RHEUMATISCHER ERKRANKUNGEN
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- Hennie Siegel
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1 Kriterien zur Diagnose oder Klassifikation RHEUMATISCHER ERKRANKUNGEN E. Röther, J. von Kempis, Ch. Scholz und H.H. Peter Rheumazentrum Südbaden Medizinische Universitätsklinik Abteilung für Rheumatologie und Klinische Immunologie Hugstetter Str Freiburg 4. Auflage 2006
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3 Vorwort zur vierten Auflage Nach sieben Jahren ist es uns nun dank der Unterstützung eines neuen Sponsors möglich, eine neue Ausgabe der Kriterien-Zusammenstellung zu veröffentlichen. Bei allen Krankheitsbildern sind die Diagnosekriterien auf ihre Aktualität hin überprüft worden. Wir haben einige Ergänzungen vorgenommen und zusätzlich einige neue Krankheitsbilder etwas außerhalb der Rheumatologie hinzugefügt. Hier handelt es sich um die Klassifikationskriterien solcher Erkrankungen, die dem Arzt im klinischen Alltag häufig als Differentialdiagnosae zu einer rheumatologischen Erkrankung begegnen, wie z.b. die Endokarditis oder die Abgrenzung MGUS/Plasmozytom. Diese Krankheitsbilder haben wir an das Ende der Kriteriensammlung gesetzt. Wir hoffen mit diesen neuen Kriterien, eine sinnvolle Ergänzung geschaffen zu haben. Herzlich bedanken wir uns bei der Firma Wyeth für die wertvolle Unterstützung bei der Erstellung dieser neuen Kriteriensammlung. Für die Verfasser- Ch. Scholz
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5 Inhaltsverzeichnis Rheumatoide Arthritis (RA) 1 Empfehlung für die Frühdiagnose einer RA 2 Juvenile Chronische/Rheumatoide Arthritis (JCA/JRA) 3 Subgruppen (Beginnformen, Type onset) der JCA und der JRA 6 Ausschlussdiagnosen der JRA-ACR/ARA-Kriterien 7 Still-Syndrom des Erwachsenen 8 Spondylarthropathien 9 Kreuzschmerzen vom entzündlichen Typ 9 Ankylosierende Spondylitis 10 Radiologische Einteilung der Sakroileitis 11 Psoriasis-Arthritis 12 Postinfektiös-reaktive Arthritiden und Spondylarthritiden Reaktive Arthritis 13 HLA-Asso. der verschiedenen Erreger einer reaktiven Arthritis 14 Reiter-Syndrom 15 Rheumatisches Fieber 16 Lyme-Borreliose 17 Gicht 18 Kollagenosen Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) 19 Sklerodermie/Systemische Sklerose (PSS) 21 Klassifikation der systemischen Sklerodermie 22 Dermatomyositis/Polymyositis 23 Klinische Kardinalsymptome der Dermatomyositis, Polymyositis und Einschlußkörpermyositis 24 Serologisch-klinische Korrelation bei Myositis-ass. Syndromen 25 Mixed Connective Tissue Disease (MCTD) 26 Sjögren Syndrom 27 Vaskulitiden Vaskulitis-Definitionen (Chapel Hill Consensus Conference 29 Vaskulitis großer Gefäße Arteriitis temporalis (Horton) 32 Polymyalgia rheumatica 33 Takayasu Arteriitis 34 Vaskulitis mittelgroßer Gefäße Kawasaki Syndrom 35 Klassische Polyarteritis nodosa (cpan) 36
6 Inhaltsverzeichnis Vaskulitis kleiner Gefäße Mikroskopische Polyangiitis (mpan )I 37 Mikroskopische Polyangiitis (mpan) II 38 Wegener sche Granulomatose 39 Churg-Strauss-Syndrom 40 Kutane leukozytoklastische Angiitis 41 Purpura Schönlein-Henoch 42 Sonstige Vaskulitiden M. Behçet 43 Kryoglobulin- und Kryofibrinogenämie 44 Isolierte Angiitis des ZNS 45 Antiphospholipid-Syndrom 46 Rezidivierende Polychondritis 47 Familiäres Mittelmeerfieber 48 Fibromyalgie 50 Chronisches Müdigkeitssyndrom 52 Arthrose der Hand 54 Coxarthrose 55 Gonarthrose 56 Diagnose und Klassifikationskriterien einiger Erkrankungen außerhalb der Rheumatologie Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz 57 Diagnosekriterien des multiplen Myeloms 58 Duke-Kriterien bei Endokarditis 59 CDC-Klassifikation der HIV-Erkrankung 61 Diagnosekriterien des CVID (Common variabel Immunodeficiency) 63 ACC/SCCM-Kriterien für SIRS und Sepsis 64
7 Rheumatoide Arthritis (ra) Revidierte acr- (ara-) Kriterien von 1987 Arnett et al.: The American Rheumatism Association (jetzt American College of Rheumatology) 1987 Revised Criteria for the Classification of Rheumatoid Arthritis, Arthritis Rheum. 31: , Morgensteifigkeit von mindestens einer Stunde Dauer 2. Weichteilschwellung Arthritis von drei oder mehr Gelenken 3. Arthritis der Hände prox. Interphalangeal-, Metakarpophalangeal- oder Handgelenke 4. Symmetrische Arthritis simultane Beteiligung der gleichen Gelenk- Regionen auf beiden Körperseiten 5. Rheumaknoten subkutane Knoten über Knochen- Vorsprüngen, an den Streckseiten oder in Gelenknähe 6. Rheumafaktor im Serum nachweisbar 7. Radiologische Veränderungen gelenknahe Osteoporose und/oder Erosionen Veränderungen an den betroffenen Gelenken Für die Diagnose müssen mindestens vier dieser sieben Kriterien erfüllt sein, Kriterien 1 bis 4 müssen für mindestens sechs Wochen bestanden haben. Anmerkung: Der Begriff chronische Polyarthritis (cp) oder primär chronische Polyarthritis (PCP) sollte nicht mehr verwendet werden. 1
8 Empfehlungen für die Frühdiagnose einer Rheumatoiden Arthritis Emery P et al., Annals of the Rheumatic Diseases 2002;61: Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten Mindestens 3 geschwollene Gelenke Druckschmerzhafte oder geschwollene Fingergrundgelenke (MCP) bzw. Zehengrundgelenke (MTS) 2
9 Juvenile Chronische Arthritis (JCA) Gegenüberstellung der ACR- und Eular-Kriterien aus: White, P.: Juvenile Chronic Arthritis, Clinical Features, in Klippel, J.H., Dieppe, P.A., Rheumatology, Mosby-Year Book Europe Limited, London 1994 Brewer et al.: Current proposed revision of JCA criteria, Arthritis Rheum. 20: , 1971 Cassidy et al.: A study classification criteria for the diagnosis of juvenile rheumatoid arthritis. Arthritis Rheum. 29: , 1986 Juvenile rheumatoide Arthritis (JRA) ACR Alter bei Beginn < 16 Jahre < 16 Jahre Erkrankungsdauer > 6 Wochen > 3 Monate Präsenz einer Arthritis Diagnosekriterien für die JCA Juvenile chronische Arthritis (JCA), EULAR Schwellung, Erguss oder zwei Schwellung, Erguss oder zwei der folgenden: schmerzhafte der folgenden: schmerzhafte oder eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Schmerz oder beweglichkeit, Schmerz oder oder eingeschränkte Gelenk- Calor der Gelenke Calor der Gelenke Untergruppen nach 6 Monaten Andere pauciartikulär (< 5 Gelenke) polyartikulär (> 4 Gelenke) Systemisch: Arthritis, Fieber, Hautausschlag Ausschluss von anderen Formen der juvenilen Arthritis pauciartikulär (< 5 Gelenke) polyartikulär (> 4 Gelenke) IGM-RF negativ Systemisch: Arthritis, Fieber, Hautausschlag IGM-RF pos. Polyarthritis Ankylosierende Spondylitis Psoriasisarthritis Ausschluss aller anderer Formen der juvenilen Arthritis Für die Diagnose müssen mindestens vier dieser sieben Kriterien erfüllt sein, Kriterien 1 bis 4 müssen für mindestens sechs Wochen bestanden haben. Anmerkung: Der Begriff chronische Polyarthritis (cp) oder primär chronische Polyarthritis (PCP) sollte nicht mehr verwendet werden. 3
10 Juvenile Chronische Arthritis (JCA) Juvenile Rheumatoide Arthritis (JRA) 1. Cassidy, J.T. et al: A study of classification criteria for the diagnosis of juvenile rheumatoid arthritis. Arthritis Rheum. 29 (1986), Cassidy, J.T. Levinson, J.E. and Brewer, E.J.: The development of classification criteria for children with juvenile rheumatoid arthritis. Bull. Rheum.Dis. 38 (1989) Jacobs, J.C.: Pediatric Rheumatology for the Praktitioner. Springer Verlag. New York, Heidelberg, Berlin Michels, H.: Die juvenile chronische Arthritis und ihre Subgruppen. Saarländisches Ärzteblatt 46 (1993), Prieur, A.M.: What`s in a name? Nomenclature of juvenile arthritis. A European View. J.Rheumatol. 20, Suppl. 40 (1993), Southwood, T.R. and Woo, P.: Childhood arthritis: The name game. 7. Br.J.Rheumatol. 32 (1993), White, P.: Juvenile chronic arthritis, Clinical features. In Kippel, J.H., Dieppe, 9. P.A., Rheumatology, Mosby-Year Book Europe Limited, London Wood, R.: Nomenclature and classification of arthritis in children. In E. 11. Munthe (Ed.). The Care of Rheumatic Children. EULAR Publishers, Basle, 1978, pp Statement 1. Nomenklatur und Klassifikation prolongiert verlaufender entzündlich-rheumatischer Gelenkerkrankungen des Kindesalter sind international nach wie vor kontrovers und erfahren durch Bemühungen zur Inklusion neuer Makersysteme in Differenzierungskri terien eine permanente Diskussion (5,6) 2. In Europa werden seit 1977 (Oslo; EULAR 7,8) Arthritiden unbekannter Ursache, die über mindestens 3 Monate persistieren, als juvenile chronische Arthritis (JCA) subsummiert. 3. In den USA steht für prolongiert verlaufende Arthritiden unklarer genese die Bezeichnung juvenile rheumatoide Arthritis (JRA; ACR-Kriterien;-1). 4. Zunehmend tritt die Bezeichnung juvenile Arthritis (JA) an die Stelle der Termini JCA und JRA. JA wird vom amerikanischen Subcommittee on Classification Criteria for a Diagnosis of Juvenile Rheumatoid-Arthritis (2) als Oberbegriff für chronische Arthropathien im Kindesalter benutzt. 4
11 Tabelle 1 EULAR- und ACA- Kriterien zur Diagnose und Klassifikation von JCA und JRA JCA EULAR-Kriterien JRA ACR (ARA) Kriterien Erkrankungsalter <16 Lbj. <16 Lbj. Zur Diagnosestellung notwendige Erkrankungs (Arthritis-) Dauer Präsenz einer Arthritis Vorgabe von Exklusionen Subklassifikation Entsprechend der Beginn- Form (Onset type) 12 Wochen 6 Wochen Schwellung und oder Erguss - oder 2 der folgenden Symptome: schmerzhafte oder eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Schmerz oder Calor mindestens eines Gelenkes + Ausschluss definierter Er- + Ausschluss definierter Erkrankungsformen der juve- krankungsformen der juvenilen Arthritis- jedoch nicht nilen Arthritis einschließlich der juvenilen Spondarthritis, Psoriasisarthritis und Psoriasisarthritis und Arthritis der juvenilen Spondarthritis, Arthritis bei entzündlichen bei entzündlichen Darmerkrankungen Darmerkrankungen (Tab.3) + + Subklassifikation nach Verlaufsformen - + Uveitis als Differenzierungskriterium (+) - HLA-Muster als Differenzierungs-kriterium - - ANA-Nachweis als Kriterium - - 5
12 Tabelle 2 Subgruppen (Beginnformen, Type of onset) der JCA und der JRA Adaptiert an die Gelenksymptomatik während der ersten 6 Monate der Erkrankung differenziert. JCA JRA Systemform: (systemische juvenile chronische Arthritis, SJCA;=Still-Syndrom Systemform: 2 Subtypen, A-Pauciartikulärer Gelenkbefall, B-Polyartikuläres Geschehen Oligoarthritis: (JCA vom Oligoarthritis Typ; Pauciarthritis: (pauciartikulär onset): 3 Subtypen: A-Frühkindlicher Beginn, OJCA), 1-4 Gelenke betroffen, 2 Subtypen: A-Frühkindliche Oligoarthritis (Oligoarthritis Typ I), B-Oligoarthritis vom Spättyp (Oli- C-Arthritis+Enthesiopathie, B-Vorwiegend große Gelenke betroffen, goarthritis Typ II) SI-Beteiligung Polyarthritis: (polyartikuläre Form der JCA; Polyarthritis: (polyarticular onset) PJCA) 5 und mehr Gelenke betroffen, 2 Subtypen, A-Seronegative PJCA, B-Seropositive A-Seronegative Polyarthritis 2 Subtypen PJCA B-Seropositive Polyarthritis 6
13 Tabelle 3 Ausschlussdiagnosen der JRA ACR/ARA-Kriterien Fakultativ HLA-B27 assoziierte Arthritiden: 1. Reaktive Arthritis (einschließlich Reiter-Syndrom) 2. juvenile Spondarthritis 3. Arthritis bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa 4. Arthritis bei Psoriasis (1-4 werden in der angelsächsischen Literatur häufig unter dem Begriff juvenile Spondylarthropathie zusammengefasst) Andere definierte Erkrankungsformen (Ausschlussdiagnosen der EULAR und der ARA) klassische Kollagenosen Vaskulitissyndrome mit Gelenkbeteiligung Undifferenzierte Kollagenosen Poststreptokokken-Arthritis Bakterielle und virale Arthritiden Arthropathien bei Stoffwechselerkrankungen, endokrinologischen und hämatologisch-onkologischen Erkrankungen Immundefekterkrankungen Arthomyalgien und psychogene Arthralgien Arthritiden bei definierten Grunderkrankungen 7
14 Still-Syndrom des Erwachsenen Yamaguchi et al.: Preliminary criteria for classification of Adult Still s Disease, J. Rheumatol. 19: , 1992 Hauptkriterien 1. Fieber von 39 C, mindestens 1 Woche andauernd 2. Arthralgien über mindestens 2 Wochen 3. Leukozytose (10000/µl) mit mindestens 80% Neutrophilen 4. Makulöses, lachsfarbenes Exanthem, das ausgeprägt am Abend auftritt und morgens verschwunden ist Nebenkriterien 1. Halsschmerzen 2. Lymphadenopathie und/oder Splenomegalie 3. Erhöhte Transaminasen und/oder LDH 4. Negative Rheumafaktoren und negative antinukleäre Antikörper Notwendige Ausschlussdiagnosen 1. Infektionen (insbes. Sepsis und infektiöse Mononukleose) 2. Malignome (insbes. maligne Lymphome) 3. Rheumatische Erkrankungen (insbes. Polyarteritis nodosa, Vaskulitis mit extraart. Beteiligung) Die Diagnose adultes Still-Syndrom erfordert mindestens 5 Kriterien-davon zumindest 2 Hauptkriterien sowie Ausschluss der Diagnosen
15 Spondylarthropathien Dougados et al.: The european spondylarthropathy group Preliminary criteria for the classification of spondylarthropathies, Arthritis Rheum. 34: , 1991 Entzündlicher Wirbelsäulenschmerz oder Arthritis - asymmetrisch - bevorzugt an den unteren Extremitäten und eines oder mehrere der folgenden Kriterien: positive Familienanamnese für Spondylitis ankylosans, Psoriasis, reaktive Arthritis M.Crohn oder Colitis ulcerosa Befund oder Anamnese einer Psoriasis Entzündliche Darmerkrankung Urethritis, Cervicitis oder akute Diarrhoe einen Monat vor Beginn der Arthritis Schmerzen in abwechselnd der rechten und linken Gluteusregion Fersenschmerzen Sakroiliitis Kreuzschmerzen vom entzünlichen Typ Kriterien nach Callin Callin et al.: The clinical history as a screening test for ankylosing spondylitis. JAMA 237; , 1977 Krankheitsbeginn vor dem 40. Lebensjahr Schleichender Beginn der Beschwerden Dauer seit mindestens 3 Monaten Morgensteifigkeit Besserung bei Bewegung > 4 Kriterien müssen erfüllt sein Weitere Kriterien nach Zeidler: Spondylarthritiden in Klinische Immunologie, Herausgeber H.H.Peter und W.Pichler Urban und Schwarzenberg, 2 Auflage 1996 Aufwachen in der 2 Nachthälfte Ischialgiforme Ausstrahlung in Gesäß und Oberschenkel bis zum Knie Besserung auf NSAIDS 9
16 Ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew) Vergleich der Rom, New York und modifizierten New York Kriterien, Goei The et al., Br. J. Rheumatol. 24: , 1985 Kriterien Anamnese Untersuchung Röntgen Rom Kriterien 1. Kreuzschmerz 3 Monate, in Ruhe persistierend 2. Thoraxschmerz und Steifigkeit 5. Iritis (Anamnese) 3. eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) 4. eingeschränkte Thoraxentfaltung 5. Iritis (anamnestisch o. akut) bilaterale Sakroiliitis New York 2. Frühere oder aktuelle Schmerz im Bereich der LWS oder des lumbosakralen Übergangs 1. eingeschränkte Beweglichkeit der LWS in allen Ebenen 3. Thoraxentfaltung 2,5 cm in Höhe des 4. Interkostalraumes a) bilaterale Sakroiliitis: Stadium 3-4 b) unilaterale Sakroiliitis: Stadium 3-4 oder bilaterale Sakroiliitis: Stadium 2 modifizierte New York Kriterien 1. Kreuzschmerzen 3 Monate, Verbesserung durch Bewegung, in Ruhe persistierend 2. Einschränkung der Lendenwirbelsäule sagittal und frontal 3. Thoraxentfaltung in Relation zum Normwert, korrigiert nach Alter und Geschlecht Bilaterale Sakroiliitis: Stadium 2-4 oder unilaterale Sakroiliitis: Stadium 3-4 Diagnose ankylosierende Spondylitis (AS) wenn: Rom Kriterien: bei Vorliegen einer bilateralen Sakroiliitis und irgendeinem der klinischen Kriterien oder bei Vorliegen von vier der fünf Kriterien. New York Kriterien: Gesicherte AS, wenn eine Sakroiliitis Stadium 3 oder 4 und irgendeines der klinischen Kriterien erfüllt sind oder eine bilaterale Sakroiliitis Stadium 2 oder einseitige Sakroiliitis Stadium 3 oder 4 mit jeweils Kriterium 1 oder den beiden Kriterien 2 und 3 vorliegt. Modifizierte New York Kriterien: Gesicherte AS bei einseitiger Sakroiliitis Stadium 3 oder 4 oder bilaterale Sakroiliitis Stadium 2-4 und irgendeinem der klinischen Kriterien. 10
17 Radiologische Stadieneinteilung der Sakroileitis Stadium Befund Normal Verwaschener Gelenkspalt, Pseudoerweiterung, mäßige Sklerosierung Erosionen, ausgeprägte Sklerosierung, unregelmäßige Gelenkspalterweiterung, Perlschnurbild eindeutige Anomalien- mäßige bis fortgeschrittene Sakroiliitis mit einem oder mehreren der folgenden Zeichen: Erosionen, Sklerosierung, Erweiterung oder Verengung des Gelenkspaltes oder partielle Ankylose Schwere Anomalien- totale Ankylosierung 11
18 Psoriasis-Arthritis Arthritis psoriatica Wright, V., Moll, J.M.H.: Psoriatic arthritis. In: Seronegative Polyarthritis. North Holland Publishing Company, Amsterdam, 1976 International verbindliche, evaluierte Klassifikations- und Diagnosekriterien für die Psoriasis Arthritis liegen nicht vor. Diagnostische Kriterien nach Moll und Wright - Arthritis von 3 oder mehr Gelenken - Rheumafaktoren negativ - Rheumaknoten negativ - Befund oder Anamnese von psoriatischen Veränderungen der Haut oder Nägel Diagnostisch wichtige Krankheitsmerkmale Schmerz und Schwellung an Finger- und/oder Zehenendgelenken Schmerz und Schwellung aller 3 Gelenke eines Fingers oder einer Zehe als "Strahlbefall" (Daktylitis) Asymmetrische Mono-Oligoarthritis Fersenschmerzen Nächtlicher (frühmorgendlicher "tiefsitzender") Kreuzschmerz Psoriasis beim Patienten oder in der nahen Verwandtschaft Rheumafaktoren negativ BSG beschleunigt Röntgenologisch an den Gelenken Nebeneinander von erosiv-destruierenden Veränderungen und periostalen Anbauten ("Protuberanzen") sowie Periostitis, Akroosteolysen, Ankylosen. 12
19 Reaktive Arthritis Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie. Qualitätssicherung in der Rheumatologie Teil 1 Diagnostik: 3.7.2, 1995 Vorschlag diagnostischer Kriterien mit einer Unterscheidung zwischen sicherer und wahrscheinlicher reaktiver Arthritis 1. Typischer Gelenkbefall (peripher, asymmetrisch, oligoartikulär, untere Extremität, insbesondere Knie-, Sprunggelenke) 2. Typische Anamnese (Diarrhoe, Urethritis) und/oder klinische Manifestation der Infektion an der Eintrittspforte 3. Erregerdirektnachweis an der Eintrittspforte (z.b. Urethralabstrich auf Chlamydien) 4. Nachweis spezifischer agglutinierender Antikörper mit signifikantem Titeranstieg (z.b. gegenüber enteropathischen Erregern) 5. Vorliegen des HLA-B27-Antigens 6. Nachweis von Erreger-Material mittels Polymerase-Kettenreaktion oder spezifischen monoklonalen Antikörpern Eine sichere reaktive Arthritis liegt vor bei den Kriterien 1 plus 3 oder 4 oder 6. Eine wahrscheinliche reaktive Arthritis besteht bei den Kriterien 1 plus 2 und/oder plus 5. Eine mögliche reaktive Arthritis wird bei Vorliegen des Kriteriums 1 angenommen. 13
20 HLA-Assoziation der verschiedenen Erreger einer reaktiven Arthritis HLA-B27-assoziiert: HLA-B27-unabhängig: Yersinien (Y.enterocolitica und Y.pseudotuberculosis) Salmonellen (Spezies der Gruppen B,Cu.D) Shigellen (S.flexneri u. S.dysenteriae) Campylobacter jejuni Chlamydia trachomatis (Serotyp D-K) Streptokokken Gonokokken Brucellen Borrelien Pilze Viren (Röteln, Hepatitis B, Mumps, Adenoviren, EBV) 14
21 Reiter-Syndrom Willkens et al., Arthritis Rheum. 24: , Seronegative asymmetrische Arthropathie (bevorzugt der unteren Extremitäten) - Und eines oder mehrere der folgenden Kriterien: Urethritis/Cervicitis Dysenterie Entzündung des Auges Haut/Schleimhauterkrankungen: Balanitis, orale Ulceration oder Keratoderma - Ausschlusskriterien: ankylosierende Spondylitis Psoriasisarthropathie andere rheumatische Erkrankungen 15
22 Major-Kriterien Rheumatisches Fieber Dajani et al.: Guidelines for the diagnosis of rheumatic fever: Jones Criteria, updated 1992 Circulation, 87: , Karditis - Polyarthritis - Chorea - Erythema marginatum - subkutane Knoten Minor-Kriterien - Klinik: Arthralgie, Fieber - Labor: erhöhte akut-phase-proteine, BSG, C-reaktives Protein (CRP) - Verlängerte PR-Strecke Befunde einer vorangegangenen Infektion mit Streptokokken A: - positive Rachenkultur oder Streptokokken Antigentest, - erhöhte oder ansteigende Streptokokken-Antikörper Bei positivem Befund einer vorangegangenen Streptokokken-A-Infektion weist das Vorhandensein eines Major und zweier Minor-Kriterien mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen eines akuten rheumatischen Fiebers hin. 16
23 Lyme-Borreliose Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie. Qualitätssicherung in der Rheumatologie Teil 1 Diagnostik: 3.8.2, 1995 International akzeptierte validierte Kriterien existieren nicht Die Diagnose einer Lyme-Borreliose kann als gesichert angesehen werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 1. Klinische Symptome typisch für oder vereinbar mit Lyme-Borreliose - Erythema migrans, Borrelien-Lymphozytom (Lymphadenosis cutis benigna), - Akrodermatitis chronica athrophicans - Meningopolyneuritis, Myelitis, Enzephalitis - Perimyokarditis, Kardiomyopathie - Keratitis, Uveitis, Papillitis, Panophthalmie - Arthritis (Arthralgien), Enthesiopathie - Myositis (Myalgien) - Hepatitis 2. Nachweis einer Infektion mit Borrelia burgdorferi - Nachweis spezifischer Antikörper gegen Borrelia burgdorferi (IgG, IgM, IgA) 3. Ausschluß-(Differential-) Diagnostik auf Symptomebene Alle drei Kriterien müssen erfüllt sein. 17
24 Gicht Epidemiologische Kriterien zur Diagnostik der Arthritis urica (Population Studies of the Rheumatic Disease, Proceedings of the Third International Symposium, New York 1966) Die Diagnose der Arthritis urica kann gestellt werden: 1. Bei chemischem oder mikroskopischem Nachweis von Harnsäurekristallen in der Synovialflüssigkeit oder Ablagerung von Uraten in den Geweben. 2. Bei Vorhandensein von zwei oder mehr der folgenden Kriterien: I eindeutige Anamnese und/oder Beobachtung von wenigstens zwei Attacken schmerzhafter Schwellung der Extremitätengelenke (die Attacken müssen, zumindest in den frühen Stadien, plötzlich mit heftigen Schmerzen einsetzen; innerhalb von 1-2 Wochen muss eine vollständige klinische Remission eintreten); II eindeutige Anamnese und/oder Beobachtung von Podagra einer Attacke (s. unter I.) mit Befall der Großzehe; III klinisch nachgewiesene Tophi; IV eindeutige Anamnese und/oder Beobachtung einer prompten Reaktion auf Colchicin, d.h. Verminderung der objektiven Entzündungszeichen innerhalb von 48 Stunden nach Therapiebeginn. 18
25 Systemischer Lupus Erythematodes Revidierte Kriterien von 1982: Tan et al., Arthritis Rheum. 25: , 1982* 1. Schmetterlingserythem fixiertes Erythem, flach oder erhaben im Bereich der Wangen, meist unter Aussparung der nasolabialen Falten 2. Diskoide Hautveränderungen erythematös, erhabene Hautflecken mit adhärenten keratotischen Anteilen und follikulärem Verschluss; atrophische Narben können in älteren Läsionen auftreten 3. Photosensensibilität Hautrötungen, die infolge einer ungewöhnlichen Reaktion auf Sonnenlicht auftreten; vom Patienten meist anamnestisch angegeben 4. Orale o. nasopharyngeale Ulzerationen gewöhnlich schmerzlos 5. Nichterosive Arthritis: 2 oder mehr periphere Gelenke 6. Serositis: Pleuritis oder Perikarditis 7. Nierenbeteiligung: Proteinurie >0,5g/die oder Zylinder im Urin 8. ZNS-Beteiligung: Krampfanfälle oder Psychosen 9. Blutbildveränderungen: Hämolytische Anämie oder Leukopenie<4000/mm 3 oder Lymphopenie<1500/mm 3 oder Thrombozytopenie<100000/mm 3 nicht durch Medikamente induziert 19
26 10. Immunologische Veränderungen: anti-dsdna-ak positiv oder anti-sm-ak positiv oder *positiver Nachweis von Antiphospholipid Antikörpern durch. a) IgG oder IgM Antikörper gegen Cardiolipin im Serum b) Positiver Test für Lupus antikoagulans mit einer Standardmethode c) falsch-positiver serologischer Test auf Syphilis für mindestens 6 Monate und bestätigter Treponema pallidum Immobilisation (TPI) oder Fluoreszenz Treponema Antikörper Absorption (FTA) Test 11. Nachweis Antinukleärer Antikörper Die Erkrankung gilt als gesichert, wenn vier oder mehr Kriterien erfüllt sind. * Modifikation nach: MC Hochberg for the Diagnostic and Therapeutic Criteria Committee of the American College of Rheumatology Arthritis Rheum 40 (9): : Positiver LE-Zelltest (bei 10.) gestrichen, falsch positiver Lues Test erweitert. 20
27 Sklerodermie / Systemische Sklerose / Progressive Systemsklerose (PSS) Vorläufige ARA-Kriterien von 1980 Masi et al. Arthritis Rheum. 23: , 1980 Major-Kriterium Minor-Kriterium 1. Sklerodermieartige Hautveränderungen proximal der Fingergrundgelenke 2. Sklerodaktylie 3. Grübchenförmige Narben oder Substanzverlust der distalen Finger- und/oder Zehenweichteile 4. Bilaterale basale Lungenfibrose Die Diagnose einer Sklerodermie gilt als gesichert, wenn entweder das Major-Kriterium oder mindestens zwei der Minor-Kriterien erfüllt sind. Diese Kriterien sind wenig sensitiv für die frühe systemische Sklerose! Diagnostisch hinweisende Frühsymptome Sklerodemietypische antinukleäre Antikörper (IFT an Hep-2-Zellen in über 95% positiv): - Anti-DNS-Topoisomerase I - Anti-Centromer - Anti-Fibrillarin - Anti-Th (To) - Anti-RNS-Polymerase I, II, III - Anti-PmScl - Anti-U1-nRNP - Anti-Ku Sklerodermietypische strukturelle oder funktionelle Veränderungen: - Raynaud-Phänomen anamnestisch, spontan oder nach Kälteexposition - kapillarmikroskopische Veränderungen am Nagelfalz - pulmonale Gasaustauschstörung und/oder restriktive Ventilationsstörungen - Ösophagusmotilitätsstörungen CREST-Syndrom Calcinosis cutis, Raynaud-Phänomen, Ösophagusmotilitätsstörung, Sklerodaktylie, Teleangiektasie 21
28 Klassifikation der systemischen Sklerodermie Le Roy et al. J Rheumatol 1988;15:202 Limitierte Sklerodermie: Die Hautmanifestation beschränkt sich auf das Gesicht, die Hände und Füße und geht nicht über die Ellenbogen oder das Knie hinaus. Diffuse Sklerodermie: Hautmanifestation geht über Ellenbogen und Knie hinaus und befällt neben dem Gesicht den Körperstamm. Systemische Sklerodermie sine Sklerodermie: Patienten mit typischen Organmanifestationen und serologischen Parametern ohne Hautmanifestation. Overlap-Syndrom: Patienten zeigen Zeichen einer Sklerodermie in Kombination mit anderen rheumatischen Erkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes, der Dermatomyositis oder der rheumatoiden Arthritis. 22
29 Dermatomyositis (DM)/ Polyositis (PM) Tanimoto et al.: Criteria for PM and DM, J. Rheumatol. 22: , Hautveränderungen a) Heliotroper Hautausschlag (hellviolettes Erythem mit ödematöser Schwellung der Oberlider) b) Gottron sches Zeichen (Kollodiumflecken an der Streckseite der Fingergelenke) c) Erythem an den Streckseiten der Extremitätengelenke: leicht erhabenes, geringfügig schuppendes, hellviolettes Erythem über Ellenbogen- und Kniegelenk 2. Proximale Muskelschwäche (oberer oder untere Extremität und Stamm) 3. Erhöhte Serum-CK oder Aldolase 4. Muskelschmerz auf Druck oder spontan 5. Pathologische Veränderungen im Elektromyogramm (kurze polyphasische Potentiale, Fibrillationen und pseudomyotonische repititive Entladungen) 6. Nachweis von anti-jo-1 (Histadyl-tRNA Synthetase) Antikörper 7. Nichtdestruierende Arthritis oder Arthralgien 8. Sytemische Entzündungszeichen (Fieber > 37 C axillär, CRP erhöht oder BSG> 20 mm in der 1. Stunde nach Westergren 9. Befund einer Myositis in der Muskelbiopsie (Infiltration des Skelettmuskels mit Entzündungszellen und fokale oder extensive Degeneration von Muskelfasern bis zur Nekrose und regenerative Vorgänge mit unregelmäßigem Ersatz der Fasern durch Fibrose) Bei Vorliegen von mindestens einer Hautveränderung und mindestens 4 der Kriterien 2 bis 9 ist eine DM sehr wahrscheinlich (Sensitivität 94,1% und Spezifität der Hautläsionen gegenüber SLE und PSS von 90,3%). Bei Vorliegen von mindestens 4 der Kriterien 2 bis 9 ist eine PM sehr wahrscheinlich (Sensitivität 98,9% und Spezifität von PM und DM gegenüber allen Kontrollerkrankungen 95,2%). 23
30 Klinische Kardinalsymptome der Dermatomyositis, Polymyositis und Einschlusskörpermyositis Pongratz,internist.prax. 35: , 1995 Dermatomyositis Polymyositis Einschlußkörper-myositis Beginn der Symptome Kindheit und Erwachsenenalter über 18 Jahre über 50 Jahre Entwicklung der Muskelsymptome akut subakut langsam Verteilung der Muskelschwäche proximale Muskeln proximale Muskeln prox. u. dist. Muskeln Muskelatrophien gering vor allem bei chronischen Formen nahezu immer ausgeprägt in bestimmten Muskeln (z.b. M.quadrizeps, M.trizeps, Finger- flexoren) Myalgien oft (speziell bei akuten Erkrankungen) manchmal nie Hauteffloreszenzen oder Kalzinose vorhanden fehlend fehlend 24
31 Serologisch-klinische Assoziation bei Myositisassoziierten Syndromen Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie. Qualitätssicherung in der Rheumatologie Teil 1 Diagnostik: 3.12, 2000 Autoantikörper Antisynthetase-Antikörper (Yo-1, PL-7, PL-12, OJ, EJ) Anti-SRP Anti-Mi-2 Anti-PM-Scl Klinisches Bild (Häufige Manifestationen) Myositis, fibrosierende Alveolitis,Arthritis Akute und subakute Polymyositis Meist chronische Dermatomyositis Oft Sklerodermie-Myoistis-Overlap (PM-Scl-Syndrom) Anti-U1-RNP Mixed Connective Tissue Disease (50%) Anti-Ku Oft Sklerodermie-Myositis-Overlap 25
32 Mixed connective tissue disease (mctd) Sharp et al., Am. J. Med. 52: , 1972 Diagnosekreterien 1. Anti-ENA-Antikörper der Spezifität U1-nRNP 2. Charakteristische klinische Manifestationen von mindestens zwei Systemerkrankungen z.b.: Systemischer Lupus erythematodes Sklerodermie Myositis Rheumatoide Arthritis 3. Mindestens drei der folgenden Hauptsymptome: Raynaud-Phänomen Sklerodermie Geschwollene Hände ( puffy fingers ) Proximale Muskelschwäche (Myositis-typische Befunde) Synovitis Alle drei Kriterien müssen erfüllt sein. Klassifikationskreterien Alarcon-Segovia D et al. Mixed connective tissue Disease and Antinuclear Antibodies 1987:33 Amigues J-M et al. J Rheumatol 1996; 23:2055 Serologisches Kriterium: Nachweis eines ANTI-RNP Antikörpers in einem Titer von >1:1600 Klinische Kriterien: Geschwollene Hände ( puffy finger ) Synovits Gesicherte Myositis Raynaudsyndrom Sklerodaktylie mit oder ohne proximale Sklerodermie Diagnose: Bei Vorliegen des serologischen Kriteriums und 3 von 5 klinischen Kriterien. Sensitivität 63%, Spezifität 86% 26
33 Sjögren Syndrom Vitali et al.: Preliminary criteria for the classification of Sjögren s syndrome, Arthritis Rheum. 36: , 1993 Vitali et. al.: Classification criteria for Sjögren s synrdome: a revised version of the European criteria proposed by the American_European Consensus group, Ann Rheum Dis 2002;61: Subjektive Symptome am Auge Definition: Eine positive Antwort auf mindestens eine der drei folgenden Fragen: a) Hatten Sie über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten täglich anhaltende Probleme weil Ihre Augen trocken waren? b) Haben Sie wiederholt das Gefühl von Sand oder Gries im Auge? c) Benutzen Sie mehr als dreimal täglich Tränenersatzflüssigkeit? 2. Subjektive orale Symptome Definition: Eine positive Antwort auf mindestens eine der drei folgenden Fragen: a) Hatten Sie über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten täglich das Gefühl eines trockenen Mundes? b) Hatten Sie als Erwachsener wiederholt oder anhaltend geschwollene Speicheldrüsen? c) Trinken Sie häufig, um trockene Speisen hinunterschlucken zu können? 3. Objektive Symptome am Auge Definition: Erwiesene Augenbeteiligung, objektiviert auf Grund des positiven Ergebnisses von mindestens einer der folgenden zwei Untersuchungen: a) Schirmer-Test ( 5 mm in 5 Minuten) b) Bengalrosaskala ( 4 nach van Bijsterfeld) 4. Histopathologie Definition: Focusscore >1 bei kleiner Speicheldrüsenbiopsie (Focus definiert als Agglomeration von mindestens 50 mononukleären Zellen: Fokusscore definiert als Zahl der Foci mit 4 mm2 Drüsengewebe) 5. Beteiligung der Speicheldrüsen Definition: Erwiesene Beteiligung der Speicheldrüsen, objektiviert auf Grund des positiven Ergebnisses von mindestens einer der folgenden drei Untersuchungen: a) Szintigraphie der Speicheldrüsen 27
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PAH bei Rheumatischen Erkrankungen. Petra Otto Rheumatologie, Department Innere Medizin Kantonsspital St. Gallen petra.otto@kssg.
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