DAS ZINSVERBOT UND EXTRINSISCHE ZINSTITEL BEI THOMAS VON AQUIN

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1 Westfälische Wilhelms Universität Münster Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen Vorlesung: Geschichte der ökonomischen Theorie Themensteller: Prof. Dr. Ulrich van Suntum Wintersemester 09/10 DAS ZINSVERBOT UND EXTRINSISCHE ZINSTITEL BEI THOMAS VON AQUIN Peter Meiners Dorotheenstraße Münster Tel.: Fachsemester Diplom Kath. Theologie Diplom Christliche Sozialwissenschaften

2 1. Einleitung Hinführung Die Argumentation für das Zinsverbot bei Thomas von Aquin Vorbemerkungen Begriffsbestimmungen Grundlage der Argumentation: Die iustia commutativa Die zentralen Argumente bei Thomas von Aquin Wesen und Funktion des Geldes bei Thomas Die extrinsischen Zinstitel bei Thomas von Aquin Damnum emergens und lucrum cessans Versäumte Rückgabetermine (poena morae) Beteiligung an einem Unternehmen (societas) Ausfallrisiko oder Risikozuschlag (periculum sorties) Zusammenfassung und Schlussbemerkungen Literaturverzeichnis

3 1. Einleitung Zu den umstrittensten und überaus weitreichenden Themen der Wirtschaftswissenschaften und der Ethik gehört das Zinsproblem. Aus ökonomischer Perspektive gehört die Zinstheorie durch ihre zeitliche Dimension zu den eher anspruchsvollen Gebieten der Volkswirtschaftslehre 1. Dass Zinsen für geliehenes Geld genommen werden, scheint selbstverständlich zu sein. Trotz dieser Selbstverständlichkeit stellt sich vor allem aus ethischer Perspektive seit jeher die Frage, inwiefern es überhaupt moralisch gerechtfertigt ist, mehr zurückzuverlangen, als man verliehen hat. Zugespitzt gefragt: Warum soll einem Vermögenden durch den bloßen Besitz und den Verleih von seinem Geld mit Hilfe des Zinses ein Einkommen ermöglicht werden, ohne dass dieser über das Verleihen hinaus eine eigene Leistung erbringen muss? Ist die Zinsnahme nicht zugleich Aneignung des Ertrags fremder Arbeit, Anreicherung des persönlichen Kapitals ohne eigene Leistung? Allgemein gefragt: Was sind eigentlich die ethisch-normative Kriterien für und gegen das Zinsnehmen? Ausführungen zu diesen wirtschaftsethischen Fragestellungen finden sich bereits seit der Antike bei zahlreichen Philosophen und Theologen. Exemplarisch und zentral für die folgende Ausarbeitung sind dabei die Überlegungen bezüglich der Zinsproblematik bei Thomas von Aquin, der zeitweilig den größten Einfluss auf die Lehre der katholischen Kirche gehabt hat. Daher soll seine Begründung für ein Verbot der Zinsnahme erörtert werden. Abschließend sollen die Möglichkeiten und Ausnahmen dargestellt werden, die das Zinsnehmen trotz genereller Ablehnung bei Thomas legitimieren. 1 Norbert Reetz, Der Zins als Preis. Zur Funktion des Zinssatzes in einer Marktwirtschaft, in: Max Vollkommer (Hg.), Der Zins in Recht, Wirtschaft und Ethik, Erlangen 1989, 29-52, 29. 3

4 2. Hinführung Seit jeher ist die Zinsnahme mit großem Unbehagen betrachtet worden. 2 Schon Platon ( v. Chr.) plädiert für ein Verbot des Verleihens gegen Zinsen. 3 Auch sein Schüler Aristoteles ( v. Chr.) schreibt im ersten Buch seiner Politik, diese Art der Erwerbskunst sei am meisten gegen die Natur, da Geld nicht zu dem Zweck erfunden worden sei, Zinsen zu tragen. 4 Ebenso finden sich in den biblischen Schriften zahlreiche Passagen, die eine Zinserhebung auf ein Darlehen verbieten. 5 Von ihren Anfängen an 6 und lange Zeit darüber hinaus 7 hat auch die katholische Kirche gegen die Erhebung von Geldzinsen gekämpft, wobei hauptsächlich die Scholastiker 8, darunter insbesondere Thomas von Aquin, 9 eine Begründung für das kanonische Zinsverbot lieferten, welche vielmehr Ergebnis logischen Denkens denn autoritärer Setzung war. 10 Eine solche Begründung wurde aufgrund der sich wandelnden wirtschaftlichen Voraussetzungen im 12. Jahrhundert notwendig. 2 Ulrich van Suntum, Die unsichtbare Hand. Ökonomisches Denken gestern und heute, Berlin , Vgl. Platon, Nomoi, 5,742 C-E; 8,842 C; 11,921C-D; Ders. Politeia, 8,555E-556A 4 Karl Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens. Erster Band, Frankfurt/M. 1992, 47; vgl. Aristoteles, Politik I,10 (1258 b 2-8); Aristoteles ordnete die Zinsnahme der sog. Chrematistik zu, worunter er ein moralisch schlechtes wirtschaftliches Handeln verstand, das ausschließlich auf reinen Gelderwerb, also Gelderwerb als Ziel seiner Selbst, hingeordnet war. Demgegenüber bezeichnet Aristoteles moralisch richtiges Handeln, das der Bedarfsdeckung an Gütern dient, als Ökonomik (vgl. van Suntum, Die unsichtbare Hand, 73.) Die Argumentation des Aristoteles, die zudem maßgeblich für die scholastische Auseinandersetzung mit dem Zinsverbot war, soll weiter unten noch ausgeführt werden. 5 Vgl. im Ersten Testament z.b. Ex 22,24; Lev 25,36; Dtn 23,20; Neh 5,7; Ps 15,5. Im Neuen Testament wird das Zinsverbot einerseits bekräftigt (vgl. Lk 6,34), andererseits der Knecht kritisiert, der keine Zinsen erwirtschaftet (Lk 19,23; Mt 25,27). 6 Vgl. u.a. das Konzil von Nizäa (325), das sich auf von Geiz und Gewinnsucht verführte Kleriker bezieht. Begründet wird das Zinsverbot mit Ps. 14,5 ( Er gab sein Geld nicht auf Zins. ). 7 Pius VIII. hob 1830 ohne nähere Begründung das Zinsverbot auf (DS 2722ff.). Im CIC/1917 wurde das Nehmen eines mäßigen Zinses erlaubt, der Wucher hingegen verboten (c.2354). Der CIC/1983 enthält auch diese Bestimmung nicht mehr. 8 Als Begriff zur historisch-deskriptiven Klassifizierung bezeichnet Scholastik eine mittelalterliche Epoche, die durch einen bestimmten Prozess der Verwissenschaftlichung gekennzeichnet ist, der im 9.Jh. (Frühscholastik) einsetzt, im 12./13. Jh. seinen Höhenpunkt hat (Hochscholastik) und im 15/16. Jh. (Spätscholastik) sowie im 19./20. Jh. (Neuscholastik) wiederaufgenommen wurde. Ziel der Scholastik war die Prüfung autoritativer Texte mit ausgeprägten Wahrheitsansprüchen (Hl. Schrift, Lehraussagen etc.) vor der Vernunft durch eine methodische Infragestellung (quaestio) und durch eine Abwägung der Gründe und Gegengründe (sic et non); vgl. Ludger Honnefelder, Art. Scholastik, in: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 9, Freiburg , Sp Zu Leben und Werk Thomas von Aquins sei hier auf die Ausführungen u.a. von Marie- Dominique Chenu (vgl. Ders., Thomas von Aquin in Selbstzeugnissen und Dokumenten, Hamburg 1960) und Josef Pieper (vgl. Ders., Thomas von Aquin. Leben und Werk, München 1981) hingewiesen. 10 Zwar verweist Thomas auch auf die entsprechenden Passagen der biblischen Schriften, auf die Kirchenväter und auf das römische Recht. Allerdings steht für ihn die rationale Begründung des Zinsverbotes im Vordergrund, wobei er an den relativ einheitlichen Gedankenkomplex anknüpfen [konnte], den die früheren scholastischen Philosophen bei ihrem Bestreben, das Wucherverbot vor der Vernunft zu rechtfertigen, bereits geschaffen hatten. (Edmund Schreiber, 4

5 Bis ins 11. Jahrhundert hinein war in den Gebieten Westeuropas das Interesse an wirtschaftlichen Fragen allenfalls gering. Der Handel diente in erster Linie der Versorgung mit Luxusgütern und wurde folglich im Zusammenhang mit der Verurteilung des Luxus durch die kirchliche Lehre bekämpft. Mit dem 12. Jahrhundert begann allerdings eine Periode weitreichender ökonomischer Veränderungen. Durch das Aufblühen der Städte weiteten sich Handel, Produktion, Bankwesen und Kreditvergabe aus und erreichten alarmierende Ausmaße 11. Diesbezüglich passte sich die kirchliche Lehre aber nur zögernd den Gegebenheiten und Notwendigkeiten der Praxis an. So wirkte beispielsweise die eigentliche und primäre Intention kirchlicher Autoritäten hinter dem Verbot des Wuchers, die mittellosen Schuldner zu schützen, verfehlt, da die Kreditnehmer des 12. Jahrhunderts vornehmlich Kaufleute waren, die um produktive Kredite für Spekulationsgeschäfte nachsuchten, oder Fürsten, die Geld für militärische Zwecke brauchten. 12 Daher wurde für die ökonomischen Denkbemühungen der Scholastik neben der Frage nach dem gerechten Preis (iustum pretium) das Thema des Zinsverbotes charakteristisch. Zwar griffen die Scholastiker, darunter insbesondere die Dominikaner Albertus Magnus ( ) und sein Schüler Thomas von Aquin ( ), in ihren theologisch-philosophischen Werken auch ökonomische Sachverhalte auf. Sie zielten dabei allerdings nicht auf eine deskriptive Darstellung der ökonomischen Zusammenhänge oder Gesetzmäßigkeiten, sondern auf die Kompatibilität ökonomischer Erscheinungen mit der theologischen Lehre 13. Diese Lehre war vor allem durch die Philosophie des Aristoteles geprägt, der aufgrund seiner Autorität allgemein nur als der Philosoph bezeichnet wurde. 14 Die volkswirtschaftlichen Anschauungen der Scholastik seit Thomas von Aquin (Beiträge zur Geschichte der Nationalökonomie, Bd. 1), Jena 1913, 98.) 11 Karl Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens, Ebd. 13 Gerhard Kolb, Wirtschaftsideen. Von der Antike bis zum Neoliberalismus, München 2008, 6; vgl. auch Francesca Schinzinger, Vorläufer der Nationalökonomie, in: Otmar Issing (Hg.), Geschichte der Nationalökonomie, München , 15-35, Besonders Thomas von Aquin beabsichtigte, die katholische Lehre auf die Philosophie des Aristoteles zu gründen. (Bertrand Russel, Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie, Bindlach 2005, 207.) 5

6 3. Die Argumentation für das Zinsverbot bei Thomas von Aquin 3.1 Vorbemerkungen Begriffsbestimmungen Der Zins wird im Allgemeinen definiert als ein für die Darlehensvergabe entrichtetes Entgelt, das generell als Prozentsatz auf Jahresbasis festgelegt wird. 15 Eine solche oder ähnliche formelle Definition des Zinses findet sich bei Thomas nicht, allerdings schließt er sich inhaltlich seinen Vorgängern an und stellt grundsätzlich den Darlehenszins in Frage. 16 Für seine Ausführungen verwendet Thomas den lateinischen Terminus usura. Dieser kann sowohl mit dem Begriff Zins als auch mit dem heute negativ besetzten Begriff Wucher übersetzt werden, denn diese Begriffe waren im Sprachgebrauch der Kirche in Antike und Mittelalter kongruent. 17 Daher werden beide mit dem Terminus usura bezeichnet, der nur einen Sinn hat, eben den von [ ] pleonasmos, superabundantia, redundantia, Ueberschuß, Ueberfluß, [ ] tokos, incrementum, Zuwachs, nämlich immer von dem, was über das Maß der Gleichheit von Leistung und Gegenleistung hinausgeht, zuwächst, von entgeltlosem Mehrwertgewinn, von Aequivalenzverletzung, von Wucher. 18 Bereits in dieser Begriffsbestimmung wird die Grundlage der Argumentation gegen die Zinsnahme deutlich: die iustia commutativa bei Aristoteles Grundlage der Argumentation: Die iustia commutativa Ausgangspunkt und Grundlage der Argumentation bei Thomas ist das im Rückgriff auf Aristoteles angeführte Prinzip der Tausch- und Vertragsgerechtigkeit (iustia commutativa). 19 Dem Prinzip der kommunitativen Gerechtigkeit zufolge soll bei jedem Tauschakt Äquivalenz, also eine 15 Vgl. Joachim Wiemeyer, Art. Zins, in: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 10, Freiburg Sp Aus ökonomischer Perspektive resultiert der Zins aus der Gegenwartsvorliebe des Menschen, aus der Minderschätzung zukünftiger Bedürfnisse und aus der Produktivität des Kapitaleinsatzes. Zins ist somit ein Preis, der Angebot und Nachfrage auf dem kurzfristigen Geldund langfristigem Kapitalmarkt in Übereinstimmung bringt. Dazu beeinflussen Inflations- und Risikoerwartungen sowie Kosten der Kreditvergabe und Dauer des Vertrages die Höhe des Zinssatzes (vgl. ebd.). 16 Vgl. Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen, Vgl. Richard Dewes, Das Zinsproblem in der deutschsprachigen Moraltheologie von 1850 bis 1920, Tübingen 1976, Anton Orel, Oeconomia perennis. Die Wirtschaftslehre der Menschheitsüberlieferung im Wandel der Zeiten und ihrer unwandelbaren Bedeutung. Zweiter Band: Das kanonische Zinsverbot, Mainz 1930, Thomas sieht in einer Tauschhandlung wie beim Darlehen oder Leihgut eine Handlung, die zu einer Art der Gerechtigkeit, nämlich der ausgleichenden zuzuordnen ist; vgl. dazu Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.61, a. 3. 6

7 arithmetische Verhältnismäßigkeit zwischen dem Wert einer Leistung und einer Gegenleistung, herrschen (aequalitas dati et accepti): So steht also zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig mitten inne das Gleiche. Gewinn und Verlust jedoch sind in entgegengesetzter Weise ein Zuviel und ein Zuwenig: Gewinn bedeutet zu viel Vorteil und zu wenig Nachteil und der Gegensatz dazu ist der Verlust. Als Mittleres zwischen beiden erwies sich das Gleiche, das wir als das Gerechte bezeichnen. So ist das Gerechte als ein Regulierendes nichts anderes als die Mitte zwischen Verlust und Gewinn. 20 Bei der Zinsnahme würde nun aber ein Darlehensnehmer eine im Vergleich zum Darlehensgeber größere Leistung erbringen, damit letztgenannter einen Gewinn oder Profit bekommt. Dies wäre aber ein Verstoß gegen das oben angeführte Gerechtigkeitsprinzip, wonach das Gegebene und das Zurückgegebene gleichwertig, also äquivalent sein müssen (folglich gilt: ubi est aequalitas, non est lucrum). Daher darf auch der Schadensersatz nur die Äquivalenz zwischen Leistung und Gegenleistung wiederherstellen. Dieses Prinzip der Äquivalenz ist essentiell für die Argumentation des Thomas in Bezug auf das Zinsproblem. 3.2 Die zentralen Argumente bei Thomas von Aquin In der Summa Theologica, II-II qu.78, setzt sich Thomas insbesondere mit dem Problem des Zinsnehmens, bzw. der Sünde des Zinsnehmens (de peccato usurae), auseinander. 21 Explizit ausgeführt sind bei ihm sowohl das Eigentums- als auch das Verbrauchsargument, die eng miteinander verknüpft sind, während das sog. Unfruchtbarkeitsargument seine Geldtheorie impliziert. 22 Als gemeinhin originärer Beitrag des Doctor angelicus 23 gilt das Verbrauchsargument, das, obwohl zuvor bereits gelegentlich erwähnt, erstmals bei Thomas in voller Klarheit ausgearbeitet 20 Aristoteles, Nikomachische Ethik, V. 1132a. 21 Thomas setzt sich auch in weiteren Werken mit dem Zinsnehmen auseinander (z.b. in IV lib. Sent., III:37:1:6; De malo, 13: 4c). Diese werden in dieser Ausarbeitung zwar zum Teil herangezogen, können aber im Rahmen derselben nicht ausführlich behandelt werden. 22 Der österreichische Ökonom und Vertreter der Wiener Schule Eugen von Böhm-Bawerk fasst die immer wiederkehrenden Einwände gegen den Wucherzins zu vier Beweisgründen wie folgt zusammen: [Der Darlehensgeber] lässt sich im Zinse Früchte bezahlen, die das unfruchtbare Geld nicht bringen kann [1]; er verkauft einen Gebrauch, der nicht existiert [2]; oder einen Gebrauch, der dem Schuldner ohnehin schon gehört [3]; er verkauft endlich die Zeit, die dem Schuldner so gut wie dem Gläubiger und allen Menschen gehört. Kurz, wie man die Sache auch wendet, immer erscheint der Zins als ein Schmarotzergewinn, abgepresst oder abgelistet dem übervorteilten Schuldner. (Eugen von Böhm-Bawerk: Kapital und Kapitalzins. 1.Abteilung: Geschichte und Kritik der Kapitalzins-Theorien, Jena 1921, ) Diese vier Argumentationsweisen gegen die Zinsnahme lassen sich, obwohl sie eng miteinander verflochten sind, auch als Unfruchtbarkeitsargument [1], Verbrauchsargument [2], Eigentumsargument [3] und Zeitargument [4] beschreiben (Vgl. Christian Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse , Winterthur 1994, 46.). 23 Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 52 [Hervorhebung im Original]. 7

8 und angeführt 24 wurde. Es gründet, verknüpft mit dem Eigentumsargument, auf folgendem Gedankengang: Zins zu nehmen (accipere usuram) für geborgtes Geld ist an sich ungerecht: denn es wird verkauft, was nicht ist, wodurch ganz offenbar eine Ungleichheit gebildet wird, die der Gerechtigkeit entgegen ist. Um das einzusehen, muß man wissen, daß es bestimmte Sachen gibt, deren Gebrauch darin liegt, daß sie aufgebraucht werden; so brauchen wir den Wein auf, indem wir ihn zum Tranke verwenden; und brauchen den Weizen auf, indem wir ihn zur Speise verwenden. Bei diesen Sachen darf man also den Gebrauch der Sache nicht von der Sache selbst trennen, sondern wem immer der Gebrauch gestattet ist, dem ist von selbst die Sache gestattet. Deshalb wird beim Verleihen solcher Sachen zugleich der Besitz übertragen. Wenn also einer den Wein für sich und den Gebrauch des Weines für sich verkaufen wollte, würde er dieselbe Sache zweimal verkaufen, oder er würde etwas verkaufen, was nicht ist. Demnach würde er offenbar durch Ungerechtigkeit sündigen. Und aus demselben Grund begeht man eine Ungerechtigkeit, wenn man Wein oder Weizen borgt und sich dafür eine doppelte Gegenleistung ausbittet, die eine, nämlich die Wiedererstattung der gleichen Sache, und eine zweite, den Entgelt für den Gebrauch, den wir Zinsen nennen. Andere Sachen sind solche, deren Gebrauch nicht in dem Verbrauch der Sache selbst liegt; so besteht der Gebrauch des Hauses im Bewohnen, nicht aber im Zerstören. Und deshalb kann bei solchen Dingen beides getrennt gestattet werden; zum Beispiel, wenn einer das Besitzrecht seines Hauses auf einen anderen überträgt, sich den Gebrauch noch für einige Zeit vorbehält; oder umgekehrt; wenn er einem anderen den Gebrauch seines Hauses gestattet, sich das Besitzrecht aber vorbehält. Deshalb kann der Mensch erlaubterweise einen Preis für den Gebrauch des Hauses ansetzen und außerdem das geliehene Haus zurückverlangen, wie es bei der Verpachtung oder Vermietung des Hauses der Fall ist. 25 Grundlegend für diese Argumentation ist hier die Differenzierung zweier Arten von wirtschaftlichen Gütern in ihrer Bedeutung für die menschliche Bedürfnisbefriedigung, nämlich zwischen Verbrauchsgütern (res consumtibiles) einerseits und nicht verbrauchbaren Güter, bzw. Nutzungsgütern (res non consumtibiles) anderseits. 26 Während erstgenannte mit ihrer Verwendung als Mittel zur menschlichen Bedürfnisbefriedung zugleich ihrem Verbrauch zugeführt werden, bleiben Nutzungsgüter wie ein Haus auch nach ihrer Zweckerfüllung materiell bestehen und können erneut genutzt werden. Ausschlaggebend ist demnach, welche Auffassung vom Geld Thomas hat, ob er es entweder den Verbrauchs- oder den Nutzungsgütern zuordnet. Diesbezüglich knüpft er an Aristoteles an: Das Geld aber ist nach dem Philosophen im Fünften der Ethik und im Ersten der Staatslehre vornehmlich erfunden, um Tauschhandlungen zu tätigen. Und so besteht der eigentliche und hauptsächliche Gebrauch des Geldes in seinem Verbrauch oder im Ausgeben des Geldes, sofern es für Tauschgegenstände aufgewandt wird. Und deshalb ist es an sich unerlaubt, für den Gebrauch des geliehenen Geldes eine Belohnung zu nehmen, die man Zins nennt. Und wie der Mensch das andere, was ungerecht 24 Ebd. 25 Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.78, a. 1, resp. 26 Vgl. Braun, Vom Wucherzins zur Zinsanalyse, 53; vgl. auch John T. Noonan, The Scholastic Analysis of Usury, Cambridge 1957, 55. 8

9 erworbenen hat, wiedererstatten muß, so auch das Geld, das er durch Zins erworben hat. 27 Somit zählt Thomas das Geld zu den res consumtibiles, die nach der Erfüllung ihrer Funktion aufhören zu bestehen. 28 Die Funktion des Geldes ist die Ermöglichung einer Tauschhandlung. Sein Gebrauch sei deshalb zugleich sein Verbrauch. Als Verbrauchsgut ist allerdings eine andauernde Nutzung ausgeschlossen, wie sie demgegenüber für die Nutzungsgüter angenommen wird. Dementsprechend kann für die Nutzung eines Hauses für Thomas ein res non consumtibiles ein Preis, bzw. eine Pacht oder ein zinsähnlicher Ertrag 29 verlangt werden. Diese Zuordnung des Geldes zu den Verbrauchsgütern irritiert zunächst, da Geld an sich durch seine Nutzung nicht aufgezehrt wie etwa der Wein oder verbraucht wird. Ist daher Geld ein Verbrauchsgut oder ist such a description of it purely arbitrary and articificial? 30 Inwiefern ist eine Zuordnung des Geldes zu den res consumtibiles gerechtfertigt? 3.3 Wesen und Funktion des Geldes bei Thomas Für Thomas gehört Geld, obwohl es nicht direkt und unmittelbar der menschlichen Bedürfnisbefriedigung dient, zu den Gütern, quarum usus est ipsarum consumptio 31. Dabei nimmt Geld innerhalb der Kategorie Verbrauchsgüter eine besondere Stellung ein, da es nicht unmittelbar ein menschliches Bedürfnis stillt, sondern nur mittelbar und indirekt zur Bedürfnisbefriedigung beiträgt. Thomas betrachtet Geld demnach formell als Maß: es hat die Eigenschaft, die Nützlichkeit anderer Güter zu messen. 32 Diese Eigenschaft hat Geld allerdings nicht an und für sich d.h. es kann nicht Maß aus sich selbst heraus sein, sondern impliziert eine Relation zu anderen Gütern. D.h. alle Güter haben einen immanenten Wert, einen Stoffwert (valor intrinsecus), während Geld nur einen proklamatorischen Wert, einen Nennwert (valor impositus), besitzt. 27 Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II: qu.78, a.1, resp. 28 Vgl. Schinzinger, Vorläufer der Nationalökonomie, Vgl. van Suntum, Die unsichtbare Hand, Noonan, The Scholastic Analysis of Usury, Thomas von Aquin, De malo, qu.13, a.4c 32 Vgl. Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 54; vgl. auch Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen, 99. 9

10 Daher erlangt Geld gemäß seiner Eigenschaft als Maß und damit seine Nützlichkeit erst im Tausch. 33 Der Tausch von Gütern ist wiederum in gewissem Sinne gleichbedeutend mit einem Verbrauche derselben. 34 Ähnlich wie der Wein wird aus der Perspektive des Eigentümers auch das Geld durch die einmalige Verwendung verbraucht, allerdings wird der Wein hierin bestehe der alleinige Unterschied durch seine Verwendung, also im genüsslichen Trinken, verzehrt, während das Geld im Vorgang des Tausches aufgezehrt wird. Denn aus der Perspektive des Eigentümers bedingt der Tausch eine Übertragung des Eigentums, wodurch das Geld für die geldgebende Person verloren geht. Das bedeutet, dass Eigentum und Gebrauch der res consumtibilis nicht voneinander getrennt werden können, im Gegensatz zu einer res non consumtibilis wie einem Haus, dessen Gebrauch separat von der Sache selbst verkauft werden kann. Folglich findet bei der Verleihung von Verbrauchsgütern stets ein Eigentumstransfer statt. Ein Gelddarlehen ist somit vergleichbar mit dem Verkauf einer bestimmten Menge des Verbrauchsgutes Geld. Durch die Abzahlung des Darlehens wird dieser Verkauf gänzlich beglichen. Wird nun aber mehr als diese Rückzahlung verlangt, dann würde derjenige, wie Thomas in seiner Argumentation erwähnt, dieselbe Sache zweimal oder etwas, das gar nicht besteht, verkaufen und so offensichtlich durch eine Ungerechtigkeit sündigen. 35 Neben dieser Funktion des Geldes als Tauschmittel nennt Thomas allerdings auch die Möglichkeit, dass das Geld auch als Mittel des Erwerbs benutzt werden kann. 36 Dies zeigt sich auch wie unten in Bezug auf die Rechtmäßigkeit der Zinsnahme noch ausgeführt wird in der Möglichkeit der Beteiligung an kaufmännischen oder handwerklichen Unternehmungen (societas), wodurch dem Darlehensgeber ein Nutzen zukommen kann, der den des Geldes unter 33 Thomas räumt ein, dass Geld auch in anderer Weise verwendet werden kann, indem es beispielsweise zur Anschauung ausgestellt (ad pompam) wird. In diesem Zusammenhang kann der Gebrauch des Geldes verkauft werden. Allerdings kommt Geld hier nicht in seiner primären und eigentümlichen Bedeutung zur Geltung. Dabei handelt es sich um eine sekundäre Verwendung des Geldes. Insofern es sich hierbei um eine entgeltliche Gebrauchsleihe (locatio conditio) handelt, d.h. lediglich das Nutzungsrecht geht auf den Ausleihenden über, ist es moralisch gerechtfertigt, für die Überlassung des Nutzungsrechts ein Entgelt zu fordern; vgl. Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.78 a.1, ad sextum.; vgl. auch Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 55; Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen, Ebd. 35 Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, Vgl. Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen, 100f.; Kennzeichnend hierfür ist der Ausdruck lucrari de pecunia (z.b. Summa theologica, II-II, qu.62, a. 4 q.2). 10

11 gegebenen Umständen weit übertrifft. Resultiert dieser Mehrertrag bei der Verwendung des Geldes jedoch aus diesem selbst? In gewisser Weise ist Geld für Thomas die Wurzel (radix) des Erwerbs, jedoch nur ratione materiae, die Ursache des Gewinns als causa instrumentalis. 37 Es ist nicht hinreichende Ursache (causa non deficiens), d.h. aus sich selbst heraus kann das Geld nicht die alleinige und hinreichende Ursache des Gewinns sein. Was hingegen den Gewinn eigentlich erzeugt und produktiv tätig ist, [ ] ist die menschliche Arbeit. Letztere ist die causa activa des Gewinns und damit die causa principalis desselben. 38 Somit bewirkt die Erstursache menschliche Arbeit erst die Ursache Geld. Der Mehrertrag, der dem Geldgeber als Beteiligtem der kaufmännischen Unternehmung über die zur Verfügung gestellte Geldsumme hinaus zukommt, resultiert für Thomas stets aus der menschlichen Arbeit. 39 Grundlegend ist Geld seinem Wesen nach für Thomas eine unfruchtbare Sache (res, quae non fructificat). 40 Er bezieht sich hier wiederum auf Aristoteles, der im ersten Buch der Politik äußert, dass der Zins Geld vom Gelde sei und somit der Natur zuwiderlaufe. 41 Geld kann demnach bei der Realisierung von Profiten durchaus hilfreich sein, der eigentliche oder gar ausschließliche Beitrag zum 37 Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen, Ebd. 39 Vgl. ebd.; vgl. auch Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, Vgl. Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.61 art. 3: Zweitens, wenn einer sein Eigentum auf den anderen überträgt, indem er ihm den Gebrauch gestattet, mit der Auflage, die Sache zurückzugeben, und zwar heißt es, wenn er den Gebrauch der Sache umsonst gestattet, Nutznießung bei den Sachen, die irgendwie Frucht bringen; oder man spricht schlechthin von Darlehen oder Leihgut bei den Dingen, die keine Frucht bringen, wie bei Münzen oder Gefäßen oder dergleichen. 41 Vgl. Aristoteles, Politik 1,10 (1258b): [S]o ist vollends mit dem größten Recht Zinsdarlehen und Wuchergeschäft verhaßt, weil dieses unmittelbar aus dem Geld selber den Erwerb zieht und nicht aus dem, wofür das Geld doch allein erfunden ist. Denn nur zur Erleichterung des Tausches kam es auf, der Zins aber vermehrt es (das Geld) an sich (dem Geld) selber. Daher denn auch der griechische Name für 'Zins' so viel als 'Junges' bedeutet, denn das Junge pflegt seinen Erzeugern ähnlich zu sein, und so ist auch der Zins wieder Geld vom Gelde. Und diese Art von Erwerbskunst ist denn hiernach die widernatürlichste von allen. Aus dieser Passage zur Sterilität des Geldes wurde das sog. Unfruchtbarkeitsargument abgeleitet. Strittig ist, ob Aristoteles die Zinsnahme als eine widernatürliche Verwendung des Geldes darstelle, weil sich Geld nicht vermehren kann [ ] oder aus Geld kein Geld hervorgebracht werden soll, weil es sich dabei um eine zweckentfremdete und deswegen unnatürliche Verwendung des Geld handelt. (vgl. Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 17). Ausschlaggebend ist, dass Aristoteles ebenso wie Thomas von Aquin Geld nicht als potenzielles Kapital ansah, dass einen eigenen Beitrag zur Realisierung von Gewinn beisteuern kann. Das sog. Zeitargument wiederum bezieht sich nach Braun auf den Kauf auf Kredit. Im Unterschied zum Barkauf fallen beim Kreditkauf die Zahlungsströme zeitlich auseinander. Ein höherer Preis beim Kreditkauf sei folglich der Verkauf der dazwischen liegenden Zeit. Dagegen argumentierten die Scholastiker, die Zeit sei aber ein Geschenk Gottes und deshalb ein gemeinschaftliches Gut, das allen gehöre. (Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 63.) Daraus ergibt sich als Argument gegen die Zinsnahme, dass dies insofern ungerecht und sündhaft sei, da mit der Zeit etwas verkauft wird, was allen gehöre, und zugleich eine Bereicherung sei an einem Geschenk Gottes. 11

12 Gewinn wird aber der auf das Geld angewandten menschlichen Arbeit zugeschrieben. Könnte der Schuldner demnach aus den Einkünften die Zinsen für das entliehene Geld zahlen, so verdankt sich dies letztlich seinem Arbeitsfleiß. 4. Die extrinsischen Zinstitel bei Thomas von Aquin Thomas sieht die Streitfrage über die Rechtmäßigkeit des Zinses mit einem absoluten Verbot allerdings nicht einfach als gelöst an. 42 Die veränderte Wirtschaftsstruktur und -kultur und die sich ausweitenden Geldgeschäfte veranlassen ihn Gründe abzuwägen, ob und inwiefern die Zinsnahme auch zulässig sein könnte. Wie bereits dargelegt gilt es für Thomas als nicht gerechtfertigt, wenn ein höherer Betrag als die Summe des Darlehens zurückbezahlt werden soll. Jeglicher Mehrgewinn bei Darlehen wird aufgrund des Äquivalenzprinzips ausgeschlossen. Allerdings kann es Situationen oder Umstände geben, in denen der Verleiher durch äußere Umstände benachteiligt ist, so dass die Tauschgerechtigkeit im aristotelischen Sinne, also die Gleichheit von gegebener und zurückgegebener Summe und damit die Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung, nicht mehr sichergestellt ist. Daher steht dem Gläubiger unter den jeweils gegebenen und äußeren Umständen das Recht zu, sich das Ausmass der erlittenen Schlechterstellung unter Berufung auf extrinsische Zinstitel [titulus mutuo extrinsecus; P.M.] in Form einer auf Vermögensvergleich beruhenden Kompensationszahlung ausgleichen zu lassen. 43 Dabei werden insbesondere zwei Arten von Nachteilen für den Darlehensgeber bei Thomas diskutiert: der Nachteil eines dem Gläubiger entstandenen Schadens (damnum emergens) und der Nachteil eines dem Darlehensgeber entgangenen oder entgehendem Gewinns (lucrum cessans). 4.1 Damnum emergens und lucrum cessans Explizit behandelt Thomas die Möglichkeit, den Nachteil durch einen entstandenen Schaden beim Darlehen zu kompensieren: Wer ein Darlehen gibt, kann ohne Sünde mit demjenigen, der das Darlehen nimmt, ein Entgelt für den Schaden vereinbaren, durch welchen ihm etwas entzogen wird, was er haben soll: das heißt nämlich nicht, den Gebrauch des Geldes verkaufen, sondern einen Schaden vermeiden Vgl. Schinzinger, Vorläufer der Nationalökonomie, Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, Der Terminus extrinische Entschädigungsansprüche oder extrinsische Zinstitel wird hier gewählt, da eine erlittene Schlechterstellung des Darleihers nicht direkt mit dem Darlehen an sich zusammenhängt, sondern auf äußere Faktoren zurückzuführen ist. Vgl. diesbezüglich Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.78 a. 2 ad primum. 12

13 Die Kosten für einen Schaden, der dem Darlehensgeber aufgrund des Darlehens entsteht, kann er also gegenüber seinem Schuldner geltend machen. Allerdings muss dies im entsprechenden Darlehensvertrag vereinbart sein. Eine nachträgliche Geltendmachung einer Kompensationszahlung ist nicht möglich. 45 Zudem reicht die abstrakte Möglichkeit eines Schadens nicht aus, eine reale oder konkrete Wahrscheinlichkeit muss zumindest gegeben sein. Während Thomas expressis verbis den Titel des damnum emergens anerkennt, äußert er sich weitaus skeptischer in Bezug auf die Abgeltung eines entgangenen Gewinns. Dabei geht es um die Frage, ob der Darlehensgeber einen Anspruch auf Kompensation bzw. Vergütung für einen entgangenen Gewinn hat, den er anstelle des Darlehens mittels einer anderen Verwendung des Geldes hätte erzielen können. Diesbezüglich äußert sich Thomas wie folgt: Eine Vergütung hingegen des Schadens, der daraus in Betracht kommt, daß er mit dem Geld keinen Gewinn macht, kann nicht in die Vereinbarung einbezogen werden: denn er darf nicht verkaufen, was er noch nicht besitzt, und kann vielfältig an der Besitzverlangung verhindert werden. 46 Thomas lehnt also einen Entschädigungsanspruch für einen entgangenen Gewinn ab, indem er den Verkauf von einer Sache, die noch nicht besessen wird, ablehnt. Der entgangene Gewinn sei nur ein erwarteter, ein potentieller oder virtueller [ ], der sich erst in der Zukunft ermöglicht 47, und darum auch kein sicherer Gewinn, den es zu kompensieren gilt. Allerdings wird eine Kompensation eines bloß vermeintlichen Besitzes und damit möglicherweise implizit der Zinstitel des lucrum cessans an einer anderen Stelle gebilligt: Wer einen schädigt, scheint ihm das zu nehmen, worin er ihn schädigt; denn von Schaden spricht man dann, wenn einer weniger hat, als er haben sollte; so der Philosoph im Fünften der Ethik. Deshalb ist der Mensch verpflichtet zur Wiedergutmachung dessen, worin er den anderen geschädigt hat. Geschädigt aber wird einer in doppelter Weise. Einmal, indem ihm genommen wird, was er tatsächlich besitzt. Und ein solcher Schaden ist immer wiedergutzumachen nach der vollen Höhe des Gleichmaßes; [ ] In anderer Weise schädigt einer den anderen dadurch, daß er ihn am Gewinn dessen hindert, was jener zu gewinnen im Begriffe war. Und ein solcher Schaden braucht nicht in voller Höhe wiedergutgemacht zu werden. Denn weniger ist es, etwas nur dem Können nach, als es tatsächlich zu haben. Wer aber im Begriff steht, etwas zu gewinnen, hat es nur dem Können oder der Möglichkeit nach. Wenn ihm daher so zurückgegeben würde, daß er tatsächlich hat, würde ihm nicht nur einfach zurückgegeben, was ihm genommen wurde, sondern ein Vielfaches davon; und das gehört nicht zur Notwendigkeit der Wiedererstattung. Doch ist er verpflichtet zu irgendwelcher Wiedergutmachung, entsprechend dem vorliegenden persönlichen oder sachlichen Fall Vgl. Dewes, Das Zinsproblem, Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.78 a.2, ad primum. 47 Günther Steuer, Studien über die theoretischen Grundlagen der Zinslehre bei Thomas v. Aquin, Stuttgart 1936, Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II, qu.62, a.4. 13

14 Thomas differenziert hier zwischen dem tatsächlichen Besitz (habere actu) und dem möglichen oder wahrscheinlichen Besitz (habere virtute), da man allenfalls auf dem Wege war, etwas zu erlangen (esse in via habendi). Demnach bedeute der entgangene Gewinn nur den Verlust eines virtuellen oder potentiellen Habens, so dass dieser nicht in der vollen zu erwartenden Höhe ausgeglichen werden soll und damit nicht nach dem Äquivalenzprinzip der kommunitativen Gerechtigkeit, sondern gemäß der Wahrscheinlichkeit, gemäß dem Risiko, mit dem der Gewinn zu erreichen gewesen wäre 49 und je nach den persönlichen oder geschäftlichen Verhältnissen bemessen wird. Ob und inwiefern bei Thomas diesbezüglich allerdings ohne Zweifel die Anerkennung des Titels lucrum cessans gegeben 50 ist und damit Thomas selbst als Urheber oder mindestens als Vertreter des titulus lucri cessantis 51 zu sehen ist oder diese Ansicht nicht nur zu bezweifeln, sondern gar zu bestreiten ist 52, muss an dieser Stelle offen bleiben. Die Annahme, ein Anspruch auf Entgeltung eines entgangenen Gewinns sei moralisch gerechtfertigt, war auch lange nach Thomas noch heftig umstritten. Ein Grund hierfür liegt in der Überzeugung vieler Scholastiker, dass Geld als solches nicht Quelle eines Profits sein kann. 53 Wenn auch der Gedanke, Geld sei eine Voraussetzung für die Realisierung eines Gewinns, Zustimmung fand, wurde die Entstehung des Gewinns aber allein der menschlichen Arbeit zugemessen. Infolgedessen wurden die ersten Ansätze einer moralischen Anerkennung von lucrum cessans dadurch begründet, dass es dem Darlehensgeber nicht mehr möglich sei, mit dem ausgeliehenen Geld zu arbeiten, und daher die Möglichkeit genommen wurde, einen möglichen Gewinn bei einer sich bietenden Gelegenheit zu realisieren. 4.2 Versäumte Rückgabetermine (poena morae) Darüber hinaus konnte eine Bußzahlung im Sinne einer Verzugsstrafe vereinbart werden, um den Schaden des Darlehensgebers zu kompensieren, sollte das 49 Steuer, Studien über die theoretischen Grundlagen, Franz Zehentbauer, Das Zinsproblem nach Moral und Recht, Wien 1920, 57-58; 51 Steuer, Studien über die theoretischen Grundlagen, Vgl. Orel, Oeconomia perennis, 38. Orel begründet seine Ansicht, insofern Thomas die erwähnten Überlegungen im Zusammenhang der Quaestio 62 über Wiedererstattung zwecks Gutmachung zu unrecht zugefügten Schadens aufführt. Es geht in diesem Zusammenhang, so Orel, nicht um eine Wiedererstattungspflicht des Schuldners an den Darlehensgeber, sondern um Möglichkeiten der Wiedererstattung bei rechtswidrigen Schädigungen. 53 Vgl. Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse,

15 Darlehen nicht zum fälligen Termin zurückgezahlt werden. 54 Allerdings ist dies kein Ersatz- oder Kompensationsmittel wie die übrigen Zinstitel diese sind aufgrund der Wahrung des Äquivalenzprinzips der kommunitativen Gerechtigkeit gerechtfertigt, sondern lediglich eine Strafe für die vertraglich vereinbarten und vom Schuldner versäumten Fristen Beteiligung an einem Unternehmen (societas) Ein weiterer Fall, in dem die Voraussetzung für die Erlaubtheit von Zinszahlungen gegeben zu sein scheint, ist die Beteiligung an einer kaufmännischen oder handwerklichen Unternehmung: Jener, der Geld borgt, überträgt das [Eigentums-]Recht über das Geld auf den, dem er borgt. Daher bewahrt der, dem das Geld geliehen ist, es auf eigene Gefahr und ist verpflichtet, es ohne Abzug zurückzugeben. Deshalb darf der, der es verliehen hat, nichts weiter fordern. Der aber, welcher sein Geld einem Kaufmann oder einem Handwerker gewissermaßen als Gesellschafter (per modum societatis) anvertraut hat, überträgt das Eigentumsrecht über sein Geld nicht auf den anderen, sondern behält es selbst, so daß auf seine [des Darlehensgebers] eigene Gefahr der Kaufmann mit dem Gelde Handel treibt oder der Handwerker mit ihm arbeitet Deshalb kann er erlaubterweise einen Teil des entstehenden Gewinns fordern, als von seiner eigenen Sache. 56 Im Unterschied zum gewöhnlichen Darlehen, bei dem mit dem Verleih auch das Eigentum auf den Leihenden übergeht, wird im obigen Fall im Sinne eines Gesellschafts-, Sozietäts- oder Teilhaberschaftsvertrags 57 dem Leihenden, zum Beispiel einem Händler, das Geld überlassen, das aber zugleich Eigentum des Darlehensgebers bleibt. Bei der Transaktion erfolgt also keine Besitzübertragung des Geldes von einer Person auf eine andere. Das bedeutet, dass der Händler über das Geld unter dem Risiko des Darlehensgebers verfügt. Resultiert daraus ein Gewinn, hat der Geldgeber einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns, da das Geld, woraus der Gewinn resultierte, sein Eigentum blieb. 4.4 Ausfallrisiko oder Risikozuschlag (periculum sorties) Damit einher geht der Titel des Ausfallrisikos oder Risikozuschlags und ist dem obigen Geschäftsdarlehen sehr ähnlich. Dieser Titel bezieht sich auf die sogenannte Kommenda oder Sendegesellschaft. 58 Diese besteht einerseits aus einem im Fernhandelsgeschäft tätigen Kaufmann und anderseits einem Darlehensgeber, der an dem Geschäft beteiligt ist. Aufgrund vielerlei Gefahren 54 Vgl. Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens, Vgl. Dewes, Das Zinsproblem, Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II qu.78, a.2, ad quintum. 57 Vgl. Steuer, Studien über die theoretischen Grundlagen, Einem mittelalterlichen Vorläufer der heutigen Kommanditgesellschaft. 15

16 und höheren Risiken des Fernhandels, z.b. durch Piraterie, Stürme etc., scheint es selbstverständlich, daß sie [die Kommendaverträge; P.M.] überhaupt nur dann zustande kommen konnten, wenn die Geldgeber aus dem Gewinn, den glücklich gelungene Unternehmungen einbrachten, für ihre bei den mißglückten erlittenen Verluste entschädigt wurden. 59 Um eine Mehrforderung aufgrund dieses Titels geltend zu machen, muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass die entliehene Geldsumme des Darlehensgebers beim Schuldner einer Gefahr ausgesetzt ist, die nicht eine allgemeine genannt werden kann. 60 Die Kompensation solle sich dabei nicht nur an der Höhe der Darlehenssumme messen, sondern auch an der Größe der Gefahr, in der das Eigentum des jeweiligen Geldgebers steht. 5. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen Die Lehre vom Zins bei Thomas geht grundlegend davon aus, dass stets die gleichen Werte gegeneinander getauscht werden sollen. Der Hauptgrund für das Verbot der Zinsnahme liegt weniger in den Passagen der biblischen Schriften oder in ökonomischen oder sozialen Erwägungen, sondern war vielmehr eine logische Sünde. 61 Entscheidend für die scholastische Verurteilung des Zinses ist dabei die Vorstellung von der Geldfunktion, dass Geld ein Gut ist, das im Gebrauch zugleich verbraucht wird. Geld ist seiner Funktion nach nur ein Mittel des Tausches gegen ein zu konsumierendes Gut oder ein nicht hinreichendes Mittel zur Produktion. Das Geld aber auch fruchtbar, bzw. produktiv sein kann, wenn es als Kapital investiert wird, wurde bei der Begründung des Zinsverbots nicht in Betracht gezogen. Die von Thomas erörterten Zinstitel (titulus mutuo extrinsecus) sollten das Wesen des Darlehens als das eines unentgeltlichen nicht aufheben, aber faktisch [ ] war dem Kapital doch ein neuer Weg freigegeben. 62 Damit legten die scholastischen Denker paradoxerweise auch einen Grundstein für die Rechtfertigung für den Zins. Denn durch das Beharren auf dem aristotelischen Prinzip der Tauschgerechtigkeit erweiterte sich die Perspektive insofern, als mit der Darlehensgewährung nicht nur dem Schuldner, sondern auch dem Verleiher 59 Anton Orel, Oeconomia Perennis. Die Wirtschaftslehre der Menschheitsüberlieferung im Wandel der Zeiten und in ihrer unwandelbaren Bedeutung. Erster Band: Eigentum und Arbeit, Mainz 1930, Dewes, Das Zinsproblem, Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens, Joseph Bernhart, Kommentar, in: Thomas von Aquin, Summe der Theologie. Bd. 3: Der Mensch und das Heil, Stuttgart 1938,

17 Unrecht geschehen könne. 63 Durch diese anfänglichen Ausnahmen infolge der extrinsischen Zinstitel erlangte der Darlehenszins letzten Endes Anerkennung. Zuletzt haben die Überlegungen zur Zinsproblematik des Thomas von Aquin gezeigt, dass die Zinsfrage ein weitreichendes Thema ist. Denn in dieser Frage sind weitere fundamentale Fragestellungen enthalten, welche die Grundlagen der Sozial- und Wirtschaftsethik betreffen, so beispielsweise die Frage, ob Eigentum oder Erwerb nur dann sittlich gerechtfertigt ist, wenn sie aus menschlicher Arbeit hervorgehen. Und obwohl die Zinsfrage in der gegenwärtigen Sozialethik scheinbar eine marginale Rolle spielt, sind die sich an ihr kristallisierenden Fragen weiterhin, besonders im Hinblick auf die gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrisen, von großer Bedeutung und Aktualität und bedürfen weiterer Diskussionen. 63 Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse, 6. 17

18 6. Literaturverzeichnis Aristoteles, Politik, (Aristoteles Werke in deutscher Übersetzung Bd.9, herausgegeben von Ernst Grumach), Darmstadt Aristoteles, Nikomachische Ethik, (Aristoteles Werke in deutscher Übersetzung Bd.6, herausgegeben von Ernst Grumach), Darmstadt Joseph Bernhart, Kommentar, in: Thomas von Aquin, Summe der Theologie. Bd. 3: Der Mensch und das Heil, Stuttgart 1938 Eugen von Böhm-Bawerk: Kapital und Kapitalzins. 1.Abteilung: Geschichte und Kritik der Kapitalzins-Theorien, Jena Christian Braun, Vom Wucherverbot zur Zinsanalyse , Winterthur Richard Dewes, Das Zinsproblem in der deutschsprachigen Moraltheologie von 1850 bis 1920, Tübingen Ludger Honnefelder, Art. Scholastik, in: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 9, Freiburg , Sp Gerhard Kolb, Wirtschaftsideen. Von der Antike bis zum Neoliberalismus, München John T. Noonan, The Scholastic Analysis of Usury, Cambridge Anton Orel, Oeconomia Perennis. Die Wirtschaftslehre der Menschheitsüberlieferung im Wandel der Zeiten und in ihrer unwandelbaren Bedeutung. Erster Band: Eigentum und Arbeit, Mainz Anton Orel, Oeconomia perennis. Die Wirtschaftslehre der Menschheitsüberlieferung im Wandel der Zeiten und ihrer unwandelbaren Bedeutung. Zweiter Band: Das kanonische Zinsverbot, Mainz Platon, Nomoi (Sämtliche Werke Bd. 6, herausgegeben von Walter Otto, Ernesto Grassi und Gert Plamböck), Reinbek Platon, Politeia (Sämtliche Werke Bd. 3, herausgegeben von Walter Otto, Ernesto Grassi und Gert Plamböck), Reinbek Karl Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens. Erster Band, Frankfurt/M Norbert Reetz, Der Zins als Preis. Zur Funktion des Zinssatzes in einer Marktwirtschaft, in: Max Vollkommer (Hg.), Der Zins in Recht, Wirtschaft und Ethik, Erlangen 1989, Bertrand Russel, Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie, Bindlach Francesca Schinzinger, Vorläufer der Nationalökonomie, in: Otmar Issing (Hg.), Geschichte der Nationalökonomie, München , Edmund Schreiber, Die volkswirtschaftlichen Anschauungen der Scholastik seit Thomas von Aquin (Beiträge zur Geschichte der Nationalökonomie, Bd. 1), Jena

19 Günther Steuer, Studien über die theoretischen Grundlagen der Zinslehre bei Thomas v. Aquin, Stuttgart Ulrich van Suntum, Die unsichtbare Hand. Ökonomisches Denken gestern und heute, Berlin Thomas von Aquin, Summa theologica (Die deutsche Thomas-Ausgabe Bd. 18: Recht und Gerechtigkeit, herausgegeben von der Albertus-Magnus- Akademie Walberberg), Heidelberg-München Joachim Wiemeyer, Art. Zins, in: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 10, Freiburg Sp Franz Zehentbauer, Das Zinsproblem nach Moral und Recht, Wien

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