Der Kleine Kiel-Kanal entsteht an der Holstenbrücke. Ein Projekt von und für alle Kielerinnen und Kieler. Protokoll

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1 Der Kleine Kiel-Kanal entsteht an der Holstenbrücke. Ein Projekt von und für alle Kielerinnen und Kieler. Protokoll AUFTAKTABEND 28.OKT.14

2 Auftraggeber Landeshauptstadt Kiel, Stadtplanungsamt Fleethörn 9, Kiel Tel: (0431) , Verfahrensbetreuung büro luchterhandt Daniel Luchterhandt, Karolin Kaiser, Ann-Kristin Schlapkohl Shanghaiallee 6, Hamburg Tel: (040) Fax: (040) web: 2

3 Programm Dienstag, 28. Oktober bis Uhr Rathaus, 2. OG Rotunde Begrüßung und Einführung Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister Peter Todeskino, Bürgermeister Vorstellung des Entwurfs bgmr, Berlin Dr. Carlo Becker, bgmr Berlin Erläuterung des Beteiligungsprozesses und seiner Meilensteine Daniel Luchterhandt, büro luchterhandt, Hamburg Markt der Möglichkeiten Teilraum 1 (Wasserplatz) Teilraum 2 (Kanalkanten Ost und West) Teilraum 3 (Kanalkopf im Nordwesten) Thema Verkehr Zukunftsmodell Resümee Ende 3

4 Protokoll Die Schaffung einer Wasserverbindung zwischen dem Bootshafen und dem Kleinen Kiel ist eine der Ideen, die im Rahmen einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung (2009) erarbeitet wurden. Im Herbst 2012 ist dazu ein Planungswettbewerb durchgeführt worden. Die als Sieger hervorgegangene Arbeitsgemeinschaft aus dem Landschaftsarchitekturbüro bgmr, Berlin, Stadtplanungsbüro yellow z urbanism architecture, Zürich/Berlin und Ingenieurbüro Obermeyer, Potsdam hat ihren Entwurf zum Kleinen Kiel-Kanal seitdem weiter ausgearbeitet. In der weiteren Bearbeitung nimmt die Mitarbeit der Bevölkerung einen großen Stellenwert ein. Alle Kielerinnen und Kieler sollen bei der Konkretisierung des Entwurfs beteiligt werden. Mit der Auftaktveranstaltung am 28. Oktober 2014 zum Kleinen Kiel-Kanal startete die Landeshauptstadt Kiel diesen Mitwirkungsprozess, indem gemeinsam mit allen Kielerinnen und Kielern der Entwurf weiterentwickelt und konkretisiert werden soll. Etwa 120 Personen kamen am Dienstagabend in die Rotunde des Kieler Rathauses, um sich mit den Planern und Vertretern aus Politik und Behörden über die bisherige Planung auszutauschen und diese zu konkretisieren. BegrüSSung und Einführung Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer begrüßt die Anwesenden. Er erläutert, dass er nach einer anfänglichen Skepsis gegenüber dem Vorhaben mittlerweile vom Kleinen Kiel-Kanal überzeugt sei. Die Ausgangssituation der notwendigen Sanierung der Holsten brücke könne genutzt werden, um mit dem Kleinen Kiel-Kanal einen attraktiven öffentlichen Raum für alle Bürgerinnen und Bürgern in der Kieler Innenstadt zu schaffen. Es sei nun für den weiteren Prozess wichtig, möglichst vielfältige Ideen der Kielerinnen und Kieler aufzunehmen, um die Planung zu optimieren. Bürgermeister Peter Todeskino betont, dass der Kleine Kiel-Kanal ein wichtiger Meilenstein zur Entwicklung der Innenstadt sei und zu einer wesentlichen Steigerung der Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume und somit auch der Verweildauer der Besucherinnen und Besucher führen könne. Er äußert seine Vorfreude auf den Abend und auf zahlreiche interessante Gespräche. Herr Daniel Luchterhandt vom büro luchterhandt aus Hamburg begrüßt die Anwesenden als Moderator und stellt das Programm und die Struktur der Veranstaltung vor. 4

5 Vorstellung des Entwurfs Im Anschluß präsentiert Dr. Carlo Becker vom Landschaftsarchitekturbüro bgmr aus Berlin die Grundzüge des Entwurfes zum Kleinen Kiel-Kanal. Dieser habe zum Ziel, die Stadt näher ans Wasser zu bringen und die beiden bisher durch die Holstenbrücke getrennten Innenstadtteile miteinander zu vereinen. Er erläutert die Grundzüge der Planung, indem er die einzelnen Teilräume des Kanals, die auch für den anschließenden Abend die Diskussionsgrundlage bilden, von Norden nach Süden beschreibt. Beteiligungsprozess und seine Meilensteine Daniel Luchterhandt erläutert zuletzt den bevorstehenden Prozess zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Im Mittelpunkt des Beteiligungsprozesses steht das sechs Meter langes Modell, das die zukünftige Wasserverbindung zwischen dem Kleinen Kiel und dem Bootshafen zeigt. An dem Modell sollen in einer Folge von Veranstaltungen die geplanten Maßnahmen diskutiert, Veränderungsvorschläge erörtert und neue Ideen eingebaut werden. Durch die Ergänzungen wird sich das Modell fortlaufend weiterentwickeln und als Zukunftsmodell die Wünsche der Kielerinnen und Kieler dokumentieren. Markt der Möglichkeiten Nach einer ersten Rückfragerunde sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, den Dialog auf dem Markt der Möglichkeiten fortzuführen. An vier Ständen können sich die Kielerinnen und Kieler mit Experten zu dem Thema Verkehr und der Gestaltung der Teilräume Wasserplatz, Kanalkanten Ost und West sowie den Kanalkopf im Norden verständigen und eigene Ideen einbringen. den fünften Stand stellt das große Zukunftsmodell dar. Hier können direkt neue Ideen und Vorschläge eingebracht und auf Problem stellen des Entwurfs aufmerksam gemacht werden. Folgende Kommentare und Anregungen sind an den einzelnen Stationen eingegangen: 5

6 Allgemeine Hinweise Positive Aspekte - Kleiner Kiel-Kanal löst umfangreiche Investitionen der direkten Anlieger aus - Aufwertung der Gebäudesubstanz Kritische Aspekte - Konzept mit dem Wasser sinnlos. Es gibt bereits genug Wasser in der Stadt. Neue Ideen - Zur Belebung der oberen Holstenstraße den Alten Markt als Marktplatz reaktivieren - StudentInnen der Muthesius-Hochschule könnten bei der Gestaltung eingebunden werden - geringere Wassertiefe - Viel Natur, Schilf, Seerosen und vielleicht einige Enten, die vorbeikommen. - Buchten im Kanal ausbilden, geometrische Form auflockern - Vom Wasserbecken einen durchgängigen Kanal zum kleinen Kiel schaffen. Brücken gehören zur Wasserstadt Kiel! Offene Fragen - Wieso wird der Bootshafen nicht in die Planung eingebunden? - Wie soll der Blickkontakt zur Förde geöffnet werden? - Kann/sollte man das Geld nicht in wichtigere Dinge investieren? - Wie sieht die Farbgestaltung aus? - Wie wird man - ohne Zaun - den Wasservögeln und den nächtlichen Müll-ins- Wasser- Werfern Herr? 6

7 Teilraum 1 - Wasserplatz Positive Aspekte - Auflockerung der geometrischen Form durch die Steine - Variation in der Ufergestaltung zwischen Kleinem Kiel-Kanal und Bootshafen - Die Schwedensteine sind klasse! Kritische Aspekte - Historischer Bezug fehlt - Idee: Information, Kunst! - fehlende Aufenthaltsqualität am Kanal: Windkanal, Schatten - Form ist zu geometrisch - Auf die Barrierefreiheit achten (Gehwagen, Rollstuhl, Krücke). Eine 2. Rampe wird benötigt. Gern auch diese Menschen als Silhouette auf die Pläne bringen - Statt Steinen eine wind-kinethische Skulptur!!! - Keine Steine! Grau und Schwarz haben wir im Norden genug! - Steine behindern eine Eventnutzung der Wasserfläche. Wasserplatz sollte im Winter als Eisbahn genutzt werden. Neue Ideen - Ufergestaltung braucht wiederkehrende Elemente (Bezug Bootshafen) - Der Bootshafen muss optisch in die Gestaltung eingebunden und begrünt werden - Wasserplatz: Platz größer, Wasserbecken schmaler - Platanen - Auflockerung der Kanalform durch Rundungen oder Einbuchtungen - Effektive Nutzung des Wasserbeckens, evtl. Terrassen für Cafés etc. - 1-Euro-Automat für Betrieb von gesteuerten Modell-Schiffen - Modellbau-Schiffe - Wassersport auf dem Kleinen Kiel-Kanal - Gastronomie im Außenbereich - Jazzcafé - Steine als Sitzform Offene Fragen - Sind die Steine eine Unfallgefahr für Kinder, insbesondere bei Nässe? - Werden Fahrradstellplätze bei der Planung berücksichtigt? 7

8 Teilraum 2 - Kanalkanten Ost und West Positive Aspekte - Wasser lädt nur mit schönen Cafés und Plätzen zum Verweilen ein. Kritische Aspekte - Wasserplatz sollte als Stadtplatz gestaltet werden! - Kein Platz für größere Veranstaltungen! - Weg von dem strengen Rechteck! Auf dem Westufer leichten Bogen oder Welle einbauen. Wirkt doch leichter! - Kein langweiliges, kaltes, zweckrationales, stilloses Design - Gestaltung zu statisch, formal - mehr Leichtigkeit, die Natur des Wassers ist nicht orthogonal - Gestaltung zu leblos! - Eine Stadt am Wasser braucht Brücken! - Attraktivität der Erdgeschosszone auf der Südwestseite wird durch Verkehr und Schatten stark eingeschränkt. - Keine Erle! Gehören zu den allergenen Frühblühern. Besser wären Linden. Neue Ideen - Brücke -Kino wieder zurück! - Ladenfläche für Einzelhandel z.b. Cafés & Boutiquen schaffen - Laden-/Geschäftskonzept entwickeln. Holtenauer Straße als Vorbild für gut funktionierenden lokalen Einzelhandel. So könnte die Innenstadt doppelt profitieren. - Öffentliche WCs - Weicherer, organischer Verlauf der östlichen Kanalkante - Wasserlauf natürlicher gestalten - Verschalung nicht mit Betonfertigteilen. Diese wirken sehr kühl. Besser wären Feldsteine oder farbige Steine. - Mehr Natur und Grün, z.b. Büsche und Rasenflächen - Skulpturen zum Thema Meerestiere - Beleuchtung wie in der Küterstraße und/oder mit historischem Bezug wie in der Dänischen Straße - Wasserspiele? Wasser als bewegte Skulptur? - Gestaltung an den Stufen zum Wasser ausarbeiten - Barrierefreier Zugang zur Promenade von beiden Seiten (Rampe) - Berliner Platz Ja! Aber ohne Planschbecken - Position der Kehdenbrücke an der Fußgängerampel ausrichten - Verkehrsseite (Südwesten) als harte Kanalkante, östliches Kanalufer als begrünte weiche Kante ausbilden. Offene Fragen - Wo soll die Gastronomie hin? - Was passiert mit dem ehemaligen C&A-Komplex, Hotel, Gastronomie? - Wie sehen die Abendstunden in der Innenstadt aus, gastronomisches Angebot bis in den späten Abend? - In welchem Umfang ist eine Nutzung der westlichen Kanalkante überhaupt möglich, wenn dort der Busverkehr entlang geführt wird? Die Brücke ermöglicht eine schnelle Erreichbarkeit des östlichen Kanalufers mit höherer Aufenthaltsqualität? - Auf den Visualisierungen sind überwiegend Treppenanlagen zu sehen. Ist die Freiraumgestaltung behindertengerecht? - Kann man das Wildparken von Fahrrädern an den Geländerbrüstungen unterbinden? 8

9 Teilraum 3 - Kanalkopf im Nordwesten Positive Aspekte - Die schönste Lösung ist die zum Wasser abgestufte Fläche. - Das ABK-Haus sollte erhalten werden. Kritische Aspekte - Zu viele harte Kanten - Auf Wasserqualität achten! Kein Kleiner Kiel-Problem - evtl. öfter Algen abfischen! - Lärmgefahr - Blickrichtung von der Holstenbrücke aus dem Norden kommend unattraktiv. Könnte man die Wasserkante abschrägen, um den Blick auf den Bootshafen zu lenken? - Trennende Wirkung des KFZ-Verkehrs (Martensdamm/Rathausstraße) zwischen Kanalkopf am Kleinen Kiel und Kleiner Kiel-Kanal Neue Ideen - Natürliche/runde Formen in der Gestaltung berücksichtigen - Natürliche Bucht belassen - Mäanderförmige Uferkante - Bereich um das jetzige ABK-Haus als öffentlicher für alle zugänglicher Raum - Gastronomie-Nutzung - Café mit Kunst, verschiedene Aktionen - Ehemaliges Kino als Markthalle umfunktionieren - Platz am Wasser für Gastronomie nutzen - Gebäude am Kanalkopf: verglast, nicht so hoch - Neukonzeption der Gebäude an der Holstenbrücke - Kieler Pflaster als Bodenbelag verwenden (gelbes Pflaster) - Materialien entsprechend der Altstadt auswählen - Pflanzbeete aus Corteenstahl - Erhalt des ABK-Hauses in historischer Form - Plateau auf Wasserniveau Offene Fragen - Ist auch ein geringerer Abstand zwischen Kleinem Kiel und Kleinem Kiel-Kanal möglich? - Wie wird der Übergang der Straße (Martensdamm/Rathausstraße) geplant? - Wie hoch ist die Belastung durch den Verkehr? 9

10 Verkehr Positive Aspekte - Gutes Konzept. Autofreie Innenstadt bedeutet Lebensqualität! Kritische Aspekte - Das Ganze ist durch den öffentlichen Nahverkehr sinnlos: 6,5m für den Verkehr, 7,0m für Fußgänger. Wie soll das gehen? - Zu weite Wege von Linie 41/42 in die Innenstadt - Öffnung zur Förde geht immer mehr verloren - Individualverkehr in der Holstenbrücke zulassen - Weniger ÖPNV auf der Holstenbrücke - Busverkehr muss Geschwindigkeit auf Schritttempo senken - Lorentzendamm muss zur Einbahnstraße werden. Nur befahrbar von Hotel Steigenberger, damit ein Teil des fließenden Verkehrs nicht in den Lorentzendamm einbiegt; neue Fahrbreite von 4,50m und Fahrradstraße - StadtRegionalBahn in die Planung einbeziehen und endlich umsetzen. Neue Ideen - Die zukünftige Kanalfläche einige Monate durch Betonabsprerrungen markieren und die Verkehrssituation erleben. - Autofreie Innenstadt - Nur Busse zulassen und die Fahrbahnen nicht in Fußgänger-/Busbereiche aufteilen (gemeinsamer Raum!) - Geschwindigkeitsbegrenzung für Busse, z.b. Bodenschwellen - Zugang in die Innenstadt nur mit grüner Umweltplakette. Innenstadt = Umweltbereich - Bei der Gelegenheit kann die Willestraße und Fleethörn zwischen Willestraße und Rathausplatz ja auch gleich Teil der Fußgängerzone werden. - Anwohnerparkplätze in der Innenstadt - Schranken für Busse (mit Sender) - Herausnahme des MIV aus Holstenbrücke führt zur Steigerung des Verkehrsaufkommens auf nördlicher Bootshafenseite. Könnte man den MIV stattdessen nicht besser an der Südseite des Bootshafens entlang führen? - Seperater Fahrradweg; vom Busverkehr trennen - Aufgrund der ggf. längeren Wegen könnte man einen kleinen kostenlosen Minizug oder Bus durch die Fußgängerzone und die Stadt pendeln lassen (Hop-on-hop-off), vgl. Sightseeing- Züge Offene Fragen - Wie schnell fahren die Busse? (und vor allem: die Taxen) - max. 30km/h! - Wie wird die Zufahrt/Abfahrt zur Willestraße realisiert? Hier befindet sich diverser Einzelhandel, der nicht abgeschnitten werden darf. - Ist eine Ein- und Ausfahrt für den Anlieferverkehr in der Kehdenstraße möglich? - Kommt der Kieler-Woche-Lieferverkehr noch in die Stadt (über Willestraße)? 10

11 Weiteres Vorgehen Die im Rahmen der Auftaktveranstaltung eingebrachten Ideen und Aspekte werden gemeinsam mit allen weiteren Anregungen und Hinweisen, die schriftlich beim büro luchterhandt eingehen oder persönlich im Infozentrum eingereicht werden, ausgewertet und in die gesamte Abwägung zur weiteren Planung einbezogen. Weitere Anregungen sind herzlich willkommen. Am 26. und 27. November 2014 werden an den sogenannten Mitwirkungstagen Workshops und Planungsspaziergänge angeboten, um über die spezifischen Anforderungen an das Projekt zu diskutieren. Interessierte melden sich bitte vorab beim büro luchterhandt unter an. Die im Laufe des Prozesses eingehenden offenen Fragen werden auf der Seite der Stadt Kiel fortlaufend beantwortet und liegen zudem im Infozentrum aus. Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Beteiligungsprozesses werden voraussichtlich Mitte Februar 2015 öffentlich präsentieren. Nähere Informationen hierzu folgen in Kürze. 11

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