PROGRAMMPRÄSENTATION 22. OKTOBER 4. NOVEMBER. Partner der

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1 PROGRAMMPRÄSENTATION 22. OKTOBER 4. NOVEMBER Partner der

2 VIENNALE PRESSEBÜRO Katharina Sekulic 01/ Fredi Themel 01/ Paula Pöll 01/ PRESSEBÜRO IM HILTON VIENNA Während des Festivals befindet sich das Pressebüro im Festivalhotel der Viennale, dem Hotel Hilton Vienna (Am Stadtpark, 1010 Wien). Das Büro ist am 22. Oktober von 12 bis 18 Uhr und ab 23. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Pressematerialen, Filmstills und Festivalfotos zum Download unter VIENNALE VIENNA INTERNATIONAL FILM FESTIVAL Siebensterngasse 2, 1070 Wien, Austria Tel + 43/1/ Fax + 43/1/ printed by

3 VIENNALE OKTOBER BIS 4. NOVEMBER PROGRAMM VIENNALE 2009 Filme, Premieren und Gäste des Festivals Viennale Trailer 2009 Galavorstellungen Filmpreise bei der Viennale 2009 Festivalzentrum am Badeschiff Das Abo Das Konzert Nik Bärtsch s Ronin Ein Abend mit Josef Winkler Arnulf Rainer/Erich von Stroheim TRIBUTES State of Grace A Tribute to Tilda Swinton Fight for Us A Tribute to Lino Brocka Cinema Justice A Tribute to Timothy Carey SPECIAL PROGRAMS Die Zukunft des Kinos Ausgewählte Arbeiten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin She, a Chinese. Die Filmemacherin Guo Xiaolu Early Austrians (Österreichisches Kino ) Ein Programm des Filmarchiv Austria RETROSPEKTIVE THE UNQUIET AMERICAN Transgressive Comedies from the U.S. PROGRAMM FESTIVALZENTRUM FESTIVALINFORMATIONEN PARTNER 3

4 PROGRAMM VIENNALE 2009 ZUM FESTIVAL Die Viennale ist einmal im Jahr ein wirklich großes Fest für das Kino. Keine protzige Event-Party, sondern ein über das alltägliche Kinogeschäft hinausgehender produktiver Zustand, in dem es möglich ist, andere, ungewohnte Arbeiten zu sehen und zu entdecken, sich mit neuen, unbekannten Formen und Sprachen, Geschichten und Erzählweisen vertraut zu machen. Er habe keine Lust auf ein Filmemachen, bei dem einem fortwährend die Polizei über die Schulter sieht, erklärte kürzlich in einem Interview der amerikanische Regisseur George A. Romero. Und diese Polizei hat die verschiedensten Formen. Sie tritt als Profitinteresse auf, als guter Geschmack, als künstlerischer Anspruch oder als kleines räudiges Piratentum, als Korrektheit oder Originalität, als Geld oder kritische Kategorisierungen zwischen Autorenfilm und Genrekino. Was Romero meint, ist die Freiheit, ein Kino zu machen aus der Sache heraus, der Notwendigkeit und der Selbstbestimmung. Denn die Polizei, die dem Filmemacher über die Schulter schaut, wird dann auch hinter dem Zuschauer warten. Ich hoffe und würde mir wünschen, dass bei einem Festival wie der Viennale möglichst viele Filme versammelt sind, die den Mut haben, der Polizei zu entkommen. Arbeiten, die sich weder der offenen noch der sanften Gewalt der Verhältnisse gebeugt haben. Filme von freien Menschen für freie Menschen gemacht. Wie immer ist das ein großer und ein wenig pathetischer Anspruch für unser Festival, der sich vielleicht nur momenthaft einlösen lässt. Aber das allein ist schon ein Fest wie die Viennale wert. Hans Hurch FILME, PREMIEREN UND GÄSTE DES FESTIVALS Die Viennale findet heuer bereits zum 47. Mal statt. Sie ist um einen Spieltag länger und findet, im Vergleich zum Vorjahr, eine Woche später statt. In seinen Grundzügen ist das Festival jedoch unverändert, eine Korrektur betrifft das Verhältnis der neuen, aktuellen Filme zu den Arbeiten der Tributes und Special Programs. Das Hauptprogramm mit aktuellen Produktionen ist wieder stärker und etwas umfangreicher geworden, was sich auch in einer großen Anzahl an Welturaufführungen und internationalen Premieren manifestiert, von zum Teil namhaften Regisseuren. So etwa wird die Viennale als erstes Festival die neuen Arbeiten von Jean-Marie Straub präsentieren, den halblangen Film Corneille-Brecht und den Kurzfilm Joachim Gatti. Ebenso als Weltpremiere laufen die seit vielen Jahren erste Arbeit des englischen Filmemachers Peter Whitehead, der in Wien gedrehte Politessay Terrorism Considered as One of the Fine Arts, die ungewöhnliche chinesische Stadtchronik Ba Gua von Fu Hao oder neue, kurze Arbeiten der Brüder George Kuchar und Mike Kuchar. Dazu kommen die Uraufführungen von Filmen von Klaus Wyborny, Minda Martin oder Peter Corneille-Brecht Kern. Mit rund einem Dutzend an Weltpremieren von zum Teil prominenten Filmemachern gelingt es der Viennale, ihre von Jahr zu Jahr steigende internationale Bedeutung erneut unter Beweis zu stellen. Unter der großen Anzahl an internationalen Premieren verdienen die neuesten Filme von Michael Almereyda, Christophe Clavert, Volker Koepp oder Pierre Creton besondere Aufmerksamkeit. In diesem Jahr, in dem das heimische Kino große internationale Erfolge erlebt hat, widmet auch die Viennale dem österreichischen Film besondere Aufmerksamkeit. Unter dem Titel «Home Run Neues Kino aus Österreich» wird täglich zum Hauptabendtermin im Künstlerhauskino ein neuer Film aus Österreich präsentiert, darunter Koma von Ludwig Wüst, Die fünf Himmelsrichtungen von Fridolin Schönwiese, Die Frauenkarawane von Nathalie Borgers 4

5 oder Arena von Günter Schwaiger. Ihre österreichische Erstaufführung erleben zusätzlich im Gartenbaukino La Pivellina von Tizza Covi und Rainer Frimmel als Eröffnungsfilm, Lourdes von Jessica Hausner, Blutsfreundschaft von Peter Kern sowie Domaine von Patric Chiha. Die große Anzahl an Premieren österreichischer Arbeiten entspricht in diesem Jahr der außerordentlich reichen und vielseitigen heimischen Filmproduktion. Davon den Besuchern des Festivals sowie den ausländischen Gästen ein Bild zu geben, ist eine programmatische Überlegung der Viennale. Wie jedes Jahr ist es die unmittelbare Durchmischung und das Nebeneinander großer, vertrauter Namen mit einer Vielzahl an Entdeckungen und Erstlingsfilmen, die das Gesamtbild des Programms bestimmen. Neue Arbeiten von Francis Ford Coppola, Werner Herzog, Woody Allen, Lars von Trier, Abel Ferrara oder Manoel de Oliveira stehen neben den Namen neuer, vielversprechender Regisseure wie Julio Hernández Cordón aus Guatemala, den Amerikanern Damien Chazelle oder Josh und Benny Safdie, Chris Chong Chan Fui aus Malaysia und Alejo Moguillansky aus Argentinien. Ähnliches gilt auch für das reiche und qualitativ sehr hoch stehende Dokumentarfilmprogramm dieses Jahres, wo gerade bekannte und vertraute Filmemacher mit besonders spannenden Arbeiten überraschen. Wie etwa Frederick Wiseman, Thomas Heise, Pedro Costa oder Alain Cavalier ebenso wie Peter Nestler, Romuald Karmakar und Luc Moullet. Was für die Filme gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für die Gäste der diesjährigen Viennale. Die Viennale ist weder Red Carpet-Event noch versucht sie sich an einem seltsamen Seitenblicke-Gehabe zu orientieren. Was für die Viennale tatsächlich Relevanz hat, sind interessante und außergewöhnliche Gäste, mögen sie international bekannt und vielbeachtet wie Tilda Swinton, Jane Birkin oder Béatrice Dalle oder große, eigenständige Filmemacher wie Pedro Costa, Abel Ferrara, Michael Almereyda oder Luc Moullet sein, sie alle sind für die Viennale von gleicher Bedeutung wie die vielen weniger prominenten und teilweise unbekannten Gäste des Festivals, die einen wesentlichen, lebendigen Teil der Atmosphäre und des Charakters des Festivals ausmachen. VIENNALE TRAILER 2009 Eine Besonderheit der Viennale ist bereits seit längerer Zeit der jährlich neue Trailer des Festivals. Es handelt sich dabei um keinen Werbetrailer im eigentlichen Sinn, sondern um ein kleines, autonomes Stück Kino, das für sich und für das Festival zugleich steht. Für James Bennings Arbeit ist dieser kleine Trailer ein wahrer Actionfilm. Benning filmt einen Arbeitsvorgang in einem Stahlwerk im Ruhrgebiet. Auf einer Art Förderband fährt ein glühendes Stück Stahl ins Bild und verschwindet. Um nach kurzer Zeit wieder aufzutauchen und als feuriges, leuchtendes Material erneut durch die Aufnahme zu ziehen. Schließlich fällt ein künstlicher Regen aufs glühende Metall und die entstehende Dampfwolke erfüllt das gesamte Bild und bringt es zugleich zum Verschwinden. James Bennings kleiner Film, entstanden im Auftrag der Viennale, ist ein ebenso einfaches wie raffiniertes Stück Kino. I took the steel rolling process that takes about 10 minutes, schreibt der Filmemacher, and condensed it down to one minute by cutting out portions and hiding the elipses in time with dissolves. Viennale-Trailer 09 5

6 GALAVORSTELLUNGEN Der Eröffnungsfilm der Viennale 2009 ist La Pivellina von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Damit wird das Wiener Filmfestival zum ersten Mal in seiner Geschichte mit einer österreichischen Produktion eröffnet. Die internationale Premiere hatte der Film mit großem Erfolg beim heurigen Festival in Cannes erlebt. Bei der feierlichen Eröffnung am 22. Oktober im Gartenbaukino werden die Regisseure sowie Darsteller des Films anwesend sein. Ebenso Gast am Eröffnungsabend, neben einer Reihe weiterer Filmgäste, wird die Schauspielerin Tilda Swinton sein, der das Festival in diesem Jahr ein Tribute widmet. La Pivellina Zum Abschluss des Festivals zeigt die Viennale am 4. November die Österreichpremiere des neuesten Films der Brüder Ethan und Joel Coen A Serious Man. Der mit weitgehend unbekannten Darstellern realisierte Film zählt zu den besten Arbeiten der Coen Brothers seit Jahren. Angesiedelt in einer Kleinstadt im amerikanischen Mittelwesten im Jahr 1967 ist A Serious Man eine Komödie über eine jüdische Mittelschichtfamilie ganz im Stil des absurden, komisch-tragischen Witzes, der schon frühere Arbeiten der Coens auszeichnete. A Serious Man Anlässlich des Tribute to Timothy Carey findet am 1. November eine Galavorstellung von The World s Greatest Sinner statt. Die Viennale freut sich, eine eigens für das Festival angefertigte 35mm-Kopie zeigen zu können. FILMPREISE BEI DER VIENNALE 2009 WIENER FILMPREIS Auf Initiative der Viennale wird ab diesem Jahr der «Wiener Filmpreis» nahezu verdoppelt und in den Kategorien «Spielfilm» und «Dokumentarfilm» gesondert vergeben. Anstatt eines Preises gibt es nun zwei gleichwertige Auszeichnungen, von denen jede mit Geldspenden und Sachwerten in der Höhe von Euro dotiert ist. Die Viennale bedankt sich aus diesem Anlass sehr herzlich bei den Firmen «Kodak» und «Synchro Film & Video», die bereit waren, ihre Sachleistungen für den «Wiener Filmpreis» entscheidend zu erhöhen, sowie dem Kulturamt für die Anhebung des gestifteten Preisgeldes. Durch diese Großzügigkeit und das Engagement aller Beteiligten ist der «Wiener Filmpreis» nun doppelte Ermutigung und Anerkennung für die Arbeit österreichischer Filmemacher und Filmemacherinnen. Auch in diesem Jahr ist die Jury des Wiener Filmpreises wiederum sehr spannend und prominent besetzt. Die fünf Mitglieder der Jury, die mehr als zwei Dutzend neue, abendfüllende österreichische Produktionen sichten und darüber entscheiden, sind die Schauspielerin Marie-Christine Friedrich, die bildende Künstlerin Esther Stocker, der Konzertchef der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser, der Filmjournalist Hans Langsteiner sowie der Schriftsteller und Autor Josef Winkler. FIPRESCI PREIS FIPRESCI, der Internationale Verband der FilmkritikerInnen, wurde 1930 gegründet. Der Verband hat sich der Pflege journalistischer Ethik verschrieben und vertritt die professionellen Interessen seiner Mitglieder. Die Mitglieder des FIPRESCI-Verbandes kommen aus aller Welt und finden sich in kleinen Jurys auf zahlreichen Filmfestivals ein, um den Preis des Internationalen FilmkritikerInnenverbandes zu vergeben. Meist wählen sie dabei wie bei der Viennale aus einer Reihe von Erstlingswerken junger RegisseurInnen. Die FIPRESCI-Jury bei der Viennale 2009 besteht aus Dennis Lim (USA), Jan Lumholdt (Schweden), Thomas Taborsky (Österreich) und Milan Vlajcic (Serbien). 6

7 STANDARD VIENNALE-PUBLIKUMSPREIS «Der Standard» organisiert auch dieses Jahr wieder den viel beachteten Preis der Standard-Publikumsjury. Die Juroren wählen aus den Festivalbeiträgen einen Film aus, der noch keinen Verleih in Österreich hat. Findet der ausgezeichnete Film in der Folge einen Vertrieb, unterstützt «Der Standard» den Filmstart mit kostenlosem Anzeigenraum in der Zeitung, heuer erstmals im Wert von Euro. Die Vergabe aller Filmpreise findet im Rahmen der Abschlussgala der Viennale am 4. November im Gartenbaukino statt. VIENNALE FESTIVALZENTRUM AM BADESCHIFF Für die Dauer der Viennale 2009 dient das bekannte und beliebte «Badeschiff Wien» am Donaukanal als neuer, vielseitiger Publikumstreffpunkt und als Veranstaltungszentrum, in dem das Rahmenprogramm der Viennale mit Diskussionen, Filmgesprächen, DJ Lines und Konzerten stattfindet. So wird das Badeschiff mit allen Ebenen und Möglichkeiten zur neuen schwimmenden Festivallounge und -zentrale. In direkter und loser Assoziation zum Filmprogramm finden verschiedene Gesprächsrunden mit Persönlich keiten sowie Live- Acts prominenter, experimenteller Künstler und Künstlerinnen statt: So tritt der New Yorker Performer Kalup Linzy erstmals in Österreich auf, Filmemacher Ben Russell performed zu Live- Improvisationen von Musiker Ekkehard Ehlers, und Guo Xiaolu liest aus ihrem literarischen Werk. Tanzbare Abende folgen dem Motto «Wir sind schon mittendrin» nach dem Film von Elmar Szücs und präsentieren DJs aus dem Umfeld von Ute Bock anlässlich der Uraufführung von Bock For President in der Reihe «Home Run Neues Kino aus Österreich». Die Gespräche, Acts und Partys gehören zu den Filmen, und die Filme zu den Partys: so auch der musikalische Abend zur «Remix-Culture», die Gesprächsrunde «Für ein kleines Kino», die Diskussionsrunde mit Romuald Karmakar über seinen jüngsten Film Villalobos und die Clubculture, oder der Abend mit einem Auftritt von JSBL und DJ-Line zum Film Soul Power. Und nicht nur weil die Viennale 2009 auch zu Allerseelen stattfindet, sondern weil sich auch heuer wieder eine Auswahl äußerst innovativer lateinamerikanischer Filme im Programm findet: Unter dem Motto «La vida va en serio/das Leben meint es ernst» laden wir am 1. November zu einer Allerseelen-Lounge mit La doctora corazón. Das komplette Programm finden Sie auf Seite Badeschiff Wien An der Donaukanallände zwischen Schwedenplatz und Urania, 1010 Wien U1, U4 Schwedenplatz; Straßenbahn 1, 2 Schwedenplatz, Julius-Raab-Platz Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen und Konzerten! 7

8 DAS ABO In diesem Jahr bietet die Viennale ihren Besuchern zum ersten Mal ein Abo an. Gemeinsam mit Ö1 und mit Unterstützung von «Der Standard» hat das Festival zwei ausgewählte Abo-Schienen erstellt, zwei mal sechs besondere Filme aus dem großen Festivalangebot. Und dazu das diesjährige Viennale-Konzert im ORF RadioKulturhaus. Genannt «DAS ABO», ist dieses gemeinsame Projekt von Viennale und Ö1 eine Mischung von großen, schnell vergriffenen Publikumshits und ungewöhnlichen Entdeckungen. Dazu die Dokumentation über das legendäre Musiklabel ECM und seinen Begründer Manfred Eicher, sowie das Konzert des Schweizer Freejazzmusikers Nik Bärtsch und seiner Formation Ronin. ABO A / B: 54 Euro, ermäßigt 49 Euro FILME ABO A Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans Werner Herzog, USA 2009, 122 Min , Uhr, Gartenbaukino Ddongpari Yang Ik-june, Südkorea 2008, 130 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino Darbareye Elly Asghar Farhadi, Iran 2009, 119 Min , Uhr, Gartenbaukino L Enfer d Henri-Georges Clouzot Serge Bromberg, Ruxandra Medrea, F 2009, 94 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino Constantine Francis Lawrence, USA/D 2005, 121 Min , Uhr, Urania Sounds And Silence Peter Guyer, Norbert Wiedmer, CH/D 2009, 88 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino FILME ABO B Au voleur Sarah Leonor, F 2009, 96 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino The Deep End Scott McGehee, David Siegel, USA 2001, 100 Min , 23 Uhr, Gartenbaukino Antichrist Lars von Trier, DK/D/F/S/I 2009, 108 Min , Uhr, Gartenbaukino Berlin Stettin Volker Koepp, D 2009, 110 Min , Uhr, Gartenbaukino Sounds And Silence Peter Guyer, Norbert Wiedmer, CH/D 2009, 88 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino Singularidades de uma rapariga loura Manoel de Oliveira, P/E/F 2009, 63 Min , 18 Uhr, Gartenbaukino DAS KONZERT NIK BÄRTSCH S RONIN Ronin, die Gruppe des Züricher Pianisten Nik Bärtsch ist ein einzigartiges Ensembleprojekt von Musikern, die seit vielen Jahren miteinander spielen und eine fast telepathische Übereinstimmung erzielt haben. Es gibt bei Ronin keine solistischen Exzesse, kein Ringen um individuelle Dominanz, sondern eine kollektive Vision, an der von allen Beteiligten gearbeitet wird. Spuren von Minimal Music fließen ein, Loops, komplexe Klangschichtungen, technoide Breakbeats, ein fast «entkörperlichter» Rhythmus. Jazz? Neue Musik? Akustischer Techno? Von allem etwas und in der Mischung doch etwas völlig anderes. Man darf nach dem Willen des Bandleaders Zen Funk dazu sagen oder Ritual Groove Music. Es gehe, so Nik Bärtsch, um Ekstase durch Askese: «Am richtigen Ort nichts tun. Wenn man am falschen Ort nichts tut, ist es einfach nur langweilig.» Sonntag, 1. November 2009, 11 Uhr ORF RadioKulturhaus, 1040 Wien, Argentinierstraße 30a 8

9 FILM LESUNG MUSIK EIN ABEND MIT JOSEF WINKLER Der weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Kärntner Schriftsteller Josef Winkler ist in diesem Jahr Mitglied der Jury für den Wiener Filmpreis. Zuletzt hatte Winkler mit seiner radikalen Abrechnung mit der Kärntner Landespolitik anlässlich der Eröffnung des Ingeborg-Bachmann- Wettbewerbs für großes Aufsehen gesorgt, als er den verantwortlichen Kärntner Funktionären Korruption und Kulturlosigkeit vorwarf. Im Rahmen ihres diesjährigen Programms widmet die Viennale dem Schriftsteller eine eigene Veranstaltung unter dem Titel «Ein Abend mit Josef Winkler». Am 30. Oktober um 21 Uhr präsentiert das Festival im Künstlerhauskino die Dokumentation Der Kinoleinwandgeher von Michael Pfeifenberger, ein freies, assoziatives filmisches Portrait des Autors Josef Winkler, seiner Reisen, seiner schriftstellerischen Arbeit, seiner Familie. Dazu liest Winkler ausgewählte Texte aus seinen Büchern, und auf seine Einladung hin wird der musikalische Teil des Abends vom Sänger der Kärntner Band Naked Lunch, Oliver Welter, bestritten. FILM LESUNG MUSIK Ein Abend mit Josef Winkler Lesung: Josef Winkler, musikalische Begleitung: Oliver Welter Der Kinoleinwandgeher (Michael Pfeifenberger, A 2008, 85 Min) Freitag, 30. Oktober, 21 Uhr, Künstlerhauskino ARNULF RAINER/ ERICH VON STROHEIM EIN PROJEKT DER VIENNALE Schon seit geraumer Zeit verfolgt die Viennale das Projekt eines großen internationalen Filmpreises. Die Etablierung einer solchen jährlichen Auszeichnung soll in Zusammenarbeit von Stadt Wien und Bund erfolgen und in der Verantwortung der Viennale liegen. Dieser nach dem großen, aus Österreich stammenden Begründer des modernen Kinos, Erich von Stroheim, benannte Preis gilt dem Werk einer internationalen Filmemacherin oder eines Filmemachers und soll mit Euro dotiert sein. Gedacht als «Nobelpreis des Kinos», hätte diese von Österreich ausgehende Initiative eine bedeutende internationale Signalwirkung. Prämiert wird das Ensemble eines Werkes, das in seiner politischen Haltung und filmischen Form dem unabhängigen und radikalen Geist Erich von Stroheims verwandt ist. Neben dem Preisgeld erhält der oder die Ausgezeichnete ein Kunstwerk des Malers Arnulf Rainer, das auf Einladung der Viennale entstanden ist: die Bearbeitung einer Portraitfotografie Erich von Stroheims. Die Auseinandersetzung des Künstlers Arnulf Rainer mit dem Filmemacher Erich von Stroheim. Ein Blatt dieser Serie von insgesamt sieben außergewöhnlichen Arbeiten wird während der Dauer der Viennale in «The Window», einem großen Fenster in der Liebenberggasse 6 neben dem Gartenbaukino ausgestellt. Die gesamte Serie der Erich von Stroheim-Bearbeitungen von Arnulf Rainer wird Ende November/Anfang Dezember öffentlich vorgestellt. The Window: Arnulf Rainer / Erich von Stroheim 1010 Wien, Liebenberggasse 6 9

10 STATE OF GRACE A TRIBUTE TO TILDA SWINTON Kuratiert von Katja Wiederspahn Wenn es eine Darstellerin gibt, die sich auf ideale Weise in die Reihe der großen, bisherigen Viennale-Tributes von Lauren Bacall bis Jane Fonda einfügt und diese doch zugleich auf die schönste und radikalste Weise sprengt, so ist das der heurige Tribute-Gast des Festivals die Schauspielerin Tilda Swinton. Wie kaum eine andere Darstellerin ihrer Generation repräsentiert die 1960 in Schottland geborene Swinton die unmittelbaren Widersprüche und produktiven Eigensinnigkeiten des zeitgenössischen Kinos. Ihre Karriere, die keine ist, weil Swinton sie durch immer neue Überraschungen und Unberechenbarkeiten verweigert, beginnt Mitte der 80er-Jahre mit der Zusammenarbeit mit dem radikalen, politischen Außenseiter und großen filmischen Stilisten Derek Jarman und findet, gut 20 Jahre später, einen vorläufigen Höhepunkt mit ihrer Auszeichnung durch einen Oscar. Dazwischen liegt ein beispielloser Fächer an wunderbar eigensinnigen schauspielerischen Figuren und Erfindungen, radikalen Grenzgängerinnen und Traumwandlerinnen zwischen den Zeiten, Kulturen und Geschlechtern wie in Peter Wollens Friendships s Death (1987), Derek Jarmans Edward II (1991) oder ihrer vielleicht größten und wichtigsten Arbeit in Sally Potters Orlando (1992). Aber ebenso genaue und ganz und gar realistische Entwürfe von Frauenfiguren wie die bedingungslose, rächende Mutter in The Deep End (2001) oder die hoffnungslos getriebene Julia (2007) in Eric Zoncas Road Movie. Daneben verfolgt Tilda Swinton seit einigen Jahren das, was sie ihre «industrial spy mission in Hollywood» nennt, eine hochsensible, intelligente und äußerst erfolgreiche schauspielerische Erkundigungsreise durch das aktuelle amerikanische Studiokino von Tony Gilroys Michael Clayton (2007) über ihre Zusammenarbeit mit den Coen-Brothers oder Jim Jarmusch bis hin zum Fantasy-Film der Disney Production. Irgendwo zwischen all diesen reichen, wilden und stilisierten Filmen, zwischen Underground und Industrie, zwischen Hollywood und minoritärem Kino, liegt die geheime und wahre Heimat der einzigartigen und großen Schauspielerin und Persönlichkeit Tilda Swinton, die über sich selbst in klassischem, trockenem Understatement zu sagen pflegt: Too serious to be a dilettante. Too much of a dabbler to be a professional. Die Viennale freut sich, im Rahmen des kommenden Festivals Tilda Swinton durch ein umfangreiches Tribute zu würdigen. Gezeigt wird rund ein Dutzend ihrer wichtigsten Arbeiten, ausgewählt und kuratiert von Katja Wiederspahn. Tilda Swinton wird als Gast der Viennale persönlich dieses Tribute in Wien präsentieren. Filme Caravaggio, Derek Jarman, GB 1986 Friendship s Death, Peter Wollen, GB 1987 The Garden, Derek Jarman, GB/D 1990 Edward II, Derek Jarman, GB 1991 Man to Man, John Maybury, GB 1991 Orlando, Sally Potter, GB/Russland/F/I/NL 1992 Female Perversions, Susan Streitfeld, USA/D 1996 The Deep End, Scott McGehee, David Siegel, USA 2001 Teknolust, Lynn Hershman-Leeson, USA/D/GB 2001 Constantine, Francis Lawrence, USA/D 2005 Michael Clayton, Tony Gilroy, USA 2007 Julia, Erick Zonca, USA/F/Mexiko/B 2007 Für Tilda Swinton Au hasard Balthazar, Robert Bresson, F/S

11 FIGHT FOR US A TRIBUTE TO LINO BROCKA Im Laufe der letzten Jahre ist im philippinischen Kino so etwas wie eine filmische «Nouvelle Vague» entstanden, eine neue Generation an jungen, experimentierfreudigen Regisseuren, deren Arbeiten sich sehr eindeutig und radikal an den politischen und sozialen Gegebenheiten ihres Landes orientieren. Namen wie Lav Diaz, Brillante Mendoza, Khavn de la Cruz oder Sherad Anthony Sanchez sind aus den Festivals von Cannes bis Venedig ebenso wenig wegzudenken wie aus den internationalen Kulturinstituten und Cinematheken. Aber das kulturelle Gedächtnis des Westens ist kurz und der große und einflussreiche Filmemacher, der am Beginn des modernen philippinischen Kinos steht, jener filmische und politische Vorkämpfer, der jahrelang im Westen den Status eines asiatischen Glauber Rocha oder Pier Paolo Pasolini genoss, ist heute so gut wie vergessen. Und so liegt es an den Jungen und Wilden des philippinischen Kinos, jenen zentralen Regisseur ihres Landes Lino Brocka für uns neu zu entdecken. Auf Einladung der Viennale haben die erwähnten jungen Regisseure Khavn de la Cruz, Lav Diaz, Raya Martin, aber auch Brockas Zeitgenosse Kidlat Tahimik eine Auswahl der wichtigsten Arbeiten Lino Brockas getroffen, die die Filmemacher zum Teil persönlich beim kommenden Festival vorstellen werden. Der 1939 geborene und 1991 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Lino Brocka hat in den 20 Jahren seiner filmischen Laufbahn etwa 70 bis 80 Filme realisiert. Der überwiegende Teil davon billige, schnell gedrehte B- und C-Movies, eine Art Gebrauchskino, das sich teilweise an amerikanischen Vorbildern sowie beliebten philippinischen Comic-Serien orientierte. Brocka selbst hat diese Arbeiten nie gering geschätzt oder sich davon distanziert. Er wollte, hat Brocka erklärt, den Markt nicht dem imperialistischen Kino überlassen oder, wie er sagte, I am not interested in creating The Great Filipino Movie but in creating The Great Filipino Audience. Tatsache ist, dass Lino Brocka unter jenem Humus an Filmen eine Anzahl ganz und gar außergewöhnlicher und eigenständiger Werke geschaffen hat. Eine Art realistisches, raues, teils melodramatisches, teils geradezu interventionistisches Kino, aus dem große leidenschaftliche Wut und Zärtlichkeit sprechen. Wut über die politischen und sozialen Verhältnisse unter dem Marcos- Regime. Zärtlichkeit für ein Volk und sein Land. Mit Arbeiten wie Insiang (1976) oder Bayan Ko: Kapit sa Patalim (1985) reiht sich Lino Brocka unter jene wunderbaren Autodidakten und Primitiven des Kinos, denen jede Kunstfertigkeit und jeder Manierismus fremd sind. Die nur die Dringlichkeit kennen und jenen kürzesten Weg, der zum Herzen der Menschen führt. Filme von Lino Brocka Stardoom, Philippinen 1971 Tatlo, Dalawa, Isa, Philippinen 1974 Tinimbang Ka Ngunit Kulang, Philippinen 1974 Maynila: Sa mga Kuko ng Liwanag, Philippinen 1975 Insiang, Philippinen 1976 Ina, Kapatid, Anak, Philippinen 1979 Jaguar, Philippinen 1979 Bona, Philippinen 1980 Bayan Ko: Kapit sa Patalim, Philippinen/F 1985 Signed: Lino Brocka, Christian Blackwood, USA

12 CINEMA JUSTICE A TRIBUTE TO TIMOTHY CAREY Kuratiert von Vassily Bourikas Das dem amerikanischen Schauspieler und Filmemacher Timothy Carey gewidmete Tribute ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Programmpunkt der diesjährigen Viennale. Timothy Careys Arbeit ist zu eigenwillig, zu sehr abseits der üblichen Kinoerwartungen, um als eine klassische Hommage gelten zu können. Dennoch ist es die längst überfällige Würdigung und Wertschätzung für ein absolut originelles und eigenwilliges Werk sowohl als schauspielerische Leistung, als auch als die Arbeit eines mutigen, wilden filmischen Autodidakten. Als Darsteller in größeren und kleineren Rollen unter anderem in Filmen von Stanley Kubrick, Elia Kazan oder John Cassavetes, aber vor allem in seinen beiden eigenen Arbeiten The World s Greatest Sinner und Tweet s Ladies of Pasadena entwickelte Carey eine ganz außergewöhnliche, einprägsame physische Intensität und an die Grenzen realistischer Darstellung gehende Direktheit und Präsenz. Mit seinem in eigener Regie im Jahre 1962 entstandenen The World s Greatest Sinner schuf Carey ein traumwandlerisches, surrealistisches, jeder Wahrscheinlichkeit und Konvention spottendes, höchst persönliches Meisterwerk des unabhängigen Kinos, das sich jeder Kategorisierung und Erklärung entzieht. Timothy Carey spielt darin einen Versicherungsmakler und Familienvater, der eines Tages beschließt, sein altes Leben aufzugeben, um nichts weniger zu werden als Gott. Für Künstler wie Frank Zappa, Francis Ford Coppola oder John Cassavettes wurde Carey vor allem durch diesen Film zu einem Vorbild und Bezugspunkt in einem von Konformismus und Mittelmäßigkeit geprägten kulturellen Klima im Amerika zu Beginn der 60er Jahre. Die Viennale hat in Zusammenarbeit mit Timothy Careys Sohn Romeo Carey dieses Programm zum Anlass genommen, nach vielen Jahren wieder eine neue Kopie des Films herstellen zu lassen. Romeo Carey wird als Gast der Viennale 15 Jahre nach dem Tod seines Vaters erstmalig in Europa ein umfassendes Tribute für Timothy Carey präsentieren. Kuratiert wurde das Programm von dem griechischen Filmemacher und Kritiker Vassily Bourikas. Filme Paths Of Glory, Stanley Kubrick, USA 1957 Poor White Trash, Harold Daniels, USA 1957/1961 The World s Greatest Sinner, Timothy Carey, USA 1962 Head, Bob Rafelson, USA 1968 Tweet s Ladies of Pasadena, Timothy Carey, USA 1970 Minnie And Moskowitz, John Cassavetes, USA 1971 Cinema Justice, Timothy Carey, USA 1972 Making Sinner (Work In Progress), Romeo Carey, USA

13 SPECIAL PROGRAM DIE ZUKUNFT DES KINOS Ausgewählte Arbeiten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Kuratiert von Hartmut Bitomsky Die dffb (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) zeigt auf der diesjährigen Viennale vier Programme mit insgesamt 25 studentischen Filmen. Sie sind mehrheitlich in den letzten fünf Jahren entstanden, durchsetzt von einigen wenigen Filmen aus den Jahrzehnten davor, gewissermaßen als vereinzelte Wegsteine, die wie Markierungen die Geschichte der dffb andeuten mögen. Mehr wird von ihnen nicht verlangt. Es handelt sich also keinesfalls um eine repräsentative Auswahl. Getroffen wurde sie vom scheidenden dffb Direktor, Hartmut Bitomsky, mit Unterstützung von den Kollegen der Studienleitung. Es sind Arbeiten jeglicher Machart und Stilistik, unterschiedlichster Provenienz und Genres, beheimatet zwischen Kino und Fernsehen. Gegensätzlicher geht es wohl kaum. Obwohl es an der dffb Maßstäbe gibt aber sie changieren und variieren, von Film zu Film, oftmals sogar innerhalb eines Films. Wie anders könnte es bei Studentenfilmen sein? Die Ausbildung an der dffb ist von der Arbeit angetrieben. Natürlich gibt es bei uns Seminare, Workshops und Am See Kurse. Es geht bestimmt nicht um ein simples «learning by doing». Aber im Herzen der Akademie dreht sich alles um das Filmemachen. Es soll intelligent und mutig sein und etwas riskieren. Denn wir arbeiten an der Zukunft, in der die Studenten unsere Filmemacher sein werden. Wir arbeiten an der Zukunft des Kinos. Deshalb sind die Studenten aufgefordert, das Filmemachen für sich und für uns neu zu erfinden Irrtümer und Fehlproben eingeschlossen. Es ist ein Tiegel, in dem die Elemente des Filmemachens kochen, um in die neue Form gegossen zu werden. Und so sind in letzter Zeit jedes Jahr mehr als 240 Filme entstanden: größere und kleine, lange und kurze, Spielfilme, Dokumentarfilme, Übungen, Experimente, Späße und Launen. Manches davon wird niemals fertig, anderes braucht Jahre, das meiste jedoch erblickt das Licht der Welt auf die eine oder andere Weise. Die dffb ist nicht nur eine Akademie, sondern auch ein regelrechtes und mehr als klassisches Filmstudio, diesseits des Randes von einem Markt, der heutzutage sowieso nur als Einbildung, Propaganda oder Gipsbett existiert. Die Handgriffe bilden sich noch am Gegenstand ab: und sie werden sichtbar. Hartmut Bitomsky Filme The Green Beret, Carlos Bustamante, BRD 1967 Der einsame Wanderer, Philip Werner Sauber, BRD 1967 BRDDR, Lilly Grote, Irina Hoppe, BRD 1981 Honeymoon, Marc Schlichter, Bernd Löhr, D 1990 Schöne gelbe Farbe, Angela Schanelec, D 1991 Süden, Christian Petzold, D 1990 Kroko, Sylke Enders, D 2001 Am See, Ulrike von Ribbeck, D 2002 Die amerikanische Botschaft, David Sieveking, D 2004 Blackout, Maximilian Erlenwein, D 2005 Tempelhof, Eva Stotz, D 2005 Firn, Axel Koenzen, D 2006 Geburtstag, Lawrence Tooley, D 2006 Gimmy Your Shoes, Anika Wangard, D 2006 Hase und Glück, Ikiru, D 2006 Délire de négation, Janosch Orlowsky, D 2007 Mein Vater schläft, Grzegorz Muskala, D 2007 Red, Joanna Asthon-Jones, D 2007 Vor dem Konzert, IJ. Biermann, D 2007 Es war einmal ein König, Katharina Wyss, D 2008 Moonlight, Piotr Reimer, D 2008 Was bleibt, David Nawrath, D 2008 Kokon, Till Kleinert, D 2009 Lenny, Cyril Amon Schaublin, D 2009 Spatzen, Jan Speckenbach, D

14 SPECIAL PROGRAM SHE, A CHINESE. Die Filmemacherin Guo Xiaolu Sie arbeitet in allen filmischen Genres, nützt das Fiktionale im Dokumentarfilm, das Realistische im Spielfilm und die minimalistische Poetik im Kurzfilm: Die junge chinesische Filmemacherin Guo Xiaolu. Ihr jüngster Spielfilm She, a Chinese wurde mit dem Goldenen Leoparden in Locarno ausgezeichnet und ihr Filmessay Women cengjing de wuchanzhe erfuhr soeben bei den Filmfestspielen in Venedig seine Uraufführung. Geboren in einem Fischerdorf in Südchina, studierte Guo Xiaolu an der Filmakademie in Beijing und lebte von 2002 bis 2008 in London: Ihre intellektuellen wie konkreten Reisen sind fruchtbarer Nährboden für ihre We Went to Wonderland künstlerische Arbeit. Aber was Guo Xiaolu vor allem anderen auszeichnet, sind ihre Haltung und ihr durchdringender Blick auf wiederkehrende Themen: Die sich in radikalem Tempo erneuernde Stadt Beijing mit ihrer faszinierenden und abstoßenden Großstadtkühle; der grundlegende Konflikt von Menschen, deren Lebensglück sich in einer politisch verordneten Kollektivgesellschaft verliert; ihr kritischer Blick auf die europäische Kultur; und, nicht zuletzt, die Beziehung zwischen Frau und Mann. Guo Xiaolu selbst scheint weder in einer Ideologie noch in einer Kultur beheimatet zu sein. Genau deshalb ist sie eine wunderbare Seismographin und unkorrupte Beobachterin für beides. Als Sprachrohr einer jungen, unnostalgischen Generation erfindet Guo Xiaolu in gewisser Weise Begriffe wie «Heimat», «Politik» und «Selbstbestimmung» neu, und dies in einem Stil, der ebenso realistisch wie poetisch wie rockig ist. Die Viennale zeigt als erstes Festival weltweit das bisherige Gesamtwerk von Guo Xiaolu, die Gast des Wiener Festivals ist. Zudem liest Guo Xiaolu, die auch als Schriftstellerin einen Namen hat, am 3. November um 19 Uhr im Festivalzentrum am Badeschiff aus ihren Romanen. Filme Far And Near, GB/China 2003 The Concrete Revolution, GB/China 2004 Jin tian de yu ze me yang?, China/GB 2006 Min xin pian, China 2006 We Went to Wonderland, GB 2007 An Archeologist s Sunday, China/I Short Films about Home, China/GB/D 2009 Weltpremiere bei der Viennale

15 SPECIAL PROGRAM EARLY AUSTRIANS (Österreichisches Kino ) Ein Programm des Filmarchiv Austria Kuratiert von Anton Thaller und Nikolaus Wostry Nur undeutlich umrissen und anekdotenhaft überliefert präsentierten sich bisher die Anfänge der österreichischen Filmproduktion leuchtende Pionierfiguren haben sich ebenso wenig ins nationale Gedächtnis eingeschrieben wie ein allererstes, identitätsstiftendes Kinostück, das für einen Gründer - mythos taugt. In der Tat gab es bisher auch wenig Handfestes, auf das sich eine nationale Filmgeschichtsschreibung berufen konnte. Noch vor einigen Jahren galten nicht einmal 3% der rund 400 bis 1918 produzierten österreichischen Spielfilme als erhalten. Mit systematischen, international angelegten Suchprogrammen ist es dem Filmarchiv Austria gelungen, an die fünfzig heimische Eröffnung der Kärnter Landes-Handwerkerausstellung Produktionen vor 1918 wiederzuentdecken und in aufwändigen Restaurierungsprojekten für die Leinwand zurückzugewinnen. Damit sind erstmals Grundlagen für eine Landvermessung der frühen österreichischen Filmgeschichte geschaffen. Zur Viennale 2009 stellt das Filmarchiv Austria unter dem Titel «Early Austrians» mit zwölf Programmen eine Übersichtsschau, einen Entwurf zu einem Katalog der österreichischen Filmproduktion bis 1918 vor. Damit lassen sich erste Orientierungsmarken in einem noch kaum erkundeten Terrain setzen, erste Schlaglichter erhellen Konturen einer Filmlandschaft von überraschender Vielfalt und voller schillernder Fundstücke. Österreichische Kinopioniere, das waren Fotografen, Techniker und Erfinder, Schriftsteller aber auch Schauspieler, Kellner und Handwerker, die allesamt dem Manufakturellen näher standen als der industriellen Filmproduktion. Fehlende Mittel wurden mit umso mehr Improvisationstalent kompensiert. Entstanden sind teilweise erstaunlich kreative Kinostücke, die durchaus auf der Höhe ihrer Zeit lagen. Maß genommen wurde dabei weniger an den Erwartungen des kulturellen Establishments als an den Gesetzen der Schaulust. Spielerisch und bisweilen noch heute verblüffend, erprobten die abenteuerlustigen Entrepreneure der Moderne lustvoll die Möglichkeiten und Effekte des neuen Mediums. Dabei wurden viele populärkulturellen Genres durchdekliniert von Anzengruber schen Volksstücken bis zur Inszenierung rasanter Detektivstoffe. Die Filmschau «Early Austrians» verbreitert die Materialbasis für eine Neubewertung der österreichischen Filmgeschichte bis 1918 sie versteht sich dabei als Beitrag zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes dessen, was man bisher unter österreichischer Filmgeschichte verstanden hat. Für neue Töne sorgen die von jungen österreichischen Künstlerinnen und Künstlern erstellten Musikscores, die zu sämtlichen Stummfilmprogrammen live aufgeführt werden. 15

16 RETROSPEKTIVE THE UNQUIET AMERICAN Transgressive Comedies from the U.S. EIN PROGRAMM VON VIENNALE UND ÖSTERREICHISCHEM FILMMUSEUM Kuratiert von Jonathan Rosenbaum Irgendwann einmal konnten wie der Titel von Graham Greenes anti-amerikanischem Roman «Der stille Amerikaner» aus dem Jahr 1955, der in Vietnam spielt, suggeriert gewisse Amerikaner, sogar boshafte, scheinbar als «still» bezeichnet werden. Doch selbst wenn Teddy Roosevelt ( ) um die Jahrhundertwende einem Freund riet: «Sprich leise (und höflich), aber trage stets einen dicken Knüppel bei dir», darf man anzweifeln, wie genau dies wirklich amerikanisches Verhalten beschrieb. Und mehr als ein Jahrhundert später, in der Ära unmittelbar nach der achtjährigen Regierungszeit von George W. Bush, scheinen Amerikaner ob ihrer Ignoranz selten still und zurückhaltend zu sein, sondern tatsächlich laut und angeberisch. Und das ist es, was den Titel meiner Retrospektive «The Unquiet American. Transgressive Comedies from the U.S.» anregte, der eine Art von rücksichtsloser, ungezügelter und oft solipsistischer amerikanischer Geisteshaltung postuliert, die erheiternd und gefährlich zugleich ist, die Anarchie, Chaos und andere Arten von transgressivem Durcheinander verbreitet, worauf auch immer sie trifft. Diese Komödien sind sich in ihren besten Momenten dieser Geisteshaltung bewusst und setzen sie als Instrument zur Entdeckung sowie als Objekt für Satire und soziale Kritik ein. Was in meiner absichtlich eklektischen Übersicht unübersehbar fehlt, sind die bürgerlichen Komödien von Woody Allen, die meiner Ansicht nach ein wenig zu sehr mit sich selbst zufrieden sind, um als still oder transgressiv klassifiziert werden zu können (obwohl ich, wäre das Programm umfangreicher, What s Up, Tiger Lily? inkludiert hätte, ein früheres Werk, das Allen in seinen eigenen Filmographien normalerweise weglässt). Eher charakteristisch für das, was mir vorschwebt, sind die total witzigen Arbeiterklasse-Komödien mit Jerry Lewis (wie The Ladies Man), sowie die Pop-Art Satire von Frank Tashlin über Comic-Hefte (Artists And Models) und Werbung (Will Success Spoil Rock Hunter?). Und was ein gehobeneres Milieu anbelangt, bevorzuge ich die zynischere Betrachtung von amerikanischem Reichtum in Filmen wie Christmas In July, Gentlemen Prefer Blondes und Avanti! oder selbst die Entfremdung vom Arbeiterklasseleben, die in Albert Brooks Real Life und Lost In America zum Ausdruck kommt. Ich habe meine Auswahl in fünf thematische Kategorien gegliedert. «Americans Abroad» reicht von so nahe liegenden (wenn auch unbeachteten) Werken wie The Three Caballeros, Mr. Freedom und Ishtar zur weniger offensichtlichen Matinee von Joe Dante ein Nachfolger von Tashlin, der 1962 (im Jahr der Kubakrise) klare Verbindungen zwischen Nervenkriegen und den Horrorfilmen von William Castle schafft. «Class Tensions and Ethnic Tensions» umfasst das schwarze Kino von Wendell B. Harris Junior (Chameleon Street) ebenso wie den scharfen (wenn auch indirekten) jüdischen Antisemitismus in Elaine Mays The Heartbreak Kid, und nicht zuletzt Warren Beattys Annäherung an Klasse wie auch Rasse in Bulworth. «Cultural Tensions» vereinigt den Hass eines amerikanischen Kindes gegenüber hoher europäischer Kultur (The 5,000 Fingers of Dr. T.), Jack Smiths skandalöse Würdigung von Hollywood in Flaming Creatures und Douglas Fairbanks Verachtung von Freud scher Fashion (When the Clouds Roll By). «Deconstructive Anarchy and Romantic Anarchy» schafft Platz für das Vergnügen, riesige Kulissen zu zerstören (Steven Spielbergs 1941), Patriotismus (Duck Soup von Leo McCarey und den Marx Brothers) und Kino als solches (zu verdanken: Tex Avery, Albert Brooks, Dave Fleischer, Spike Jonze und Buster Keaton). Und zuletzt die Kategorie «Sexual Tensions» ein typisch amerikanisches Thema aus der Sicht von Jerry Lewis (The Ladies Man), Howard Hawks (Monkey Business), John Waters (Female Trouble) und anderen. Jonathan Rosenbaum Begleitend zur Retrospektive finden Publikumsgespräche und Podiumsdiskussionen statt. Zum Programm erscheint ein umfassender Katalog mit Originaltexten und Essays von Jonathan Rosenbaum. 7. Oktober bis 5. November 2009 Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien Tel.: 01/

17 VIENNALE FESTIVALZENTRUM AM BADESCHIFF An der Donaukanallände zwischen Schwedenplatz und Urania, 1010 Wien U1, U4 Schwedenplatz; Straßenbahn 1, 2 Schwedenplatz, Julius-Raab-Platz Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen und Konzerten! Auf dem Wasser laden wir Sie in diesem Jahr zu den Rahmenveranstaltungen, Gesprächen und Partys der Viennale 2009 ein: Das Festivalzentrum befindet sich heuer erstmals am Badeschiff beim Schwedenplatz. TALKIN TILDA SWINTON SA, 24. OKTOBER, UHR, auf englisch Anläßlich des V 09 Tributes an Tilda Swinton findet ein Gespräch mit der Schauspielerin über ihre Arbeit, ihren künstlerischen Werdegang sowie über aktuelle Projekte wie The Invisible Frame (Regie: Cynthia Beatt) statt. Mit Tilda Swinton und Cynthia Beatt. ON NEOLIBERALISM MO, 26. OKTOBER, 19 UHR, auf englisch Mit: Susan George, Richard Brouillette In L Encerclement erforscht Richard Brouillette die ideologischen Seiten des Neoliberalismus. Exklusiv am Badeschiff zu Gast ist die amerikanisch-französische Politologin und Schriftstellerin Susan George (Autorin u.a. von «Change it! Anleitung zum politischen Ungehorsam», 2006). VON TAG ZU TAG LIVE AUS DEM FESTIVALZENTRUM Mit: Josef Winkler und Rainer Rosenberg DI, 27. OKTOBER, 14 UHR Zu Gast bei der Ö1-Sendung von «Von Tag zu Tag», moderiert von Rainer Rosenberg, ist der Schriftsteller Josef Winkler. Winkler ist in diesem Jahr Mitgied der Jury für den Wiener Filmpreis. Darüberhinaus widmet ihm die Viennale im Rahmen ihres Programms einen eigenen Abend. FÜR EIN KLEINES KINO. FR, 30. OKTOBER, 18 UHR, auf deutsch Mit: Hartmut Bitomsky, Klaus Wyborny, Tizza Covi, Eve Heller, u.a.; Moderation: Hans Hurch Das Programm der Viennale erfährt seit vielen Jahren seine internationale Anerkennung u.a. auch aufgrund der zahlreichen unabhängig produzierten Filme. Das Special Program dffb, zahlreiche Beispiele des avantgardistischen Films, sowie die Reihe «Home Run Neues österreichisches Kino» bieten heuer Anlass zu einem Gespräch über aktuelle Fördertendenzen und -ideologien. ONE NATION UNDER A GROOVE SA, 31. OKTOBER, 18 UHR, auf deutsch Mit: Romuald Karmakar, Phillip Sollmann aka Efdemin, u.a. Karmakars jüngster Film Villalobos begleitet Star-DJ Ricardo Villalobos bei seiner Arbeit. Anlass zu einem Gespräch über Emotionalisierung und Massenkultur in einer scheinbar individualistischen Gesellschaft. SHIRIN NESHAT UND SHOJA AZARI SO, 1. NOVEMBER, 18 UHR, auf englisch Shirin Neshats erster langer Spielfilm Women Without Men, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Shoja Azari, wurde soeben in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Die Medienkünstler Neshat und Azari stehen beide für eine kulturübergreifende, politisch motivierte und ästhetisch erforschende Kunst. 18

18 PERFORMIN ON BECOMING Ben Russell Meets Ekkehard Ehlers MO, 26. OKTOBER, 21 UHR (LADERAUM) «On Becoming» ist eine Live-Performance, in der Medienkünstler und Filmemacher Ben Russell (Trypps #1 #6) einen «virtuellen Mantel der Unsichtbarkeit anzieht» und sich in alles und nichts verwandelt. Er verwendet dabei eine ausgefeilte low-tech Video- Camouflage und wird begleitet von Ekkehard Ehlers, über dessen avantgardistische Samplekunst die BBC schrieb: Ehlers music toys with your perceptions a little, opening up a space to think. Im Anschluss: DJs Yasmina Haddad, Kurt Heidecker SWEET, SAMPLED AND LEFTOVA Performance von Kalup Linzy DI, 27. OKTOBER, 23 UHR (LADERAUM) A star is born. His name is Kalup Linzy, schrieb die New York Times. Kalup Linzys Repertoire ist so breit wie die amerikanische (Kunst- und Populär-)geschichte lang. Als Sänger, Videokünstler und Performer, oft auch in Drag, inspiriert er sich an Soaps und an der mit früher Videokunst assoziierten Do-It-Yourself-Ästhetik ebenso wie an der Tradition der afroamerikanischen Stand-up-Comedians und der Minstrel-Musik. «THE INSECT TRAINER» AND OTHER WRITINGS BY TIMOTHY CAREY Lesung von Romeo Carey MO, 2. NOVEMBER, 21 UHR, auf englisch Romeo Carey liest aus «The Insect Trainer» (1992), dem letzten von Timothy Careys subversiven, komisch-rebellischen Werken, sowie aus weiteren Schriften und Gedichten aus dem Nachlass und dem Universum seines Vaters. Anschließend entführt Thomas «The Beast» Mießgang musikalisch in Timothy Careys Welt und Zeit. Tanzbar und nicht frei von Überraschungen. Im Anschluss: Thomas Mießgang an den Turntables UFO IN HER EYES Lesung von Guo Xiaolu DI, 3. NOVEMBER, 19 UHR, englisch und deutsch auf deutsch liest Steffen Höld Guo Xiaolu, prominente Vertreterin einer neuen Generation chinesischer Künstler, ist geprägt von der sich rasch verändernden Stadtkultur Beijings und ihrer Wahlheimat London. Liebe und Sex, Heimat und Fremde, Gesellschaft und Einzelgängertum sind ihre Themen, geschrieben in einer schnörkellosen, unprätenziösen Sprache. THE WORLD OF ELFIN SADDLE Film und Konzert DI, 3. NOVEMBER, 22 UHR (LADERAUM) Elfin Saddle legen mit ihrem jüngsten Album ein bezaubernd schönes Konglomerat aus Folk, Indie und Pop vor. Erdig, gewaltig und naturverbunden ist nicht nur ihre Musik, sondern auch der Kurzfilm des Duos: Wurld erzählt die Geschichte des kulturellen Fortschritts, der seinen Ursprung in der Natur hat. Wurld (R: Emi Honda, Jordan McKenzie, Kanada 2009, 25 min, Video) Im Anschluss: Don & Ian (Constellation Records) an den Turntables In Kooperation mit PARTYS A GUY CALLED GERALD eröffnet das neue Viennale Festivalzentrum am Badeschiff. DO, 22. OKTOBER, AB 22 UHR Bekannt dafür, in vielen Dance-Genres heimisch zu sein, arbeitet der britische DJ und Producer einerseits mit Größen der elektronischen Szene wie Tricky oder Goldie, aber auch mit Musikern wie David Bowie zusammen. Für immer berühmt bleibt Gerald Simpson für seinen Hit «Voodoo Ray», dessen Sound zwischen Detroit Techno und Housemusik aus Chicago anzusiedeln ist. Weitere DJs: 7Samurai & bionic kid 19

19 WIR SIND SCHON MITTENDRIN MI, 23. OKTOBER, AB 22 UHR DJs: Slim Schludy, Gri-Gri Das Motto des Abends ist an den gleichnamigen Film von Elmar Szücs angelehnt, in dem die «Generation unentschieden» der ewig 29-Jährigen in Augenschein genommen wird. Die musikalische Aufarbeitung übernehmen Slim Schludy aus Hamburg und Gri-Gri. FILMEMACHERINNEN AN DEN PLATTENTELLERN 1 SA, 24. OKTOBER, AB 22 UHR Das beliebte Format «FilmemacherInnen an den Plattentellern», bei dem Festivalgäste ihre Lieblingsplatten auflegen, wird an diesem Abend u. a. gestaltet von: Carlos Serrano Azcona (El árbol), Ben Russell (Trypps #1 #6) Günter Schwaiger (Arena), C.W. Winter, Anders Edström (beide The Anchorage) Moderation: Dietmar Schwärzler; DJ: Christian Egger PARTY FOR BOCK! SO, 25. OKTOBER, AB 22 UHR Anlässlich der Uraufführung von Bock For President (R: Houchang und Tom-Dariusch Allahyari) legen DJs aus dem Umfeld des Vereins «Flüchtlingsprojekt Ute Bock» einen Abend lang im Festivalzentrum auf. UNQUIET MI, 28. OKTOBER, AB 22 UHR DJs: Sweet Susie und Heinrich Deisl Inspiriert vom Filmprogramm der Retrospektive «The Unquiet American» legen die DJs Sweet Susie und Heinrich Deisl einen Mix aus Filmsoundtracks, Dub-Musik und Ähnlichem mehr auf. Tanzbar. In Kooperation mit REMIX MANIFESTO DO, 29. OKTOBER, AB 21 UHR Ein Themenabend zur «Remix-Culture» kulturelle Revolution für die einen, widersprüchliche Philosophie für die anderen, wie der Film RIP: A Remix Manifesto von Brett Gaylor mit Statements von Kultanwalt Lawrence Lessig darlegt. Djs: Manuel Fronhofer, Philipp L Heritier, Marco Weise In Kooperation mit FILMEMACHERINNEN AN DEN PLATTENTELLERN 2 FR, 30. OKTOBER, AB 22 UHR An diesem Abend legen u.a. folgende FilmemacherInnen auf: Sabine Marte (b-star, untötbar!), Andrew Bujalski (Beeswax), Khavn (Kurator «Tribute to Lino Brocka») Moderation und DJ: Aki Beckmann SOUL POWERED SA, 31. OKTOBER, AB 22 UHR Live: JSBL (Affine Records); DJs BTO Spider (FM4), Zuzee (Waxolutionists), Emodee (Mental Crates) & Trishes (MPM, FM4) JSBL, die Wiener Supergroup des futuristischen Funk, haben eigens für diesen Abend Songs von James Brown einstudiert und neu gedeutet. Anschließend im Laderaum: klassischer Funk und seine Bezüge zur Gegenwart. In Kooperation mit LA VIDA VA EN SERIO / DAS LEBEN MEINT ES ERNST SO, 1. NOVEMBER, AB 21 UHR Mit: La doctora corazón Eine Auswahl äußerst innovativer, formal und inhaltlich überraschender Arbeiten aus Lateinamerika bereichern das Hauptprogramm. Anlass genug für eine mexikanischlateinamerikanische Lounge. Die charismatische mexikanische Sängerin Angelica Castello aka La doctora corazón betätigt sich als DJ. 20

20 PILOOSKI beendet die Viennale 2009 am Badeschiff. MI, 4. NOVEMBER, AB 22 UHR Pilooski verarbeitet unkonventionelle, selten gehörte, vergessene oder aber gerade erst wieder entdeckte Musik auf seine ganz eigene Art und spart dabei kaum ein Genre aus: Von House über Electro, Leftfield und Disco bis hin zu Krautrock, Industrial, Soundtracks oder auch Rhythm n Blues ist alles dabei. Weitere DJs: Mr. Guan (The Loud Minority), Mr. Wisdom HOSTING QUEER TUESDAY DI, 27. OKTOBER, 21 UHR (HAUPTDECK) Parallel zur Performance von Kalup Linzy findet der Queer Tuesday Club statt. TECHNOKRÄNZCHEN fairytales by gebrüder grün MI, 28. OKTOBER, 22 UHR (LADERAUM) Das Technokränzchen als musikalische Kontrastierung zum «Unquiet»-Abend. JEUNESSE KLASSIK IM CLUB STRINGS VS. SAXES Mit: delian::quartett, quartett.konsax.wien; DJ-Line by John Megill DO, 29. OKTOBER, 20 UHR (LADERAUM) Mit der Schiene «Klassik im Club» ist Jeunesse zu Gast im Viennale Festivalzentrum. In Kooperation mit TECHNOKRÄNZCHEN SPEZIAL hosted by Beppo Ton, herb piper, isili und mepht FR, 30. OKTOBER, 22 UHR 21

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