Natura 2000 im Wald Aktueller Stand und Ausblick

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1 im Wald Aktueller Stand und Ausblick Alois Zollner Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

2 Was ist eigentlich? = kohärentes Netz von Schutzgebieten Schutzbestimmungen zu europaweit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten innerhalb der Europäischen Union nach den Maßgaben der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie) 2

3 Gebietskulisse Natura2000 in Bayern Abschluss der Gebietsausweisung Gebiete mit rd ha davon 56 % der Fläche Wald 11,3 % der Landesfläche Bayerns 17,5% der Waldfläche Bayerns ( ha Wald) Wald-Besitzart Bayern Privatwald 58 % 25 % Staatswald 30 % 53 % Körperschafts wald 10 % 13 % Bundeswald 2 % 6 % Flächenanteile nach Besitzarten an der Waldfläche Bayerns und an der Waldfläche in den bayerischen -Gebieten 3

4 Welche Ziele verfolgt? der Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt Schutz heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume Bewahrung als auch Wiederherstellung eines "günstigen Erhaltungszustands der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten (=Schutzgüter) Verschlechterungsverbot 4

5 Um welche Schutzgüter geht es? /70 15 Wald-Lebensraumtypen FFH-RL Anh. I 4 Buchen-Typen (Fagus sylvatica) mit 66% Flächenanteil *91E0 * T *91D0 5

6 Um welche Schutzgüter geht es? 24 FFH-Anh.II-Arten + 42 Arten VS-RL mit Wald-Bezug 6

7 Wie sollen diese Ziele umgesetzt werden? Die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, für die besonderen Schutzgebiete die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen festzulegen, die ggf. geeignete Bewirtschaftungspläne mit eigens für die Gebiete aufgestellte und geeignete Maßnahmen rechtlicher, administrativer oder vertraglicher Art umfassen. (Art 6 (1) FFH-RL; 32 (5) BNatschG; Punkt 6.1 GemBek - Schutz des Europäischen Netzes Natura2000 ) 7

8 Wie sollen diese Ziele umgesetzt werden? In Bayern erfolgt das im Zuge der Erstellung von Managementplänen Hier werden die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen festgelegt werden. 8

9 Wie läuft eine Managementplanerstellung ab? Datenerhebung (Fertigung Plan-Entwurf) Der Runde Tisch (Maßnahmenplanung) Fertigstellung Managementplan Information der Öffentlichkeit Auftaktveranstaltung Waldbesitzer beteiligt 9

10 Wie sieht ein Managementplan aus? Textteil Fachgrundlagen Maßnahmen + Kartenteil 1-Übersicht 2-Bestand 3-Maßnahmen

11 Wie sieht ein Managementplan aus? Textteil Fachgrundlagen Maßnahmen + Kartenteil 1-Übersicht 2-Bestand 3-Maßnahmen 1 Gebietsbeschreibung Erhaltungszustand der Schutzgüter - Bestand und Bewertung Zusammenfassung -Bewertungen/Gefährdungen/ Zielkonflikte/Prioritäten Ablauf und Beteiligte Konkretisierung der Erhaltungsziele Maßnahmen und Hinweise zur Umsetzung:

12 Für wen ist ein Managementplan verbindlich? besondere Vorbildfunktion im öffentlichen Wald Waldgesetz für Bayern Behörden: verbindlich Foto: Helge Walentowski, LWF Privat- und Kommunalwald: empfehlend ( beachte jedoch Verschlechterungsverbot und Vorbildlichkeit im KW!) Grundsatz: bisherige forstliche Bewirtschaftung i.d.r. weiterhin möglich, sofern Erhaltungsziele nicht beeinträchtigt werden 12

13 Wie ist der Stand bei aktuell? Gebiete in Bearbeitung = 28 % Gebiete veröffentlicht = 40 % noch nicht bearbeitet 32 % FFH- und SPA-Gebiete in Bearbeitung veröffentlicht noch nicht bearbeitet noch nicht bearbeitet veröffentlicht in Bearbeitung

14 Welche Erfahrungen mit liegen vor? 1. Erfahrungen bei der Umsetzung sind insgesamt gut 2. Intensive Auseinandersetzung um den richtigen Weg zeugt von Interesse und Wunsch nach mehr Information 3. Fachgrundlagen haben sich bewährt und müssen grundsätzlich nicht geändert werden. Lediglich an wenigen Stellen sind jedoch Anpassungen sinnvoll 4. Vielfach vorhandene Skepsis und Ablehnung kann nur durch Information und größtmögliche Transparenz abgebaut werden aktive Mitwirkung 14

15 Welche neue Herausforderungen bestehen? 1. Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und weitere Mitgliedsstaaten durch die EU 2. Ergebnisse des aktuellen FFH-Berichtes zeigen bei verschiedenen Schützgütern Defizite auf 3. Unterschiedliche Bewertung des laufenden Natura 2000-Prozesses durch die Nutzer- und Naturschutzverbände 15

16 Welchen Ausblick kann man geben? 1. Managementplanung zur Umsetzung von auf einem gutem Weg es bleibt aber noch viel zu tun! 2. Abbau der vielfach noch bei den Beteiligten vorhandenen Befürchtungen und Verunsicherungen und Schaffung von Vertrauen und Akzeptanz 3. Leistungen der Waldbesitzer und Grundeigentümer sollten stärker gewürdigt und Erschwernisse ausgeglichen werden. Hierzu wäre es wichtig, die Attraktivität und den Umfang der bestehenden Förderinstrumente zu steigern 16

17 Unterstützung der Waldbesitzer Forstverwaltung steht für die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Umsetzung von im Wald! 17

18 Foto: A. Kanold im Wald in Bayern Danke für die Aufmerksamkeit Alois Zollner, Leiter Abt. 6, LWF 18

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