Frameworks für das IT Management. Erste Auflage

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1 Frameworks für das IT Management Erste Auflage

2 10 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version 2 Das esourcing Capability Model for Service Providers, Version 2 escm-sp v2 or SCM-SP ist ein Best-Practice-Framework, das Provider von durch IT ermöglichten Services einsetzen können, um ihre Leistungsfähigkeit zur Erbringung hochqualitativer Services für ihre Kunden bei gleichzeitiger Minimierung von Kosten und Risiken zu entwickeln und zu verbessern. Das Framework besteht aus einem Referenzmodell, Methoden zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit sowie einem Zertifizierungsprogramm. Copyrightinhaber: Verbreitung: Ursprung/Geschichte: Wann: Mitglieder im Komitee: Zertifizierungsinstitutionen? Anzahl zertifizierter Organisationen: Carnegie Mellon University, durch ihr IT Services Qualification Center (ITSqc): Das Konsortium, das die Arbeit des ITSqc aktiv unterstützt, hat inzwischen vierzehn Mitglieder und ihre Anzahl steigt. Mehr als zwanzig Pilotprojekte wurden durchgeführt. Das escm-sp ist auf der ITSqc- Webseite für jeden Service Provider zur Nutzung für die interne Prozessverbesserung verfügbar. Es wurde von einer Forschungsgruppe entwickelt, die vom IT Services Qualification Center der Carnegie Mellon University geleitet wurde [Hyder 20a, Hyder 20b]. Erste Version wurde im Jahr 20 veröffentlicht. Aktuelle Version 2 wurde im Jahr 20 veröffentlicht. Mitglieder der Forschungsgruppe. Siehe die ITSqc- Webseite für weitere Details: Carnegie Mellon University. Acht offizielle Zertifizierungen werden auf der ITSqc- Webseite aufgeführt. Eine Vielzahl von Selbstbewertungen wurde in den USA, Asien, Europa und Südamerika durchgeführt. Von Mark C. Paulk and Majid Iqbal 10.1 Ursprung/Geschichte Der Bedarf für ein Capability Model wie escm-sp wurde zuerst im Jahr 2000 deutlich, in einer Zeit, in der Sourcing als eine Schlüsselstrategie für Organisationen weltweit aufkam. Jedoch waren, wie bei jeder neuen Idee, Sourcing-Erfolge von einer großen Zahl von Fehlschlägen begleitet.

3 112 Frameworks für das IT Management Es existierte eine Wissenslücke zwischen der Vision erfolgreichen Sourcings und deren Realisierung durch erfolgreiche Umsetzung und Praxis, da es keine neutrale, nicht-proprietäre und deutliche Basis für die Bewertung der Sourcing-Fähigkeiten von Providern von durch IT ermöglichten Services gab. Solche Bewertungen waren nicht nur von Kunden dieser Service Provider, sondern auch vom Management dieser Service Provider selbst gewünscht, wenn diese strategische Entscheidungen bezüglich ihres Geschäfts trafen. Die Leitung der Carnegie Mellon University nahm die Herausforderung an, ein Framework zur wirksamen Reduktion der Risiken des Sourcings und zur Steigerung des Nutzens bereitzustellen. Ein Industriekonsortium geleitet vom IT Services Qualification Center (ITSqc) der Carnegie Mellon wurde eingerichtet, um ein Referenzmodell und Methoden zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Service Providern zu entwickeln. Die erste Version des escm-sp wurde im Jahre 20 veröffentlicht. Nach der Einbeziehung von Rückmeldungen aus Pilotumsetzungen und Beratungen mit Branchenführern und Praktikern wurde ein Jahr später im Jahre 20 Version 1.1 veröffentlicht. Nach weiteren Rückmeldungen und Piloten wurde im April 20 die aktuelle Version 2 veröffentlicht. Die Eigentümerschaft der fortlaufenden Entwicklung, Verbreitung und Pflege des escm-sp wird vom ITSqc gehalten. Das gesamte zum escm-sp gehörende geistige Eigentum steht der Carnegie Mellon University zu, die als akademische Non-Profit-Organisation der Mission, Wissen für den öffentlichen Bereich zu schaffen, verpflichtet ist. Die technischen Dokumente, die das escm-sp und dessen Einsatz beschreiben, sind zur Nutzung durch die Gemeinschaft frei auf der ITSqc-Webseite verfügbar. Das diese Arbeit unterstützende Konsortium, welches eine offene Mitgliedschaft aufweist, berät das ITSqc bezüglich der angemessenen Adressierung der Bedürfnisse der Gemeinschaft. Das escm-sp wurde von einigen der führenden Provider durch IT ermöglichter Services für eine Implementierung befürwortet oder übernommen. Das escm-sp durchläuft derzeit eine Einführungs- und Wachstumsphase in seinem Produktlebenszyklus. Für eine Analyse, die zur formalen Validierung sowie zur Verbesserung zukünftiger Versionen des Modells führen wird, werden durch das ITSqc ausführliche Daten gesammelt. Die nächste große Überarbeitung des Modells wird erwartungsgemäß im Jahre 2008 beginnen Wo wird das escm-sp v2 eingesetzt? Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes hatte das Konsortium, das aktiv die Arbeit des ITSqc unterstützt, vierzehn Mitglieder, und ihre Anzahl steigt. Über zwanzig Pilotprojekte wurden durchgeführt, eine Vielzahl von Selbstbewertungen wurde vorgenommen und von der Carnegie Mellon University wurden acht Zertifikate ausgestellt. Das escm-sp ist auf der ITSqc-Webseite für jeden Service-Provider zur Nutzung für interne Prozessverbesserung verfügbar; offizielle Zertifizierungen werden auf der ITSqc-Webseite aufgeführt. Bewertungen wurden in den USA, Europa, Asien und Südamerika vorgenommen. Die im escp-sp bereitgestellten Richtlinien kann von Providern von durch IT ermöglichten Services in praktisch allen Teilen des Marktes und Servicebereichen ohne besondere Einschränkung angewendet werden. Der Nutzen und die Relevanz der Richtlinie werden in Abhängigkeit

4 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version von kritischen Fragestellungen für unterschiedliche Märkte und Services unterschiedlich sein. Innerhalb einem gegebenen Teil des Marktes und eines Servicebereichs kann die Richtlinie des escm-sp auf viele Varianten von Sourcing-Vereinbarungen angewendet werden. Die Varianten der Sourcing-Beziehungen können die Geschäftsziele sowohl des Kunden als auch des Service- Providers und letztlich die Art des zu erwartenden Nutzens bestimmen. Die Varianten von Sourcing-Beziehungen fallen allgemein in Bereiche wie Co-Sourcing, Multi-Sourcing, Allianzen, Joint Ventures und Insourcing. Das escm-sp ist nicht auf eine bestimmte Managementebene oder Steuerungsperspektive beschränkt, obwohl Teile sich direkt auf bestimmte Rollen und Verantwortlichkeiten beziehen können. Die Verwendungsmöglichkeiten des escm-sp werden am besten durch eine Reihe kritischer Problemstellungen zu adressieren versucht [Hyder 20a]. Die ursprüngliche Zusammenstellung von 23 kritischen Problemstellungen kann in sechs Kategorien erfolgskritischer Elemente zusammengefasst werden: Gute Beziehungen zwischen dem Service Provider und dem Kunden, den Endanwendern, Lieferanten und allen Stakeholdern Auswahl, Einstellung und Halten einer motivierten Belegschaft Gut definierte und erbrachte Services, die Verpflichtungen erfüllen und Kundenbedürfnissen entsprechen Management von üblichen Geschäftsgefahren wie Sicherheitsproblemen, Risikomanagement, Wiederherstellung nach einer Katastrophe sowie gesetzliche und regulatorische Anforderungen Bereitstellung von Services der Weltklasse, die sich stets verbessern Gutes Management von Service-Übergaben bei der Verabredung, Einleitung und Vervollständigung Beschreibung und Hauptgrafiken Vom escm-sp wird erwartet, die folgenden Zielsetzungen zu erfüllen: Service Providern Richtlinien zu geben, welche ihnen bei der Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeiten über den Sourcing-Lifecycle hinweg helfen werden Kunden ein objektives Mittel zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Service Providern an die Hand zu geben Service Providern einen Standard zu bieten, den sie nutzen können, um sich von Konkurrenten abzuheben. Das escm-sp ist ein Capability Model, das die Sourcing-Fähigkeiten definiert, die Service Provider entwickeln und verbessern sollen, um von ihren derzeitigen und zukünftigen Kunden als fähige und zuverlässige Partner angesehen zu werden. Die Sourcing-Fähigkeiten werden in Form von Best-Practices, die zu erfolgreichem Sourcing beitragen, definiert. Diese Best-Practices sind in Fähigkeitsbereiche (Capability Areas) gruppiert und in Fähigkeitsgraden (Capability Levels) strukturiert, welche die organisationale Leistungsfähigkeit des Service Providers beschreiben. Die langfristige Prämisse des escm-sp ist es, dass Sourcing-Beziehungen systematisch gemanagt werden können, um effektiver in der Lieferung von Wert und widerstandsfähiger gegenüber Geschäftsrisiken zu sein, die von Änderungen der ökonomischen und sozialen Bedingungen herrühren. Die Methoden zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit bieten Service Providern

5 114 Frameworks für das IT Management einen umfassenden und flexiblen Ansatz zum Nachweis von Nutzen zu sowohl für interne als auch für externe Stakeholder. Die Struktur und Inhalte des escm-sp v2 basieren auf ausführlichen Beratungen mit Stakeholdern aus Industrie und öffentlicher Verwaltung von überall auf der Welt, akademischer Forschung und Rückmeldungen von Pilotumsetzungen einer früheren Version des Modells. Das escm-sp v2 besteht aus 84 Verfahren, die als nützlich und relevant zur Erreichung von Erfolg in Sourcing- Beziehungen eingeschätzt werden. Jedes Verfahren hat Koordinaten in einem dreidimensionalen Raum, wie in Abbildung 10.1 dargestellt wird: 1. Sourcing-Lifecycle 2. Fähigkeitsbereich 3. Fähigkeitsgrad. Zu bemerken ist, dass die Fähigkeitsgrade 1 und 5 in der Abbildung nicht im Sinne einer Einführung von Verfahren definiert werden; das wird später in diesem Kapitel diskutiert FÄHIGKEITSGRADE FÄHIGKEITSBEREICHE 2 Wissensmanagement Fortlaufend Personalmanagement Performancemanagement Beziehungsmanagement 07 Technologiemanagement Bedrohungsmanagement Vertragsgestaltung Service-Design & -Umsetzung Service Delivery Service-Transfer Anbahnung Erbringung Beendigung SOURCING-LIFECYCLE Abbildung 10.1 Die Struktur des escm-sp v2

6 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version In der ersten Dimension, Sourcing Lifecycle, kann ein Verfahren von einem der folgenden Typen sein, wie ebenfalls in Abbildung 10.1 zu sehen ist: Fortlaufend Anbahnung Erbringung Beendigung. Fortlaufende Verfahren werden über den gesamten Sourcing-Lifecycle hinweg als wirksam betrachtet. Verfahren, die zu den Anbahnungs-, Erbringungs- und Beendigungs-Phasen gehören, werden in den spezifischen Phasen des Lifecycles wirksam angewendet. Während der Anbahnungs-Phase finden Verhandlungen zwischen Kunden und Service Providern statt, die zu Vereinbarungen zu Anforderungen, die Gestaltung von bereitzustellenden Services und die Umsetzung (Übergaben) dieser Services führen. Die Anbahnung kann darüber hinaus die Übertragung der Eigentümerschaft oder Kontrolle über kritische Ressourcen wie Personal, technischer Infrastruktur oder geistiges Eigentum einschließen. Während der Erbringungs-Phase wird vom Service-Provider erwartet, die fortlaufende Erbringung des Services basierend auf wohldefinierten Verträgen und Service Level Agreements zu erfüllen. Während der Beendigungs- Phase wird vom Service Provider erwartet, die Eigentümerschaft oder Kontrolle einer spezifischen Menge von Ressourcen sowie die Verantwortlichkeit für die Service Delivery zurück auf den Kunden oder eine andere, vom Kunden spezifizierte Organisation zu übertragen. Die zweite Dimension des escm-sp wird in Form von Fähigkeitsbereichen definiert, welche logische Gruppierungen von Verfahren sind, die den Nutzern des Modells dabei helfen, es besser zu verstehen und seinen Inhalt intellektuell zu verarbeiten. Diese Gruppierungen erlauben Service Providern, Fähigkeiten in jeder kritischen Sourcing-Funktion aufzubauen oder nachzuweisen und sie auf die zuvor identifizierten kritischen Sourcing-Fragestellungen abzubilden. Die zehn Fähigkeitsbereiche des escm-sp sind: Wissensmanagement (Knowledge Management - knw) Personalmanagement (People Management - ppl) Performancemanagement (Performance Management - prf) Beziehungsmanagement (Relationship Management - rel) Technologiemanagement (Technology Management - tch) Bedrohungsmanagement (Threat Management - thr) Vertragsgestaltung (Contracting - cnt) Service-Design und -Umsetzung (Service Design and Deployment - sdd) Service Delivery (del) Service-Transfer (tfr). Die dritte Dimension des escm-sp ist in Form von Fähigkeitsgraden definiert (siehe Abbildung 10.2). Die fünf Fähigkeitsgrade des escm-sp beschreiben einen Verbesserungspfad, dessen Befolgung durch die Anbieter der Services von dem Kunden erwartet werden sollte. Auf Fähigkeitsgrad 1, Bereitstellung von Services, ist ein Service Provider in der Lage, Services bereitzustellen, hat aber nicht alle der Grad 2-Verfahren eingeführt und kann einem höheren Risiko für Misserfolg ausgesetzt sein. Wie Abbildung 10.2 andeutet, ist Fähigkeitsgrad 1 nicht hinsichtlich der eingeführten Verfahren definiert, sondern eher, dass nicht alle Grad 2- Verfahren eingeführt sind.

7 116 Frameworks für das IT Management 2x 5 Excellence halten Proaktive Steierung des Nutzens 4 Leistung der Organisation managen 3 Anforderungen beständig erfüllen 2 1 Bereitstellung von Services Abbildung 10.2 Die Fähigkeitsgrade Auf Fähigkeitsgrad 2, Anforderungen beständig erfüllen, ist ein Service-Provider in der Lage, Anforderungen beständig zu erfüllen und hat mindestens alle 48 der Grad 2-Verfahren eingeführt. Auf Fähigkeitsgrad 3, Leistung der Organisation managen, ist ein Service Provider in der Lage, Services gemäß erklärter Anforderungen zu erfüllen, selbst wenn die geforderten Services deutlich von der Sachkenntnis des Providers abweichen und er mindestens alle 74 der Grad 2- und Grad 3-Verfahren eingeführt hat. Auf Fähigkeitsgrad 4, Proaktive Steigerung des Nutzens, ist ein Service Provider in der Lage, kontinuierlich Neuerungen einzuführen, um einen statistisch und praktisch bedeutsamen Wert zu den von ihm angebotenen Services hinzuzufügen. Um Grad 4 zu erreichen, hat ein Service Provider alle 84 der escm-sp-verfahren eingeführt. Auf Fähigkeitsgrad 5, Excellence halten, hat ein Service-Provider eine messbare, nachhaltige und beständige Excellence und Verbesserung seiner Leistung bewiesen, indem er erfolgreich für zwei oder mehr aufeinanderfolgende Bewertungen zur Zertifizierung alle Verfahren der Grade 2, 3 und 4, die einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren abdecken, eingeführt hat. Es gibt keine zusätzlichen Verfahren, die auf Grad 5 implementiert werden müssen Ansatz/How-To Bewertung der Leistungsfähigkeit von Service Providern ITSqc stellt vier Methoden zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit zur Verfügung, die Service Provider (und deren Kunden) einsetzen können, um die Leistungsfähigkeit des Providers entsprechend des escm-sp zu bestimmen. Alle vier Methoden bestimmen diese Leistungsfähigkeit, indem sie systematisch Belege für die Implementierung der escm-sp v2- Verfahren des Providers analysieren. Diese Methoden erlauben Providern, ihre gegenwärtigen Leistungsfähigkeiten zu bestimmen und Ziele für die Selbstverbesserung zu definieren.

8 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version Vollständig Mini Bewertung Selbstbewertung Zielsetzung Für eine Zertifizierung Als Vorbereitung auf eine vollständige Evaluation oder zur Validierung einer Verbesserungsanstrengung. Keine Zertifizierung. Team Extern, geschult und autorisiert von der Intern, extern, oder eine Kombination Carnegie Mellon University Leitender Evaluator Notwendig Sehr empfohlen Sponsor Kunde oder Service Provider Service Provider Geltungsbereich des Alle escm-sp-verfahren Alle escm-sp-verfahren Modells Zielsetzung Um sich für eine vollständige Um eine Verbesserungsanstrengung Evaluation vorzubereiten oder als zu beginnen oder zu validieren. Keine Teil eines Prozesses zur Wahl eines Zertifizierung. Providers. Keine Zertifizierung. Team Extern, geschult und autorisiert von Intern, extern, oder eine Kombination der Carnegie Mellon University Leitender Evaluator Notwendig Empfohlen Sponsor Kunde oder Service Provider Service-Provider Geltungsbereich des Teilmenge von escm-sp-verfahren Teilmenge von escm-sp-verfahren Modells Tabelle 10.1 Methoden zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit Die Anwendung einer dieser Methoden resultiert in einem Bericht, der die Stärken, die Verbesserungsmöglichkeiten und den Status der Verbesserungsanstrengung entsprechend des escm-sp beinhaltet. Diese Information kann die Selbstverpflichtung eines Service Providers zu kontinuierlicher Selbstverbesserung unterstützten, leiten und bestärken. Die Methoden bieten darüber hinaus eine einheitliche Möglichkeit für Kunden, ihre derzeitigen Service Provider zu bewerten oder mehrere, potenzieller Provider zu vergleichen. Informationen aus einer Bestimmung der Leistungsfähigkeit können möglicherweise zur Bewertung von Risiken genutzt werden und Entscheidungsinputs für einen Kunden bieten, wenn er einen Service Provider auswählt. Die vier Methoden zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit, die beim ITSqc verfügbar sind, sind: Vollständige Bewertung Vollständige Selbstbewertung Mini-Bewertung Mini-Selbstbewertung Bestimmungen der Leistungsfähigkeit werden normalerweise für einen einzelnen Service Provider durchgeführt und umfassen in ihrem Geltungsbereich alle kritischen Teile der gesourcten Services, die eventuell unter der Kontrolle Dritter wie Lieferanten und Partner stehen. Die Zeit und der Aufwand, der für die Durchführung einer Bestimmung der Leistungsfähigkeit notwendig ist,

9 118 Frameworks für das IT Management hängt stark von der Größe und der organisationalen Spannweite des zu bewertenden Service Providers, dem Geltungsbereich des Modells und der Größe des Bestimmungsteams ab Zertifizierung Das escm-sp-zertifizierungsprogramm stellt ein unabhängiges und glaubwürdiges Hilfsmittel zur Bestimmung der Compliance des Service Providers mit dem escm-sp dar. Eine Zertifizierung kann von Kunden zur Einschätzung potenzieller Service Provider verwendet werden, und von Service Providern, um sich von ihren Wettbewerbern abzugrenzen. Bewertungen dürfen nur von Leitenden Gutachtern und Gutachtern von durch das ITSqc autorisierten Organisationen, die sich an einen Code of Professional Practice halten. Ein aus erfahrenen ITSqc-Experten führt ein genaues Review aller Pläne und Ergebnisse der vollständigen Bewertung durch, bevor über eine Zertifizierung entschieden wird. Zertifikate sind für maximal zwei Jahre gültig. Zertifikate können vor ihrem Auslaufen aus einer Reihe von Gründen zurückgezogen oder ausgesetzt werden. Bedeutende Veränderungen in der Eigentümerschaft des Service Providers, der Belegschaft oder den Prozessen können eine Form der Bekräftigung durch das ITSqc veranlassen, um so die beständige escm-sp-compliance des Providers zu verifizieren. Das Zertifikat bietet einen Nachweis der Compliance des Service Providers mit dem escm-sp für einen bestimmten Fähigkeitsgrad. Es enthält ebenfalls wichtige Informationen über die Grenzen des Zertifikats, einschließlich wer zertifiziert ist und was die Spannweite der Zertifizierung ist. Sie listet ebenfalls etwaige Qualifikationen auf den Ratings zu den Verfahren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes wurden sechs Zertifikate in Südkorea, Indien und Südamerika ausgestellt. Die ITSqc-Webseite (itsqc.cs.cmu.edu) enthält die offizielle Liste zertifizierter Service Provider und autorisierter Gutachter, Leitender Gutachter und autorisierter Organisationen, die Dienstleistungen zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit anbieten Relevanz für das IT Management Per Definition fokussiert sich das escm-sp auf die Arbeit von Service Providern, bei welchen IT eine Schlüsselkomponente oder ein Enabler für die Erbringung des Service ist. Diese Services werden oft aus der Entfernung durch Nutzung von Telekommunikations- oder Datennetzwerken bereitgestellt. Sie reichen von unkritischen und alltäglichen Tätigkeiten, die ressourcenintensiv und operativer Natur sind, bis hin zu strategischen Prozessen, die sich direkt auf Erträge auswirken. Das escm-sp wird für Service-Organisation nützlich sein, die danach streben, ihre Leistungsfähigkeit im Design, der Umsetzung und Erbringung von durch IT ermöglichten Services zu bewerten, entwickeln und verbessern, und ihnen außerdem dabei helfen, die Risiken, die mit Sourcing-Aufträgen verbunden sind, während der Anbahnungs- und Erbringungs- Phase zu managen. Wegen seines Fokus auf Sourcing-Aufträgen, -Phasen, -Beziehungen und Tätigkeiten stellt das escm-sp bestimmte Herausforderungen und Problemstellungen heraus, denen sich zwar viele Organisationen gegenübersehen, welche jedoch besonders kritisch für im Sourcing und der Bereitstellung von durch IT ermöglichten Services engagierten Organisationen sind.

10 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version Stärken und Schwächen Anders als die meisten anderen Best-Practice-Frameworks deckt das escm-sp den Lebenszyklus der Bereitstellung von Services von Anbahnung bis zur Beendigung einer Beziehung ab. Es spricht Fragestellungen auf der Unternehmensebene an, die entscheidend für den unternehmerischen Erfolg sind, und dennoch außerhalb des Geltungsbereichs fokussierterer Frameworks liegen. Der langfristige Nutzen, der vom Einsatz des Modells erwartet wird, ist es, Sourcing-Beziehungen als Ergebnis größerer Effektivität und Effizienz in der Erbringung von Services beständig und für alle Parteien nutzbringend zu machen. Der Erfolg einer Sourcing-Beziehung hängt von der erfolgreichen Arbeit beider Seiten der Kunden-Lieferanten-Beziehung ab. Das escm-sp adressiert Best-Practices für die Lieferantenseite; ein Partnermodell, das esourcing Capability Model for Client Organizations, adressiert die Kundenseite der Beziehung. Wie alle Best-Practice-Frameworks erfasst das escm-sp die Verfahren, von denen allgemein angenommen wird, dass sie einen bedeutenden Ertrag für den Service Provider bieten. Die Verfahren im Modell werden auf einem abstrakten Niveau beschrieben, um die Einführung für verschiedene Märkte und Services nicht einzuschränken. Als Konsequenz daraus müssen Service Provider jedoch eine dem Unternehmensumfeld angemessene Implementierung wählen. Richtlinien für die Implementierung der Verfahren in einem spezifischen Umfeld können eventuell von fokussierteren Frameworks wie ITIL oder einer Auswahl spezifischer Methodiken und Werkzeugen kommen. Es wird erwartet, dass das escm-sp als Ergebnis von Rückmeldungen verbessert wird. Neue Veröffentlichungen des Modells werden in einem Zyklus von ungefähr fünf Jahren erwartet, abhängig von den Rückmeldungen aus Pilotprojekten und Zertifizierungen, Service Providern und Kunden. Da das Modell bereits während seiner Entwicklung einer relativ umfassenden Zahl von Pilotprojekten und Reviews unterzogen wurde, wird erwartet, dass der Umfang der Änderungen die Ziele des Modells betreffend relativ gering ausfallen werden Querverweise/Beziehungen Das escm-sp ist ein Best Practice-Framework, das weltweite Annahme findet, und von welchem erwartet wird, dass es den Status eines De Facto-Standards erreichen wird. Basierend auf eingehenden Vergleichen des escm-sp mit einer Vielzahl anderer Frameworks gibt es keine bekannten Konflikte mit anderen, häufig genutzten, Frameworks zur Prozessverbesserung und Qualitätsmanagement. Viele Service Provider setzen mehrere Frameworks ein, die Synergie mit vorangegangenen Anstrengungen kann die Umsetzung des Modells beschleunigen. Es mag viele Gründe geben, ein vielfältiges Verbesserungsframework einzusetzen, wie die Eignung für eine bestimmte Art der durch die Organisation geleisteten Arbeit, Kundenanforderungen oder Markterwartungen. Eine Reihe von Vergleichen des escm-sp mit ähnlichen Frameworks sind veröffentlicht worden: ISO 90 (Qualitätsmanagementsysteme) [Guha 20a] BS 15000/ISO 20000/ITIL (IT Service Management) [Iqbal 20] Control Objectives for Information and related Technology (CobiT) [Iqbal 20] Capability Maturity Model for Software (Software CMM) [Paulk 20a]

11 120 Frameworks für das IT Management Capability Maturity Model Integration (CMMI) [Paulk 20b] COPC (Customer operations performance center) [Guha 20b]. Diese Vergleiche gehen in beide Richtungen. Service Provider möchten vielleicht existierende Investitionen in andere Frameworks zu ihrem Vorteil nutzen, wenn sie das escm-sp implementieren und andersherum. Andere Vergleiche befinden sich in der Entwicklung, so wie für ISO/IEC (Management der Informationssicherheit). Das escm-sp hat sich als Framework herausgestellt, das eingesetzt werden kann, um die Richtlinien mehrerer anderer Frameworks (für das Ziel erfolgreichen Sourcings) anzugleichen und zu integrieren. Organisationen, die andere Frameworks implementiert haben, können die Investition in diese Frameworks in Richtung auf die Implementierung des escm-sp zu ihrem Vorteil wirksam einsetzen Links und Literatur Bücher und Artikel zu escm-sp v2 Guha, S., W. E. Hefley, E. B. Hyder, M. Iqbal, & M. C. Paulk (20a). Comparing the escm- SP v2 and ISO 90:2000: A comparison between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and ISO 90:2000 (Quality Management Systems Requirements). Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, IT Services Qualification Center, CMU-ITSQC--0. Guha, S., W. E. Hefley, E. B. Hyder, M. Iqbal, & M. C. Paulk (20b). Comparing the escm-sp v2 and COPC-2000 CSP Gold Standard: A comparison between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and Customer Operations Performance Center (COPC)-2000 CSP Gold Standard, Release 3.4. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, IT Services Qualification Center, CMU-ITSQC--0. Hyder, E. B., K. M. Heston, & M. C. Paulk (20a). The esourcing Capability Model for Service Providers v2: Model Overview. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, Institute for Software Research International, CMU-ISRI Hyder, E. B., K. M. Heston, & M. C. Paulk (20b). The esourcing Capability Model for Service Providers v2: Practice Details. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, Institute for Software Research International, CMU-ISRI Iqbal, M, J. Dugmore, S. Guha, W. E. Hefley, E. B. Hyder, & M. C. Paulk (20). Comparing the escm-sp v2 and BS 15000: A Comparison Between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and BS : 20 (IT Service Management). Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, Institute for Software Research International, CMU-ISRI--129b. Iqbal, M., S. Guha, W. E. Hefley, E. B. Hyder, & M. C. Paulk (20, 3rd edition). Comparing the escm-sp v2 and CobiT: A Comparison Between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and Control Objectives for Information and Related Technology. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, IT Services Qualification Center, CMU-ITSQC--0. Paulk, M. C., S. Guha, W. E. Hefley, E. B. Hyder, & M. Iqbal (20a). Comparing the escm-sp v2 and Software CMM v1.1: A comparison between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and the Capability Maturity Model for Software. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, IT Services Qualification Center, CMU-ITSQC- -0.

12 escm-sp v2: esourcing Capability Model for Service Providers, Version Paulk, M. C., S. Guha, W. E. Hefley, E. B. Hyder, & M. Iqbal (20b). Comparing the escm-sp and CMMI: A comparison between the esourcing Capability Model for Service Providers v2 and the Capability Maturity Model Integration v1.1. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University, IT Services Qualification Center, CMU-ITSQC Webseiten über escm-sp v2 - Information über das escm-sp und zugehörige Arbeiten des ITSqc sind auf der ITSqc-Webseite frei verfügbar. Entwürfe werden auf der Webseite für öffentliche Reviews verfügbar gemacht, so angebracht. Das ITSqc bietet für die Öffentlichkeit zugängliche Schulungen und Workshops, wie auch Events, welche die Bedürfnisse der Mitglieder des Konsortiums unterstützen. - Technische Dokumente des ITSqc sind hier verfügbar.

13 IV Impressum Titel: Eine Veröffentlichung von: Redaktion: Verlag: Frameworks für das IT Management itsmf International Jan van Bon (Chefredakteur) Tieneke Verheijen (Redakteurin) Van Haren Publishing, Zaltbommel, ISBN(13): Auflage: Design und Layout: Druck: Originalversion in Englische Sprache Frameworks for IT Management Erste Ausgabe, erste Auflage, September 20 Erste Ausgabe, zweite Auflage, November 20 Deutsche Übersetzung: Erste Ausgabe, erste Auflage, September 2007 CO2 Premedia, Amersfoort - NL Wilco, Amersfoort - NL Für weitere Informationen über Van Haren Publishing senden Sie bitte eine an: Das itsmf International hat durch ihr International Publications Executive Sub Committee (IPESC), das sich aus einem Ausschuss von Mitgliedern globaler itsmf-landesverbände zusammensetzt, diesem Buch die formale Befürwortung des itsmf International zuteil werden lassen. itsmf International 20 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Werkes darf in irgendeiner Form, sei es durch Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder verarbeitet, übersetzt, vervielfältigt oder verbreitet werden. Obwohl diese Veröffentlichung mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurde, übernehmen weder die Autoren noch die Herausgeber oder der Verlag eine Haftung für Schäden, die infolge von eventuellen Fehlern oder Unvollständigkeiten in dieser Veröffentlichung entstehen. HINWEISE AUF EINGETRAGENE WARENZEICHEN PRINCE2, M_o_R and ITIL sind Registered Trade Marks und Registered Community Trade Marks des Office of Government Commerce und sind im U.S. Patent and Trademark Office registriert. CobiT ist ein eingetragenes Warenzeichen der/des Information Systems Audit and Control Association (ISACA)/IT Governance Institute (ITGI). Das PMBoK ist ein eingetragenes Warenzeichen des Project Management Institute (PMI). etom ist ein eingetragenes Warenzeichen des TeleManagement Forum.

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