Wirtschaft in Mittelnassau

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1 Industrie- und Handelskammer Limburg August 2014 September 2014 Schwerpunktthema Handeln für Städte und Gemeinden Wirtschaft in Mittelnassau Existenzgründung Limburger Gründertag 2014 Ausbildung Abschlussprüfungen in den Hotel- und Gaststättenberufen Standort Große Unterschiede bei Wasserpreisen der Kommunen Magazin der Industrie- und Handelskammer Limburg

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3 Wirtschaft in Mittelnassau Editorial Stadt-/Gemeindeentwicklung und Handel Die Innenstädte und Ortszentren sind die Visitenkarten von Städten und Gemeinden. Hier hat jede Kommune ihre ganz besonderen Anziehungspunkte, hier ist sie vielfältig und lebendig. Dass sich Funktionen in Zentren bündeln und sich Menschen dort aufhalten und begegnen, dazu trägt seit Jahrhunderten der Handel wesentlich bei. Er prägt das Erscheinungsbild der Städte und Gemeinden, garantiert Wertschöpfung und stützt nachhaltig Beschäftigung. Die Kommunen und der Handel stehen jedoch auch in unserer Region sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegenüber. Sie müssen sich anpassen an eine älter und zum Teil auch geringer werdende Bevölkerung. Zugleich sinkt der Anteil der Konsumausgaben im Handel und ist der Online-Handel mittlerweile in einigen Marktsegmenten sehr relevant und wird in Zukunft weiter zunehmen. Um die anstehenden Herausforderungen bestmöglich bewältigen zu können, braucht der Handel ein attrakives Umfeld in Form einer vielfältigen Innenstadt bzw. eines lebendigen Ortszentrums. Hilfreich ist es, wenn Kommunen ihre zentralen Versorgungsbereiche definieren und gegebenenfalls integrierte Entwicklungskonzepte aufstellen, um für die Funktionsvielfalt der Zentren auch als Wirtschaftsraum zu sorgen. Strategische Überlegungen zur Sicherung bzw. Attraktivitätssteigerung sind ebenso erforderlich wie ein Ladenleerstandsmanagement. Nicolas Begeré Karl Birlenbach GmbH & Co., Limburg Mitglied der Vollversammlung, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses Die Funktion der Innenstadt oder des zentralen Ortsbereiches als Stätte des Austausches und der Netzwerkpflege muss gestärkt werden, um Handel und Dienstleistungen in den Zentren attraktiv zu halten und neue Geschäftsmodelle entwickeln zu können. Vor der Planung jedoch steht die Ideenfindung. Zukunftsweisende Entwicklung von Städten und Gemeinden sollte sich auf Kooperationen stützen und Betroffene zu Beteiligten machen. Verständnis von Politik und Verwaltung sowie den Gewerbetreibenden aus den Zentren für die Sachzwänge des anderen erleichtert dabei die Zusammenarbeit. Und umso früher man gemeinsam aktiv ist, desto eher lassen sich auch Entwicklungen vermeiden, die später kaum noch zurückgedreht werden können. Nicolas Begeré August 2014 September

4 Christian Heuchemer Heuchemer Verpackung Miehlen Frank Diefenbach Sarah Unterstab Weil die Naspa mein Geschäft versteht. Vertrauen und Partnerschaft gehören für Sie zum Geschäft. Deshalb hören wir genau hin, wenn Sie uns von Ihren Plänen und Zielen erzählen. Profitieren Sie von geprüfter Beratungsqualität, exzellentem Komfort und vernetzten Lösungen für alle Ihre betrieblichen und privaten Finanzthemen. Vereinbaren Sie einfach einen persönlichen Termin mit Ihrem Naspa-Firmenkunden-Berater unter 0611/364-0 oder

5 Wirtschaft in Mittelnassau Inhaltsverzeichnis 6 Der Einzelhandel hat eine prägende Funktion für Innenstädte und Ortszentren. 14 Der Limburger Gründertag 2014 findet am 1. Oktober in der ehemaligen PPC-Schule statt. 33 Foto: IHK Limburg Foto: Kim Haney / Marienschule Limburg Kurzmeldungen f. Schwerpunktthema Handeln für Städte und Gemeinden: Standortqualität sichern durch attraktive Zentren f. Stadt- und Handelsentwicklung in Limburg und Weilburg f. Stadtentwicklung für den Handel f. Für die Praxis Industrie 4.0 für die Zukunft gerüstet sein Limburger Gründertag IHK-Weiterbildungskalender f. Das Einmaleins der Pressearbeit Aus den Unternehmen 1a-Titel für Elzer Handel Focus Industrieautomation mit neuem Sicherheitsmanagement Sicherheitspartnerschaft der Edgar Graß Spedition mit Singapur Global Flash investiert in die Zukunft Urkunden f. Aus der Region FDP-Landesvorsitzender zu Gast bei der IHK Limburg Erfolgreiche IHK-Abschlussprüfungen in den Hotel- und Gaststättenberufen Parlament der Wirtschaft beschließt WiPos und EuPos Große Unterschiede bei Wasserpreisen der Kommunen Ältere Arbeitnehmer: Da ist ein Wort noch ein Wort! Heimische Wirtschaft lernt mögliche Azubis kennen Basics in Business praxisnah und exzellent Neues aus Berlin und Brüssel Unternehmer vorgestellt Julia Johanna Häuser aus Limburg-Dietkirchen Verlags-Sonderveröffentlichung Recht und Steuern ff. Bekanntmachungen ff. 20 Schülerinnen der Marienschule erhielten ihre Basics in Business -Zertifikate. Titelbild: Wolfgang Siewert, Bonn IHK-Service f. Impressum August 2014 September

6 Kurzmeldungen Wirtschaft in Mittelnassau Drittes Unternehmerforum Tourismus Am 1. Dezember 2014 findet von 15 bis 17 Uhr das dritte Unternehmerforum Tourismus in der IHK Limburg statt. Ziel ist es, den heimischen Unternehmen eine Informations- und Austauschmöglichkeit zu aktuellen Themen der Gastronomie und des Tourismus zu bieten. Eingeladen sind vor allem Unternehmen aus dem Beherbergungsbereich, der Gastronomie, Camping, Reisebüros, Reiseveranstalter und Omnisbusunternehmen. Als Schwerpunktthema steht in diesem Jahr u.a. auf dem Programm: Gasthaussterben in Hessen Zukunft eines Kulturgutes. Ein detailliertes Programm wird noch erstellt. Interessenten können sich den Termin notieren und sich mit einer Nachricht an die folgenden adresse für die Zusendung einer Einladung vormerken lassen: limburg.ihk.de. Bundesweite IHK-Lehrstellenbörse Newsletter Metropolregion Jetzt anmelden! Was bieten die IHKs in der Metropolregion FrankfurtRheinMain den Unternehmern, Existenzgründern und Azubis? Das erfahren Sie im neuen Online-Newsletter Metropolregion des IHK-Forums Rhein-Main. Der Newsletter erscheint halbjährlich und informiert über bevorstehende Veranstaltungen und wichtige Wirtschaftsthemen für die Region Frankfurt- RheinMain. Erfahren Sie, welche Angebote Nach dem Motto Nicht suchen, sondern finden macht es die IHK-Lehrstellenbörse mit erweiterten Funktionen möglich, nach Ausbildungsplätzen und Dualen Studienplätzen in bestimmten Regionen zu suchen. Daneben gibt es Informationen zu den Berufen wie Steckbriefe, Videos und Fotos. Auch denjenigen, die noch nicht wissen, welchen Beruf sie wählen sollen, kann die Lehrstellenbörse helfen: Im Talentecheck können sie Interessen auswählen und sich dazu die passenden Berufe anzeigen lassen. Die Lehrstellenbörse gibt es auch als App für Android und ios-geräte: die verschiedenen IHKs in der Metropolregion FrankfurtRheinMain für Sie haben. Der Newsletter kann abonniert werden unter: https://login.mailingwork.de/-lp/6jgb65664/ XPVzL1. Nach dem Erscheinen ist er eingestellt auf einer neuen Seite des IHK-Forums Rhein-Main unter: Fördermöglichkeit von Innovationen Der Startschuss für eine gemeinsame, bundesweite Infomationsinitiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und der KfW Bankengruppe ist Ende Mai gefallen. Ziel ist es, mittelständischen Unternehmen sowie Finanzierungsberater über die Fördermöglichkeiten im Bereich Innovationen und Energieeffizienzmaßnahmen zu informieren. Durch die gemeinsame Initiative bringen KfW und DIHK Mittelständler und deren wichtigste Berater bei den Kammern vor Ort zusammen. IHK-Ansprechpartnerin in der Innovationsund Technologieberatung der hessischen IHKs: Patricia Kracht, Tel.: , Hessen fördert Marktzugang im Ausland Die Hessische Landesregierung unterstützt mit ihrem Auslandsmesseprogramm den Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen auf Auslandsmärkten. Die Förderung gliedert sich in die zwei Bereiche Gruppen- und Einzelförderung und offizielle Landesbeteiligungen. Eine Übersicht finden Sie unter messen/foerderung_hessen/index.html. IHK-Ansprechpartnerin für Informationen und Anträge: Almuth Hohlwein, Tel.: , Ich engagiere mich in der IHK, weil... mir meine Tätigkeit im Industrieausschuss die Möglichkeit gibt, über den Tellerrand zu schauen. Der Meinungs- und Ideenaustausch mit anderen Unternehmen aus der Region, der sich bei der IHK ergibt, ist mir wichtig und das nicht nur innerhalb unserer Branche. Wir sind stets froh darüber, von anderen IHK-Mitgliedern neue Impulse zu bekommen oder ihnen Anregungen geben zu können. Michael M. Reiter Geschäftsführer der Deutschmann Automation GmbH & Co. KG in Bad Camberg und Mitglied im Industrieausschuss der IHK Limburg seit August 2014 September 2014

7 Wirtschaft in Mittelnassau Kurzmeldungen In der Probezeit kracht es am häufigsten Etwa jeder vierte neu abgeschlossene Ausbildungsvertrag wurde zuletzt vorzeitig gelöst (siehe Grafik oben). Mit Blick auf den künftigen Fachkräftebedarf ist das ein großes Problem für betroffene Betriebe. Besonders kritisch sind die ersten Monate. Ein Drittel aller Vertragslösungen entfällt auf die Probezeit. Im weiteren Verlauf des ersten Ausbildungsjahres kommt nochmal ein knappes Drittel hinzu. Die deutlich höchste Abbruchquote gab es 2012 mit rund 32 Prozent wieder im Handwerk. Demografie verändert hessischen Tourismus Weniger Übernachtungen, mehr Städtereisen: Angesichts der Bevölkerungsentwicklung muss sich die hessische Tourismuswirtschaft auf zunehmenden Wettbewerb einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Für ganz Hessen wird ein Minus von rund Übernachtungen bis 2025 (2013: ca. 30,3 Millionen Übernachtungen) prognostiziert. Tagesgeschäftsreisen sollen um rund 4,1 Millionen (7 Prozent) abnehmen. Der Verlust an touristischen Bruttoumsätzen kann bis zu 475 Millionen Euro erreichen. Die Nachfrage nach Städtereisen wird im Gegenzug wachsen. Gleichzeitig wird sich ein Mangel an Fachpersonal einstellen. Die Studie bemängelt zudem, dass viele Betriebsinhaber zu spät mit der Suche nach Nachfolgern beginnen. Quelle: https://wirtschaft.hessen.de//presse/ pressemitteilung/weniger-uebernachtungen-mehr-staedtereisen-demographie-veraendert-hessischen. Gesucht: die beste Website Hessens Sie halten Ihre Website für die beste in Hessen? Dann melden Sie sich noch bis zum 15. September für die Teilnahme am Hessischen Website Award 2014 an. Kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Hessen sind eingeladen zu zeigen, dass der Mittelstand im Internet überzeugen kann mit dem richtigen Content und Webdesign, mit gelungener Zielgruppenansprache und hoher Nutzerfreundlichkeit. Anmeldemöglichkeit beim Ausrichter BIEG Hessen unter: Weitere Nachrichten unter: August 2014 September

8 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Foto: Stadt Weilburg an der Lahn Handeln für Städte und Gemeinden Standortqualität sichern durch attraktive Zentren Städte und Gemeinden brauchen lebendige Zentren. Sie sind als Aushängeschilder ein wichtiger Standortfaktor der Kommunen, dienen als Identifikationskerne für ganze Regionen und sind für die gesamte Wirtschaft wichtig. Für die Entwicklung der Innenstädte und Ortszentren hat der Einzelhandel eine besondere Bedeutung. Neue Standorte und Vertriebsformen führen jedoch zu erheblichen Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft und somit im Stadtbild. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen aller Partner, die Zentren zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Innenstädte und Ortszentren müssen aufgrund ihrer raumplanerisch herausgehobenen Position eine Reihe von bedeutenden Funktionen bündeln und damit umfangreiche soziale und technische Strukturen für ihre Umgebung vorhalten und weiterentwickeln. Sie haben eine tragende wirtschaftliche Bedeutung und müssen für Akteure aus Dienstleistung, Gewerbe, Handel oder Industrie als Wirtschaftsraum attraktiv sein. Zugleich sind sie aber auch Wohn-, Freizeit-, Kultur-, Bildungs- und Arbeitsraum für Bürger und Gäste. Zudem müssen Standorte in den Zentren von Städten und Gemeinden gut erreichbar sein das gilt für den Lieferverkehr, für den Zugang mit öffentlichen Verkehrsmitteln genauso wie für die individu-elle Erreichbarkeit. Neben der Multifunktionalität müssen die Zentren aber auch dem äußeren Erscheinungsbild mit einem attraktiven städtebaulichen Umfeld Rechnung tragen. Sie müssen gepflegt werden, um Leerstand und Verödung vorzubeugen. Herausforderung Stadtentwicklung Zugleich sehen sich Städte und Gemeinden konfrontiert mit demografischen Prozessen wie Bevölkerungsrückgang, Alterung und Migration oder auch mit einem wirtschaftlichen Strukturwandel. Manche Zentren sind mehr durch leer stehende Wohnungen und Ladenzeilen geprägt denn durch Lebendigkeit. Entspannte Wohnungsmärkte auf der einen Seite und Verdrängungstendenzen aufgrund hoher Mieten in unmittelbarer Nachbarschaft auf der anderen Seite stellen die Kommunen vor schwierige Steuerungsaufgaben. Da Städte und Gemeinden aufgrund ihrer Größe und regionalen Lage sehr unterschiedliche Entwicklungsvoraussetzungen haben, sind für die Stadtentwicklung (Stadtentwicklung steht im Folgenden synonym für die Entwicklung von Städten und Gemeinden) bei zunehmender Finanzknappheit individuelle Lösungen gefragt. 6 August 2014 September 2014

9 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema Zentren als Orte des Handels Traditionell sind Innenstädte und Ortszentren Stätten des Handels. Die gesellschaftliche Aufgabe des Handels ist die Grundversorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Neben dieser Versorgungsaufgabe erzeugt der Einzelhandel in den Innenstädten und Ortszentren aber außerdem Bedingungen wie Dichte, Frequenz und Mischung. Von seiner Magnetfunktion profitieren auch andere Nutzungen wie Gastronomie und Hotellerie, Freizeit und Kultur oder Dienstleistungsbetriebe. In der Regel trägt die Vielfalt an Geschäften zur Lebendigkeit der Innenstädte und Ortszentren bei. Der Einzelhandel hat daher auch eine stadtbildende Funktion. Städtisches Leben, urbane Attraktivität und Multifunktionalität oder die Lebendigkeit der Zentren und ein entsprechendes Sortiment sind ohne Einzelhandel nur schwer vorstellbar. Verschiedene Entwicklungen jedoch führen dazu, dass sich das Verhältnis von Städten und Einzelhandel verändert hat. Innenstädte und Handel im Wandel Durch den intensiven Wettbewerb im Handel entstehen neue Vertriebsformen, die traditionelle Betriebe unter Druck setzen. So gewinnt der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel an Gewicht und dieser muss seine Position durch zum Beispiel Erlebniseinkauf mit entsprechender Atmosphäre in den Innenstädten verteidigen. Zeitgleich führt der Strukturwandel zu geringeren Umsatzrenditen, einer starken Unternehmens- und Umsatzkonzentration sowie einer enormen Flächenexpansion. Aufgrund der Leitfunktion des Handels für die Zentren schlagen seine Dynamik und der Verdrängungswettbewerb auch auf die Städte und Gemeinden durch. Shopping-Center auf der grünen Wiese am Stadtrand konkurrieren mit gewachsenen Innenstädten, entziehen ihnen Kaufkraft und entwerten auf diese Weise häufig einen Teil der gewachsenen Geschäftslagen. Aber auch innerorts siedeln sich großflächige Einkaufszentren an, die mit ihrer Anziehungskraft die Kundenfrequenz auf den Straßen senken, Laufwege verändern und dadurch die Attraktivität anderer Lagen mindern können. So differenzieren sich ebenfalls innerhalb der Zentren die Einkaufslagen in 1a- und 1b-Lagen, die sich auch in den Mietpreisen stark unterscheiden. Vor allem in den 1a-Lagen folgen traditionellen mittelständischen Fachgeschäften häufig sogenannte Franchiser und Einzelhandelsketten mit höheren Flächenumsätzen. Aber auch der Verlust von Kauf- und Warenhäusern stellt die Zentren vor große Aufgaben. Besonders Kleinund Mittelstädte sind betroffen, wenn das einzige Kaufhaus als Ankerpunkt der Innenstadt geschlossen wird. Verstärkt wird dieser Wettbewerb im Handel noch durch den Standortwettbewerb der Kommunen untereinander. Umlandgemeinden, Unter-, Mittel- oder Oberzentren akquirieren Handelsbetriebe mit regionalem Aktionsradius und verändern dadurch Verkehrs- und Kaufkraftströme. Die Folgen aus diesem Zusammenhang zwischen Innenstadt, Einzelhandel und Stadtentwicklung: Der innerstädtische inhabergeführte Einzelhandel ist gefährdet und damit der Abwechslungsreichtum und die Attraktivität der Innenstädte. Mit zunehmender Uniformität der Zentren steht nicht nur die Individualität der Zentren infrage, sondern auch deren ökonomische Grundlage sowie die flächendeckende Grundversorgung der Bürger. Das Verhältnis von Innenstadt, Einzelhandel und Stadtentwicklung muss aktiv gesteuert werden. Potenziale erkennen und lenken Um die anstehenden Herausforderungen bestmöglich bewältigen zu können, braucht der Handel ein attraktives Umfeld in Form einer vielfältigen Innenstadt bzw. eines lebendigen Ortszentrums. Diese entstehen jedoch nicht zufällig. Ihre Entwicklung muss von den Kommunen mittels einer integrierten Stadtentwicklungspolitik, die dem Einzelhandel als wichtigen Bestandteil besondere Beachtung schenkt, geplant sowie räumlich, zeitlich und inhaltlich gesteuert werden. Solche Handlungskonzepte für die Entwicklung von Innenstadt und Einzelhandel zeigen auf Basis der vorhandenen Strukturen die mittelfristigen Potenziale und Leitlinien für die zukünftige Entwicklung auf und verhindern Fehlentwicklungen. Zugleich schaffen sie mittels transparenter und verbindlicher Rahmenbedingungen Planungssicherheit für ansässige Unternehmen sowie interessierte Investoren und sind die Basis für einen fairen Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern. Damit es nicht bei einer Momentaufnahme bleibt, sollten die Konzepte regelmäßig evaluiert und so flexibel gestaltet werden, dass sie weiterentwickelt werden können. Was Städte und Gemeinden tun können Ziel der Stadtentwicklung sollte es sein, den kleinteiligen inhabergeführten Einzelhandel in den Zentren zu stärken, die Angebotsvielfalt zu sichern und darüber hinaus auch die Nahversorgung der gesamten Bevölkerung zu sichern. Um die stadtbildende Kraft des Einzelhandels aufrechtzuerhalten, sind die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen für Handel und Gewerbe sowie die gezielte Lenkung der Einzelhandelsentwicklung für einen attraktiven Betriebsformenmix von herausragender Bedeutung. Dazu braucht es die Kooperation aller Akteure. Politik und Verwaltung sollten die Diskussion über die zukünftige Stadtentwicklungspolitik gemeinsam und auf Augenhöhe mit Bürgern und Wirtschaft partnerschaftlich gestalten. Aus Betroffenen sollten Beteiligte werden. In einer verbesserten Kooperation mit privaten Interessen liegen noch erhebliche Potenziale. Die Aufgabe, attraktive Innenstadtlagen sicherzustellen, sollten die Kommunen aktiv durch Liegenschaftspolitik, Bebauungspläne, Gestaltungssatzungen und städtebauliche Aufwertungen wahrnehmen. Dabei sind die Potenziale der 1b-Lagen in vielen Innenstädten bisher zu wenig erschlossen und bieten aufgrund geringerer Mieten besondere Chancen durch eine abwechslungsreiche Mischung aus inhabergeführtem Einzelhandel, Gastronomie und Kultur. In ihrer Flächenpolitik sollten die Kommunen zudem bei der Ansiedlung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben deren Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche noch stärker beachten. Bei innerstädtischen Einkaufszentren ist deren Integration in Bezug auf Lage, bauliche Gestalt, Größe und Öffnung zum öffentlichen Raum zu verbessern. Gleichzeitig sind Konzepte für leer gefallene Kauf- und Warenhäuser zu entwickeln. Da Kunden nicht an den Grenzen von Städten und Gemeinden Halt machen, sind nicht zuletzt interkommunale Einzelhandelskonzepte sinnvoll, die eine übergeordnete Steuerung gewährleisten. Sie sollten durch eine konsequente Landes- und Regionalplanung unterstützt werden. August 2014 September

10 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Stadt- und Handelsentwicklung in Limburg und Weilburg Innenstädte stehen in verschiedenen Bereichen vor großen Herausforderungen. Zugleich hat der Einzelhandel eine prägende Funktion für die Zentren. Über Strategien und Maßnahmen der Stadtentwicklung und zur Steuerung der Einzelhandelsentwicklung in ihren Städten sprechen im Interview Martin Richard, Bürgermeister der Stadt Limburg an der Lahn, sowie Hans-Peter Schick, Bürgermeister der Stadt Weilburg an der Lahn. Foto: Stadt Limburg an der Lahn Foto: Stadt Weilburg an der Lahn Was zeichnet Ihre Stadt in der Region besonders aus als Ort zum Leben und Arbeiten für Bürger sowie als Standort für Unternehmen? Martin Richard: Die Kreisstadt Limburg an der Lahn bietet ihren Einwohnern, den ansässigen Unternehmen und den dort beschäftigten Arbeitnehmern alles, was das Leben und Arbeiten angenehm macht: Sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, ein umfassendes Schul- und Kindergartenangebot, regional bekannte Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie eine vielfältige Gastronomie. Das bekannte und einzigartige Ambiente der Altstadt und des Limburger Doms machen das Leben in Limburg so besonders. Herausragend ist zudem das Angebot an Veranstaltungen wie der Galanacht der Klassik, den Rheingauer Weintagen, den Summer Games oder dem Limburger Oktoberfest. Unsere Rolle als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums nehmen wir in vielen Bereichen wahr: Schule, Verwaltung, Versorgung (mit einer der höchsten Einzelhandelskennziffern bundesweit) und Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen. Martin Richard Bürgermeister der Stadt Limburg an der Lahn Hans-Peter Schick: Die Stadt Weilburg an der Lahn ist ein hochwertiger Lebensraum. Natur und Landschaft einerseits, herausragendes Kulturleben und 14 bedeutende Bildungseinrichtungen sind ebenso Säulen der Attraktivität Weilburgs wie die sozialen Angebote und Möglichkeiten sowie die herausragenden Leistungen der Wirtschaftswelt. Die Verkehrsinfrastruktur konnte für Menschen und Wirtschaft mit Oberlahnbrücke, Mühlberg-Tunnel, Ahäuser Brücke und der Brücke Weilburg-West deutlich verbessert werden; andererseits gewährleisten City-Bus, Lahntalbahn und der ÖPNV insgesamt eine gute Mobilität vor Ort. Außerdem nimmt die Stadt Weilburg eine zentrale Brückenfunktion im Lahntal wahr und garantiert auch so die Zusammenarbeit mit Kommunen im Lahn-Dill-Kreis. Wir leben und gestalten über 30 interkommunale Kooperationen in der Region und darüber hinaus. Für die Oberlahn-Region ist Weilburg der zentrale Bildungsstandort und ein wesentlicher Arbeitsplatz, bei dem die Zahl der Berufseinpendler die Zahl der Berufsauspendler übersteigt, sowie ein beliebter Ort für Freizeiterlebnisse. Hans-Peter Schick Bürgermeister der Stadt Weilburg an der Lahn Welches sind die bedeutendsten sich verändernden Rahmenbedingungen und die größten Herausforderungen für Ihre Stadt? Richard: Auch wenn wir den Schuldenabbau seit 1998 kontinuierlich vorantreiben und wir derzeit die Kommune im Landkreis mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung sind, können wir vor dem Hintergrund des Finanzausgleichs nicht alles so gestalten, wie wir uns das wünschen. Der laufende Haushalt weist nach wie vor einen Fehlbetrag auf. Was die veränderten Rahmenbedingungen in der Gesellschaft betrifft, sind wir gut gerüstet: Dies gilt sowohl für die Kinderbetreuung, bei der wir über dem Soll liegen, als auch für die Wohnsituation und Versorgung älterer Menschen, auf die schon frühzeitig reagiert wurde und für die weiterhin neue Angebote in der Innenstadt und in den Stadtteilen entstehen. Positive Signale sind weiterhin die steigende Zahl der Arbeitnehmer vor Ort, die steigende Zahl der Menschen, die nach Limburg zur Arbeit pendeln und zu guter Letzt die ansteigende Einwohnerzahl mit derzeit (Stand ). Schick: Die regionale Wettbewerbssituation für den Einzelhandel verschärft sich zusehends: Forum und IKEA in Wetzlar, Dietkircher Höhe und ICE-Gebiet am Stadtrand in Limburg, FOC in Montabaur sowie die Ansiedlung von Märkten in der ländlichen Fläche. Bei der Stärkung des Wirtschaftsstandortes fehlt immer wieder die erforderliche Unterstützung durch Land und Landkreis aber auch durch die IHK, insbesondere im Vergleich mit den größeren Standorten im Lahntal. Die Stadtfinanzen werden durch die Umlagen nach oben sowie die Kosten für den Betrieb der Kindertagesstätten zu sehr eingeschränkt, Finanzmittel für eine offensive Wirtschaftsförderung und Attraktivitätssteigerung des Standortes gehen so zusehends verloren. Der Wettbewerb der Standorte wird spürbar härter. Haben Sie ein Stadtentwicklungskonzept, um für die Funktionsvielfalt der Stadt als attraktiver Wirtschaftsraum zu sorgen? Richard: Im Jahr 2010 wurde ein integriertes Handlungskonzept, bestehend aus einem Ein- 8 August 2014 September 2014

11 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema zelhandels- und Innenstadtkonzept im Rahmen des Förderprogramms Aktive Kernbereiche in Hessen durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Darunter fällt beispielsweise die Umgestaltung der Innenstadt unter dem Namen Räume Verbinden Quartiere, die wir seit zwei Jahren konsequent umsetzen und die man sich auf der Bahnhofsstraße und dem vorderen Teil der Werner-Senger-Straße bereits anschauen kann. Schick: Die Stadt Weilburg setzt auf die Entwicklung der Stadtdurchfahrt B 456 hin zu einer Entwicklungsachse sowie auf das Zusammenwachsen der Stadtteile Waldhausen-Weilburg-Kubach hin zu einem leistungsstarken Stadtzentrum und auf die Nutzung aller dazwischenliegenden Möglichkeiten und damit auf Verdichtung sowie die weitere Urbanisierung innerhalb des Kernbereiches der Stadt Weilburg mit ihren elf Stadtteilen. Nach der Schaffung der qualifizierten Verkehrsinfrastruktur liegt unser Schwerpunkt nun auf der Schaffung attraktiver Wohnangebote sowie auf dem Ausbau des Wirtschaftsstandortes durch Förderung der bestehenden Gewerbebetriebe und der Ansiedlung neuer Betriebe. Wesentlich dabei ist die Stärkung des bereits sehr guten Bildungsstandortes und der Ausbau der Zusammenarbeit von Bildung und Wirtschaft. Wie stärken Sie die Innenstadt als Standort mit einem vielfältigen und dichten Angebot? Richard: Neben der zukunftsweisenden Neugestaltung der Innenstadt ist uns das Konzept der Verbindung der Altstadt, der Innenstadt und des Einkaufszentrums WERKStadt wichtig. Jeder Teil hat seine eigene Berechtigung und seine eigene Funktion. Durch die baulichen Maßnahmen möchten wir die Verzahnung vorantreiben, durch Veranstaltungen und Aktionstage der Einzelhändler locken wir potenzielle Käufer in die Stadt. Dankbar bin ich auch für die Schaffung zahlreicher neuer Parkplätze durch private Investoren. Schick: In den letzten zwanzig Jahren hat die Stadt Weilburg außer der Stadthalle alle öffentlichen Einrichtungen, Straßen und Plätze sowie Parkplätze qualifiziert und ausgebaut. Seit 1975 haben wir gemeinsam mit Bund und Land eine engagierte Städtebauförderung mit insgesamt 38 Millionen Euro an Fördermitteln für die Altstadtentwicklung aufgestellt. Unser städtisches Ortskernprogramm leistet wesentliche Beiträge zur Nutzung von Leerständen für Gewerbe und für Wohnen. Der Erhalt einer Kindertagesstätte, Angebote für Senioren, Ärzteversorgung haben einen hohen Stellenwert. Flächen- und Leerstandsmanagement stehen täglich auf der Tagesordnung des Rathauses. Eine zentrale Position nimmt zudem das touristische Wirken ein, denn touristische Arbeit dient der Bevölkerung und den Gästen. Ein sehr ansprechendes Veranstaltungsprogramm bringt die Menschen in die Alt- und Innenstadt, die Publikation Weilburg live ist dabei ein wesentlicher fördernder Faktor. Entscheidend ist auch die wunderschöne Schlossanlage. Vielfältiges ehrenamtliches Engagement fördert ebenfalls die Altstadt unterstützt und begleitet von der Stadt. Wie fördern Sie den Einzelhandel, der für attraktive Innenstädte besonders wichtig ist? Richard: Die Leitziele unseres Einzelhandelskonzepts geben eine Definition der nahversorgungs-, innenstadt-, und nicht-innenstadtrelevanten Sortimente vor. Für uns heißt das, dass der innenstadtrelevante Einzelhandel auch in der Limburger Innenstadt zu finden ist und die WERKStadt ein Ergänzungsstandort ist, der den Branchenmix in der Innenstadt sinnvoll ergänzt und Platz für den Einzelhandel hat, der aufgrund der baulichen Strukturen in der Innen- und Altstadt nicht zu integrieren wäre. Außerhalb der Innenstadt sind wir um eine Steuerung der Einzelhandelsentwicklung mit Augenmaß bemüht wie die aktuellen Diskussionen um eine Baumarktansiedlung im ICE- Gebiet zeigen. Schick: Anliegen unserer Stadt ist es, die Sortimentslücken in der Alt- und Innenstadt weiter zu schließen ebenso wie schrittweise die Leerstände in den Bereichen Handel und Wohnen. Durch bauliche Maßnahmen verzahnen wir Altstadt, Innenstadt und das Einkaufszentrum WERKStadt. Von zentraler Bedeutung ist es aber auch, die Leistungen und Angebote der bestehenden Wirtschaftswelt in der Alt- und Innenstadt bekannter zu machen. Stadtsanierungsmittel, Ortskernförderprogramm, Bereitstellung und Vermarktung städtischer Flächen, Flächen- und Leerstandsmanagement sind hier als Maßnahmen zu nennen. Auch konkrete gewerbliche Vorhaben wurden und werden durch städtische Gelder und qualifizierte Parkplatzregelungen gezielt gefördert. Neun Jahre lang hat die Stadt Weilburg die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel am Stadtrand zum Schutz der Innenstadt abgelehnt; die regionale Entwicklung hat uns jetzt zur Abkehr von diesem Weg gezwungen, damit die Stadt ihrem Versorgungsauftrag für die Bevölkerung nachkommen kann und wettbewerbsfähig bleibt. Wie binden Sie Bürger und gewerbliche Wirtschaft in Ideenfindung und Planung Ihrer Stadtentwicklung ein? Richard: Vor dem Beschluss des Konzepts im Jahr 2010 haben wir mehrere Workshops mit Gewerbetreibenden, Anwohnern und interessierten Bürgern durchgeführt und ihre Ideen in das Konzept einfließen lassen. Seitdem treffen sich Mitglieder des CityRings und des Altstadtkreises alle drei Monate mit der Verwaltung zu einem Austausch über die weitere Entwicklung des Konzepts. Im aktuellen Beispiel der Stadtentwicklung Bewerbung Landesgartenschau 2022 haben wir bislang eine Bürgerversammlung und zwei Bürgerwerkstätten durchgeführt, die leider nicht so stark besucht waren wie erhofft, aber bei der viele Ideen gesammelt und gute Diskussionen geführt werden konnten. Schick: Mit der Arbeitsgruppe Masterplan für wesentliche Bereiche der Kernstadt, der intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Weilburger Wirtschaftswerbung, der Initiative Pro Oberlahn und dem Altstadtverein bestehen exzellente Foren für eine Zusammenarbeit von und mit Bürgerschaft und Wirtschaft, Bildung und Kultur. Garanten für die Zusammenarbeit vor Ort sind auch Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte. Der jährlich ausgelobte Weilburger Konradspreis erschließt Wege zu neuen Ideen für die Stadtentwicklung. Auch wirkt die Stadt regional mit im Lahntaltourismusverband, in der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil, in der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez und im Verein Mittehessen. August 2014 September

12 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Stadtentwicklung für den Handel Die Kommunen sollten bei der Stadtentwicklung ein besonderes Augenmerk auf den Einzelhandel legen, denn für lebendige Zentren ist er von zentraler Bedeutung. Was sich Händler von Politik und Verwaltung wünschen und was in den Rathäusern unternommen wird, welche Bedeutung der Einzelhandel hat, wie er gefördert wird und wie die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft funktioniert, darüber sprechen im Interview Daniela Kausch, Sprecherin der Werbegemeinschaft im Kur- und Verkehrsverein Bad Camberg, sowie Bianca Woidich, Vorsitzende des Gewerbevereins Hadamar Aktiv - Handel, Handwerk und Gewerbe. Welche Ziele sollten Stadtentwicklungspolitik und mit ihr verbundene Einzelhandelskonzepte generell haben? Daniela Kausch: Eine Stadt muss attraktiv für Bewohner, Beschäftigte und Besucher sein. Eine tragende Säule stellt der lokale Handel dar. Hier gilt es, die Vielfalt im Angebot und der Versorgung gezielt zu stützen und zu fördern, um die Innenstädte lebendig zu halten. Wir kennen alle die negativen Beispiele erhöhter Leerstände oder wenn die letzten Bäcker und Metzger schließen, Produkte des alltäglichen Lebens aus der Innenstadt verschwinden und Städte zu reinen Wohnstätten werden. Bei der Stadtentwicklung sollte die Erhaltung und Pflege der Zentren im Fokus stehen, da diese das Herz einer jeden Stadt darstellen. Ziel der Politik muss die Stärkung des lokal prägenden Handels mittels Erarbeitung von Modernisierungskonzepten und aktivem Leerstandsmanagement sein. Hierzu gehört etwa auch die Schaffung von Richtlinien und Empfehlungen für die gewerbliche Miete, Unterstützung bei Nachfolgeregelungen, Verkehrskonzepte, Nahversorgung, Ansprechpartner für Neuansiedlung, Ausweisung von Gewerbeflächen. Unter anderem liefern Einzelhandelskonzepte und -gutachten die Daten und Handlungsempfehlungen dafür. Daniela Kausch Sprecherin der Werbegemeinschaft im Kur- und Verkehrsverein Bad Camberg Foto: Daniela Kausch Bianca Woidich: Ich halte es für wichtig zu versuchen, das Interesse der Stadtpolitiker und der Gewerbetreibenden weitgehend aufeinander abzustimmen. Unser Gewerbeverein kann dabei eine Vermittlungsfunktion ausüben. Gemeinsam sollte dafür eingetreten werden, die Attraktivität der Stadt Hadamar sowie ihre Infrastruktur und Wohnqualität weiter zu gewährleisten und wo möglich zu verbessern. Außerdem sollten Handel und Industrie durch die Stadtentwicklungspolitik gefördert werden, so dass die Anwohner gerne bereit sind, hier ihre Einkäufe zu tätigen. Die Grundversorgung und ein entsprechendes Produktsortiment im Stadtzentrum sind dazu erforderlich. Die Politik muss den lokal prägenden Handel stärken. Was wird in Ihrer Stadt für die Entwicklung der Stadt und insbesondere des Zentrums unternommen? Kausch: In den letzten Jahren wurden von Seiten der Stadt Bad Camberg große Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung und zur Altstadtsanierung erbracht. Bad Camberg ist eine schöne familienfreundliche Stadt mit Spielplätzen, Bildungseinrichtungen, Bücherei, vielen Veranstaltungen und Schwimmbädern und hat einen hohen Freizeitwert durch die Lage im Goldenen Grund. Bianca Woidich Vorsitzende des Gewerbevereins Hadamar Aktiv - Handel, Handwerk und Gewerbe Foto: Bianca Woidisch Leider ist die Verkehrssituation auf der B8 zu einem Problem geworden. Dies wirkt sich auf die Wohnqualität an der Bundesstraße, die Vermietungssituation und auch auf den Handel aus. Das Genehmigungsverfahren für die Umgehungsstraße ist in Bearbeitung. Woidich: Hadamar ist eine familienfreundliche und vereinsreiche Stadt. Hierfür wurde in letzter Zeit auch viel investiert. Besondere Aufmerksamkeit haben dabei die Dorfgemeinschaftshäuser, Sportplätze, Dorferneuerungen als auch Radwege bekommen. Welche Bedeutung hat der Einzelhandel für die Stadt und welche Entwicklungen gibt es? Kausch: Der Einzelhandel in Bad Camberg ist sehr wichtig. Viele Fach-Einzelhandelsgeschäfte ziehen Kunden in die Stadt. Generell registrieren wir aber den steigenden Wettbewerbsdruck im Handel. Der Online-Handel wächst, die Kundenfrequenz in den Geschäften sinkt. Auch Beratungsklau macht uns zu schaffen. Filialisten drängen auf die grüne Wiese. In der Gemeinschaft der Einzelhändler, Gewerbe und Gastronomie im Kur- und Verkehrsverein (KVV) Bad Camberg beschäftigen wir uns mit den sich verändernden Rahmenbedingungen. Leider nicht immer mit 10 August 2014 September 2014

13 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema Erfolg: trotz Einwirkens von uns, wird großflächiger Einzelhandel an der Peripherie der Stadt angesiedelt. Diese Geschäfte wären in der Innenstadt benötigt worden. Nun ist zu erwarten, dass diese Frequenz im Stadtkern abziehen statt zu erhöhen. Woidich: Die Unternehmen in Hadamar sind zum großen Teil familiengeführte Betriebe. Viele von ihnen stehen vor der Situation, dass sie nach dem Generationswechsel nicht mehr weiter aufrecht erhalten werden können. Aber auch den Strukturwandel bekommen wir zu spüren. Der Online-Handel wächst stetig und Einkaufszentren am Stadtrand statt im Zentrum nehmen zu. Viele Unternehmer befürchten ein langsames Ausbluten der Innenstadt. Wie wird der Einzelhandel im Rahmen der Stadtentwicklung in Ihrer Innenstadt gesteuert und gefördert? Kausch: Seit einigen Jahren beteiligt sich Bad Camberg erfolgreich an der hessischen Innenstadt-Offensive Ab in die Mitte!. Als KVV und Werbegemeinschaft arbeiten wir gerne gemeinsam für unsere Stadt an solchen Projekten sowie Veranstaltungen mit. Dennoch wünschen wir uns ein höheres Gewicht der Stadtentwicklung. Wir brauchen einen Kümmerer auf Seiten der Stadt, der, losgelöst von Verwaltungsaufgaben, die Stadtentwicklung strukturiert und zielstrebig voraus denkt, Fördergelder beantragt und für Anliegen des Handels und Gewerbes ansprechbar ist. Zugleich sollte dieser Ansprechpartner sein in Bezug auf Neuansiedlung von Handel und Gewerbe, Förderung des Wichtig ist, dass die Anwohner bereit sein müssen hier einzukaufen. Dafür müssen sie jedoch auch vor Ort ihre Wünsche erfüllt bekommen. Die Strackgasse mit Festtafel in der Bad Camberger Altstadt. Tourismus in der Stadt und den Ausbau der Marke Bad Camberg. Woidich: Wichtig ist, dass die Anwohner bereit sein müssen hier einzukaufen. Dafür müssen sie jedoch auch vor Ort ihre Wünsche erfüllt bekommen. Deshalb müssen Gewerbeansiedlung, Dienstleistungen und Handwerksangebote erhalten oder entsprechend ausgebaut werden. Die Stadt sollte zudem intensiver am Leerstandsmanagment arbeiten. Außerdem sollten Förderungen und Sanierungen von älteren Gebäuden im Vordergrund stehen, um die Attraktivität zu erhalten Wir arbeiten gemeinsam mit der Stadtverwaltung für unsere Stadt. Foto: Stadt Bad Camberg Wie funktioniert in Ihrer Stadt die Zusammenarbeit von Unternehmen und Stadtverwaltung? Kausch: Als KVV und Werbegemeinschaft arbeiten wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung für unsere Stadt! Kontinuierlich finden Gespräche mit Bürgermeister Wolfgang Erk statt. Jährlich besuchen wir Gewerbetreibende mit ihm oder einem Vertreter einen vergleichbaren Kurort, um Ideen zu sammeln und vor Ort zu tagen. Ebenso werden wir bei zahlreichen Festen sowie der Begrünung und Bepflanzung der Stadt unterstützt. Der KVV engagiert sich für die Interessen der Unternehmen in Bad Camberg. Wir sind Ansprechpartner, Vermittler und Geschäftspartner. Bei vielen Festen sind wir Veranstalter. Seit vielen Jahren kümmern wir uns auch um die Weihnachtsverlosung, -beleuchtung sowie um die Stadt- und Kurparkverschönerung. Zur Verbesserung der Nahversorgung in der Innenstadt haben wir dieses Jahr u.a. einen Markt mit regionalen Produkten neu initiiert, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt. Der Bad Camberger Einkaufsgutschein der Werbegemeinschaft ist sehr erfolgreich und bindet das Geld in der Region. Die dieses Jahr erschienene Wiederauflage der Broschüre Einkaufen, Bummeln, Erleben gibt einen Einblick in die Geschäftswelt von unserer Stadt. Nicht zuletzt engagieren wir uns für das Projekt Barrierefreies Bad Camberg. Woidich: Die Zusammenarbeit mit unserer Stadt funktioniert seit geraumer Zeit sehr gut, insbesondere bei gemeinsamen Veranstaltungen wie Frühlingsmarkt und Stadtfest. Wünschenswert wäre, wenn Touristen im Rahmen ihrer Besichtigungen mehr in die Innenstadt gezogen würden. Sicherlich ist in der Vergangenheit an dieser Stelle einiges versäumt worden, was sich allerdings mittlerweile auf einem sehr guten Weg befindet. August 2014 September

14 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Wohin geht die Reise für den Handel? Eine aktuelle Umfrage des ECC Köln zeichnet ein Bild der Handelsbranche aus Sicht kleiner und mittlerer Unternehmen. Das ECC Köln hat in Kooperation mit 25 Industrie- und Handelskammern, darunter auch die IHK Limburg, rund 400 Einzelhändler befragt schwerpunktmäßig kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die über die Industrieund Handelskammern organisiert sind. Dabei zeigt sich: Aktuell betreiben sechs von zehn Händlern keinen eigenen Online-Shop und planen dies auch in Zukunft nicht. Haupthinderungsgründe sind der zeitliche Aufwand und die anfallenden Kosten. Rund acht Prozent der Händler sind dabei online gar nicht präsent und verfügen nicht einmal über eine Unternehmenswebsite. Obwohl knapp die Hälfte der befragten Händler in sozialen Medien aktiv ist insbesondere zur Verbreitung von Produktinformationen bleibt in Sachen Online-Präsenz des Einzelhandels also noch Luft nach oben. Auch der Frequenzrückgang im stationären Handel beschäftigt die kleinen und mittleren Händler. Schon jetzt beobachten 60 Prozent der Befragten mit Geschäftsstellen in Innenstädten eine rückläufige Kundenfrequenz. Unter den in Vororten ansässigen Händlern trifft dieses Problem rund jeden Zweiten. Die Mehrheit der Befragten plant jedoch aktiv zu werden, um auch in Zukunft Kunden ins stationäre Geschäft zu locken. Dabei setzen sie vor allem auf die Stärken des stationären Einzelhandels: Hochwertige Beratung sowie ein emotionales Einkaufserlebnis. Diese Services sehen die Studienteilnehmer als klaren Vorteil und blicken entsprechend positiv in die Zukunft: Rund 63 Prozent glauben nicht, dass Online-Shops dem stationären Handel in puncto Einkaufserlebnis zukünftig das Wasser reichen können. Mehr Infos zur Umfrage und einen Berichtsband finden Sie im Internet unter Foto: Alexander Vasilyev / istock / Thinkstock Industrie 4.0 für die Zukunft gerüstet sein! Im Rahmen des IHK-Jahresthemas Deutschland im Wettbewerb Gutes sichern. Neues wagen. laden die mittelhessischen Industrie- und Handelskammern interessierte Mitglieder am 3. November von 17 bis 21 Uhr zu der Veranstaltung Industrie 4.0 für die Zukunft gerüstet sein! in die Stadthalle Wetzlar ein. Die Industrie steht vor großen Herausforderungen, die vor allem durch Fortschritte der Informations- und Kommunikationstechnologien hervorgerufen werden. Hierfür steht der Begriff Industrie 4.0, der gleichzeitig ein Kernelement der Hightech-Strategie der Bundesregierung ist, um Deutschlands Zukunft als Produktionsstandort zu sichern. Die Umsetzung von Industrie 4.0 erfordert beispielsweise die vertikale Integration mit vernetzten Produktionssystemen in einem Unternehmen, ein durchgängiges Engineering über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes sowie die horizontale Integration von Geschäftsprozessen über Unternehmensgrenzen hinweg. Bei der Veranstaltung werden renommierte Experten mit Fachvorträgen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion die anstehenden Herausforderungen, Chancen und Risiken diskutieren und Lösungswege aufzeigen. Es handelt sich um eine Kooperationsveranstaltung von IHK- Verbund Mittelhessen, Technischer Hochschule Mittelhessen, ebusinesslotse Mittelhessen, TechnologieTransferNetzwerk Hessen, Studium Plus, XPlus sowie Hessen Trade und Invest. Anmeldung und weitere Informationen unter: oder in der Beratungsstelle für Technologietransfer Region Mittelhessen bei Andrea Bette, Tel.: , ihk.de. Ansprechpartner der IHK Limburg: Jan-Oke-Schoendlinger, Tel.: , 12 Juni 2014 Juli 2014

15 Wirtschaft in Mittelnassau Für die Praxis DANKE FÜR TÄGLICH NEUE WIRTSCHAFTSWUNDER. DANKE, MITTELSTAND, DASS WIR SIE MIT UNSEREM ALLFINANZANGEBOT UNTERSTÜTZEN DÜRFEN. Sie machen Deutschland stark. Sie fördern die Wirtschaft. Sie sorgen für Wachstum. Sie schaffen Arbeitsplätze. Wir sagen dafür Danke mit einem vielseitigen Allnanzangebot, optimiert für den Mittelstand. Erleben Sie Erfolgsgeschichten aus unserer Zusammenarbeit und entdecken Sie Ihre Möglichkeiten unter deutschland-made-by-mittelstand.de August 2014 September

16 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Limburger Gründertag 2014 IHK-Erklärfilme Auch in der Existenzgründung gilt der alte Spruch Aller Anfang ist schwer. Für die ersten Schritte und Kontakte bietet der diesjährige Gründertag am 1. Oktober 2014 in der ehemaligen PPC-Schule in Limburg eine wichtige Unterstützung. In Vorträgen, persönlichen Beratungsgesprächen und an Informationsständen können Gründungsinteressierte wichtige Informationen und Tipps für den Start in die Selbständigkeit erhalten. Nutzen Sie die Gelegenheit und knüpfen Sie erste Kontakte zu verschiedenen Institutionen, die Sie in Ihrem Gründungsvorhaben unterstützen. Der Gründertag wird veranstaltet von der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, der IHK Limburg, der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Limburg-Weilburg-Diez. IHK-Ansprechpartner: Jan-Oke Schöndlinger, Tel.: , limburg.ihk.de. Eine Reihe von kurzen Filmen informiert auf der Homepage der IHK Limburg über Aufgaben, Leistungen und Themenfelder der Industrieund Handelskammern. Was macht eigentlich eine IHK? Antworten auf diese und viele weitere Fragen geben die IHK-Erklärfilme. Sie stellen anhand von Beispielen aus der Praxis komplexe Zusammenhänge mit einfachen Worten und verständlichen Bildern kurz und unterhaltsam dar so dass sie jeder versteht. Bild: IHK24 e.v. Zu sehen gibt es Erklärfilme zu bislang folgenden Themen: IHK einfach erklärt Businessplan Duale Ausbildung Ehrenamtliches Engagement Ehrenamtliche Prüfer Existenzgründungsberatung IHK-Beitrag Ursprungszeugnis Vollversammlungswahl Die IHK-Erklärfilme sowie weitere Filme finden Sie auf der Startseite der Homepage der IHK Limburg unter Dienstleistungen für Industrie und Handel 14 August 2014 September 2014

17 Wirtschaft in Mittelnassau Für die Praxis BMW Financial Services Freude am Fahren ALLES FÜR IHR BUSINESS. ALLES AUS EINER HAND. ATTRAKTIVE ANGEBOTE VON BMW FINANCIAL SERVICES: BUSINESSLEASING PLUS VERSICHERUNG. Sie von den maßgeschneiderten Angeboten für Ihren Fuhrpark. Damit ist Ihr Unternehmen nicht nur schnell und komfortabel unterwegs, sondern auch sicher. AB 79,99 EURO VERSICHERUNGSRATE PRO MONAT* Lassen Sie sich jetzt bei Ihrem BMW Partner beraten. August 2014 September

18 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau IHK-Weiterbildungskalender September 2014 November 2014 Seminar Das Einmaleins der Pressearbeit 18. September 2014, 14 bis 18 Uhr Mit intelligenter Pressearbeit können sich kleine und mittelständische Unternehmen in Szene setzen. Doch wie gelingt der Weg in die Presse? Die Teilnehmer des Seminars lernen die regionale Medienlandschaft sowie Regeln und Ziele der Pressearbeit kennen. Sie erfahren wie Journalisten ticken und was sie brauchen. Das Seminar vermittelt außerdem, wie eine Pressemitteilung aufgebaut und geschrieben werden sollte. Veranstaltungsort: IHK Limburg, Walderdorffstraße 7, Limburg. Referent: Dr. Uwe Röndigs, Chefredakteur der Zeitungsgruppe Lahn-Dill, Teilnahmeentgelt: 85,00 Euro Seminar Umsatzsteuer bei internationalen Geschäftsvorfällen 13. Oktober 2014, 9 bis 16:30 Uhr Das Umsatzsteuerrecht wird immer komplexer und ist einem ständigen Wandel unterlegen. Es birgt für Unternehmer zunehmend steuerliche Risiken im In- und Ausland. Bei materiellen Fehlern, fehlenden bzw. fehlerhaften Belegen und Nachweisen, z. B. der Gelangensbestätigung (Gesetzesänderung zum 1. Oktober 2013) sowie Unkenntnis der internationalen Pflichten kann die Umsatzsteuer schnell zu einem Kostenfaktor werden, der die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens nachhaltig beeinflussen kann. Derartige Fehler lassen sich oft im Nachhinein (z.b. bei Aufdeckung im Rahmen einer Betriebsprüfung) nur noch schwer oder gar nicht mehr beheben. In dem Seminar werden die wesentlichen Grundlagen des Umsatzsteuerrechts erläutert und anhand zahlreicher Fallbeispiele auf Problembereiche der Praxis und aktuelle Rechtsänderungen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Sachverhalten, eingegangen. Es wird ausreichend Zeit zur Diskussion eigener Problemfälle gegeben. Veranstaltungsort: IHK Limburg, Walderdorffstraße 7, Limburg. Referentin: Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Iris Schaefer, Teilnahmeentgelt: 175,00 Euro Neuer Vorbereitungslehrgang auf die Ausbilderprüfung Start 31. Oktober 2014 Der Lehrgang vermittelt umfassende berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse, die wichtig sind für die Zusammenarbeit mit Auszubildenden und jungen Mitarbeitern im Berufsalltag und gleichzeitig auch unerlässlich für die Planung, Gestaltung und Durchführung der beruflichen Ausbildung. Inhalt: Allgemeine und rechtliche Grundlagen, Planung und Organisation der Ausbildung, Mitwirkung bei der Einstellung von Auszubildenden, Ausbildung am Arbeitsplatz, Förderung des Lernprozesses, Lernen und Ausbilden in der Gruppe, Abschluss der Ausbildung. Die Unterrichtstage sind im Zeitraum 31. Oktober 2014 bis 6. Dezember 2014, jeweils Freitag, von 7:45 bis 16 Uhr und Samstag, von 7:45 bis 13 Uhr. Das Lehrgangsentgelt beträgt 430,00 Euro zuzüglich ca. 50,00 Euro für Lehrmaterial. Im Anschluss an den Lehrgang besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an der Ausbilderprüfung. Die Prüfungsgebühr beträgt z. Zt. 170,00 Euro (nicht in den Lehrgangskosten enthalten). Seminar Praktische Zollabwicklung im Export Aufbauseminar 18. November 2014, 9 bis 16:30 Uhr Die Änderung der Rahmenbedingungen für die Vereinfachung Zugelassene Ausführer (Anmeldung ohne Gestellung der Ausfuhrwaren), die jetzt denen des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten entsprechen, sowie Verschärfungen im Außenwirtschaftsrecht fordern immer mehr eine qualifizierte Zollsachbearbeitung durch die Zollbeteiligten. Auch die neuen elektronischen Verfahren erfordern die Kenntnisse der Zusammenhänge. Nur wer die Systematik der vielfältigen Regelungen des Zoll- und Außenwirtschaftsrechts kennt und die Einhaltung der Zollvorschriften gewährleistet, kann künftig Vereinfachungen in Anspruch nehmen und damit auch Kosten senken. Ziel des Seminars Zollpraxis (Export) für Fortgeschrittene ist, den in der Zollabwicklung bereits geschulten Mitarbeitern mehr Hintergrundwissen bei Vereinfachungen und aktuellen Neuerungen zu vermitteln. Dabei sollen die Probleme der Praxis im Vordergrund stehen. Das Seminar richtet sich an Beteiligte, denen die Bewilligung Zugelassener Ausführer-(ZA) erteilt wurde bzw. auf Antrag noch erteilt werden soll und die nach der Bewilligung/Neubewertung in der Praxis mit den zahlreichen Auflagen umgehen müssen. Schwerpunktthemen werden die richtige Handhabung der Vereinfachung des IT-Systems ATLAS-Ausfuhr sowie des Ausfallkonzepts sein. Veranstaltungsort: IHK Limburg, Walderdorffstraße 7, Limburg. Referent: Dipl.-Finanzwirt (FH) Herbert Losekam, Zolloberamtsrat, Teilnahmeentgelt: 175,00 Euro Bitte beachten Sie: Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, in den Seminarräumen der IHK Limburg, Am Renngraben 7, Limburg, statt. Anmeldeunterlagen und weitere aktuelle Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen der IHK Limburg können unter im aktuellen Veranstaltungskalender eingesehen oder angefordert werden im IHK-Service-Center, Tel.: , Dieser Veranstaltungskalender stellt nicht alle Angebote der IHK Limburg dar. Den jeweiligen aktuellen Veranstaltungskalender finden Sie unter 16 August 2014 September 2014

19 Wirtschaft in Mittelnassau Für die Praxis IHK-Weiterbildungskalender September 2014 November 2014 Champions-Training 6 Seminare für Auszubildende: Mit Lerntechniken sicher in die Prüfung 19. September 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Während ihrer Ausbildungszeit werden die Auszubildenden eine ganze Reihe von Klassenarbeiten, die Zwischenprüfung und schließlich die Abschlussprüfung schreiben. Es erwartet sie ein umfangreiches Lernpensum, das zusätzlich zur Arbeitszeit zu bewältigen und rechtzeitig zu den Prüfungsterminen abrufbar ins Gedächtnis einzuprägen ist. Dieses Seminar bietet den Auszubildenden die Möglichkeit herauszufinden, welcher Lerntyp sie sind und welche Lerntechniken für sie ganz persönlich zum Erfolg führen. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro Umgangsformen, Stil und Dresscode 26. September 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Für den ersten Eindruck gibt es selten eine zweite Chance. Gerade für Auszubildende am Beginn ihres Berufslebens sind Außenwirkung und Selbstbewusstsein wichtige Themen. Das richtige Auftreten hilft, im Geschäftsleben Türen und Tore zu öffnen. Eine korrekte äußere Erscheinung sowie Höflichkeit und zeitgemäße Umgangsformen dienen dabei nicht nur der eigenen Karriere, sondern führen auch zu besseren Arbeitsleistungen im Team. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro p. P. Telefontraining Der gute Ton am Telefon 10. Oktober 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Etwa 80 Prozent aller Kundenkontakte finden per Telefon statt. Klar, dass der telefonische Kundenkontakt für jeden Auszubildenden auf dem Programm steht. Doch im Geschäftsleben gelten andere Regeln. Und plötzlich ist sie da, die Hemmschwelle vor dem Geschäftstelefonat. Das muss nicht sein. In diesem Telefontraining lernen die Auszubildenden, worauf es bei einem professionell geführten Kundentelefonat ankommt. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro p. P. Kommunikationstraining Richtig kommunizieren von Anfang an 17. Oktober 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Gesagt Getan! Schön, wenn Kommunikation so einfach wäre. Doch die Praxis gestaltet sich oft sehr viel schwieriger. Und das liegt daran, dass die meisten Menschen nicht wissen, wie Kommunikation richtig funktioniert. Gerade Auszubildende geraten deshalb häufig in unangenehme Konfliktsituationen. Richtig zu kommunizieren ist eine Kompetenz, die erlernbar ist. Auf der Basis der Kommunikationsgrundlagen erarbeiten die Auszubildenden in diesem Seminar verschiedene Techniken für eine bessere Kommunikationsfähigkeit. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro p. P. Kundenorientiertes Verkaufstraining 24. Oktober 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Das weiß ich nicht ich bin nur der Auszubildende. Dieses gerne von Auszubildenden benutzte Argument im Verkaufsgespräch wird nach diesem Training der Vergangenheit angehören. Wer erfolgreich in seinem angestrebten Beruf als Verkäufer sein will, der muss vor allem eines können: mit Überzeugung auftreten und verkaufen. Und beides kann man lernen. In praxisbezogenen Rollenspielen lernen die Auszubildenden moderne Verkaufstechniken kennen, die sie sofort erfolgreich bei ihrer Verkaufstätigkeit anwenden können. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro p. P. Kompetenztraining 31. Oktober 2014, 8:30 bis 12:30 Uhr oder 13:30 bis 17:30 Uhr Um im Job auf Dauer erfolgreich zu sein und auch in Zukunft mit Spaß und Engagement die Karriereleiter hoch zu steigen, sind Eigenschaften gefragt wie z. B. Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Die Auszubildenden erfahren, welche Wirkung diese Kompetenzen auf den eigenen Erfolg und den Erfolg des Unternehmens haben. Referentin: Gabriele Goldbach, Seminare für die Praxis, Eichenzell, Teilnahmeentgelt: 65,00 Euro p. P. August 2014 September

20 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Das Einmaleins der Pressearbeit Ihr Unternehmen leistet gute Arbeit, aber zu wenige wissen es? Eine besonders gute Maßnahme zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades kann die Erwähnung Ihres Unternehmens im redaktionellen Teil von Zeitungen und anderen Medien sein. Mit intelligenter Pressearbeit haben kleine und mittelständische Unternehmen die Chance, sich gegenüber dem Mitbewerb in Szene zu setzen. Am 18. September vermittelt Dr. Uwe Röndigs, Chefredakteur der Zeitungsgruppe Lahn- Dill, in einem Seminar von 14 bis 18 Uhr Tipps und Techniken für eine wirkungsvolle, erfolgreiche und nachhaltige Pressearbeit. Ansprechpartner für Informationen und Anmeldeunterlagen: Matthias Werner, Tel.: , ihk.de. Foto: Harald Richter / istock / Thinkstock Journalistisches Schreiben ist ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Entsorgungsdienstleistungen vom Spezialisten. Leistungsstark, nachhaltig, kosteneffizient. Transport und Entsorgung von Sonderabfällen Entleerung, Reinigung und Wartung von Öl- und Nächste Sprechtage der IHK Limburg Für Unternehmen und Gründer/-innen bietet die IHK gemeinsam mit Kooperationspartnern kostenfreie Beratung in persönlichen, individuellen Gesprächen. Rechtzeitige Terminvereinbarung ist erforderlich. Mehr unter de (Veranstaltungen) bzw. im Service- Center der IHK, Tel.: Abwasseranlagen PANSE WETZLAR Entsorgung GmbH An der Kommandantur Wetzlar Tel.: Fax: Regionaler Unternehmersprechtag 8. September 2014 Sprechtag Marketing und Vertrieb 10. September 2014 Sprechtag Unternehmensnachfolge 17. September 2014 Regionaler Unternehmersprechtag 3. November 2014 Sprechtag Unternehmensnachfolge 19. November 2014 Patent- und Erfindersprechtag 20. November 2014 Sprechtag Marketing und Vertrieb 26. November August 2014 September 2014

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