angina-pectoris-Anfall Angiopathie Arteriosklerose Arzneimittelwirkstoff, der die Verdauung der Kohlenhydrate

Mehr

Einfluss des DMP auf die Antidiabetikaverordnungen

Einfluss des DMP auf die Antidiabetikaverordnungen Einfluss des DMP auf die Antidiabetikaverordnungen Dr. Andrea Wienecke AOK Westfalen Lippe Dr. Gholamreza Pirasteh Dr. Birgit Grave Ute Kirchhof Andreas Heeke 12. Jahrestagung der GAA, 30. Nov. bis 1.Dez.

Mehr

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues?

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Prof. Dr J. Ockenga Medizinische Klinik II Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie & Ernährungsmedizin Klinikum Bremen Mitte DGEM/ESPEN, Guidelines

Mehr

Neue Medikamente in der Therapie des Typ-2-Diabetes mellitus

Neue Medikamente in der Therapie des Typ-2-Diabetes mellitus Neue Medikamente in der Therapie des Typ-2-Diabetes mellitus Cora Kube Ärztin für Allgemeinmedizin, DRK-Krankenhaus Mölln Ratzeburg 04.02.2009 Diabetologie u.notfallmedizin Pathomechanismus des Diabetes

Mehr

WAS IST DIABETES? 1. Zucker - Kraftstoff des Menschen

WAS IST DIABETES? 1. Zucker - Kraftstoff des Menschen WAS IST DIABETES? 1. Zucker - Kraftstoff des Menschen Traubenzucker liefert Energie Bei jedem Menschen ist ständig eine geringe Menge Traubenzucker (Glukose) im Blut gelöst. Dieser Blutzucker ist der Kraftstoff

Mehr

Jetzt kann ich. wieder die Kontrolle über meinen Typ-2-Diabetes erlangen und gleichzeitig abnehmen

Jetzt kann ich. wieder die Kontrolle über meinen Typ-2-Diabetes erlangen und gleichzeitig abnehmen Diabetes-Kontrolle Gewichtsabnahme Jetzt kann ich wieder die Kontrolle über meinen Typ-2-Diabetes erlangen und gleichzeitig abnehmen Die zweifache Herausforderung: Typ-2- Diabetes und Gewicht kontrollieren

Mehr

Hausärztliche Fortbildung Referententandem aus Hausarzt und Diabetologe

Hausärztliche Fortbildung Referententandem aus Hausarzt und Diabetologe Hausärztliche Fortbildung Referententandem aus Hausarzt und Diabetologe Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes Michael Jecht GK und MVZ Havelhöhe Diabetologie Kladower Damm 221, 14089 Berlin mjecht@t-online.de

Mehr

Diabetes mellitus. Juliane Briest, Anne Röhrs, Dorota Niezgodka

Diabetes mellitus. Juliane Briest, Anne Röhrs, Dorota Niezgodka Diabetes mellitus Juliane Briest, Anne Röhrs, Dorota Niezgodka Regulation des Blutzuckers Für die Sicherstellung der Versorgung der Körperzellen mit Glukose wird der Blutzuckerspiegel in einem Organismus

Mehr

der KHK aus heutiger Sicht Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen, Diessenhofen

der KHK aus heutiger Sicht Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen, Diessenhofen Primär- und Sekundärprophylaxe der KHK aus heutiger Sicht Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen, Diessenhofen Neue Risikokategorien (ESC/EAS Guidelines 2011) Sehr hohes Risiko(LDL-C

Mehr

Operative Verfahren in der Adipositastherapie

Operative Verfahren in der Adipositastherapie Operative Verfahren in der Adipositastherapie Prof. Dr. med. Matthias Kemen Bochum, 3. März 2015 Leitlinie bariatrische Chirurgie AWMF/2010 Bei Patienten mit einem BMI 40 kg/m2 ohne Kontraindikationen

Mehr

stoffwechsel & gefäßbiologie Diabetes und Krebs Thomas C Wascher 1. Med. Abt. des HKH und FE für Stoffwechsel und Gefäßbiologie

stoffwechsel & gefäßbiologie Diabetes und Krebs Thomas C Wascher 1. Med. Abt. des HKH und FE für Stoffwechsel und Gefäßbiologie stoffwechsel & gefäßbiologie sg Diabetes und Krebs Thomas C Wascher 1. Med. Abt. des HKH und FE für Stoffwechsel und Gefäßbiologie Zum Einstieg...? 1. Diabetiker sterben zu 70 80 Prozent an Gefäßkrankheiten

Mehr

Basiswissen Skript 2013

Basiswissen Skript 2013 Leitliniengerechte Behandlung am Beispiel des Metabolischen Syndroms Basiswissen Skript 2013 von Dr. Hans-Jörg Hellmuth Inhalt Definition EBM evidence based medicine mit Beispiel Bewertung oraler Antidiabetika

Mehr

GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Die umfassende Kontrolle des vaskulären Risikos beim Typ-2- Diabetes-Management

GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Die umfassende Kontrolle des vaskulären Risikos beim Typ-2- Diabetes-Management GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Die umfassende Kontrolle des vaskulären Risikos beim Typ-2- Diabetes-Management Gefördert durch einen unabhängigen Fortbildungszuschuss von Novo Nordisk WebMD Global, LLC This

Mehr

Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment.

Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment. 5th Congenital Hyperinsulinism International Family Conference Milan, September 17-18 Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment. PD Dr. Thomas Meissner

Mehr

Pharmakotherapie des Diabetes mellitus Typ 2 SS 2010

Pharmakotherapie des Diabetes mellitus Typ 2 SS 2010 Pharmakotherapie des Diabetes mellitus Typ 2 SS 2010 Diabetes mellitus Typ 1 (juvenil) absoluter Insulinmangel infolge Zerstörung pankreatischer B- Zellen Katabole Stoffwechsellage, autoimmune Pathogenese

Mehr

UPDATE Innere Medizin 2013

UPDATE Innere Medizin 2013 Update Diabetologie 2013 B. Born Internistin, Diabetologin DDG/LÄK Oberärztin KreisklinikenReutlingen Med I Update Diabetologie 2013 Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 Diabetes mellitus im Alter Behandlung

Mehr

Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V

Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V Dokumentvorlage, Version vom 20.01.2011 Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V Lixisenatid (Lyxumia ) Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Modul 2 Allgemeine Angaben zum Arzneimittel, zugelassene Anwendungsgebiete

Mehr

Süßes Blut Diabetes mellitus Typ 2

Süßes Blut Diabetes mellitus Typ 2 Süßes Blut Diabetes mellitus Typ 2 [ von Dr. Ute Koch ] In Deutschland gibt es acht Millionen Diabetiker, hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Hauptverantwortlich für diese dramatische Zahl ist der Typ-2-Diabetes:

Mehr

Was müssen Allgemeinmediziner über die sichere und wirksame Anwendung der GLP-1-RA wissen?

Was müssen Allgemeinmediziner über die sichere und wirksame Anwendung der GLP-1-RA wissen? Was müssen Allgemeinmediziner über die sichere und wirksame Anwendung der GLP-1-RA wissen? Gefördert durch einen unabhängigen Fortbildungszuschuss von Novo Nordisk http://www.medscape.org/viewarticle/834198

Mehr

Orale Antidiabetika zur Behandlung des Typ-2-Diabetes

Orale Antidiabetika zur Behandlung des Typ-2-Diabetes Orale Antidiabetika zur Behandlung des Typ-2-Diabetes PD Dr. med. habil. Rainer Lundershausen Diabetologische Schwerpunktpraxis Erfurt Median Ilmtalklinik Bad Berka VNR: 2760909004828340019 Gültigkeitsdauer:

Mehr

Überregionales Adipositas-Symposium

Überregionales Adipositas-Symposium Überregionales Adipositas-Symposium Neue Konzepte und operative Therapien der Adipositas Operative Therapie der Adipositas: Vom Magenband zum Magenschlauch: Ein Überblick über die verschiedenen Operationstechniken

Mehr

Dossierbewertung A13-38 Version 1.0 Teriflunomid Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V 20.12.2013

Dossierbewertung A13-38 Version 1.0 Teriflunomid Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V 20.12.2013 2 Nutzenbewertung 2.1 Kurzfassung der Nutzenbewertung Hintergrund Der G-BA hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Teriflunomid gemäß 35a SGB V beauftragt. Die Bewertung erfolgte auf Basis

Mehr

Nachfolgend finden Sie wichtige Begriffe rund um den Diabetes mellitus und hilfreiche Aussageund Fragesätze. high blood pressure, hypertension

Nachfolgend finden Sie wichtige Begriffe rund um den Diabetes mellitus und hilfreiche Aussageund Fragesätze. high blood pressure, hypertension Urlaubslexikon Nachfolgend finden Sie wichtige Begriffe rund um den Diabetes mellitus und hilfreiche Aussageund Fragesätze. Wichtige Begriffe: Deutsch Antidiabetika Apotheke (mit Nachtdienst) Arzt Auge(n)

Mehr

Diabetes mellitus Typ 2 - update. Christoph Henzen

Diabetes mellitus Typ 2 - update. Christoph Henzen Diabetes mellitus Typ 2 - update Christoph Henzen 1. Epidemiologie des Typ 2 Diabetes 2. Pathophysiologische Grundlagen 3. Therapie des Typ 2 Diabetes 3a) Lifestyle - Adipositas 3b) alte Antidiabetika

Mehr

Honigsüßer Durchfluss

Honigsüßer Durchfluss Honigsüßer Durchfluss Gliederung 1. Volkskrankheit Diabetes 2. Insulin: Türöffner für den Blutzucker 3. Formen des Diabetes mellitus 3.1 Typ-1-Diabetes 3.2 Typ-2-Diabetes 3.3 Gestationsdiabetes 4. Symptomatik

Mehr

1.3 Zusammenfassung und Ausblick 26. 2 Medizinische Grundlagen des Diabetes mellitus 27

1.3 Zusammenfassung und Ausblick 26. 2 Medizinische Grundlagen des Diabetes mellitus 27 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis I Abbildungsverzeichnis VIII Tabellenverzeichnis IX Abkürzungsverzeichnis XI Zusammenfassung 1 Abstract 3 Einleitung 5 I. Stand der Forschung 9 1 Depressive Störungen

Mehr

Diabetes mellitus Eine praktische Betrachtung

Diabetes mellitus Eine praktische Betrachtung Diabetes mellitus Eine praktische Betrachtung Dr. med. Daniel Beutler Praxisgemeinschaft am Mühlebach Bahnhofstrasse 50 3127 Mühlethurnen dan.beutler@hin.ch Diabetes mellitus Woher kommt der Name? der

Mehr

Update Nephrologie. REUTLINGER UPDATE Innere Medizin 2014. Nils Heyne. Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten Universitätsklinikum Tübingen

Update Nephrologie. REUTLINGER UPDATE Innere Medizin 2014. Nils Heyne. Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten Universitätsklinikum Tübingen Update Nephrologie REUTLINGER UPDATE Innere Medizin 2014 Nils Heyne Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten Universitätsklinikum Tübingen Update Nephrologie Diagnostik und Beurteilung der Nierenfunktion

Mehr

Zahlen, Daten, Fakten Diabetes mellitus in Deutschland

Zahlen, Daten, Fakten Diabetes mellitus in Deutschland Zahlen, Daten, Fakten Diabetes mellitus in Deutschland Teresa Tamayo German Diabetes Center Institute of Biometrics and Epidemiology Düsseldorf teresa.tamayo@ddz.uni-duesseldorf.de Zahlen, Daten, Fakten

Mehr

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 1 Entscheidungsgrundlage zur evidenzbasierten Diagnostik und Therapie für Diabetes mellitus Typ 2 Arbeitsgruppe Praktische Evidenz-basierte Medizin : St. Franziskus Hospital Köln 2 Gliederung 1 DIABETES

Mehr

Adipositas Wann kommt der Chirurg?

Adipositas Wann kommt der Chirurg? Adipositas Wann kommt der Chirurg? Thomas P. Hüttl Ärzte und Selbsthilfe im Dialog: Krankhaftes Übergewicht und Adipositas vermeiden München, 24. April 2013 Verständnis für Adipositaschirurgie Chirurgie

Mehr

Fallvorstellung. Station A5 Ost

Fallvorstellung. Station A5 Ost Fallvorstellung Station A5 Ost P.W., 0 Jahre alt Männlich Größe 180cm, Gewicht 87 kg, BMI,9 kg/m Symptome: häufiges Wasserlassen sowie Polydipsie, Leistungsminderung, Schwäche und eine Gewichtsabnahme

Mehr

1. Zusatznutzen des Arzneimittels im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie

1. Zusatznutzen des Arzneimittels im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach 35a SGB

Mehr

Anhang IV. Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Anhang IV. Wissenschaftliche Schlussfolgerungen Anhang IV Wissenschaftliche Schlussfolgerungen 54 Wissenschaftliche Schlussfolgerungen 1. - Empfehlung des PRAC Hintergrundinformationen Ivabradin ist ein herzfrequenzsenkender Wirkstoff mit spezieller

Mehr

Arzneiverordnung in der Praxis THERAPIEEMPFEHLUNGEN DER ARZNEIMITTELKOMMISSION DER DEUTSCHEN ÄRZTESCHAFT 2. AUFLAGE 2009

Arzneiverordnung in der Praxis THERAPIEEMPFEHLUNGEN DER ARZNEIMITTELKOMMISSION DER DEUTSCHEN ÄRZTESCHAFT 2. AUFLAGE 2009 Arzneiverordnung in der Praxis THERAPIEEMPFEHLUNGEN DER ARZNEIMITTELKOMMISSION DER DEUTSCHEN ÄRZTESCHAFT 2. AUFLAGE 2009 Evidenz in der Medizin Die Wirksamkeit eines Arzneimittels bzw. einer therapeutischen

Mehr

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 DFP - Literaturstudium Diabetes mellitus Typ 2 SPL, picturedesk.com Die aufgrund der Komorbiditäten bei Diabetikern notwendige Polypharmazie erfordert umfassendes Diese Entwicklung geht mit dem Anstieg

Mehr

Mit Hilfe eines Fragebogens wurden Befindlichkeit und Lebensqualität vor und nach der Beobachtung abgefragt.

Mit Hilfe eines Fragebogens wurden Befindlichkeit und Lebensqualität vor und nach der Beobachtung abgefragt. Beweg Dich Beobachtung strukturelle Sporttherapie Engelbert Zankl, Andrea Brunner, Münchner Aids-Hilfe e.v. Grundgedanke: Durch die Verbesserung der HIV-Therapie steigt die Lebenserwartung HIV-positiver

Mehr

Was der Kardiologe über die orale Diabetestherapie wissen sollte

Was der Kardiologe über die orale Diabetestherapie wissen sollte Was der Kardiologe über die orale Diabetestherapie wissen sollte 1. Diabetes, ein kardiovaskuläres Problem 2. Definitionen - Insulinresistenz 3. Warum welche OAD? 4. Einige Besonderheiten Chiemgauer Kardiologentage

Mehr

Diabetes Mellitus - Zuckerkrankheit Ihre Gesundheit - Unser Thema ist ein Service Ihrer niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern

Diabetes Mellitus - Zuckerkrankheit Ihre Gesundheit - Unser Thema ist ein Service Ihrer niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern Patienteninformation Diabetes Mellitus - Zuckerkrankheit Ihre Gesundheit - Unser Thema ist ein Service Ihrer niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern Mehr als sechs Millionen Menschen leiden

Mehr

Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V

Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V Dokumentvorlage, Version vom 18.04.2013 Dossier zur Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V (Jardiance ) Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG Modul 3 C zur Behandlung des Typ 2-Diabetes mellitus in der Dreifachtherapie

Mehr

Labortests für Ihre Gesundheit. Volkskrankheit Diabetes 32

Labortests für Ihre Gesundheit. Volkskrankheit Diabetes 32 Labortests für Ihre Gesundheit Volkskrankheit Diabetes 32 01IPF Labortests für Ihre Gesundheit Volkskrankheit Diabetes Das sollten Sie wissen Sechs Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes Tendenz

Mehr

Symposium: Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen

Symposium: Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen Altes neu entdeckt, die Wirksamkeit von Hafer- und Gemüsetagen 14.09.2015 NAFLD Symposium in Bern Stephanie Tölle Ernährungsberaterin/ Diabetestherapeutin B.Sc. - Zentrum für Diabetestherapie und Ernährungsberatung

Mehr

Surrogat- oder klinische Endpunkte?

Surrogat- oder klinische Endpunkte? Surrogat- oder klinische Endpunkte? Etzel Gysling Diagnostisch-Therapeutisches Seminar an der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin Inselspital Bern 30. April 2009 Infomed 2009 Eine Studie bei

Mehr

BALLABEINA Effect of multidimensional lifestyle intervention on fitness and adiposity in predominantly migrant preschool children

BALLABEINA Effect of multidimensional lifestyle intervention on fitness and adiposity in predominantly migrant preschool children BALLABEINA Effect of multidimensional lifestyle intervention on fitness and adiposity in predominantly migrant preschool children Swiss Trial Group/Univesity Basel/Lausanne/Vaudois BMJ Study protocol 2009;

Mehr

Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus Typ 2

Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 S. Fischer, K. Schmidt-Göhrich, M. Verlohren, J. Schulze Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 TU Dresden Medizinische Fakultät III. Medizinische Klinik Zusammenfassung In den nächsten Jahren

Mehr

Sitagliptin/Metformin

Sitagliptin/Metformin IQWiG-Berichte Nr. 176 Sitagliptin/Metformin Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V Dossierbewertung Auftrag: A13-03 Version: 1.0 Stand: 27.06.2013 Impressum Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit

Mehr

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA Pressespiegel 2014 Klinik für Urologie Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge Ist die Prostatakrebs-Früherkennung für alle älteren Männer sinnvoll? Laut einer europäischen Studie senkt sie die Zahl

Mehr

Polypill. Polypill. Polypill. Myokardinfarkt -88 % Apoplex -80 % Polypill. jeder Dritte profitiert. Polypill. Gewinn an Lebensjahren ca.

Polypill. Polypill. Polypill. Myokardinfarkt -88 % Apoplex -80 % Polypill. jeder Dritte profitiert. Polypill. Gewinn an Lebensjahren ca. Richard Smith [Editor], British Medical Journal, 28.06.2003 Atorvastatin 10 mg oder Simvastatin 40 mg Bupa-Daten 3 Antihypertensiva in halber Standardosis (Diuretikum, ß-Blocker, ACE-Hemmer, AT1-Blocker,

Mehr

OFFENLEGUNG. Amgen Allergan AstraZeneca BMS Boehringer Ingelheim Eli Lilly GSK. Merck MSD Novartis NovoNordisk Pfizer Sanofi Aventis Servier

OFFENLEGUNG. Amgen Allergan AstraZeneca BMS Boehringer Ingelheim Eli Lilly GSK. Merck MSD Novartis NovoNordisk Pfizer Sanofi Aventis Servier OFFENLEGUNG PCO-Syndrom Pathogenetische und therapeutische Aspekte des PCOS aus der Sicht des Internisten Bernhard Ludvik 1.Medizinische Abteilung mit Diabetologie, Endokrinologie und Department für Nephrologie

Mehr

QUALITÄTSSICHERUNGSZIELE, -INDIKATOREN UND -MASSNAHMEN Diabetes mellitus Typ 1 auf Grundlage des Datensatzes 8a

QUALITÄTSSICHERUNGSZIELE, -INDIKATOREN UND -MASSNAHMEN Diabetes mellitus Typ 1 auf Grundlage des Datensatzes 8a Anlage 4 zu dem Vertrag zur Durchführung des Strukturierten Behandlungsprogramms nach 137 f SGB V Diabetes mellitus Typ 1 zwischen der AOK Baden-Württemberg und der KV Baden-Württemberg QUALITÄTSSICHERUNGSZIELE,

Mehr

Diabetologie "Behandlung in der Praxis Update 2014"

Diabetologie Behandlung in der Praxis Update 2014 Diabetologie "Behandlung in der Praxis Update 2014" 20 Jahre Scuol 1995-2014 1995: 72 Jahre nach Einführung therapie 1993: DCCT; verhindert eine gute Blutzuckereinstellung diabetische Folgekomplikationen?

Mehr

Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Lungenembolie zugelassen

Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Lungenembolie zugelassen Als einziges der neuen oralen Antikoagulanzien: Rivaroxaban (Xarelto ) jetzt auch zur Akutbehandlung u Als einziges der neuen oralen Antikoagulanzien Rivaroxaban (Xarelto ) jetzt auch zur Akutbehandlung

Mehr

Koronare Herzkrankheit: optimales Management

Koronare Herzkrankheit: optimales Management ZÜRICH REVIEW-KURS KLINISCHE KARDIOLOGIE 9.April 2015 Koronare Herzkrankheit: optimales Management Orale Antikoagulation und Thrombozytenaggregationshemmer: was ist zu viel? Klinik für Kardiologie Hans

Mehr

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Nationale Versorgungsleitlinien Neue Aspekte zur Therapie des Typ 2 Diabetes mellitus Von Axel Haupt, Hans-Ulrich Häring und Stephan Matthaei Die Therapieoptionen beim Typ 2 Diabetes sind in den letzten

Mehr

Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring

Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring Dr. Jens Günther leitender Arzt und Partner am Kardiologischen Centrum / Klinik Rotes Kreuz Frankfurt 17.10.2014 ehealth-konferenz

Mehr

Diabetes. an Magnesiummangel denken!

Diabetes. an Magnesiummangel denken! Diabetes an Magnesiummangel denken! Etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Neben einer erblichen Veranlagung sind einige Schlüsselfaktoren für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ

Mehr

Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Diabetes mellitus Diabetes mellitus bei kardiovaskulären Erkrankungen:

Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Diabetes mellitus Diabetes mellitus bei kardiovaskulären Erkrankungen: Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Diabetes mellitus Diabetes mellitus bei kardiovaskulären Erkrankungen: Zwei Seiten Peter Fasching einer Medaille? 5. Medizinische Abteilung mit Endokrinologie, Rheumatologie

Mehr

Sinn und Unsinn von Diäten

Sinn und Unsinn von Diäten stoffwechsel & gefäßbiologie sg Sinn und Unsinn von Diäten Thomas C Wascher 1. Med. Abt. des HKH und FE für Stoffwechsel und Gefäßbiologie stoffwechsel & gefäßbiologie sg Medizinischer Sinn und Unsinn

Mehr

DMP - Intensiv Seminar. Lernerfolgskontrolle

DMP - Intensiv Seminar. Lernerfolgskontrolle DMP - Intensiv Seminar Lernerfolgskontrolle A DIABETES 1. Für einen 84 jährigen Mann mit Diabetes mellitus Typ 2, Herzinsuffizienz bei Z.n. 2-maligem Myokardinfarkt, art. Hypertonie, M. Parkinson, Kachexie

Mehr

Home Monitoring in der sektorenübergreifenden. Versorgung

Home Monitoring in der sektorenübergreifenden. Versorgung Home Monitoring in der sektorenübergreifenden Versorgung BIOTRONIK // Cardiac Rhythm Management Herzschrittmacher mit Home Monitoring in der sektorenübergreifenden Versorgung VDE MedTech 2013 26. September

Mehr

Insulin - ab wann und wie soll begonnen werden? Gibt es Unterschiede? Ingrid Schütz-Fuhrmann, KH-Hietzing, 3. Medizinische Abteilung

Insulin - ab wann und wie soll begonnen werden? Gibt es Unterschiede? Ingrid Schütz-Fuhrmann, KH-Hietzing, 3. Medizinische Abteilung Insulin - ab wann und wie soll begonnen werden? Gibt es Unterschiede? Ingrid Schütz-Fuhrmann, KH-Hietzing, 3. Medizinische Abteilung OFFENLEGUNG Von folgenden Pharmafirmen erhielt ich Forschungsunterstützungen,

Mehr