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1 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Geschäftsbericht 2006

2 Auf einen Blick Auf einen Blick Veränderung 2006 zu 2005 in % Kaufmännische Kennzahlen Umsatzerlöse in Mio. EUR 654,6 708,8 7,6 Investitionen in Mio. EUR 92,5 119,2 22,3 Mitarbeiter per ,4 Technische Kennzahlen Rechnerkapazität in MIPS ,0 Plattenspeicher in Terabyte 1) ,1 Managed Server ,5 Managed Workstations ,5 Druckseiten in Mio , ) inkl. SAN (Storage Area Network) 2

3 Inhaltsverzeichnis Inhalt Aufsichtsrat 4 Bericht des Aufsichtsrats 5 Geschäftsführung 6 Lagebericht 7 Jahresabschluss 17 Bilanz 18 Gewinn- und Verlustrechnung 20 Anhang 21 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 28 Abkürzungsverzeichnis 31 3

4 Aufsichtsrat Aufsichtsrat Dr. Friedrich Wöbking Mitglied des Vorstands Dresdner Bank AG Vorsitzender Kai Berrer Leiter Dienstleistungsgebiet Nord-West (bis 30. April 2006) Dr. Wolfgang Brezina Mitglied des Vorstands Allianz Private Krankenversicherungs-AG (bis 7. April 2006) Manfred Büttner Angestellter Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Rainer Eigenbrod Angestellter Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH 1. Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Frank Hilbig Angestellter Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH (bis 31. Dezember 2006) Dr. Eckhard Hütter Mitglied des Vorstands Allianz Lebensversicherungs-AG Wilfried Johannßen Mitglied des Vorstands Allianz Private Krankenversicherungs-AG (seit 18. Mai 2006) Dr. Stephan-Andreas Kaulvers Mitglied des Vorstands Dresdner Bank AG (bis 7. März 2006) Dr. Christof Mascher Mitglied des Vorstands Allianz Deutschland AG (ab 7. April 2006) Wulf Meier Mitglied des Vorstands Dresdner Bank AG 2. Stellvertreter des Vorsitzenden Matthias Neuburger Angestellter Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Cornelia Pielenz Ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Peter Radig Angestellter Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH (ab 1. Januar 2007) Achim Schäfer Ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Volker Steck Mitglied des Vorstands Allianz Versicherungs-AG (ab 29. Juni 2006) 4

5 Bericht des Aufsichtsrats Bericht des Aufsichtsrats Wir haben die Geschäftstätigkeit der Geschäftsführung entsprechend den uns nach Gesetz zugewiesenen Aufgaben fortlaufend überwacht und die Geschäftsführung zugleich beratend unterstützt. Die Geschäftsführung hat uns regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft berichtet. Die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH geprüft und für das Geschäftsjahr 2006 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Jahresabschluss, Lagebericht und Prüfungsbericht der KPMG lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden in der Aufsichtsratssitzung am 8. März 2007 in Gegenwart des Abschlussprüfers umfassend behandelt. Auf Grund unserer eigenen Prüfung dieser von Geschäftsführung und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die KPMG an. Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss genehmigt. Herr Dr. Stephan-Andreas Kaulvers legte sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 7. März 2006 nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Wilfried Johannßen mit Wirkung ab dem 18. Mai 2006 berufen. Im Zuge der Neuausrichtung der deutschen Versicherungsgesellschaften und der Gründung der Allianz Deutschland AG, fanden die folgenden Wechsel im Aufsichtsrat statt: Herr Dr. Wolfgang Brezina legte sein Mandat zum 7. April 2006 nieder, zu seinem Nachfolger wurde Herr Dr. Christof Mascher ab dem 7. April 2006 gewählt. Für Herrn Kai Berrer, der sein Mandat zum 30. April 2006 niederlegte, folgte mit Wirkung zum 29. Juni 2006 Herr Volker Steck nach. Herr Dr. Frank Hilbig legte sein Mandat zum 31. Dezember 2006 nieder, weil er in den Ruhestand trat. Als sein Nachfolger rückte als gewähltes Ersatzmitglied Herr Peter Radig in den Aufsichtsrat nach. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern des Gremiums für die Mitarbeit und ihren Einsatz zum Wohle der AGIS. Der Aufsichtsrat spricht der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Geschäftsjahr 2006 geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus. München, den 8. März 2007 Für den Aufsichtsrat: Dr. Friedrich Wöbking, Vorsitzender 5

6 Geschäftsführung Geschäftsführung Dr. Kurt Servatius Vorsitzender der Geschäftsführung Diplom-Kaufmann Unternehmenssteuerung Gert Herrmann Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Diplom-Ingenieur, Diplom-Wirtschaftsingenieur IT-Services Dr. Martin Elspermann Diplom-Ingenieur Engineering Hermann-Josef Müller Diplom-Mathematiker IT-Betrieb 6

7 Lagebericht Lagebericht 1. Allgemeine Angaben Für die AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH war das Geschäftsjahr 2006 geprägt von den Veränderungen im Kundenumfeld. Insbesondere durch die Gründung der Allianz Deutschland AG und die damit verbundene zentrale Neuausrichtung der IT konnten Prozesse verschlankt und Schnittstellen optimiert werden. Der erfolgreiche Abschluss der Synergie- und Restrukturierungsprogramme führte zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Durch die Implementierung eines neuen Managementmodells wurde die Steuerung der AGIS-Geschäftsfelder optimiert. Der Firmensitz des Unternehmens ist München. Der Aufsichtsrat ist paritätisch mit Vertretern der Gesellschafter und mit Arbeitnehmervertretern besetzt. 2. Strategie AGIS Die»Strategie AGIS«ist eingebunden in die Allianz Strategie 3+Eins, die gemeinsamen Leadership Values als Führungsgrundsätze sowie die Allianz IT-Strategie. Die AGIS kann 3+Eins nachhaltig unterstützen, indem sie ihre Services zu wettbewerbsfähigen Preisen anbietet. Über innovative IT-Lösungen hilft die AGIS, die Prozesse ihrer Kunden zu optimieren und Potenziale für diese zu erschließen. Um allen Kunden, Anteilseignern sowie internen und externen Partnern einen Mehrwert zu bieten, gilt es die Vision»AGIS macht IT verlässlich, einfach, passend«konsequent in allen strategischen Geschäftsfeldern umzusetzen. Das Geschäftsjahr 2006 war hierbei besonders geprägt von einer kontinuierlichen Verbesserung der Prozessorganisation, um hier den Anspruch der AGIS»Verlässlichkeit«und»Einfachheit«gegenüber den Kunden gerecht zu werden. 3. Strategische Geschäftsfelder Die AGIS versteht sich als Full-Service-Dienstleister, der die Entwicklung und den Betrieb von IT-Infrastrukturen sowie den Service und den Betrieb von Informationssystemen in der Allianz Gruppe in Deutschland gewährleistet. Die AGIS entwickelt, installiert und betreibt markterprobte IT-Technologien für Großrechner, Client / Server-Systeme und Netze. Zuverlässig und in hoher Qualität erbringt die AGIS Dienstleistungen in folgenden Geschäftsfeldern: Project & Consulting Infrastructure / Application & Data Services Workplace Print & Output Services. Unterstützt werden die Geschäftsfelder durch die querschnittlichen Funktionen: Security Manage & Source. Project & Consulting Das Consulting stellt in der Konzeptions- und der Realisierungsphase die Integration in die bestehende Anwendungs- und Systemumgebung sicher und begleitet am Projektende die Überführung der Systeme in den produktiven IT-Betrieb. Unseren Kunden werden neue Technologietrends aufgezeigt und sie werden laufend hinsichtlich der IT-Standards und der IT-Architektur beraten. Project & Consulting versteht sich als Schnittstelle zu den Anwendungsentwicklungsbereichen im Konzern. Es wird sowohl die Qualität der Projektarbeit und die vollständige Erledigung des Auftrags als auch die Einhaltung der Projektziele verantwortet. Damit werden Koordinations-, Steuerungs- und Leitungsfunktionen gleichzeitig zentral wahrgenommen. Für den Kunden stellt dies eine»rund-um«- Dienstleistungsfunktion im Projektgeschäft dar. 7

8 Lagebericht Infrastructure / Application & Data Services Die Bereiche Infrastructure und Application & Data Services konzentrieren sich auf den Betrieb des AGIS Rechenzentrums im BGU in Unterföhring und das Katastrophen-Backup in Stuttgart. Die AGIS betreibt mit einem Serverpark von Servern, einer Rechnerkapazität von MIPS sowie einem Plattenspeicher von 878 TB eines der größten Rechenzentren in Europa. Das zentrale Ziel ist die Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs und die Einhaltung der vereinbarten Service Level Agreements. In deren Rahmen wird die Durchführung und Sicherstellung der Services im Betrieb gewährleistet. Gerade vor dem Hintergrund von SOX (Sarbanes-Oxley Act) besitzt das Thema Business Continuity & Security Management für die AGIS eine zentrale Bedeutung. Deshalb wurde im Rahmen der Zentralisierung des Hostund Serverbetriebs die Infrastruktur des BGU erweitert und auf einen höheren Sicherheitsstandard gebracht. Im Bereich Network stellt sich die AGIS der großen Herausforderung nicht nur für die Kunden der Allianz Deutschland AG und Dresdner Bank AG, sondern für die Allianz weltweit, ein sicheres, stabiles Netzwerk zu betreiben: AGIS.net Nationales Corporate Netzwerk für Versicherung Innendienst und Dresdner Bank AG (Hauptverwaltungen, Niederlassungen, Geschäftsstellen und Filialen der Allianz Gruppe in Deutschland) AMIS.net Nationales Netzwerk Versicherung Außendienst (Agenturen der Versicherungsgesellschaften Allianz Deutschland AG) AWIN.net Internationales Netzwerk der Allianz SE BWIN.net Internationales Netzwerk Dresdner Bank AG MAN Netze Campus Netzwerke in den Hauptstandorten (München, Frankfurt, Stuttgart) LAN Lokale Netze in den Versicherungs- und Bankgebäuden Im ersten Quartal 2006 wurde ein Projekt aufgesetzt, um das AGIS.net (Nationales Corporate Network für Versicherung Innendienst und Dresdner Bank AG) auf VPN und MPLS Technologie im Access und Core umzustellen. Ziel dieses Projekts ist es, die Netzwerkkosten weiter zu senken und den wachsenden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Im Mai 2007 wird dieses Projekt abgeschlossen sein. Die gesamten von der AGIS betriebenen Netzwerke zeichneten sich im Jahr 2006 durch hervorragende Stabilität aus. Es wurden einzelne Ausfälle von Netzwerkkomponenten verzeichnet, wobei durch die implementierten automatischen Backupverfahren eine durchgängige Verfügbarkeit gegeben war. Die Sicherheit der von der AGIS betriebenen Netzwerke konnte im Jahr 2006 durch den gezielten Einsatz von Überwachungs- und Erkennungssystemen gewährleistet werden. Workplace Im Geschäftsfeld Workplace sind alle Produkte und Services rund um den PC-Arbeitsplatz zusammengefasst. Im vergangenen Jahr wurden alle PC-Arbeitsplätze auf das Servicepack 2 von Windows XP umgestellt. Ferner wurde der Versicherungs- und Bank-Innendienst von Lotus Notes auf Microsoft Outlook migriert, im Frühjahr 2007 folgt der Außendienst der Versicherung. Neben der Erzielung von Synergien wird dadurch ein wichtiger Meilenstein in der IT-Standardisierung im Konzern erreicht. Die Konsolidierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre (Standardisierung von HW und SW sowie Optimierung der Supportprozesse im Rahmen von SYN III und Umbau AGIS) zeigen in der Reduzierung der Produktionskosten ihre positive Wirkung. In den meisten Produkten konnten Preissenkungen an die Kunden weitergegeben werden, v. a. in den Bereichen Workplace, Host und Projekte. Im Geschäftsfeld Workplace hat die AGIS so aus eigenen Kräften ein wichtiges Etappenziel hinsichtlich Standardisierung und Kostenoptimierung erreicht. Zusammen mit dem Kunden (v. a. ADAG) wurde darüber hinaus ein Projekt aufgesetzt, das einen noch konsequenter standardisierten Client mit automatisierten Supportprozessen zum Ziel hat. Dieser Client soll den Kunden ab der zweiten Jahreshälfte 2007 zur Verfügung gestellt werden. Im Kontext der Kostenreduzierung ist auch die geplante Auslagerung von Teilbetriebsteilen v. a. im Supportbereich zu sehen. Damit mit Hilfe eines professionellen Providers weitere Skaleneffekte erzielt werden. Um die Prozesse noch konsequenter an ITIL auszurichten und steuern zu können, wurde zur Unterstützung des Geschäftsfeldes Workplace die Abteilung Delivery Services neu gegründet. Damit wurden operative und steuernde Funktionen getrennt. Ferner werden die logistischen Prozesse zum Client Innendienst künftig vom System SIMA unterstützt. Damit kann u. a. das Bestandsführungssystem ABIS abgelöst werden. 8

9 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Die Telekommunication-Services setzen sich aus folgenden technischen Teilbereichen zusammen: Sprachnetze (TK-Kopplungen und Mobilfunk-Netze) in den Versicherungs- und Bankgebäuden TK-Anlagen Trading-, Call-Center- und CTI-Lösungen. Die gesamten von der AGIS betriebenen TK-Anlagen zeichneten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr durch hervorragende Stabilität aus. Output Services Das Geschäftsjahr 2006 im Geschäftsfeld Output Services war geprägt von einem stabilen und reibungslosen Ablauf der Produktionsaufträge auf Grund der Zentralisierung aller Druckzentren im vorhergegangenen Geschäftsjahr. Der Einstieg in die Technik des Drucks mit Zusatzfarben wurde realisiert und in ersten Kundenaufträgen umgesetzt. Die Produktion selbst und andere technische Produktionsverbesserungen haben die Kostensituation des Geschäftsfeldes verbessert. Optimierungen wie Adresszusammenfassungen auf der Kundenseite und die technische Umsetzung haben sich in den Portokosten positiv niedergeschlagen. Die möglichen Optimierungsmaßnahmen hinsichtlich der Veränderungen der ADAG wurden realisiert und eine einheitliche Policenproduktion für alle Sparten der Versicherungen konnte erreicht werden. Die kundenspezifische Ausrichtung des Copyshops rundet das Gesamtbild des Geschäftsfelds Output Services ab. Security Die Sicherheit stand auch in 2006 im Fokus der AGIS Dienstleitungen. Auf Basis der Security-Policy und Standards»GISF Version 2.2«(Group Information Security Framework) wurden die sicherheitsrelevanten IT-Komponenten und Verfahren weiterentwickelt. Zur Ergänzung und Detaillierung der GISF für den IT-Betrieb kamen 14 neue AGIS Security Specifications (ASS) zum Einsatz. Die wesentlichen Security-Weiterentwicklungen im Geschäftsjahr 2006 sind nachfolgend genannt: Die ASS»Sicherheitsprüfung für ausgelagerte IT-Dienste«beschreibt konkret den in der GISF thematisierten Auslagerungsprozess zur Auswahl der erforderlichen Sicherheitsvorgaben an einen Provider sowie zur Einrichtung der zugehörigen Kontrollen bei der AGIS Provider-Steuerung. In der ASS»Security Leistungsbeschreibung«sind die Sicherheitsleistungen der AGIS für den SLA 2007 mit den Kundengesellschaften sowie die Mitwirkungspflichten des Kunden z. B. beim Security Patchmanagement vereinbart. Falls aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen eine Sicherheitsanforderung nicht erfüllt werden kann, wird gemäß der ASS»IT-Security Ausnahmegenehmigung und Risikoübername«das Sicherheitsrisiko ermittelt und vom Management getragen, bis nach maximal einem Jahr eine Lösung zur Erfüllung der Sicherheitsanforderungen etabliert ist. Zur Förderung des Sicherheitsbewusstseins der AGIS Mitarbeiter wurde auch in 2006 der eintägige Grundlagenkurs»Be aware«sowie der spezielle Kurs»Be secure«zur Ausbildung der Project Security Officer mehrfach abgehalten. Manage & Source Unter Manage & Source werden die Querschnittsfunktionen, die Dienstleistungen für die Geschäftsfelder der AGIS erbringen, zusammengefasst. Die wesentlichen Funktionen sind Betriebswirtschaft, Innenrevision, IT-Einkauf, Kommunikation, Personal und das Risikocontrolling. Um IT-Services kostengünstig und leistungsstark anbieten zu können, ist der Einkauf von IT und externen Dienstleistungen für die Allianz Gruppe in Deutschland im IT-Einkauf der AGIS gebündelt. Hierdurch werden sowohl für die AGIS als auch für Konzernkunden effiziente Lieferantenbeziehungen ermöglicht. Durch die systematische Bündelung der Beschaffungsvolumina der Allianz Gruppe in Deutschland sowie der Marktgegebenheiten im Jahr 2006 konnten die Einkaufsoptimierungen der Vorjahre fortgesetzt werden. Die Prüfungen der Innenrevision stellen eine wichtige Maßnahme zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit, der Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit der Betriebsund Geschäftsabläufe dar. Damit wird die Geschäftsleitung bei der Wahrnehmung ihrer Kontrollfunktion unterstützt. Die interne Revision führte sowohl eigene als auch gemeinsame Prüfungen (Joint Audits) mit der Holdingeinheit Group Audit und den Revisionseinheiten der einzelnen Konzerngesellschaften durch. Unter der Funktion AGIS-Risikocontrolling sind IT-Security, SOX-Steuerung und das Operational Risik Controlling zentral als Stabsfunktion gebündelt. 9

10 Lagebericht 4. Industrialisierung der AGIS Unter dem Begriff»Industrialisierung«werden Zentralisierung, Standardisierung und Automatisierung von Aufgaben und Prozessen verstanden. Das Ziel der Industrialisierung im IT-Bereich ist es, unterschiedliche und kostenintensive Einzel- und Sonderlösungen durch effiziente und durchgängige Prozesse abzulösen. Die AGIS hat mit den realisierten Synergieprojekten den Weg in Richtung Industrialisierung von IT-Services und IT-Betrieb eingeschlagen. Die grundlegenden Elemente dieses Veränderungsprozesses sind die Zentralisierung von Funktionen und Hardware, die Standardisierung der eingesetzten Hard- und Software sowie die Automatisierung von Prozessen, um eine höhere Abwicklungsgeschwindigkeit bei einem geringeren Betreuungsaufwand sowie einer höheren Verfügbarkeit der Systeme zu gewährleisten. Am Ende des Geschäftsjahres 2006 konnte entsprechend der Allianz Strategie 3+Eins auf eine reduzierte Komplexität in organisatorischer wie auch systemtechnischer Hinsicht geblickt werden. 5. Organisatorische Entwicklung Geschäftsbereiche und Standorte Mit dem Umbau der AGIS haben sich die Organisation der vier Geschäftsbereiche und die Anzahl der Mitarbeiter an den einzelnen Standorten verändert. Synergieprogramm III (SYN III) Umbau AGIS Die technische Umsetzung des Umbaus der AGIS ist weitestgehend abgeschlossen. Bis auf wenige Server ist der Umzug der Rechenzentren sowie die Serverkonsolidierung realisiert. Auch die personalwirksamen Maßnahmen wurden wie geplant bewältigt. Damit kann die AGIS nach den Synergieprogrammen I III behaupten, auf struktureller, personeller, technischer und prozessualer Ebene die Post-Merger-Integration AGIS-DREGIS bewältigt zu haben. Insgesamt wurden damit die IT-Infrastruktur- und Service-Kosten während der gesamten Laufzeit der Synergieprogramme um mehr als ein Drittel gesenkt. Ebenso wie die Vorgängerinitiativen hat auch SYN III alle finanziellen Projektziele übererfüllt. Durch den Umbau der erfolgreichen Zusammenführung der Infrastruktur von Versicherungs- und Bank-IT wurde die AGIS auf eine verbesserte Leistungsfähigkeit ausgerichtet und entsprechend Richtung Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Im Jahr 2006 wurde die vollständige Abwicklung der Zweigniederlassung Singapur, welche für die Kundeneinheiten der Dresdner Bank Gruppe im asiatisch-pazifischen Raum tätig war, abgeschlossen. Die Mitarbeiter der AGIS Niederlassung führen ihre Aufgaben in der neuen Gesellschaft eines externen Partners fort. 6. Personal Allianz Standort Dresdner Bank AG Standort Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Stand 31. Dezember 2006 an den sieben Standorten der AGIS ist eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr von 159 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verzeichnen (Stand 31. Dezember 2005: Mitarbeiter). Die Auszubildenden werden zentral am Standort München ausgebildet. Insgesamt sind 18 Auszubildende je Ausbildungsjahrgang 6 Mitarbeiter beschäftigt. 10

11 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH 7. Schwerpunkte des Jahres 2006 Das Geschäftsjahr 2006 war geprägt durch strategische Projekte, die zu technischen und organisatorischen Innovationen führten sowie weitere Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen ermöglichten. Managementmodell der AGIS Die AGIS stellt den IT-Betrieb der Konzerngesellschaften in hoher Qualität sicher. Um den Prozessfluss gegenüber den Kunden während des kompletten Lebenszyklus der erbrachten Leistungen weiter zu optimieren, müssen die Produkte bzw. Services den Kunden gegenüber als leistungsfähig und vergleichbar dargestellt werden. Hierzu wurde im Jahr 2006 stufenweise das neue Managementmodell eingeführt, das auf eine durchgängige Leistungs-, Prozess- und Kostensicht auf das jeweilige Produkt abzielt. Außerdem kombiniert mit einer verbindlichen Ergebnisverantwortung für Produkte und Services. Für jede Produktlinie existiert nun ein Geschäftsfeldverantwortlicher. Das neue Managementmodell ändert nichts an der bestehenden funktionalen Organisation. Es wirkt quer zur Linienorganisation und stärkt damit die Prozess- und Leistungserbringungssicht gegenüber der AGIS und nicht zuletzt gegenüber den Kunden. V ZBO DES Steuerung Instrumente & Systeme V V Produktkatalog Planung & Reporting V Das Produktmanagement im Customer Service Management (CSM) ist für den Produktkatalog der AGIS verantwortlich. Dieser Katalog beschreibt die AGIS-Services und dient der transparenten Darstellung gegenüber den Kunden. Die Betriebswirtschaft (BWS) ist für die Planung und das Reporting zuständig. Die Berichtssysteme wurden an die neue Steuerungslogik angepasst, indem zum Beispiel die Kostenstellenstruktur überarbeitet oder produktbezogene Berichte bereitgestellt wurden. BWS CSM Verantwortlich für die Anpassung der Prozesse und Systeme ist die Zentrale Betriebstechnik und -organisation (ZBO). Die bestehende Prozessorganisation (PZO) wurde in das neue Managementmodell überführt und die Rollen- und Schnittstellenbeschreibungen wurden bereinigt. Die operative Steuerung erfolgt durch die Delivery Services (DES). Hier liegt das Controlling von Leistung, Qualität und Kosten der Produkte bzw. Geschäftsfelder des jeweiligen Geschäftsbereichs sowie die zugehörigen Prozesse. Neuaufstellung der Geschäftsbereiche Das neue Managementmodell wurde in 2006 stufenweise in allen Geschäftsbereichen der AGIS eingeführt. Diese neu eingeführte Zuordnung entspricht den Anforderungen der IT Infrastructure Library (ITIL). Als wesentlicher Faktor ist hier die Sicherstellung und die Weiterentwicklung der Qualität der Produkte der Geschäftsfelder zu sehen. Darüber hinaus wurde ein Controlling für die Prozessentwicklung und die Prozessqualität eingesetzt. Auf Produktebene wurde ein operatives Kostencontrolling und -reporting implementiert, das die Steuerung der Leistungserbringung über alle beteiligten Funktionen hinweg gewährleistet. Customer Service Management Die Kundenzufriedenheit als Wettbewerbsfaktor stellt für die AGIS einen zentralen Wert der Unternehmenskultur dar. Die AGIS Ziele 2006 berücksichtigten in umfassendem Maße diesen Erfolgsfaktor. Die zentrale Kundenschnittstelle der AGIS wurde in der Funktion Customer Service Management (CSM) gebündelt. Ziel ist es, den Kundenanforderungen mit einem ausgereiften Produktportfolio gerecht zu werden sowie innovative Produktkonzepte in das Beratungsangebot einfließen zu lassen. Die Kundenzufriedenheit wird anhand folgender Kriterien gemessen: Kundenwissen, Flexibilität, Bündelung von Know-how und Kompetenzen sowie Kundennähe. Beratung und Betreuung kann so zielgerichtet, partnerschaftlich und erfolgreich umgesetzt werden. 11

12 Lagebericht Sarbanes-Oxley Act (SOX) Die SOX-Richtlinien sind für Gesellschaften verpflichtend, die in den USA börsennotiert sind. Von ihnen wird verlangt, dass alle Prozesse dokumentiert werden, die für die finanzielle Berichterstattung wesentlich sind. Darüber hinaus fordert das Gesetz ein effektives internes Kontrollsystem. Die AGIS hat die Funktionsfähigkeit ihres internen Kontrollsystems durch Audits nachgewiesen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2006 hat die AGIS den Check durch die Wirtschaftsprüfung KPMG ohne Mängel abgeschlossen. Dieser Nachweis über die Zuverlässigkeit der IT-Systeme ist notwendig für die SOX-Compliance, denn alle wichtigen Geschäftsprozesse der Kundengesellschaften laufen IT-gestützt ab. Damit gewährleistet die AGIS das Fundament für die SOX-Compliance der deutschen Gruppengesellschaften. Europäische Rechenzentrumskonsolidierung Seit diesem Sommer befinden sich die Großrechner der Allianz Gesellschaften aus Österreich (Allianz Elementar) und der Schweiz (Allianz Suisse) für das Housing in München (Unterföhring). Die Umzüge verliefen reibungslos und ohne das der laufende Betrieb in Österreich und in der Schweiz beeinträchtig wurde. Weiterhin übernahm die AGIS im Jahr 2006 den Hostbetrieb von Euler Hermes in Hamburg. Ende September 2006 wurde auch die Z9-Migration erfolgreich abgeschlossen. Damit hat die AGIS gemeinsam mit der IBM innerhalb kurzer Zeit die komplette Host-Infrastruktur für alle Kundengruppen der AGIS auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Innerhalb von nur 8 Wochen wurden an 7 Wochenenden 75 Logical Partitions (LPARs) migriert. Serverkonsolidierung Die ca Server am Standort Frankfurt wurden planmäßig im Geschäftsjahr 2006 nach Unterföhring ins BGU (Betriebsgebäude Unterföhring) umgezogen bzw. konsolidiert. Ca. 700 Server konnten in diesem Zuge aus dem Betrieb genommen werden. Im Januar beginnt der Rückbau der Serverräume in der Windmühlstrasse in Frankfurt. Dies stellt eine weitere Maßnahme bedingt durch SYN III dar. Migration des AGIS.net auf ein IP VPN Beim»AGIS.net«handelt es sich um das nationale, standortübergreifende Unternehmensnetzwerk, das auf Basis von eigenen Netzknoten sowie angemieteten Festverbindungen zwischen den Standorten des Konzerns betrieben wird. Die Migration des»agis.net«auf ein Multimandanten- und QoS-fähiges (QoS = Quality of Service = priorisierte Übertragung von Applikationen) IP VPN legt hierbei die Basis für eine konsolidierte Netzwerkumgebung im Sinne der Netzstrategie der AGIS. Um den unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden hinsichtlich Service und Qualität der Netzlösungen, wurden drei Ausprägungen dem neuen Netzwerk zu Grunde gelegt:»high-sla«(gold),»medium-sla«(silber) und»low-sla«(bronze). Es konnten im abgeschlossenen Geschäftsjahr 20 Lokationen termingerecht auf die neue Technik migriert werden. Call Center / AGIS Service Desk Das Call Center der AGIS ist der zentrale Ansprechpartner in allen Fragen und Problemen rund um den IT-Bereich für die Mitarbeiter der Allianz Gruppe. Es bearbeitet Incidents und Service Requests und entspricht somit in der ITIL-Prozessicht (IT Infrastructure Library) der Funktion des Service Desks. Wesentliche Aufgaben sind die Störungsannahme, -bearbeitung und -lösung bis hin zur Anwenderinformation, Bearbeitung von Entsperrvorgängen, Durchführung von Kundenbefragungen nach Umzügen sowie das Einrichten und Ändern von Mailboxattributen. Die Problemlösungsquote des First Level Support für Störungsbehebungen liegt bei ca. 80% und ist damit wettbewerbsfähig im Quervergleich zum Markt externer Anbieter. Desweiteren betreibt der AGIS Service Desk (ASD) auch das zentrale Informationsmanagement für die Anwender. Störungen gleicher Art können so zentral gebündelt und an weitere Nutzer, die ebenfalls zu den ermittelten Anwenderkreis gehören, rechtzeitig weitergeleitet werden mittels unterschiedlicher aktiver und passiver Varianten der Informationsverteilung. ASD betreut rund Anwender weltweit und bearbeitet im Durchschnitt ca Störungsmeldungen und Anfragen pro Tag. 12

13 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Zentraler Second Level (ZSL) Komplexe Störungen an den Arbeitsplatzrechnern, Druckern oder Telefonen der Innendiensteinheiten der Allianz und der gesamten Dresdner Bank AG, die nicht direkt beim Anruf im ASD, dem First Level, behoben werden können, werden von dort in den ZSL weitergeleitet und hier gelöst bzw. an den Third Level weitergeleitet. Hier wird für die angestrebte Problemlösung Wissen und das Komponenten-Ausschlussverfahren angewendet, da hier das wesentliche Ziel darin zu sehen ist, durch die Behebung der Störung Aufschluss über deren Ursache, Ansätze zu deren Vermeidung und einen Lösungsweg für den Einsatz im First Level zu dokumentieren. Kann der ZSL das Problem nicht lösen, wird auch die dritte Support-Stufe beansprucht. Hier kümmern sich fachund komponentenverantwortliche Stellen mit ihrem Spezialwissen um die Behebung der Störung. Die Factory im ZSL ist für die zentrale Steuerung des gesamten Client-Support Prozesses und das reibungslose Zusammenspiel zwischen First, Second und Third Level verantwortlich und wacht über alle wichtigen Zielgrößen. Der ZSL betreut Arbeitsplatzrechner des Allianz Innendienstes, Arbeitsplatzrechner und 860 Server- Systeme im Geschäftsstellenumfeld der Dresdner Bank AG, Arbeitsplatzrechner der Zentrale der Dresdner Bank AG, dezentrale Drucker sowie über 100 verschiedene Anwenderprogramme. SIMA für Innendienst-Client (System für IT-Management der AGIS) Die AGIS hat die IT-technische Abbildung der komplexen Prozesswelt durch die inkrementelle Auslieferung der Prozesse für die Objekttypen Host, Server, Druck, TK und AD-Client bereits im Juni 2005 abgeschlossen und erfolgreich in Betrieb genommen. Seit Januar 2006 wurde planmäßig an der Realisierung des ID-Client gearbeitet. Um eine noch höhere Standardisierung und damit einhergehend auch höhere Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, geht die AGIS konsequent nach»itil«vor, das heißt, dass neben den bewährten SAP-Komponenten (betriebswirtschaftlicher Teil) auch die Software USU- Valuemation für die Abbildung von vorgelagerten und parallel betriebenen Prozesslogiken eingesetzt wird. Die Migration aller Hardware- und Softwarekomponenten in SIMA (System für IT-Management der AGIS), optimierten Prozessabbildungen und die Anbindung aller weiteren Systeme mittels Schnittstellen in den produktiven Betrieb konnte erfolgreich und effizient im November 2006 umgesetzt werden. Lizenzmanagement Im Rahmen des Projektes SIMA (System für IT-Management der AGIS) wurden bis Ende 2006 System und Prozesse für ein standardisiertes Lizenzmanagement in der AGIS analysiert. Im Rahmen der Einführungsphase werden Lizenzmanagementauswertungen (Compliance Check) in Form des Vergleichs der gescannten IST-Daten mit den kaufmännischen Daten aus SAP für die wichtigsten Software-Produkte in der AGIS für Client Innendienst und Server im ersten Quartal 2007 nutzbar sein. Die Einführungsphase ist bis Mitte 2007 geplant. 8. Geschäftsverlauf 2006 Die AGIS konzentrierte sich wie in den Vorjahren vor allem auf Serviceleistungen innerhalb der Allianz Gruppe Deutschland. Der Anteil des Umsatzes mit Kunden außerhalb der Allianz Gruppe in Deutschland ist niedrig. Als Vergütung für die Leistungen wurden den Konzernkunden kalkulierte Vollkostenpreise inklusive einer kalkulatorischen Verzinsung auf das gewogene Eigenkapital in Rechnung gestellt. Das Geschäftsjahr 2006 war für die AGIS vor allem durch den weit reichenden Umbau der Allianz (Allianz SE, ADAG, Dresdner Bank AG) geprägt, sowie durch den Umbau AGIS und das Synergieprogramm III (SYN III). Durch konsequente Umsetzung der Maßnahmen»Umbau AGIS«sowie des Abschlusses des Synergieprogramms SYN III gelang es, die Kostenbudgets weiter zu reduzieren und Umsatzrückgänge zu kompensieren. Einhergehend konnten technologische Innovationen in der Infrastruktur umgesetzt werden. Im Geschäftsjahr 2006 wurden Umsatzerlöse aus IT-Dienstleistungen in Höhe von 654,6 Millionen Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahr (Umsatzerlöse 2005: 708,8 Millionen Euro) bedeutet das einen Rückgang um 7,6 Prozent. Auf die einzelnen Geschäftsfelder der AGIS verteilen sich die Umsatzerlöse (in Millionen Euro) wie folgt: Project & Consulting 20,0 Infrastructure/Application & Data Services 358,8 Workplace 184,3 Print & Output Services 112,4 Sonstiges (vor allem Gutschriften aus Vollkostenabrechnung) 20,9 Gesamt 654,6 13

14 Lagebericht Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsfelder wie folgt: Umsatz nach Geschäftsfeldern Project & Consulting 3,1 % Workplace 28,2 % Application & Data Services Ins. 0,3 % Application & Data Services Bank 3,0 % Infrastructure 51,4 % Print & Output Service 17,2 % Sonstiges 3,2 % Investitionen in die IT-Struktur Die im Jahr 2006 getätigten Investitionen führten in Summe gegenüber dem Geschäftsjahr 2005 zu einer Reduzierung, da auf Grund der prägnanten Umstrukturierung des Konzerns auch enormer Kostendruck auf bereits geplante Projekte seine Auswirkungen fand. Die Basis für alle Investitionen ist eine abgestimmte anforderungs- und bedarfsgerechte Investitionsplanung. Insgesamt hat die AGIS im Jahr ,5 Millionen Euro investiert. Die Investitionen (in Millionen Euro) gliedern sich in folgende Bereiche auf: Client / Server Hardware 24,0 Großrechner Hardware 23,5 Speichermedien 9,6 Software 11,0 Druck- und Nachbearbeitung 1,7 Kommunikationseinrichtungen 3,0 Netzkomponenten 6,0 Betriebs-/Geschäftsausstattung 0,2 GWG 6,6 Finanzanlagen 6,9 Die Finanzierung dieser Investitionen erfolgte aus Umsatzeinnahmen und vorhandenen liquiden Mitteln. Die Summe der Erträge, das heißt die Umsatzerlöse (654,6 Millionen Euro) und sonstigen betrieblichen Erträge (28,7 Millionen Euro), belief sich auf 683,3 Millionen Euro. Den Erträgen standen im laufenden Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 675,4 Millionen Euro gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierten sich diese um 5,7 Prozent, was auf die eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen bei den Aufwendungen für den IT-Betrieb und auf die Maßnahmen zur Senkung der Personalaufwendungen zurückzuführen ist. Der Zinsertrag betrug 3,1 Millionen Euro. Die Zinsaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2005 auf 0,9 Millionen EUR. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 58,7 Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 10,8 Millionen Euro resultiert aus der kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung und der Geschäftstätigkeit mit den Kunden, für die keine Vollkostenabrechnung durchgeführt wird. Das Niveau des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr entspricht damit dem des Vorjahres. 9. Prognosebericht Auf Grund der Eigenkapitalausstattung, der Einbettung der Gesellschaft in die Allianz Gruppe Deutschland sowie der engen Kundenbeziehungen ist die wirtschaftliche Entwicklung der AGIS sichergestellt. Chancen ergeben sich für die AGIS aus der zunehmend europäischen Grundausrichtung der Allianz SE. Risiken für die zukünftige Geschäftsentwicklung ergeben sich aus den aktuellen sehr dynamischen Veränderungen der Konzerngesellschaften in Deutschland, die zu schrumpfenden Umsätzen führen könnten. Mit dem für 2007 geplanten Outtasking eines erheblichen Teils der AGIS-Services sind ebenfalls Chancen, aber auch Risiken verbunden. Die Chancen bestehen in steigender Wettbewerbsfähigkeit und besserer Anpassung an Markstandards, wodurch sich die AGIS sicherer als Full Service IT-Dienstleister positionieren kann. Risiken entstehen durch den mit dem Outtasking einher gehenden Verlust an internem Wissen. Diese Wirkungen werden durch die parallelen personellen Maßnahmen der Allianz Gesellschaften in Deutschland noch verstärkt. Das AGIS Management ist eng in alle Veränderungen der Allianz Deutschland eingebunden und kann dadurch diese Entwicklungen steuernd beeinflussen. 14

15 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Im Hinblick auf die bestehenden Anforderungen wird durch die eingeleiteten Projekte auch mittelfristig bis Ende 2008 dem Kostendruck Rechnung getragen. Allianz Business System (ABS) Die Allianz Deutschland AG wird im nächsten Jahr ein neues Zielbetriebsmodell einführen. Die AGIS unterstützt die ADAG in mehr als 30 IT-Projekten bei Design und Aufbau der notwendigen IT-Infrastrukturen. Die AGIS Aktivitäten sind im Projekt»ABS (Allianz Business System) Infrastruktur und Betrieb«zusammengefasst. Kerngedanke des Zielbetriebsmodells ist die Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse. Die Geschäftsprozesse von Sach-, Leben- und Krankenversicherung werden in zentralen Anlaufstellen für die Kunden gebündelt, die das Fach-Know-how aller Sparten umfassen. Customer Fokus Initiative (CFI) Die Customer Fokus Initiative ist eine wichtige strategische Initiative der Allianz und Teil der 3+Eins Aktivitäten des Konzerns, die auch in den folgenden Geschäftsjahren im Mittelpunkt der Unternehmensaktivitäten steht. Ziel dieser Initiative für die AGIS ist die Ausrichtung auf den Kunden, dessen Zufriedenheit mit dem Unternehmen und dessen Bindung. Um diese Kriterien bewerten zu können, hat man in der AGIS Kundenzufriedenheitsumfragen durchgeführt. Neben diesem bewährten Instrument wird eine zusätzliche wissenschaftlich erprobte Messgröße zur Ermittlung der Kundenloyalität, der NET Promoter Score (NPS) eingesetzt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in Workshops analysiert und somit Wege für die Verbesserung gefunden. SCOPE Im Geschäftsjahr 2006 wurde in der AGIS das Outtasking-Programm SCOPE (Strategic Outtasking Partner Evaluation) aufgesetzt. In den Teilbereichen Desktop-, Netz- und Telekommunikationsservices wird zukünftig die Fertigungstiefe der AGIS reduziert und gemeinsam mit einem strategischen Partner Kosten und Leistung weiter optimiert. Die Steuerung im Sinne einer Generalunternehmerschaft wird hierbei weiterhin von der AGIS wahrgenommen. Die AGIS unterscheidet ihre Geschäftsfelder in»provided Services«(Host, Server, Druck, Projekte) und»managed Services«(Client, TK, Netz). Während in den»provided Services«eine hohe Fertigungstiefe beibehalten werden soll, umfassen die»managed Services«Leistungen, die zukünftig gemeinsam mit einem strategischen Partner erbracht werden. Als Full- Service-IT-Dienstleister besetzt und stärkt die AGIS auch in den kommenden Jahren alle steuernden und beratenden Funktionen gegenüber Kunden und Provider. 10. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die Risikosteuerung der AGIS ist entsprechend den Kundenanforderungen stark auf die wesentlichen operativen IT-Risiken ausgerichtet und legt ihre Schwerpunkte auf die Themen IT-Sicherheit und Katastrophenvorsorge/ Business Continuity. In verschiedensten Assessments, Reviews und Audits konnte die AGIS ihre Leistungsfähigkeit auf diesen Gebieten unter Beweis stellen und transparent darüber berichten. Belege hierfür sind beispielsweise die Erfüllung der Anforderungen der GISF (Group IT-Security Framework), die Ergebnisse des»transversal Audit Risk Management«sowie die externe Bestätigung (Fa. Heine und Partner) einer hervorragenden Fähigkeit zum Wiederanlauf im Fall einer unvorhergesehenen Betriebsunterbrechung und die Ergebnisse der BIA/ RIA (Business Impact Analysis, Risk Analysis). Somit konnten, unter anderem auf Grund der im Vorjahr erfolgten Bündelung aller Funktionen des Risiko-Controllings in einer zentralen Abteilung, weitere Fortschritte hinsichtlich der Professionalität der Risiko-Steuerung erzielt werden. 11. Dank an die Mitarbeiter Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement und ihre hohe Einsatzbereitschaft im Jahr

16 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn von Euro wie folgt zu verwenden: Ausschüttung an die Allianz Informatik Beteiligungsgesellschaft mbh, München, Euro und an die Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main, Euro. Einstellung in andere Gewinnrücklagen Euro. München, den 30. Januar 2007 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Die Geschäftsführung 16

17 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Jahresabschluss AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH 17

18 Bilanz Bilanz zum 31. Dezember 2006 Aktiva A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Software II. Sachanlagen Technische Anlagen und Maschinen III. Kapitalanlagen 1. Beteiligungen Wertpapiere B. Umlaufvermögen I. Vorräte II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen verbundene Unternehmen Sonstige Vermögensgegenstände III. Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand C. Rechnungsabgrenzungsposten Summe Aktiva

19 AGIS Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH Passiva A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage III. Gewinnrücklagen IV. Bilanzgewinn B. Rückstellungen I. Pensionsrückstellungen II. Steuerrückstellungen III. Sonstige Rückstellungen C. Verbindlichkeiten I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: (Vj.: ) II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: ( ) III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: ( ) IV. Sonstige Verbindlichkeiten D. Rechnungsabgrenzungsposten Summe Passiva

20 Gewinn- und Verlustrechnung Gewinn- und Verlustrechnung Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Aufwendungen für den IT-Betrieb a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe b) Aufwendungen für bezogene Leistungen Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben c) Altersversorgung Abschreibungen a) auf immaterielle Vermögensgegenstände b) auf Sachanlagen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus anderen Wertpapieren sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen: (Vj.: ) 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon aus verbundenen Unternehmen: ( 3 208) 10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss Bilanzgewinn

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