Wirtschaft in Mittelnassau

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1 Industrie- und Handelskammer Limburg Dezember 2014 Januar 2015 Wirtschaft in Mittelnassau IHK-Jahresempfang Wirtschaftspolitik muss in die Zukunft investieren Schwerpunktthema Ausbildung 2014/2015 Beitragsentlastung Grundbeiträge und Umlagehebesatz sinken in 2015 Weiterbildung Veranstaltungskalender 2015 Magazin der Industrie- und Handelskammer Limburg

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3 Wirtschaft in Mittelnassau Editorial Berufsausbildung: Herausforderung und Chance Die aktuelle IHK-Ausbildungsumfrage zeigt: die allermeisten heimischen Unternehmen sehen die Ausbildung junger Menschen als eine Invesitition in die eigene Zukuft, mit der sie Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen möchten. Zudem erachten viele die Berufsausbildung auch als eine gesellschaftliche Verpflichtung. Zugleich ist der Ausbildungsmarkt in Deutschland in Bewegung. Sinkende Geburtenzahlen, weniger Schulabgänger, der Trend hin zur akademischen Ausbildung und mancherorts auch die Abwanderung in andere Regionen führen dazu, dass es immer weniger geeignete Bewerber gibt. So kommt es bundesweit zwischen den Unternehmen mittlerweile zu einem regelrechten Wettbewerb um die besten Schulabgäger. Die heimische Wirtschaft stellt sich diesem Trend mit stabilen und zuletzt sogar gestiegenen Ausbildungverhältnissen noch entgegen. Doch auch unsere Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass sich der Ausbildungsmarkt von einem Arbeitgeber- zu einem Bewerbermarkt wandeln wird. Die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber ist hier ebenso wichtig wie die Einbindung der Ausbildung in ein langfristiges Personalmanagement. Zugleich müssen die Unternehmen schon frühzeitig nach ihrem Nachwuchs Ausschau halten. Reinhard Vohl Gesellschafter Acht & Vohl Verwaltung KG, Limburg Mitglied der Vollversammlung und Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses Weil die Auszubildenen von heute die Fachräfte von morgen sind, müssen die Unternehmen ihr Engagement in der Ausbildung weiter verstärken. Unter dem Motto Unternehmer machen Schule gibt es bereits zahlreiche Initiativen, bei denen alle gewinnen: Die Unternehmen lernen ihre potenziellen Fachkräfte von morgen kennen. Die Schüler erfahren, wie Betriebe funktionieren und werden bei ihrer beruflichen Entscheidung unterstützt. Die Schulen ergänzen ihren regulären Wirtschaftsunterricht und erweitern ihr Angebot zur Berufsorientierung. Wichtig ist aber auch, dass die Betriebe ihre Auszubildenden in die Berufsschulen schicken, damit diese dort das Fachwissen und die Kompetenzen erwerben, um erfolgreich eine Prüfung zu bestehen und als gut ausgebildetes Fachpersonal den Firmen zur Verfügung zu stehen. Die Ausbildung des Facharbeiternachwuchses im dualen System ist mit ihrer Kombination aus Theorie und Praxis einer unser Wettbewerbsvorteile im internationalen Vergleich. Ziel muss es daher sein, die Attraktivität und Karrierechancen der dualen Berufsausbildung in einem durchlässigen deutschen Bildungssystem noch stärker hervorzuheben. Reinhard Vohl Dezember 2014 Januar

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5 Wirtschaft in Mittelnassau Inhaltsverzeichnis 6 Foto: Lahntal Tourismus Verband e.v. Kurzmeldungen f. Umfrage IHK-Umfrage zum Tourismusstandort Limburg-Weilburg Schwerpunktthema: Ausbildung 2014/2015 Chancen und Herausforderungen f. Interview: Ausbilden für die Fachkräfte von morgen f. Duales Studium in sechs Schritten Ausbilden sichert Fachkräfte Der Tourismus im Landkreis kommt insgesamt voran. 8 Foto: Catherine Yeulet / istock / Thinkstock Für die Praxis Neue IHK-Mitglieder Gründertag Limburg Wettbewerb Großer Preis des Mittelstandes Lösung in Sicht? Probleme des 50i EStG für deutsche Familienunternehmen Anmeldung zur Abschlussprüfung Sommer IHK-Weiterbildungskalender Aus den Unternehmen 125 Jahre helle Ideen Wechsel in der Mundipharma-Geschäftsführung Bimatec Soraluce präsentiert Weltneuheit Neuselters soll 2015 zurück auf den Markt Urkunden Aus der Region Vollversammlung beschließt Beitragsentlastung IHKs zeichnen erfolgreichste hessische Schulen aus Ohne Cloud geht es zukünftig nicht IHK-Jahresempfang f. Duale Berufsausbildung stärken künftige Fachkräfte sichern! 30 Foto: IHK Limburg Beileger IHK-Veranstaltungskalender 2015 Interview Bundesbester Azubi f. Interview Weiterbildungsbester Verkehrsausschuss diskutierte LKW-Maut und heimische Verkehrsprojekte Steffen Born bleibt Präsident der Wirtschaftsjunioren Neues aus Berlin und Brüssel Unternehmer vorgestellt Hartmut Büttner aus Niedererbach Verlags-Sonderveröffentlichung Modernes Büro ff. Beim IHK-Jahresempfang sprach Prof. Dr. Jutta Rump zum Thema Suche Personal biete attraktives Unternehmen Strategien zur Fachkräftesicherung. Titelbild: Joachim Heidersdorf Bekanntmachungen ff. IHK-Service f. Impressum Dezember 2014 Januar

6 Kurzmeldungen Wirtschaft in Mittelnassau Wirtschaft digital. Grenzenlos. Chancenreich. So lautet das IHK-Schwerpunkthema für die Jahre 2015 und Die Digitalisierung verändert Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft fundamental. Die Bundesregierung hat mit der Digitalen Agenda eine inhaltliche Orientierung vorgelegt. Die IHK-Organisation wird das Thema mit Blick auf die Unternehmensinformation, die Politik- und Verwaltungsberatung sowie die interne Organisationsentwicklung begleiten. Themenschwerpunkte werden dabei der Breitbandausbau, die Sicherheit von Daten IHKtransparent 2014 online Seit 2012 gibt das Internetportal IHKtransparent Auskunft über Struktur, Arbeit und Finanzen aller 80 Industrie- und Handelskammern. Nun ist die aktualisierte Fassung für 2014 online gegangen, die wieder zahlreiche Neuerungen enthält. Einige Themen sind hinzugekommen, andere Fragen wurden klarer formuliert. So sind nun beispielsweise detaillierte Zahlen zu Rücklagen und Anlagevermögen der IHKs verfügbar. Auch die Angaben und Anwendungen, unternehmensfreundliche Verwaltungsdienstleistungen (E-Government), die Vermittlung von digitalen Kompetenzen sowie ein sicherer Rechtsrahmen sein. Die Themen sollen insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen greifbar werden. In den nächsten Ausgaben dieser Zeitschrift und demnächst auf der Homepage der IHK Limburg finden Sie mehr Informationen dazu. IHK-Ansprechpartner: Michael Hahn, Tel.: , zu den Gehältern der Führungsebene in den IHKs wurden präzisiert. Im Bereich Bildung und Ausbildung werden erstmals die Zahl der ausbildenden Betriebe, Angaben zu Teilnehmern an Unterrichtungen sowie Daten zum ehrenamtlichen Engagement in Prüfungsausschüssen für Sach- und Fachkunde erfasst. Alle Informationen sind unter ihktransparent abrufbar. Beitragssätze zur Sozialversicherung In der Krankversicherung (allgemeiner Beitragssatz: 14,6%, ermäßigter Beitragssatz: 14,0%), Rentenversicherung (18,7%), Pflegeversicherung (2,35%) und Arbeitslosenversicherung (3,0%) tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge je zur Hälfte; der Zusatzbeitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung (0,25%) wird vom Arbeitnehmer allein getragen. Gastgewerbe: Wichtige Änderungen durch LMIV Seit dem gelten in der Gastronomie neue Spielregeln - an diesem Tag tritt die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) in Kraft. Unter anderem gelten durch die LMIV zukünftig umfangreiche Kennzeichnungspflichten für sogenannte Allergene. Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, müssen demnach zukünftig auch in Speisekarten deutlich gekennzeichnet werden. Weitere Informationen unter (Branchen/Gastgewerbe). Förderung der Energieberatung im Mittelstand Die neue Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen im Mittelstand wurde veröffentlicht. Unternehmen können ab dem für die qualifizierte und unabhängige Energieberatung Zuschüsse von 80 Prozent beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betragen. Das gleichnamige Produkt bei der KfW läuft zum aus. Die Fördersumme beträgt je nach Höhe der jährlichen Energiekosten bis zu EUR. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Weitere Informationen unter Ich engagiere mich in der IHK, weil... Foto: Heinz Metternich ich als Leiter einer großen beruflichen Schule auf die Sinnhaftigkeit regionalen Handelns setze. Im Wirkungszusammenhang aller bildungspolitischen Institutionen muss aus meiner Sicht die regionale Verantwortung für die Entwicklung im persönlichen wie auch im gesamtgesellschaftlichen Bereich oberste Priorität haben. Verantwortung vor Ort impliziert gleichzeitig die Übertragung und Stärkung der dafür notwendigen regionalen bzw. kommunalen Kompetenzen. Als ordentliches Mitglied im Berufsbildungsausschuss der IHK Limburg sowie im Rahmen meiner bildungspolitischen Arbeit in Hessen und darüber hinaus engagiere ich mich für die Stärkung o. g. Kompetenzen bei der Formulierung und der Setzung von bildungspolitischen Zielen in allen Bereichen der beruflichen Bildung. Heinz Metternich Schulleiter der Peter-Paul-Cahensly Schule Limburg, Mitglied im Berufsbildungsausschuss, Stv. Vorsitzender der Direktorinnen und Direktoren an den Beruflichen Schulen in Hessen (AGD) 4 Dezember 2014 Januar 2015

7 Wirtschaft in Mittelnassau Kurzmeldungen Vollversammlung, Präsidium und Geschäftsführung der IHK Limburg wünschen allen Mitgliedern und Kunden, unseren Partnern in der Wirtschaft, Schule und Verwaltung sowie den Lesern der Wirtschaft in Mittelnassau ein glückliches und erfolgreiches Jahr Mit diesen Wünschen verbinden wir den Dank an alle Damen und Herren, die durch ihre Mitwirkung, ihren Rat und ihre konstruktive Kritik die Arbeit der Selbstverwaltung der Wirtschaft wirkungsvoll unterstützt haben. Wir bitten um Verständnis, dass wir auch in diesem Jahr aus Kostengründen auf den Versand von individuellen Grußkarten verzichten. Limburg, im Dezember 2014 Industrie- und Handelskammer Limburg Beitragsbemessungsgrenzen Die Beitragsbemessungsgrenze stellt einen Wert dar, bis zu dem das Bruttoeinkommen zur Bemessung der SV-Beiträge herangezogen wird. Ab dieser Grenze fließt nur noch die Beitragsbemessungsgrenze statt dem Brutto-Gehalt in die Berechnung der Sozialversicherung ein. Beitragsbemessungsgrenze 2015 West (Brutto/mtl.) Ost (Brutto/mtl.) Krankenversicherung 4.125,00 Euro 4.125,00 Euro Pflegeversicherung 4.125,00 Euro 4.125,00 Euro Rentenversicherung 6.050,00 Euro 5.200,00 Euro Arbeitslosenversicherung 6.050,00 Euro 5.200,00 Euro ElterngeldPlus tritt 2015 in Kraft Am tritt das ElterngeldPlus in Kraft. Damit erhalten Eltern, die nach der Geburt eines Kindes bald wieder in Teilzeit arbeiten, künftig länger Bezüge und können ihr Elterngeldbudget besser ausschöpfen. Für Unternehmen bedeutet das in Zeiten des wachsenden Fachkräftebedarfs eine schnellere Rückkehr von Beschäftigten in das Berufsleben und flexiblere Möglichkeiten bei der Personalplanung. Das bisherige Elterngeld wird für maximal 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Steigen Mütter oder Väter schon währenddessen in Teilzeit beruflich wieder ein, verlieren sie damit einen Teil ihres Elterngeldanspruches. Das ändert sich mit dem ElterngeldPlus: Künftig ist es für Eltern, die in Teilzeit arbeiten, möglich, das ElterngeldPlus doppelt so lange zu erhalten. Ein Elterngeldmonat wird zu zwei ElterngeldPlus-Monaten. Damit lohnt sich für die Eltern nun auch der frühere Wiedereinstieg in den Job. Mehr Informationen unter Energiewende: Mehr Risiken, weniger Chancen für die Wirtschaft Die Risiken aus steigenden Strompreisen und die Probleme mit der Versorgungssicherheit nehmen zu, während die Chancen für die Unternehmen sinken. Das ist das Ergebnis des dritten IHK-Energiewendebarometers, an dem sich Betriebe beteiligt haben. Nur für 14 Prozent der Unternehmen wirkt sich die Energiewende positiv oder sehr positiv auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit aus. Mehr als ein Drittel sieht hingegen negative oder sehr negative Effekte. Der Barometerwert sank auf im Vergleich zu 2013 von -10,7 auf -12,8. Thema Nummer eins bleibt der Netzausbau: 72 Prozent der Unternehmen sehen die Politik in der Pflicht, dadurch die Versorgungssicherheit langfristig sicherzustellen. Zwei Drittel der Unternehmen fordern eine Senkung der Steuern und Abgaben auf den Strompreis. Dezember 2014 Januar

8 Umfragen Wirtschaft in Mittelnassau IHK-Umfrage zum Tourismusstandort Limburg-Weilburg: Der Tourismus im Landkreis kommt insgesamt voran zahlreiche Anregungen für weitere Verbesserungen Beim 3. Unternehmerforum Tourismus in der IHK Limburg wurden die Ergebnisse einer Umfrage zum Tourismusstandort Limburg-Weilburg vorgestellt. Die IHK hatte ihre Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Beherbergungsgewerbe, Gastronomie und Reisen um eine Bewertung zu den touristischen Besonderheiten, der Infrastruktur und der Vermarktung gebeten. Die Ergebnisse der IHK-Tourismusumfrage waren Thema beim 3. Unternehmerforum Tourismus. Resümee: Der Landkreis Limburg-Weilburg ist ein attraktiver Tourismusstandort, der sich aber bezüglich Angebot und Vermarktung weiterentwickeln kann und muss. Die Ergebnisse wurden am 1. Dezember 2014 beim Unternehmerforum von der IHK vorgestellt und mit den anwesenden Unternehmen, dem Tourismusbeauftragten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Limburg-Weilburg-Diez und dem Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Hessen diskutiert. Bei der Frage, welches Alleinstellungsmerkmal bzw. welche besonderen Attraktionen den Landkreis im Sinne des Tourismus besonders auszeichne, wird von den heimischen Tourismusunternehmen vor allem hingewiesen auf die Schlösser, Burgen und den Dom, die Altstädte, den Lahntourismus und die Rad- und Wanderwege und auch die gute Anbindung über Straße und Schiene. 41 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass sich das touristische Angebot im Landkreis in den letzten Jahren deutlich verbessert habe, der Rest sieht eher wenig Veränderung. Zur Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur ergaben sich aus der Umfrage eine Fülle von Anregungen: Die Reisebranche wünscht sich zum Teil ein verbessertes Angebot bzgl. Gastronomie und Hotelunterkünften. Das Gastgewerbe sieht eher Verbesserungsbedarf im Informationsangebot, der Wegweisung und der allgemeinen touristischen Werbung. Die Radwege sollten besser miteinander verbunden werden und die Tourismusverbünde stärker zusammenarbeiten. Die einzelnen Anregungen reichten von einer besseren Beschilderung für Bootstouristen in Löhnberg bis zu einer größeren Sauberkeit in der Altstadt und am Lahnufer von Limburg, von einer besseren Radanbindung zwischen Hadamar und Limburg bis zu einem besseren Kegelangebot, von der Forderung nach einem Gesamtkulturkalender bis hin zu einem Erlebnisbad, welches der Region noch fehle. Bei der Frage nach zusätzlicher Hotelkapazität im Landkreis sahen zwei Drittel der Unternehmen Bedarf und ein Drittel keinen Bedarf. Zum einen wird darauf hingewiesen, dass in Stoßzeiten der Bedarf nicht ganz gedeckt werden könne und z. B. Reisegesellschaften abgewiesen werden müssten. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass es nicht genügend Stoßzeiten über das Jahr gebe, um für noch mehr Kapazität eine ausreichende Auslastung zu haben. Mit der touristischen Vermarktung der Region durch den Lahntal-Tourismus-Verband, den Westerwald-Touristik-Service oder den Taunus-Touristik-Service sind etwa die Hälfte der Tourismusunternehmen zufrieden. Es wird aber angemerkt, dass es zu viele Einzelaktionen gebe und man an einer stärkeren Bündelung der Vermarktung arbeiten solle. Die Tourismusinformationsstellen sollten ihre Informationen besser an die Gastronomiebetriebe verteilen und bei der Vermarktung des Lahntals sollten auch die Seitentäler (wie z.b. das Weiltal) eingebunden werden. Für eine bessere touristische Vermarktung gab es weitere zahlreiche Anregungen. Angefangen von der Erstellung von Filmen für regionale Fernsehprogramme bis zu besseren Anlaufstellen für Reisebusse. Es sollten Ferienpakete angeboten werden für z. B. Schlösser- oder Freizeittouren. Förderlich könnten Rabattkarten für regionale Museen und Sehenswürdigkeiten sein. Die Zusammenarbeit zwischen Städten und Kommunen sei zu verbessern. Es fehle eine Informationsstelle in der Altstadt von Limburg, ein Fahrradverleih, ein Internetauftritt mit aktuellen Terminen und Veranstaltungen oder auch ein Vermittlungsportal. Die vorhandene Gastronomie könnte besser zusammenarbeiten und es sollte überhaupt einmal ein besseres einheitliches Image gefunden werden. Bei der Frage, ob der Tourismus als bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor von der Politik entsprechend auch wahrgenommen wird, stimmen etwa ein Viertel der Unternehmen zu. Der Rest wünscht sich mehr Förderung oder bessere Rahmenbedingungen für den Tourismus. Die Kommunen hätten zwar Interesse am Tourismus, aber würden oder könnten zu wenig Mittel einsetzen. Foto: IHK Limburg 6 Dezember 2014 Januar 2015

9 Stahl Röhren Bauprodukte Unser Lieferprogramm umfasst folgende Bauprodukte: Tiefbau Hochbau Ausbau Rohrleitungen Beton, PVC, PE-HD, PP, Steinzeug, GFK, Guss, Stahl Schachtbauwerke/ Löschwasserbehälter Beton/GFK, PE-HD Fertigschächte aus Beton, GFK, PE-HD, PP, Steinzeug Abdeckungen Guss, Edelstahl, verz. Stahl, Beton Entwässerungs-/Schlitzrinnen Beton, Polymerbeton + Kunststoff Sicker- und Mehrzweck-Rohre PP und PE-HD Kabelschutzrohre + -schächte GeoSynthetics Betonerzeugnisse für Garten-, Landschafts-, Straßenbau Kanalguss Abscheide-/Klärtechnik + Zisternen Regenwasser-Bewirtschaftung/-Behandlung Entwässerungssysteme Kellerabdichtungen Wandbaustoffe Ziegel-Mauertafeln Mörtel Fertigbeton Deckensysteme für den Rohbau Kaminsysteme Bauelemente Rollladenkästen Dacheindeckungen, Zubehör Spezialartikel für den Stahlbetonbau Gipskartonplatten Mineralfaser-Akustik-Decken Trockenestrich Fließestrich Putzsysteme Wärme-Dämm-Verbund- Systeme Tore, Türen, Zargen Dach + Fassade Dämmstoffe MiWo, XPS, EPS, PIR Abdichtungen Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen, Flüssigkunststoffe Lichtsysteme Flachdachentlüftung/ -entwässerung/-begrünung Absturzsicherung Flachdachbefestigung An- + Aktuelle Informationen finden Sie im Internet unter bieberal Stahl-Kassetten Klipp-Dach Sandwichelemente für Dach und Wand Kantteile Lichtsysteme Zubehör BIEBER + MARBURG GMBH + CO KG Bischoffen Bahnhofstraße / / Gießen Steinberger Weg / / Mein Zeitsparschwein! Die E-POSTBUSINESS BOX erledigt Ihre Geschäftspost schneller und günstiger. Sparen auch Sie sich das Ausdrucken, Kuvertieren und Frankieren leicht installiert wird die E-POSTBUSINESS BOX zu Ihrer unverzichtbaren Sparbox, die Ihre Geschäftspost digital versendet und auch physisch zustellt. Bei Interesse: Weitere Informationen zum Produkt unter Dezember 2014 Januar

10 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Foto: monkeybusinessimages / istock / Thinkstock Ausbildung 2014/2015: Chancen und Herausforderungen Laut einer Studie der Robert-Bosch- Stiftung fehlen in Deutschland bis 2030 bis zu 6,5 Millionen Arbeitskräfte, insbesondere Fachkräfte. Dieser Mangel lässt sich mit einer erhöhten Ausbildungsbereitschaft allein nicht beantworten. Denn auch Schülerinnen und Schüler werden zur Mangelware und ihr Bildungswahlverhalten hat sich stark verändert. Wie stellt sich die aktuelle Situation für den Landkreis Limburg-Weilburg dar und welche Chancen und Herausforderungen leiten sich aus den demografischen Prognosen für unsere Region und speziell den Ausbildungsmarkt ab? Ein paar gute Nachrichten zuerst: Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der bei der IHK Limburg neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse dieses Jahr gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen. So waren am 30. November neue Verträge eingetragen. Ein erfreuliches Plus von 8,8 Prozent. Die jüngsten Zahlen entsprechen einem Zehnjahreshoch und unterstreichen, dass Ausbildung im Kammerbezirk eine gute und lange Tradition hat. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen IHK-Ausbildungsumfrage wider. Danach verstehen über die Hälfte der in der Region ansässigen Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, Ausbildung auch als einen Beitrag für die Gesellschaft, dem sie sich seit vielen Jahren verpflichtet fühlen. Zugleich sieht die überwältigende Mehrheit der befragten Unternehmen in der Ausbildung eine Investition in die Zukunft und 90 Prozent möchten durch die Ausbildung gut ausgebildete Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen. Weniger Bewerber/-innen In der gleichen Umfrage und damit zu den weniger guten Nachrichten konstatieren jedoch bereits über 40 Prozent der Unternehmen zurückgehende Bewerberzahlen ein Trend, der sich fortsetzen wird. Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes sagen voraus, dass die Zahl der Schulentlassenen aus allgemeinbildenden Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg bis 2020 auf sinken wird. Rechnet man die Abgänger mit allgemeiner Hochschulreife heraus, bleibt eine Gruppe von Schulentlassenen (2015: 2117/1594). Wie dramatisch die Rückgänge ausfallen werden, verdeutlicht ein Blick auf die Schulabgänger in ganz Hessen. Setzt man die Jahre 2010 und 2020 in Relation zueinander, dann nimmt die Zahl der Schulabgänger durchweg ab: Realschulabschluss -31 Prozent, Hauptschulabschluss -14 Prozent und Hauptschulabschluss -13 Prozent (IAB Hessen: 8 Dezember 2014 Januar 2015

11 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema Die Lage auf dem hessischen Ausbildungsmarkt, 2013). Mangelnde Berufsorientierung Doch es reicht nicht aus, allein diese Zahlen zu betrachten. Denn der Rückgang an Bewerbungen junger Menschen, die sich für eine duale Ausbildung interessieren, ist nicht allein ein demografisches Problem. Die duale Berufsbildung hat zunehmend auch ein Imageproblem. Statt eine duale Ausbildung zu beginnen, entscheiden sich immer mehr junge Menschen für den Besuch einer weiterführenden Schule. Die allgemeine Hochschulreife, die immer häufiger an einem beruflichen Gymnasium erworben wird, ist der Favorit unter jungen Leuten und auch bei deren Eltern. Sich alle Möglichkeiten eröffnen lautet das übereinstimmende Credo. Dabei fühlt sich, wie die aktuelle Studie Schule, und dann? der Vodafone Stiftung Deutschland zeigt, nur gut die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ausreichend über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert. Vielen fällt die Berufswahl schwer. Fast jeder Zweite findet die Entscheidung, was er später beruflich machen möchte, als ziemlich oder sogar ausgesprochen schwierig und das unabhängig von der besuchten Schulform. Diese Aussage belegen auch die folgenden Zahlen: 2011 wurden hessenweit 21,8 Prozent der Ausbildungsverträge in Industrie und Handel vorzeitig gelöst und im vergangenen Jahr brachen durchschnittlich 28 Prozent aller Studierenden ihr Studium ab (Maschinenbau und Elektrotechnik: 53 Prozent). Eine paradoxe Situation Es ist paradox: Auf der einen Seite ist unser Bildungssystem heute so durchlässig wie nie zuvor. Noch nie gab es für Abgänger aus Haupt- und Realschulen so viele Möglichkeiten, eine Berufsausbildung mit einer Zusatzqualifikation, einer Weiterbildung oder einer Aufstiegsfortbildung zu kombinieren. Sie können sich berufsbegleitend, in Teil- oder Vollzeit weiterbilden und einen Abschluss erreichen, der nach den Kriterien des Deutschen Qualifikationsrahmens einem Bachelor oder einem Master gleichwertig ist. Oftmals eröffnet er sogar bessere Berufsaussichten und Einkommenschancen als ein Studium. Nie zuvor konnte man allein mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung dual studieren oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Hochschulzugangsberechtigung erhalten. Und noch nie zuvor war der auf Jahrzehnte prognostizierte Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften so hoch wie momentan. Auf der anderen Seite jedoch empfinden viele Schulabgänger eine duale Ausbildung nur als die zweitbeste aller Möglichkeiten, favorisieren Abitur und Studium und sind mit Blick auf ihre Berufswahl ratlos. Ausbildungsbemühungen verstärken Es gilt, diesem Trend die rote Karte zu zeigen und nicht nachzulassen in den Bemühungen, die Attraktivität und die Karrierechancen der dualen Ausbildung zu betonen. Unternehmen sollten gerade jetzt ihre Ausbildungsbemühungen verstärken und nicht stillschweigend akzeptieren, dass eine duale Ausbildung in der Wahrnehmung vieler Jugendlicher und ihrer Eltern nicht mehr so hoch im Kurs steht wie früher. Von den Schülern als hilfreich empfundene Angebote sind unter anderem Praktika, Informationsangebote und -tage sowie Gespräche mit Leuten, die die gleiche Ausbildung gemacht haben. DO IT! 2015 Die heimischen Unternehmen haben den Handlungsbedarf erkannt. Um junge Menschen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen, veranstalten sie im nächsten Jahr vom 9. bis 15. März die Ausbildungsmesse DO IT! Rund Schüler werden in den Limburger Markthallen unter dem Motto Berufe zum Anfassen die Chance erhalten, 80 Berufe kennenzulernen und mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, die in diesen Berufen eine Ausbildung machen. Wirtschaft macht Schule Darüber hinaus nutzen die Unternehmen bereits heute viele weitere Möglichkeiten, um mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu kommen. Sie beteiligen sich unter anderem am girl s day bzw. boy s day und an Bildungsmessen. Sie präsentieren sich in Schulen und engagieren sich im Rahmen des Wirtschaftskurses Basics in Business oder in den IHK-Schulpatenschaften. Auch die IHK Limburg nutzt Schulveranstaltungen, Nachvermittlungsaktionen und diverse Sprechtage, um Schüler über die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung zu informieren. Unter dem Titel Dual alles andere als eine Sackgasse fand im November ein Elterninformationsabend in der Westerwaldschule statt. Weitere Elterninformationsangebote sind geplant. Flexible Ausbildungsangebote Wenn im kommenden Jahr der Erlass des hessischen Kultusministeriums zur Berufs- und Studienorientierung um die Gymnasien erweitert wird, könnte dies eine gute Basis für weiterreichende Angebote sein. Gerade für leistungsstärkere Auszubildende könnten Ausbildungsangebote interessant sein, die zu Doppelabschlüssen führen. Beispielsweise ein Abschluss im kaufmännischen Bereich, kombiniert mit einem Sprachenzertifikat oder einer IHK-Fortbildung etwa zum Handelsfachwirt. Denkbar ist auch eine gezielte Laufbahnplanung, die bereits während der Ausbildung begonnen wird. Aber auch leistungsschwächere Schüler müssen gewonnen werden. Viele Unternehmen bilden sie bereits aus und bieten ihnen betrieblichen Zusatzunterricht oder Trainings zur Steigerung sozialer und personaler Kompetenzen an. Doch gerade kleinere Unternehmen haben oftmals nicht die Kapazitäten, diese Jugendlichen speziell zu fördern. Hier könnten berufsbezogene Zusatzangebote etwa der IHK unterstützen. Gemeinsam für die Ausbildung Die Unternehmen in der Region investieren viel Zeit und Geld in die Gewinnung von Auszubildenden und in deren qualifizierte Ausbildung. Mit den vier Berufsschulen im Kreis haben sie Partner an ihrer Seite, die räumlich und materiell hervorragend ausgestattet sind und mit hoch engagierten Lehrerinnen und Lehrern ihren Teil zum erfolgreichen Gelingen beitragen. Der Landkreis Limburg-Weilburg ist eine starke und attraktive Ausbildungsregion. Gemeinsam sollte weiter daran gearbeitet werden, dies als Marke im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Wenn das gelingt, sind wir für die Zukunft bestens gerüstet. IHK-Ansprechpartnerin: Petra Druckrey, Leiterin des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, Tel.: , Dezember 2014 Januar

12 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Ausbilden für die Fachkräfte von morgen Wer am Markt bestehen will, der benötigt gut ausgebildetes und motiviertes Fachpersonal. Die IHK Limburg hat bei Unternehmen aus der Region nachgefragt, welche Bedeutung Auszubildende für die eigene Fachkräftesicherung haben, welche Herausforderungen ihnen dabei begegnen und wie sie die Ausbildung gestalten. Christel Schneeberger Personalverantwortliche bei der Dr. Schnabel GmbH, Limburg Eine Ausbildung verlangt strukturiertes Lernen und Arbeiten; viele junge Menschen müssen sich da erst hineinfinden. Warum bilden Sie aus? Christel Schneeberger: In erster Linie liegt unser Fokus auf der Sicherung unserer eigenen Fachkräfte. Wir bilden Industriekaufleute aus, aber vor allem Verfahrenstechniker für Kunststoff und Kautschuktechnik. Sicher hat auch jedes Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich in der Bereitschaft zur Ausbildung wiederfindet. Immer mehr junge Menschen schlagen einen akademischen Bildungsweg ein. Welche Auswirkungen hat das auf die Betriebe? Schneeberger: Es ist ein gesellschaftlicher Trend, dass immer mehr junge Menschen den akademischen Bildungsweg einschlagen. Für Produktionsbetriebe wie unser Unternehmen ist es infolge dieses Trends schwierig, ausreichend junge Fachkräfte für Facharbeiteranstellungen zu gewinnen. Unternehmen beklagen häufig eine mangelnde Ausbildungsreife junger Menschen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schneeberger: Eine Ausbildung verlangt strukturiertes Lernen und Arbeiten; viele junge Menschen müssen sich da erst hineinfinden. Gelingt dies nicht, ist die Folge in der Regel der Ausbildungsabbruch. Selbstverständlich erhalten die Auszubildenden von uns jede erdenkliche Unterstützung. Die jungen Menschen müssen aber auch mitarbeiten und die Unterstützung annehmen. Das Land Hessen will die Berufsorientierung in den Gymnasien vorantreiben. Wie schätzen Sie das ein? Schneeberger: Zielführend in einem Gymnasium sollte das Abitur sein, welches benötigt wird, damit ein Studium angestrebt werden kann. Eine Intensivierung der Berufsorientierung in Gymnasien halte ich nicht für erforderlich. Es gibt bereits ausreichend Angebote. Wie positionieren Sie sich als attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb? Wir bieten eine Ausbildung in einem traditionellen und gleichzeitig innovativen Unternehmen mit einer langen Ausbildungstradition. Aufgrund unserer Konzernzugehörigkeit erhält der Auszubildende zudem Einblicke in ein global agierendes börsennotiertes Unternehmen. Frank Tengler-Marx Geschäftsführer der ProConsult GmbH, Limburg Wir machen bisher gute Erfahrungen mit unserer Berufsschule. Sie bilden erst seit wenigen Jahren aus. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen? Frank Tengler-Marx: Unser Unternehmen lebt neben der hohen Fachkompetenz von der Motivation und dem Einsatzwillen seiner Mitarbeiter. Diese beiden Erfolgsfaktoren erhält man nur, wenn die Chemie im Team stimmt. Sowohl die Fachkompetenz als auch die erwähnten Soft-Skills kann ein Unternehmen durch eine nachhaltige, von Kontinuität geprägte Ausbildungsstrategie wesentlich kostengünstiger als auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Bekommt die berufliche Ausbildung noch den Stellenwert, der ihr gebührt? Wie gehen Sie damit um? Tengler-Marx: Tatsächlich konkurriert die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Bewerber- Zielgruppe häufig mit einem BWL-Studium. Wir erachten den Studienwunsch unserer potenziellen Bewerber als begrüßenswerte Motivation und fördern im Anschluss an die Berufsausbildung ein berufsbegleitendes BWL-Studium. 10 Dezember 2014 Januar 2015

13 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema Welche Herausforderungen bei der Ausbildung stellen sich speziell kleinen und mittleren Unternehmen? Welche Entwicklungen beobachten Sie bei Ihren Auszubildenden? Tengler-Marx: Für kleine Unternehmen besteht die größte Herausforderung in der geringen Zahl von Fachkräften, die den Ausbilder als Ausbildungsbeauftragte unterstützen können. Beeindruckend ist immer wieder der Reifeprozess eines Auszubildenden. Gelingt es dem Ausbildungsbetrieb, den jungen Kollegen bzw. die junge Kollegin vom Ausbildungsberuf und -betrieb zu begeistern und mit ausreichend Selbstvertrauen auszustatten, ist eine erstaunliche persönliche Entwicklung zu beobachten. Meine bisher bemerkenswerteste Erfahrung war das sehr gute Abschneiden unseres heutigen Junior-Consultants Dominik Reitz bei der Abschlussprüfung im Januar dieses Jahres. Er wurde dafür kürzlich als Ausbildungschampion geehrt und absolviert seit März mit großem Erfolg und durch uns unterstützt ein berufsbegleitendes BWL- Studium. Welche Erfahrungen haben Sie mit den Berufsschulen gemacht? Wie lassen sich Schulen und Betriebe noch besser zusammenbringen? Tengler-Marx: Wir machen bisher gute Erfahrungen mit unserer Berufsschule. Die Lehrer gehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Wünsche der Ausbildungsbetriebe ein. Auszubildende werden in Ausnahmefällen wie z. B. im Jahresendgeschäft auch mal freigestellt, um im Betrieb mit anzupacken. Auch wurde mittlerweile eine spezielle Klasse für Azubis von Versicherungsmaklerbetrieben gebildet, um den doch recht gravierenden Unterschieden zwischen Versicherungsmaklern (Tätig im Auftrag des Kunden) und Versicherungsvertretern (Tätig im Auftrag des Versicherers) Rechnung zu tragen. Als ausbaufähig erachte ich die Kommunikation (fachlicher Austausch, Abgleich Lehr- und Ausbildungsplan, u. ä.). zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb, was in unserem Fall schwierig ist, da die Auszubildenden nicht in Limburg beschult werden. Was tun Sie, um Auszubildende von Ihrem Unternehmen zu überzeugen? Tengler-Marx: Wir erklären potenziellen Bewerbern glaubhaft, dass unser Ausbildungsberuf sehr viel interessanter ist, als die Beliebtheit der Branche es vermuten lässt. Unsere interessanten Tätigkeitsgebiete und die tolle Stimmung in unserem Team lernen geeignete Bewerber in einem Schnupperpraktikum kennen. Als Trumpf kommen der hohe Stellenwert, den die Aus- und Weiterbildung in unserem dynamisch wachsenden Unternehmen genießt und die damit einhergehenden sehr guten Entwicklungsmöglichkeiten hinzu. Durch unsere Bereitschaft, Mitarbeiter individuell auf dem persönlichen Werdegang zu fördern, haben wir im Wettbewerb um die Talente häufig die Nase vorne. Hedmar Schlosser Geschäftsführer Hotel Zur Krone, Löhnberg und Georgs Steakhouse, Limburg Aktuell können alle Stellen zwar noch besetzt werden, aber langfristig wird das für viele Kollegen nicht mehr der Fall sein. Gerade in Ihrer Branche fehlen Fachkräfte. Wie sieht es bei den Auszubildenden aus, erhalten Sie ausreichend Bewerbungen? Hedmar Schlosser: Ein Mangel an Auszubildenden im Gastgewerbe ist unbestritten. Aktuell können alle Stellen zwar noch besetzt werden, aber langfristig wird das für viele Kollegen nicht mehr der Fall sein. Das Gastgewerbe hat es im Ausbildungswesen versäumt, mit der rasanten Entwicklung durch die Globalisierung des Marktes Schritt zu halten. Die Attraktivität des Berufstandes ist hierdurch sehr gesunken. Nutzen Sie die Ausbildung auch gezielt zur Entwicklung von Nachwuchskräften? Schlosser: In neuerer Zeit ja, obwohl traditionell im Anschluss an die Ausbildung für Servicekräfte und Köche die Wanderjahre in anderen Häusern, Regionen oder sogar im Ausland anstanden. Die neue Situation zwingt uns, umzudenken. Wovon lassen Sie sich bei der Auswahl Ihrer Auszubildenden leiten: Schulzeugnisse oder persönlicher Eindruck? Schlosser: Der persönliche Eindruck ist entscheidend. In unserer Branche besteht hier aufgrund der hohen Anzahl an Gästen und damit an menschlichen Kontakten doch ein enormer Erfahrungswert, welchen man sich bei Einstellungsgesprächen zu Nutze macht. Schulzeugnisse fließen in die Entscheidung aber auch mit ein. Was könnte Ihrer Meinung nach getan werden, um Jugendliche frühzeitig noch besser auf die Berufswahl vorzubereiten? Schlosser: Ich bin ein großer Befürworter von Schnuppertagen bzw. -zeiten. Berufspraktika sollten in größerem Umfang stattfinden, um den Jugendlichen bessere Orientierungshilfen zu geben. Das würde allen Beteiligten viel Kraft, Zeit und in seltenen Fällen Ärger ersparen. Wie gehen Sie auf die jungen Leute zu und wie überzeugen Sie sie, sich für eine Ausbildung in Ihrem Betrieb zu entscheiden? Schlosser: Sehr, sehr offen. Das Wichtigste ist, dass sie nicht mit falschen Voraussetzungen in den Berufsstart gehen, sondern die Grundwerte und Bedingungen ihres Ausbildungsberufes kennen. Ich erläutere ausführlich die notwenigen Parameter und wecke natürlich Begehrlichkeiten, indem ich auch die großen Möglichkeiten und Chancen dieses Berufes schmackhaft mache. Dezember 2014 Januar

14 Schwerpunktthema Wirtschaft in Mittelnassau Duales Studium in sechs Schritten Ein duales Studium ist speziell für kleine und mittelständische Unternehmen eine gute Möglichkeit, akademisch hochqualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden. Rund 20 Hochschulen und Berufsakademien bieten aktuell in Hessen mehr als 100 duale Studiengänge an. Doch wie können Unternehmen einen dual Studierenden finden, ausbilden und bezahlen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um einen dual Studierenden einzustellen? Antworten und Vorgehensweise lassen sich in sechs Schritte unterteilen. 1. Unternehmenseignung Duales Studium Ein duales Studium kann ausbildungsoder praxisintegriert sein. Im ersten Fall erwerben die Studierenden parallel einen Studienabschluss (meist Bachelor) und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Im zweiten Fall werden Praxisphasen im Unternehmen eng mit dem Studium verzahnt. Es gibt unterschiedliche Zeitmodelle: Am weitesten verbreitetet sind das der geteilten Woche, bei dem die Studierenden einen Teil der Woche im Unternehmen und einen Teil beim Bildungsanbieter verbringen sowie das Blockmodell, bei dem die Studierenden mehrere Monate am Stück im Unternehmen oder in der Hochschule absolvieren. Grundsätzlich kann jedes Unternehmen Kooperationen mit Hochschulen oder Berufsakademien sowie Ausbildungspartnerschaften mit Studierenden eingehen. Der Betrieb sollte jedoch einige inhaltliche und personelle Kriterien erfüllen: Zunächst sollten Unternehmen den internen Bedarf für eine Position mit entsprechenden akademischen Qualifikationen analysieren sowie identifizieren und anschließend eine geeignete Hochschule oder Berufsakademie mit passendem Angebot suchen. Um die Studierenden optimal zu unterstützen, muss der Betrieb die benötigte Infrastruktur (Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, etc.) und einen festen Betreuer zur Verfügung stellen. Dieser begleitet den oder die Studierende während der Praxisphasen, ist über die Studieninhalte informiert und steht den Studierenden als Ansprechpartner zur Seite. 2. Studienangebote Alle dualen Studiengänge, die in Hessen angeboten werden, sind in der Studiengangsdatenbank der Kampagne Duales Studium Hessen zu finden: Informationen zu den dualen Studiengängen der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Wetzlar gibt es unter 3. Kosten Die anfallenden Kosten für ein duales Studium können je nach Studienangebot und -anbieter variieren. Generell ist mit drei Kostenarten zu kalkulieren: Die direkten Personalkosten umfassen das monatliche Gehalt, das sich häufig am BAFöG-Höchstsatz (etwa 700 Euro) oder an der Vergütung einer fachverwandten dualen Berufsausbildung auf dem Niveau des zweiten oder dritten Ausbildungsjahres orientiert. Dual Studierende sind seit dem 1. Januar 2012 sozialversicherungspflichtig. Ein Anheben der Vergütung pro Studienjahr ist üblich. Die studienbezogenen Kosten enthalten die anfallenden Studienbeiträge. Generell sind Studienbeiträge kein Teil des Arbeitsentgelts und damit beitragsfrei. An staatlichen Hochschulen fallen neben möglichen Studienentgelten auch sogenannte Semesterbeiträge an, die in der Regel auch vom Unternehmen übernommen werden. Indirekten Kosten für die Betreuung des Studierenden entstehen durch die Bereitstellung des Arbeitsplatzes sowie die Betreuung innerhalb des Unternehmens. 4. Verträge Bevor ein duales Studium starten kann, müssen zwischen dem Unternehmen, den Studierenden und dem Studienanbieter die vertraglichen Grundsteine gelegt werden. Zum einen schließt das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem Studienanbieter sowie einen Studierendenvertrag mit dem zukünftigen Studenten. In der Regel werden entsprechende Vertragsvorlagen von den Hochschulen oder Berufsakademien zur Verfügung gestellt. Außerdem müssen sich die zukünftigen Studierenden eigenverantwortlich an der entsprechenden Hochschule oder Berufsakademie bewerben und einschreiben. Die Aufnahme eines dualen Studiums ist nur möglich, wenn die Studierenden einen Vertrag mit einem Unternehmen nachweisen können. 5. Studierende finden Empfehlenswert ist es, die Suche ein Jahr vor Studienbeginn zu starten. Neben internen und externen Stellenausschreibungen bieten sich folgende Wege an: Das Studienplatzangebot kann direkt auf dem kostenfreien IHK-Praktikumsportal (www. ihk-praktikumsportal.de) eingestellt werden. Auch in der IHK-Lehrstellenbörse (www. ihk-lehrstellenboerse.de) können offene duale Studienplätze kostenlos beworben werden. StudiumPlus unterhält auf seiner Website im Bereich Studium & Praxis eine eigene Datenbank Das Studienangebot kann in die Ausbildungsdatenbank der Agentur für Arbeit aufgenommen werden. Eine Beteiligung an regionalen Bildungsmessen oder Berufsinformationstagen. 6. Theorie und Praxis zusammenführen Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist das besondere Merkmal des dualen Studiums. Die Inhalte der Praxisphasen im Unternehmen sollten sinnvoll mit den Studieninhalten abgestimmt werden. Erforderliche Studienleistungen wie Seminar-, Praxis- und Abschlussarbeiten können in Absprache zwischen Studierenden, Praxisbetreuer und Lehrenden im Unternehmen durchgeführt werden. IHK-Ansprechpartnerin: Ursula Günther, Tel.: , ihk.de. 12 Dezember 2014 Januar 2015

15 Wirtschaft in Mittelnassau Schwerpunktthema Ausbilden sichert Fachkräfte Im Kreis Limburg-Weilburg gibt es ein Ausbildungsplatzdefizit. In der aktuellen Ausbildungsbilanz standen Lehrstellensuchende nur gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Gemeinsam werben daher um ehemalige Ausbildungsbetriebe die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, die Kreishandwerkerschaft und die IHK Limburg und freuen sich, wenn erfahrene Ausbilder in die Ausbildung einsteigen. So wie Harald Neu, Inhaber des Gasthauses Zum Westerwald in Niedershausen. Der Gastronom hatte seit 1999 immer wieder Köche ausgebildet. Irgendwann wurde es zunehmend schwieriger, geeignete und vor allem interessierte Auszubildende zu finden. Außerdem spielt bei uns die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Eine meiner letzten Auszubildenden ist täglich mit dem Fahrrad von Kubach zu uns gefahren, begründet Neu die Einstellung seiner Ausbildungsaktivitäten. Aber auch andere Aspekte, wie ein verändertes Freizeitverhalten, ein Wertewandel, wirtschaftliche Gründe und ein fehlendes Tourismuskonzept für den Westerwald würden dazu führen, dass die Gastronomie rückläu-fige Lehrstellenzahlen schreibe. Neu nennt ein Beispiel: Bei der Planung von Fahrrad- oder Wanderwegen achte man in Bayern darauf, dass die Trasse immer wieder durch Ortschaften mit jeweils einer Handvoll Gastwirtschaften entlang führe. Davon würden Reisende und Gastronomie gleichermaßen profitieren. Bei uns im Westerwald legt man die Routen weit an den Dörfern vorbei, so der Gastwirt enttäuscht. Dass er in diesem Jahr wieder einen Koch ausbilde, sei er der Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens und dem Qualitätsbewusstsein der Gäste schuldig, sagt Neu. Im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld der Gastronomie entscheide vor allem die Qualität und dafür brauche man gut ausgebildetes Personal. Es gäbe aber noch einen weiteren Grund für die Einstellung des neuen Auszubildenden: Er passt einfach zu mir, zum Betrieb und zu den Mitarbeitern, unterstreicht Neu. Der neue Mann in Foto: Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar Weil Harald Neu (r.) wieder ausbildet, kann David Blanke seinen Traumberuf verwirklichen. Neus Küche habe zu Hause schon immer leidenschaftlich mit seiner Mutter gekocht und ein hartes Probearbeiten an einem Wochenende samt Familienfeier gemeistert. Er sieht die Arbeit und entwickelt selbst Initiative, lobt der Chef den 21jährigen Löhnberger. Rückgang an Ausbildungsplätzen Tatsächlich hat das Angebot an Ausbildungsplätzen 2014 zum dritten Mal in Folge abgenommen, obwohl sich in jedem Jahr etliche Unternehmen entscheiden, erstmals in die Ausbildung zu investieren. Dazu sagt Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg- Wetzlar: Leider müssen wir feststellen, dass sich immer wieder ausbildungserfahrene Unternehmen aus der Ausbildung zurückziehen oder ihre Ausbildungskapazitäten zurückfahren. Auf die Beweggründe für ihren Rückzug angesprochen, würde die Mehrzahl der Unternehmen eine mangelnde Ausbildungseignung unter den Bewerbern beklagen. Dies ist umso bedauerlicher, als sich in diesem Jahr die Gesamtzahl der Bewerber erhöht sowie die Anteile der Real- und Fachhochschüler als auch Abiturienten an allen Bewerbern zudem weiter erhöht haben, erklärt Baumann. Sollten sich im Laufe der Ausbildung doch Defizite beim Auszubildenden offenbaren, greife die Arbeitsagentur dem Jugendlichen mit ausbildungsbegleitenden Hilfen unter die Arme, fügt der Agenturchef zu. Auf keinen erfahrenen Ausbildungsbetrieb verzichten IHK-Präsident Ulrich Heep appelliert angesichts der demografischen Herausforderungen ebenfalls an die heimischen Unternehmen, nicht in ihren Ausbildungsbemühungen nachzulassen: Insbesondere unsere mittelständische Wirtschaft ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Die Erfahrung zeigt, dass es schwierig und teuer ist, im Wettbewerb um ausgebildetes Personal mit angrenzenden Regionen zu bestehen. Umso mehr freut sich Heep, wenn Kammerbetriebe nach einer Pause wieder in die Ausbildung einsteigen. Auch die Kreishandwerkerschaft wirbt bei ehemaligen Ausbildungsbetrieben dafür, wieder ins Ausbildungsgeschäft einzusteigen. Wer ausbildet stärkt nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch den Wirtschaftsstandort Limburg-Weilburg. Von daher können wir auf keinen erfahrenen Ausbildungsbetrieb verzichten, stellt Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe abschließend fest. Dezember 2014 Januar

16 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Neue IHK-Mitglieder Zur Informationsveranstaltung Neue Mitglieder der IHK Limburg am 28. Januar 2015 von 17 bis 19 Uhr sind alle Unternehmen eingeladen, die im Jahr 2014 Mitglied der Kammer geworden sind. Foto: IHK Limburg Zu Beginn jeden Jahres können sich neue IHK-Mitglieder über Aufbau, Aufgaben und Service-Angebot der IHK Limburg informieren (Foto aus 2014). Vertreter aus Ehrenamt und Hauptamt der IHK begrüßen die neuen Mitglieder und geben einen Überblick über Aufbau, Aufgaben und Service-Angebot der IHK Limburg. Die Teilnehmer erfahren, warum sie Mitglied der IHK Limburg sind, was die Kammer für sie leistet, welche Vorteile sich aus der Mitgliedschaft ergeben, wie sie das Serviceangebot umfassend nutzen oder wie sie sich ehrenamtlich engagieren können. Die Geschäftsbereichsleiter stellen ihren Aufgabenbereiche vor und stehen für Einzelberatungen zu allen Themen, die Unternehmer interessieren, zur Verfügung. Wertvolle Informationen speziell für Gründungsunternehmen präsentiert Andreas Bartha, Deutsche Post, in seinem Vortrag Direktmarketing: Erfolgreich und kostengünstig werben. Auch ein Austausch mit den anderen Teilnehmern ist bei einem kleinen Imbiss geplant. Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen können angefordert werden bei: Angelika Zimmermann, Tel.: , Neues Jahresprogramm SchuleWirtschaft Für das neue Schuljahr 2014/2015 haben die mittelhessischen Arbeitskreise SchuleWirtschaft wieder ein umfangreiches Jahresprogramm für die heimischen Lehrkräfte zusammengestellt. In über 20 Veranstaltungen in Betrieben der Region, von der Metall- und Elektrobranche bis hin zum Gesundheitswesen, erhalten Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen von zweistündigen Betriebserkundungen Einblicke in die regionale Wirtschaft. Die Einteilung in insgesamt 7 mittelhessische Arbeitskreise sorgt dafür, dass die Lehrkräfte Unternehmen kennenlernen, die als Ausbildungs- oder Praktikumsbetrieb auch für die eigenen Schüler interessant sein können. Die Veranstaltungen in den Firmen bieten im Regelfall neben einem ausführlichen Betriebsrundgang auch die Möglichkeit für Fragen an und Gespräche mit Personal- und Ausbildungsverantwortlichen. Ausgestattet mit diesen Informationen können die Pädagoginnen und Pädagogen den eigenen Schülern nicht nur gezielt über berufliche Möglichkeiten in verschiedenen Betrieben der jeweiligen Region berichten, sondern auch auf benötigte Anforderungen hinweisen. Die sieben Arbeitskreise SchuleWirtschaft Mittelhessen existieren seit über 30 Jahren und sind freiwillige Arbeitsgemeinschaften von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen sowie von Vertretern der regionalen Wirtschaft. Sie stehen grundsätzlich allen Interessierten zur Mitarbeit offen. Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über die Internetseite der Arbeitskreise unter 14 Dezember 2014 Januar 2015

17 Wirtschaft in Mittelnassau Für die Praxis Gründertag Limburg Rückblick und Ausblick Der 18. Limburger Gründertag fand am 2. Oktober 2014 in der ehemaligen PPC-Schule in Limburg statt. Auch für das kommende Jahr steht der Termin bereits fest: Der Gründertag wird dann am 15. Oktober 2015 in den neuen, vergrößerten Räumlichkeiten der IHK Limburg stattfinden. Die Veranstalter der Gründertages, Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Limburg-Weilburg-Diez und IHK Limburg, konnten in diesem Jahr rund 70 Teilnehmer zum Gründertag begrüßen. Die zeitliche Straffung der Veranstaltung um eine Stunde auf jetzt 2,5 Stunden ist bei Ausstellern und Besuchern auf positive Resonanz gestoßen. Trotz der Verkürzung des Gründertags wurde ein gewohnt informatives und praxisnahes Programm angeboten. Die Wirtschaftsjunioren Limburg-Weilburg-Diez und die Handwerkskammer Wiesbaden zeigten Chancen und Risiken einer Existenzgründung im gewerblichen Bereich sowie einer Nachfolge im Handwerk auf. Welche Online- Vertriebskanäle sich für Gründer im Online- Handel lohnen war Inhalt eines Vortrags Die Veranstalter freuten sich über die vielen Besucher beim Gründertag in Limburg: (von links) Mario Rohrer (Kreissparkasse Limburg), Alexander Baumann (Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Stefan Laßmann (Kreishandwerkerschaft), Wolfram Uhe (Kreishandwerksmeister), Landrat Frank Puchtler, Walter Gerharz (WfG), Jan-Oke Schöndlinger (IHK) und Peter Jefremow (Kreissparkasse Limburg). der ebusinesslotsen Mittelhessen. Auch die Weitergabe von praktischen Erfahrungen aus erster Hand kam nicht zu kurz. In einer Fragerunde gewährten drei junge Unternehmer wertvolle Einblicke in ihre Existenzgründung und ihre ersten Schritte in der Selbständigkeit. Passend zum 150-jährigen Jubiläum der IHK Limburg feiert der Gründertag in 2015 seinen 20. Geburtstag. Voraussichtlich wird er am 15. Oktober 2015 in der IHK Limburg stattfinden. Der Anbau mit den neuen Räumlichkeiten bietet den Veranstaltern gute Möglichkeiten, wieder ein interessantes und informatives Programm aus Ausstellung und Vorträgen anzubieten. Mit umfangreichen Informations- und Beratungsangeboten unterstützt die IHK Limburg Existenzgründer der gewerblichen Wirtschaft auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Dabei wird das Angebot regelmäßig geprüft und weiterentwickelt. IHK-Ansprechpartner: Michael Hahn, Tel.: , Foto: IHK Limburg Hessischer Exportpreis Bis zum 20. April 2015 können sich hessische Unternehmen um den Hessischen Exportpreis 2015 bewerben. Am 6. Juli 2015 ist es wieder soweit. Dann wird Staatsminister Tarek Al-Wazir den Hessischen Exportpreis 2015 in drei Kategorien verleihen: Service und Beratung International, Innovative Exportstrategien und Handwerk: Grenzenlos erfolgreich. Der Hessische Exportpreis richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die mit viel persönlichem Einsatz ihre Produkte und Dienstleistungen international vertreiben. Alle zwei Jahre können sich Unternehmen aus Hessen auf den Preis bewerben, der von der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung ausgelobt wird. Bewerben können sich Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern in Deutschland und unter 50 Mio. Euro Umsatz bis zum 20. April Weitere Informationen zum Preis, zu den Auswahlkriterien und zur Jury sowie den Bewerbungsunterlagen unter Dezember 2014 Januar

18 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Nächste Sprechtage der IHK Limburg Für Unternehmen und Gründer/-innen bietet die IHK gemeinsam mit Kooperationspartnern kostenfreie Beratung in persönlichen, individuellen Gesprächen. Rechtzeitige Terminvereinbarung ist erforderlich. Mehr unter de (Veranstaltungen) bzw. im Service- Center der IHK, Tel.: Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems Der kostenlose Online-Leitfaden mod.eem steht für Modulares Energie-Effizienz-Management und führt das Unternehmen Schritt für Schritt durch den Aufbau eines Energiemanagementsystems und somit zu den für die Steuereinsparungen erforderlichen Normen. Foto:Fotolia Regionaler Unternehmersprechtag 26. Januar 2015 Sprechtag Unternehmensnachfolge 28. Januar 2015 Sprechtag Marketing und Vertrieb 4. Februar 2015 Patent- und Erfindersprechtag 19. Februar 2015 Regionaler Unternehmersprechtag 23. Februar 2015 Sprechtag Unternehmensnachfolge 25. Februar 2015 Sprechtag Unternehmensnachfolge 18. März 2015 Regionaler Unternehmersprechtag 23. März 2015 H ALLEN Industrie- und Gewerbehallen von der Planung und Produktion bis zur schlüsselfertigen Halle Wolf System GmbH Osterhofen Tel /37-0 Mit Hilfe von mod.eem wird eine umfassende Dokumentation über den eigenen Energieverbrauch erstellt, sodass das Unternehmen sehen kann, wo es ansetzen muss um Energiekosten zu senken. Außerdem können auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen über Energieeinsparmaßnahmen getroffen werden. Die Berliner Energieagentur (BEA) ist Ansprechpartner für Unternehmen aus Hessen. Wettbewerb Großer Preis des Mittelstandes 2015 Bereits zum 21. Mal sucht die Oskar- Patzelt-Stiftung im Wettbewerb Großer Preis des Mittelstandes die besten mittelständischen Unternehmen. Kein Unternehmen kann sich für diesen Preis selbst bewerben. Es muss von Dritten bis zum 31. Januar 2015 nominiert werden. Der Wettbewerb fragt ausdrücklich nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Erfolgen oder nur nach Beschäftigungs- oder Innovationskennziffern, sondern bewertet ein Unternehmen in seiner Gesamtheit und in seiner Rolle in der Gesellschaft. Die Wettbewerbskriterien sind: Gesamtentwicklung des Unternehmens, Schaffung/ Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Modernisierung und Innovation, Engagement in der Region sowie Service, Kundennähe und Marketing. Der jährliche Wettbewerb der Oskar-Patzelt- Stiftung hat sich seit der Erstverleihung 1995 Der DIHK im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und die hessischen Industrie- und Handelskammern unterstützen das Projekt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter zum wichtigsten deutschen Mittelstandswettbewerb entwickelt. Im Jahr 2014 wurden von über Kommunen, Institutionen und Verbänden Firmen und Institutionen zum Wettbewerb nominiert. Mehr Informationen unter 16 Dezember 2014 Januar 2015

19 Wirtschaft in Mittelnassau Für die Praxis Lösung in Sicht? Probleme des 50i EStG für deutsche Familienunternehmen von Guido Vogt Gesetzgeber ging über das Ziel hinaus 50i EStG birgt zahlreiche Probleme für Familienunternehmen, die Gegenstand der aktuellen Fachdiskussion sind. Dabei wird immer deutlicher, dass mit der Neueinfügung und insbesondere mit der Verschärfung der Bestimmung durch das am 30. Juli 2014 verabschiedete Kroatienbeitritts-Begleitgesetz der Gesetzgeber über das Ziel hinausgeschossen ist und eine ungewollte Besteuerung von stillen Reserven der Unternehmensanteile ausgelöst hat. Auf Grund einer massiven Intervention des DIHK gegenüber Bundestagsabgeordneten und Ministerien scheint jedoch Bewegung möglich: Das Bundesfinanzministerium und Teile des Finanzausschusses des Bundestages haben Bereitschaft signalisiert, die überschießenden Auswirkungen des 50i EStG zu begrenzen und hierzu im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum sogenannten Zollkodex- Anpassungsgesetz eine Änderung durchzuführen. Besteuerung der stillen Reserven Auf Grund des 50i EStG sind betrieblich notwendige Prozesse wie betriebliche Anpassungen, Umstrukturierungen, Erweiterungen, oder Gesellschafterveränderungen bei gewerblich geprägten/infizierten Personengesellschaften ( 15 Abs. 3 EStG) nur noch unter Aufdeckung und Versteuerung der stillen Reserven möglich und werden dadurch faktisch unmöglich gemacht. Diese vorgezogene Besteuerung der stillen Reserven der Unternehmensanteile trifft in erster Linie Familienunternehmen, deren Mitglieder zumindest teilweise im Ausland, hier in Staaten mit Doppelbesteuerungsabkommen, wohnen. Betroffen sind aber auch Schenkungen und Erbschaften, selbst bei einem inländischen Nachfolger. Beispiel Als plastisches Beispiel mag folgender Fall dienen: Deutsche Familienunternehmen sind darauf angewiesen, die nachwachsende Generation frühzeitig an das Unternehmen heranzuführen. Dazu gehört jenseits aller steuerlichen Überlegungen die frühe Einbindung in den Kreis der Gesellschafter des Unternehmens und die Übertragung einer zumindest geringfügigen (mindestens 1 Prozent) Beteiligung am Unternehmen. Um jedoch als Gesellschafter, erst recht als geschäftsführender Gesellschafter, auf Dauer der unternehmerischen Verantwortung gerecht werden zu können, ist es zudem unabdingbar, dass die nächste Generation zur Vorbereitung der Unternehmensnachfolge in einem ausländischen Unternehmen oder einer ausländischen Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte erste berufliche Erfahrungen sammelt. Diese notwendige Internationalisierung der Nachfolgegeneration wird jedoch durch die aktuelle Verschärfung des 50i EStG faktisch verhindert. 50i EStG gefährdet die Internationalisierung der Familienunternehmen Ziel der seinerzeitigen Neueinfügung des 50i EStG war es, eine steuerfreie Verlagerung von Unternehmensanteilen in das Ausland zu verhindern und eine Fortführung des Buchwertes dann zu ermöglichen, wenn das Besteuerungsrecht hinsichtlich der in Deutschland entstandenen stillen Reserven weiterhin in Deutschland verbleibt. Mit der neuerlichen Verschärfung hat der Gesetzgeber auf einen prominenten Einzelfall reagiert, da eine Gesetzlücke verblieben war und eine steuerfreie Verlagerung von Unternehmensanteilen in erheblichem Umfang ermöglicht hatte. Dieses Schlupfloch wollte der Gesetzgeber schließen und ist dabei über das Ziel hinausgeschossen. Mit fatalen Konsequenzen für Familienunternehmen. Verschärfung unnötig, wenn deutscher Fiskus Besteuerungsrecht behält Jedoch: Aus DIHK-Sicht ist ein genereller Besteuerungszugriff im Umstrukturierungs- bzw. Wegzugszeitpunkt nicht erforderlich, wenn das deutsche Besteuerungsrecht, z. B. nach einem Wegzug eines Gesellschafters ins Ausland, fortbesteht. Eine Besteuerung kann weder strukturell im Hinblick auf die Bedeutung des Mittelstandes für Deutschland gewollt sein, noch passt eine solche Regelung in eine Zeit, in der die Politik händeringend nach Möglichkeiten sucht, zusätzliche Investitionsanreize zu setzen. Jetzt persönlich beraten lassen (kostenlos Mo Fr 8 20 Uhr) oder anfordern auf barclaycard-selbstaendige.de Speziell für Selbständige und Günstiger Ratenkredit so einfach wie für Angestellte Flexibel mit kostenlosen Sondertilgungen Sofortentscheidung online oder telefonisch mit schneller Auszahlung Ohne Sicherheiten, nur ein Einkommensteuerbescheid genügt als Nachweis Dezember 2014 Januar

20 Für die Praxis Wirtschaft in Mittelnassau Anmeldung zur Abschlussprüfung Sommer 2015 Die Anmeldungen zur Sommerprüfung 2015 für Auszubildende sind von den Ausbildungsbetrieben beziehungsweise von den Auszubildenden selbst einzureichen. Betroffen sind Prüfungsbewerber, deren Ausbildungszeit bis zum 31. Oktober 2015 endet, Auszubildende, deren Ausbildungszeit nach dem 31. Oktober 2015 endet, und die die Abschlussprüfung vorzeitig ablegen wollen, Wiederholer und Teilwiederholer sowie externe Bewerber, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit an der Prüfung teilnehmen möchten. Anmeldeschluss ist für alle Berufe der 1. Februar Später eingehende Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Verantwortlich für die rechtzeitige Anmeldung ist der Ausbildungsbetrieb, bei vorzeitiger Prüfung oder Externenprüfung der Prüfungsbewerber. Hier ist der Anmeldeschluss aufgrund der ebenfalls einzureichenden aktuellen Zeugnisse der 15. Februar Die Aufforderungen zur Anmeldung für die Sommerprüfung 2015 wird im Dezember 2014 verschickt. Firmen, die bis zum 15. Januar 2015 die Anmeldeformulare nicht erhalten haben, werden um einen Anruf gebeten. Anmeldeformulare für eine vorzeitige Ablegung der Prüfung oder eine Externenprüfung sind unter zu finden. Auskünfte erteilt im Geschäftsbereich Ausund Weiterbildung für kaufmännische und gewerblich-technische Berufe: Irene Müller-Schwertel, Tel.: , Prüfungstermine Sommer 2015 Informationsverarbeitung der Bürokaufleute: 5. und 6. Mai 2015 Informationsverarbeitung der Kaufleute für Bürokommunikation: 7. und 8. Mai 2015 Schriftliche Prüfung der kaufmännischen Berufe: 28. und 29. Mai 2015 Schriftliche Prüfung der gewerblichtechnischen Berufe: 5. und 6. Mai 2015 Die mündlichen und praktischen Prüfungen finden von Mitte Mai bis Mitte Juli 2015 statt. Entsorgungsdienstleistungen vom Spezialisten. Leistungsstark, nachhaltig, kosteneffizient. Transport und Entsorgung von Sonderabfällen Entleerung, Reinigung und Wartung von Öl- und Abwasseranlagen PANSE WETZLAR Entsorgung GmbH An der Kommandantur Wetzlar Tel.: Fax: Dezember 2014 Januar 2015

- 1. Grußwort des Landrates Michael Makiolla zum 20-jährigen Jubiläum der Stiftung Weiterbildung am 21. Januar 2011 um 15.

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