Labor Schottdorf MVZ GmbH

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Labor Schottdorf MVZ GmbH"

Transkript

1 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Übersicht empfehlenswerter Tumormarker CEA TPA SCC CEA SCC Kehlkopf AFP Calcitonin CEA CEA SCC CA 72-4 TPA SCC HNO-Tumore CYFRA 21-1 NSE (nur bei Kleinzellern) Pro GRP Oesophagus CEA CA 19-9 AFP CA 19-9 TPA CA 19-9 TPA CEA PSA CEA NSE Niere TPA CYFRA 21-1 AFP ß-HCG PLAP Gallenwege Leber CEA CA 72-4 NMP 22 (im Urin!) Prostata (nicht Seminom) (Seminom) Hoden S-100 Protein Haut Lunge Magen Blase Schilddrüse Neuroendokrine Tumore (Apudome) Ovar Calcitonin Thyreoglob. CEA TPA Pankreas CA 19-9 CEA Dickdarm Teratom Chorion HE4 CA 125 CA 72-4 AFP ß-HCG ß-HCG ß-HCG CA 19-9 CEA CA 19-9 TPA AFP CEA, AFP CA 15-3 Uterus CA 15-3 Cervix SCC CEA CA 125 TPA Knochen Lymphom/ Plasmazytom Mamma CA 15-3 CEA Knochen-AP (BAP) -Mikroglobulin Thymidinkinase TPA NSE Chromogranin A CA 72-4 Osteocalcin LDH Marker erster Wahl Marker zweiter Wahl Markereinsatz möglich Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

2 Laborinformation Nr. 1 Tuberkulose Diagnostik und häufige Fragestellungen Erreger: Mykobakterien des MTB-Komplex (M. tuberculosis, M. africanum, M. bovis, M. microti, M. canetti) Übertragung: hauptsächlich aerogen, mittels kleinster erregerhaltiger Tröpfchen, z. B. durch Husten, Niesen, Sprechen, medizinischen Maßnahmen an den Atemwegen Formen: pulmonal (offen/geschlossen), extrapulmonal (jedes Organ möglich), Miliartuberkulose (generalisiert) Symptomatik: subfebrile Temperaturen, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Schwäche evtl. unspezifische Entzündungszeichen (z. B. BSG ), in 15% der Fälle keine Symptome Labordiagnostische Methoden (Weitere Hinweise zu den Untersuchungsmaterialien im Leistungsverzeichnis) Methode Material Anmerkungen Bakteriologische Untersuchung (Kultur und Mikroskopie) IGRA 1)2) (Interferon y Release Assay) Quantiferon TB Gold Mykobakterien-PCR (MTB-Komplex) Sputum, Bronchialsekret, BAL, Magensaft, Urin, Blut, Liquor, Stuhl, Biopsien, Punktate, Knochenmark Je 1 ml Blut (bis zur Füllmarke) in 3 Spezialröhrchen Goldstandard, sensitivstes Verfahren bei Verdacht auf Tuberkulose, ggf. mehrwöchige Bebrütungszeit Resistenztestung aus Kultur möglich, weist auch atypische Mykobakterien nach Ausschlussdiagnostik; Präanalytik unbedingt beachten! Bebrütung innerhalb von 16 h, aufrecht stehend, kontinuierlich für h bei 37 C. Modalitäten ggf. mit dem Labor vorab klären (Bebrütung im Labor möglich). Entnahmezeitpunkt und Bebrütungszeit auf dem Materialbegleitschein vermerken. T-Spot TB 10 ml Heparinblut Ausschlussdiagnostik; eilige Einsendung an das Labor Sputum, BAL, Liquor, Punktate, Magensaft, Urin Schnellerer, aber weniger sensitiver Nachweis als die Kultur, keine Erfassung atypischer Mykobakterien 1) Vorteile der IGRAs gegenüber dem Tuberkulin-Hauttest (THT): kein Booster-Effekt, keine Störung durch frühere BCG- Impfung, höhere Spezifität bei verbesserter Sensitivität, für Meldung als Berufskrankheit erforderlich 2) Als Kassenleistung z. Z. nur abrechnungsfähig vor Therapie mit Medikamenten, die vor Anwendung einen TB-Ausschluss (latent oder aktiv) erfordern, bei HIV-Infektion, Dialyse oder Organtransplantation. Diagnostik nach Fragestellungen V. a. behandlungsbedürftige, aktive Tbc (z. B. bei therapierefraktärer Pneumonie, Husten/Fieber unklarer Ätiologie) Tuberkulose Ausschluss vor immunmodulatorischer Therapie (lt. DZK-Empfehlungen) Postexpositioneller Ausschluss einer Tuberkulose-Infektion Anamnese, klin. Untersuchung, Röntgen-Thorax in 2 Ebenen, ggf. CT-Thorax, ggf. Bronchoskopie Labor: Mikroskopie, Kultur mit Resistenztestung, evtl. PCR 1) Anamnese Immunsuppression, frühere Infektion, Impfstatus, TB-Kontakte/Herkunft, Vorbefunde (THT, IGRA, Röntgen-Thorax) 2) Ausschluss einer latenten Tuberkulose (LTBI) mittels Interferon y Release Assay (IGRA) Weiteres Vorgehen nach Ergebnis des IGRAs (Hinweis: unter Immunsuppression eingeschränkt aussagefähig) negativ i.d.r. keine Chemoprävention erforderlich positiv chemopräventive Therapie nach Ausschluss einer behandlungsbedürftigen aktiven Tuberkulose nicht auswertbar zunächst Test aus neuer Probe wiederholen (evtl. mit alternativem IGRA), wenn erneut nicht auswertbar, Tuberkulin-Hauttest durchführen 3) Umfassende Aufklärung über erhöhtes TB-Risiko und regelmäßige Abfrage tuberkulosetypischer Symptome Altersentsprechenden Algorithmus der aktuellen DZK-Empfehlungen für Umgebungsuntersuchungen beachten (www.pneumologie-de)! Definiton der Resistenzen lt. WHO: Antituberkulotische Therapie: Mono-Resistenz gegen ein einziges Antituberkulotikum detaillierte Therapieregimes in den DZK-Empfehlungen Polyresistenz Gegen mehr als ein Antituberkulotikum, Standardtherapie: 4 Mon. Isoniazid, Rifampicin, nicht Isoniazid und Rifampicin gleichzeitig + 2 Mon. Isoniazid, Rifampicin Pyrazinamid, Ethambutol Multi-drug-resistant Mindestens Resistenz gegen die zwei Eine Tuberkulose-Therapie sollte von diesbezüglich erfahrenen Ärzten durchgeführt werden, da zu den Risikofakto- tuberculosis Erstrangmedikamente Isoniazid und (MDR-TB) Rifampicin ren für eine Infektion mit resistenten Mykobakterien - neben Kontakt mit resistentem Tuberkulosefall und Herkunft Extensively drugresistant tuberculosis und mindestens ein injizierbares Zweitgegangene nicht-effektive antituberkulöse Behandlung bzw. MDR + Resistenz gegen ein Fluorchinolon aus einem Land mit hoher MDR-TB-Prävalenz - eine voran- (XDR-TB) rangmedikament (Amikacin, Capreomycin, Therapieversagen zählen. Mittlerweile gibt es über die Kanamycin) WHO-Definition hinaus Fälle mit totally-drug-resistant (TDR/ XXDR) -Tuberkulose (gegen alle getesteten Medikamente resistent). Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

3 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 2 Zentrifugale Umgebungsuntersuchung (lt. Deutschem Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose [DZK]) bei: a) Tuberkulose des Respirationstrakte (mikroskopischer Nachweis säurefester Stäbchen in respiratorischen Sekreten, kultureller / molekularbiologischer Nachweis von M. tuberculosis-komplex in respiratorischen Sekreten bei unbekanntem Ergebnis der mikrobiologischen Diagnostik) b) wenn der Indexfall als Infektionsquelle einer weiteren Tbc-Erkrankung gelten kann c) wenn das Obduktionsergebnis auf eine Gefährdung hinweist Bei anderen Tuberkuloseformen gehen die aktuellen Empfehlungen selbst bei Erregerausscheidung nicht von einer realistischen Ansteckungsgefahr aus. Tuberkulose Algorithmen zur Umgebungsuntersuchung Wer? Personen mit engem Kontakt zum Indexfall während des infektiösen Stadiums (Hustenbeginn/in den letzten 2-6 Mon. vor Diagnose) Definition enger Kontakt (Schwellenwert): Indexpatient mit positiver Mikroskopie: mehr als 8 h Aufenthalt im selben Raum. Indexpatient mit negativer Mikroskopie/positiver Kultur: mehr als 40 h Aufenthalt im selben Raum. Übertragungen bei kurzer, jedoch intensiver Exposition (z. B. Tanzen, Kampfsport, med. Eingriffe) nicht ausgeschlossen Gesonderte Hinweise in den DZK-Empfehlungen gibt es z.b. für Gemeinschafts-/Betreuungseinrichtungen, Betriebe, Beschäftige im Gesundheitswesen, Justizvollzugsanstalten, Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln und Ausbrüchen. Bei berufsbedingten Expositionen sollte unbedingt der Betriebsarzt hinzugezogen werden und ggf. auch an eine Meldung als Berufserkrankung gedacht werden. Röntgen-Thorax (TRU) Tuberkulin-Hauttest (IFN- -Test) Klinische Untersuchung Kinder < 5 Jahre auffällig negativ unauffällig Induration > 5 mm IFN- -Test positiv Chemoprävention (+ TRU + Untersuchung nach 3 Monaten) Ggf. TRU nach Abschluss nein nein Fortführung der Chemoprophylaxe als Chemoprävention Erneut THT (IFN- -Test) nach 8² Wochen + Untersuchung Induration > 5 mm oder IFN- -Test positiv unauffällig ja nein Chemoprophylaxe beenden Diagnostik positiv Antituberkulotische Therapie Tuberkulin-Hauttest (IFN- -Test) auffällig TRU Gefahr der frühen Generalisation mit schweren Erkrankungsformen wie z. B. tuberkulöse Meningitis, Miliartuberkulose! Klinische Untersuchung Kinder 5 bis < 15 Jahre Diagnostik positiv Induration > 5 mm IFN- -Test positiv Röntgen-Thorax auffällig ja ja negativ unauffällig Chemoprävention nein nein ja Erneut THT/IFN-g-Test nach 8 Wochen + Klinische Untersuchung Induration > 5 mm oder IFN- -Test positiv? nein Antituberkulotische Therapie Röntgen-Thorax nach Abschluss Keine weiteren Maßnahmen Kontaktperson ab 15 Jahren IFN- -Test 8 Wochen nach letztem Kontakt Beratung, keine weiteren Maßnahmen Röntgen-Thorax nach Abschluss Chemoprävention ja unauffällig nein negativ negativ Beratung, TRU-Kontrolle binnen 1 Jahres positiv Röntgen-Thorax + Untersuchung auffällig Diagnostik unauffällig Bei erhöhtem Risiko zusätzlich oder ggf. bei Erwachsenen > 50 Jahre statt IFN- -Test (optional) unverzüglich Röntgen-Thorax positiv Antituberkulotische Therapie Keine weiteren Maßnahmen Quelle: nach Diel R. et al.: Neue Empfehlungen für die Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose, Pneumologie 2011, 65: , Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

4 Laborinformation Nr. 3 Arthritiden 1 Einteilung Entzündlich-rheumatische Erkrankungen umfassen Erkrankungen unterschiedlicher Genese und dem gemeinsamen Merkmal einer entzündlichen Reaktion an Gelenken und/ oder Knochen. Häufig handelt es sich um Multisystemerkrankungen mit Beteiligung des Bindegewebes innerer Organe (Gefäße, Herz, Lunge, Auge, Haut u. a.). Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

5 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 4 Arthritiden 2 Klinik und Labordiagnostik Basisdiagnostik und Screening: BSG, CRP, großes Blutbild, Elektrophorese, RF-IgM, CCP-Ak, ASL quant., ANA, HLA-B27, Urin-Status Erkrankung Klinik Laborparameter Material Infektiöse Arthritis Akute bakterielle (septische) Arthritis Gelenk-, Knochentuberkulose Lyme-Arthritis (Borrelien) Lues Infekt-reaktive Arthritis Akutes rheumatisches Fieber Reaktive Arthritis bei Urogenital- und Darminfektionen Begleitarthritis bei viralen Erkrankungen Spondylarthropathien Spondylitis ankylosans (M. Bechterew) Psoriasisarthritis Arthritis bei chronischentzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa/ M. Crohn) hochfieberhafte Monarthritis, purulenter Erguss chronisch destruierende Arthritis, bevorzugt Befall tragender Gelenke: Wirbel, Hüftgelenke, Knie. Tuberkulöse Spondylarthritis kombiniert mit tuberkulöser Osteomyelitis der Brustwirbelsäule wandernde Oligoarthritis, asymmetrischer Befall, am häufigsten große Gelenke betroffen (Knie, Sprunggelenke, Ellenbogen, weiterhin Finger- u. Kiefergelenke), massiver Erguss Osteochondritis und Perichondritis mit typischen Deformitäten bei Lues connata (sehr selten) wandernde Polyarthritis, kardiale und ZNS- Beteiligung (Chorea minor), subkutane Knötchen meist Oligoarthritis großer Gelenke im Gefolge eines enteralen oder urogenitalen Infektes (1-4 Wochen), ggf. kombiniert mit Urethritis und Uveitis (Reiter-Syndrom) meist transiente Mitbeteiligung von Gelenken im Rahmen akuter Virusinfektionen, chron. Arthritiden bei chron. Virushepatitis B und C Beginn meist als Sacroileitis, im Verlauf zunehmende Wirbelsäulen- und Thoraxversteifung, Augen- (Uveitis) und Herzbeteiligung (AV-Block) breites Spektrum unterschiedlicher Manifestationen an verschiedenen Gelenken möglich, geht in 15-20% der Fälle einer Psoriasis voraus Befall verschiedener Gelenke möglich, Aktivität korreliert oft mit Diarrhoe, meist keine erosiven Veränderungen Erregeranzucht T-Spot-TB oder Quantiferon-TB Gold Erregeranzucht Mykobakterien-PCR Borrelien-Serologie Borrelien-PCR* Lues-Serologie Nachweis ß-hämolysierender Streptokokken der Serogruppe A+C Antistreptolysin, Anti-DNAse B, Anti- Hyaluronidase Antikörper gegen Chlamydia trachomatis, Yersinien, Campylobacter, Salmonellen, Shigellen Nachweis enteropathogener Erreger Nachweis von Erregern urogenitaler Infektionen (Gonokokken, Mykoplasmen/ Ureaplasmen, Chlamydia trachomatis) HLA B27 (ca. 70% positiv) serologische Diagnostik: Parvo B19, Hepatitis B und C, EBV, CMV, Dengue u.a. HLA-B27 (> 90 % positiv) keine spezifische Labordiagnostik HLA-B27 (ca. 70% positiv) x-anca, Becherzell-Ak, Ak gegen exokrines Pancreas, Saccharomyces cerevesiae-ak Calprotectin Gelenkpunktat, Blutkultur, Eiter Heparinblut (T-Spot) / Spezialröhrchen (QFT) Gelenkpunktat Biopsiematerial Gelenkpunktat Tonsillenabstrich, Eiter Stuhl Urogenitalabstrich, Urin EDTA-Blut EDTA-Blut EDTA-Blut Stuhl Zoeliakie Transglutaminase-Ak, Gliadin-Ak M. Whipple PCR auf Tropheryma whipplei* Darmschleimhautbiopsie Systemische entzündliche Erkrankungen Rheumatoide Arthritis Arthritis bei Kollagenosen und Vaskulitiden Kristallarthropathien Arthritis urica (Gicht) Pyrophosphat-Arthropathie (Pseudogicht) Morgensteifigkeit der Gelenke, symmetrische Polyarthritis, primäre Lokalisation: Hand- und Fingergelenke, Rheumaknoten, erosive Arthritis, gelenknahe Osteoporose meist nicht erosive Oligo- oder Polyarthritis mit wechselndem Gelenkbefall Gichtanfall: meist Monarthritis im Großzehengrundgelenk mit Rötung und schmerzhafter Schwellung chronische Gicht: asymmetrische Arthritis mit periartikulären Tophi akuter Anfall gichtähnlich, am häufigsten Knie-, Schulter- u. Handgelenke befallen oft bei bereits bestehender Osteoarthrose und Chondrokalzinose, schwerer destruierender Verlauf * Untersuchungen sind keine oder stark eingeschränkte Kassenleistung RF-IgM, CCP-Ak, MCV-Ak ANA, ENA, dsdns-ak, ANCA, zirkulierende Immunkomplexe, Komplement C3 und C4 Harnsäure Harnsäurekristalle Kalziumpyrophosphatkristalle Gelenkpunktat Gelenkpunktat Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

6 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 5 Autoimmundiagnostik 1 Kollagenosen Organsystem Haut Niere Lunge Gelenke Muskeln Gefäße Raynaud Herz ZNS Gerinnung Magen-Darm Allgemein Ösophagus betroffenes Organsystem Differentialdiagnose Kollagenose-Screen. SLE subkutaner LE Sjögren-Syndrom MCTD/Sharp-Syndrom CREST-Syndrom Sklerodermie Polymyositis Dermatomyositis rheumatoide Arthritis Vaskulitiden M. Wegener rapid progressive GN Raynaud-Syndrom primär biliäre Zirrhose autoimmune Hepatitis primär skleros. Cholangitis Autoimmundiagnostik ANA dsdns ENA-Screening SS-A SS-B Sm Jo-1 Myositis Blot ANCA AMA Aktin nrnp/sm Scl-70 Centromere-Ak Cardiolilpin-Ak Lupus Antikoagulans RF, CCP Marker 1. Wahl Marker 2. Wahl Marker bei autoimmun-vermittelter Gerinnungsstörung weitere Parameter Albumin/Urin Kryoglobuline Albumin/Urin Kälteaggl., Immunfixation Albumin/Urin Tumorsuche Albumin/Urin PR-3, MPO-Ak,Albumin/Urin PR-3-Ak, SDS-PAGE Albumin/Urin, SDS-PAGE Kälteaggl., Immunfixation AMA-M2-Ak LKM-1-Ak, LP-Ak Becherzell-Ak Autoantikörper und Krankheitskorrelation weniger häufig häufig Autoantikörper Aktin-Ak AMA ANA-IFT c-anca p-anca Cardiolipin-Ak CCP-Ak Centromere-Ak dsdns-ak Fibrillarin-Ak Jo-1-Ak Ku-Ak LKM-Ak LP-Ak Lupus Antikoagulans Mi-2-Ak MPO-Ak PM-Scl-Ak PR-3-Ak RF-IgM Ribosomen-Ak RNA-Polymerasen-Ak Scl-70-Ak Sm-Ak SS-A-Ak SS-B-Ak To-Ak U1-n-RNP-Ak MCTD (Sharp-Syndrom) CREST-Syndrom Syst. Lupus Erythematodes (SLE) LE subakut kutan LE, medikamentös Sjögren-Syndrom Sklerodermie Poly-/Dermatomyositis chronische Polyarthritis M. Raynaud primär biliäre Zirrhose autoimmun Hepatitis M. Wegener Vaskulitis rapid progressive GN Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

7 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation 6 Autoimmun-Erkrankung 2 Organspezifische Autoimmunität ZNS Paraneoplast. Syndrom Neuronale Ak,Hu-,Ri-, Yo-Ak,MA2-Ak,CV2-Ak, Amphiphysin-Ak ZNS Enzephalitis Guillain Barre S. AMPA-Rezeptor-Ak, NMDA-Rezeptor-Ak Gangliosid-Ak Auge Neuromyelitis optica Sjögren Syndrom Uveitis Nase M. Wegener Mund Pemphigus Pemphigoid Schilddrüse M. Basedow Hashimoto-Thyreoiditis Lunge Kollagenose, M. Wegener Lungenfibrose Leber Autoimmunhepatitis Gallenwege Primär biliäre Zirrhose Primär skleros. Cholangitis Aquaporin4-Ak ANA, SS-A-, SS-B-Ak ANCA, ANA ANCA, PR3-Ak Desmosomen-Ak Basalmembran-Ak TRAK TPO-Ak ANA, ANCA, PR3-Ak t-rns-synthetase-ak ANA, GMA, Aktin-Ak, LKM, LP-Ak AMA, Centromer-Ak x-anca, PR3-Ak Polyneuropathie IgM-Gammopathie Speicheldrüsen Sjoergren-Syndrom Neben-Schilddrüse Hypoparathyreoidismus Ösophagus Kollagenose CREST-Syndrom Haut Pemphigus Pemphigoid-Ak Muskel Myasthenie Lambert-Eaton-Syndrom Myotonie Dermatomyositis Pankreas Diabetes mellitus Pankreatitis autoimmun MAG-Ak ANA, SS-A-, SS-B-Ak Parathyreoidea-Ak ANA, Scl70-Ak Centromer-Ak Desmosomen-Ak Haut-Basalmembran AChRA, MuSK, Titin-Ak Ca-Kanal-Ak K-Kanal-Ak ANA, Myositis-Blot ICA, IA-2-Ak, ZnT8-Ak GAD-2-Ak, Insulin-Ak Carboanhydrase-Ak Magen Gastritis Typ A PCA, Intrinsic-Faktor-Ak Darm Gluten-Enteropathie TTG-IgA, Gliadin-Ak Endomysium-IgA Darm Colitis ulcerosa M. Crohn Niere Kollagenose Vaskulitis Glomerulonephritis M. Wegener ANCA, Becherzell-Ak Pankreas exokrin-ak, ASCA ANA ANCA,MPO-Ak GBM-Ak,Phospholipase- A2-Rezeptor-Ak ANCA,PR3-Ak Ovar Sterilität, Amenorrhoe Polyendokrinopathie-S. Thrombozyten Thrombozytopenie TT Purpura Erythrozyten Anämie hämolytisch Ovar-Ak Ovar-Ak, NNR-Ak Thrombozyten-Ak ADAMTS-13-Ak Coombs-Test dir./indir. Nebenniere NNR-Insuffizienz NNR-Ak Testis Sterilität Polyendokrinopathie-S. Testis-Ak Testis-Ak, NNR-Ak Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

8 Laborinformation Nr. 7 ADH abhängige Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes Das Antidiuretische Hormon (ADH), synonym: Arginin-Vasopressin (AVP), ist ein Peptidhormon des Hypophysenhinterlappens. Es entsteht durch Spaltung eines Prohormons in die Peptide ADH, Neurophysin II und CT-proVasopressin (CT-proAVP, Copeptin). ADH stimuliert die Wasserrückresorption in den distalen Tubuli und den Sammelrohren der Niere. Typische Krankheitsbilder sind der Diabetes insipidus (ADH-Mangel oder verminderte Wirkung) und das Syndrom der inadäquaten ADH- Sekretion (siehe Tabelle). Als Marker für die Beurteilung der ADH-Sekretion eignet sich das wesentlich stabilere CT-proVasopressin, das in äquimolarer Menge sezerniert wird. Die Beurteilung sollte immer im Zusammenhang mit der Plasmaosmolalität und des - Natriums erfolgen. Weiterhin sinnvoll sind Bestimmungen der Urinosmolalität und des Urin-Natriums. Interpretationshilfen und Algorithmen zur Stufendiagnostik sind in den unteren Abbildungen dargestellt. Diabetes insipidus: Verminderte Fähigkeit der Nieren, bei Wasserentzug konzentrierten Harn zu produzieren. Ein Mangel an ADH (zentraler Diabetes insipidus) bzw. ein fehlendes Ansprechen der Niere auf ADH (renaler Diabetes insipidus) führen zu einem starken Wasserverlust mit der Folge einer hypertonen Dehydratation. Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH): Synonym: Schwartz-Bartter-Syndrom. Bezogen auf die Blutplasma-Osmolalität ist die Ausschüttung von ADH unangemessen hoch. Daraus resultieren eine gesteigerte Wasserretention und eine Verdünnungshyponatriämie (hypotone Hyperhydratation). 80% der Fälle sind paraneoplastisch bedingt (v.a. beim kleinzelligen Bronchial-Ca). Pathophysiologie SIADH Diabetes insipidus centralis Diabetes insipidus renalis unangemessen hohe ADH- Sekretion unzureichende ADH-Sekretion Ätiologie meist paraneoplastisch idiopathisch (ca. 1/3 der Fälle); sekundär bei Tumoren, nach Schädel-Hirn-Traumata oder Infektionen des ZNS Klinik Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, evtl. neurologische Symptome ADH-Rezeptordefekt deutliche gesteigerte Urinmenge, starkes Durstgefühl, deutlich erhöhte Trinkmenge erblich (X-chromosomal- oder autosomal-rezessiv); erworben bei Nierenerkrankung Labor Plasma/ : CT-proVasopressin, Na +, K +, Osmolalität CT-proVasopressin, Na +, Osmolalität CT-proVasopressin, Na +, Osmolalität Urin: Na +, Osmolalität Na +, Osmolalität Na +, Osmolalität Weitere Diagnostik Desmopressin-Test: Urin-Osmolalität steigt an Desmopressin-Test: Urin-Osmolalität unverändert weitere Diagnostik empfohlen Material: CT-proVasopressin Osmolalität im Plasma Na +, K + Osmolalität im Urin Na + im Urin EDTA-Blut EDTA-Blut Urin Urin 1) Gebrauchsanweisung CT-proAVP Brahms/Thermo Scientific 2012 Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

9 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 8 Lyme-Borreliose Labordiagnostik Die Lyme-Borreliose ist eine durch die Spirochäte Borrelia burgdorferi hervorgerufene und die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie ist eine Multisystemerkrankung, die mehrere Stadien durchlaufen kann. Epidemiologie Die drei häufigsten in Europa verbreiteten Unterarten der Gattung Borrelia burgdorferi sensu lato sind Borrelia afzelii (ca. 40%), Borrelia garinii (ca. 40%) sowie Borrelia burgdorferi sensu stricto (ca. 20%). Borrelia spielmanii wurde kürzlich als neue Art beschrieben. Borrelien werden durch Zecken der Gattung Ixodes (In Europa: Ixodes ricinus Gemeiner Holzbock) übertragen. In Deutschland sind adulte Zecken im Durchschnitt zu 20%, Nymphen zu 10% und Larven nur zu etwa 1% infiziert. Die Übertragung erfordert einen längeren Saugakt (ca h). Nach bisherigen Erkenntnissen führt ein Zeckenstich bei 1,5 6% der Betroffenen zur Infektion (einschließlich der klinisch inapparenten Fälle); bei 0,3 1,4% ist mit einer manifesten Erkrankung zu rechnen. Erfolgt der Stich durch eine infizierte Zecke, erhöht sich die Übertragungswahrscheinlichkeit auf über 20%. In Endemiegebieten sind bei bis zu 25% der Bevölkerung, bei Risikogruppen (Forstarbeiter, Jäger) bis zu 40% Borrelien-Ak nachweisbar. Viele Zeckenstiche bleiben unbemerkt. Die Infektion hinterlässt keine Immunität, Reinfektionen sind möglich. Labordiagnostik Antikörpernachweise: - Borrelien-Ak IgG und IgM (LIA) im als Suchtest - Borrelien-Ak IgG und IgM (Immunblot) im als Bestätigungstest - Borrelien-spezifischer Antikörperindex im Liquor/-Paar bei V. a. Neuroborreliose Erregernachweis mittels PCR in Hautbioptat*, Synovialflüssigkeit oder -gewebe* und Liquor ELISPOT Borrelien* im Heparinblut Untersuchung der Zecke auf Borrelien mittels PCR* *Keine Kassenleistung! Hinweise zu den Untersuchungen Antikörpernachweise Borrelien-Ak IgM werden in der Regel 2-6 Wochen nach Zeckenstich positiv und persistieren 3-6 Monate; in Einzelfällen längere Persistenz (bis zu 3 Jahren) möglich. Prädominanz im Stadium I. Borrelien-Ak IgG erscheinen durchschnittlich nach 4-8 Wochen. IgG-Ak gegen VLsE sind jedoch gelegentlich schon vor dem Auftreten von IgM nachweisbar. Prädominanz bei längerer Krankheitsdauer. Persistenz über Jahrzehnte möglich, bei Kindern oft schnellerer Abfall. Als Suchtest wird im Labor ein Lumineszenzimmunoassay (LIA) verwendet, positive oder grenzwertige Ergebnisse werden mit einem Immunblot bestätigt. Bei zweifelhaften Ergebnissen sollte der Befund innerhalb von 2 Wochen kontrolliert werden. Serologische Verfahren eignen sich nicht zur Kontrolle des Therapieerfolges. PCR Sensitivität im Hautbioptat (Erythema migrans, Acrodermatitis) und in Synovialflüssigkeit oder -gewebe (Lyme-Arthritis) ca %, im Liquor (bei akuter Neuroborreliose) nur ca %. ELISPOT Borrelien Nachweis der Interferon-gamma Freisetzung von Lymphozyten nach Stimulation mit Borrelien-Antigenen. In Einzelfällen positive Reaktion noch vor der Bildung von IgM. Der ELISPOT wird im Vergleich zu IgG-Antikörpern wahrscheinlich früher negativ (nach ca. 6 Monaten bis 1 Jahr). Neues Verfahren mit noch begrenzter Datenlage. Untersuchungen bei V. a. Neuroborreliose Der Nachweis eines erhöhten Liquor/-Antikörperindex (>1,5) gilt als das sensitivste Testverfahren (50-70%), die Sensitivität der PCR ist deutlich geringer. Weitere Befunde: Zunahme der Liquorzellzahl auf einige Hundert/µl mit mononukleärem Zellbild und Erhöhung der Immunglobuline im Liquor (IgG, IgA und IgM: sogenannte Dreiklassenreaktion). Stadien, Klinik und Antikörpernachweis der Borreliose Stadium 1 Stadium 2 Stadium 3 Latenz Tage bis Wochen bis zu 1 Jahr Jahre bis Jahrzehnte Organsystem Haut Lymphadenosis cutis Akrodermatitis chronica (Erreger überwiegend Erythema migrans benigna atrophicans Borrelia afzelii) Gelenke Nervensystem (Erreger überwiegend Borrelia garinii) Herz Akute Neuroborreliose meist mit Fazialisparese (häufig bei Kindern) Lymphozytäre Meningoradikulitis Bannwarth Abduzens- oder Fazialisparese Lyme-Karditis, AV-Block Myoperikarditis Lyme-Arthritis (meist ein großes Gelenk, Knie oder Sprunggelenk betroffen) Chronische Enzephalomyelitis Antikörper positiv in % Borrelien-IgG Borrelien-IgM Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

10 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 9 Antiphospholipid-Syndrom Definition und Krankheitsbild Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist eine Autoimmunerkrankung, die mit venösen und arteriellen Thrombosen, Spontanaborten und Schwangerschaftskomplikationen einhergeht. Die Erkrankung tritt isoliert als primäres APS oder als Begleiterkrankung (sekundäres APS) anderer Autoimmunerkrankungen (vor allem beim systemischen Lupus erythematodes, seltener bei M. Crohn, Immunthrombozytopenie, chronischer Polyarthritis, Vaskulitis) auf. Ein APS ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Krankheitsursache sind so genannte Antiphospholipid-Antikörper, die an Komplexe aus negativ geladenen Phospholipiden und Proteinen (Cardiolipin, ß2-Glykoprotein-1, Phophatidylserin oder Prothrombin) binden. Diese Antikörper führen in vitro zu einer Verlängerung der PTT, sind jedoch in vivo nicht mit einer Blutungsneigung sondern im Gegenteil mit einer Thromboseneigung verbunden. Es muss zwischen Patienten mit eindeutigem APS und solchen unterschieden werden, bei denen nur vorübergehend Anti-Phospholipid-Ak nachweisbar sind (z.b. bei viralen oder bakteriellen Infektionskrankheiten). Bei Kindern werden diese Antikörper Infektions-assoziiert relativ häufig gefunden, Patienten mit Malignomen können ebenfalls Anti-Phospholipid-Ak entwickeln. Die Diagnose stützt sich daher auf die Klinik und den labordiagnostischen Nachweis (siehe Tabelle); letzterer sollte bei mindestens zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens 12 Wochen positiv sein. Der labordiagnostische Nachweis umfasst Cardiolipin-Ak, ß2-Glykoprotein-1-Ak (ß2-GP1-Ak) und die unten aufgeführten gerinnungsphysiologischen Teste auf Lupus-Antikoagulans. Tab.: Diagnosekriterien für das APS Klinische Symptome - venöse oder arterielle Thrombose - intrauteriner Fruchttod nach der 10. SSW eines morphologisch normalen Fetus - Frühgeburt wegen (Prä-)Eklampsie oder Plazentainsuffizienz vor der 34. SSW - drei oder mehr Spontanaborte vor der 10. SSW, die durch andere Ursachen nicht erklärbar sind Laborkriterien - Lupus antikoagulans - Cardiolipin-Ak* - ß2-Glykoprotein-1-Ak* *IgG oder IgM, mittlerer oder hoher Titer Ein APS ist anzunehmen bei Vorliegen eines der genannten Symptome zusammen mit mindestens einem Laborkriterium. Labordiagnostischer Nachweis bei mindestens zwei Untersuchungen im Abstand von > 12 Wochen. Klinische Symptome bzw. Indikationen Rezidivierende, ungeklärte Thrombosen Venenthrombose Beinvenen, Armvenen, Vena cava inferior, Nierenvene, Budd-Chiari-Syndrom, Sinusvenenthrombose Lungenembolie, Nierenvenenthrombose Arterienthrombose ZNS: Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken Augenarterienthrombose Koronarien: Herzinfarkt Extremitäten: AVK Schwangerschaftskomplikationen rezidivierende Spontanaborte, intrauteriner Fruchttod, Frühgeburt, Präeklampsie, Wachstumsretardierung des Föten Thrombozytopenie meist gering ausgeprägte Thrombozytopenie Unerklärbare Ergebnisse von Gerinnungstests meist PTT-Verlängerung, selten niedriger Quick Lupus erythematodes und andere Kollagenosen Labordiagnostik Gerinnungsphysiologischer Nachweis von Lupus-Antikoagulans (LA) = Nachweis der durch Anti-Phospholipid-Ak verursachten Verlängerung der PTT Darunter fallen folgende einzelne Gerinnungsuntersuchungen, die zusammen durchgeführt und bewertet werden (nicht einzeln anforderbar): Lupus sensitive PTT: Messung der PTT mit einem Reagenz, das besonders empfindlich auf Lupus-Antikoagulans reagiert LA Screening: basiert auf der drvvt (diluted Russell s Viper Venom Time); der Test enthält wenig Phospholipide und ist deshalb sehr sensitiv gegenüber Lupus antikoagulans. LA Bestätigungstest: Spezifitätsnachweis bei positivem Ergebnis der Screeningteste. Durch Zusatz von Phospholipiden im Überschuss werden die Anti-Phospholipid-Ak im Patientenplasma neutralisiert, dadurch verkürzt sich die PTT. Als weiterer Bestätigungstest wird ggf. ein PTT-Mischversuch (Mischung des Patientenplasmas mit einem Normalplasma) angeschlossen. Cardiolipin-Ak (EIA) Cardiolipin-Ak sind gegen den Komplex aus Cardiolipin und 2-Glykoprotein1 gerichtet. Falsch positive Ergebnisse werden bei Infektionskrankheiten (z.b. Lues, Hepatitis B, Helicobacter pylori-infektion) und Malignomen gefunden. Bei Infektionen nachgewiesene Cardiolipin-Ak sind meist niedrig konzentriert % der Patienten mit mittleren und hohen Cardiolipin-AK-Titern zeigen klinische Symptome des APS. Cardiolipin-Ak IgG Cardiolipin-Ak IgG in hohen Konzentrationen sind sehr stark mit einem Risiko für venöse Thrombosen und Lungenembolie assoziiert. Cardiolipin-Ak IgM Cardiolipin-Ak IgM sind weniger spezifisch und in niedriger Konzentration auch bei Gesunden vor allem nach Infektionskrankheiten nachweisbar. 2-Glykoprotein1-Ak IgG/IgM (EIA) Die Höhe der Antikörper korreliert eng mit dem Thromboserisiko bei APS. Falsch positive Ergebnisse treten seltener auf als bei den Cardiolipin-Ak. 2-Glykoprotein 1 hemmt die Bildung von Faktor Xa. Diese gerinnungshemmende Funktion wird durch 2-GP1-Ak gestört. Anforderung und Material Cardiolipin-Ak EIA 2-GP1-Ak EIA Lupus-Antikoagulans 1 ml 1 ml 3 ml Citratplasma gefroren Hinweise 1) Der Cardiolipin-Mikroflockungstest ist eine Zusatzuntersuchung zur Klärung der Therapienotwendigkeit und zur Verlaufskontrolle der Lues-Infektion. Für die Diagnostik eines APS ist dieser Test zu unempfindlich. 2) Lupus-Antikoagulans u./o. Cardiolipin-Ak können im Zusammenhang mit einem sekundären APS bei Lupus erythematodes auftreten und sind bei dieser Indikation als Zusatzuntersuchung sinnvoll. Da aber nur ca. ein Drittel der Lupus-Patienten Anti- Phospholipid-Ak bildet, sind sie als Suchtest nicht geeignet. Als Screeningtest bei V.a. Kollagenose ANA anfordern! Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

11 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 10 Chlamydia trachomatis Erreger Chlamydia trachomatis ist ein Gram-negatives Bakterium, dessen Vermehrung obligat intrazellulär in Zylinderepithelzellen erfolgt. Verschiedene Serotypen (A,B,C; D bis K; L1-3) rufen vor allem Erkrankungen des Urogenitaltraktes und der Konjunktiven hervor (siehe Tabelle). Die in Mitteleuropa auftretenden Infektionen werden fast ausschließlich von den C. trachomatis Serotypen D bis K verursacht. Klinische Bedeutung Die genitale Chlamydieninfektion ist die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Erkrankung. Unbehandelt persistieren die Erreger über einen Zeitraum von mehreren Jahren (durchschnittlich 4 Jahre). Die Erkrankung verläuft bei 80% der infizierten Frauen und bei 50% der Männer asymptomatisch. Die in der Regel leichte Symptomatik präsentiert sich bei Frauen als ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss, Zwischenblutung, Blutung nach dem Verkehr oder Dysurie, bei Männern als Harnwegsinfekt mit Ausfluss, gelegentlich als Prostatitis/ Epididymitis oder Proktitis. Bei Frauen kann eine aszendierende Infektion über die Tuben zu chronisch entzündlichen Veränderungen im kleinen Becken führen (Pelvic Inflammatory Disease, PID). Die Infektion mit C. trachomatis ist die häufigste infektiöse Ursache für Infertilität. Reaktive Arthritis und M. Reiter sind mögliche immunologisch bedingte Folgeerkrankungen bei beiden Geschlechtern. Eine Infektion mit C. trachomatis erhöht das Risiko für die Übertragung von HIV und kann als Kofaktor für die Entwicklung eines Zervixkarzinoms bei HPV-positiven Frauen wirken. Epidemiologie Übertragung sexuell oder intra partum als Schmierinfektion Inkubationszeit 1-3 Wo jährliche Neuerkrankungen in Deutschland Prävalenz: 2-5%, bei Personen unter 25 Jahre 5-10%. Diagnostik Erregernachweis Der Nachweis des Erregers oder Erreger-spezifischer Nukleinsäure erfolgt im Urin, aus Urogenitalabstrichen oder im Sperma. Wegen der häufig sehr geringen Erregerkonzentration sollten hochsensitive Nukleinsäureamplifikationsverfahren (z.b. PCR) zum Einsatz kommen. Antikörpernachweis Die Serologie kann den Erregernachweis nur ergänzen. Antikörper der Klasse IgA steigen 2-4 Wo., IgG-AK 6-8 Wo. nach Primärinfektion an, IgM-Ak spielen für die Diagnostik keine Rolle. Hohe IgGund nachweisbare IgA-Ak sprechen für eine floride Infektion, hochtitrige oder lang persistierende IgA-Ak sind oft mit chronischen Infektionen oder einer reaktiven Arthritis assoziiert. Bei einer C. trachomatis bedingten Tubenschädigung mit Infertilität finden sich häufig Antikörper gegen chlamydiales Heat Shock Protein 60 (chsp60-igg). Der Abfall der Antikörperkonzentration nach ausgeheilter Infektion kann 1-2 Jahre dauern. Weiterführende Diagnostik In Risikogruppen sollten Doppelinfektionen mit Gonokokken und anderen Erregern sexuell übertragbarer Krankheiten in Betracht gezogen werden. Ggf. sinnvoll sind daher der Gonokokkennachweis im Urin (PCR) sowie der Ausschluss einer Lues (TPHA-Test) und einer HIV-Infektion. Therapie Antibiotika der Wahl gegen C. trachomatis sind Tetrazykline, Makrolide und Gyrasehemmer. Sexualpartner müssen konsequent mitbehandelt werden, um eine Reinfektion zu verhindern. Therapiedauer: mindestens 14 Tage Screening auf genitale C. trachomatis-infektionen bei Frauen Das Screening auf C. trachomatis ist in den Mutterschafts- Richtlinien verankerter Bestandteil der Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und sollte bei der ersten Vorstellung nach Feststellung der Schwangerschaft erfolgen. Weiterhin können sexuell aktive Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich ( im Krankheitsfall =4 Quartale) ein Screening auf C. trachomatis in Anspruch nehmen. Das Screening sollte auch im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch angeboten werden. Im Rahmen von Screeninguntersuchungen stellt ausschließlich die Untersuchung einer Urinprobe mittels NAT eine über den EBM abrechnungsfähige Leistung dar. Anforderung und Material Erregernachweise C. trachomatis-pcr 5-10 ml Spontanurin im Urinröhrchen oder Becher, keinen Urikult verwenden! Bevorzugt 1. Portion vom Morgenurin einsenden (keinen Mittelstrahlurin), da hier die Erregerkonzentration am höchsten ist. Antikörpernachweise C. trachomatis-ak (IgA, IgG, chsp60- IgG) Urogenitalabstrich trockenen Tupfer, keinen Tupfer mit Gel einsenden! Kein Screening, nur als kurative Leistung bei Krankheitsverdacht! 1ml Sperma 1 ml chsp60-igg bitte gezielt anfordern! Serotyp Assoziierte Erkrankungen Vorkommen Übertragung Labordiagnostik bevorzugtes Verfahren fett A-C Trachom Tropen Schmierinfektion PCR (chronische Keratokonjunktivitis, Erblindung) (Augenabstrich) Antikörper D-K Mann: Urethritis, Prostatitis, Epididymitis, Proktitis, Konjunktivitis Reaktive Arthritis, M. Reiter Frau: Urethritis, Proktitis, Zervizitis, Bartholinitis, Endometritis, Salpingitis, Adnexitis, PID, Konjunktivitis, Infertilität, ektope Schwangerschaft Reaktive Arthritis, M. Reiter Neugeborene: Einschlusskörperchen-Konjunktivitis, atypische Pneumonie weltweit weltweit L1-3 Lymphogranuloma venereum Tropen, weltweit als Koinfektion bei HIV zunehmend Sexualkontakte Schmierinfektion bei Konjunktivitis ( Schwimmbadkonjunktivitis ) intra partum bei Passage durch den Geburtskanal Sexualkontakte PCR (Urin, Sperma, Prostatasekret, Harnröhrenabstrich) Antikörper PCR (Urin, Cervixabstrich) Antikörper incl. chsp60-igg PCR (Augenabstrich, Trachealsekret, Rachenspülwasser) PCR (Ulcusabstrich, Lymphknotenaspirat) Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

12 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 11 Durchfallerreger Durchfallerkrankungen in der Allgemeinarztpraxis Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arztbesuche. In den meisten Fällen verläuft die Infektion selbstlimitierend und bedarf keiner antibiotischen Therapie. In folgenden Fällen ist jedoch eine mikrobiologische Diagnostik angezeigt: Schwere blutige Durchfälle, schwerer oder protrahierter Verlauf, kürzliche Auslandsaufenthalte in Risikoländern, Umgebungserkrankungen, stationäre Patienten mit nosokomial erworbener Infektion, Immunschwäche, V.a. C. difficile induzierte Kolitis, Säuglinge unter 3 Monaten und V.a. hämolytisch-urämisches Syndrom. Eine Sentinelstudie in Allgemeinarztpraxen zeigte, dass bei etwa ¼ der Fälle ein Erreger gefunden wird. Noroviren waren die häufigste Ursache gefolgt von C. difficile, Rotaviren, Campylobacter, Salmonellen, Adenoviren, Lamblien, Cryptosporiden und Yersinien (siehe Tabelle). Erreger *Studie in Allgemeinarzt praxen + Gemeldete Fälle in D 2012 (RKI) Noroviren 36 % Clostridium difficile 19 % - Rotaviren 17 % Campylobacter 9 % Enteritische Salmonellen 7 % Adenoviren 5 % - Pathogene E. coli Lamblien 3 % 4228 Cryptosporidien 3 % 1385 Yersinia enterocolitica 1 % 2705 EHEC Shigellen Typhöse Salmonellen *Huhulescu et al. Etiology of Acute Gastroenteritis in Three Sentinel General Practices, Austria Infection 2009;37(2): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch für 2012 RKI, Berlin, 2013 Therapie In der Regel müssen leichte Infektionen mit enteritischen Salmonellen, Campylobacter und Yersinien nicht antibiotisch behandelt werden. Bei schweren und protrahierten Verläufen ist in der Regel Ciprofloxacin (Salmonellen, Shigellen, Yersinien) oder Azithromycin (Campylobacter) Mittel der Wahl. Bei Nachweis von EHEC sollte i.d.r. auf ein Antibiotikum verzichtet werden (cave Auslösung eines HUS). Obligat ist die antibiotische Therapie bei Infektionen mit Salmonella Typhi, Vibrio cholerae, Entamoeba histolytica, Giardia lamblia, und Clostridium difficile (bei schweren oder fortbestehenden Symptomen). Erreger Empirische Therapie Clostridium difficile Diarrhoe Metronidazol 3 x 500 mg oder Kolitis (Vancomycin 4 x mg), Tage Salmonella, Shigella, EIEC, Ciprofloxacin 2 x 500 mg, 7-14 Aeromonas, Plesiomonas, Tage, (Azithromycin 1 x 500 mg, Vibrio (non Cholerae) 3-7 Tage) Campylobacter jejunii Azithromycin 1 x 500 mg, 3 Tage Yersinia enterocolitica Ciprofloxacin 2 x 500 mg (Cotrimoxazol 2 x 0,96 g), 7 Tage EHEC, STEC Keine Antibiotika! Giardia lamblia Metronidazol 3 x 250 mg, 5 Tage (Nitazoxanid 2 x 500 mg, 3 Tage) Cryptosporidium Symptomatisch (Nitazoxanid 2 x 500 mg, 3 Tage, in Deutschland nicht erhältlich) Entamoeba histolytica Metronidazol 3 x 500 mg, 7-10 Tage danach Paromomycin 3 x tgl. für 7 weitere Tage Namentliche Meldepflicht Behandelnder Arzt ( 6 IfSG): Bei V. a. Lebensmittelvergiftung oder Erkrankung an einer akuten infektiösen Gastroenteritis und Tätigkeit mit Lebensmitteln im Sinne des 42 IfSG oder wenn mehrere Erkrankungen auftreten bei denen ein epidemischer Zusammenhang vermutet wird. Labor ( 7 IfSG): Nachweis von Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinia enterocolitica, Cryptosporidien, pathogene E. coli (EHEC, EPEC, ETEC, EIEC), Norovirus, Rotavirus, Giardia lamblia, Vibrio cholerae O1 und O139. Vorschriften für Gemeinschaftseinrichtungen Nach 34 IfSG dürfen Personen, die an Cholera, einer EHEC Infektion, Typhus, Paratyphus oder Shigellose erkrankt sind keinen Kontakt zu den Betreuten haben. Die Wiederzulassung ist nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes möglich. Eine klinische Genesung und 3 unabhängige neg. Stuhlproben werden i.d.r. gefordert. Beschäftigungsverbote beim Umgang mit Lebensmitteln Nach 42 IfSG dürfen Personen, die an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt sind oder Shigellen, Salmonellen, EHEC oder Choleravibrionen ausscheiden, beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln nicht beschäftigt werden. Labordiagnostik Das Transportgefäß sollte zu ca. 1/3 mit der Stuhlprobe befüllt werden (blutige, schleimige, eitrige Anteile bevorzugt entnehmen). Bei V.a. Parasiten und Protozoen wird die Untersuchung von 3 Stuhlproben an unterschiedlichen Tagen empfohlen (Einsendung am Entnahmetag). Die Anforderung pathogene Keime beinhaltet nur die Untersuchung auf Salmonellen, Shigellen, Campylobacter und Yersinien. Andere Erreger (siehe Tabelle) müssen separat angefordert werden! Ein Antibiogramm sollte bei typhösen Salmonellen, Shigellen, und Choleravibrionen, angefordert werden; bei Kleinkindern, älteren Patienten und Immunsupprimierten auch bei enteritischen Salmonellen, Yersinien, Campylobacter und Aeromonas. Indikation Basisuntersuchung Diarrhoe pathogene Keime Wässrige Diarrhö Blutige Diarrhö Nach Auslandsreise Kinder < 6J Rezidivierende Abdominalbeschwerden Immunsuppression Antibiotikatherapie in den letzten 6 Wochen Persistierende Diarrhö > 3 Wochen Stat. Aufenthalt ab Tag 4 Wichtigste Erreger Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinien + Noro-, Rota-, Adeno-, Astroviren, Lamblien, Cryptosporidien + Clostridium difficile, EHEC, Aeromonas, Vibrio + pathogene E. coli, Vibrio, Adeno-, Astro-, Noro-, Rotaviren, Lamblien, Cryptosporidien, Amoeben, Kokzidien, Wurmeier + EPEC, EHEC, Rota-, Adenoviren, Lamblien +Yersinien, Clostridium difficile, Lamblien, Wurmeier + Cryptosporidien, Microsporidien, Kokzidien, Adeno-, Astro-, Noro-, Rotaviren, Pseudomonas, Klebsiella oxytoca, C. perfringens, S. aureus, Pilze, Aeromonas, Mykobakterien + Clostridium difficile (GDH + Toxin EIA) + Clostridium difficile, EPEC, EHEC, EAEG, Cryptosporidien, Lamblien, Kokzidien Nur Clostridium difficile Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

13 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 12 Darmerkrankung Chronische Diarrhoe Definition und Pathophysiologie Chronische Diarrhoe ist gekennzeichnet durch ein Stuhlgewicht > 250g/Tag bei über 3 Stuhlentleerungen/Tag, eher dünnflüssiger Konsistenz und einer Dauer > 2-3 Wochen. Je nach zugrunde liegender Funktionsstörung kommt es zu typischen Stühlen. Dabei können gleichzeitig mehrere Diarrhoeformen vorliegen (z. B. exsudative und osmotische Diarrhoe). Chronische Diarrhoe kann Manifestation einer ernsthaften organischen Erkrankung sein und erfordert eine weitergehende Diagnostik. Diarrhoeform Exsudative Diarrhoe Störungen von Sekretion und Resorption: wässrige, schleimige Diarrhoe durch Adhäsion von Pathogenen oder Toxinen mit Zerstörung des Bürstensaums oft blutige Diarrhoe durch Mucosainvasion lokale Gewebeschädigung (Erosionen, Nekrosen, Ulcerationen) durch Autoimmunprozesse Stuhl: eher dunkel, blutig häufig schleimig kleine Mengen Osmotische Diarrhoe Hyperosmolarer, nicht resorbierbarer Nahrungsbrei mit nachfolgendem Wassereinstrom bei Enzymmangel oder Resorptionsstörung, oft mit Gewichtsverlust und Ernährungsmängeln. Auslösung auch durch Fruktose, Sorbitol, Mannitol in Obst, Kaugummi, Diätnahrung u. a.. Stuhl: fettig, übelriechend, große Mengen, Besserung durch Fasten Sekretorische Diarrhoe Gesteigerte Elektrolyt- und Wassersekretion nach Aktivierung der Adenylatzyklase durch Bakterientoxine, Hormone des Gastrointestinaltraktes. Stuhl: wässrig, schaumig, hell, kein Blut/Schleim, große Mengen, unverdaute Nahrungsreste keine Besserung durch Fasten Labordiagnostik Basisdiagnostik Mikrobiologie Blut / Entzündung Verdauungssekrete Entzündungsstatus Malabsorption Ursachen Vorwiegend Dickdarmbeteiligung Infektion TPE, pathogene E.coli [EHEC (inkl. Shiga-Toxin) ] 3 x Stuhl Clostridium diff. (inkl. Toxin), Amöben (Stuhl + ), Lamblien,Cryptosporidien, Kokzidien, Wurmeier Nach Auslandsaufenthalt zusätzlich: Aeromonas spp., Vibrio spp., Balantidium coli Bei Immunschwäche zusätzlich: Fakultativ path. Darmkeine (u. a. Proteus spp., Klebsiella oxytoca, Aeromonas hydrophila / caviae, Pseudomonas spp., andere Nonfermenter), S. aureus, C. perfringens, Mykobakterien spp., Mikrosporidien, Pilze Antibiotika assoziiert Clostridium difficile (GDH + Toxin) Colitis ulcerosa x-anca, Becherzell-Ak, Vitamin B12, Vitamin D (25-OH) -1-Antitrypsin, Lysozym, Lactoferrin, Calprotectin Morbus Crohn Exokrine Pankreas-Ak, Saccharomyces cerevesiae-ak, Vitamin B12, Vitamin D25-1-Antitrypsin, Lysozym, Lactoferrin, Calprotectin Dünndarmbeteiligung M. Whipple PCR auf Tropheryma whipplei* Malabsorption infolge Zöliakie (Sprue) Kohlenhydrat-Malabsorption Laktoseintoleranz Fruktoseintoleranz Nahrungsmittelallergie induzierter Diarrhoe Laxantienabusus Medikamente Maldigestion infolge Gallensäuremangel durch Cholestase Gallensäureverlustsyndrom (M. Crohn, Ileumresektion) Exokr. Pankreasinsuffizienz Sekretionsstörung bei Mukoviszidose Vorwiegend Dünndarmerkrankung Bakterielle Enterotoxine Endokrine Ursachen Hyperthyreose Karzinoidsyndrom Zollinger-Ellison-Syndrom Verner-Morrison-Syndrom (VIPom) Parameter TPE ( Typhus/Paratyphus/Enteritidis -Gruppe), pathogene E.coli (inkl. Shiga-Toxin) okkultes Blut im Stuhl, Albumin, Hämoglobin immunol.*, Hämoglobin/Haptoglobin-Komplex*, -1-Antitrypsin, Lysozym, Lactoferrin, Calprotectin Gallensäuren, Pankreatische Elastase -Carotin* (bei mangelnder Fettresorption im vermindert < 470 µg/l hochspezifisch für Steatorrhoe, Parameter der Wahl, besser als Fett im Stuhl) CRP, Elektrophorese, Ferritin, IgG, IgA, IgM Differentialblutbild BKS Calcium, Phosphat, Albumin, Vitamin B12, Vitamin D (25-OH) Parameter Gliadin-, Transglutaminase-Ak Laktosebelastungstest Laktase-Genuntersuchung Fruktosebelastungstest RAST auf Nahrungsmittel (FX5 als Screening, Einzelallergene nach Anamnese) Laxantiennachweis Medikamentenscreening mit Angabe des nachzuweisenden Wirkstoffes GOT, GPT, -GT, AP, Bilirubin ges., -Carotin*, CEA, CA19-9 Gallensäuren gesamt, Pankreatische Elastase Gallensäuren gesamt Pankreatische Elastase, -Carotin* Pankreatische Elastase, -Carotin* Genetische Untersuchung auf Mukoviszidose TPE, pathogene E.coli (inkl. Shiga-Toxin), Clostridien (inkl. Toxine) Vibrio spp. TSH basal, ggf. ft3, ft4 5-OH Indolessigsäure, Chromogranin A Gastrin-Stimulationstest Genetische Untersuchung zum Ausschluss von MEN1 VIP Material 3 x Stuhl Stuhl 3 x Stuhl EDTA-Blut BKS-Röhrchen 3 x Stuhl 3 x Stuhl 3 x Stuhl Dünndarmbiopsie (nativ) 5 x NaF-Blut (s. LV) EDTA-Blut 5 x Atemluft (s. LV) 24h-Urin Spontanurin 3 x Stuhl 3 x Stuhl 3 x Stuhl, 3 x Stuhl, EDTA-Blut 3 x Stuhl 24h-Urin+HCL/ gefr. EDTA-Blut 3ml EDTA-Plasma gefr. (Trasylolröhrchen) Wechsel Diarrhoe / Obstipation Bei Stenosen im distalen Colon (Carcinome, Divertikulitis) Stuhl: bakterielle Verflüssigung im Wechsel mit Obstipation kleine Stuhlmengen Veränderte Darmmotilität Stuhleinklemmung / Tumor Diabetische Neuropathie Sklerodermie Aktives Glukagonom Reizkolon Hämoglobin immunol.*, Hämoglobin/Haptoglobin-Komplex*, M2-PK* CEA, CA19-9 HbA 1c ANA, Scl-70-Ak Glukagon Ausschlussdiagnose Stuhl EDTA-Blut EDTA-Pl. gefroren * keine Kassenleistung Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

14 Laborinformation Nr. 14 Diphtherie Einleitung Die Diphtherie ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die von Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Sie manifestiert sich am häufigsten in der Tonsillopharyngeal-Region (Rachendiphtherie). Seltener sind auch Larynx, Nase, Trachea, Bronchien, Haut und Wunden betroffen. Corynebakterien sind aerobe, unbewegliche grampositive Stäbchen. Der wichtigste Virulenzfaktor von C. diphtheriae ist das Diphtherietoxin, welches die Proteinsynthese der Wirtszellen hemmt und zu schweren systemischen Komplikationen führen kann. Es wird nur von phageninfizierten Corynebakterien gebildet. Nichttoxigene C. diphtheriae-stämme verursachen nur selten Infektionen. Neben C. diphtheriae können auch Stämme der engverwandten Spezies C. ulcerans und C. pseudotuberculosis das Bild einer Diphtherie verursachen. Der Mensch ist das einzige epidemiologisch relevante Reservoir für C. diphtheriae. C. ulcerans und C. pseudotuberculosis können dagegen von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Die Rachendiphtherie wird durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen, die Hautdiphtherie durch direkten Kontakt (selten über kontaminierte Gegenstände). Ohne Behandlung beträgt die Ansteckungsfähigkeit ca. 2 Wochen, bei Antibiotikatherapie 2-4 Tage. Klinische Verlaufsformen Die Rachendiphtherie beginnt ca. 2-5 Tage nach Infektion mit Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden. Später kommt es zu Heiserkeit, Stridor, Gaumensegellähmung und Lymphknotenschwellung. Auf Tonsillen, Gaumen und Uvula bilden sich grau-weiße Beläge, die beim Abstreifen bluten (sog. Pseudomembranen). Die Erkrankung kann bis zu einer Atemwegsobstruktion fortschreiten (Krupp). Bei Befall der Nasenschleimhaut (Nasendiphtherie) kommt es zu serosanguinösem Ausfluss. Bei der Kehlkopfdiphtherie dominieren Husten und Heiserkeit. Differentialdiagnostisch müssen eine Streptokokkenangina, die Angina Plaut Vincentii, eine infektiöse Mononukleose und eine Epiglottitis abgegrenzt werden. Neben den respiratorischen Symptomen kann es durch die Dissemination des Diphtherietoxins zu einer Organschädigung kommen. Dies tritt häufiger bei schwerer respiratorischer Erkrankung auf. Bei bis zu 2/3 der Fälle entsteht eine Myokarditis, die ca Tage nach Beginn der respiratorischen Beschwerden beginnt. Bei ca. 5% der Patienten kommt es zu einer Polyneuritis. Zu den seltenen Komplikationen gehören Nierenversagen, Enzephalitis, Hirninfarkt, Lungenembolie, Endokarditis. Nichttoxigene C. diphtheriae Stämme sind mit Endokarditis, Osteomyelitis und septischer Arthritis assoziiert. Die Haut- oder Wunddiphtherie kommt überwiegend in den Tropen vor. Sie entsteht auf der Basis bereits vorhandener Dermatosen oder Verletzungen. Die Klinik entspricht der von sekundären bakteriellen Hautinfektionen. Es kann aber auch zu chronischen Ulzera mit grauen Membranen kommen. Systemische toxische Manifestationen sowie die Entwicklung einer Rachendiphtherie sind selten. Epidemiologie In der EU ist die Diphtherie sehr selten geworden. So wurden im Jahr 2011, laut ECDC, 20 Fälle gemeldet. Endemisch ist die Diphtherie jedoch weiterhin in Afrika sowie in folgenden Ländern anzutreffen: Russland, Ukraine, Lettland, Afghanistan, Indien, Indonesien, Philippinen und Haiti. Daher kann es bei nicht geimpften Reisenden und deren Kontaktpersonen zu Erkrankungen kommen. In Deutschland wurden 2012, laut Epidemiologischem Jahrbuch (RKI), 9 Diphtheriefälle gemeldet (siehe Abbildung). Gesetzliche Bestimmungen (IfSG) Nach 6 des IfSG besteht für den behandelnden Arzt bereits bei Krankheitsverdacht eine Meldepflicht (namentliche Meldung). Das Labor meldet nach 7 den Nachweis eines toxinbildenden Stammes. Nach 34 des IfSG dürfen Personen, die an Diphtherie erkrankt sind, Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten. Eine Wiederzulassung von Erkrankten und Kontaktpersonen ist i.d.r. erst möglich, wenn 3 negative Nasen- und Rachenabstriche (frühestens 24 h nach Absetzen der Antibiotika) im Abstand von mindestens 24 h vorliegen. Therapie Bei der Rachendiphtherie ist die frühzeitige Gabe von Antitoxin zur Neutralisierung von nicht-zellgebundenem Toxin unerlässlich. Antibiotikum der Wahl ist initial Penicillin G. Makrolide, Doxycyclin, Clindamycin, Rifampicin, Cephalosporine und Carbapeneme sind ebenfalls wirksam. Therapiedauer: 14 Tage. Bei engen Kontaktpersonen sollten Nasen- und Rachenabstriche entnommen und unabhängig vom Impfstatus eine Antibiotikaprophylaxe mit Penicillin G einmalig i.m. oder Erythromycin für 7-10 Tage durchgeführt werden. Symptomlose Keimträger sollten ebenfalls antibiotisch behandelt werden. Liegt die letzte Impfung mehr als 5 Jahre zurück, sollte eine Auffrischimpfung verabreicht werden. Labordiagnostik Parameter Material / Hinweise Kultureller Abstrich in Transportmedium (Rachen-, Diphtherie- Kehlkopf-, Nasen-, Wundabstrich). Bei Erregernachweis kulturellem Nachweis von C. diphtheriae, C. ulcerans, C. pseudotuberculosis erfolgt der Toxin-Nachweis mittels Elek-Test und PCR Diphtherie- Antikörper (Nur zur Kontrolle des Impfschutzes) 1 ml Entnahme vor beabsichtigter Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung, sowie 4-6 Wochen nach Impfung. < 0,1 IU/ml Kein Impfschutz anzunehmen, Auffrischimpfung oder Grundimmunisierung entsprechend der Impfanamnese empfohlen 0,1-1,0 IU/ml Impfschutz unsicher, Auffrischimpfung empfohlen > 1,0 IU/ml Impfschutz anzunehmen Literatur: Diphtherie RKI-Ratgeber für Ärzte 2013 Mikrobiologisch-Infektiologischer Qualitätsstandards. DGHM. Heft 13: Infektionen des Mundes und der oberen Atemwege Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

15 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 15 Zum Drogennachweis bitten wir Sie folgende Punkte zu beachten: 1. Drogennachweis ist nur aus humanem Material möglich (s. unten) 2. Keine Drogen zur Untersuchung einsenden, da wir nach dem Betäubungsmittelgesetz keine Drogen entgegennehmen dürfen 3. Unbedingt die zu bestimmenden Drogen oder Drogengruppe auf dem Überweisungsschein angeben 4. Ggf. vor Einsendung Rücksprache mit dem Labor halten 5. Bei nicht aufgeführten Drogen sofortige Probenentnahme (wegen des engen Zeitfensters) und Rückruf im Labor bezüglich der Untersuchungsmöglichkeit Die Nachweisbarkeitsdauer ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z. B. Absorptions-, Resorptionsverhältnisse, Nahrung, Antazida, Pharmakokinetik, Alter, Krankheiten, Gewöhnung, Flüssigkeitsaufnahme, Clearance, ph, Applikationsmenge, -form, -frequenz. Durch diese multifaktorielle Abhängigkeit kann die Nachweisbarkeitsdauer nur ein Richtwert sein. Mit Abweichungen beträchtlichen Ausmaßes nach oben bzw. unten muss stets gerechnet werden. Substanz/-gruppe Alkohol (Äthanol) ETG/Ethylglucuronid (Ethanolmetabolit) CDT Amphetamine Metamphetamine Barbiturate Benzodiazepine (z. B. Diazepam) Buprenorphin R (Subutex ) Cannabinoide (z. B. Haschisch, Marihuana, THC) GHB (Gamma-Hydroxi- Buttersäure) (Liquid-Ecstasy) GBL (Gamma-Butyrolacton) Kokain Metabolit: Benzoylecgonin Methadon Metabolit: EDDP LSD Opiate Phencyclidin abhängig v. d. Anfangskonz. Abbau pro h bis 0,2 Promille Nachweisdauer abhängig von der aufgenommenen Alkoholmenge bis zu 72 h im Urin. ETG lagert sich im Haar ab und ermöglicht Aussagen über den Alkoholkonsum der letzten Monate HWZ ca. 14 Tage 48 h (stark vom ph-wert des Urins abhängig) 24 h (kurz wirksame: z. B. Secobarbital) 2-3 Wochen (lang wirkende: z. B. Phenobarbital) klassische Benzodiazepine etwa 3 Tage nach therap. Dosis bis zu 4-6 Wochen nach Langzeitanwendung h (Urin) h (einmaliges Rauchen) 5 Tage (mäßiger Raucher, 4x/Wo.) 10 Tage (starker Raucher, täglich) Tage bei chron. Abusus aus Urin ca. 3-4 h aus Urin 2-4 Tage ca. 3 Tage Aus Urin dosisabhängig durchschnittlich 48 bis 72 h 2 Tage (stark abhängig von der Dosis u. a. Faktoren) Ein immunchemisch positiver Opiatbefund muss - außer bei Pholcodin - innerhalb von 3-4 Tagen negativ werden, ansonsten ist an eine erneute Opiataufnahme zu denken 2-4 Tage 2-4 Wochen bei chron. Abusus Drogennachweis 1 reduz. Reaktion, verstärkte Diurese, Rausch u. a., psych./phys. Abhängigkeit Anforderung und Untersuchungsmaterial Parameter Material Drogen (wie unten) 50 ml Morgenurin Haar* Alkohol im Blut 10 ml Heparin-Blut CDT Nachweisbarkeitsdauer Wirkung Hinweise *Haarprobe als bleistiftdicken Strang von 5 cm Länge am Hinterkopf dicht über der Haargrenze abschneiden, Haarspitze und Haaransatz markieren, bei kürzerem Haar mehrere Entnahmen. Dabei entsprechen 3 cm Haar einem Untersuchungszeitraum von ca. 3 Monaten. Je weiter entfernt von der Haarwurzel die Entnahme erfolgt, desto länger zurückliegende Zeiträume werden untersucht. Im sind Nachweisempfindlichkeit und Nachweisbarkeitsdauer der Drogen schlechter, da die Substanzen in niedrigen Konzentrationen vorliegen. Vor Einsendung anderen Materials (z. B. Magensaft) bitte mit Labor Rücksprache halten. Schlaflosigkeit, Depression, Erschöpfung, Apathie, Verfolgungswahn, aufputschend/halluzinogen, starke psychische Abhängigkeit reduziertes Urteilsvermögen, Konzentrationsmangel, Angst, Psychosen, Depression, psych./phys. Abhängigkeit reduziertes Urteilsvermögen, Konzentrationsmangel, Angst, Psychosen, Depression, psych./phys. Abhängigkeit reduz. Kurzzeitgedächtnis, Reaktion und Motivation, Halluzinationen, Hirnzellschäden, gestörte Immunabwehr, Gefahr der psych. Abhängigkeit euphorisierend, berauschend, Verstärkung v. Sinneseindrücken, erhöhtes Kontaktbedürfnis, bei Überdosierung schlagartige Bewusstlosigkeit Prodrug der GHB Umwandlung im Organismus in 60 Sekunden in GHB Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Halluzinationen, Leberschäden, Depression, starke psychische Abhängigkeit stark schmerzdämpfend, euphorisierende Wirkung der Opiate fehlt verändertes Orts- und Zeitgefühl, Flashback-Psychose, halluzinogen, Verfolgungswahn, starke psychische Abhängigkeit Euphorie, verengte Pupillen, Angst, Depressionen, Appetitlosigkeit, psych./phys. Abhängigkeit halluzinogen, starke psychische Abhängigkeit Zur Überwachung der Alkoholabstinenz Bestimmung von CDT im CDT (wie GGT, MCV, Methanol) indirekter Marker des Alkoholkonsums ETG, CDT und Methanol können zur Abstinenzkontrolle eingesetzt werden. Im Gruppentest werden u. a. erfasst: Amphetamin, Metamphetamin, Designerdrogen, MDMA, MDE, MDA u. a. Phenylalkylamine. Streetname in der Szene: Adam, Arbeiterkoks, Crank, Crystal, Ecstasy, Eve, ICE, Schabo, Speed, XTC, u. a. Im Gruppentest werden u. a. erfasst: Secobarbital, Phenobarbital, Pentabarbital u. a. Barbituratderivate Im Gruppentest werden auch erfasst: R Flunitrazepam (z. B. Rohypnol ), evtl. Bestandteil von K.O.-Tropfen, Bromazepam, Triazolam Opiatsubstitutionstherapie Passive Inhalation führt zu keinem positiven Befund. THC-Mobilisierung aus Fettgewebe auch bei längerer Abstinenz bei Gewichtsabnahme, körperlicher Arbeit. Streetname in der Szene: Bommels, Bubble, Heck, Pickles, Piece, Sticks, Shit, Gras Neben Flunitrazepam, Chloraldurat, Valiquid Bestandteil von K.O.-Tropfen. Industriell in großen Mengen als Lösungsmittel in der chem. Industrie verwandt. (Keine illegale Substanz, Selbstkontrolle der Industrie bzgl. Abgabe) Nachweis über GHB Es wird der Hauptmetabolit Benzoylecgonin erfasst. Streetname in der Szene: Cocam, Koks, Schnee, Crack Zur individuellen Dosisanpassung quantitative Bestimmung im Nachweis von Lysergsäurediethylamid mittels EIA-Methode Bestätigung mit LCMS Gruppentest: Nachweis von Heroin, Monoacetylmorphin (MAM), Morphin, Codein, Dihydrocodein (DHC) und anderen Opiatderivaten. Bei positivem Befund kann nur über eine Bestätigungsanalyse zwischen den verschiedenen Opiaten unterschieden werden, z. B. zwischen Codein (aus codeinhaltigen Hustensedativa), DHC (z. B. R Remedacen ), Monoacetylmorphin (ein Metabolit des Heroins) und Morphin. In Deutschland wenig verbreitet. Streetname in der Szene: Angel Dust, PCP Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

16 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 16 Drogennachweis 2 Bewertung und Interpretation Negativer Befund Folgende Möglichkeiten sind zu berücksichtigen: - es hat kein Drogenkonsum stattgefunden - der Konsum liegt weit zurück - die Konzentration ist zu niedrig (z. B. Spontanurin nach flüssigkeitsreicher Mahlzeit) - die konsumierte Droge wurde mit dem Verfahren nicht erfasst Manipulation des Untersuchungsmaterials Starke Flüssigkeitsaufnahme vor Arztbesuch Verdünnung der Originalprobe z. B. auf der Toilette in der Praxis Abgabe von Fremdurin Zusatz von Salzen, Zucker, Toilettenreiniger, Flüssigseife, Desinfektionsmittel, Säuren, Laugen, Vitaminen und anderem. Ausschluss der Manipulation Urinabgabe unter Sicht Überprüfung des Urinstatus: ph, Temperatur (frisch gewonnener Urin sollte ca C ergeben), Farbe, Kreatininwert, Dichte, Osmolalität. Positiver Befund Folgende Möglichkeiten sind zu bedenken: Unspezifische Gruppentests (immunologisch) durch: - unspezifische Kreuzreaktionen von in der Matrix vorhandenen körpereigenen Substanzen - vom Arzt verordnete Medikamente (z. B. bei Benzodiazepinen, Barbituraten, Amphetaminen und der Opiatgruppe) speziell bei der Opiatgruppe: - Drogenkonsum von Heroin - Einnahme von codein- und/oder dihydrocodeinhaltigen Präparaten oder anderen Opiaten - Verzehr größerer Mengen von morphinhaltigen Nahrungsmitteln (z. B. Mohnkuchen) Bestätigungsanalyse Immunologische Suchtests müssen lt. NUB-Richtlinien oder bei forensischer Fragestellung bei positiven Ergebnissen mit einem Test anderer Technologie und besserer Spezifität bestätigt werden. Opiatgruppentest (GT) und Bestätigungsanalyse bei Gebrauch verschiedener Opiate Heroin (Diamorphin) wird mit sehr kurzer Halbwertszeit drei Minuten überwiegend in 6-Mononacetylmorphin umgewandelt. In einem etwas langsameren Schritt erfolgt die Metabolisierung zu Morphin. Der Nachweis von Monoacetylmorphin ist beweisend für den Heroinkonsum. GT MAM DHC Codein Morphin Bewertung Spektrum wie bei Heroingebrauch; Monoacetylmorphin ist im Urin nur in niedriger Konzentration für kurze Zeit (2-8 h) nachweisbar, so dass diese Befundkonstellation sehr selten auftritt Spektrum wie bei Dihydrocodein (Remedacen )-Therapie; kein Hinweis auf Einnahme von Heroin u. a. morphinbildenden Substanzen Dihydrocodein und Morphin nachgewiesen; V. a. Einnahme von morphinhaltigen Substanzen V. a. zusätzliche Einnahme von codeinhaltigen Medikamenten und anderen morphinbildenden Substanzen (z. B. Heroin) neben Dihydrocodein ( z. B. Remedacen ) /- V. a. Einnahme von codeinhaltigen Medikamenten Abkürzung Bedeutung + positiv - negativ MAM Monoacetylmorphin GT Opiatgruppentest DHC Dihydrocodein Hinweis Bei einer Substitutionstherapie mit Methadon (Polamidon ) bzw. Buprenorphin (Subutex ) ist der Opiatgruppentest negativ, da Methadon und Buprenorphin analytisch keine Kreuzreaktivität zeigen. Bei positivem Opiatbefund ist in solch einem Fall von einem Beigebrauch von Opiaten (z. B. Heroin, Codein o. a.) auszugehen. Gelegentlicher und regelmäßiger Cannabisgebrauch Im Cannabisgruppentest im Urin werden THC-COOH, THC u. a. Cannabinoide des Haschisch und Marihuana nachgewiesen. Auf Grund großer Ergebnisschwankungen im Urin ist diese Matrix für die Unterscheidung von gelegentlichem und regelmäßigem Cannabisgebrauch nicht geeignet. Dagegen können aus der Bestimmung von THC und THC-COOH aus Rückschlüsse auf die Konsumgewohnheiten von Cannabiskonsumenten erhalten werden. Befund THC-COOH / <5,0 ng/ml THC negativ THC-COOH / <5,0 ng/ml THC positiv THC-COOH / 5,0 und <75 ng/ml THC-COOH / 75 ng/ml Beurteilung Kein Konsum oder einmaliger oder gelegentlicher Konsum nicht auszuschließen. Verdacht auf gelegentlichen Konsum. Verdacht auf regelmäßigen Konsum. Regelmäßiger Konsum. Weiterführende Literatur ist auf Anfrage im Labor erhältlich. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

17 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 18 Epstein-Barr-Virus (EBV) Infektiöse Mononukleose Erreger Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört zur Familie der Herpesviren. Während einer Primärinfektion infiziert das Virus zunächst Epithelzellen des Rachenraumes und dann in einer zweiten Phase B-Lymphozyten des schleimhautassoziierten lymphatischen Gewebes. Nach Kontrolle der Primärinfektion durch das Immunsystem des Patienten wird das Virus nicht komplett eliminiert, sondern besitzt wie andere Herpesviren die Fähigkeit zur Persistenz. Daher besteht lebenslang die Möglichkeit der endogenen Reaktivierung einer EBV- Infektion, die bei Immungesunden in der Regel asymptomatisch verläuft, bei stark immunsupprimierten Patienten jedoch schwere, u.u. lebensbedrohliche Krankheitsbilder verursachen kann. Epidemiologie Die Übertragung erfolgt üblicherweise durch Speichel; eine Übertragung durch Blut- und Blutprodukte oder über Organspenden ist möglich, spielt jedoch in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle. Die EBV-Infektion ist deshalb hauptsächlich eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters ( Kissing Disease ), im Alter von 30 Jahren haben ca. 90 % aller Personen die Infektion durchlaufen. EBV-assoziierte Erkrankungen Das typische klinische Bild einer EBV-Primärinfektion ist die infektiöse Mononukleose (IM) mit Fieber, Tonsillitis, Exanthem, Milz- und Lymphknotenschwellung, sowie variabler Beteilung anderer Organsysteme (Leber, Herz, ZNS). Die chronisch aktive EBV-Infektion (CAEBV) zeichnet sich durch rezidivierende IM-ähnliche Symptome wie Fieber, Lymphadenopathie, Erschöpfung, Hepatosplenomegalie, Arthralgien und Myalgien aus. Der Verlauf ist variabel von moderat bis lebensbedrohlich. Eine schwere Komplikation nach Transplantationen ist die EBV-getriggerte posttransplantative lymphoproliferative Erkrankung (PTLD). Ein seltener X-chromosomal-rezessiver Immundefekt, die X-gebundene lymphoproliferative Erkrankung (XLD) manifestiert sich bei betroffenen männlichen Individuen als Folge einer EBV-Primärinfektion im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter. EBV ist die Ursache für das endemische Burkitt-Lymphom (Afrika) und das Nasopharynxkarzinom (Asien), weiterhin besteht eine Assoziation zum M. Hodgkin. Labordiagnostik Die Basisdiagnostik umfasst das große Blutbild sowie die Bestimmung von CRP, GPT, GOT und GGT. Die spezifische Diagnostik erfolgt über den Nachweis von Antikörpern gegen das Viruscapsid-Antigen (Anti-VCA-IgG und -IgM), das Nukleus-1-Antigen (Anti-EBNA1-IgG) und das Early-Antigen (Anti- EA-IgG; siehe Tabelle) mittels Enzym- oder Chemilumineszenzimmunoassay. Der EBV-Immunblot mit paralleler Detektion von Antikörpern gegen verschiedene Virusproteine kommt in diagnostischen Problemfällen zum Einsatz. Für die chronisch aktive EBV-Infektion sowie für Reaktivierungen im Zusammenhang mit Immunsuppression ist die Bestimmung der EBV-Viruslast mittels PCR richtungsweisend. Differentialdiagnostisch sollten ggf. eine Streptokokkenangina, eine Infektion mit anderen lymphotropen Erregern (insbesondere HIV und CMV) sowie ein Lymphom ausgeschlossen werden. Material Basislabor: Antikörpernachweise: EBV-PCR: Streptokokkennachweis: EDTA-Blut, EDTA-Blut Tonsillenabstrich Typische Veränderungen von Laborparametern bei einer EBV-Infektion Parameter Kommentar Großes Blutbild Meist geringe bis mäßige Erhöhung der Gesamtleukozytenzahl mit relativer Lymphozytose und Monozytose; typisch: Nachweis lymphatischer Reizformen (Pfeiffer-Zellen) im Ausstrich. CRP Meist keine oder nur geringfügige Erhöhung bis ca. 20 mg/l GPT (ALT), GOT Variable Leberbeteiligung: wenn vorhanden, dann Erhöhung auf das 2-5 fache des Referenzbereichs, (AST), GGT selten Werte oberhalb des 10 fachen Referenzbereichs. LDH Erhöhung nahezu obligat als Ausdruck der Aktivierung von Lymphozyten und einer Leberbeteiligung. Eiweiß- Vermehrung der γ-globulinfraktion durch polyklonale Stimulation von B-Lymphozyten mit konsekutiver Elektrophorese Immunglobulinsynthese (meist IgM). Spezifische Diagnostik einer EBV-Infektion Parameter Kommentar Anti-VCA-IgG In den meisten Fällen zum Zeitpunkt der klinischen Manifestation vorhanden; in einigen Fällen Serokonversion im Verlauf. Persistiert lebenslang. Anti-VCA-IgM Frühester serologischer Marker einer EBV-Infektion; persistiert ca. 3-6 Monate, gelegentlich länger. Cave: nicht alle Patienten bilden Anti-VCA-IgM! Anti-EBNA1-IgG Auftreten nach ca. 6 Wo. bis 3 Mon.: zeigt Ausheilung der Primärinfektion und Übergang in latente Phase an. Lebenslange Persistenz. Kann bei Patienten, die kein Anti-VCA-IgG bilden, einziger Marker einer durchlaufenen EBV-Infektion sein. 5% der Patienten bilden niemals Anti-EBNA! Anti-EA-IgG Positiv bei akuten Infektionen, chronisch aktiven Infektionen oder als Zeichen einer Reaktivierung. EBV-PCR Nachweis einer EBV-Virämie. Diagnostisch bedeutsam bei chronisch aktiver Infektion oder bei Reaktivierungen im Zusammenhang mit Immunsuppression. Typische Parameterkonstellationen Anti-VCA-IgG Anti-VCA-IgM Anti-EBNA1 Anti-EA EBV-PCR Beurteilung Kein Anhalt für EBV-Infektion. + Mögliche Akutinfektion, Verlaufskontrolle zum Ausschluss unspezifischer Reaktionen. + + Akute Infektion. + + Abgelaufene Infektion. + +/ + + Chronisch aktive Infektion. + +/ Reaktivierte Infektion. "+" = nachweisbar, " " = nicht nachweisbar, keine Angabe: Bestimmung spielt für die Fragestellung keine Rolle, grau hinterlegt: Parameter ist für die Fragestellung richtungsweisend. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

18 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 19 Helicobacter pylori Gastritis, Magen-, Duodenalulcus Erreger und Krankheitsbilder Helicobacter pylori ist ein gramnegatives Bakterium, das eine chronische Infektion der Magenschleimhaut verursacht. Assoziierte Krankheitsbilder: Gastritis Typ B, Magen- und Duodenalulcera, Riesenfaltengastritis, MALT-Lymphom, Magenkarzinom. Bei Infektion mit Helicobacter pylori-stämmen, die den Pathogenitätsfaktor CagA (Cytotoxin assoziiertes Gen A) exprimieren, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für die genannten Erkrankungen. Es wird angenommen, dass CagA als bakterielles Onkoprotein direkt an der Tumorentstehung beteiligt ist. Eine Infektion mit CagA-positiven Helicobacter pylori-stämmen wird im Helicobacter pylori IgG Westernblot erkannt. Epidemiologie Vorkommen bei % der getesteten Personen je nach untersuchter Population. Helicobacter pylori verursacht jährlich weltweit ca Todesfälle durch Magenkarzinome. Klinik Oberbauchbeschwerden, Appetitverlust, Gewichtsabnahme, morgendlicher Nüchternschmerz, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen unklarer Ursache. Häufig asymptomatischer Verlauf. Vor Therapiebeginn wird ein eindeutiger Helicobacter pylori-nachweis gefordert. Therapie (Beispiele) Primäre Therapieschemata: 2 x 40mg Pantoprazol + 2 x 1.000mg Amoxicillin + 2 x 500mg Clarithromycin (7 Tage) oder 2 x 20mg Omeprazol + 2 x 500mg Metronidazol + 2 x 250mg Clarithromycin (7 Tage) Therapieversagen: Bei Versagen der Primärtherapie wird generell die Helicobacter pylori- Kultur mit Resistenztestung empfohlen. gesicherte Indikationen: ratsame Indikationen: Labordiagnostik Ulkuserkrankungen, atrophische Gastritis, erstgradige Verwandschaft mit Magenkarzinom-Patienten, MALT- Lymphom Helicobacter pylori-assoziierte funktionelle Dyspepsie, Helicobacter pylori-infektion bei gleichzeitiger Therapie mit Acetylsalicylsäure bzw. NSAR Parameter Erläuterung Material Helicobacter pylori-kultur Sensitivität: 70 92% Spezifität: % Indikationen: Bei klinischer Indikation zur Endoskopie. Zur Resistenztestung (nach 2x Therapieversagen obligat, nach 1x Therapieversagen empfohlen). Z. n. Magenteilresektion. - PPI, Wismut und Antibiotika mindestens 2 Wochen vor Biopsieentahme absetzen - 2 Antrum- und 2 Korpusbiopsien empfohlen - Bioptate tief in Transportmedium versenken (2 Bioptate pro Röhrchen) - unverzüglich bei Raumtemperatur als eilig gekennzeichnet und lichtgeschützt an das Labor weiterleiten - bisherige Antibiotika-Therapie sowie Therapieresistenz unbedingt angeben! Bioptate in Spezial- Transportmedium Portagerm pylori Häufige Ursachen für falsch negative Ergebnisse: Biopsie unter PPI, Antibiotika oder Wismut, Probe älter als 24 Stunden, Kontamination des Bioptats mit Formalin, bakterizide Entschäumer vor Biopsie, Biopsie nur des Antrums, Test in akuter Blutungssituation Helicobacter pylori-antigen- Nachweis im Stuhl Sensitivität: % Spezifität: % 13 C-Harnstoff-Atemtest Sensitivität: 93 96% Spezifität: % Helicobacter pylori- Antikörper Sensitivität: 94 97% Spezifität: 100% Indikationen: Zur Therapiekontrolle (frühestens 2 Wochen nach Absetzen von PPI oder Wismut, 4 Wochen nach Absetzen von Antibiotika). Patient < 45 Jahre ohne Malignomverdacht. Kontraindikation für Biopsie (z. B. Gerinnungsstörung). Nachweis von Helicobacter pylori-antigen in Stuhlproben. Der Stuhlantigen-EIA ist dem 13 C-Harnstoff-Atemtest gleichwertig. Indikationen: wie bei Stuhlantigen-EIA 13 C-markierter Harnstoff wird oral verabreicht und vom Enzym Urease, das in hoher Konzentration im Helicobacter vorliegt, in 13 CO 2 und Ammoniak gespalten. 13 CO 2 diffundiert ins Blut und wird in der Atemluft gemessen. Eine erhöhte 13 CO 2 - Konzentration in der Atemluft ist Folge der Helicobacter pylori-ureaseaktivität. Indikationen: Primärdiagnostik bei nicht vorbehandelten Patienten. Erkennung asymptomatischer Helicobacter pylori-träger. Nicht zur Therapiekontrolle geeignet. Helicobacter pylori IgG EIA Helicobacter pylori IgG steigt bei Infektion in % der Fälle mit der Infektion an und bleibt hoch. Vereinzelt wird langsames Absinken beobachtet. Nach erfolgreicher Therapie kommt es in bis 50 % zur Normalisierung nach 12 Monaten. Ein Wiederanstieg ist Hinweis auf Reinfektion. Helicobacter pylori IgA EIA Helicobacter pylori IgA-Konzentration korreliert mit der Gastritisaktivität. Nach erfolgreicher Therapie kommt es schon nach 6 Wochen zum Ak-Abfall. In 90 % Normalisierung nach 12 Monaten. Ein Wiederanstieg ist Hinweis auf Reinfektion. Helicobacter pylori IgG Westernblot Differenzierung von Helicobacter pylori-stämmen mit hohem und weniger hohem Risiko für die Entwicklung von Gastritis, Ulcera und Magenkarzinom durch Nachweis von Ak gegen CagA. Stuhlprobe Atemluft in Spezial- Röhrchen vor und nach 13 C-Harnstoff 3ml Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

19 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 20 Hepatitis B Labordiagnostik HBV-Labordiagnostik Suchtest HBsAg, Anti-HBc, Anti-HBs (falls nur Anti-HBc positiv) HBsAg Anti-HBc Anti-HBs abgelaufene Hepatitis V. a. akute HBV-Infektion + - bestätigt positives HBsAg: HBeAg, HBV-DNA nach 2-4 Wo Kontrolle von HBsAg, Anti-HBc, Anti-HBcIgM + + HBeAg, Anti-HBe; Anti-HBcIgM; bei schwerem Verlauf: Anti-HDV, HBV-DNA / ALT Anti-HBcIgM, HBV-DNA (DD akute Infektion, Escape-Variante, Anti-HBc-Only) V. a. chronische HBV-Infektion (ab 6 Monaten Dauer) + - bestätigt positives HBsAg: HBeAg, HBV-DNA, nach 2-4 Wo: Kontrolle Anti-HBc + + HBeAg, Anti-HBe, (Anti-HBcIgM nur bei DD akut), HBV-DNA, Anti-HDV / ALT bestätigt negatives Anti-HBs HBV-DNA HBV-DNA in sehr geringer Menge nachweisbar Anti-HBc-Only: keine Hepatitis, aber Übertragungsrisiko und u.u. Reaktivierung mit Hepatitis unter Immunsuppression DD: abgelaufene Hepatitis-Infektion (mit Verlust / fehlender Bildung von Anti-HBs), Low-Level-Carrier, Hepatitis C-Koinfektion, unspezifische Reaktion akute HBV-Infektion chronische HBV-Infektion HBsAg-Trägerstatus HBV-Verlaufskontrolle Transaminasen u. Quick nach Bedarf HBsAg/Anti-HBs alle 3-12 Monate bis zur Serokonversion HBsAg negativ / Anti-HBs < 10 IU/l Kontrolle nach 12 Monaten nach klinischer Aktivität, zunächst alle 3, später alle 12 Monate; bei Vorliegen einer Leberzirrhose alle 6 Monate; Leberentzündungs- u. Lebersyntheseparameter (GOT, GPT, GGT, Cholinesterase, Albumin), Blutbild, Quick HBeAg (sofern initial positiv), wenn negativ Anti-HBe HBsAg, wenn negativ Anti-HBs HBV-DNA bei HCC-Risiko: AFP Transaminasen (bei Anstieg siehe chron. HBV-Infektion), HBV-DNA im 1. Jahr mind. 3x, im 2. Jahr mind. 2x, danach alle 12 Monate HBeAg alle 12 Monate, wenn negativ: Anti-HBe, HBsAg wenn HBsAg negativ: Anti-HBs bei erhöhtem HCC-Risiko: AFP nach Risikoprofil alle 3-12 Monate Therapieindikation akut i.d.r. keine, Sonderfälle: schwere akute / fulminante Hepatitis B mit Quick < 50% 1. ohne Leberzirrhose - HBV-DNA > 2000 IU/ml + wiederholte ALT o. Histo > A1/F1(> Minimalveränderungen) chronisch - Extrahepatische Manifestationen - HCC-Risiko 2. mit Leberzirrhose + HBV-DNA positiv HBsAg-Träger: wiederholt HBV-DNA negativ / <2000 IU/ml, wiederholt normale Transaminasen, höchstens minimale entzündliche Aktivität / geringe Fibrose i.d.r. keine Indikation (Leberbiopsie) Vor Therapie Labordiagnostische Ziele Während der Therapie * Untersuchung z. Z. keine Kassenleistung Therapiebegleitende Laboruntersuchungen HBV-DNA, HBV-Genotypisierung (nur bei therapeut. Relevanz)*, klin.-chem. Labortests (z.b. Blutbild, GPT, GOT, GGT, Bilirubin, Quick, Albumin, Glukose, Kreatinin, TSH) Ausschluss von Koinfektionen (Anti-HCV, Anti-HDV ggf. PCR*, HIV-Test, Lues), Hepatitis A- Immunität (Anti-HAV), DD Autoimmunhepatitis / PBC (ANA, LKM, GMA, SLA, AMA); HCC- Risiko (AFP) dauerhaft HBV-DNA <2000 IU/ml (ideal: negativ); im Idealfall HBsAg-Verlust, normale ALT HBeAg alle 3 Monate, bei Verlust Anti-HBe (sofern HBeAg initial positiv) HBV-DNA nach 4 u. 12 Wochen, dann alle 3-6 Monate HBsAg/Anti-HBs bei Verlust des HBeAg u./o. anhaltendem DNA-Abfall (<200 IU/ml). Quantitatives HBsAg kann unter Therapie hilfreich sein. klin.-chem. Labortests alle 3 Monate bzw. unter Interferon Woche 1, 2, 4, 8, 12, 16, danach jeden 2. Monat (z.b. Blutbild, GPT, GOT, GGT, Albumin, Bilirubin, Kreatinin, Quick, ggf. TSH) HBV-Resistenztestung* bei Virämieanstieg unter Nukleos(t) id-analoga bzw. fehlendem initialem Ansprechen trotz gesicherter Therapieadhärenz, unklare Vortherapien primäres virologisches Nichtansprechen: Abfall der Viruslast < 1 log 10 nach 3 Monaten sekundäre Resistenz: nach primärem Ansprechen Anstieg der Viruslast um mindestens 1log 10 über den niedrigsten Wert unter fortgesetzter antiviraler Therapie Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

20 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 21 Hepatitis C Labordiagnostik HCV-Diagnostik Parameter Erläuterung Virologisch-serologische HCV-Diagnostik Anti-HCV Suchtest mit Immunoassay nach Hepatitis C-AK; diagnostisches Fenster: circa 6 Wo Anti-HCV-Immunoblot Bestätigungstest zur Erkennung unspezifischer Reaktivitäten im Immunoassay HCV-RNA-PCR (2x3ml EDTA-Blut) HCV-RNA bereits 1-2 Wo nach der Infektion detektierbar; intermitt. Virämie mögl. -> Wdh. bei initial nicht nachweisbarer HCV-RNA in 6-12 Mo qualitativ: Differenzierung bei positiven Anti-HCV / Akutinfektion? quantitativ: Therapieplanung und Verlaufskontrolle Weitere Labordiagnostik bei Erstdiagnose (Diagnostik vor Therapie s.u.) Klinisch-chemische Basistests Transaminasen, GGT, AP, K, Na, Kreatinin, Gesamteiweiß, Eiweiß-Elektrophorese, Bilirubin, TSH, Gerinnungsstatus, Blutbild V.a. fortgeschr. Lebererkrankung zusätzlich Albumin, CHE, Quick/INR V.a. Leberzirrhose, HCC-Risiko, AFP verd. Leberherd Koinfektionen / Immunität HBs-Ag, HIV-Test, Anti-HAV Keine Leberzirrhose (V.a.) Leberzirrhose Vor Therapie Verlaufskontrolle einer nicht-therapierten chronischen HCV-Infektion alle 6 bis 12 Mo alle 3 bis 6 Mo Erläuterungen Basislabor / Kontraindikationen Koinfektionen bzw. Immunität DD Autoimmunhepatitis/ PBC Hepatozelluläres Karzinom Therapieplanung Prädiktor für IFN-Therapieansprechen Blutbild, Transaminasen, Lebersynthesefunktion (z.b. CHE, Albumin, Quick/INR), Bilirubin Blutbild, Transaminasen, Lebersynthesefunktion, Bilirubin AFP zunächst alle 3 Mo, dann alle 6 Mo Untersuchungen bei HCV-Therapie Parameter / Intervall großes Blutbild, GPT, GOT, GGT, Bilirubin, Quick, Albumin, Glukose, Kreatinin, TSH HBs-Ag, HIV-Test, Anti-HAV ANA, LKM, GMA, SLA, AMA AFP HCV-Genotyp, HCV-Viruslast IL28B- Polymorphismen Bei HCV-Genotyp 1 u. 4 besseres IFN-Therapieansprechen bei IL28B- Genotypen CC bzw. TT; keine Assoziation bei HCV-Genotyp 2 u. 3 Polymorphismen der NS3/4-Protease * + GT1a : v.a. R155K (alle Proteaseinhibitoren) GT1b : A156, V36, T54, V36+A155 (Boceprevir/Telaprevir), D168A / R155K (makrozyklische Inhibitoren) Resistenz gegen NS3/4-Protease-Inhibitoren (aktuell keine klinische Relevanz) Während Therapie Allgemeinlabor großes Blutbild Woche 2, 4, 8, 12, danach alle 4-6 Wochen GPT, GOT, GGT, Glukose, Krea Woche 4, 8, 12, danach alle 4-6 Wochen TSH alle 12 Wochen u. jederzeit bei klinischem V.a. Schilddrüsendysfunktion HCV-Viruslast IFN + RBV Woche 4 kein HCV-RNA-Nachweis (Rapid-Responder) und (HCV-RNA-PCR Genotyp 1 initial < IU/ml quantitativ) (4-6) ggf. Verkürzung der Therapiedauer auf 24 Wo Woche 12 Woche 24 kein HCV-RNA-Nachweis 48 Wo Viruslast-Abfall < 2log 10 -Stufen bzw. HCV-RNA > IU/ml Abbruch HCV-RNA nachweisbar Abbruch Negativierung der in Wo 12 noch nachweisbaren HCV-RNA 72 Wo + Boceprevir Woche 12 HCV-RNA 100 IE/ml Abbruch Woche 24 HCV-RNA-Nachweis positiv Abbruch + Telaprevir Woche HCV-RNA 1000 IE/ml Abbruch Woche 24 HCV-RNA-Nachweis positiv Abbruch IFN + RBV Genotyp 2/3 Woche 4 kein HCV-RNA-Nachweis (Rapid-Responder) u. Initial < IU/ml ggf. 16 Wo; kein HCV-RNA-Nachweis, initial IU/ml 24 Wo Woche 12 Viruslast-Abfall < 2log 10 -Stufen Abbruch Woche 24 HCV-RNA negativ 48 Wo Therapiemonitoring (SVR) bei Therapieende, 12 u. 24 Wochen nach Therapie, danach jährlich * Untersuchung z. Z. keine Kassenleistung + aktuell noch kein Routineparameter Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

21 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 22 HIV-Infektion Labordiagnostik 1) Diagnosestellung (serologische Teste) HIV-Suchtest: erfasst Antikörper gegen HIV 1/2 und HIV 1-p24-Antigen Bestätigungsteste (bei positivem Suchtest): HIV 1-Westernblot, HIV 2-Westernblot, p24-antigen-nachweis Untersuchungsgang und Interpretation der Ergebnisse Bei negativem Suchtest ist die Untersuchung abgeschlossen, bei reaktivem Suchtest erfolgt als Bestätigungstest zunächst der HIV 1-Blot. Fällt dieser negativ aus, folgen HIV 2-Blot und HIV 1-p24-Ag-Nachweis. Ein positiver Befund sollte durch die Einsendung einer 2. Probe bestätigt werden. Es besteht nichtnamentliche Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz. Unspezifisch (d. h. nicht im Blot oder p24-ag-nachweis bestätigte) grenzwertige und reaktive Ergebnisse des Suchtestes sollten durch eine Zweiteinsendung im Zeitraum von 2 Wochen überprüft werden, um eine Akutinfektion sicher auszuschließen. Tab.: Interpretation der wichtigsten serologischen Befundkonstellationen Suchtest HIV 1 u./o. HIV 2-Blot HIV 1-p24-Ag Interpretation negativ HIV-negativ grenzwertig/reaktiv negativ negativ HIV-negativ, unspezifische Reaktion im Suchtest grenzwertig/reaktiv grenzwertig negativ mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV-negativ unspezifische Reaktionen im Suchtest und Blot reaktiv positiv Infektion mit HIV 1 oder (sehr selten) HIV 2 reaktiv negativ positiv Akutinfektion mit HIV 1 wahrscheinlich Besondere Beachtung verdient die Befundkonstellation einer Akutinfektion. Zu diesem Zeitpunkt ist die Viruslast am höchsten, die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf weitere Personen am größten. Der Patient muss deshalb ohne Verzögerung auf diesen Umstand hingewiesen werden. Eine früh eingeleitete antiretrovirale Therapie (ART) kann möglicherweise die Langzeitprognose entscheidend verbessern. Leistungsfähigkeit und Grenzen der serologischen Testverfahren Ein negativer Suchtest schließt eine HIV-Infektion aus, sofern kein Verdacht auf eine Akutinfektion besteht. Durch die Einbeziehung des p24-ag in die Teste der 4. Generation können Akutinfektionen in der Regel bereits nach 2-4 Wochen diagnostiziert werden. Dennoch kann in Ausnahmefällen das Zeitfenster bis zur Serokonversion 3 Monate betragen. Bei Neugeborenen gilt ein positives Ergebnis nicht als Nachweis einer HIV-Infektion, da mütterliche Leihantikörper bis zu 18 Monate im des Kindes nachgewiesen werden können. In diesem Fall empfiehlt sich der Nachweis virusspezifischer Nukleinsäure mit einem Amplifikationsverfahren (HIV 1-RNA-PCR, s. u.). 2) Verlaufs- und Therapiekontrolle HIV 1-RNA-PCR Die HIV-Viruslast im Plasma ist das wichtigste Instrument zur Therapieüberwachung. Nach Therapiebeginn sollte die Viruslast innerhalb der ersten 4 Wochen auf ein Hundertstel und nach 3-4 Monaten unter die Nachweisgrenze absinken, bei sehr hoher Plasmavirämie spätestens nach 6 Monaten. Darüber hinaus eignet sich die HIV-PCR zur Diagnostik von Akutinfektionen und intrauterin oder peripartal erworbener Infektionen sowie zur Abklärung unklarer serologischer Befunde. Falsch negative Befunde der HIV 1-RNA-PCR können bei Infektionen mit HIV 1, Gruppe N, auftreten; eine Infektion mit HIV 2 wird mit Routineverfahren ebenfalls nicht erfasst. Testfrequenz: bei Diagnosestellung, anschließend alle 2-3 Monate, bei Therapieeinleitung und -umstellung evtl. kurzfristiger. Intermittierend nachweisbare geringe Anstiege der Viruslast (bis ca. 200 Kopien/ml, sog. Blips ), kurzfristig (~ 2Wo.) kontrollieren (Cave Resistenzentwicklung!) Absolutzahl der CD4 (T Helfer )-Lymphozyten Der langsame Abfall der Zahl der CD4 (T Helfer )-Lymphozyten ist die wesentliche Ursache für das zunehmende zelluläre Immundefizit im Verlaufe einer HIV-Infektion. Je geringer die Zahl der CD4-Zellen, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten AIDS-definierender opportunistischer Infektionen und Tumore. Bei CD4-Zellzahlen < 350/µl soll - unabhängig von anderen Faktoren - immer eine Therapie erfolgen. Der Therapieerfolg spiegelt sich abhängig von Alter und Begleiterkrankungen in einem variablen Anstieg der CD4+-Zellzahl wieder. Unter ART beobachtet man im Mittel einen Anstieg der CD4-Lymphozyten um ca. 150/µl im ersten Jahr bei vorher unbehandelten Patienten. Das immunologische Therapieversagen (=fehlender Anstieg oder Absinken der CD4-Lymphozyten) folgt in der Regel verzögert dem virologischen Therapieversagen. Ein signifikanter Abfall der CD4-Lymphozyten bei supprimierter HIV-Viruslast kann auf komplizierende Erkrankungen hindeuten (z.b. Leberzirrhose, Tuberkulose, maligne Lymphome). Testfrequenz: alle 2-3 Monate parallel zur Kontrolle der Viruslast und bei jeder wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes HIV-Resistenztestung Nachweis von Mutationen im HIV 1-Genom, die mit einer Resistenz gegen einzelne Virostatika oder Virostatikagruppen (nukleosidische und nichtnukleosidische Inhibitoren der Reversen Trankriptase, Protease-, Integrase- und Fusionsinhibitoren) assoziiert sind. Vor einer Therapie mit Maraviroc (Celsentri ) muss ein Tropismus-Test durchgeführt werden, da das Medikament ausschließlich bei CCR5-tropen HIV 1-Viren nicht jedoch bei CXCR4-tropen Viren wirksam ist. Die Resistenztestung sollte immer im Zusammenhang mit einer Viruslastbestimmung erfolgen. Bei einer HIV-Viruslast < 200 Kopien/ml ist die Untersuchung nicht, bei einer Viruslast < 1000 Kopien/ml ggf. aus technischen Gründen nur eingeschränkt durchführbar (Ausnahme: Tropismus-Test). Resistenztestung immer unter laufender ART durchführen, da nach Therapieabbruch oder in Therapiepausen der fehlende Selektionsdruck die Akkumulation von Wildtyp-Revertanten begünstigt. Eine bereits erfolgte Resistenzentwicklung wird dadurch verschleiert. Indikation: bei primärem oder sekundärem Therapieversagen und vor Umstellung der Therapie. Bei Therapie-naiven Patienten sollte die Suche nach Resistenzmutationen im Reverse-Transkriptase-Gen und im Protease-Gen vor Beginn der antiviralen Therapie erfolgen. Material: Suchtest: HIV 1-RNA-PCR, CD4-Lymphozyten: HIV-Resistenztestung: 1 ml oder 3 ml EDTA-Blut 2x 3 ml EDTA-Blut (bitte separate Probenröhrchen abnehmen) 2x 3 ml EDTA-Blut (mit Angaben zur aktuellen ART und Therapieanamnese) Lit.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion, Version 2012 Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

22 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 23 Hormondiagnostik Gynäko-endokrine- und Fertilitätsdiagnostik Klinik/Fragestellung Laborparameter Hormonstatus Sterilität Follikel-Stimulation Hyperprolaktinämie Zyklus- / Blutungsstörungen prämenstruelles Syndrom C. luteum-insuffizienz Hirsutismus, Akne, androg. Alopezie PCO-Syndrom/Hyperthekosis Alopezie V. a. Enzymdefekte der NNR V. a. Klimakterium V. a. gestörte Frühgravidität Libidostörung Mastopathie, -dynie / Galaktorrhoe Pubertas praecox Pubertas tarda LH FSH Prolaktin btsh Beta-HCG Östradiol Progesteron Testosteron ges. AMH DHEA-S SHBG Androstendion 17-OH-Progest. Cortisol Abnahmehinweis / weitere Diagnostik Zyklustag Zyklustag, Spermien Ak Follikelphase Mitte Lutealphase Mitte Lutealphase Zyklustag, Ferritin, Cortisol, 17-OHP Zyklustag, HOMA-Index,ACTH-, DXM-Test 3.-5.Tag,BB,Ferritin,Kupfer,Zink,Biotin,Selen,Vit.D ACTH-Test,11DOC,Aldosteron-Renin-Quot. Östron bei Adipositas Lutealphase GnRH-Test GnRH-Agonisten-Test Typische Befundkonstellationen, Klinik und weitere Diagnostik Verdachtsdiagnose Klimakterium Follikelreifungsstörung Corpus-luteum-Insuffizienz Gonadendysgenesie Turner-Syndrom Gonadotropinresistente Ovarien testikuläre Feminisierung PCO-Syndrom postpuberales AGS Hyperthekosis Hyperandrogenämie, eher ovariell Hyperandrogenämie, eher adrenal M. Cushing Hyperprolaktinämie, funktionell Hyperprolaktinämie, tumorverdächtig Kraniopharyngeom Anorexia nervosa Kallmann-Syndrom Panhypopituitarismus Mayer-von Rokitansky-Küster-Syndr. LH FSH N, N N N, N bis 40 ab 40 Prolaktin ( ) N, N, N, N, N, N, btsh Östradiol Progesteron Testosteron ges. AMH DHEA-S N, N, N N ( ) N, ( ),N SHBG Androstendion 17-OH-Progest. Cortisol ( ) weitere Diagnostik genetische Untersuchung Chromosomenanalyse Ovar-Ak Chromosomenanalyse HOMA-Index ACTH-Test Cyproteronacetat: Abfall v. Testosteron ges. DXM-Test: Abfall von DHEA-S DXM-Test, Cortisol i. Speichel 23:00 Uhr Nach Ausschl. Pharmaka, Stress etc.: btsh, HGH, MCP Test MCP-Test, btsh, HGH / CCT, NMR CCT, NMR / HGH-Stimulationstest GnRH-Stimulationstest Geruchssinnprüfung TRH-Test, GnRH-Test, ACTH-Test (bei prim. Amenorrhoe) US, i. v. Pyelogramm Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

23 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 24 Chylomikronen VLDL Lipidstoffwechselstörungen Hyper- und Dyslipoproteinämien Einleitung Lipoproteine sind aus Lipiden (Cholesterin [Chol], Triglyceride [TG], Phospholipide) und Apolipoproteinen zusammengesetzte Partikel mit micellarer Struktur, die den Lipidaustausch zwischen verschiedenen Organen und Geweben gewährleisten. Man unterscheidet die Triglycerid-reichen Chylomikronen und VLDL (Very-low-density-Lipoproteine) von den vorwiegend Cholesterin transportierenden LDL (Low-density-Lipoproteine) und den überwiegend Cholesterinester und Proteine enthaltenden HDL (High-density-Lipoproteine; siehe Tabelle). Hyper- und Dyslipoproteinämien sind durch Konzentrations- u./o. Kompositionsveränderung eines oder mehrerer Lipoproteine im Plasma gekennzeichnet. Die Einteilung erfolgt auf genetischer und pathophysiologischer Grundlage in primäre oder sekundäre Formen; die Einteilung aufgrund des Phänotyps in der Lipidelektrophorese nach Fredrickson hat nur noch untergeordnete Bedeutung für die Klassifizierung primärer Hyperlipoproteinämien. Für die Praxis bewährt sich die Einteilung in Therapiegruppen nach Art und Intensität der lipidsenkenden Therapie auf der Basis der unter Berücksichtigung des kardiovaskulären Risikos anzustrebenden Zielwerte. LDL HDL Lipidanteil Hauptapolipoproteine Stoffwechsel/ Hauptfunktion >98%, überwiegend TG Synthese im Darm aus Nahrungstriglyceriden. Transport über D. thoracicus in die V. cava. Im Plasma Abbau der TG durch Wirkung der endothelständigen Lipoproteinlipase Apo B48, Apo C, Apo E (Kofaktor: Apo CII). Umwandlung in Chylomikronen-Remnants, Abbau in der Leber. Funktion: Transport exogener TG. 88%, überwiegend TG (ca. 15% Chol) Synthese in der Leber. Im Plasma Abbau der Triglyceride durch Wirkung der Lipoproteinlipase. Umwandlung in Intermediate Density-Lipoproteine (IDL) und LDL. Apo B100, Apo C, Apo E Funktion: Transport der endogen aus Kohlenhydraten synthetisierten Triglyceride in die Peripherie. 75%, überwiegend Chol Cholesterintransport in periphere Gewebe über Bindung von Apo B an LDL-Rezeptor. Apo B100 Alternativer Abbau über Scavenger-Rezeptor auf Makrophagen: Bildung von Schaumzellen als atherogener Mechanismus. 50%, überwiegend Cholesterin-Ester Lipidaustausch zwischen peripheren Geweben und der Leber sowie mit anderen und Phospholipide Lipoproteinen im Plasma. Apo A1, Apo E Atherogenität - Remnants: ++ - IDL: antiatherogen I. Basisdiagnostik Gesamt-Cholesterin (Chol), Triglyceride (TG), LDL-Cholesterin (LDL-C), HDL-Cholesterin (HDL-C) Material: Blutentnahme nüchtern, d.h. >12h Nahrungskarenz, >48h Vermeidung kalorischer Exzesse. Die übermäßige Zufuhr von Vitamin C stört die Bestimmung und führt zu falsch niedrigen Werten. Auffällige Befunde sollten vor einer Therapieentscheidung bei einer erneuten Blutentnahme nach zwei bis vier Wochen bestätigt werden. Auf der Basis dieser Werte ergibt sich folgende einfache Einteilung der Hyperlipoproteinämien für die Praxis: Chol TG LDL-C HDL-C LDL-Hypercholesterinämie Hypertriglyceridämie ( ) Kombinierte Hyperlipoproteinämie ( ) HDL-Erniedrigung II. Weiterführende Diagnostik Apolipoprotein A1, Apolipoprotein B und Quotient ApoB/ApoAI, Lipidelektrophorese, Lipoprotein (a) III. Ausschluss sekundärer Hyperlipoproteinämien Phänotyp Hypercholesterinämie (LDL ) Hypertriglyceridämie (VLDL u./o. Chylomikronen ) Kombinierte Hyperlipoproteinämie (LDL u. VLDL ) Mögliche Ursachen Hypothyreose Akute intermittierende Porphyrie Diabetes mellitus Typ 2 Alkoholabusus (HDL oft ) Chronische Niereninsuffizienz Übermäßige Kalorienzufuhr Medikamente: ß-Blocker Nephrotisches Syndrom Cushing Syndrom Hypothyreose Medikamente: Thiazide, Glukokortikoide IV. Diagnostik primärer Hyper- und Dyslipoproteinämien (Auswahl) KHK- Pankreatitis- Bezeichnung Vermehrte Fraktion Risiko Risiko Häufigkeit Gendefekt* Polygene Hypercholesterinämie LDL; Chol ~ mg/dl normal sehr häufig polygen LDL; LDL-C heterozygot 1:500 Familiäre Hypercholesterinämie (FH) heterozygot mg/dl homozygot: 1:10 6 LDL-Rezeptor homozygot mg/dl Familiäres defektes Apo B100 (FDB) Familiäre Dysbetalipoproteinämie (Hyperlipidämie Typ III) Familiäre Hypertriglyzeridämie Lipoproteinlipase-Defizienz Apolipoprotein C-II-Defizienz Familiäre kombinierte Hyperlipoproteinämie Hepatischer Lipase Mangel Isolierte HDL-Erniedrigung LDL; Cholesterinerhöhung geringer als bei FH, korreliert mit Art der Mutation Chylomikronen und VLDL- Remnants; broad-ß -Fraktion in der Lipidelektrophorese Chylomikronen und VLDL; TG ~ mg/dl Chylomikronen, (VLDL); TG >> 1000 mg/dl VLDL und LDL; LDL-C mäßig erhöht bis 220 mg/dl, TG ~ mg/dl VLDL-Remnants; TG deutlich; Chol mäßig erhöht heterozygot 1:750 ApoB100 1:5000 ApoE (E2-Homozygotie) normal 1:500 unbekannt normal 1:10 6 LPL ApoC2 normal 1:300 unbekannt < 1:10 6 HTGL HDL-C unter 40 mg/dl ist ein unabhängiger Risikofaktor für eine KHK. HDL-Verminderungen treten überwiegend sekundär im Rahmen eines Metabolischen Syndroms oder einer durch andere Ursachen bedingten Hyperlipoproteinämie auf. Extreme Verminderungen (HDL-C < 10 mg/dl) sind meist Ausdruck einer genetisch bedingten Hypo- oder An-Alphalipoproteinämie. Primäre HDL-Mangel-Syndrome können molekulargenetisch diagnostiziert werden. Bezeichnung Zugrunde liegender Gendefekt Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase-Defizienz (Fish-Eye-Disease) LCAT Apolipoprotein A1-Defizienz Apo A1 An-Alpha-Lipoproteinämie (Tangier-Krankheit) ABCA1 *Für die grau hinterlegten Defekte ist eine molekulargenetische Diagnostik etabliert (Material: EDTA-Blut). Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

24 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 26 Lebererkrankungen / Hepatitis Labordiagnostik-Übersicht Fragestellung Screening Leberzellnekrose Cholestase Synthesefunktion Enzephalopathie Akute Hepatitis Chronische Hepatitis Ikterus Med. / tox. Hepatopathie Lebertumoren Fettleber /-hepatitis Unklare AP-Erhöhung Basisdiagnostik in Abhängigkeit von der Fragestellung Parameter GPT [ALAT], GGT, Cholinesterase GLDH, GGT, GPT, GOT (DeRitis-Quotient: GOT/GPT <1 leichterer Leberschaden, eher entzündlich, >2 schwerer Leberschaden a.e. Nekrosetyp) GGT, AP, Bili direkt und gesamt, ferner: GPT, GOT, GLDH, Lipase (bei Pankreasbeteiligung) Cholinesterase, Albumin, Quick, ATIII; Schweregrad: Gerinnungsfaktor V-Aktivität Ammoniak GPT, GOT [ASAT] (GPT> GOT), GGT, ferner: AP, GLDH GOT, GPT, GGT, in schweren Fällen: CHE, Albumin, ATIII, Quick GPT, GOT, GGT, AP, Bili gesamt und direkt, ggf. bei Hämolyse: LDH, Haptoglobin, kleines Blutbild mit Retikulozyten, Coombstest GPT, GOT, GGT und GLDH, ferner: AP, Bili Alkohol: GGT, MCV, CDT* GOT, GLDH, GGT, AFP GGT, GPT, GOT Knochenspezifische AP, AP-Isoenzyme Fragestellung Hepatitis A Suchtest Akute Hepatitis A Immunität Hepatitis B Suchtest Akute Hepatitis B Diagnose Verlaufskontrolle Chronische Hepatitis B Diagnose Therapie / Verlauf Infektiosität Mutterschaftsvorsorge vor Impfung bzw. abgelaufene Hepatitis B Immunität nach Impfung Hepatitis C Suchtest Akute Hepatitis C Chronische Hepatitis C Diagnose Infektiosität Therapie Hepatitis D Hepatitis E Weitere Infektionen mit variabler Leberbeteiligung Autoimmunhepatitis Weiterführende Diagnostik ausgewählter Erkrankungen Parameter Anti-HAV [IgG+IgM], wenn positiv: Anti-HAV-IgM Anti-HAV-IgM, (HAV-RNA im Stuhl*) Anti-HAV quantitativ HBs-Ag, Anti-HBc, (Anti-HBs) HBs-Ag, Anti-HBc, Anti-HBc-IgM, (HBe-Ag, HBV-DNA-PCR**) HBe-Ag, Anti-HBe, HBs-Ag, Anti-HBs HBs-Ag: Persistenz > 6 Monate HBV-DNA-PCR**, HBe-Ag, Anti-HBe, (HBs-Ag, Anti-HBs) HBs-Ag, (HBe-Ag, HBV-DNA-PCR**) HBs-Ag Anti-HBc, wenn positiv: HBs-Ag, Anti-HBs Anti-HBs Anti-HCV Anti-HCV-Serokonversion, im diagnostischen Fenster HCV-RNA-PCR qualitativ** HCV-RNA: Persistenz > 6 Monate HCV-RNA-PCR qualitativ HCV-RNA-PCR quantitativ**, HCV-Genotypisierung** Anti-HDV, HDV-RNA-PCR*: nur sinnvoll bei gleichzeitig bestehender Hepatitis B Anti-HEV-IgG, Anti-HEV-IgM, HEV-RNA (Plasma, Stuhl)* viral: EBV, CMV, VZV, HIV, Dengue, Gelbfieber, West-Nil-Virus, Coxsackie bakteriell: Lues, Rickettsiosen, Brucellose, Leptospirose, Typhus Protozoen u. Parasiten: Malaria, Amöbiasis, Echinokokkose, Leberegel IgG, ANA, Ak gegen Lebermikrosomen [LKM], glatte Leber-Ak-Blot : Muskelzellen [SMA], Leber-Pankreas-Antigen [SLA], Primäre biliäre Zirrhose IgM, Antimitochondriale Ak [AMA], AMA-M2, ggf. ergänzend Ak gg. SP100, Centromer, gp210 Primär sklerosierende x-anca, IgG4 Cholangitis Hämochromatose transferrinsättigung, Ferritin, HFE-C282Y(H63D, S65C)-Gen-Polymorphismus M. Wilson Coeruloplasmin, Kupfer im Urin, Mutationsanalyse des ATP7B-Gens α 1 -Antitrypsinmangel α 1 -Antitrypsin, Mutationsanalyse des Protease-Inhibitor 1 (PI)-Gens M. Meulengracht Dinukleotid-Expansion im UGT1A1-Promotor [UDP-Glucuronyltransferase-Gen] * Untersuchung z. Z. keine Kassenleistung ** Untersuchung eingeschränkte Kassenleistung (Diagnosebezug bzw. Häufigkeit der Anforderung) Immunblot mit AAk-Nachweis gg. AMA M2, 3E (BPO), Sp100, PML, gp210, LC-1, LKM-1, SLA/LP Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

25 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 27 Keuchhusten Pertussis- und Parapertussis-Diagnostik Keuchhusten ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufene Infektionskrankheit die mit charakteristischen, im Säuglingsalter lebensgefährlichen Hustenanfällen einhergeht. Der eng verwandte Erreger Bordetella parapertussis verursacht ein keuchhustenähnliches Krankheitsbild, das aufgrund der fehlenden Synthese des Pertussis-Toxins durch einen milderen und kürzeren Verlauf gekennzeichnet ist. Epidemiologie Übertragung durch Tröpfcheninfektion mit sehr hoher Kontagiosität. Infektiosität besteht schon in der Inkubationsphase, ist im Stadium catarrhale am höchsten und besteht bis ca. 3 Wochen nach Beginn des Stadium konvulsivum. Auch geimpfte Personen können nach Keuchhustenkontakt vorübergehend Erreger ausscheiden ohne selbst zu erkranken. Die Immunität nach Impfung oder durchlaufener Infektion besteht nur über einen begrenzten Zeitraum, so dass auch im Erwachsenenalter regelmäßige Auffrischungsimpfungen indiziert sind. Es gibt keine Kreuzimmunität nach Infektionen zwischen B. pertussis und B. parapertussis. Klinik Nach einer Inkubationszeit von 1-2 Wochen verläuft eine Pertussis- Infektion typischerweise in 3 Stadien: I) Stadium catarrhale: Dauer 1-2 Wochen mit Symptomen eines grippalen Infektes II) Stadium konvulsivum: Dauer 4-6 Wochen Hustenanfälle, inspiratorischer Stridor, Apnoe-, Zyanoseepisoden, Erbrechen, subfebrile Temperatur Säuglinge: Erwachsene: schwerer Verlauf, Apnoen oft nur lang andauernder Husten ohne typische Hustenanfälle III) Stadium decrementi: Dauer 6-10 Wochen mit langsam rückläufiger Symptomatik Komplikationen Pneumonie und Otitis media durch Sekundärinfektionen, selten zerebrale Krampfanfälle. Labordiagnostik Indikation/Fragestellung Inkubation, St. catarrhale Stadium konvulsivum Stadium decrementi Impfschutz Laborparameter Erregernachweis (PCR) Erregernachweis (bis 4 Wochen nach Symptombeginn) Antikörpernachweis Antikörpernachweis Pertussis-Toxin IgG Antikörper Differentialdiagnosisch wichtige Erreger Mycoplasma pneumoniae, Chlamydophila pneumoniae, Haemophilus influenzae, Adeno-, RS-Viren, Influenza- und Parainfluenza-Viren Erregernachweis von B. pertussis und B. parapertussis mittels PCR in Nasopharyngealabstrichen Der Erregernachweis ist Erfolg versprechend im Stadium catarrhale und bis max. 4 Wochen nach Symptombeginn im Stadium convulsivum. Da die kulturelle Anzucht des Erregers nur selten gelingt (Transport auf Spezialnährboden notwendig), stellt der Nachweis Erreger-spezifischer Nukleinsäure mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) die Methode der Wahl dar. Beide Spezies (B. pertussis und B. parapertussis) werden in einem Untersuchungsgang nachgewiesen und molekulargenetisch differenziert. Die PCR kann nicht zwischen lebenden und abgetöteten Bakterien unterscheiden und daher noch bis zu fünf Tage nach Therapiebeginn positiv sein. Probengewinnung Sterilen trockenen Tupfer flach durch den unteren Nasengang bis vor die Rachenhinterwand einführen, dort einige Sekunden belassen und dann im Behälter ins Labor schicken (siehe Abbildung). Achtung, keine Tupfer mit Gel verwenden! Schematische Darstellung zum Nasopharyngealabstrich Serologische Diagnostik durch Nachweis von Antikörpern gegen B. pertussis und B. parapertussis im Bei der Anforderung Pertussis-Serologie führen wir folgende Antikörpernachweise durch: Pertussis-Toxin IgG Antikörper: Spezifisch für B. pertussis Bei Ausschluss einer kürzlichen Impfung weisen hohe Titer 100 IU/ml auf eine akute Infektion mit B. pertussis hin. Bordetella spp. IgG und IgA Antikörper Es werden Antikörper gegen ein Gemisch aus filamentösem Hämagglutinin und Pertussis-Toxin nachgewiesen. Das filamentöse Hämagglutinin kommt bei allen Bordetella-Spezies vor. Antikörper werden ab der Woche nach Erkrankungsbeginn oder nach Impfung gebildet. Wichtigste Zeichen einer Akutinfektion sind in erster Linie der Nachweis von IgA-Antikörpern gegen Bortedella spp. und/oder ein hochtitriger Nachweis von Antikörpern gegen Pertussis- Toxin. Bei klinischem V.a. Keuchhusten empfehlen wir die Bestimmung aller drei Antikörper. Bei Einsatz dieser Testkombination führt der zusätzliche Nachweis von IgM-Antikörpern nicht mehr zu einer Steigerung der Sensitivität. Aufgrund der engen Verwandtschaft von B. pertussis und B. parapertussis gelingt die serologische Unter-scheidung beider Spezies nur über das Vorhandensein oder das Fehlen von Antikörpern gegen Pertussis-Toxin. Eine eindeutige Differenzierung ist damit zwar nicht in jedem Fall möglich, aber bei prinzipiell gleicher Therapie auch nicht immer zwingend erforderlich. Da filamentöses Hämagglutinin und Pertussis-Toxin Bestandteile aller in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind, kann eine Immunantwort nach Impfung nicht von der nach einer Infektion unterschieden werden. Eine diagnostische Pertussis-Serologie ist für 1-3 Jahre nach Impfung nicht oder nur eingeschränkt beurteilbar. Bei Fragestellung Impfschutz genügt die Bestimmung der IgG- Antikörper gegen das Pertussis-Toxin. Die Bestimmung ist sinnvoll bei Schwangeren, die in infektionsgefährdeten Bereichen tätig sind, und bei immunsupprimierten Patienten, bei denen der Impferfolg dokumentiert werden soll. Im letzteren Fall sind zwei Bestimmungen vor und ca. 4-6 Wochen nach Impfung erforderlich um einen Titeranstieg nachzuweisen. Bei Patienten mit fehlender Impf-dokumentation sollte vor dem Hintergrund eines begrenzten Impfschutzes in erster Linie eine Auffrischungsimpfung erfolgen, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Therapie Antibiotika können nur bei frühzeitigem Einsatz im Stadium catarrhale die Erkrankung verkürzen, verhindern aber die Ansteckung von Kontaktpersonen und die Entwicklung von Komplikationen. Mittel der ersten Wahl sind Makrolide (z. B. Chlarithromycin, Roxithromycin), bei Makrolidunverträglichkeit Co-trimoxazol. Meldepflicht Nach 6 des IfSG besteht für den behandelnden Arzt bereits bei Krankheitsverdacht eine Meldepflicht (namentliche Meldung). Das Labor meldet nach 7 den direkten und indirekten Erregernachweis soweit dieser auf eine akute Infektion hinweist. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

26 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 28 Mineralstoffe und Spurenelemente Mineralstoffe und Spurenelemente sind für den Organismus lebensnotwendige Bestandteile von Proteinen, Hormonen und Enzymen. Sie spielen eine Rolle bei der Erregungsleitung, dem Elektronen- und Sauerstofftransport, als Cofaktor bei enzymatischen Reaktionen, als anorganische Matrix von Knochen und Zähnen oder bilden selbst das aktive Zentrum von Enzymen. Mineralstoffe werden auch als Mengenelemente bezeichnet (mehr als 0,01 % der Körpermasse). Zu ihnen zählen Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid und Phosphor. Als essentielle Spurenelemente (meist deutlich weniger als 0,01 % der Körpermasse) gelten Chrom, Cobalt, Eisen, Fluor, Jod, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen und Zink. Parameter Mangelursachen Mangelfolgen Vorkommen Material Chrom (Cr) Parenterale Ernährung, Malabsorption, Diät Verminderte Glucosetoleranz, periphere Bierhefe, Leber, Fleisch, (S*) Käse, Vollkorn, Nüsse Calcium (Ca) Jod (J) Kupfer (Cu) Magnesium (Mg) Mangan (Mn) Molybdän (Mo) Selen (Se) Zink (Zn) Vit. D-Mangel, Malabsorptionssyndrome, Hypoparathyreodismus, Niereninsuffizienz, renal tubuläre Azidose, Medikamente: Diuretika, Antiepileptika, Laxantien, Glucocortikoide Verwendung von enthärtetem Wasser (Filter!) Endemischer Mangel, jodarme Ernährung Einseitig kuhmilchernährte Kinder, parenterale Ernährung, Malabsorption, Menkes-Syndrom Fasten, Malabsorption, gastrointestinale Verluste, Alkoholismus, Tubulusschaden, nephrotisches Syndrom, Diuretika, Laxantien, Leistungssport Mangel sehr selten, parenterale Ernährung Mangel sehr selten, Malabsorption, parenterale Ernährung Mangeldiät, Malabsorption, parenterale Ernährung, Alkoholismus Vegane Ernährung, parenterale Ernährung, Malabsorptionssyndrome, Alkoholismus, nephrotisches Syndrom, Penicillamintherapie, Acrodermatitis enteropathica Neuropathie Rachitis (Kinder), Osteoporose/ Osteomalazie (Erwachsene), Tetanie Hypothyreose, Struma, fetale Entwicklungsstörungen Hypochrome makrozytäre Anämie, Neutropenie, Knochen- und Bindegewebsveränderungen, neurologische Störungen Neuromuskuläre Übererregbarkeit, Herzrhythmusstörungen Dermatitis, Knochendeformation, Haarpigmentstörungen, Gerinnungsstörungen Störungen des Purin- und Aminosäurestoffwechsels (?) Kardiomyopathie, Muskelschwäche, erhöhtes Krebs- u. Arterioskleroserisiko (?) Dermatitiden, Wundheilungsstörungen, Akne, Alopezie, Immundefekte Ubiquitär, besonders in Milch und Milchprodukten, Vollkornbrot, Nüssen, grünem Gemüse, Sonnenblumenkernen Jodiertes Speisesalz, Seefische, Muscheln, Schweineleber Leber, Fische, Schalen, Nüsse, Kakao, grünes Gemüse Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Käse, Schokolade, Nüsse, Milch Ubiquitär, besonders in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse, Tee Milchprodukte, Innereien, Hülsenfrüchte, Spinat Fleisch, Fisch, Eier, Linsen, Knoblauch, Nüsse Fleisch, Innereien, Milchprodukte, Fisch, Schalentiere (Muscheln) S, HB S, U S, HB S, HB HB, (S*) (S*) S, HB S, HB Material: 2 ml (S) bzw. für die Bestimmung von Mineralien im Vollblut: 2 ml Lithium-Heparinblut (HB), 10 ml Urin (U) für die Jodbestimmung Hinweise: (S*) = Bestimmung im möglich, jedoch nur im Zusammenhang mit arbeitsmedizinischen bzw. toxikologischen Fragestellungen, Mangelzustände nicht erfassbar! Abrechnungseinschränkungen bei Patienten der GKV (max. zwei Spurenelemente pro Überweisung) Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

27 Laborinformation Nr. 29 Einteilung der Gammopathien Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz (MGUS) Eine MGUS hat per se noch keinen Krankheitswert. Die Prävalenz beträgt ca. 3,5 % bei Personen über 50 Jahren. Sie erfordert keine spezifische Therapie, gilt jedoch als Präkanzerose, die im Verlauf in eine maligne lymphoproliferative Erkrankung übergehen kann (ca. 1 bis 1,5 % pro Jahr). Die Kriterien für eine MGUS sind: 1. M-Protein < 30 g/l und 2. Klonale Plasmazellen < 10 % im Knochenmark (falls eine Knochenmarksbiopsie durchgeführt wurde) und 3. Fehlen von Symptomen (CRAB Kriterien, siehe unten). Die Verlaufskontrollen bei MGUS erfolgen entsprechend des Risikoprofils. Als Hochrisiko-MGUS wird folgende Konstellation bezeichnet: nicht IgG-Typ + abnormaler Quotient der freien Leichtketten + M-Protein > 15 g/l. Verlaufskontrollen Erstdiagnose: nach 3 und 6 Monaten Niedrigrisiko: nur bei klinischer Symptomatik Hochrisiko: alle 6 bis 24 Monate Multiples Myelom (symptomatisch) Dritthäufigste hämatologische Neoplasie. Monoklonales Paraprotein im und ggf. im Urin vorhanden, klonale Plasmazellen > 10 % im Knochenmark sowie Nachweis von Endorganschäden (CRAB Kriterien, siehe unten). Smouldering Myeloma (asymptomatisch) Konstellation zwischen MGUS und Multiplem Myelom. Klonale Plasmazellen > 10 % im Knochenmark jedoch noch keine Endorganschäden nachweisbar. Solitäres Plasmozytom Isolierter Plasmazelltumor ohne systemische Beteiligung. Die Diagnose muss bioptisch gesichert werden. Therapie der Wahl ist die lokale Bestrahlung in kurativer Absicht, allerdings entwickeln bis zu 50 % der Patienten im weiteren Verlauf ein Multiples Myelom. M. Waldenström (Waldenström Makroglobulinämie) Zusätzlich zu einer IgM-Paraproteinämie findet sich ein lymphoplasmozytisches Lymphom (LPL) mit obligater Infiltration des Knochenmarks. Plasmazell-Leukämie Aggressive Myelomvariante mit einer schlechten Prognose. Die Diagnose wird bei einer Plasmazellzahl von 2 x 10 9 /l oder bei mehr als 20 % Plasmazellen im peripheren Blut gestellt. Fakultative/ begleitende Monoklonale Gammopathie Bei B-CLL und anderen Non-Hodgkin-Lymphomen. CRAB Kriterien CRAB leitet sich von den englischen Begriffen hypercalcemia, renal insufficiency, anemia und bone lesions ab. C Hypercalcämie > 2,75 mmol/l R Niereninsuffizienz Kreatinin 2,0 mg/dl A Anämie Hb < 10,0 g/dl oder um 2,0 g/dl unterhalb des unteren Normwertes B Knochenbeteiligung Osteolyse oder Osteoporose mit Kompressionsfraktur Eine Therapie ist bei symptomatischem Multiplem Myelom indiziert. Die Erfüllung eines CRAB Kriteriums ist ausreichend. Weitere Behandlungsindikationen sind Schmerzen, eine B-Symptomatik oder ein Hyperviskositätssyndrom. Lit.: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zum MGUS und Multiplen Myelom Monoklonale Gammopathie Immunfixation und freie Leichtketten Eine Monoklonale Gammopathie ist durch eine erhöhte Konzentration eines (seltener zwei oder mehr) monoklonalen Paraproteins gekennzeichnet, das von einem autonom proliferierenden B-Lymphozyten- oder Plasmazellklon sezerniert wird. Es können sowohl vollständige Immunglobuline vom Typ IgG, IgA oder IgM (sehr selten IgD oder IgE) mit den entsprechenden Leichtketten κ (Kappa) oder λ (Lambda), als auch nur die freien Leichtketten (sogenanntes Leichtkettenmyelom) gebildet werden. Selten werden nur Schwerketten synthetisiert. Das monoklonale Paraprotein ist in der Elektrophorese normalerweise als sogenannter M-Gradient ( M-Protein ) in der γ-fraktion (seltener im ß- oder α2-bereich) sichtbar. Der sensitive Nachweis und die Differenzierung des zugrunde liegenden Immunglobulin-Typs gelingen mit Hilfe der Immunfixation. Der Nachweis eines monoklonalen Paraproteins ist jedoch nur ein Hinweis kein Beweis für ein Multiples Myelom oder eine andere behandlungsbedürftige Neoplasie der B-Lymphozyten oder Plasmazellen. Bei ausschließlich laborchemischem Nachweis ohne klinische Symptomatik liegt eine Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) bzw. ein Smouldering Myeloma vor. Labordiagnostik Diagnostik bei V.a. MGUS Großes Blutbild, Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium), Nierenretentionsparameter (Kreatinin einschl. egfr, Harnstoff), Gesamteiweiß und Albumin im, Immunglobuline (IgG, IgA, IgM) im, elektrophorese, freie Leichtketten im quantitativ mit Quotient, Immunfixation im, Eiweiß im Urin Diagnostik bei V.a. Multiples Myelom zusätzlich zur Diagnostik bei MGUS: Quick, PTT, LDH, GPT, ß2-Mikroglobulin im ; Bildgebung (CT, MRT) und Knochenmarksdiagnostik (Zytologie, Zytogenetik, Histologie) Hinweis zur Eiweiß-Elektrophorese im : Ein M-Gradient (spitzer Peak) findet sich erst ab einer Konzentration von etwa 1 g/l eines monoklonalen Paraproteins. Bei ausschließlicher Synthese von Leichtketten und bei Paraproteinen vom IgDoder IgE-Typ ist in der Elektrophorese in der Regel kein M-Gradient nachweisbar. Deshalb sollte bei weiterbestehendem V.a. eine monoklonale Gammopathie immer eine Immunfixation im und Urin sowie die Bestimmung der freien Leichtketten im durchgeführt werden. Immunfixation im mit Bestimmung von IgG, IgA, IgM V.a. MGUS, Multiples Myelom, Plasmozytom, M. Waldenström, Amyloidose, ungeklärter Antikörpermangel, M-Gradient in der elektrophorese, erhöhte B-Zellzahl, Rezidivdiagnostik nach Knochenmarktransplantation Immunfixation im Urin V.a. Leichtketten-Proteinurie (Bence-Jones Protein), Amyloidose, nachgewiesene monoklonale Gammopathie im Freie Leichtketten im / Urin Freie Leichtketten erscheinen zuerst im, werden frei glomerulär filtriert und schließlich im Tubulus rückresorbiert und degradiert. Erst bei Überschreitung der Resorptionskapazität der Tubuluszellen oder bei bestehendem Tubulusschaden werden sie im Urin ausgeschieden. Die Ablagerung freier Leichtketten in Organen und Geweben ist Ursache der AL-Amyloidose. Bei den meisten Multiplen Myelomen (nicht nur bei Leichtkettenmyelomen) ist der Quotient der freien Leichtketten (κ/λ) signifikant verschoben. Auch bei ca. 50 % der sogenannten nonsekretorischen Myelome findet sich eine sehr geringe, aber nachweisbare Menge an monoklonalen Leichtketten. ß2-Mikroglobulin (B2M) B2M ist ein wichtiger Tumormarker. Es wird in hoher Dichte auf Lymphozyten exprimiert. Daher korreliert die konzentration mit dem Lymphozytenumsatz. Aufgrund der renalen Elimination muss zur Beurteilung jedoch gleichzeitig die Nierenfunktion berücksichtigt werden. Auch Erkrankungen mit einem erhöhten Zellumsatz (z.b. Infektionen, Autoimmunerkrankungen) beeinflussen die konzentration. Proteinurie Nachweis einer beginnenden tubulären Schädigung mittels SDS- PAGE-Elektrophorese oder durch die Bestimmung der niedermolekularen Markerproteine (z.b. α1-mikroglobulin) im Urin. Bei einem Fortschreiten der Erkrankung kann sich auch eine glomeruläre Proteinurie entwickeln. Parameter Immunglobuline, Immunfixation, freie Leichtketten im, ß2-Mikroglobulin Immunfixation, freie Leichtketten, SDS-PAGE- Elektrophorese im Urin Material 1 ml 20 ml Urin Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

28 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 30 Chronische Nierenerkrankung und Proteinurie Die chronische Nierenerkrankung (CKD - chronic kidney disease) ist definiert durch das Vorliegen von abnormen Nierenstrukturen oder einer abnormalen Nierenfunktion. Diese Veränderungen müssen für mehr als 3 Monate bestehen und eine Auswirkung auf die Gesundheit haben. Die wichtigsten labordiagnostischen Hinweise sind eine pathologische Proteinurie/Albuminurie sowie eine verminderte egfr. Über die beiden Parameter Albuminurie und egfr erfolgt die Stadieneinteilung der CKD. Die neu hinzugekommene Unterteilung in die egfr Stadien G3a (45 59 ml/min) und G3b (30 44 ml/min) begründet sich durch die deutlich schlechtere Prognose des Stadiums G3b hinsichtlich des overall survivals und des Risikos für ein kardiovaskuläres Ereignis (siehe Tabelle). Prognose einer CKD in Abhängigkeit von egfr und Albuminurie mit Anzahl der empfohlenen Kontrollen pro Jahr Albuminurie [mg/g Kreatinin] < > 300 Mikroalbuminurie Makroalbuminurie Stadium egfr G1 normal > 90 1x/Jahr Ü 2x/Jahr G2 leicht vermindert x/Jahr Ü 2x/Jahr G3a leicht mäßig vermindert x/Jahr Ü 2x/Jahr Ü 3x/Jahr G3b mäßig stark vermindert Ü 2x/Jahr Ü 3x/Jahr Ü 3x/Jahr G4 stark vermindert Ü 3x/Jahr Ü 3x/Jahr Ü 4x/Jahr G5 Nierenversagen < 15 Ü 4x/Jahr Ü 4x/Jahr Ü 4x/Jahr Ü = Überweisung zum Nephrologen [KDIGO 2012] Überweisung zum Nephrologen: Proteinurie oder Albuminurie bei zwei unabhängigen Bestimmungen Diabetiker: > 20 mg/l Nicht-Diabetiker: > 200 mg/l Verschlechterung der Nierenfunktion > 5 ml/min per 1.73 m 2 in einem Jahr egfr < 45 ml/min per 1.73 m² oder egfr < 60 ml/min per 1.73 m² und Begleitfaktoren (z. B. Mikroalbuminurie, Proteinurie, Hämaturie, morphologische Veränderungen, nierenspezifische Komorbidität) (laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie) Screeningparameter Eiweiß im Urinstreifentest Positiv bei Eiweißausscheidungen ab mg/l. Erfasst keine Mikroalbuminurie! Eiweiß quantitativ im Urin Nachweisgrenze 40 mg/l. Albumin quantitativ im Urin Erfassung noch reversibler Glomerulopathien, z. B. bei Diabetes mellitus, Hypertonie oder generalisierter Gefäßsklerose. egfr Bestimmung (siehe Laborinformation 50) o Kreatinin im o Cystatin C im Erweiterte Untersuchung DISK-Elektrophorese Die Beurteilung erfolgt unter Berücksichtigung von Gesamteiweiß quantitativ im Urin. Vorteil: Erfasst die meisten Proteine. Differenzierung von prärenal, renal oder postrenal sowie Unterscheidung tubulär / glomerulär. Nachteil: Keine Quantifizierung der einzelnen Proteine möglich. Quantitative Einzelbestimmung von Alpha-1-Mikroglobulin, Albumin, Transferrin, IgG und ggf. Alpha-2-Makroglobulin. Ähnliche Beurteilbarkeit wie Disk-Elektrophorese. Vorteil: Quantitative Verlaufskontrollen. Die Höhe und das Muster der Eiweißausscheidung geben Hinweise auf die Lokalisation und den Schweregrad der Nierenschädigung bzw. erlauben die Abgrenzung zwischen renaler und extrarenaler Proteinurie. Markerproteine Proteinurieform Differentialdiagnosen Pyelonephritis Interstitielle Nephritis Medikamente (z. B. Analgetika) Alpha-1-Mikroglobulin tubulär Toxisch (Blei, Cadmium, etc.) Fanconi-Syndrom Renal-tubuläre Azidose Frühstadium einer diabetischen oder hypertensiven Nephropathie Minimal-Change-Glomerulonephritis Albumin selektiv glomerulär IgA-Nephritis Frühphase von Autoimmunerkrankungen (z. B. SLE) Orthostatische Stressproteinurie Albumin, Transferrin, IgG unselektiv glomerulär Systemische Vaskulitiden Chronische Pyelonephritis Spätstadien (z. B. diabetische Nephropathie) Alpha-1-Mikroglobulin, Albumin, (Mischproteinurie) Renale Amyloidose Transferrin, IgG Myelomniere Bence-Jones-Protein prärenal Multiples Myelom Rhabdomyolyse Myoglobin prärenal V. a. prärenales Nierenversagen (Crush-Niere) Hämoglobin prärenal Intravasale Hämolyse Postrenale Blutung oder Entzündung z. B. bei Steinleiden, Infekten oder malignen Alpha-2-Makroglobulin postrenal Prozessen Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

29 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 31 Parvovirus B19 Ringelröteln (Erythema infectiosum) Erreger Das Parvovirus B19 ist der einzige humanpathogene Vertreter der Gattung Parvoviridae; Familie Erythroviridae. Das kleine ( parvus ) hüllenlose Virus besteht aus einer einzelsträngigen DNA, die von einem Viruscapsid aus 2 Proteinen (VP1, VP2) umgeben ist. Parvovirus B19 infiziert in erster Linie erythroide Vorläuferzellen und benutzt dazu das Blutgruppenantigen P als Rezeptor. Das P-Antigen wird von Erythroblasten aber auch von Megakaryozyten, Endothelzellen, fetalen Myokardzellen und in der Plazenta exprimiert, wodurch sich die große Bandbreite klinischer Manifestationen erklärt. Epidemiologie Einziges Erregerreservoir ist der Mensch. Parvovirus B19 wird durch respiratorische Sekrete und Speichel als Tröpfchen- oder Kontaktinfektionen übertragen und daher hauptsächlich durch engen Körperkontakt oder kontaminierte Gegenstände innerhalb der Familie oder in Kindereinrichtungen weitergegeben. Die Übertragung über Blut- und Blutprodukte sowie über den Kontakt mit Ausscheidungen ist ebenfalls möglich, spielt jedoch epidemiologisch eine geringere Rolle. Für das Personal in Kindereinrichtungen ist das Risiko einer Infektion an der Arbeitsstätte etwa fünfmal höher als in der übrigen Bevölkerung. Für seronegative Schwangere, die in solchen Einrichtungen tätig sind, wird deshalb lt. Mutterschutzgesetz ein Beschäftigungsverbot bis zum Ende der 20. Schwangerschaftswoche ausgesprochen. Bei immunkompetenten Patienten beginnt die virämische Phase etwa 4-5 Tage nach Infektion und erreicht zwei bis drei Tage später ihren Höhepunkt mit sehr hohen Viruskonzentrationen von Partikeln/ml Blut, um danach zügig wieder abzufallen. Beim Auftreten des Exanthems nach durchschnittlich 14 Tagen enthalten Blut und Speichel noch etwa Viruskopien/ml. Kinder im Exanthemstadium sind praktisch nicht mehr ansteckungsfähig! Bei Kindern ist das Virus in der Regel nach 3-4 Wochen eliminiert; bei Erwachsenen kann die virämische Phase mit Viruskopien/ml mehrere Monate, gelegentlich länger, andauern. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität. Die Durchseuchungsraten nehmen proportional zum Alter zu und betragen im Erwachsenenalter ca %. Häufige Manifestationen Ringelröteln (Erythema infectiosum): Nach einem unspezifischem Prodromalstadium entwickelt sich ein makulopapulöses Exanthem mit charakteristischer Ring- oder Girlandenbildung. Es beginnt meist mit feurig-roten Eruptionen an den Wangen und geht dann auf die Streckseiten der Gliedmaßen, den Stamm und das Gesäß über. Keine Schleimhautbeteiligung! Arthralgien/Arthritis: Überwiegend bei Erwachsenen treten sehr häufig Arthropathien verschiedener Schweregrade auf. Die Parvovirus B19-induzierte Arthritis mit symmetrischem Befall der Handgelenke, aber auch der Fuß-, Knie- und Ellenbogengelenke kann der rheumatoiden Arthritis ähneln. Spontanheilung meist nach Tagen, chronische Verläufe sind möglich. Anämie/Thrombozytopenie: Akute, meist transiente Anämie/Thrombozytopenie auch bei asymptomatischem Verlauf. Bei Patienten mit chronischer hämolytischer Anämie besteht die Gefahr aplastischer Krisen. Chronische Verläufe werden hauptsächlich bei immunsupprimierten Patienten beobachtet. Ca. 30% der Infektionen verlaufen asymptomatisch. Therapie Unkomplizierte Infektionen erfordern keine Therapie, ggf. ist eine symptomatische antirheumatische Behandlung erforderlich. Die Anämie wird selten transfusionspflichtig, schwere und chronische Verläufe können mit hochdosierter intravenöser Immunglobulingabe behandelt werden. Parvovirus B19 und Schwangerschaft Bei einer akuten Infektion der Mutter in der Schwangerschaft wird das Virus in ca. 30 % der Fälle transplazentar übertragen. Das gilt auch für symptomlose Infektionen. Infizierbare fetale Erythroblasten bilden sich ab der Schwangerschaftswoche. Komplikationen beim ungeborenen Kind entwickeln sich verzögert, meist 2-8 Wochen nach der akuten Infektion der Schwangeren, gelegentlich später. Im ersten Trimenon kann die fetale Infektion zum Abort führen. Nach dem ersten Trimenon führen ca. 20% der Infektionen durch Zerstörung der Erythroblasten zum Hydrops fetalis, der unbehandelt in ⅔ der Fälle den intrauterinen Fruchttod zur Folge hat. Weitere Komplikationen sind eine über den Geburtstermin hinaus bestehende Anämie und eine fetale Myokarditis. Embryopathien (Fehlbildungen) werden nicht beobachtet. Überwachung infizierter Schwangerer Ca. 90 % aller Schwangerschaften verlaufen nach einer Parvovirus B19-Infektion ungestört, so dass eine invasive Pränataldiagnostik nicht routinemäßig indiziert ist. Bei gesicherter Infektion der Schwangeren (typische Klinik u./o. labordiagnostisch gesicherte Infektion) sollten wöchentliche Ultraschall- Kontrollen (Dopplersonographie zur Erfassung der fetalen Anämie) erfolgen. Bleibt der Befund bis 12 Wochen nach der Infektion der Mutter regelrecht, so ist mit fetalen Komplikation nicht zu rechnen. Auffällige Ultraschallbefunde, die auf einen Hydrops fetalis hindeuten, sollten in einer spezialisierten Einrichtung weiter abgeklärt werden. Durch intrauterine Bluttransfusionen über die Nabelschnurvene können mehr als 80 % der infizierten Feten gerettet werden. Labordiagnostik in Abhängigkeit von der Indikation Parvovirus B19 IgG- und IgM-Antikörper im : - V.a. akute Infektion oder Kontakt zu infizierten Personen während der Schwangerschaft - Differentialdiagnostik unklarer Exantheme, - Differentialdiagnostik von Arthritiden IgM-Antikörper treten meist zeitgleich mit dem Exanthem auf und persistieren ca. 3 Monate, gelegentlich auch nur 3-4 Wochen. Ihr Nachweis gilt als Bestätigung einer Akutinfektion. IgG- Antikörper werden 3-7 Tage später positiv und persistieren viele Jahre. Als Suchtest wird ein Enzymimmunoassay durchgeführt, bei Infektionen während der Schwangerschaft empfiehlt sich zusätzlich die Durchführung der IgG-und IgM-Immunblots als Bestätigungsteste. Der Nachweis von IgG-Antikörpern gegen das NS1- Protein im Immunblot deutet darauf hin, dass die Infektion mindestens 6 Wochen zurückliegt, da diese Antikörper erst sehr spät gebildet werden. Parvovirus B19 IgG-Antikörper im : - Immunitätsaussage im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen von Schwangeren, die in Einrichtungen mit erhöhtem Infektionsrisiko tätig sind Parvovirus B19-PCR im EDTA-Blut, Fruchtwasser oder Biopsiematerial (eingeschränkte Kassenleistung): - V.a. chronische Infektion - V.a. Infektion immunsupprimierter Patienten - Zusatzdiagnostik bei Infektionen während der Schwangerschaft und V.a. auf fetale Infektion Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

30 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 32 Antibiotika-Übersicht (Unter-)Gruppe Wirkstoff Therapie häufiger Infektionen von ambulanten Patienten: Phenoxypenicilline Penicillin V (oral) Benzylpenicilline Penicillin G (i.v.) Aminopenicilline Amoxicillin (oral) Ampicillin (oral, i.v.) Ureidopenicilline Mezlocillin (i.v.) Piperacillin (i.v.) Isoxazolylpenicilline Flucloxacillin (oral, i.v.) ß-Laktamase- Amoxicillin/Clavulansäure (oral) Hemmer- Ampicillin/Sulbactam (i.v., i.m.) Kombinationen Piperacillin/Tazobactam (i.v.) Cephalosporine Carbapeneme Monobactame Chinolone (Gyrasehemmer) Aminoglykoside Tetracycline Makrolide Lincomycine Ansamycine Sulfonamide Nitroimidazole Nitrofurane Fosfomycin Fusidinsäure Polypeptide Lipopeptide Glycopeptide Streptogramine Oxazolidinone Glycylcycline Betalaktam-Antibiotika G1: Cefaclor (oral) Cefazolin (i.v.) G2: Cefuroxim (oral. i.v.) Cefotiam (i.v.) G3: Cefpodoxim (oral) Cefixim (oral) G3a: Cefotaxim (i.v.) Ceftriaxon (i.v., i.m.) G3b: Ceftazidim (i.v.) Imipenem (i.v.) Meropenem (i.v.) Ertapenem (i.v.) Aztreonam (lokal: Inhalation) Ciprofloxacin (oral, i.v., lokal: Augen, Ohren) Levofloxacin (oral, i.v., lokal: Haut, Augen) Moxifloxacin (oral, i.v., lokal: Augen) Gentamicin (i.v.,i.m., lokal: Haut, Augen, Implantation) Tobramycin (i.v., lokal: Augen, Inhalation) Amikacin (i.v., i.m.) Paromomycin (oral, keine system. Wirkung) Kanamycin (lokal: Augen) Doxycyclin (oral, i.v., lokal: periodontal) Minocyclin (oral) Erythromycin (oral, i.v., lokal: Haut, Augen) Clarithromycin (oral, i.v.) Roxithromycin (oral) Azithromycin (oral, i.v., lokal: Augen) Clindamycin (oral, i.v., i.m., lokal: Haut, Vagina) Rifampicin (oral, i.v.) Rifaximin (oral, keine systemische Wirkung) Trimethoprim-Sulfamethoxazol (oral, i.v.) Metronidazol (oral, i.v., lokal: Haut, Vagina, periodontal) Nitrofurantoin (oral) Fosfomycin (oral, i.v.) Fusidinsäure (lokal: Haut, Augen) Polymyxin B (lokal: Augen, Ohren) Daptomycin (i.v.) Vancomycin (oral, i.v.) (oral keine systemische Wirkung!) Quinupristin/Dalfopristin (i.v.) Linezolid (oral, i.v.) Tigecyclin (i.v.) akute Streptokokken-Tonsillopharyngitis 1. Wahl: Penicillin V für 10 Tage alternativ: Cephalosporin G1 (G2) oder Makrolid oder Clindamycin akute Sinusitis Meist viral bedingt. Antibiose nur indiziert bei starken Beschwerden, Fieber >38,3 C, Verstärkung der Beschwerden im Verlauf, chron.-entzündl. Lungenerkrankungen, drohenden Komplikationen, Immunschwäche, schweren Grundleiden und besonderen Risikofaktoren. 1. Wahl: Amoxicillin alternativ: Aminopenicillin + ß-Laktamase-Hemmer, Cephalosporin G2, Makrolid, Cotrimoxazol, Clindamycin, Doxycyclin akute Bronchitis wenn keine COPD, kein Asthma bronchiale, Verlauf <7 Tage vorliegt i. d. R. viral bedingt keine Antibiotika-Therapie empfohlen leichtgradige akute Exazerbation einer COPD 1. Wahl: Amoxicillin für 7 Tage alternativ: Makrolid oder Doxycyclin ambulante Pneumonie ohne Risikofaktoren* 1. Wahl: Amoxicillin für 5-7 Tage alternativ: Makrolid oder Doxycyclin ambulante Pneumonie mit Risikofaktoren* 1. Wahl: Amoxicillin + Clavulansäure für 5-7 Tage (zusätzlich Makrolid, falls Legionellen, Chlamydien und Mykoplasmen erfasst werden sollen) alternativ: Levofloxacin oder Moxifloxacin *Risikofaktoren: schwere Begleiterkrankungen, Antibiotikatherapie in den letzten 3 Monaten, instabiler klinischer Zustand unkomplizierte Zystitis der ansonsten gesunden Frau Fosfomycin Einmalgabe Nitrofurantoin für 7 Tage Nitrofurantoin retard für 5 Tage Bei Kenntnis der lokalen Resistenzlage (<20%): Cotrimoxazol für 3 Tage Trimethoprim für 5 Tage Quellen: 1 S2-Leitlinie Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals S2k-Leitlinie Rhinosinusitis S3-Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobielle Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen tiefen Atemwegsinfektionen sowie ambulant erworbener Pneumonie S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen 2010 Die in diesem Infoblatt aufgeführten Therapie-Empfehlungen können das Studium der jeweils aktuellsten Leitlinien sowie der Fachinformationen der Arzneimittelhersteller nicht ersetzen! Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

31 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 33 Schilddrüsen-Diagnostik Bewertung Die freien peripheren Schilddrüsenhormone ft4 (Thyroxin) und ft3 (Trijodthyronin) spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Energieumsatzes des Organismus. Ein Regelkreis Hypothalamus Hypophyse Schilddrüse Hypothalamus hält die Schilddrüsenhormonspiegel innerhalb eines bestimmten Konzentrationsbereiches konstant. Niedrige freie Hormonspiegel führen über die Freisetzung des Releasing Hormons TRH zur Synthese von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) im Hypophysenvorderlappen, das das Wachstum der Schilddrüsenfollikel und die Hormonsynthese stimuliert. Umgekehrt unterdrücken hohe Hormonspiegel die Freisetzung von TSH. Über diesen Mechanismus können Funktionseinschränkungen der Schilddrüse über sehr lange Zeiträume kompensiert werden, so dass subklinische Hyper- oder Hypothyreosen (gekennzeichnet durch erniedrigte bzw. erhöhte TSH-Spiegel bei noch normalen Spiegeln von ft3 und ft4) sehr viel häufiger anzutreffen sind als klinisch manifeste Störungen als Folge überschießender oder fehlender Hormonproduktion. Krankheitsbilder mit hoher Prävalenz sind der Jodmangel, Formen der Autoimmunthyreoiditis sowie Knotenstrumen mit oder ohne autonome Hormonproduktion. In der Genese der Autoimmunthyreoiditiden spielen Autoantikörper gegen Strukturen der Schilddrüse die entscheidende Rolle: sie sind u.a. gerichtet gegen die Thyreoidea-Peroxidase (TPO-Ak), das Thyreoglobulin (TAK) und den TSH-Rezeptor (TRAK). Als Tumormarker zur Verlaufskontrolle nach Strumektomie bei follikulären Schilddrüsenkarzinomen eignen sich das humane Thyreoglobulin (htg) und das CEA. Bei medullären C-Zell-Karzinomen bzw. beim Krankheitsbild der Multiplen endokrinen Neoplasie (MEN) sollte das Calcitonin bestimmt werden. Typische Befundkonstellationen bei Schilddrüsenerkrankungen und Therapiekontrolle Biochemischer Befund btsh ft4 ft3 Diagnosen Euthyreose n n n Struma nodosa Subklinische (latente) Kompensiertes n n Hyperthyreose Adenom Primäre Hyperthyreose supprimiert M. Basedow Dekompensiertes Isolierte T3-Hyperthyreose supprimiert n Adenom Sekundäre Hyperthyreose n n Subklinische (latente) Hypothyreose n n Primäre Hypothyreose (n) Sekundäre Hypothyreose (HVL-Insuffizienz) (n) Low-T3-Syndrom n ( ) n ( ) TSH-produzierendes HVL-Adenom (selten) Jodmangel Struma(teil)resektion Thyreostatische Therapie Immunthyreoiditis Hashimoto HVL-Adenom Z.n. Hypophysen-OP Schwere extrathyreoidale Erkrankung (NTI) Zusätzliche Untersuchungen Sonographie, Szintigramm, ggf. Punktion TRAK, TPO-Ak Sonographie, Szintigramm, ggf. Punktion MRT Sella TPO-Ak, TAK MRT Sella, TRH-Test, Hypophysenhormonbestimmung Therapiekontrolle Ziel Ziel Ziel Zusätzliche Untersuchungen Hormonsubstitution n n n bei Hypothyreose (unterer NB) Suppressionskontrolle bei Thyreoglobulin, TSH-Test, supprimiert n ( ) n Struma maligna Ganzkörperszintigramm Thyreostasekontrolle n n n TRAK (Verlaufskontrolle M. Basedow) Diagnoserelevante Stör- und Einflussgrößen bei der Bestimmung von Schilddrüsenparametern Parameter Erhöhung bei Verminderung bei Schlafentzug, Fasten, Mangelernährung, Anorexia nervosa Erholungsphase nach schwerer Krankheit, Depression, Hyperkaliämie Hypokalzämie, HIV-Infektion, Hypercortisolismus Nebennierenrindeninsuffizienz basales TSH ft4 ft3 Chlorpromazin, Haloperidol, Lithium, Sulpirid, Metoclopramid, Domperidon, Naloxon, Östrogene Amiodaron (initial) Salizylate, Heparin, Furosemid, Amiodaron T 3 -Präparate L-DOPA, Amiodaron (Langzeittherapie) Corticoide, Somatostatin, Verapamil, Nifedipin, Diphenylhydantoin, Jod-Kontrastmittel Barbiturate Rifampicin schwere extrathyreoidale Erkrankung (NTI) hochdosierte Jodgabe Propanolol, Corticoide, Amiodaron Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

32 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 35 Sexuell übertragbare Krankheiten STD Erreger Treponema pallidum Neisseria gonorrhoeae Haemophilus ducreyi Chlamydia trachomatis Serovar L1-3 Chlamydia trachomatis Serovar D - K Herpes simplex Virus HSV 1 und 2 Papillomaviren HPV Gardnerella vaginalis Mycoplasma genitalium Ureaplasma urealyticum Trichomonas vaginalis Candida albicans Klebsiella granulomatis (früher Calymnobact. granulomatis) Erkrankung Klinik Lues Gonorrhoe Ulcus molle Lymphogranuloma venereum (LGV) Frau: Zervizitis, Salpingitis, Endometritis, PID, Konjunktivitis Mann: Urethritis Epididymitis, Prostatitis, Proktitis, Konjunktivitis, reaktive Arthritis Herpes genitalis, Herpes labialis, Keratokonjunktivitis, Meningitis CIN, Zervix-CA (Häufigste HPV-Typen: 16, 18) Condylomata acuminata (Häufigste HPV-Typen: 6, 11) Bakterielle Vaginose Urethritis (möglicherweise Prostatitis/ Adnexitis, HWI, Zervizitis, PID) Urethritis, (möglicherweise Prostatitis/ Adnexitis, HWI, bakterielle Vaginose) Trichomoniasis Frau: Vaginitis, Urethritis Mann: Urethritis, Prostatitis, Epididymitis Candidiasis Frau: Vaginitis Mann: Balanitis Granuloma inguinalis Donovaniasis Labordiagnostik Antigennachweis / Erregernachweis Antikörpernachweis / Serologie Methode Material Methode Anmerkung Dunkelfeld- Mikroskopie Mikroskopie und Kultur PCR Mikroskopie und Kultur PCR PCR IFT PCR (Kassenleistung nur im Liquor) PCR Mikroskopie und Kultur PCR Kultur PCR Mikroskopie Mikroskopie Kultur Mikroskopie Direktnachweis aus Primärläsion in der Frühphase der Infektion Präparat muss sofort mikroskopiert werden Kein Versand möglich! Abstrich in Transportmedium (Zervix, Urethra, Konjunktiva, Rachen, Rektum) Trockener Abstrichtupfer (Zervix, Urethra, Rachen, Rektum, Konjunktiva), Urin Abstrich in Transportmedium vom Ulkusgrund Trockener Abstrichtupfer vom Ulkusgrund, Rektum, Eiter, Biopsiematerial Urin, trockener Abstrichtupfer (Zervix, Vagina, Urethra, Rektum, Rachen, Konjunktiva) 2 fixierte Ausstriche vom Bläschengrund (Spezielles Abstrichset im Labor anfordern) Trockener Abstrichtupfer vom Bläschengrund, Liquor, EDTA-Blut Zervixabstrich (trockener Tupfer oder Flüssigzytologiemedium) (PCR erfasst Genotyp 16,18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 66, 68) Abstrich in Transportmedium Trockener Abstrichtupfer, Urin, Sperma Abstrich in Transportmedium, Urin, Sperma (Kultur erfasst auch M. hominis, Keimzahlbestimmung und Antibiogram möglich) Trockener Abstrichtupfer, Urin, Sperma Urogenitalabstriche, Urin Präparat muss sofort mikroskopiert werden Kein Versand möglich! Abstrich in Transportmedium Gewebsausstrich von Biopsie- oder Kürettagematerial Treponema pallidum-ak TPHA quantitativ FTA-ABS Lues-IgM-EIA Cardiolipin- Mikroflockungstest EIA (IgG, IgA) EIA (IgG, IgA) EIA (IgG, IgM) Neutralisationstest EIA (IgA, IgG, IgM) Suchtest (2.-3. Wo. nach Infektion positiv) Verlaufskontrolle, Bewertung der Behandlungsbedürftigkeit Bestätigungstest DD akute oder chronische Infektion, Reinfektion Verlaufskontrolle, Bewertung der Behandlungsbedürftigkeit Serologie nicht verfügbar Serologie nicht verfügbar Keine Unterscheidung von Chlamydia trachomatis Serovar L1-3 und Serovar D-K Keine Unterscheidung von Chlamydia trachomatis Serovar L1-3 und Serovar D-K. Ergänzende Untersuchung bei aszendierter Infektion (PID) und reaktiver Arthritis Bei Erstinfektionen IgM-positiv. Bei Rezidiv IgM oft nicht nachweisbar, nur geringer oder kein IgG-Titer Anstieg Der direkte Erregernachweis ist vorzuziehen. Serologie nicht verfügbar Serologie nicht verfügbar Serologie nicht verfügbar Der direkte Erregernachweis ist vorzuziehen. Serologie nicht verfügbar Der direkte Erregernachweis ist vorzuziehen. Serologie nicht verfügbar Die Tabelle enthält Erreger, die über Sexualkontakte übertragbar sind und Symptome und Krankheiten im Urogenitalbereich verursachen. Wichtige sexuell übertragbare Erkrankungen sind weiterhin die HIV-Infektion, die Hepatitis B sowie mit Einschränkung Hepatitis C- und Cytomegalie (CMV)- Infektionen. Heute seltene Parasitosen wie die Scabies (Krätze; Erreger: Sarcoptes scabiei) und der Filzlausbefall (Phthirus pubis) gehören ebenfalls zu den STD. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

33 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 36 Thrombophilie Thrombose-Risiko Definition und Krankheitsbilder Bei Gesunden ist das Blutstillungssystem im Gleichgewicht von gerinnungsfördernden und -hemmenden Faktoren. Thrombophilie ist das Überwiegen gerinnungsfördernder Aktivität im Blut, die zur Thrombose führen kann durch: - verminderte Aktivität gerinnungshemmender Faktoren (Antithrombin, Protein S, -C, Plasminogen, PAI u. a.)v - verminderte Inaktivierung gerinnungsfördernder Aktivität (APC-Resistenz) - erhöhte Aktivität (Fibrinogen, F. VIII) Jede unklare Thrombose oder Embolie sollte labordiagnostisch abgeklärt werden. Kommt es insbesondere bei jungen, sonst gesunden Personen plötzlich oder durch geringen, nicht adäquaten Anlass zu einer Thrombose, sollte an einen genetischen Gerinnungsdefekt gedacht werden. Hereditäre Thrombophilien sind meist bis zum 60. Lj. manifest geworden. Risikofaktoren exogen (erworben) Antikonzeptiva, Schwangerschaft, Wochenbett, Immobilität, langes Sitzen, Varizen, Phlebitiden, Herzinsuffizienz; Phospholipid-Ak bei Lupus erythematodes, Antiphospholipid-Ak Syndrom) Heparin-PF4-Ak bei HIT2 unter Heparin-Therapie Risikofaktoren endogen (genetisch) Faktor V Leiden, Prothrombin-Dimorphismus Hinweise zu Laborparametern APC-Resistenz und Faktor V-Leiden-Mutation Resistenz des Faktor V gegen Inaktivierung durch aktiviertes Protein C (APC). Durch eine Mutation des F. V (Faktor V-Leiden) wird dieser durch APC vermindert abgebaut. Folge ist eine erhöhte F. V-Aktivität mit gesteigerter Thromboseneigung. In Deutschland sind ca. 5 % aller Personen Träger einer Faktor V-Leiden-Mutation. Heterozygoter Status ist mit ca. 10-fach, homozygoter Status mit ca. 100-fach erhöhtem Risiko assoziiert. Zum Nachweis gibt es 2 Laborparameter: 1. APC-Resistenz (Funktionsbestimmung wie oben beschrieben). Test der Resistenz des F.V gegen Inaktivierung durch akt. Protein C. Erst PTT ohne, dann mit Zugabe von akt. Protein C. Bei Gesunden verlängert sich die PTT mit APC auf das 2-5 -fache. Bei Patienten mit APC-Resistenz fällt die Verlängerung geringer aus. 2. Faktor-V-Leiden-Mutation im EDTA-Blut Genetische Bestimmung der Punktmutation an der Position 506 (FV- R506Q;) mit Einverständniserklärung des Patienten. Prothrombin-Mutation Erfasst Prothrombin-Dimorphismus G20210A; mit Einverständniserklärung. Vorkommen in ca. 2%. Faktor VIII F. VIII ist ein Akute-Phase-Protein, Beurteilung zusammen mit CrP empfohlen. Persistierende F. VIII-Erhöhung, d. h. ohne Akute-Phase- Reaktion, ist mit erhöhtem Thrombose-Risiko assoziiert. Cardiolipin-Ak, b2-glycoprotein-1-ak Antikörper, die gegen körpereigene Phospholipide gerichtet sind und die zu Thrombosen und Embolien führen können (den Überbegriff Antiphospholipid-Ak bitte auf dem Anforderungsschein nicht verwenden, sondern einzeln anfordern). Lupus Antikoagulans Ebenfalls Antiphospholipis-Ak, die meist mit einer PTT-Verlängerung einhergehen. Werden beim Lupus erythematodes und beim Antiphospholipid-Syndrom gefunden und führen ebenfalls gehäuft zu venösen Thrombosen und bei Frauen zu Aborten. MTHFR-Mutation Fragliche Assoziation zur venösen Thrombose. Derzeit nur Kassenleistung bei nachgewiesener Hyperhomocysteinämie mit EV *1. Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II (HIT II) Bei der HIT II kommt es durch Antikörperbildung gegen Heparin/ Plättchenfaktor 4 zur Thrombozyten-Aktivierung und Thrombosen. Nachweis mittels HIPA-Test (Heparin-induced Platelet Activation). Bei erster Heparingabe sind die Antikörper nach 6-20 Tage messbar. Bei zweiter Heparingabe treten die Antikörper nach sehr kurzer Zeit auf. Auftreten der HIT II bei UFH häufiger als bei NMH. HIPA-Test 2ml Labordiagnostik Indikation rezidivierende venöse Thrombose, atypische Lokalisation, z. B. Augen, Gehirn-, Mesenterialvenen, Pfortader Lungenembolie Aborte, Frühgeburten wegen Plazentainsuffizienz Parameter möglich unter* 3 Material 1. Stufe Heparin Cumarin APC-Resistenz + - Citratplasma gefroren Protein C + - Citratplasma gefroren Protein S + - Citratplasma gefroren Lupus-Antikoagulans - - Citratplasma gefroren Cardiolipin-Ak + + ß2-Glykoprotein1-Ak + + Antithrombin Aktivität *2 + Citratplasma gefroren F. VIII - + Citratplasma gefroren Gen-Untersuchungen Prothrombin-Mutation + + EDTA-Blut mit EV* 1 Faktor V-(Leiden)-Mutation + + EDTA-Blut mit EV* 1 2. Stufe Fibrinogen *2 + Citratplasma gefroren Plasminogen *2 + Citratplasma gefroren Homocystein + + Na-Fluorid-Blut Erkrankungen mit Gerinnungsinhibitor-Mangel Lebererkrankung Antithrombin, Protein S, Protein C nephrot. Syndrom Antithrombin Tumor D-Dimer Heparin-ind. Thrombopenie HIPA-Test im Achtung: *1: Einverständniserklärung (EV) bei genetischen Untersuchungen Seit muss nach Gendiagnostikgesetz bei Genuntersuchungen eine vom Patienten und Arzt unterschriebene Einverständniserklärung mit eingesandt werden. *2 keine Beeinflussung durch Heparin (unfraktioniert oder niedermolekular) bis zu 1 U/ml. *3 Zeichen Bedeutung + Parameter aussagekräftig - Parameter nicht aussagekräftig Gerinnungsuntersuchung unter Antikoagulation a) Heparine oder Cumarine siehe Tabelle oben (*3) b) Thrombininhibitoren (z.b. Dabigatran), Ergebnisse der Gerinnungsuntersuchungen nicht oder sehr eingeschränkt verwertbar. Bitte folgenden Hinweis zur Anforderung beachten: Bei Thrombose-Risiko bitte APC-Resistenz oder Faktor V-Leiden- Mutation anfordern, nicht Faktor V. Faktor V ist die Bestimmung der F. V-Aktivität, z. B. bei der Fragestellung F. V-Mangel, welcher mit Blutungen assoziiert ist. Bei Thrombose-Risiko bitte Prothrombin-Dimorphismus anfordern, nicht Prothrombin. Prothrombin ist die Bestimmung der F. II-Aktivität, z. B. bei Blutungsneigung. Citrat-Plasma gefroren Citrat-Plasma sofort nach Blutabnahme 20 Minuten zentrifugieren, den Überstand abheben und in neutralem Gefäß (Art.Nr auf Versandmaterial-Bestellschein) einfrieren (siehe Leistungsverzeichnis). TIP: leeres neutrales Gefäß vorfrieren, dadurch weniger Gerinnselbildung. Nach Einfüllen des Plasmas das neutrale Gefäß separat einfrieren, nicht im Kühlelement einfrieren. Nach Durchfrieren in durchfrostetes Kühlelement geben und einschicken. Laborbudget-Ausnahmekennziffer Diagnostik der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipid- Syndroms oder der Hämophilie. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

34 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 37 Toxoplasmose Erreger und Epidemiologie Die Toxoplasmose ist eine durch das Protozoon Toxoplasma gondii hervorgerufene Anthropozoonose, die weltweit bei Säugetieren und Geflügel verbreitet ist. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über drei Wege: - Verzehr von rohem Gewebszysten-haltigen Fleisch (Schwein, Wiederkäuer, Geflügel); - Orale Aufnahme von Oozysten aus Katzenkot. Sporulierte Oozysten bleiben im Erdboden mehrere Jahre lebensfähig, eine Infektion ist deshalb auch bei der Gartenarbeit oder durch kontaminierte Nahrungsmittel möglich. - Intrauterin (diaplazentar). Die Inkubationszeit beträgt ca. 2-3 Wochen. Die Durchseuchung mit Toxoplasma gondii nimmt proportional mit dem Alter zu, sie liegt in Deutschland im Mittel bei ca %. Nur etwa 30-40% aller Frauen im gebärfähigen Alter haben eine Toxoplasmose durchgemacht. Klinik 90% aller Toxoplasmoseinfektionen bei Immunkompetenten verlaufen asymptomatisch. Symptomatische Infektionen ähneln einem grippalen Infekt und sind in erste Linie durch Lymphknotenschwellungen im Kopf- und Halsbereich (selten generalisierte LKS) gekennzeichnet. Eine Augenbeteiligung (Chorioretinitis) und eine Enzephalitis sind bei ansonsten gesunden Personen äußerst selten. Nach Ablauf der akuten Infektion gehen die Erreger in einen Latenzzustand über und bilden Zysten in verschiedenen Geweben. Bei schwerer Immunsuppression (AIDS, Z.n. Organtransplantation) ist eine Reaktivierung der Infektion möglich, die sich hauptsächlich als Enzephalitis, seltener als Chorioretinitis manifestiert; generalisierte Verlaufsformen mit Dissemination in verschiedene Organsysteme können auftreten. Toxoplasmose und Schwangerschaft Eine akute Toxoplasmoseinfektion der Mutter kann während der Schwangerschaft auf den Feten übertragen werden, unabhängig davon, ob Symptome beobachtet wurden oder nicht. Das Risiko der Transmission nimmt mit zunehmendem Gestationsalter zu (ca. 15% im ersten, ca. 60% im dritten Trimenon), die Häufigkeit symptomatischer fetaler Infektionen sinkt dagegen von ca. 70% im ersten auf ca. 10% im 3. Trimenon. Im 1. Trimenon kann eine unbehandelte Infektion mit einem Abort enden, im 2. und 3. Trimenon dominieren Schädigungen des Gehirns (Hydrocephalus, Mikrocephalie, intracerebrale Verkalkungen), Chorioretinitis sowie Anämie und Thrombozytopenie. Der Schweregrad der Schädigung variiert in weiten Bereichen, diskrete Schäden werden u. U. erst in den ersten Lebensjahren sichtbar (Chorioretinitis, Netzhautnarben, Hörschäden, mentale Retardierung und Epilepsie). Therapie während der Schwangerschaft - bis zum Ende der 15. SSW: Spiramycin 3,0 g/d in drei Teildosen - ab der 16. SSW: Kombinationstherapie mit Sulfadiazin (50 mg/kg/d bis max. 4 g/d in vier Teildosen) und Pyrimethamin (50 mg am 1. Tag, danach 25 mg als Einmaldosis). Zusätzlich Gabe von Folinsäure mg/d zur Vermeidung von Nebenwirkungen auf die Hämatopoese Die Therapiedauer sollte mindestens 4 Wochen betragen. Es besteht z.z. kein Konsens darüber, ob die Therapie bis zum Ende der Schwangerschaft fortgeführt werden muss oder ob eine Kombinationstherapie alternierend in 4-wöchigem Rhythmus durch Therapiepausen oder durch Therapiephasen mit Spiramycin unterbrochen werden sollte. Labordiagnostik der Toxoplasmoseinfektion Parameter Erläuterung Material Toxoplasmose- IgG (LIA) IgG-Ak sind etwa zwei Wochen nach Infektion nachweisbar und persistieren lebenslang. Ein positiver IgG-Nachweis vor der Schwangerschaft gilt als Immunitätsnachweis; während der Schwangerschaft oder bei V.a. Akutinfektion sollte eine IgM-Bestimmung angeschlossen werden. Ein negatives Testergebnis schließt eine Toxoplasmoseinfektion mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, da im Anfangsstadium nur sehr selten ausschließlich IgM-Ak gefunden werden. Bei Neugeborenen sprechen im Verlauf persistierende oder ansteigende IgG-Antikörper für Toxoplasmose- IgM (LIA) Toxoplasmose- IgM (ELFA) Toxoplasmose- IgA (EIA) Toxoplasmose- IgG-Avidität Toxoplasmose- DNA-PCR eine konnatale Toxoplasmose und gegen einen mütterlichen Leihtiter. IgM-Ak werden wenige Tage nach Infektion gebildet. Sie erreichen nach 2-5 Wochen ein Maximum und persistieren ca. 6 Monate. Nicht selten sind IgM-Ak in niedriger Konzentration über mehrere Jahre nachweisbar. Zusatz- und Bestätigungstest bei auffälliger Toxoplasmoseserologie in der Schwangerschaft Der Nachweis von IgA-Ak deutet auf eine akute oder kurz zurückliegende Infektion. Als Zusatztest bei der Fragestellung konnatale Toxoplasmose indiziert: ein positives Testergebnis beim Neugeborenen beweist eine konnatale Infektion. Wertigkeit des Testes bei Immunsuppression oder Chorioretinitis umstritten. Zusatztest zur Eingrenzung des Infektionszeitpunktes bei auffälliger Toxoplasmoseserologie (positiver IgM-Nachweis) in der Schwangerschaft. Mit zunehmendem Abstand zur Infektion steigt die Avidität der gebildeten IgG-Antikörper. Eine hohe Avidität schließt eine Akutinfektion in den vergangenen 4 Monaten aus. Direktnachweis des Erregers bei V. a. fetale Infektion, V.a. Reaktivierung einer Toxoplasmose bei Immunsuppression, V. a. cerebrale Toxoplasmose Fruchtwasser, Liquor, Bioptat Interpretation serologischer Befundkonstellationen während der Schwangerschaft IgG (LIA) IgM (LIA) IgM IgG Interpretation (ELFA) (Avidität) Kein Hinweis auf Infektion, keine Immunität. + Abgelaufene Infektion, für die Schwangerschaft besteht kein Infektionsrisiko. + Wahrscheinlich unspezifischer IgM-Nachweis, Kontrolle notwendig. + + Auffälliger Befund. Eine Serokonversion der IgG-Antikörper bei kurzfristiger Verlaufskontrolle beweist eine Akutinfektion hoch Zurückliegende Infektion (> 4 Monate) mit persistierenden IgM-Antikörpern niedrig Akute oder kurz zurückliegende Infektion Kurz zurückliegende Infektion oder abgelaufene Infektion mit persistierenden niedrig/ IgM-Antikörpern. Eine eindeutige Aussage über den Zeitpunkt der Infektion ist mittel nicht möglich. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

35 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 38 Nadelstichverletzung Vorgehen bei Kontakt mit infektiösem Material Infektionsrisiko Infektion Allg. Übertragungsrisiko Prävention Hepatitis B HBV-positiver Indexpatient 30% Aktive / passive Impfung Hepatitis C HCV-positiver Indexpatient 3% HIV Stich / Schnittverletzung Kontamination des Auges Kontamination der Mundhöhle Kontamination vorgeschädigter Haut Von der übertragenen Erregermenge abhängig: HIV-positiver Indexpatient ca. 0,3% Übertragungsrisiko Sofortmaßnahmen Blutfluss fördern durch Druck auf das umliegende Gewebe 1 Minute Desinfektion der Wunde mit Händedesinfektionsmittel über 10 Minuten/Anlage eines antiseptischen Wirkstoffdepots (auf ausreichenden Abfluss achten wg. Nekrosegefahr!) Stichkanal zur Desinfektion spreizen sofortige gründliche Spülung des Auges mit reichlich Leitungswasser (10 Minuten) Ausspucken, dann sofortige ausgiebige Spülung mit reichlich Leitungswasser (10 Minuten) sofortige ausgiebige Spülung und Desinfektion mit Händedesinfektionsmittel (10 Minuten) Weiteres Procedere * Indexpatient Patient von dem das Blut / Material bzw. die Nadel stammt. Bei Untersuchung des Indexpatienten vor einer Entscheidung an die Relevanz des diagnostischen Fensters denken! Verletzter Immer an die Dokumentation des aktuellen Infektionsstatus (HBV, HCV, HIV) denken: Anti- HCV und HCV sofort, nach 3 und 6 Monaten; ggf. HBV-Parameter! Hepatitis B HBsAg positiv / nicht bestimmbar HBsAg negativ Postexpositionelle Hepatitis B-Immunprophylaxe in Abhängigkeit vom HBV-Impfstatus des Verletzten (s. u.) Diagnostisches Fenster in Überlegungen mit einbeziehen! Ggf. Beginn / Komplettierung der Grundimmunisierung Hepatitis C positiv GPT**, Anti-HCV sofort, in 3 und in 6 Mo, HCV-PCR in 2-4 Wo HIV Unbekannter Infektionsstatus positiv Wg. PEP-Indikation (s. u.) Überweisung zu HIV-erfahrenem Arzt (innerhalb 2h nach Verletzung, i.d.r. über 28d, Off-Label-Use ausdrückliches Einverständnis des Pat.); Anti-HIV sofort, in 3 und in 6 Monaten Anti-HCV, Anti-HIV sofort, in 3 und in 6 Monaten HBV in Abhängigkeit vom Impfstatus des Verletzten (s. u.) Indexpatient: HBsAg positiv / unbekannt Postexpositionelle Hepatitis B-Immunprophylaxe u. Laborparameter *** HBV-Impfstatus des Verletzten ungeimpft Non- Responder Letztes Anti-HBs Anti-HBs <10J. Anti-HBs >10J./nie vollständig unvollständig Anti-HBs- Bestimmung innerhalb von 48h 100 IU/l <10 IU/l IU/l >100 IU/l IU/l <10 IU/l Sofortiges Anti-HBs Früher >100 IU/l Nie >100 IU/l Früher >100 IU/l Nie >100 IU/l Maßnahmen und Diagnostik Keine Maßnahmen bzgl. HBV Nur HBV-Impfstoff HBsAg, Anti-HBs, Anti-HBc ** HBV-Impfstoff + Immunglobulin HBsAg, Anti-HBs, Anti-HBc ** Keine Maßnahmen bzgl. HBV Nur HBV-Impfstoff *** Nur HBV-Impfstoff*** HBsAg, Anti-HBc ** HBV-Impfstoff + Immunglobulin ***HBsAg, Anti-HBc ** HBV-Impfstoff + Immunglobulin 2 weitere Impfstoffdosen nach Impfschema (BG-Kostenübernahme für 1. Dosis) HBV-Impfstoff + Immunglobulin evtl. Off-Label-Use von Fendrix Anti- HCV, Anti-HIV Sofort, in 3 u. in 6 Mo. Beurteilung stützt sich auf die Annahme, dass ein einmaliges Anti-HBs-Ergebnis > 100 IU/ml einen lebenslangen Schutz darstellt. Das Labor kann keine Gewähr für die Aktualität der Information zum Verletzungszeitpunkt gewährleisten! An Unfalldokumentation / D-Arzt denken! Abweichend von den BG-Empfehlungen empfehlen wir die aktuelle Bestimmung von HBsAg, Anti-HBs und Anti-HBc zur Dokumentation zu erwägen. Postexpositionelle Chemoprophylaxe (PEP) (gemäß RKI 07/2002; BG-Kostenübernahme für 1. Dosis) PEP perkutane Verletzung mit Injektions-/ empfohlen Hohlraumnadel: Körperflüssigkeit mit hoher Viruskonzentration (Blut, Liquor, Punktatmaterial, Organmaterial, Viruskulturmaterial), tiefe Verletzung, sichtbares Blut, Nadel nach intravenöser Injektion oberflächliche Verletzung (z. B. mit chirurgischer Nadel) und Indexpatient mit AIDS / hoher HI-Viruslast PEP anbieten PEP nicht emphehlen oberflächliche Verletzung (z. B. mit chirurgischer Nadel), Kontakt zu Schleimhaut / verletzter geschädigter Haut mit Flüssigkeiten mit hoher Viruskonzentration perkutaner Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten als Blut, Kontakt von intakter Haut mit Blut, (Schleim-) Hautkontakt mit Körperflüssigkeiten wie Urin / Speichel * Es bestehen Abweichungen zwischen den STIKO / RKI-Empfehlungen und den Empfehlungen der BGW. ** Orientierende Richtlinien zur BG-Kostenübernahme (ohne Gewähr): Grundimmunisierung >5J: 1 Dosis Hep. B-Impfstoff, Anti-HBs, Anti-HBc; Grundimmunisierung <5J.: Anti-HBs > 100 IE/l: keine weiteren gezahlten Maßnahmen lt. BG; Anti-HBs <100 IE/l / unbekannt: 1 Dosis Hep. B-Impfstoff; Anti-HBs, Anti-HBc; keine Kostenübernahme für Transaminasen. *** Bei HBV-Ungeimpften bzw. unvollständig Geimpften sollte die Grundimmunisierung im Anschluss begonnen oder komplettiert werden. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

36 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 39 Umweltgifte, Schwermetalle Untersuchung Material Vorkommen in Belastung von Symptome (chron. Intox.) Gamma HCH (Lindan) Alpha-HCH Beta-HCH Hexachlorbenzol (HCB) Pentachlorphenol (PCP) DDT und DDE Polychlorierte Biphenyle (PCB) Bisphenol A 4 ml Blut im Spezialgefäß 4 ml Blut im Spezialgefäß 4 ml Blut im Spezialgefäß oder 10 ml Urin 4 ml Blut im Spezialgefäß Insektiziden, Holzschutzmitteln Begleitstoff des Lindans Begleitstoff des Lindans Pflanzenschutzmitteln, Pilzbekämpfungsmitteln, Nahrungsmitteln, imprägnierten Holz, Leder, Tapeten, Textilien Insektizid mit weltweitem Einsatz 3 ml Weichmacher in Kunststoffen, Kitt, Papier, Gebäudedehnungsfugen 10 ml Urin Weichmacher in Kunststoffen, Lacken, Papier, Lebensmittelverpackungen Diisocyanate (MDI, TDI) 10 ml Urin PU-Schäumen, Dämmstoffen, Klebern, Spanplatten, Möbeln Fettgewebe, Muttermilch, Blutbildung Gehirn, Nerven, Muttermilch Leber, Niere Fettgewebe Fettgewebe Leber Atemwege, Haut Allergien Antriebslosigkeit Atemwegsreizungen Augenreizungen Blutungen Diarrhoe Gedächtnisstörungen Hautveränderungen Konzentrationsstörungen gehäufte Infekte, Kopfschmerzen, Müdigkeit Muskelschmerz Parästhesien Übelkeit Schleimhautreizungen Schwindel Hormonelle und entwicklungsstörende Wirkung Allergien der Haut und Atemwege Polyzyklisch aromatisierte Kohlenwasserstoffe (PAK) 10 ml Urin Ruß, Kunststoffe, Dieselabgase, Feinstaub, Tabakrauch Lunge, Atemwege, Haut Krebserzeugend Chlorierte Kohlenwasserstoffe (Perchlorethylen, Dichlormethan, Tri u. a.) Aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol, Xylole u. a.) Lösemittel (z. B. Alkohole, Ketone) 4 ml Blut im Spezialgefäß 4 ml Blut im Spezialgefäß 4 ml Blut im Spezialgefäß Lacken, Farben, Klebstoffen Textil- und Fleckenreiniger Abbeizmitteln, Verdünner Antiklopfmittel in Treibstoff (Benzol) Klebstoffen Lösungsmittel, Kosmetika, Polituren, Farben, Lacke, Beizen, Verdünner, Putzmittel Leber, Nervensystem Blutbildung (Leukämie) Leber, Nerven Augenreizungen Atemwegsreizungen Gedächtnisstörungen Koordinationsstörungen Kopfschmerzen Nervenentzündung Ohrensausen Verdauungsstörungen Schläfrigkeit Schwäche Schwindel Cadmium 3 ml EDTA- Blut Tabakrauch, Batterien, Rostschutzmitteln, Löt- und Schweißrauch, Keramikglasuren, Dünger Nervensystem, Leber, Pankreas, Niere, Schilddrüse Geruchsverlust, Husten Funktionsstörungen und Zellschädigungen der Niere Chrom 3 ml EDTA- Blut oder 10 ml Urin Farben, Mörtel, Leder, Implantaten, Galvanisierungen, Imprägnierung (z. B. Holz) Haut Magendarmtrakt Atemwege Ekzem (Kontaktallergie) Gastroenteritis Katarrh Blei Quecksilber 3 ml EDTA- Blut 3 ml EDTA- Blut oder 10 ml Urin Rostschutz (Mennige), Keramikglasuren bleihaltigen Wasserrohren verbleiten Benzin Pilzbekämpfungsmitteln, Amalgam Holzbeizen, Thermometern Energiesparlampen (Höhensonne etc.), Fisch, Muscheln Arsen 10 ml Urin Böden, Grundwasser, Tabakrauch, Lebensmittel insbesondere Fisch, Reis, Salat Blutbildung Nervensystem glatte Muskulatur Niere Blutbildung Gehirn Nervensystem Niere Nervensystem, Knochen, Niere, Haare, Nägel neuropsychologische Veränderungen, Anämie, Gedächtnisstörungen Kopfschmerzen, Krämpfe Müdigkeit, Potenzverlust Schrumpfniere, Zittern metallischer Geschmack Nebenhöhleninfekte, Appetitlosigkeit Nervenschäden, Hautveränderungen, Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

37 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 40 Vaskulitiden ANCA Definition Vaskulitiden sind charakterisiert durch typische entzündliche Gefäßwandveränderungen verschiedener Blutgefäßtypen. Es werden primäre und sekundäre Vaskulitiden unterschieden. Primäre Vaskulitiden gelten als seltene Erkrankungen. Unter der Annahme, dass sie häufig nicht diagnostiziert werden, sind die bisherigen Inzidenzraten als zu niedrig anzusehen. Für einige der primären Vaskulitiden hat sich die Bestimmung der ANCA (Anti-neutrophile cytoplasmatische Antikörper) etabliert. Jedoch stehen nicht für alle Vaskulitiden spezifische Laborparameter zur Verfügung. Klinik Allgemeinsymptome Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust Vaskulitis kleiner Gefäße Purpura, Livedo reticularis, Ulcera, Polyneuritis, Kribbeln, Hörsturz, Schwindel, Episkleritis, Doppelbilder, Sehunschärfe, Blindheit, Hämoptysen, Hämaturie, Teerstuhl, Perimyokarditis etc. Vaskulitis mittlerer Gefäße Infarkte verschiedener Organe wie Herz, ZNS, Niere, Darm, Extremitäten u. a. Vaskulitis großer Gefäße Aortenbogensyndrom, Subclavian-Steal-Syndrom, Venenthrombosen Einteilung Vaskulitiden (Chapel Hill Consensus Conference 2012) Gefäßgröße Arteriitis Laborparameter klein ANCA ass. Vaskulitis mikrosk. Polyangiitis ANCA, MPO-Ak M. Wegener ANCA, PR3-Ak Churg-Strauss Syndrom ANCA, PR3-Ak MPO-Ak, Eosinophile Anti-GBM Erkrankung GBM-Ak Kryoglobulin Vaskulitis Kryoglobuline, Immunfixation Anti-C1q Vaskulitis C1q-Ak IgA Vaskulitis (Schönlein-Henoch) mittel Polyarteriitis nodosa HBsAg M. Kawasaki Endothelzell-Ak groß variabel Takayasu Arteriitis Riesenzell-Arteriitis M. Behçet Cogan Syndrom Systemische Vaskulitis bei Lupus erythematodes bei rheumatoider Arthritis bei Sarkoidose Sekundäre Vaskulitis Hepatitis C Virus Hepatitis B Virus Syphilis-ass. Aortitis Medik. ass. ANCA-ass. Vaskulitis Malignom ass. Vaskulitis Medik. ass. Immunkomplex-Vaskulitis Vaskulitis eines Organes kutane leukozytoklastische Angiitis kutane Arteriitis primäre ZNS-Vaskulitis isolierte Aortitis BKS ANA RF-IgM, CCP-Ak ACE HCV-Ak HBsAg, Anti-HBc TPHA ANCA Tumorsuche Labordiagnostik bei Vaskulitis Indikation V. a. Vaskulitis ANCA, ANA, AMA, RF-IgM, CCP-Ak, Endothelzell-Ak, GBM-Ak, C1q-Ak Eosinophile, Kryoglobuline, Immunfixation im BSG, CRP Sekundäre Vaskulitis HBsAg, Anti-HBc, HCV-Ak, TPHA pr. membranöse Glomerulonephritis Phospholipase A2-Rez.-Ak Entzündungsaktivität Nierenfunktion Faktor 8-ass. Antigen (vwf) Blutbild, CH50, C3, C4 Albumin im Urin Cystatin C, Kreatinin im Urinstatus, Urinsediment Information zu Laborparametern ANCA ANCA sind u. a. gegen Enzyme neutrophiler Granulozyten gerichtet. Sie werden im indirekten Immunfluoreszenztest (IFT) unter Verwendung humaner, äthanol- und formalinfixierter Granulozyten bestimmt. Derzeit werden die IFT-Muster c-, p- und x-anca unterschieden. Bei ausschließlicher Verwendung äthanolfixierter Granulozyten können in der Regel x-anca nicht von p-anca unterschieden werden. ANA und ANCA ANA stellen sich auf äthanolfixierten Granulozyten in der Regel wie p-anca dar. Bei ausschließlicher Verwendung äthanolfixierter Granulozyten können in der Regel ANA nicht von p- ANCA und x-anca unterschieden werden. MPO-Ak und PR-3-Ak Zur weiteren Differenzierung hat sich die Bestimmung von Proteinase-3-Ak (PR-3-Ak) und Myeloperoxidase-Ak (MPO-Ak) durchgesetzt. PR-3-Ak finden sich überwiegend bei c-anca, MPO-Ak überwiegend bei p-anca. Weitere, insbesondere bei p-anca gefundene Ak-Spezifitäten sind Kathepsin-D-, Lactoferrin- und Elastase-Ak, die sich in der klinischen Diagnostik nicht durchgesetzt haben. Bei allen ANCA-Mustern finden sich derzeit noch unbekannte Ak- Spezifitäten nicht bekannter Krankheitsassoziation. IFT-Muster AK-Spezifität Assoziation c-anca PR-3 M-Wegener, zytoplasmatisch mikroskop. Polyarteriitis Churg-Strauss-Syndrom Colitis ulcerosa p-anca MPO mikroskop. Polyarteriitis perinukleär Panarteriitis nodosa pauciimmune nekrotis. GN Churg-Strauss-Syndrom x-anca unbekannt Colitis ulcerosa primär skleros. Cholangitis autoimmune Hepatitis rheumatoide Arthritis Anforderung und Material Autoantikörper je 1 ml ANCA, MPO-, PR-3-Ak ANA, Endothelzell-Ak, ANA Faktor 8-ass. Antigen (vwf) 1 ml Citratplasma gefroren Lupus Antikoagulans 1 ml Citratplasma gefroren Kryoglobuline 3 ml Abnahmehinweise beachten! CH50 (Gesamtkomplementaktivität) 1 ml gefroren C3-, C4-Komplement 1 ml Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

38 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 41 Zöliakie / Gluten-sensitive Enteropathie Definition Zöliakie (Synonyma: Gluten-sensitive Enteropathie, Sprue) ist eine autoimmune Zerstörung des Dünndarmepithels mit Malabsorption, die in genetisch prädisponierten Personen (HLA- DQ2/8 positiv) durch Aufnahme von Gliadin ausgelöst wird. Prävalenz ca. 1:100, die Zöliakie ist damit eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen. Trotz der Möglichkeit einer differenzierten und rationalen Labordiagnostik ist die Zöliakie weit unterdiagnostiziert. Labordiagnostik Zöliakie-Screening Endomysium-IgA, ttg-iga, Gliadin-Ak - bei IgA-Mangel Endomysium-IgG, ttg-igg, Gliadin-IgG Verlaufskontrolle ttg-iga, Gliadin-Ak Zöliakie Risiko-Patienten, Verwandte 1. Grades HLA-DQ2, -DQ8 EDTA-Blut EV*1 Pathophysiologie Gliadin wird durch die Gewebstransglutaminase (ttg; Synonym: Transglutaminase 2, TG2) in der Darmschleimhaut deamidiert. Bei HLA-DQ2/8 positiven Patienten bindet das deamidierte Gliadin deutlich besser an Antigen-präsentierende Zellen. Es kommt zur Bildung von Antikörpern gegen deamidiertes Gliadin und ttg sowie einer entzündlichen Reaktion mit Schädigung der Darmschleimhaut. Die Gliadin-Ak und ttg-ak im ermöglichen die Diagnose der Zöliakie, (diagnostisch genutztes Epiphänomen), die eigentliche Zerstörung des Zottenepithels erfolgt über T-Zell-abhängige Mechanismen. Ernährung und Gluten Gliadin sind die prolin- und glutaminreichen Proteine des Glutens. Die Klebereiweiße (Glutene) der in Deutschland hauptsächlich angebauten Getreidearten (Weizen, Roggen, Gerste einschließlich ihrer Kreuzungen und Urformen; sog. Triticeae) sind chemisch eng verwandt und können alle eine Zöliakie auslösen bzw. unterhalten. Betroffene sollten deshalb Nahrungsmittel, die Produkte aus diesen Getreidearten enthalten, strikt meiden. Von der Ernährung mit Produkten aus Hafer wird in Deutschland abgeraten, da die Verarbeitung oft nicht getrennt von den anderen Getreidearten erfolgt und deshalb mit Kontaminationen zu rechnen ist. Als alternative Stärkequellen kommen z. B. Mais, Reis, Buchweizen, Quinoa, Kartoffel und Amaranth in Betracht. Klinik Kleinkinder Symptome in der Regel 6-9 Monate nach Einführung glutenhaltiger Kost. Symptomtrias chronische Diarrhoe (Steatorrhoe), vorgewölbter Bauch, Gedeihstörung etwa mit 9-18 Monaten. Ältere Kinder und Erwachsene oligosymptomatisch Gedeihstörung, Gewichtsverlust, Kleinwuchs, Eisenmangelanämie, chronische Müdigkeit, Aphten, Bauchschmerzen, Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit, Appetitverlust, Pubertas tarda, Amenorrhoe, Aborte, Konzentrationsstörung, depressive Verstimmung, chronische Kopfschmerzen, Transaminasenerhöhung, Zahnschmelzdefekte, Osteoporose / Osteopenie Assoziation mit anderen Erkrankungen IgA-Mangel bis zu 5 % der Zöliakiepatienten Autoimmunerkrankungen 10 mal häufiger als Normalpopulation Diabetes mellitus Typ % der Zöliakiepatienten Hashimoto-Thyreoiditis Dermatitis herpetiformis Duhring T-Zell-Lymphome des Gastrointestinaltraktes Diagnostik Keine glutenfreie Ernährung vor der Erst-Diagnostik (falsch negative Ergebnisse möglich!). Dünndarmzottenbiopsie und Bestimmung Zöliakie- assoziierter Antikörper etwa zeitgleich durchführen. Besserung der klinischen Symptomatik und histologischen Befunde unter glutenfreier Diät. Laborparameter sind geeignet zur - Diagnosestellung und Verlaufskontrolle - Bestimmung des Ausmaßes der Malabsorption und Diagnostik assoziierter Erkrankungen. Im Erwachsenenalter ist die Konkordanz klinischer, serologischer und histologischer Befunde in bis zu 10 % der Fälle nicht gegeben. *1 Seit dem muss lt. Gendiagnostikgesetz bei genetischen Untersuchungen eine vom Arzt und Patienten unterschriebene Einverständniserklärung (EV) mit eingesandt werden. Zöliakie assoziierte Erkrankungen Diabetes mellitus Typ 1 ICA, GAD-Ak, IA-2-Ak IgA-Mangel IgA gesamt Hashimoto-Thyreoiditis TPO-Ak Autoimmunerkrankung ANA, AMA, LKM, LP-Ak Differentialdiagnostik der Malabsorption Anämie Ferritin Osteoporose 25-OH-Vitamin D3 Laktoseintoleranz H2- Atemtest neurolog. Symptome Vitamin B12, Vitamin A chron. Müdigkeitsyndrom Ferritin, 25-OH-Vitamin D3 Pankreasinsuffizienz Elastase Stuhl Colitis ulcerosa x-anca Morbus Crohn ASCA, Pankreas exokrin-ak Spurenelemente Magnesium, Zink, Calcium Hinweise zu Laborparametern Endomysium-IgA IFT ist der Goldstandard und zeichnet sich durch Sensitivität und Spezifität von jeweils > 90% aus. Das Zielantigen der Endomysium-Ak ist die Gewebstransglutaminase (ttg). ttg-iga haben bei etwas geringerer Spezifität den Vorteil der Quantifizierbarkeit und sind damit auch zur Verlaufsbeurteilung sehr gut geeignet. ttg-igg sind nur als ergänzender diagnostischer Parameter bei Patienten mit IgA-Mangel sinnvoll und dort in ca. 50% positiv. Gliadin-Ak (IgA und IgG) Teste auf der Basis von deamidiertem Gliadin haben ältere, weniger spezifische Methoden zum Nachweis von Gliadin-Ak ersetzt. IgA gesamt zur Erfassung des (bei Zöliakie häufigen) IgA-Mangels. Bei IgA-Mangel Gliadin IgG, ttg-igg empfohlen. Ak-Nachweise im Stuhl sind nicht geeignet. HLA DQ2 und HLA DQ8 HLA DQ2 ist bei % der Zöliakiepatienten nachweisbar, HLA DQ8 bei weiteren 5 %. Falls HLA DQ2/8 negativ, ist eine Zöliakie nahezu auszuschließen. Umgekehrt ist der Nachweis von HLA DQ2 u./o. DQ8 nicht mit einer Zöliakie gleichzusetzen: etwa 40 % der Mitteleuropäer sind Träger von mindestens einem Risikomerkmal. Ausgehend von einer geschätzten Krankheitsprävalenz von 0,5-1,0 % hat ein Merkmalsträger ein Risiko von etwa 1,25-2,5 % für die Entwicklung einer Zöliakie. Bei Risikopatienten Kontrolle der ttg-iga alle 2-3 Jahre. ACHTUNG bei Antikörpernachweisen - zur Diagnosestellung: Eine Glutenbelastung (d. h. normale glutenhaltige Nahrung) soll im Zeitraum (Tage-Wochen) vor der Blutentnahme erfolgen. Keine glutenfreie oder glutenarme Ernährung, da hier die Ak unter die Nachweisgrenze abfallen können. HWZ 1-2 Monate. - zur Verlaufskontrolle: Gliadin-Ak verhalten sich proportional zur Krankheitsaktivität. Gliadin-IgA werden meist bereits nach ca. 6-8 Wochen glutenfreier Ernährung negativ, während ttg-iga länger positiv bleiben. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

39 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 42 Arterielle Hypertonie Laboruntersuchungen Definition Als arterielle Hypertonie wird eine dauerhafte Blutdruckerhöhung auf Werte von 140 mmhg (systolisch) und/oder 90 mmhg (diastolisch) bezeichnet. Das kardiovaskuläre Risiko steigt nahezu linear mit dem systolischen und diastolischen Blutdruck, ein eigentlicher Schwellenwert existiert nicht. Ab dem 50. Lebensjahr ist in Deutschland fast jeder Zweite betroffen. Klassifikation nach Schweregrad Grad systolisch diastolisch optimal <120 <80 normal <130 <85 noch normal leicht mittelschwer schwer >180 >110 isolierte systolische Hypertonie >140 <90 Die primäre (essentielle) Hypertonie umfasst ca. 90% aller Hypertonien, manifestiert sich in der Regel jenseits des 30. Lebensjahres und ist multifaktoriell bedingt. Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind Alter, Geschlecht und genetische Disposition, beeinflussbar sind dagegen Übergewicht, körperliche Inaktivität, Alkoholkonsum und vermehrte Salzaufnahme. Die essentielle Hypertonie tritt oft im Rahmen eines metabolischen Syndroms mit Hyperlipoproteinämie, Hyperurikämie, Insulinresistenz und Adipositas auf. Sekundäre Hypertonieformen sind im Gegensatz zur Primären Hypertonie auf eine organische Ursache zurückzuführen. Dazu zählen renoparenchymatöse und renovaskuläre Hypertonie, endokrine Hochdruckformen, neurogen bedingter Hochdruck, die Aortenisthmusstenose und sehr seltene monogenetische Hochdruckformen. Eine Sonderform der sekundären Hypertonie stellt die schwangerschaftsbedingte Hypertonie (Gestationshypertonie) dar. Sie tritt meist im 3. Trimenon einer Schwangerschaft auf und klingt 1-6 Wochen nach Entbindung wieder ab. Eine Gestationshypertonie mit Proteinurie ( 0.3 g/24h) wird als Präeklampsie (Gestose) bezeichnet. Die schwersten Formen der schwangerschaftsbedingten Hypertonie sind die Eklampsie und das HELLP-Syndrom (Haemolysis; Elevated Liver enzyme levels; Low Platelet count). Hypertonie in der Schwangerschaft ist eine der häufigsten Ursachen der Müttersterblichkeit und der perinatalen Mortalität. Die empfohlenen Basisuntersuchungen erfassen kardiovaskuläre Risikofaktoren und können erste Hinweise auf sekundäre Hypertonieformen geben (renoparenchymatöse Hypertonie: Kreatinin, Albumin im Urin; primärer Hyperaldosteronismus: Kalium; Schlafapnoe: Blutbild). Weitere zum Ausschluss sekundärer Hypertonieformen geeignete Laborparameter sowie Laboruntersuchungen bei schwangerschaftsbedingter Hypertonie sind in den folgenden Tabellen aufgeführt. Fragestellung Parameter Material Basisuntersuchungen Na, K, Kreatinin (GFR), Cholesterin, HDL, LDL, Triglyceride, Harnsäure Blutzucker nüchtern Blutbild, HbA 1c Urinstatus (Teststreifen, Sediment), Mikroalbumin NaF-Blut EDTA-Blut Urin Sekundäre Hypertonie Hyperaldosteronismus Aldosteron Aldosteron/Renin-Quotient EDTA-Plasma EDTA-Plasma DD: primär vs. sekundär Captopril-Test: Aldosteron/Renin-Quotient basal und 60/120 min EDTA-Plasma nach 25 mg Captopril DD: Nierenarterienstenose Captopril-Test: Renin basal und 60/120 min nach 25 mg Captopril EDTA-Plasma Hypercortisolismus Dexamethason-Hemmtest: Cortisol basal (8:00 Uhr), Gabe von 2mg (Cushing-Syndrom) Dexamethason (23:00 Uhr), Cortisol 2 (2. Tag, 8:00 Uhr) Cortisol im Speichel 23 Uhr Speichel freies Cortisol im Urin 24h-Urin ohne Zusatz Phäochromozytom Metanephrin frei, Normetanephrin frei EDTA-Plasma gefr. Adrenalin, Noradrenalin, (Dopamin), Metanephrin, Normetanephrin 24h-Urin mit Salzsäurezusatz Hyperthyreose TSH, ft4 Adrenogenitales Syndrom 17-OH-Progesteron, 11-Desoxycortisol, Cortisol, Aldosteron, DHEA, Testosteron gesamt Hyperparathyreoidismus Parathormon intakt Calcium, Phosphat EDTA-Plasma Typische Veränderungen klinisch-chemischer Laborparameter bei Gestationshypertonie Hämatokrit >38% Thrombozyten < /µl, progredienter Abfall (auch bei Werten im Normbereich) muß innerhalb weniger Stunden kontrolliert werden (HELLP-Syndrom!) GOT (AST), GPT (ALT), LDH Anstieg über Normbereich Bilirubin (indirekt) >1,2 mg/dl Harnsäure >5 mg/dl ab 32. SSW Kreatinin >0,9 mg/dl Eiweiß im Urin 0.3 g/24h: Präeklampsie; > 2g/24h engmaschige Überwachung notwendig Haptoglobin Abfall unter Normbereich D-Dimer Verlaufsbeobachtung: rapider Anstieg spricht für disseminierte intravasale Gerinnung (DIG) Fibrinogen <150 mg/dl Bei ambulanter Betreuung leichter Formen der Gestationshypertonie Kontrolle der Laborparameter mind. 1x wöchentlich; bei Überwachung in der Klinik ggf. tägliche Laborkontrollen Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

40 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 43 Labordiagnostik neurologischer Erkrankungen Das Labor stellt neben der neurologischen Funktionsdiagnostik und bildgebenden Verfahren eine wesentliche Säule der Diagnostik neurologischer Erkrankungen dar. Laboruntersuchungen in Blut und Liquor liefern wertvolle Hinweise bei Autoimmunneuropathien und sind richtungsweisend bei Stoffwechselerkrankungen und Intoxikationen. Bei Neuropathien im Rahmen paraneoplastischer Syndrome sichert der Nachweis neuronaler Autoantikörper die Diagnose und gibt einen Hinweis auf die zugrunde liegende Tumorerkrankung. Die folgenden Tabellen geben eine Übersicht über mögliche Laboruntersuchungen bei Autoimmunneuropathien, paraneoplastischen Syndromen und Stoffwechselerkrankungen mit Beteiligung des ZNS. Material Autoantikörper: Liquordiagnostik: Liquor/-Paar Abnahmehinweise im Leistungsverzeichnis beachten! Weitere Parameter: siehe Leistungsverzeichnis Autoimmunneuropathien Erkrankung Autoantikörper Weitere Labordiagnostik Multiple Sklerose Ak gegen Myelin Oligodendrozyten Liquor: Zellzahl/-art: gering erhöht/ mononukleäres Zellbild; Glycoprotein (MOG) und intrathekale IgG-Synthese und Nachweis oligoklonaler Banden; Myelin basisches Protein (MBP): erhöhter Antikörperindex für Masern/Röteln/Varizella Zoster Virus Prognose- und Verlaufsparameter, (MRZ-Reaktion) zur Diagnosesicherung nicht geeignet Neuromyelitis optica Aquaporin 4-Ak Ausschluss einer Multiplen Sklerose Guillain-Barré-Syndrom Gangliosid-Ak Liquor: reine Schrankenstörung mit Albuminerhöhung, meist kein wegweisender Befund Myasthenia gravis Acetylcholin-Rezeptor-Ak Muskel-spezifische Tyrosinkinase (MuSK)-Ak, Titin-Ak, LRP4-Ak Kollagenosen und Vaskulitiden mit neurologischer Beteiligung Sarkoidose Antinukleäre Antikörper (ANA) mit Differenzierung, ANCA, Cardiolipin- Antikörper BSG, CRP, grosses Blutbild, Kreatinin, IgG, IgA, IgM, Rheumafaktor, Komplementfaktoren C3 und C4, zirkulierende Immunkomplexe ACE, löslicher Interleukin 2-Rezeptor, Ausschluss einer Tuberkulose Autoimmunneuropathien bei paraneoplastischen Syndromen Einige Tumoren exprimieren Antigene, die auch in Nervenzellen auftreten. Die Immunantwort gegen diese Tumorantigene kann zur Autoimmunreaktion gegen Neuronen mit Ausbildung paraneoplastischer Syndrome führen. Diese durch Bildung neuronaler Autoantikörper gekennzeichneten Krankheitsbilder sind eng mit bestimmten Karzinomen wie Mammakarzinom oder kleinzelligem Bronchialkarzinom assoziiert. Da die neurologischen Symptome vor der Diagnose des Karzinoms auftreten können, weist ein positiver Autoantikörpertest frühzeitig auf ein okkultes Karzinom hin. Erkrankung Autoantikörper Assoziierte Tumore Gastrointestinale Anti-Hu (ANNA1) kleinzelliges Bronchialkarzinom Pseudoobstruktion Hirnstamm-Enzephalitis Kleinhirndegeneration Anti-Hu (ANNA1) Anti-Ma2 Anti-PCA2 Anti-Hu (ANNA1) Anti-Yo (PCA1) Anti-Tr Anti-CV2 (CRMP5) kleinzelliges Bronchialkarzinom Seminom kleinzelliges Bronchialkarzinom Lambert-Eaton-Syndrom Kalzium-Kanal-Ak kleinzelliges Bronchialkarzinom Limbische Enzephalitis Anti-Hu (ANNA1) Anti-Ma2 Anti-PCA2 kleinzelliges Bronchialkarzinom Seminom kleinzelliges Bronchialkarzinom Neuropathie bei IgM- Gammopathie Opsoklonus-Myoklonus- Syndrom Sensorische Neuropathie Stiff-Man-Syndrom Ak gegen Myelin-assoziiertes Glykoprotein (MAG) Anti-Ri (ANNA2) Anti-Hu (ANNA1) ANNA3 Anti-CV2 (CRMP5) Anti-GAD Anti-Amphiphysin kleinzelliges Bronchialkarzinom Ovarialkarzinom, Mammakarzinom, kleinzelliges Bronchialkarzinom M. Hodgkin Thymom, Hodenkarzinom, kleinzelliges Bronchialkarzinom M. Waldenström Mammakarzinom kleinzelliges Bronchialkarzinom kleinzelliges Bronchialkarzinom Thymom, Hodenkarzinom, kleinzelliges Bronchialkarzinom kleinzelliges Bronchialkarzinom, Mammakarzinom kleinzelliges Bronchialkarzinom, Mammakarzinom Limbische Enzephalitis Anti-AMPA-Rezeptoren Mamma, Thymom, Bronchial-Karzinom Anti-Glutamat-Rezeptor (Typ NMDA)-Enzephalitis Anti-NMDA-Rezeptoren Teratome Erkrankung Vitamin B12-Mangel Diabetes mellitus Leberzirrhose Porphyrien Schwermetallintoxikationen Morbus Wilson Stoffwechselerkrankungen/ Intoxikationen Labordiagnostik Vitamin B12, Holotranscobalamin, Intrinsic-Faktor-Ak, Parietalzell-Ak Blutzucker, HbA1c Ammoniak, Cholinesterase, Quick, Gerinnungsfaktor VII, Albumin Delta-Aminolävulinsäure, Porphobilinogen und Porphyrine im 24h-Sammelurin, Porphyrine im Plasma Quecksilber-/Cadmiumintoxikation: Bestimmung im EDTA-Blut und im Urin; Bleivergiftung: kleines Blutbild, Blei im EDTA-Blut, Delta-Aminolävulinsäure im Urin Coeruloplasmin, Kupfer im Urin, Mutationsanalyse des ATP7B-Gens Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

41 Labor Schottdorf MVZ GmbH Laborinformation Nr. 45 Antioxidantien Freie Radikale und ROS (Oxidantien), Oxidativer Stress Einführung Freie Radikale als Untergruppe reaktiver Sauerstoffverbindungen (ROS) sind chemisch extrem aggressiv, da sie ihr gesamtes Energiepotential augenblicklich und irreversibel freisetzen und dabei Struktur und Funktion von Proteinen, Fetten und Nukleinsäuren (DNA!) etc. schädigen können. Antioxidantien schützen als starke Reduktionsmittel vor unerwünschten Wirkungen freier Radikale. Freie Radikale sind im Menschen nicht direkt messbar. Zur Abschätzung der Belastung mit freien Radikalen werden daher ihre Reaktionsprodukte und verschiedene Antioxidantien bestimmt. Physiologie und Pathophysiologie Reaktiver Sauerstoff entsteht u. a. in Mitochondrien bei der Atmungskette, in Phagozyten bei Infektabwehr und Entzündung sowie in ischämischem Gewebe. Wirkung freier Radikale Lipidperoxidation, Enzymdenaturierung, Kollagendepolymerisation, Zerstörung von Leukozyten und Erythrozyten. Aber auch: Gefäßpermeabilitätserhöhung, Bildung leukotaktischer Faktoren und Mitwirkung bei der Abtötung von Erregern. Oxidativer Stress, also die erhöhte Belastung mit freien Radikalen, wird in Verbindung gebracht mit der Entstehung von Atherosklerose, Herz- und Gefäßerkrankungen, Katarakt, Karzinomen von Lunge, Zervix, Haut, Ösophagus, Magen, Darm und Prostata sowie Hautalterung und abnehmender Leistungsfähigkeit. Zu oxidativem Stress führen u. a. Pestizide, Medikamente, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, ionisierende Strahlung, Stress oder ein Übermaß an sportlicher Aktivität. Zur Prophylaxe wird derzeit eine an Antioxidantien reiche Kost bzw. deren planmäßige Substitution diskutiert. Bei Patienten mit einseitiger Ernährung oder Malabsorption, z. B. nach Gastrektomie, chron. atrophischer Gastritis, chron. Enteritis, Darmteilresektion und Fettmalabsorption sind verminderte Konzentrationen exogener Antioxidantien zu erwarten. Beispiele für freie Radikale und ROS OH Hydroxyl-Radikal Entstehung u. a. durch energiereiche Strahlung und in entzündetem Gewebe. Es ist davon auszugehen, dass OH sehr effektiv biologische Strukturen schädigt, da die Entgiftungsmechanismen nicht mit der extrem schnellen Reaktion konkurrieren können. O 2 Superoxid-Radikal Entstehung u. a. in mitochondrialer Atmungskette, in Phagozyten und Endothelzellen bei NADPH-Oxidase-Reaktion, bei Oxidation von Fe 2+ zu Fe 3+ im Hämoglobin, aus Wasser durch ionisierende Strahlen. Vermehrt bei Xenobiotika wie z. B. Paraquat. Primärprodukt für weitere toxische Metaboliten. Abgabe in Extrazellulärraum bei Phagozytose als oxidative burst. Inaktivierung durch die Superoxiddismutase. H 2 O 2 Peroxid Entstehung u. a. als Nebenprodukt z. B. der Monoaminoxidase, Uratoxidase oder indirekt aus O 2 durch Dismutation, katalysiert durch Superoxiddismutasen. Entgiftung durch Glutathion-Peroxidase und Katalase. Organische Hydroperoxide Entstehung bei Peroxidation ungesättigter Fettsäuren aus Membranlipiden bei Oxidantienbelastung, Zerfall in Aldehyde wie z. B. Malondialdehyd. Labordiagnostik Indikation Oxidative Belastung Parameter Material Basisuntersuchung Antioxidative Kapazität gefr. Malondialdehyd gefr. oxldl gefr. Endogene Antioxidantien Glutathion-Peroxidase EDTA-Blut Glutathion-Reduktase EDTA-Blut Glucose-6-PDH EDTA-Blut Superoxiddismutase EDTA-Blut Exogene Antioxidantien Beta-Carotin lichtges. Vitamin C (Ascorbinsäure) gefr. Vitamin E ( -Tocopherol) Selen, EDTA-Blut Glutathion EDTA-Blut gefr. Coenzym Q10 Information zu Laborparametern Antioxidative Kapazität Messung der extrazellulären antioxidativen Kapazität u. a. von Plasmaproteinen, Harnsäure, Vitamin-C und -E. Zu unterscheiden vom mit Elektroden zu messenden Redox-Potential. Malondialdehyd (MDA), oxidiertes LDL (oxldl) MDA und oxldl sind Indikatoren der Lipidperoxidation, für oxidativen Stress und u.a. für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Glutathion-Peroxidase, -Reduktase, Selen Glutathion-Peroxidase mit dem katalytischen Zentrum Selen schützt Biomoleküle durch Oxidation von Glutathion, wobei z. B. H 2 O 2 und andere Peroxide reduziert werden. Glutathion-Reduktase regeneriert das dabei oxidierte Glutathion unter Verbrauch von NADPH. Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G-6-PDH) regeneriert NADPH. Bei oxidativem Stress oder Enzymmangel z. B. von G- 6-PDH kommt es u. a. zur Glutathion-Verarmung der Erythrozyten, vermehrtem Anfall von Met-Hb und Zersetzung von H 2 O 2 in hochaggressives OH und OH. Superoxiddismutase (SOD) Enzymgruppe, Katalysator der Umsetzung von Superoxid-, Peroxidradikalen. Kupfer-Zink-haltige SOD in Erythrozyten, Manganhaltige SOD in Mitochondrien. Beta-Carotin Vitamin A-Vorläufer; Beteiligung am Sehvorgang, Wachstum, Entwicklung von Epithelgewebe, Reproduktion (Spermatogenese, Plazenta, Fetalentwicklung), Testosteronproduktion. Zur Abschätzung einer Fettmalabsorption. Antioxidans in vitro für Singulett-Sauerstoff. Vitamin C (Ascorbinsäure) Redox-System (regeneriert Vitamin E) sowie starkes Reduktionsmittel. Beteiligt u. a. bei Kollagen-, Carnitin-, Katecholamin-, Tetrahydrofolsäure- und Steroidhormonsynthese. Erhöht die Bioverfügbarkeit von endogenem NO und beeinflusst das Immunsystem. Vitamin E ( -Tocopherol; weitere Tocopherole und -trienole) Redoxsystem und Antioxidans im lipophilen Milieu. Schützt das Gefäßendothel und wirkt stark entzündungshemmend. Coenzym Q10 (Ubichinon / Ubichinol) Wichtiges körpereigenes lipophiles Antioxidans mit membranstabilisierendem Effekt (bei Herzrhythmusstörungen) sowie zentraler Funktion in der mitochondrialen Atmungskette. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

42 Laborinformation Nr. 46 Multiresistente gramnegative Stäbchen Epidemiologie In den letzten 10 Jahren wurde ein deutlicher Anstieg der β- Laktam-Resistenz, insbesondere der Resistenz gegen Cephalosporine der 3. und 4. Generation und der Resistenz gegen Carbapeneme, bei gramnegativen Infektionserregern beobachtet. Im Jahr 2000 lag der Anteil an Cefotaximresistenten Escherichia coli bei unter 1%, heute liegt er zwischen 5 und 12%. Resistenzmechanismen β-laktamasen sind bakterielle Enzyme, die durch hydrolytische Spaltung den β-laktamring zerstören. In den 1960er Jahren wurden β-laktamasen (z. B. TEM-1 oder SHV-1) beschrieben, die Penicilline und Schmalspektrum- Cephalosporine hydrolysieren können. Punktmutationen führten zur Erweiterung des Substratspektrums der β- Laktamasen. Diese sog. Extended-Spectrum-β-Laktamasen (ESBL) können 3. und 4. Generations-Cephalosporine sowie Aztreonam hydrolysieren. In Deutschland ist die vorherrschende Enzymklasse die CTX-M ESBL in E. coli und K. pneumonie Isolaten. Carbapenemasen sind Enzyme, die Carbapeneme (z. B. Meropenem, Ertapenem) und auch fast alle anderen β- Laktam-Antibiotika zerstören können. In Deutschland dominieren Enterobacteriaceae mit den Carbapenemasen OXA- 48, gefolgt von KPC und VIM1; NDM-1 ist noch selten. ESBL- und Carbapenemase-Gene liegen meist auf Plasmiden, die leicht innerhalb einer Spezies und zwischen verschiedenen Spezies übertragen werden können. Weitere Mechanismen, die eine Resistenz gegen 3. Generations-Cephalosporine vermitteln, sind die Überexpression einer chromosomal kodierten AmpC-β-Laktamase oder eine erworbenen AmpC-β-Laktamase. Eine Resistenz gegen Carbapeneme kann auch über einen verminderten Influx durch Porinverlust oder eine Überexpression von Effluxpumpen vermittelt werden. Einteilung der KRINKO Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut hat eine rein phänotypische Klassifizierung multiresistenter gramnegativer Stäbchen (MRGN) vorgenommen, da die zugrunde liegenden Resistenzgene sehr vielfältig sind. Für die Beurteilung werden Antibiotika (Acylureidopenicilline, 3./4. Generations- Cephalosporine, Carbapeneme, Fluorchinolone) betrachtet, die als primär bakterizide Therapeutika bei schweren Infektionen eingesetzt werden und deren Wirkungsverlust eine hohe klinische Relevanz hat. Leitsubstanz Enterobakterien Pseudomonas aeruginosa Acinetobacter baumanii- complex 3 MRGN 4 MRGN 3 MRGN 4 MRGN 3 MRGN 4 MRGN Piperacillin R R Nur eine R R R der Antibi- Cefotaxim R R otikagrup- pen R R R und/oder Ceftazidim wirksam. Imipenem und/oder Meropenem S R R S R Ciprofloxacin R R R R R Die Leiter von Krankenhäusern und von Einrichtungen für ambulantes Operieren müssen nach 23 IfSG das Auftreten von Krankheitserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend aufzeichnen, bewerten und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich erforderlicher Präventionsmaßnahmen daraus ziehen. Hygieneempfehlungen Im Krankenhaus sind für 3 MRGN in Risikobereichen, in denen Patienten mit erhöhter Infektionsgefahr gepflegt werden, Maßnahmen zur Prävention festzulegen und durchzuführen, zum Schutz der nicht besiedelten Patienten. Für 4 MRGN sind aufgrund der limitierten therapeutischen Möglichkeiten Maßnahmen zur Prävention für alle Krankenhausbereiche festzulegen und durchzuführen. Zur Infektionsprävention im ambulanten Bereich sind bei Nachweis von multiresistenten Erregern die konsequent eingehaltenen Standard-Hygienemaßnahmen als Basis in der Regel ausreichend, um die Erregerübertragung zu vermeiden. Bei direktem Patientenkontakt ist das Tragen persönlicher Schutzausrüstung erforderlich (geschlossene, langärmelige Einmalschutzkittel, Einmalhandschuhe). Diagnostische Möglichkeiten Die phänotypische ESBL-Testung wird für Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Klebsiella oxytoca und Proteus mirabilis durchgeführt. Für diese Erreger stehen Interpretationskriterien der CLSI zur Verfügung. Phänotypische Untersuchungen auf Carbapenemase-Bildung werden mittels modifiziertem Hodge-Test, EDTA-Test und Borsäure-Test durchgeführt. Phänotypisch positive Ergebnisse werden vom NRZ für gramnegative Krankenhauserreger innerhalb von Studien molekulargenetisch weiter untersucht. Screening Als Screeningmaterial werden Rektalabstriche ggf. zusätzlich Urin und Abstriche von chronischen Wunden eingesetzt, bei Pseudomonas aeruginosa zusätzlich Rachenabstriche, bei Acinetobacter baumanii-complex Mund-Rachenabstriche und großflächige Hautabstriche. Allerdings sind bisher keine Verfahren zum Nachweis von 3 MRGN und 4 MRGN validiert. Bei einer aktiven Surveillance sollen Patienten mit Risiko für eine Besiedelung oder Infektion mit 4 MRGN gescreent und bis zum Vorliegen der Ergebnisse isoliert werden. Als Risikopatienten gelten Patienten mit kürzlichem Kontakt zum Gesundheitssystem in Ländern mit endemischem Auftreten und Patienten, die zu 4 MRGN positiven Patienten Kontakt hatten, d. h. im gleichen Zimmer gepflegt wurden. Eradikation Der Versuch einer Eradikation wird derzeit nicht empfohlen. Therapeutische Optionen bei Infektionen Für die Therapie einer Infektion mit 3 MRGN steht Meropenem/Imipenem zur Verfügung. Die Therapie einer Infektion mit 4 MRGN ist mit einzelnen Reserveantibiotika (z. B. Aminoglykoside, Tigecyclin, Colistin, Polymyxin B) je nach Vorliegen weiterer Resistenzen sehr eingeschränkt möglich. Meldepflicht Nach 6 (3) IfSG ist dem Gesundheitsamt unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nicht namentlich zu melden. Für den Nachweis von Carbapenmasen existieren länderspezifsche Meldepflichten in Hessen und Sachsen von Seiten des Labors. Literatur: Bundesgesundheitsblatt (2012) 55: Bundesgesundheitsblatt (2012) 55: Bundesgesundheitsblatt (2012) 55: Bundesgesundheitsblatt (2005) 48: Leitfaden zu Organisation und Hygienemanagement in der Arztpraxis, Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene Epidemiologisches Bulletin 13. Mai 2013, Nr. 19 Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

43 Laborinformation Nr. 47 Malaria-Diagnostik Erreger Plasmodium falciparum Plasmodium knowlesi Plasmodium vivax, ovale Plasmodium malariae Erkrankung Malaria tropica wie Malaria tropica Malaria tertiana Malaria quartana Epidemiologie Häufigste und gefährlichste importierte Tropenkrankheit. Die Plasmodien werden durch Mücken der Gattung Anopheles übertragen. Jährlich etwa gemeldete Fälle in Deutschland. Ca. 50% der Fälle betreffen Touristen und Geschäftsreisende, die anderen 50% Einwanderer aus Endemiegebieten und sog. VFRs (visiting friends and relatives). Ca. 70% der in Deutschland diagnostizierten Malariafälle waren durch P. falciparum, weitere 20% durch P. vivax verursacht. Afrika ist das wichtigste Infektionsgebiet (Ursprung für 80% aller Erkrankungen), gefolgt von Asien (10%) und Mittel- und Südamerika (5%). Bei 60% der erkrankten Patienten erfolgte keine oder nur eine unzureichende Chemoprophylaxe. In Deutschland verlaufen ca. 2-3% der Erkrankungen tödlich; Hauptursache ist fast immer zu spät eingeleitete Diagnostik und Therapie! Reiseanamnese Aufenthaltsorte, Reisedauer, Rückflugroute, Datum der Rückkehr. Prophylaxe: Art, Dauer und Dosierung unter Beachtung der aktuellen Resistenzsituation im Reisegebiet. Informationen können bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.v. (DTG) unter abgerufen werden. Selten sind Bewohner in der Umgebung von internationalen Flughäfen betroffen (Airport- und Baggage-Malaria). Eine Übertragung durch Bluttransfusionen oder Nadelstichverletzungen wurde in Deutschland in den letzten Jahren nicht gemeldet. Klinischer Verdacht Bei Patienten mit unklaren Beschwerden nach Aufenthalt in Malariagebieten. Minimale Inkubationszeit: P. falciparum und P. knowlesi: 7 Tage, P. vivax und P. ovale: 12 Tage, P. malariae: 18 Tage. Längere Inkubationszeiten sind bei allen Formen möglich. Durch die Bildung von Ruheformen (P. vivax und ovale) können Rezidive noch nach Jahren auftreten, Infektionen mit P. malariae können (auch ohne Fieber) chronisch verlaufen. Bei jedem fieberhaften Infekt auch längere Zeit nach Aufenthalt in Endemiegebieten und trotz durchgeführter Chemoprophylaxe muss eine Malaria differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden! Jedes Fieber nach Tropenaufenthalt gilt solange als malariaverdächtig (und somit abklärungswürdig) bis das Gegenteil bewiesen ist ( wiederholte Blutuntersuchungen)! Klinik Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost. Typischer Fieberverlauf nur bei Malaria tertiana oder quartana, jedoch nicht bei Malaria tropica! Kopf-, Glieder-, Muskelschmerzen, Diarrhoe, gastrointestinale Beschwerden, Ikterus, Hepatosplenomegalie. Basisdiagnostik Großes Blutbild; CRP Hämolyseparameter: LDH, Bilirubin, Haptoglobin; bei Leberbeteiligung: GOT, GPT Erregernachweise 1. Malaria Dicker Tropfen und Blutausstrich Standardmethode der Malariadiagnostik. Dicker Tropfen: einen Tropfen Blut auf etwa Daumennagelgröße auf einem fettfreien Objektträger verteilen. Bei korrekter Ausführung ist die Schrift einer untergelegten Zeitung gerade noch lesbar. 30 min lufttrocknen lassen. Blutausstrich: wie für Differentialblutbild. Bitte 2 dicke Tropfen und 2 Blutausstriche einsenden. Bei positivem dicken Tropfen ist im Ausstrich die Differenzierung der Plasmodien und die Abschätzung der Erregerdichte möglich. 2. Malaria-Schnellteste Fluoreszensmikroskopischer Parasitennachweis ( QBC-Methode ) oder immunologischer Antigennachweis ( Schnelltest ) aus dem EDTA-Blut. Schnellteste in erster Linie für die Sofortdiagnostik (POCT) in der Praxis oder auf Auslandsreisen einsetzen. Bei negativem Ergebnis eines Schnelltestes Mikroskopie des Dicken Tropfens bzw. des Blutausstrichs immer zusätzlich durchführen! Alle Erregernachweise der Malaria können in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Entnahme (z. B. außerhalb des Fieberschubs, anbehandelte und chronische Fälle) falsch negativ ausfallen, Es empfiehlt sich, bei negativem Ergebnis die Diagnostik solange zu wiederholen, wie klinisch ein Krankheitsverdacht besteht. Wichtig: bereits gleichzeitig Differentialdiagnosen prüfen: Abnahme von Harn-, Stuhl- und Blutkulturen, Virus- Serologie! Malaria-Antikörpernachweis Indikation: - Nachweis eines stattgehabten Malariakontaktes nach nichtgesicherter Diagnose (z.b. zwecks Blutspende-Ausschluss nach angeblicher Malaria). - Zusatztest zum Ausschluss chronischer Verläufe einer Malaria tertiana oder quartana (Bestimmung von Antikörpern gegen P. fieldii und P. malariae gesondert anfordern) Der Antikörper-Nachweis ist zur Diagnose einer akuten Infektion nicht geeignet! Anforderung und Material Material als eilig kennzeichnen! Wir bitten um Angabe einer Telefonnummer, um Ihnen ggf. außerhalb der Praxisöffnungszeiten einen positiven Befund übermitteln zu können. 1. Malaria-Erreger-Direktnachweis Dicker Tropfen : luftgetrocknet auf 2 Objektträgern Blut-Ausstrich: luftgetrocknet auf 2 Objektträgern Bei Bedarf werden Dicke Tropfen und Ausstriche im Labor angefertigt. Bitte immer auch EDTA-Blut einsenden! Malaria QBC-Test Malaria Schnelltest 3 ml EDTA-Blut 3 ml EDTA-Blut 2. Malaria-Antikörper 2 ml Bei dringendem Malariaverdacht und absehbarer Verzögerung der Diagnostik (z.b. Probentransport) stellt der sofortige Beginn einer geeigneten Therapie = N(S)M (Notfall(selbst)medikation) eine überlegenswerte und u.u. lebensrettende Option dar. Geeignete Medikamente bzw. Therapieschemata können ebenfalls über die Homepage der DTG unter abgerufen werden. Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierter M. tropica sind laut WHO Artemisinin-basierte Kombinationspräparate. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

44 Laborinformation Nr. 48 Dermatophyten Erreger Onychomykose Dermatophyten, wie z. B.: Trichophyton rubrum (häufig) Trichophyton interdigitale Epidermophyton floccosum Microsporum spp. Schimmelpilze, wie z. B.: Scopulariopsis brevicaulis Aspergillus spp. Hefepilze (Candida spp.) Tinea der freien Haut Dermatophyten, wie z. B.: Trichophyton rubrum (häufig) Trichophyton interdigitale Trichophyton mentagrophytes Microsporum canis Epidermophyton floccosum Untersuchungsmaterial Nagelgeschabsel Hautschuppen Materialgewinnung frühestens 2, besser 4 Wochen nach antimykotischer Lokalbehandlung 1 leicht ablösbare, bröckelige Nagelteile entfernen und verwerfen Nagel mit 70%igem Alkohol desinfizieren (Reinigung von Anflugkeimen und Bak-terienflora) Materialentnahme am Übergang von krankem zu gesundem Nagel mit Skalpell, scharfem Löffel oder Nagelfräse reichlich feine Nagelspäne aus tieferen Schichten gewinnen Material in sterilem Gefäß auffangen für jeden Nagel frisches, steriles Instrument verwenden keine ganzen Nägel oder mit der Schere abgeschnittenen Nagelteile einschicken Entnahmestelle mit 70%igem Alkohol desinfizieren Materialentnahme aus dem Randbereich der Läsion, da die Infektion im Zentrum bereits abheilt mit Skalpell, Holzspatel oder scharfem Löffel reichlich kleine Schüppchen (40-50) abkratzen und in sterilem Gefäß auffangen auf Einsendung größerer Hautfetzen wegen der Möglichkeit der Kontamination mit Umweltkeimen verzichten Diagnostik KOH-Präparat: Durch Behandlung mit Kalilauge werden körpereigene Zellen aufgelöst, während Pilzelemente nicht angegriffen werden und anschließend mikroskopisch nachgewiesen werden können. Dermatophytenkultur: Anzucht auf Spezialnährmedien. Gesamtbebrütungsdauer der Kulturen bis zu 4 Wochen. Therapie Lokalbehandlung: bei Leukonychia trichophytica oder distalem subungualem Befall von maximal 1/3 des Nagels Nagellacke mit Amorolfin oder Ciclopirox Systemische Therapie (Erwachsene): Terbinafin (bei Hefen nicht empfohlen), Itraconazol, Fluconazol Adjuvante Behandlung: für die Kombination von systemischer Therapie mit der vorausgehenden atraumatischen Ablösung Pilz-befallener Nagelanteile mittels Harnstoff-haltiger Salben (20-40% Harnstoff) fanden sich höhere Heilungsraten als bei alleiniger systemischer Therapie 1 die Kombination von Terbinafin mit Amorolfin- oder Ciclopirox-haltigen Nagellacken war der Monotherapie mit Terbinafin überlegen 1 Nagelextraktion nicht indiziert Lokalbehandlung: i.d.r. ist eine Lokalbehandlung mit einem Azol (z.b. Clotrimazol), Ciclopiroxolamin, Terbinafin u.a. ausreichend Auswahl des Antimykotikums nach Lokalisation und Ausprägung 2 Systemische Therapie (Erwachsene): bei Versagen der Lokalbehandlung, großer Ausdehnung oder hyperkeratotischer Tinea manuum oder pedis 2 Einsatz von Itraconazol oder Terbinafin Quellen: 1 S1-Leitlinie Onychomykose 2 S1-Leitlinie Tinea der freien Haut Die in diesem Infoblatt aufgeführten Therapie-Empfehlungen können das Studium der jeweils aktuellsten Leitlinien sowie der Fachinformationen der Arzneimittelhersteller nicht ersetzen! Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

45 Laborinformation Nr. 49 Bestimmung der Blutungszeit Die Bestimmung der Blutungszeit ist eine einfache, aber wichtige Orientierungsmethode für die Funktion der primären Hämostase. Dazu zählen die Thrombozyten und ein fein abgestimmtes und kompliziertes System aus Gerinnungsfaktoren des Blutes und des Gewebes, die bei Funktionseinbußen oder Verminderungen Störungen der primären Blutungsstillung verursachen können. Eine Kontrolle der Blutungszeit ist besonders vor operativen Eingriffen und bei einer Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. ASS) wichtig. Zur Bestimmung der Blutungszeit in der Arztpraxis gibt es mehrere Methoden: Blutungszeit nach Ivy Methode: An der Innenseite des Unterarmes, an einer Stelle ohne oberflächliche Venen, Narben usw., wird nach entsprechender Desinfektion mit einem vollautomatischen Schneideinstrument (z. B. Surgicutt, Firma Loxo) ein Schnitt von definierter Länge und Tiefe gesetzt ohne ein sichtbares Gefäß zu verletzen. Während des Vorgangs wird am Oberarm mit einer Blutdruckmanschette ein Druck von 40 mm Hg aufrechterhalten, um den Gewebsdruck so gut wie möglich zu standardisieren. Ohne die Bildung des hämostatischen Pfropfes zu stören, wird das hervorquellende Blut mittels Filterpapier alle 30 Sekunden entfernt. Die Zeitspanne zwischen dem Setzen der Wunde und Eintritt der Blutstillung entspricht der Blutungszeit. Referenzbereich: bis 5 Minuten Blutungszeit nach Duke Methode: Messung der Zeit nach Einstich in den Ohrläppchenrand mit einer Lanzette ca. 3 mm tief, alle 15 Sekunden absaugen des austretenden Bluttropfens mit Filterpapier ohne Berührung des Wundrandes. Referenzbereich: 3 bis 5 Minuten Blutungszeit subaqual nach Marx Methode: Messung der Blutungszeit nach Lanzettenstichverletzung in der Fingerbeere und Eintauchen in ein wassergefülltes Kolbenglas (37 Grad Celsius) bis zum Blutungsstillstand. Referenzbereich: bis 2 Minuten Beurteilung: Eine verlängerte Blutungszeit wird bei hämorrhagischen Diathesen, Thrombozytopenien mit Werten < 100/nl, Thrombozytenfunktionsstörungen (Thrombopathien), Einnahme aggregationshemmender Substanzen und von Willebrand-Jürgens-Syndrom gefunden. Die Blutungszeit wird durch andere Erkrankungen, wie z.b. Urämie, Dysproteinämien, schwere Hypo- bis Afibrinogenämien und Medikamenteneinnahmen (Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika, hohe Heparindosen) beeinflusst. Bei ausschließlich plasmatischen Gerinnungsstörungen ist die Blutungszeit normal! Eine stark verlängerte Blutungszeit zeigt immer eine bedrohliche Blutungsneigung an. Abrechnung: nach EBM Ziffer Blutungszeit (standardisiert) Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

46 Laborinformation Nr. 50 Abschätzung der GFR Relative GFR bzw. egfr (estimated) Formeln Basieren auf Kreatinin oder Cystatin C und beziehen sich auf einen Normpatienten mit einer Körperoberfläche von 1.73 m². Sie dienen der Stadieneinteilung einer chronischen Nierenerkrankung (CKD). Zur korrekten Dosierung eines Medikamentes sollten diese Formeln auf die Körperoberfläche des Patienten umgerechnet werden. egfr Kreatinin Formeln Erwachsene alt MDRD-Formel (2000): Kreatinin, Alter, Geschlecht, Rasse [Faktor x 1.21 wenn schwarz] ungenau für Werte > 60 ml/min (berechneter Wert zu niedrig) ungeeignet für Diabetes mellitus Patienten ungenau für ältere Patienten Jaffé Methode (Kreatininbestimmung) MDRD-Formel erweitert (1999): Kreatinin, Harnstoff, Albumin, Alter, Geschlecht, Rasse* [Faktor x 1.18 wenn schwarz] laut neueren Studienergebnissen keine Vorteile gegenüber MDRD-Formel Kinder alt Schwartz (1976): Kreatinin, Körpergröße, Korrekturfaktor relativ ungenau Jaffé Methode (Kreatininbestimmung) Erwachsene neu CKD-EPI-Formel (2010): Kreatinin, Alter, Geschlecht, Rasse [Faktor x 1.16 wenn schwarz] bei Werten > 60 ml/min der MDRD-Formel überlegen für Diabetes mellitus Patienten geeignet genauer für ältere Patienten enzymatische Kreatininbestimmung Kinder neu Schwartz (2009-einfach): Kreatinin, Körpergröße relativ ungenau enzymatische Kreatininbestimmung Fehlerquellen und Probleme: Kreatinin-blinder Bereich: Kreatininanstieg erst bei einer Einschränkung der Nierenfunktion von ca. 50 % Berechneter GFR-Wert zu niedrig Sehr hohe Muskelmasse Verzehr von gekochtem Fleisch vor Blutentnahme Berechneter GFR-Wert zu hoch Sehr geringe Muskelmasse Hyperthyreose ( Abfall kreatinin) egfr Cystatin C Formeln Erwachsene alt Cystatin C nach Grubb: Cystatin C fehlende Standardisierung Erwachsene neu CKD-EPI-Cystatin-C-Formel: Cystatin C, Alter, Geschlecht auf das IFCC Referenzmaterial standardisiert Vorteile: erkennt Nierenfunktionseinschränkungen im Kreatinin-blinden Bereich unabhängig von Muskelmasse und Rasse stabile Synthese von Cystatin C, freie glomeruläre Filtration, keine tubuläre Sekretion oder Rückresorption Fehlerquellen und Probleme: Berechneter GFR-Wert zu niedrig Hyperthyreose (Cystatin C erhöht) Hohe Glukokortikoiddosen bei CKD Berechneter GFR-Wert zu hoch Hypothyreose (Cystatin C vermindert) Zur Dosierung eines Medikamentes müssen relative egfr Werte umgerechnet werden. Hierzu muss der vorhandene Wert mit der Körperoberfläche des Patienten multipliziert und durch 1.73 m² (Körperoberfläche des Standardmenschen) geteilt werden. Formeln, die versuchen die tatsächliche (absolute) GFR abzuschätzen Diese Werte werden zur korrekten Dosierung eines Medikamentes benötigt. Kreatinin-Clearance absolut: Kreatinin, Urin-Kreatinin, 24 h Sammelurin häufig Sammelfehler bei 24 h Sammelurin ungeeignet bei kreatininwerten > 2-3 mg/dl, Proteinurie > 3 g/24 h und schwerer Herzinsuffizienz bildet den Kreatinin-blinden Bereich geringfügig besser ab, als einfache Kreatininbestimmung geeignet zur Verlaufskontrolle Zur Bewertung der Nierenfunktion im Sinne einer chronischen Nierenerkrankung muss eine Normierung auf eine KOF von 1.73 m² erfolgen. Hierzu wird der der absolute Wert mit 1.73 m² multipliziert und durch die Körperoberfläche des Patienten geteilt. Cockcroft-Gault-Formel: Kreatinin, Alter, Geschlecht, Gewicht schätzt die Kreatinin-Clearance ab 30-jährige Erfahrung (basiert allerdings auf veralteten Kreatinin-assays) Anmerkung: Die Einheit der GFR ist ml/min. Die häufig gefundene Einheit ml/min/1.73 m² ist unglücklich gewählt und soll den Bezug auf den Standardmenschen verdeutlichen. Sie ist nicht mathematisch zu verstehen. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

47 Laborinformation Nr. 51 MRSA Was ist ein MRSA? MRSA steht für Methicillin resistenter Staphylococcus aureus. Die Methicillinresistenz von S. aureus ist auf das sogenannte meca-gen zurückzuführen, das für ein zusätzliches Penicillinbindeprotein (PBP2a) codiert. Dieser Mechanismus bedingt nicht nur eine Resistenz gegenüber den Penicillinen sondern gegenüber allen Betalaktam-Antibiotika inklusive der Cephalosporine und Carbapeneme. Zusätzlich bilden diese Stämme häufig weitere Resistenzen gegen Ciprofloxacin, Makrolide und Clindamycin aus. Der Anteil an MRSA bei S. aureus aus klinisch relevantem Untersuchungsgut in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten auf ca. 20% angestiegen und hat sich in den letzten Jahren auf diesem Niveau stabilisiert. Wer ist betroffen? MRSA kommt als Besiedler von Haut und Schleimhäuten sowie als Erreger von nosokomialen Infektionen weltweit vor. Die Besiedlung mit MRSA betrifft überwiegend hospitalisierte Patienten (hospital acquired MRSA, HA-MRSA) sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen (Besiedlungsrate in Deutschland zwischen 0-3% der Bewohner). Risikofaktoren für eine MRSA Besiedlung sind eine positive MRSA-Anamnese, Herkunft aus Risikoeinrichtungen oder -ländern, antibiotische Therapie, chronische Pflege, Katheterisierung, Dialysepflicht, Hautläsionen, Kontaktperson von MRSA-Trägern, beruflicher Kontakt zu Tieren in der Landwirtschaft. Die Prävalenz bei der gesunden Bevölkerung in Deutschland ist gering. Hauptorte für eine Besiedlung sind die Nasenvorhöfe, Rachen und Wunden. Was bedeutet CA-MRSA? In den letzten Jahren sind unabhängig von Krankenhausaufenthalten vermehrt Infektionen mit besonderen MRSA Stämmen aufgetreten die community acquired MRSA (CA-MRSA) genannt werden. Diese Stämme verursachen tiefe nekrotisierende Hautund Weichteilinfektionen (z.b. Furunkulose) bei ansonsten gesunden Personen. Selten kommt es zu einer letal verlaufenden nekrotisierenden Pneumonie. Die Fähigkeit der CA-MRSA Stämme schwere Infektionen auszulösen wird mit der Bildung des Pathogenitätsfaktors PVL (Panton-Valentin-Leukozidin) assoziiert der mittels PCR (luks-lukf Gen) nachgewiesen werden kann. Im Gegensatz zu den HA-MRSA Stämmen besitzen die CA-MRSA Stämme seltener weitere assoziierte Resistenzen. Assoziierte Resistenzen von MRSA (NRZ für Staphylokokken, RKI, Wernigerode 2011) HA- MRSA CA- MRSA Oxacillin 100% 100% Ciprofloxacin 93% 21,6% Moxifloxacin 91,3% 17,6% Erythromycin 64,3% 38,4% Clindamycin 59,9% 9,6% Gentamicin 4,4% 13,6% Tetracyclin 4,6% 34,4% Rifampicin 1,7% 0,8% Cotrimoxazol 0,7% 0% Fusidinsäure 2,7% 13,6% Fosfomycin 0,4% Linezolid 0 % Tigecyclin 0 % Daptomycin 2,1% Mupirocin 6,6% Vancomycin 0% Labordiagnostik Bei medizinischer Indikation (nach Abschnitt 32.3 EBM) Die Labordiagnostik beinhaltet die kulturelle Erregeranzucht mit biochemisch gesicherter Speziesdiagnose sowie einwandfrei nachgewiesener Oxacillin-Resistenz. Bei Bedarf kann ein Antibiogramm inklusive Reserveantibiotika erstellt werden. Bei V.a. Vancomycin-Resistenz (VISA, VRSA) kann die MHK für Vancomycin bestimmt werden. Bitte kennzeichnen Sie den Anforderungsschein mit der Indikation (z.b. V.a. MRSA Infektion) als kurative Laborleistung. Anforderung: z. B. pathogene Keime inklusive MRSA Material: Nativmaterial, Blutkultur, Urikult oder ein Abstrichtupfer in Transportmedium. MRSA-Screening nach Abschnitt EBM Seit dem besteht die Möglichkeit im Rahmen der Vertragsärztlichen Versorgung ein Screening von MRSA-Trägern sowie eine ambulante Eradikationstherapie durchzuführen. Die Laborleistung beinhaltet die kulturelle Anzucht sowie eine einfache Identifizierung der Bakterien. Ein Antibiogramm ist nicht Bestandteil dieser Vergütungsvereinbarung. Voraussetzungen für das Screening (alle 3 müssen erfüllt sein): Genehmigung der KV zur Abrechnung dieser Leistungen. Nur bei Risikopatienten die in den letzten 6 Mo. mindestens 4 Tage stationär behandelt wurden. MRSA Anamnese oder mindestens 2 der folgenden Risikofaktoren (chronische Pflegebedürftigkeit, Antibiotikatherapie in den letzten 6 Mo., liegende Katheter, Dialysepflicht, Hautläsionen). Wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann z.b. ein präoperatives Screening, oder ein Screening auf Wunsch des Pflegeheims zur Implementierung von Hygienemaßnahmen nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden. Anforderung: nur MRSA nach Abschnitt EBM. Material: Abstriche der Nasenvorhöfe, Rachen, Dammregion, Achsel, Leiste, evtl. vorhandene Wunden und Hautläsionen. Nur Abstrichtupfer in Transportmedium sind geeignet. Therapie infizierter Patienten Bei schweren MRSA-Infektionen stehen die Reserveantibiotika Vancomycin, Linezolid und Daptomycin (nicht bei Pneumonie) evtl. in Kombination mit einem 2. Antibiotikum (z.b. Rifampicin oder Fosfomycin) zur Verfügung. Bei leichteren Infektionen kommen auch Cotrimoxazol, Doxycyclin und Clindamycin in Betracht. Sanierung besiedelter Patienten Die Sanierung besiedelter Patienten sollte bevorzugt mit lokalen Maßnahmen erfolgen (nicht mit einer systemischen Antibiose). Dekolonisation über 5 Tage mit 3 x tägl. Mupirocin-Nasensalbe in beide Nasenvorhöfe und 2-3 x tägl. Rachenspülung mit Antiseptika (z.b. Chlorhexidin, Octenidin). Bei Besiedlung von anderen Körperstellen werden Ganzkörperwaschungen einschl. der Haare mit antiseptischen Seifen (z.b. auf Octenidin-Basis) empfohlen. Erfolgskontrolle: Frühestens 3 Tage nach Beendigung der Sanierung sollten Kontrollabstriche durchgeführt werden. Im Krankenhaus 3 Kontrollabstrichserien an 3 aufeinander folgenden Tagen. In der Arztpraxis sind nach Abschnitt EBM 3 Kontrollabstrichserien vorgesehen: 3 Tage bis 4 Wochen, 3 bis 6 Monate und 11 bis 13 Monate nach Sanierung. Bei positiven Kontrollabstrichen kann eine 2. Eradikationstherapie durchgeführt werden. Eine 3. Eradikationstherapie ist nur nach Vorstellung des Falles in einer Fall- oder Netzwerkkonferenz vorgesehen. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

48 Laborinformation Nr. 52 Influenza / Virusgrippe Labordiagnostik Erreger Umhüllte RNA-Viren aus der Familie Orthomyxoviridae. Man unterscheidet Influenza A- und B-Viren. Influenza A-Viren spielen epidemiologisch die größte Rolle: sie sind verantwortlich für 4 große Pandemien im 20. Jahrhundert, die Pandemie im Jahre 2009 sowie für die Mehrzahl der Grippeerkrankungen in den alle 1-3 Jahre wiederkehrenden Epidemien. Die für den viralen Lebenszyklus und für die Erkennung durch das Immunsystem bedeutsamen Proteine der Virushülle der Influenza A-Viren sind das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N). Es gibt mindestens 18 verschiedene Hämagglutinine (H1-H18) und 9 verschiedene Neuraminidasen (N1-N9). Die Nomenklatur der Influenza A-Subtypen (HxNx) basiert auf der Kombination jeweils eines Hämagglutinins mit einer Neuraminidase in einem bestimmten Virusstamm. Auch wenn zirkulierende Virustypen nominell dem gleichen Subtyp zuzuordnen sind, können sie genetisch erhebliche Unterschiede aufweisen (z.b. A/H1N1= Bezeichnung für den Erreger der Spanischen Grippe 1918 und den Pandemiestamm 2009). Influenzaviren unterliegen mutationsbedingt einer hohen Variabilität: dieses auch als Antigendrift bezeichnete Phänomen ist eine wesentliche Ursache für regelmäßig wiederkehrende Grippe-Epidemien. Demgegenüber droht die Gefahr einer Pandemie, wenn neue, durch genetisches Reassortment verschiedener Influenza A-Stämme (Antigenshift) entstandene Subtypen auf eine immunologisch nicht vorbereitete Population treffen. Der für die Pandemie 2009 verantwortliche neue Subtyp der Influenza A/H1N1 ( Schweinegrippe ) ist eine solche aus menschlichen, Schweine- und Vogelinfluenzaviren entstandene Variante. In Deutschland verteilten sich in der Saison 2013/14 die Erkrankungen an Virusgrippe auf die Typen Influenza A/H3N2 (ca. 60%), A/H1N1 (Pandemievirus 2009, ca. 30%) und Influenza B (ca. 10%). Daneben zirkuliert eine Vielzahl von Influenza A-Viren in verschiedenen Tierpopulationen. In den letzten Jahren wurden vorwiegend in Asien mehrere Ausbrüche mit von Geflügel auf den Menschen übertragenen Influenza A-Varianten verzeichnet: Vogelgrippe. Epidemiologisch bedeutsam waren vor allem die Subtypen H5N1, H9N2, H7N9 und H10/N8, die teilweise schwere und tödliche Infektionen verursacht haben. Die sporadische Übertragung tierpathogener Influenzaviren auf den Menschen wurde in letzter Zeit häufiger beobachtet, was sicher auch einer gesteigerten Surveillance und verbesserten Nachweismethoden geschuldet ist. Varianten mit der Fähigkeit, stabile Infektionsketten in der menschlichen Population zu bilden, besitzen aber das gefährliche Potential für eine neue weltweite Influenzapandemie. Übertragung Übertragung durch Tröpfchen und Aerosole hohe Kontagiosität Inkubationszeit: 1-5 Tage Klinik Hohes Fieber, Kopfschmerz, Schwächegefühl, Husten, Dyspnoe, Muskel- und Gelenkschmerzen, gastrointestinale Symptome. Charakteristisch: abrupter Symptombeginn - Sudden Onset Komplikationen: Pneumonie, bakterielle Superinfektion (Staphylococcus aureus, Haemophilus influenzae!), kardiale Beteiligung Labordiagnostik Basisdiagnostik: - Blutbild (EDTA-Blut): Leukopenie charakteristisch - CRP (): Anstieg > 35 mg/l V.a. bakterielle Superinfektion - Eisen (): häufig Abfall < 10 µg/dl - Sputum für bakterielle Erregerdiagnostik Spezielle Diagnostik: Influenza A/B-Schnelltest Nur für patientennahe Sofortdiagnostik in der Praxis! Sensitivität abhängig vom verwendeten Test und vom zirkulierenden Spektrum der Influenzaviren. Mutationen der Viren können zu falsch negativen Ergebnissen führen, neue Varianten werden eventuell nicht erfasst. Epidemiologische Situation beachten! Ein positives Ergebnis des Influenza-Schnelltestes bestätigt bei entsprechender Klinik das Vorliegen einer Grippe- Infektion. Fast alle kommerziell verfügbaren Teste weisen Influenza A und B-Viren nach und können zwischen den Typen differenzieren. Eine Unterscheidung von Subtypen ist nicht möglich. Ein negatives Ergebnis des Schnelltestes schließt eine Influenza-Infektion nicht aus: in diesem Fall sollte die sensitivere PCR durchgeführt werden. Material: siehe Herstelleranweisung Der Schnelltest ist keine Kassenleistung! Influenza-PCR Hochsensitives Verfahren zur Detektion von Influenzaviren in respiratorischen Sekreten. Die Methode differenziert zwischen Influenza A- und B-Typen. Einige Varianten (z.b. H5N1, H7N9) werden vom eingesetzten Verfahren ebenfalls nachgewiesen (als Influenza A), eine exakte Differenzierung ist jedoch nicht möglich. Falls erforderlich wird das Testverfahren so modifiziert, dass bedeutsame neu zirkulierende Varianten sicher erfasst werden. Im Zusammenhang mit epidemiologischen Fragestellungen kann bei einem positiven Ergebnis ggf. eine Subtypen- bzw. Varianten-spezifische Methode eingesetzt werden. Material: Nasensekret, Nasen- oder Rachenabstrich mit trockenem Tupfer; keine Geltupfer verwenden! Influenza A/B-Serologie Nachweis von IgA- und IgG-Antikörpern gegen Influenza A- und B-Viren. Die Serologie kann bei Krankheitsbeginn noch negativ sein, da die Antikörperbildung verzögert einsetzt. Material: Meldepflicht Lt. 7 IfSG ist der direkte Nachweis von Influenzaviren meldepflichtig: Schnelltest durch behandelnden Arzt, PCR durch Labor. Lt. 6 IfSG besteht z.z. keine Meldepflicht für saisonale Influenzainfektionen durch den behandelnden Arzt. Meldepflichtig sind ggf. Verdacht, Erkrankung oder Tod an Infektionen durch neue Varianten (bedrohliche Erkrankung mit Hinweis auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit). Therapie Neuraminidase-Hemmer: Oseltamivir (Tamiflu ), Zanamivir (Relenza ) Frühe Gabe, möglichst innerhalb der ersten h! Eingeschränkte Wirksamkeit aufgrund von Resistenzentwicklung möglich: aktuelle epidemiologische Situation beim Einsatz beachten! Antibiotische Behandlung einer bakteriellen Superinfektion Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

49 Laborinformation Nr. 53 Calprotectin Entzündliche Darmerkrankungen Epidemiologie Über Menschen leiden in Deutschland an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Es handelt sich um schubweise verlaufende chronische Entzündungen des Darms, deren Beginn meist in der Jugend bzw. im jungen Erwachsenenalter liegt. Calprotectin Beschreibung: Calprotectin ist Diagnostikmarker und Aktivitätsmarker für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Physiologie: Das Calprotectin ist ein Calcium- und Zink-bindendes Protein mit antimikrobiellen Eigenschaften. Es stellt einen wesentlichen Zytoplasmabestandteil von neutrophilen Granulozyten und Monozyten dar. Die Calprotectin-Konzentration korreliert daher mit der Anzahl der migrierten Granulozyten im Darmlumen und bildet das Ausmaß/ den Grad der mucosalen Entzündung gut ab. Calprotectin ist im Stuhl stabil und gleichmäßig verteilt, so dass eine einzelne Messung den Gesamtstatus reflektiert. Positive Ergebnisse: Stark erhöhte Werte finden sich bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Erhöhte Werte finden sich bei Darminfektionen (Chemotaxis begünstigt Leukozytenmigration durch die Darmwand), bei Erkrankungen mit verstärkter Proliferation (z. B. Neoplasien) und bei Patienten mit Mukoviszidose. Neugeborene und Säuglinge zeigen ebenfalls erhöhte Werte (wahrscheinlich auf Grund der Anpassungsvorgänge und Besiedlung des frühkindlichen Darms mit der aufkeimenden Darmflora). Vermeidung falsch positiver Ergebnisse: Zur Vermeidung falsch-positiver Ergebnisse ist ein Ausschluss einer infektiösen Ursache anzuraten (Stuhluntersuchung auf enteropathogene Erreger). Eine Erhöhung kann auch bei Darmerkrankungen mit entzündlicher Komponente wie Kolonkarzinom oder Divertikulitis auftreten. Unter Therapie mit NSAID und Protonenpumpenhemmern wurden erhöhte Werte beschrieben. Indikationen für diese Untersuchung: Differentialdiagnose zwischen einer chronischen Darmentzündung und einem Reizdarmsyndrom Früher Marker bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa). Bei einem Cut-Off von 50 µg/g Stuhl betragen Sensitivität und Spezifität ca. 90% bzw. 80%, bei Kindern jeweils über 95%. Calprotectin korreliert mit dem endoskopischen Bild der Mucosaheilung. und ist der beste Aktivitätsmarker zum Therapiemonitoring von entzündlichen Darmerkrankungen. Rezidiverkennung: Sensitivität und Spezifität betragen 78% bzw. 73% für die Diagnostik eines Rezidivs. Anforderung und Material: Als Untersuchungsmaterial wird eine bohnengroße Stuhlprobe benötigt. Das fäkale Calprotectin ist sehr stabil und auch ungekühlt mindestens eine Woche haltbar. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

50 Laborinformation Nr. 54 Pränatale Risikobestimmungen Ältere Methoden zur pränatalen Risikobestimmung basieren auf der Messung biochemischer Marker im der Schwangeren und ermitteln unter Einbeziehung von Ultraschallbefunden und weiterer Patientendaten (Alter!) das Risiko fetaler Chromosomenaberrationen (Trisomie 21-Down-Syndrom, Trisomie 18-Edwards-Syndrom, Trisomie 13-Pätau-Syndrom). Als Grenze für ein erhöhtes Risiko gilt bei der Trisomie 21 ein Wert von 1:250 (entsprechend in etwa dem Altersrisiko einer 40jährigen Schwangeren). Neben dem Erstund Zweittrimester-Screening haben sich weitere Verfahren wie das integrierte und das sequenzielle Screening als Pränatalscreeningmethoden mit höherer Aussagekraft etabliert (siehe Abbildung A). Diese Verfahren werden zunehmend durch die sensitiveren und spezifischeren Methoden zur Sequenzierung freier fetaler DNA im Plasma der Mutter abgelöst ( NIPT - non-invasive prenatal testing). Integriertes Screening - BE (Erstuntersuchung) bevorzugt zwischen SSW 10+0 und 11+6, bis 13+6 möglich (siehe Abbildung B). Parameter: PAPP-A - NT-Wert: Kann 11+0 bis 13+6 gemessen und nachgereicht werden. Keine FMF-Lizenz erforderlich, stattdessen wird eine untersucherspezifische NT-Referenz erstellt (kostenlos). - BE (Folgeuntersuchung) zwischen SSW 14+0 und 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) Parameter: AFP, HCG, ue3, Inhibin A - Bestimmung Gestationsalter bevorzugt nach früher SSL Sequenzielles Screening (Risiko nach Ersttrimester- Screening) - Präzisierung bisher vorliegender Ergebnisse aus Ersttrimester- Screening (PAPP-A, NT) - Nur zwischen SSW 11+1 bis 13+6 durchführbar - NT-Messung und BE möglichst am selben Tag - Parameter: PAPP-A, freies ß-HCG - Bestimmung Gestationsalter ergibt sich aus Vorbefund Ersttrimester-Screening Sequenzielle Folgeuntersuchung: - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Parameter: AFP, HCG, ue3, Inhibin A - Bestimmung Gestationsalter basiert auf SSL (CRL) 2-67 mm (aus 1. Trimenon) oder auf BPD mm (zum Zeitpunkt der BE) - Präzisierung bisher vorliegender Ergebnisse aus Ersttrimester- Screening Sequenzielles Screening (Risiko bei niedrigem AFP- Wert) - Neuralrohrdefekt-Screening (AFP < 0,5 MoM) - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Bestimmung Gestationsalter bevorzugt nach früher SSL (aus 1. Trimenon) Sequenzielle Folgeuntersuchung: - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Parameter: HCG, ue3, Inhibin A Bestimmung Gestationsalter ergibt sich aus Vorbefund Neuralrohrdefekt-Screening Detektionsraten der Einzelmarker (%) Nackentransparenz (NT) PAPP-A Freies ß-hCG Inhibin A Freies Östriol (ue3) α-fetoprotein (AFP) 1. Trimester 2. Trimester Komplette Schwangerschaftswochen Abb. B Detektionsraten von einzelnen Screening-Markern im Verlauf des 1. und 2. Trimenons der Schwangerschaft (nach einer Zusammenstellung aus Daten der SURUSS- und FASTER-Studie [1. Trimenon] und des britischen HTA-Reports über Marker im zweiten Trimenon). Ersttrimester-Screening - Nur zwischen SSW 11+1 bis 13+6 durchführbar - NT-Messung und BE möglichst am selben Tag - Parameter: PAPP-A, freies ß-HCG - Bestimmung Gestationsalter basiert auf SSL (CRL) mm Zweittrimester-Screening (Triple-Test) - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Parameter AFP, HCG und ue3 - Bestimmung Gestationsalter bevorzugt nach früher SSL (aus 1. Trimenon) basiert auf SSL (CRL) 2-67 mm (aus 1. Trimenon) oder auf BPD mm (zum Zeitpunkt der BE) Zweittrimester-Screening (Quadruple-Test) - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Parameter: AFP, HCG, ue3, Inhibin A - Bestimmung Gestationsalter bevorzugt nach früher SSL (aus 1. Trimenon) Zweittrimester-Screening (isolierte AFP-Messung) - Neuralrohrdefekt-Screening - BE zwischen SSW 14+0 bis 17+6 (in Ausnahmefällen bis 19+6) - Bestimmung Gestationsalter bevorzugt nach früher SSL (aus 1. Trimenon) Sequenzierung fetaler DNA im mütterlichen Blut (z.b. Harmony -Test) - BE ab SSW 10+0 (Anteil der fetalen DNA im mütterlichen Blut mindestens 4%) - geringe Störanfälligkeit und hohe Detektionsrate (Sensitivität > 99%). Die Zahl der falsch positiven Befunde liegt unter 0,1%. Hinweis: Pränatale Risikobestimmungen sind prädiktive genetische Untersuchungen im Sinne des Gendiagnostikgesetzes und dürfen nur nach genetischer Beratung durch entsprechend qualifizierte Ärzte veranlasst werden Beginn der Untersuchung: 11. SSW 12. SSW 13. SSW SSW NT allein PAPP-A+ freies b-hcg Ersttrimester- Screening Integriertes Screening ohne NT Integriertes Screening mit NT Triple- Quadruple- Untersuchung Untersuchung Abb. A Detektionsraten verschiedener Screening-Methoden bei einer vorgegebenen Falsch-Positiv-Rate von 5% (Daten aus FASTER-Studie). Die unter-schiedlichen Grauschattierungen be-zeichnen die Schwangerschaftswoche zum Untersuchungszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung beim integrierten Screening. Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

51 Laborinformation Nr. 55 Der Knochen besteht aus einer Calcium-reichen Mineralsubstanz (vor allem Hydroxylapatit: ein hydroxyliertes Calciumphosphatsalz von hoher Härte), einer organischen Matrix (90 % Kollagen Typ I, Osteonectin, Osteocalcin, Proteoglycane) sowie Knochenzellen (Osteozyten, Osteoblasten und Osteoklasten), die in die Knochenmatrix eingebettet sind. Im Skelettsystem sind ca. 90 % des Gesamtkörperbestandes an Calcium und 85 % des anorganischen Phosphats gebunden, die permanent mit dem extrazellulären Pool ausgetauscht werden. Die Regulation der Calciumhomöostase erfolgt vorrangig über die gemeinsame Wirkung von Parathormon und Vitamin D3. Stellgrösse ist die extrazelluläre Ca-Konzentration im Blut. Zielorgane der Hormonwirkung sind der Knochen (Mineralisation, Demineralisation), der Darm (Ca-Absorption) und die Niere (Ca- und Phosphatausscheidung). Störungen der Calciumhomöostase führen nicht nur zu pathologischen Veränderungen der Knochenstruktur (Osteoporose, Osteomalazie) sondern auch zu Störungen der muskulären Erregung (Hypocalcämie: Tetanie; Hypercalcämie: Muskelschwäche). Weiterhin begünstigt eine erhöhte Ausscheidung von Calcium und Phosphat die Steinbildung in der Niere. Der Calciumstoffwechsel ist eng mit dem Phosphatstoffwechsel gekoppelt. Knochenstoffwechsel 1 Calcium und Phosphat Parameter des Calcium- und Phosphatstoffwechsels Name Physiologische Funktion Indikation Material Calcium (Ca) Mineralisation des Knochens, neuromuskuläre Erregungsleitung; Abfall der Ca-Konzentration stimuliert Sekretion von Basisparameter, ggf. bei Dysproteinämien (Hypoalbuminämie) Berechnung, 24h-Urin (HCl) PTH aus den Nebenschilddrüsen des ionisierten Ca erforderlich Phosphat anorganisch Mineralisation des Knochens, Puffer im Säure-Basen- Haushalt Basisparameter, 24h-Urin 1,25(OH) 2-Vit. D3/ Calcitriol Calcitonin Parathormon related Peptide Ursache Parathormon (PTH) Erhöhung der Ca-Konzentration durch Mobilisation aus dem Knochen und Förderung der Ca-Rückresorption aus dem Glomerulumfiltrat; stimuliert Phosphatausscheidung 25 (OH)-Vit. D Hauptanteil der im zirkulierenden Vitamin D- Metabolite, entsteht durch 25-Hydroxylierung in der Leber aus in der Haut gebildeten bzw. mit der Nahrung aufgenommenen Vorstufen aktive Form von Vitamin D3, entsteht unter Einfluss von PTH durch 1-Hydroxylierung in der Niere; fördert die Caund Phosphataufnahme aus dem Darm; komplexe Wirkung auf Osteoblasten und Osteoklasten von den C-Zellen der Schilddrüse gebildetes Hormon; senkt den Ca-Spiegel, spielt aber nur untergeordnete Rolle bei der Ca-Homöostase und im Knochenstoffwechsel Sekretionsprodukt endokrin aktiver Tumoren, imitiert durch Bindung an den gleichen Rezeptor die Parathormonwirkung Hyperparathyreoidismus Hypoparathyreoidismus (Z.n. Thyreoidektomie, autoimmun) Indikator für Vitaminmangel: Mangel- und Fehlernährung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen Niereninsuffizienz, Hypoparathyreoidismus, granulomatöse Erkrankungen, Vit. D-Rezeptordefekte Tumormarker beim medullären Schilddrüsenkarzinom und bei multipler endokriner Neoplasie Typ 2 (MEN2) Hypercalcämie bei Tumoren (insbes. Mamma-CA, kleinzelliges Bronchial-CA und Nierenzell-CA) EDTA-Plasma gefroren EDTA-Plasma gefroren Befundkonstellationen bei Störungen des Calcium- und Phosphatstoffwechsels Ca Phosphat Ca Phosphat PTH 25 (OH)- 1,25(OH) 2- weitere Urin Urin intakt Vit. D3 Vit. D3 Diagnostik Ausschluss MEN1 und MEN2 primärer Hyperparathyreoidismus -n n- n- n- sekundärer Hyperparathyreoidismus renal sekundärer Hyperparathyreoidismus intestinal -n -n -n -n - Hypoparathyreoidismus Ausschluss chron. entz. Darmerkrankung Ausschluss Mg- Mangel, Nebenschilddrüsen-Ak Tumorhypercalcämie -n n- n- -n PTH-related Peptide Sarkoidose n- n- n- -n ACE,sIL2-Rezeptor Vit. D-Überdosierung n- n- n -n Hyperthyreose n n- n -n TSH, ft4 Glucokorticoidmangel n n n Cortisol, ACTH Glucokorticoidexzess n n n DXM-Hemmtest Thiazideinnahme n n -n " " = erhöht, " " = erniedrigt, "n" = normal; grau hinterlegt: Parameter ist für die Fragestellung richtungsweisend; keine Angabe: Bestimmung spielt für die Fragestellung keine Rolle Urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. Stand

Anlage zur Akkreditierungsurkunde D-ML-13314-02-00 nach DIN EN ISO 15189:2014

Anlage zur Akkreditierungsurkunde D-ML-13314-02-00 nach DIN EN ISO 15189:2014 Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH Anlage zur Akkreditierungsurkunde D-ML-13314-02-00 nach DIN EN ISO 15189:2014 Gültigkeitsdauer: 21.07.2015 bis 09.12.2017 Ausstellungsdatum: 21.07.2015 Urkundeninhaber:

Mehr

Verordnung über Arzt- und Labormeldungen

Verordnung über Arzt- und Labormeldungen Verordnung über Arzt- und Labormeldungen Änderung vom 19. Juni 2002 Das Eidgenössische Departement des Innern verordnet: I Die Anhänge 1 4 der Verordnung vom 13. Januar 1999 1 über Arzt- und Labormeldungen

Mehr

Serologische Infektionsdiagnostik hellseherische Fähigkeiten gefragt! Dr. med. Daniela Huzly Abt. Virologie, Uniklinik Freiburg

Serologische Infektionsdiagnostik hellseherische Fähigkeiten gefragt! Dr. med. Daniela Huzly Abt. Virologie, Uniklinik Freiburg Serologische Infektionsdiagnostik hellseherische Fähigkeiten gefragt! Dr. med. Daniela Huzly Abt. Virologie, Uniklinik Freiburg Wofür werden serologische Teste verwendet? Zur schnellen Diagnostik bei Infektionen

Mehr

Falldefinitionen zur Übermittlung von Erkrankungs- und Todesfällen sowie von Erreger-Nachweisen von Mumps, Pertussis, Röteln und Varizellen

Falldefinitionen zur Übermittlung von Erkrankungs- und Todesfällen sowie von Erreger-Nachweisen von Mumps, Pertussis, Röteln und Varizellen Falldefinitionen zur von Erkrankungs- und Todesfällen sowie von Erreger-Nachweisen von Mumps, Pertussis, Röteln und Varizellen Anmerkung: Ein vorangestelltes Dreieck ( ) kennzeichnet wiederholt verwendete

Mehr

Laboranalysen. Angebot

Laboranalysen. Angebot Laboranalysen Angebot Was bietet Ihnen das Walk-in Labor? Im Walk-in Labor können Sie gegen Barbezahlung kostengünstige Blut- und Urinuntersuchungen aus unserem Analysenkatalog machen lassen. > Unkompliziert

Mehr

Kurzbericht über die im Rahmen der Infektionskrankheiten-Surveillance nach IfSG in Hamburg registrierten Krankheiten

Kurzbericht über die im Rahmen der Infektionskrankheiten-Surveillance nach IfSG in Hamburg registrierten Krankheiten Infektionsepidemiologisches Landeszentrum INFEKT - INFO Ausgabe / 204, 28. Mai 204 Kurzbericht über die im Rahmen der Infektionskrankheiten-Surveillance nach IfSG in Hamburg registrierten Krankheiten Erstmaliges

Mehr

Kompetenzfeld Virushepatitis Klinik. T. Goeser Gastroenterologie und Hepatologie

Kompetenzfeld Virushepatitis Klinik. T. Goeser Gastroenterologie und Hepatologie Kompetenzfeld Virushepatitis Klinik T. Goeser Gastroenterologie und Hepatologie Leber GB Magen Dünndarm Dickdarm Fallvorstellung 1 Rentnerin, 63 Jahre Vor 2 Wochen Beginn Abgeschlagenheit, Müdigkeit Fieber

Mehr

Polymyalgiforme Beschwerden. Dr. med. Ivo Büchler

Polymyalgiforme Beschwerden. Dr. med. Ivo Büchler Polymyalgiforme Beschwerden Dr. med. Ivo Büchler Patientin 70 j. A: früher intermittierend Schulterschmerzen rechts, später links seit langem Knieschmerzen links 01/13 Schmerzschub Nacken, bd. Schultern,

Mehr

Rheumatische Erkrankungen und transverse Myelitis Julius Birnbaum, MD Johns Hopkins Clinic for Neurological Rheumatic Disease

Rheumatische Erkrankungen und transverse Myelitis Julius Birnbaum, MD Johns Hopkins Clinic for Neurological Rheumatic Disease Weitere Fachartikel unter www.myelitis.de Rheumatische Erkrankungen und transverse Myelitis Julius Birnbaum, MD Johns Hopkins Clinic for Neurological Rheumatic Disease 1) Einleitung: Die Bedeutung einer

Mehr

Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten

Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten KLINIK UND POLIKLINIK FÜR INNERE MEDIZIN I Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten 2011 - Dr. Christine Dierkes Überblick Atemwegsinfektion

Mehr

Rheumatoide Arthritis (RA) 10. September 2013, 19:00 Uhr

Rheumatoide Arthritis (RA) 10. September 2013, 19:00 Uhr Rheumatoide Arthritis (RA) 10. September 2013, 19:00 Uhr Dr. rer. nat. Brit Kieselbach Institut für Medizinische Diagnostik Berlin, Nicolaistraße 22, 12247 Berlin +49 3077001-220, info@inflammatio.de Rheuma

Mehr

Tuberkulose-Überwachung in Deutschland. Daten aus dem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland 2013

Tuberkulose-Überwachung in Deutschland. Daten aus dem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland 2013 1 Tuberkulose-Überwachung in Deutschland Daten aus dem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland 2013 Robert Koch-Institut (RKI) Fachgebiet für respiratorisch übertragbare Erkrankungen Gliederung

Mehr

Rheumatische Erkrankungen: Grundsätze der Therapie

Rheumatische Erkrankungen: Grundsätze der Therapie Rheumatische Erkrankungen: Grundsätze der Therapie Kausale (kurative) Therapie nur in experimentellen Ansätzen möglich Verhinderung von Schmerz und Behinderung Kombination aus verschiedenen Medikamenten

Mehr

Dauer der intrathekalen Antikörperproduktion bei Lyme-Borreliose Stadium III von Walter Berghoff

Dauer der intrathekalen Antikörperproduktion bei Lyme-Borreliose Stadium III von Walter Berghoff 1 Dauer der intrathekalen Antikörperproduktion bei Lyme-Borreliose Stadium III von Walter Berghoff Es existiert nur eine einzige Studie über die Dauer intrathekaler Antikörper bei der Lyme-Borreliose im

Mehr

P10. REPE Harnsystem. Inhalt. Terminologie Leitsymptome. HWI, Zystitis. Glomerulonephritis Pyelonephritis Nephrolithiasis Nephrotisches Syndrom

P10. REPE Harnsystem. Inhalt. Terminologie Leitsymptome. HWI, Zystitis. Glomerulonephritis Pyelonephritis Nephrolithiasis Nephrotisches Syndrom REPE P10 Inhalt Terminologie Leitsymptome HWI, Zystitis Glomerulonephritis Pyelonephritis Nephrolithiasis Nephrotisches Syndrom Niereninsuffizienz akut chronisch BPH Prostatakarzinom Kontrollfragen LAP

Mehr

Therapie von Lebererkrankungen. Ivo Graziadei Gastroenterologie & Hepatologie Medizinische Universität Innsbruck

Therapie von Lebererkrankungen. Ivo Graziadei Gastroenterologie & Hepatologie Medizinische Universität Innsbruck Therapie von Lebererkrankungen Ivo Graziadei Gastroenterologie & Hepatologie Medizinische Universität Innsbruck Virus Fett Alkohol Eisen/Kupfer Medikamente gesunde LEBER Akute Hepatitis Therapieziele Chronische

Mehr

Aufgaben des Gesundheitsamtes

Aufgaben des Gesundheitsamtes Aufgaben des Gesundheitsamtes -Interaktion mit Schulen- Dr.med. Nicoletta Wischnewski FÄ f Hygiene und Umweltmedizin, Allgemeinmedizin Leitende Amtsärztin Gesundheitsamt Charlottenburg- Wilmersdorf Aufbau

Mehr

UKSH Campus Kiel. Autoimmunität

UKSH Campus Kiel. Autoimmunität UKSH Campus Kiel Querschnittsbereich 4: Infektiologie und Immunologie Autoimmunität Stefan Jenisch, Institut für Immunologie Thomas Valerius, Klinik für Nephrologie Oltmann Schröder, II. Medizinische Klinik

Mehr

Jörg D. Leuppi. Typischer Linienverlauf

Jörg D. Leuppi. Typischer Linienverlauf Jörg D. Leuppi Diagnostische Mittel Muss jeder Pleuraerguss punktiert werden? Probepunktion / Entlastungspunktion Transsudat Exsudat DD Exsudat (Zytologie, Protein, Glucose, Amylase, ADA, ph) Weiterabklärung

Mehr

Monitoring von Resistenzen in der Humanmedizin. Tim Eckmanns Robert Koch-Institut

Monitoring von Resistenzen in der Humanmedizin. Tim Eckmanns Robert Koch-Institut Monitoring von Resistenzen in der Humanmedizin Tim Eckmanns Robert Koch-Institut Unterschied Monitoring und Surveillance von Antibiotikaresistenzdaten Another task of epidemiology is monitoring or surveillance

Mehr

Multiple Sklerose. Inhaltsverzeichnis. Encephalomyelitis disseminata. Lisa Hinrichsen & Klaas Rackebrandt Nov. 2006

Multiple Sklerose. Inhaltsverzeichnis. Encephalomyelitis disseminata. Lisa Hinrichsen & Klaas Rackebrandt Nov. 2006 Multiple Sklerose Encephalomyelitis disseminata Lisa Hinrichsen & Klaas Rackebrandt Nov. 2006 Inhaltsverzeichnis 1. Einführung 2. Ätiologie 3. Risikofaktoren 4. Epidemiologie 5. Krankheitsbild 6. Befallene

Mehr

Vortrag. von Martin Berlinger

Vortrag. von Martin Berlinger Vortrag von Martin Berlinger Traditionelle Chinesische Medizin und ihre Anwendung bei GBS und CIDP Überblick 1. Die Traditionelle Chinesische Medizin 2. Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und Chronisch inflammatorische

Mehr

M e r k b l a t t zu sexuell übertragbaren Infektionen

M e r k b l a t t zu sexuell übertragbaren Infektionen M e r k b l a t t zu sexuell übertragbaren Infektionen Sexuell übertragbare Infektionen (STIs, engl. für sexually transmitted infections) können leicht weitergegeben werden, manche schon durch engen Hautkontakt.

Mehr

HARNWEGS- UND BLASENENTZÜNDUNG

HARNWEGS- UND BLASENENTZÜNDUNG HARNWEGS- UND BLASENENTZÜNDUNG Hilfreiche Informationen zu Ihrer Nierengesundheit Harnwegs- und Blasenentzündung Harnwegsinfekte kommen neben Infekten der Atem wege am häufigsten vor. Dabei können sämtliche

Mehr

Update Hepatitis C-Diagnostik

Update Hepatitis C-Diagnostik Update Hepatitis C-Diagnostik Christian Noah Hamburg Therapieindikation Frühzeitiger Behandlungsbeginn erhöht Chancen auf einen Therapieerfolg Therapieindikation ist unabhängig von erhöhten Transaminasen

Mehr

Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie

Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie Prof. Mathias Herrmann Universitätskliniken des Saarlandes Homburg/Saar Mikrobielle

Mehr

24-STUNDEN-SAMMELURIN

24-STUNDEN-SAMMELURIN Blutfarbstoffs (Hämoglobin), wird normalerweise nicht mit dem Urin ausgeschieden. Erst bei einer erhöhten Konzentration im Blutserum enthält auch der Urin Bilirubin dies ist der Fall, wenn eine Funktionsstörung

Mehr

Autoimmunität und Autoimmunerkrankungen. Reinhard Voll Medizinische Klinik III

Autoimmunität und Autoimmunerkrankungen. Reinhard Voll Medizinische Klinik III Autoimmunität und Autoimmunerkrankungen Reinhard Voll Medizinische Klinik III Übersicht Autoimmunität Autoimmunerkrankung Mechanismen der Selbsttoleranz Entstehung von Autoimmunität Systematik der Autoimmunopathien

Mehr

CCP - Autoantikörper

CCP - Autoantikörper Laborinformation CCP - Autoantikörper Marker der Rheumatoiden Arthritis Prof. Dr. med. Hans Peter Seelig Anti-perinukleärer Faktor (Wangenschleimhaut) Anti-Keratin (Rattenösophagus) Labor Prof. Seelig

Mehr

Hepatitis C. Dr. med. Carl M. Oneta Schaffhauserstrasse 7 8400 Winterthur. Aerztefortbildung im April 2006 in Horgen

Hepatitis C. Dr. med. Carl M. Oneta Schaffhauserstrasse 7 8400 Winterthur. Aerztefortbildung im April 2006 in Horgen Dr. med. Carl M. Oneta Schaffhauserstrasse 7 8400 Winterthur Aerztefortbildung im April 2006 in Horgen Risikofaktoren Transfusion oder Organtransplantation Transfusion von Spendern, die später als HCV-infiziert

Mehr

Immunprophylaxe,Diagnostik und Therapie bei Hepatitis B und C

Immunprophylaxe,Diagnostik und Therapie bei Hepatitis B und C Immunprophylaxe,Diagnostik und Therapie bei Hepatitis B und C Serologische Verläufe der Hepatitis-B Infektion Definitionen der B-Hepatitiden Akute Hepatitis B: Erstmals aufgetretene Leberentzündung durch

Mehr

Multiple Sklerose. Encephalomyelitis disseminata(ed)

Multiple Sklerose. Encephalomyelitis disseminata(ed) Multiple Sklerose Encephalomyelitis disseminata(ed) Definition Multiple Sklerose Chronisch entzündlich demyelinisierende Erkrankung des ZNS mit Entmarkungsherden an weißer Substanz von Gehirn und Rückenmark

Mehr

STD Sexuell übertragbare Erkrankungen

STD Sexuell übertragbare Erkrankungen ifi-card STD Sexuell übertragbare Erkrankungen September 2009 Allgemeines (Definition, Meldepflicht) Definition: Sexual transmitted diseases (STD) sind Infektionserkrankungen, die vor allem sexuell übertragen

Mehr

1 Rheumatoide Arthritis (RA) 1

1 Rheumatoide Arthritis (RA) 1 Rheumatoide Arthritis (RA) Syn.: Chronische Polyarthritis Engl.: rheumatoid arthritis J. Andresen Diagnosekriterien Validierte Diagnosekriterien sind bislang nicht publiziert. Klassifikationskriterien

Mehr

Neuroimmunologische Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Neuroimmunologische Erkrankungen des zentralen Nervensystems Myelitis e.v. http://www.myelitis.de Die Transverse Myelitis Association vertritt Menschen, die unter transverser Myelitis, wiederkehrender transverser Myelitis, Neuromyelitis optica (NMO oder Devic-Krankheit);

Mehr

Früherkennung Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Früherkennung des Darmkrebs Christoph Schmidt Bonn

Früherkennung Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Früherkennung des Darmkrebs Christoph Schmidt Bonn Früherkennung Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Früherkennung des Darmkrebs Christoph Schmidt Bonn Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2006 Männer (200 018) Prostata Dickdarm, Mastdarm Lunge Harnblase Magen

Mehr

Richtlinien. Dr. Klaus Janitschke. ehem. Leiter des Fachgebietes Klinische Parasitologie am RKI / BGA

Richtlinien. Dr. Klaus Janitschke. ehem. Leiter des Fachgebietes Klinische Parasitologie am RKI / BGA Toxoplasmose-Kommission und RKI-Richtlinien Richtlinien Dr. Klaus Janitschke ehem. Leiter des Fachgebietes Klinische Parasitologie am RKI / BGA Toxoplasmose-Kommissionen RKI: Bundesoberbehörde. Beratung

Mehr

Die vielen Gesichter der Kollagenosen

Die vielen Gesichter der Kollagenosen Die vielen Gesichter der Kollagenosen Kollagenosen: Erkrankungen mit vielen Gesichtern - Vorstellung der Erkrankungen - Worauf sollte ich achten, was ist vielleicht noch nicht so bekannt? - Was kann ich

Mehr

Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich. Resistenzentwicklung (1) Resistenzentwicklung (2) 09.05.2011

Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich. Resistenzentwicklung (1) Resistenzentwicklung (2) 09.05.2011 Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich Einsatz von Makroliden und Makrolidresistenz bei S.pyogenes J.Mattes Frankfurt 27.April 2011 JAC 2000 46 959-964 2 Die Antibiotikaresistenz ist längst

Mehr

Infektionen - eine besondere Gefahr für Patienten mit Multiplen Myelom. W. J. Heinz 22.1.2011

Infektionen - eine besondere Gefahr für Patienten mit Multiplen Myelom. W. J. Heinz 22.1.2011 Infektionen - eine besondere Gefahr für Patienten mit Multiplen Myelom W. J. Heinz 22.1.2011 Ursachen für f r frühzeitiges versterben bei Multiplen Myelom 45% durch Infektionen Aber nur 11 von 135 in Neutropenie

Mehr

MS 10 Fragen und Antworten

MS 10 Fragen und Antworten Hintergrundinformation MS 10 Fragen und Antworten Was ist MS? Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS), d.h. des Gehirns und des Rückenmarks. Bei der MS handelt

Mehr

In diesem Kapitel finden Sie Informationen zu Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege, wie:

In diesem Kapitel finden Sie Informationen zu Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege, wie: Infektiologie In diesem Kapitel finden Sie Informationen zu Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege, wie: Akute Blasenentzündung (Zystitis) Chronische interstitielle Zystitis Akute Nierenbeckenentzündung

Mehr

Toxoplasmose in Österreich Michael Hayde

Toxoplasmose in Österreich Michael Hayde Weltgesundheitstag 2015: Lebensmittelsicherheit und 10 Jahre AGES-Zoonosebroschüre Toxoplasmose in Österreich Michael Hayde Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Toxoplasmoselabor Universität

Mehr

Zytologische Befunde bei benignen Pleuraergüssen. Sylvia Gütz, Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig Klinik für Pneumologie und Kardiologie

Zytologische Befunde bei benignen Pleuraergüssen. Sylvia Gütz, Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig Klinik für Pneumologie und Kardiologie Zytologische Befunde bei benignen Pleuraergüssen Sylvia Gütz, Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig Klinik für Pneumologie und Kardiologie Normale Mesothelzelle Ortsständige Zellen mittelgr. bis groß, kuboid

Mehr

Belehrung gemäß 35 IfSG. Merkblatt für die Beschäftigten in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen

Belehrung gemäß 35 IfSG. Merkblatt für die Beschäftigten in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen Belehrung gemäß 35 IfSG Merkblatt für die Beschäftigten in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen Vorbemerkung: Am 1. Januar 2001 wurde das Bundes-Seuchengesetz durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Mehr

Epidemiologie des EHEC O104:H4 Ausbruchs Sommer 2011, Deutschland

Epidemiologie des EHEC O104:H4 Ausbruchs Sommer 2011, Deutschland Epidemiologie des EHEC O104:H4 Ausbruchs Sommer 2011, Deutschland EHEC O104:H4 Ausbruchsstamm Holland, Laue, Schnartendorff (RKI) Prof. Dr. Klaus Stark Abteilung Infektionsepidemiologie Robert Koch-Institut

Mehr

Schließen Sie Ihre Augen nicht vor Prostatakrebs.

Schließen Sie Ihre Augen nicht vor Prostatakrebs. Schließen Sie Ihre Augen nicht vor Prostatakrebs. MDS_503041_Depl-ALL.indd 1-2 30/03/07 15:47:11 Der Prostatakrebs Veränderungen der Prostata gehören zu den häufigsten Männerkrankheiten. Ab dem 50. Lebensjahr

Mehr

Therapieoptionen Hepatitis B

Therapieoptionen Hepatitis B Therapieoptionen Hepatitis B Interferon alpha Viral entry Uncoating Nuclear import Assembly & budding cccdna HBsAg ER Positive strand synthesis Removal of pregenome Lamivudin Adefovir Entecavir Tenofovir

Mehr

Nachsorge = Vorsorge

Nachsorge = Vorsorge Prof. Dr. Bernhard Wörmann DGHO - Leitlinien Berlin Hämatoonkologische Praxis Bremen Magdeburg, 29. August 2010 Aufgaben der Nachsorge Lokalrezidiv (örtlicher Rückfall) Fernmetastasen Nebenwirkungen der

Mehr

Zentrum Vital 5. März 2014

Zentrum Vital 5. März 2014 Zentrum Vital 5. März 2014 Warum diese Veranstaltung Die Neurologie hat sich von einem eher diagnostischen zu einem therapeutischen Fach gewandelt Bei einigen Erkrankungen werden zunehmend aggressivere

Mehr

Labortests für Ihre Gesundheit. Darmkrebs 20

Labortests für Ihre Gesundheit. Darmkrebs 20 Labortests für Ihre Gesundheit Darmkrebs 20 01IPF Labortests für Ihre Gesundheit Darmkrebs Vermeiden statt Leiden Alle 20 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an Darmkrebs. Fast 27.000 Todesfälle und

Mehr

PAH bei Rheumatischen Erkrankungen. Petra Otto Rheumatologie, Department Innere Medizin Kantonsspital St. Gallen petra.otto@kssg.

PAH bei Rheumatischen Erkrankungen. Petra Otto Rheumatologie, Department Innere Medizin Kantonsspital St. Gallen petra.otto@kssg. PAH bei Rheumatischen Erkrankungen Petra Otto Rheumatologie, Department Innere Medizin Kantonsspital St. Gallen petra.otto@kssg.ch Arthritiden Kollagenosen Vaskulitiden Sonstiges Prävalenz PAH Systemische

Mehr

Urteile OLG München und OLG Köln aus 2013 zur Problematik der Lyme-Borreliose. Eine kritische Stellungnahme von Walter Berghoff

Urteile OLG München und OLG Köln aus 2013 zur Problematik der Lyme-Borreliose. Eine kritische Stellungnahme von Walter Berghoff 1 Urteile OLG München und OLG Köln aus 2013 zur Problematik der Lyme-Borreliose Eine kritische Stellungnahme von Walter Berghoff OLG München: Urteil vom 17.05.2013 25 U 2548/12 Im vorliegenden Fall handelt

Mehr

Was ist ein Prostatakarzinom?

Was ist ein Prostatakarzinom? Was ist ein Prostatakarzinom? Das Prostatakarzinom ist die bösartige Neubildung des Prostatadrüsengewebes. Es entsteht meist in der äußeren Region der Drüse, so dass es bei der Untersuchung mit dem Finger

Mehr

Ambulante und stationäre Therapie der Psoriasis ein ökonomischer Kostenvergleich aus gesellschaftlicher Perspektive

Ambulante und stationäre Therapie der Psoriasis ein ökonomischer Kostenvergleich aus gesellschaftlicher Perspektive KLINIK FÜR DERMATOLOGIE VENEROLOGIE UND ALLERGOLOGIE DIREKTOR: PROF. DR. S. GOERDT Ambulante und stationäre Therapie der Psoriasis ein ökonomischer Kostenvergleich aus gesellschaftlicher Perspektive Wir

Mehr

Aktuelle Aspekte in der Röteln- Diagnostik

Aktuelle Aspekte in der Röteln- Diagnostik Aktuelle Aspekte in der Röteln- Diagnostik Dr. med. Daniela Huzly Abt. Virologie Universitätsklinikum Freiburg Potsdam November 2011 EUVAC.NET Röteln - Epidemiologie Röteln in Deutschland neue Bundesländer

Mehr

Biologische Arbeitsstoffe Was kann die AUVA für Sie tun?

Biologische Arbeitsstoffe Was kann die AUVA für Sie tun? Biologische Arbeitsstoffe Was kann die AUVA für Sie tun? Berufskrankheiten VGÜ Impfungen Ingrid Hallström (13.6.2013 Innsbruck: Referat: Michaela Spaller) Gesundheitsgefahren Infektionskrankheiten Allergien

Mehr

Infektiologische Differentialdiagnose der chronischen Lyme-Borreliose und sogenannte Coinfektionen von Walter Berghoff

Infektiologische Differentialdiagnose der chronischen Lyme-Borreliose und sogenannte Coinfektionen von Walter Berghoff 1 Infektiologische Differentialdiagnose der chronischen Lyme-Borreliose und sogenannte Coinfektionen von Walter Berghoff Zusammenfassung. Bei der Lyme-Borreliose (LB) können gleichzeitig andere Infektionen

Mehr

EBUS und Pleuraerguß - klinische Grundlagen

EBUS und Pleuraerguß - klinische Grundlagen EBUS und Pleuraerguß - klinische Grundlagen Dr.Birgit Plakolm Lungenfachärztin 2.Med./Lungenabteilung Wilhelminenspital Wien EBUS Endobronchialer Ultraschall Erweiterung der Bronchoskopie Hauptindikation:

Mehr

Welche Fragen hat der Arzt an eine Untersuchung?

Welche Fragen hat der Arzt an eine Untersuchung? 38. Basler Fortbildungskurs Labmed Schweiz 9. November 213, Basel Die Sprache des Blutes bei Tumorerkrankungen Petra Stieber Onkologische Labordiagnostik, München Welche Fragen hat der Arzt an eine Untersuchung?

Mehr

Vorsorgeuntersuchung, PSA Test, Prostatabiopsie

Vorsorgeuntersuchung, PSA Test, Prostatabiopsie Kapitel 8: Vorsorgeuntersuchung, PSA Test, Prostatabiopsie Basiswissen Warum soll man zur Prostatavorsorgeuntersuchung? Ziel einer Vorsorgeuntersuchung der Prostata ist, daß eine eventuell bestehende Erkrankung

Mehr

Lebererkrankungen erkennen, behandeln, verhindern - Informationen für Patienten und Angehörige von Dr. Bernd Hofmann

Lebererkrankungen erkennen, behandeln, verhindern - Informationen für Patienten und Angehörige von Dr. Bernd Hofmann Lebererkrankungen erkennen, behandeln, verhindern - Informationen für Patienten und Angehörige von Dr. Bernd Hofmann Vortrag 1. Wo und was macht die Leber? 2. Lebererkrankungen erkennen 3. Ursachen und

Mehr

Pneumologische Rehabilitation - Lungensport

Pneumologische Rehabilitation - Lungensport Thema: Diagnostische Prinzipien bei Asthma Von: Esther Bleise Inhalt: 1) Allgemeines zur Diagnostik 2) Anamnese und körperliche Untersuchung 3) Lungenfunktionsdiagnostik 3.1) Spirometrie 3.2) Reversibilitätstests

Mehr

Labortests für Ihre Gesundheit. Volkskrankheit Diabetes 32

Labortests für Ihre Gesundheit. Volkskrankheit Diabetes 32 Labortests für Ihre Gesundheit Volkskrankheit Diabetes 32 01IPF Labortests für Ihre Gesundheit Volkskrankheit Diabetes Das sollten Sie wissen Sechs Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes Tendenz

Mehr

Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung. Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl.

Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung. Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl. Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl.de Ärzte sind Menschen, die Arzneien verschreiben, von denen

Mehr

HIV. Zi-Kodier-Manual

HIV. Zi-Kodier-Manual Stand 2015 HIV Zi-Kodier-Manual Dieses Manual soll für die vertragsärztliche Praxis eine Hilfe beim Kodieren bestimmter Krankheitsbilder bzw. Versorgungsbereiche sein. Auf einen Blick erhalten Sie ICD-10-kapitelübergreifend

Mehr

Rheuma und Leber. Herner Lebertag Dr.med.Friedrich Dybowski Praxis für Rheumatologie -Oberarzt Rheumazentrum Ruhrgebiet- Landgrafenstr.

Rheuma und Leber. Herner Lebertag Dr.med.Friedrich Dybowski Praxis für Rheumatologie -Oberarzt Rheumazentrum Ruhrgebiet- Landgrafenstr. Rheuma und Leber Herner Lebertag Dr.med.Friedrich Dybowski Praxis für Rheumatologie -Oberarzt Rheumazentrum Ruhrgebiet- Landgrafenstr.15, Herne Rheumatische Erkankungen Was ist das? Rheuma heisst fliessender

Mehr

ESBL. - Fragen und Antworten - LandesArbeitsgemeinschaft Resistente Erreger LARE BAYERN. Inhaltsverzeichnis

ESBL. - Fragen und Antworten - LandesArbeitsgemeinschaft Resistente Erreger LARE BAYERN. Inhaltsverzeichnis LandesArbeitsgemeinschaft Resistente Erreger LARE BAYERN ESBL - Fragen und Antworten - Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeine Einführung/allgemeine Fragen... 2 1.1. Was bedeutet ESBL...2 1.2. Wie bemerke ich

Mehr

Psoriasis Arthritis - Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten

Psoriasis Arthritis - Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten Psoriasis Arthritis - Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten Dr. med. univ. Helga Merwald-Fraenk Psoriasis Arthritis (PsA) Die PsA ist eine mit der Schuppenflechte assoziierte klinisch heterogene entzündliche

Mehr

Tumore der Niere. 12.12.2014 Prof. Dr. med. U. Engelmann, N. Winter

Tumore der Niere. 12.12.2014 Prof. Dr. med. U. Engelmann, N. Winter Tumore der Niere Nierentumore Zyste: häufigste renale Raumforderung Solide Tumore: Benigne Tumore Onkozytom Angiomyolipom Lipom Fibrom Maligne Tumore Seite 2 Maligne Nierentumoren Nierenzellkarzinom Urothelkarzinom

Mehr

Behandlung mit gerinnungshemmenden Substanzen Was bedeutet Blutgerinnung?

Behandlung mit gerinnungshemmenden Substanzen Was bedeutet Blutgerinnung? Behandlung mit gerinnungshemmenden Substanzen Was bedeutet Blutgerinnung? In unverletzten Blutgefäßen ist das Blut beim gesunden Menschen stets dünnflüssig und gerinnt nicht. Eine nach einer Verletzung

Mehr

Diabetes. an Magnesiummangel denken!

Diabetes. an Magnesiummangel denken! Diabetes an Magnesiummangel denken! Etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Neben einer erblichen Veranlagung sind einige Schlüsselfaktoren für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ

Mehr

Hepatitis B Impfung. Rudolf Stauber. Univ.-Klinik f. Inn. Med.

Hepatitis B Impfung. Rudolf Stauber. Univ.-Klinik f. Inn. Med. Hepatitis B Impfung Rudolf Stauber Univ.-Klinik f. Inn. Med. Worldwide Prevalence of Hepatitis B World prevalence of HBV carriers HBsAg carriers prevalence

Mehr

1. Einleitung und Fragestellung

1. Einleitung und Fragestellung 1. Einleitung und Fragestellung 1.1 Antibiotika-assoziierte Diarrhö Die Antibiotika-assoziierte Diarrhö (AAD) wird als Diarrhö definiert, der eine vorangegangene Antibiotikatherapie zugrunde liegt. Die

Mehr

Mit Monurelle Cranberry und Monulab haben Sie Ihre Blasenentzündung im Griff!

Mit Monurelle Cranberry und Monulab haben Sie Ihre Blasenentzündung im Griff! Mit Monurelle Cranberry und Monulab haben Sie Ihre Blasenentzündung im Griff! Medizinprodukte Nur 1 Tablette pro Tag Auf Basis von Cranberry (Vaccinium macrocarpon) 2 oder 6 Tests Beugt mit doppelter Schutzfunktion

Mehr

NEU NEU. Das Wirkprinzip:

NEU NEU. Das Wirkprinzip: Das Wirkprinzip: D-Mannose gelangt über den Blutkreislauf unverändert in Blase und Harnwege D-Mannose und Cranberry binden sich gemeinsam an die Fimbrien der entzündungsverursachenden Bakterien (zu 90%

Mehr

Das häufige Wasserlassen mit oder ohne Brennen: Harnwegsinfekte in der Praxis. Dr. med. Stefano Bachmann FMH Innere Medizin und Infektiologie Heiden

Das häufige Wasserlassen mit oder ohne Brennen: Harnwegsinfekte in der Praxis. Dr. med. Stefano Bachmann FMH Innere Medizin und Infektiologie Heiden Das häufige Wasserlassen mit oder ohne Brennen: Harnwegsinfekte in der Praxis Dr. med. Stefano Bachmann FMH Innere Medizin und Infektiologie Heiden Definitionen HWI: Typische Symptome + signifikante Keimzahl

Mehr

b 20 Labor bericht Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose Stand: M a i 2 013

b 20 Labor bericht Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose Stand: M a i 2 013 b 20 w w w. b i o s c i e n t i a. d e Labor bericht Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose Stand: M a i 2 013 Die Lyme-Borreliose ist eine infektiöse Multisystemerkrankung, die sich am häufigsten

Mehr

Sie werden von Patientinnen gewünscht, sind medizinisch sinnvoll, dürfen aber nicht von der GKV auch nicht aus Kulanz- gezahlt werden.

Sie werden von Patientinnen gewünscht, sind medizinisch sinnvoll, dürfen aber nicht von der GKV auch nicht aus Kulanz- gezahlt werden. Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Gynäkologen und Gynäkologinnen Dortmund Dr. med. H.-A. Lohmann Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtenhilfe Hansastraße 14-16 44137 Dortmund Tel. : (0231) 571907

Mehr

Hepatitis B - eine unterschätzte Infektion? C. Berg

Hepatitis B - eine unterschätzte Infektion? C. Berg Hepatitis B - eine unterschätzte Infektion? C. Berg Med. Univ.-Klinik Tübingen T Abt. I Z. Gastroenterol. 2007 J. Hepatol. 2009 Hepatology 2009 Aktualisierung für Frühjahr 2011 erwartet Aktualisierung

Mehr

Themenheft. Tumormarker. Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung. 11182 e

Themenheft. Tumormarker. Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung. 11182 e Themenheft Tumormarker Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung 11182 e Ihr Labor vor Ort in einem starken Verbund Rendsburg Plön Ratzeburg Parchim Bremen Oldenburg Rotenburg

Mehr

Erythrozyten... 1 Thrombozyten... 10 Granulozyten... 13 HLA... 14 Periphere hämatopoetische Stammzellen... 17

Erythrozyten... 1 Thrombozyten... 10 Granulozyten... 13 HLA... 14 Periphere hämatopoetische Stammzellen... 17 Leistungsverzeichnis Seite 1 von 17 Erythrozyten... 1 Thrombozyten... 10 Granulozyten... 13 HLA... 14 Periphere hämatopoetische Stammzellen... 17 Erythrozyten Blutgruppenbestimmung (ABO, Rh-Faktor, Rh-Formel,

Mehr

Petechiale Blutungen als neues Zukunftsszenario?

Petechiale Blutungen als neues Zukunftsszenario? Klinikum Veterinärmedizin Schweineklinik Schweinegesundheitsdienst Petechiale Blutungen als neues Zukunftsszenario? Gerald Reiner Schweinegesundheitsdienst an der JLU Schweineklinik Lehre Forschung SGD

Mehr

Polymyalgia rheumatica oder nicht? Wann ist eine Temporalisbiopsie sinnvoll? Wie lange sollen Glucocorticoide gegeben werden?

Polymyalgia rheumatica oder nicht? Wann ist eine Temporalisbiopsie sinnvoll? Wie lange sollen Glucocorticoide gegeben werden? + Polymyalgia rheumatica oder nicht? Wann ist eine Temporalisbiopsie sinnvoll? Wie lange sollen Glucocorticoide gegeben werden? Dr. med. Christoph Gorbach Rheumatologie in der Praxis 21. Januar 2015 Klinisches

Mehr

VIRUSEPIDEMIOLOGISCHE INFORMATION NR. 10/11

VIRUSEPIDEMIOLOGISCHE INFORMATION NR. 10/11 VIRUSEPIDEMIOLOGISCHE INFORMATION NR. 10/11 Für den Inhalt verantwortlich: Prof. Dr. Franz X. Heinz Redaktion: Prof. Dr. H. Holzmann, Prof. Dr. Th. Popow-Kraupp Department f. Virologie d. Med. Universität

Mehr

Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose

Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose 1 Diagnostik und Therapie der LymeBorreliose 1. Vorbemerkungen Der vorliegende Text dient zur Information über Diagnose und Therapie der Lyme Borreliose. Die vorliegende Fassung entspricht dem Stand 2009.

Mehr

Fachinformation. Klinik und Laboranalytik bei rheumatologischen Symptomen ein Kurzkompendium

Fachinformation. Klinik und Laboranalytik bei rheumatologischen Symptomen ein Kurzkompendium Fachinformation Klinik und Laboranalytik bei rheumatologischen Symptomen ein Kurzkompendium Klinik und Laboranalytik bei rheumatologischen Symptomen ein Kurzkompendium 1 Einleitung... 1 2 Epidemiologische

Mehr

ANGABEN ZUM PATIENTEN

ANGABEN ZUM PATIENTEN Bitte zurücksenden an: Robert Koch-Institut HIV-Studienlabor FG 18 - HIV und andere Retroviren Nordufer 20 13353 Berlin HIV-Serokonverterstudie FOLLOW-UP Stempel des Berichtenden (Zentrum) Blutprobe an

Mehr

Risiko erkannt oder nicht?

Risiko erkannt oder nicht? Risiko erkannt oder nicht? Patient Diagnostics Vorsorge-Schnelltests Die einzigartige Gesundheitsvorsorge für zu Hause Blutzucker Vorsorgetest Cholesterin Vorsorgetest Darmpolypen Vorsorgetest Harninfektion

Mehr

Blutuntersuchung: Im folgenden wollen wir Ihnen erklären, was die einzelnen Parameter in der Blutuntersuchung bedeuten. Blutbild:

Blutuntersuchung: Im folgenden wollen wir Ihnen erklären, was die einzelnen Parameter in der Blutuntersuchung bedeuten. Blutbild: Blutuntersuchung: Im folgenden wollen wir Ihnen erklären, was die einzelnen Parameter in der Blutuntersuchung bedeuten. Blutbild: gehört zu jeder Blutuntersuchung mit zu. Hierbei werden die verschiedenen

Mehr

Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes

Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes Dr. med. A. Kronenberg Praxis Bubenberg / Institut für Infektionskrankheiten andreas.kronenberg@praxis-bubenberg.ch

Mehr

Hygiene-Standards - Ablauf am Inselspital. Swiss Intensive Symposium, Notwill 11.3.14 Dr.med. Alexia Cusini

Hygiene-Standards - Ablauf am Inselspital. Swiss Intensive Symposium, Notwill 11.3.14 Dr.med. Alexia Cusini Hygiene-Standards - Ablauf am Inselspital Swiss Intensive Symposium, Notwill 11.3.14 Dr.med. Alexia Cusini Primäres Ziel der Spitalhygiene: Verhütung nosokomialer Infekte Arbeitsbereiche Spitalhygienische

Mehr

Neue Empfehlungen für die Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose 1 Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

Neue Empfehlungen für die Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose 1 Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose Empfehlungen 359 Neue Empfehlungen für die Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose 1 Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose New Recommendations for Contact Tracing in Tuberculosis German

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Einleitung... 1. Indikationstabellen... 17. Einsatz bildgebender Verfahren im Bereich des Thorax... 18

Inhaltsverzeichnis. Einleitung... 1. Indikationstabellen... 17. Einsatz bildgebender Verfahren im Bereich des Thorax... 18 Inhaltsverzeichnis Einleitung.... 1 Allgemeine Fragen, die vor jeder Indikationsstellung zu bedenken sind... 1 Wie wurden die Indikationstabellen erstellt?.... 2 Wie wurden die Kosten für die einzelnen

Mehr

Vitamin D Ein unterschätzter Helfer an vielen Fronten. Dr. rer. nat. Susanne Pedersen Celler Tagung November 2009

Vitamin D Ein unterschätzter Helfer an vielen Fronten. Dr. rer. nat. Susanne Pedersen Celler Tagung November 2009 Ein unterschätzter Helfer an vielen Fronten Celler Tagung November 2009 Aktuelle Forschung Ein Mangel an Vitamin D ist weltweit eines der häufigsten Vitamindefizite mit teilweise schwerwiegenden klinischen

Mehr

Lymphangioleiomyomatose ERS Leitlinien 2010 23.04.2010

Lymphangioleiomyomatose ERS Leitlinien 2010 23.04.2010 Lymphangioleiomyomatose ERS Leitlinien 2010 23.04.2010 Kim Husemann Klinik Schillerhöhe des Robert- Bosch- Krankenhauses Stuttgart Zentrum für Pneumologie, pneumologische Onkologie, Beatmungsmedizin und

Mehr

Ergebnisse alter Studien nicht auf heutige Situation übertragbar: Bakteriurie-Screening bei Schwangeren:

Ergebnisse alter Studien nicht auf heutige Situation übertragbar: Bakteriurie-Screening bei Schwangeren: Ergebnisse alter Studien nicht auf heutige Situation übertragbar Bakteriurie-Screening bei Schwangeren: Nutzen unklar Köln (23. April 2015) - Über den patientenrelevanten Nutzen oder Schaden eines Screenings

Mehr

Welche Immuntherapeutika sind momentan bei schubförmiger Multipler Sklerose verfügbar?

Welche Immuntherapeutika sind momentan bei schubförmiger Multipler Sklerose verfügbar? Welche Immuntherapeutika sind momentan bei schubförmiger Multipler Sklerose verfügbar? Dr. med. Jutta Scheiderbauer Seit den 1990er Jahren hat sich etabliert, die schubförmige Multiple Sklerose (MS) mit

Mehr

Hepatitis C Therapie bei Suchtpatienten. Marc Isler, Arzt Zokl1 und Checkpoint Zürich ARUD Zürich

Hepatitis C Therapie bei Suchtpatienten. Marc Isler, Arzt Zokl1 und Checkpoint Zürich ARUD Zürich Hepatitis C Therapie bei Suchtpatienten Marc Isler, Arzt Zokl1 und Checkpoint Zürich ARUD Zürich ARUD Zürich Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen 450 Patienten Substitution mit Methadon,

Mehr