Auslandsstudium im Zeichen des Studierendenhochs und danach! Analyse von Zielländern für Individualstudierende und Hochschulen

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1 Auslandsstudium im Zeichen des Studierendenhochs und danach! Analyse von Zielländern für Individualstudierende und Hochschulen Uwe Brandenburg Jiani Zhu Christian Berthold Arbeitspapier Nr. 93 Juli 2007

2 Auslandsstudium im Zeichen des Studierendenhochs und danach! Analyse von Zielländern für Individualstudierende und Hochschulen Uwe Brandenburg Jiani Zhu Christian Berthold Arbeitspapier Nr. 93 Juli

3 CHE Centrum für Hochschulentwicklung ggmbh Verler Str. 6 D Gütersloh Telefon: (05241) Telefax: (05241) Internet: ISSN ISBN

4 Inhaltsverzeichnis Abstract...7 Einleitung Hintergrund Europäische Zielländer deutscher Studierender Zulassungsbedingungen Studiengebühren und Finanzierungssysteme Belgien Dänemark Finnland Frankreich Griechenland Irland Island Italien Litauen Luxemburg Die Niederlande Norwegen Österreich Polen Rumänien Schweden Spanien Die Tschechische Republik Türkei Ungarn Das Vereinigte Königreich Grundinformationen zu den vier untersuchten Ländern Australien Kanada Südafrika USA Zulassungsbedingungen Australien Schlussfolgerungen Individualstudien Europäische Länder Außereuropäische Länder Austauschstudienjahr Ein Letztes

5 3. Anhang Liste der Australischen Universitäten Für internationale Studierende Für nationale Studierende Liste der Kanadischen Universitäten Für internationale Studierende Für nationale Studierende Liste der südafrikanischen Universitäten Für internationale Studierende Für nationale Studierende Liste der US-amerikanischen Universitäten Für internationale Studierende Für nationale Studierende Liste aller ERASMUS-fähigen Hochschulen in Europa Belgien Bulgarien Dänemark Estland Finnland Frankreich Griechenland Irland Island Italien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburg Malta Niederlande Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Schweden Slowakische Republik Slowenien Spanien Tschechische Repubik Türkei

6 Ungarn Vereinigtes Königreich Zypern Quellenangaben

7 Abstract The paper aims at providing in-depth information for both school leavers who are interested to pursue a full-degree Bachelor programme abroad as well as institutions that wish to enlarge their scope of study abroad profile by including fee paying or other uneven exchange options. Entrance requirements and general aspects of access are analysed as well as more in-depth research on funding systems, availability to German students and tuition fees. To this end, 22 European countries and four non-european countries (Australia, Canada, South Africa and USA) have been scrutinised. 95 non-european universities are compared in relation to aspects of financing and access regulations or requirements. And in addition, for those users who want to find out more about a certain European Higher Education Institution (HEI), the paper provides as broad as possible contact information for ERASMUS-eligible HEIs, a task which has to our knowledge not been undertaken so far. The paper shows that there are considerable differences concerning tuitions fees as well as financing systems throughout Europe. And whereas most countries restrict access to financial support systems for EU citizens by means of mandatory periods of residence or alike, some countries seem to be outstanding in their hospitality and open approach to foreign students, remarkably Austria, Italy and Spain and with some restrictions France. This information is especially valuable to those who are intending to start their studies abroad right away as unfortunately the German support system BAFöG even in its expected reformed version does not support full studies to a recommendable level. For German HEIs it might be helpful to analyse the need-offer relations in some countries which are exporting more students than importing them as these might be gateways for enlarging the study abroad cohorts without a necessary exactly reciprocal influx. The non-european countries prove to be not surprisingly rather expensive for the individual self-organising degree seeking student whereas at the same time the clear orientation towards tuition fees might offer some opportunity for the uneven exchange of German universities if they are willing to invest some of the new funds received through the Hochschulpakt 2010 which aims at supporting the implementation of up to new student places at German universities. Finally, the paper sends a clear message to the political level that the reform of BAFöG is at best half way to a system which is really needed to allow access equity and broad participation in higher education particularly from traditionally disadvantaged groups of society such as students with migration background. A free, open and loan- and stipend-based system is needed which allows any student to choose the university he or she wishes to study at in any country in the world. 7

8 Einleitung CHE Consult ist von der Bertelsmann Stiftung mit der Durchführung des Projektes Demographischer Wandel und Hochschulsystem beauftragt worden. Im Rahmen dieses mehrjährigen Vorhabens werden auf verschiedenen Ebenen relevante Fragen zu den Auswirkungen demographisch induzierter Effekte auf die deutschen Hochschulen bearbeitet. Dazu werden politische Handlungsvorschläge entwickelt, es werden in Pilotprojekten mit Ländern und Hochschulen differenzierte Handlungskonzepte für spezifische Rahmenbedingungen entwickelt und es wird ein Datenatlas entworfen, der internetbasiert den Hochschulen detaillierte Informationen über ihre künftige demographische Situation liefern kann. Der demographische Wandel wird in Deutschland generell dazu führen, dass die Bevölkerung abnimmt und zugleich älter und heterogener wird. Dabei muss zunächst festgestellt werden, dass die deutschen Hochschulen auf die Situation eines dauerhaften Mangels an Studienbewerbern besonders schlecht vorbereitet sind. Die schlechte Integration sozial benachteiligter Menschen in das Bildungssystem, die soziale Selektion, die unzureichende Integration von Ausländern (hier vor allem mit Blick auf eine spätere Berufsperspektive), die in Teilen noch immer unzureichende Beteiligung von Frauen werden immer wieder in international vergleichenden Studien als besondere Schwachpunkte des deutschen Bildungssystems allgemein wie auch der Hochschulbildung kritisiert. 1 Die notwendigen Anpassungen in diesen und anderen demographisch relevanten Aspekten des Systems kosten allerdings Zeit. Gegenüber den allgemeinen demographischen Trends zeigen sich im Hochschulbereich noch besondere Effekte. So schlägt der demographische Wandel in den neuen Ländern schon heute auf die Zahl der Studienberechtigten und der Studienanfänger durch. Dabei machen sich der erhebliche Geburtenrückgang ab 1990 und die Wanderungsbewegungen nach Westen besonders bemerkbar. Insgesamt erlebt Deutschland zurzeit ein leichtes demographisches Echo des Babybooms. Zwar reicht die Geburtenrate nicht aus, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, aber die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge aus den 1950er und 1960er Jahren verlassen nun die Schulen. Kombiniert mit der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit ergibt sich so ein einmaliger Effekt eines erheblichen, vorübergehenden Anstiegs der Hochschulzugangsberechtigten in den Jahren 2007 bis etwa Unterstellt man nur eine etwa stabile Übergangsquote in das Hochschulsystem von 70%, dann muss Deutschland in diesen Jahren mit bis zu 30% zusätzlichen Studierenden rechnen. Allerdings findet dieser Zuwachs vor allem in den alten Ländern statt. Dabei muss auch beachtet werden, dass nicht alle Studienanfänger im Jahr des Schulabschlusses in die Hochschulen eintreten. Erfahrungsgemäß ist es im ersten Jahr etwa ein Drittel, und es dauert fünf bis sechs Jahre, bis fast alle diejenigen, die auch studieren 1 Siehe etwa Bildung in Deutschland (2006) sowie Aktionsrat Bildung (2007). 2 Siehe hierzu Florian Buch et al, (AP 77); siehe hierzu auch Berthold (2007) 8

9 wollen, sich beworben haben. Berücksichtigt man zusätzlich, dass die Studierenden vier bis sechs Jahre in der Hochschule verbleiben, dann wird leicht deutlich, warum die zum Teil benutzte Bezeichnung der doppelten Abiturjahrgänge 3 irreführend ist. Es handelt sich nicht um ein kurzfristiges Phänomen, dass die Hochschulen in einem Land in einem Jahr 30-40% mehr Studierende aufnehmen müssten. Tatsache ist, dass vor 2023 die Zahl der Studierenden nicht wieder den Stand von 2005 erreicht haben wird sofern das Hochschulsystem die Studienberechtigten und Studierwilligen auch hineinlässt bzw. hineinlassen kann, wir das System also entsprechend ausbauen. In übergeordneter Perspektive lassen sich vor diesem Hintergrund drei Ziele klar beschreiben: Es sollte erstens ein selbstverständliches Anliegen und auch ein Anspruch der Fairness sein, dass all diejenigen jungen Menschen, die jetzt die Schulen verlassen und studieren möchten, auch einen qualitativ hochwertigen Studienplatz finden. Es sollte nicht noch einmal zu einer sogenannten Untertunnelung kommen, bei der man also mit Blick auf das langfristig absehbare Abnehmen der Studienberechtigtenzahlen die Hochschulen nicht ausbaut und einfach zehn Jahre abwartet. 4 Zweitens sollte die für Jahrzehnte nicht wiederkehrende Gelegenheit genutzt werden, die Akademikerquote in Deutschland, die sich entgegen internationalen Trends seit 40 Jahren nicht erhöht hat, nun merklich anzuheben. Das ist die wichtigste Chance zur Antwort sowohl auf die Finanzierungsprobleme der sozialen Systeme wie auf den härteren internationalen Wettbewerb. Und drittens muss mit der Anpassung des deutschen Hochschulsystems an die Bedingungen des demographischen Wandels jetzt begonnen werden. Denn diese Anpassungen benötigen Zeit (die in den neuen Ländern schon nicht mehr zur Verfügung steht). Alle politischen Entscheidungsträger sind sich allerdings darüber einig, dass dies eher eine besondere Chance denn ein Problem für ein Land darstellt, das infolge des demographischen Wandels erhebliche Probleme bekommen wird, seine Sozialsysteme stabil zu finanzieren, und das einem wachsenden internationalen Wettbewerb in seiner exportorientierten Wirtschaft ausgesetzt ist. Deshalb haben sich Bund und Länder auch verständigt, in dem Hochschulpakt 2020 bis 2010 zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Dabei muss die Besonderheit des deutschen Hochschulsystems beachtet werden, dass aus Hochschulzugangsberechtigten nicht automatisch mehr Studierende werden. Der Numerus Clausus vor allem führt dazu, dass ohne eine vorgängige Erhöhung der personellen Ressourcen in den Hochschulen mehr Studienberechtigte und mehr Bewerber zunächst nur zu mehr Ablehnungsbescheiden und niedrigeren NC-Werten führen. Dieses Phänomen kann zurzeit im dritten Jahr beobachtet werden dass trotz mehr Studienberechtigten die Zahl der Studienanfänger sogar abnimmt. 3 Da in den fraglichen Ländern jeweils nur die gymnasiale Schulzeit, nicht aber die anderen Wege zur Hochschulzugangsberechtigung verkürzt werden, kommt es auch nicht zu einer Verdoppelung der Studienberechtigten, sondern diese Zahl erhöht sich in Abhängigkeit davon, wie hoch der Anteil der Abiturienten unter den Hochschulzugangsberechtigten in einem Land ist. 4 Die besondere Ironie bei der ersten Untertunnelung in den 1980er Jahren lag nun darin, dass sich die Prognosen nicht bewahrheitet haben und der angenommene Rückgang der Studierendenzahlen gar nicht eintrat. So eine Entwicklung heute noch einmal anzunehmen, ist bei aller prognostischen Vorsicht sehr gewagt. 9

10 Wenn die oben angedeuteten Ziele also verfolgt werden sollen und gegenwärtig widerspricht dem im politischen Feld niemand dann muss schnell gehandelt werden. Das CHE hat drei Handlungsdimensionen in die Diskussion gebracht. Zunächst sollten die in den neuen Ländern frei werdenden Kapazitäten genutzt werden. Darüber ließen sich Milliarden eines ansonsten notwendigen zusätzlichen Ausbaus sparen (go east). Dann sollte ein Ausbau in den westlichen Flächenländern erfolgen, die zugleich auch Flexibilisierungsspielräume nutzen sollten, um möglichst vielen jungen Menschen zusätzlich ein hochwertiges Studium anzubieten (go flexible). Da das alles aber nicht ausreichen wird, da also nicht schnell genug genügend zusätzliche Studienplätze aufgebaut und die Mobilität Richtung neue Länder nicht schnell genug angeregt werden kann, ist bereits jetzt absehbar, dass mehr Studieninteressierte auch ins Ausland gehen werden. Wenn dieser Trend nicht politisch begleitet wird, dann wird er faktisch einer sozialen Selektion unterliegen. Die Bundesrepublik muss ein Interesse daran haben, dass sich möglichst wenige Studieninteressierte aufgrund fehlender Studienangeboten vom Studienwunsch als solchem abschrecken lassen, da es hier um die Entwicklung einer wichtigen Gesellschaftsressource geht. Deshalb sollte es durchaus eine ernstzunehmende Antwort auf die Herausforderungen des Studierendenhochs sein, sich vom Beispiel Norwegens inspirieren zu lassen, das mit einem gezielten Förderprogramm Studierende in ihrem Studium im Ausland unterstützt (go abroad). Im Februar 2007 hat die Bundesregierung einen Vorschlag für eine BAFöG-Novelle vorgelegt, die die Mitnahmefähigkeit der Förderung ins Ausland ab dem ersten Semester ermöglicht. Das ist ein nicht hinreichender, aber nützlicher Schritt in diese Richtung. Aber auch jenseits des Studierendenhochs wird die Internationalisierung der deutschen Hochschulen und dabei nicht zuletzt die Förderung des Auslandsstudiums noch weiter an Bedeutung zunehmen. Das Auslandsstudium meist in Form eines zeitweiligen Aufenthalts ist bereits in der Vergangenheit immer wichtiger geworden. Im Jahr 2005 haben fast viermal so viele Deutsche im Ausland studiert wie noch 25 Jahre zuvor. Allein zwischen 2000 und 2004 ist die Zahl der Auslandsstudierenden um ein Drittel auf fast gestiegen. Je länger dieser Trend anhält, desto mehr geht es auch um die Frage der Finanzierung von Auslandsaufenthalten. Wie kann man Studierenden unabhängig von ihrer sozialen Situation einen Auslandsaufenthalt oder ein Vollstudium im Ausland ermöglichen? Welche Rahmenbedingungen sind zu beachten? Gibt es Beispiele aus dem Ausland, die helfen können, die Möglichkeiten des Auslands-BAFöGs den Notwendigkeiten einer europäisierten Gesellschaft insbesondere mit Blick auf die Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit anzupassen? Diesen Fragen haben sich Uwe Brandenburg und Johanna Witte im März 2007 im Arbeitspapier (AP) 86 Finanzierungsmodelle für das Auslandsstudium gewidmet 5. Es wurde gezeigt, dass das bestehende Auslands-BAFöG auch nach der Reform keinesfalls ausreicht. 5 Brandenburg, Witte (2007) 10

11 Die CHE-Studie entwickelte auf Basis europäischer Trends zwei ergänzende Modellvorschläge, die sich auf das Auslandsstudienjahr und das Vollstudium im Ausland konzentrieren und dabei Erfahrungen aus den Niederlanden und insbesondere Norwegen nutzen. Beide Formen der Mobilität sind seit Jahrzehnten etabliert, ihre Finanzierung stößt aber an Grenzen und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass der Aspekt der Bildungsgerechtigkeit beim Auslandsstudium sei es aufgrund der geringen Fördermittel pro Student im ERASMUS-Programm, sei es aufgrund der limitierten Handlungsoptionen im Auslands-BAFöG bislang stiefkindliche Behandlung erfuhr. Das AP 86 versuchte daher, gerade auch im Kontext des zu erwartenden Studierendenhochs neue finanzielle Optionen für beide Mobilitätsmodelle aufzuzeigen. In beiden Fällen soll eine staatliche Finanzierung einen Teil der Kosten für den Lebensunterhalt und mögliche Studiengebühren abdecken. Zusätzlich sollen Bildungskredite gewährt werden. Im Falle des Auslandsstudienjahres soll die Finanzierung sich auf Hochschulen beschränken, die eine feste Partnerschaft mit Hochschulen im Ausland etabliert und die Anrechnung von Studienleistungen verbindlich geregelt haben. Mit dem AP 86 wurde damit eine Argumentationsgrundlage geschaffen, auf der Hochschulen ebenso wie politische Entscheidungsträger handeln können. Im vorliegenden, auf dem AP 86 aufbauenden Arbeitspapier liegt der Focus nunmehr auf den konkreten Möglichkeiten für Hochschulen und insbesondere für individuelle Studieninteressierte, die sich in der letzten Phase ihrer Schulausbildung befinden, praktische Hinweise zu den verschiedenen Regelungen und Möglichkeiten in den unterschiedlichen Zielländern zu geben. Beide Zielgruppen sollen hier konkrete Informationen und Hilfestellungen über die landespezifischen Regelungen und Konditionen erhalten. Dazu werden zunächst für die untersuchten Länder (ausgewählte europäische Staaten und die englischsprachigen Länder Australien, Kanada, Südafrika und USA) die Rahmenbedingungen, Studiengebührensysteme und falls vorhanden Studienkredit- oder sonstige Unterstützungsmöglichkeiten aufgeführt. Im Anschluss daran wird analysiert, welche Länder oder Ländergruppen für welches der beiden Modelle (selbständig organisiertes vollständiges Erststudium im Ausland und Ausbau des Auslandsstudienjahres innerhalb eines Studiums an einer deutschen Hochschule) welche Konsequenzen haben würde. Im Blick auf interessierte Studierenden werden dabei die finanziellen Konditionen und andere Fragestellungen, die für einen Aufenthalt relevant sein dürften, dargestellt. Daneben werden die Interessen der Hochschulen an institutionalisierten Kooperationen beachtet. Da viele deutsche Hochschulen über hervorragende Auslandsämter verfügen und damit langjährige Erfahrung in der Etablierung von Partnerschaften aufzubieten haben, geht es in diesem Kapitel insbesondere um die Frage, wie und mit welchen Ländern sich zumindest zeitweise in der einen oder anderen Form als einseitig zu bezeichnende Kooperationen realisieren lassen. Dies erscheint im Kontext der zu erwartenden zeitlich (bis 2018 und danach), aber auch regional (Ost- oder Westdeutschland) und bisweilen fachspezifisch (Ingenieurwissenschaften) stark differenzierten Entwicklung geraten zu sein, da die bisher oftmals im Sinne eines Dogmas verstandene Reziprozität des Austau- 11

12 sches den Anforderungen so wenig gerecht werden wird, wie sie in der Realität bislang wahrhaftig existiert hat. Die ERASMUS-Mobilitätsstatistiken zeigen, dass es klare Exportund deutliche Importländer gibt, nur die wenigsten Staaten haben ein wirklich ausgeglichenes Austauschkonto und wenn, dann auch nur in der Gesamtzahl, im bilateralen Vergleich ist dies seltenst der Fall. 6 In den Austauschbeziehungen ist relativ konstant ein Ost-West-Drift festzustellen: Studierende tendieren dazu, in einem Land westlich des eigenen Landes zu studieren. Erst am Pacific Rim kehrt sich diese Bewegung um, da die ostasiatischen Studierenden wiederum eher in den USA (allerdings auch in Australien) studieren, mithin nach Osten reisen. Diese Trends verhindern natürlich weitgehend eine Ausgleichsbalance, wie sie aber für Länder, in denen Studiengebühren einen erheblichen Anteil am Hochschulhaushalt ausmachen, wichtig ist. Somit geraten Austauschpartnerschaften, die unbalanced sind, immer wieder in den Fokus der Hochschulleitungen, müssen verteidigt werden und werden nicht selten auch eingestellt. Dies geschieht natürlich selten im wirklichen Einvernehmen, sondern zum Verdruss des entsendenden Partners. Wenn aber Austauschpartnerschaften nur dem Ä- quivalenzprinzip auf bilateraler Ebene folgen, so kann dauerhaft keine Vielfalt in der Zusammensetzung der Studierendenschaft gewährleistet werden. Bisweilen kann das dann in Verbindung mit dem deutlichen Blick auf hohe Studiengebühren, die man von Studierenden aus bestimmten Regionen einnehmen kann, zu ausgesprochen skurrilen Entwicklungen führen. So berichtete Pollock von IDP, dass nach neuesten Untersuchungen ausländische Studierende oftmals am Ende des Studiums schlechteres Englisch sprächen als am Anfang. Gründe hierfür seien noch nicht analysiert, aber vieles spräche dafür, dass es an zu großen homogenen Gruppen (zumeist aus China, Indien, Malaysia, Korea, Japan oder Indonesien) liegen könnte, die einmal in Australien angekommen nur noch in ihrer Muttersprache kommunizierten. 7 Daher plädieren gerade die internationalen Büros immer wieder für eine stärkere Diversifizierung der internationalen Studierenden. 8 Hier gibt es also zum Teil Ansatzpunkte für die Entwicklung weiterer Austauschprogramme, die in den fraglichen Ländern zu einer besseren Mischung der ausländischen Studierenden führen (indem also z.b. mehr Deutsche dorthin entsandt werden). Gleichzeitig kann dieses Interesse an europäischen Studierenden auch von einzelnen Studieninteressierten für ein Vollstudium genutzt werden. 9 Das vorliegende Arbeitspapier liefert darüber hinaus umfangreiche Zusatzinformationen, die den Hochschulen wie dem einzelnen Studieninteressierten hilfreich sein sollen. Dies umfasst neben den Informationen zu 22 europäischen und vier außereuropäischen Ländern im Text detaillierte Informationen zu den Kosten und gegebenenfalls Zulassungsbedingungen an 95 außereuropäischen Hochschulen sowie Kontaktinformationen zu 6 Siehe hierzu EU Commission (2007) 7 Pollock (2007) 8 So auch Susanne Haywood, Co-Manager International Relations der Melbourne University / Australien, in einem Gespräch während der NAFSA Konferenz in Minneapolis 2007 (Haywood (2007)) 9 Letzteres eventuell in folgender Verhandlungslogik: Verhandlungsbasis: wenn Ihr (Hochschule im Zielland) mich (Studieninteressierter) als Vertreter einer unterrepräsentierten Region haben möchtet, dann wäre es vielleicht denkbar, die Studiengebühren ein wenig zu senken 12

13 sämtlichen ERASMUS-fähigen Hochschulen in Europa. 10 Eine solche Zusammenstellung ist unseres Wissens bislang noch nicht versucht worden. 10 Die 390 deutschen Hochschulen wurden des Untersuchungsgegenstandes ausgeschlossen. 13

14 1. Hintergrund In diesem Kapitel werden die Bedingungen, unter denen Studieninteressierte in bestimmten Ländern ihr Studium aufnehmen können, sowie die Studiengebühren- und Finanzierungsfragen näher beleuchtet. Dabei unterscheidet die Herangehensweise deutlich zwischen der ersten Gruppe der europäischen Zielländer deutscher Studierender und den außereuropäischen Zielländern. Die erste Ländergruppe ist von einer weitgehenden Gleichbehandlung der deutschen Studienbewerber mit den einheimischen Bewerbern insbesondere im Bereich der Zulassungsbedingungen gekennzeichnet. Die zweite Gruppe hingegen betrachtet deutsche Studienbewerber eher aus einer marktorientierten Sicht. Die erste Ländergruppe ist von einer weitreichenden Vergleichbarkeit der Ansätze, Kriterien und Optionen geprägt, die zweite Gruppe ist teilweise nicht einmal auf Landesebene kohärent beschreibbar. Daher wurde für die erste Gruppe eine Herangehensweise gewählt, die vor allem auf generell verfügbaren Informationen für jedes einzelne Land basiert und versucht, die wichtigsten Informationen insbesondere bezüglich der Finanzierungsfragen mit Blick auf die beiden in AP 86 entworfenen Modelle (Individualstudium und Auslandsjahr) darzustellen. Für die zweite Gruppe wurde eine aufwändigere Untersuchung von 95 Hochschulen durchgeführt, um der Heterogenität der Hochschulsysteme gerechter zu werden. Daher werden hier die Informationen nicht nach einem Land unterschieden, sondern in der Gesamtgruppe in einem Vergleich der beteiligten vier Länder dargestellt. 1.1 Europäische Zielländer deutscher Studierender Gemäß Wissenschaft Weltoffen, DAAD und HIS 11 sind die Hauptzielländer für deutsche Studierende und zwar entweder für ein Vollstudium oder einen Auslandsaufenthalt (für manche Länder trifft auch beides zu) in Europa: Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz und das Vereinigte Königreich. Daneben spielen aufgrund des besonders attraktiven Hochschulsystems und auch der Finanzierungsmodelle Dänemark, Island, Norwegen und Finnland eine besondere Rolle auch sie werden daher hier genauer in Augenschein genommen. Eine teilweise überschneidende interessante Gruppe sind auch die Länder, die in der ERASMUS-Statistik Exportländer sind und deutlich mehr Studierende ins Ausland senden als empfangen. Dies betrifft insbesondere Polen (-6.058), Italien (-3.070), Rumänien (-2.360), die Tschechische Republik (-2.232), Litauen (-1.085), Frankreich (-1.042), Ungarn (-1.019), die Türkei (-843) und Griechenland (-833). 12 Dies könnten daher auch besonders interessante Partner für Hochschulen in der zweiten Modelllinie (Ausweitung des Austauschjahres innerhalb eines Stu- 11 Brandenburg, Witte (2007) S. 31 und HIS, DAAD (2007) 12 EU Commission (2007) 14

15 diums) sein, da sie ein Interesse haben müssten, die Zahl der aufgenommenen Studierenden zu erhöhen Netto-Exporteure in ERASMUS UK ES SE NL DK IE FI NO PT MT IS CY EUI LI LU BE EE AT SI LV BG SK GR TR HU FR LT CZ RO IT DE PL Netto Importeure in ERASMUS Quelle: Erasmus st(http://ec.europa.eu/education/programmes/llp/erasmus/statisti/table1.pdf) (12/06/2007) Es wird im Folgenden versucht, zu diesen Ländern, soweit es möglich ist, Informationen zu Studiengebühren, Finanzierungsbeihilfen für Inländer sowie die Konditionen für EU- Bürger darzustellen. In vielen dieser Länder sind Finanzierungsoptionen der einheimischen Studierenden auch anderen EU-Studierenden zugänglich, wobei allerdings meistens Einschränkungen in Form von verpflichtender Aufenthaltsdauer vor Antragstellung installiert sind, um Mitnahmeeffekte zu verhindern oder zu reduzieren. Daneben repräsentiert diese Gruppe die Länder, mit denen die Mehrheit der Austauschaktivitäten deutscher Hochschulen realisiert wird. Wichtig ist auch, dass für die direkt angrenzenden Länder gegebenenfalls die Pendlerregelung des Ausbildungsförderungsgesetzes (BAFöG) gilt, nach der man für ein Vollstudium an einer ausländischen Universität BAFöG beantragen kann, sofern der ständige Wohnsitz in Deutschland liegt und die Hochschule täglich von dort aus besucht wird. 14 Deshalb werden hier auch Luxemburg und Belgien ins Augenmerk genommen. 13 Hier muss natürlich einerseits erwähnt werden, dass Deutschland selbst der zweitgrößte Netto-Exporteur nach Polen ist (es gehen ca Studierende mehr ins Ausland, als aus dem Ausland aufgenommen werden; EU Commission (2007)). Andererseits gibt es vom DAAD bereits seit Jahren Unterstützungsprogramme Richtung Osteuropa wie Go East, die aber bei allem Erfolg keine drastischen Umlenkungen der Studierendenflüsse bewirken konnten. 14 BMBF (2005) S

16 1.1.1 Zulassungsbedingungen Die Zulassungsbedingungen in diesen Ländern weisen zwei Grundkriterien auf. Zum einen wird von den meisten Hochschulen ein sekundärer Schulabschluss verlangt, wobei aber durchaus ein Trend zur Anerkennung von äquivalenten Berufsausbildungen und erfahrungen zu verzeichnen ist. 15 Zweitens kann man davon ausgehen, dass ein Nachweis der Sprachkenntnisse entweder der Landessprache oder wenn die Unterrichtssprache substantiell abweicht, weil der Kurs z.b. in englischer Sprache angeboten wird der Unterrichtssprache gefordert wird 16. Das Format dieses Tests kann dementsprechend natürlich erheblich variieren. Darüber hinaus ist es nicht unüblich, dass Eingangsprüfungen durchgeführt werden. 17 Zusätzlich sind gegebenenfalls jeweils hochschul- oder gar fachspezifische Anforderungen zu erfüllen die aber dann von der einzelnen Hochschule erfragt werden sollten. Dies kann eine Berufsausbildung, Praxiserfahrung oder spezielle Abschlussfächer im Sekundarabschluss umfassen. Es gibt derzeit noch keinen standardisierten Kompetenztest für den Hochschulzugang in Europäischen Staaten, der z. B. mit dem SAT (Scholastic Aptitude/Assessment Test) 18 in den USA und Kanada vergleichbar wäre. Da im Zuge der Umstellung auf Bachelor und Master im Bologna-Prozess an vielen Hochschulen z. T. radikal neue Regelungen greifen, empfiehlt es sich für diejenigen Studieninteressierten, die direkt ein Erststudium (Bachelor) im Ausland aufnehmen wollen, an den Hochschulen, die sie besonders interessieren, gezielt die Zulassungsinformationen für EU- Bürger aufzurufen. Hierzu wird eine Zusammenstellung aller europäischen Hochschulen, die ERASMUS-berechtigt sind, mit möglichst umfassenden Kontaktinformationen im Anhang angeboten Studiengebühren und Finanzierungssysteme Während die Zulassungsbedingungen in den europäischen Zielländern in den großen Linien übereinstimmen, liegen in den Finanzierungs- und Studiengebührensystemen doch deutliche Unterschiede vor. Daher werden die Länder hier einzeln behandelt. Da nicht zu allen Ländern die notwendigen Informationen verfügbar waren, werden hier nicht alle Länder in der gleichen Weise dargestellt. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass deutsche Studierende, die ein Vollstudium in einem anderen EU-Land aufnehmen wollen, mit der Novellierung des Auslands-BAFöG im Rahmen des 22. BAFöG-Änderungsgesetz (ÄndG), 15 Eine bekannte Ausnahme sind die künstlerischen Hochschulen, an denen oftmals gar keine formalen Kriterien gelten, sondern lediglich das künstlerische Potential.. 16 So fordert Dänemark für alle Bachelor-Programme (die nur in den allerseltensten Fällen in Englisch sind), den Studytest of Danish as a Foreign Language (Studieprøven i dansk som andetsprog) oder den Danish Test 2 (Danskprøve 2) ; zuweilen auch den Danish Test 3 (Danskprøve 3) (StudyinDenmark (2007)a) 17 Die Universität Helsinki führt beispielsweise für Bachelor-Bewerber (Vollstudium) eine sogenannte Entrance Examination durch (Helsinki (2007)). 18 Die Abkürzung wechselte mehrfach die Bedeutung, wird jetzt aber ohne Langform verwendet. 16

17 das mit Kabinettsbeschluss vom 14. Februar 2007 auf dem Tisch liegt, neue Möglichkeiten haben werden, gleich vom ersten Semester an ein Vollstudium im Ausland aufzunehmen 19. Für diejenigen, die selbstorganisiert ein Erststudium im Ausland aufnehmen möchten, besteht daher also nicht in jedem Land und nicht immer zwingend die Notwendigkeit, an den dort bestehenden Förderungssystemen zu partizipieren, zumal bisweilen die Förderbedingungen auch deutlich unterhalb der BAFöG-Optionen liegt. Da es aber den einen oder anderen Studieninteressierten geben mag, der die jeweiligen Bedingungen erfüllt, sollen auch diese Optionen dargestellt werden Belgien Studiengebühren fallen derzeit an staatlichen Hochschulen in Höhe von pro Studienjahr an. Man muss von ca. 700 Lebenshaltungskosten pro Monat ausgehen. 20 In Belgien sind die Verantwortlichkeiten strikt zwischen dem wallonischen und flämischen Teil getrennt. Für die französischsprachige Seite ist der Conseil Interuniversitaire de la Communauté française de Belgique 21 zuständig, für die flämische das Ministerie van Onderwijs en Vorming van de Vlaamse Gemeenschap van België. In beiden Teilen wird nach einem Berechnungsverfahren unter Einbeziehung der Jahrseinkommen der Eltern und/oder der Studierenden berechnet. 22 Das jährliche Stipendium kann dann zwischen 200 und (bei eigener Wohnung) liegen. 23 EU-Bürger haben nur dann Zugang zu dieser Förderung, wenn ihre Eltern in Belgien arbeiten oder gearbeitet haben Dänemark Dänemark erhebt von den eigenen und den gemäß Maastrichter Vertrag gleich zu behandelnden Studierenden der anderen EU- und EEA-Staaten keine Studiengebühren. Studiengebührenfreiheit ist ebenso für alle Teilnehmer an Austauschprogrammen gegeben. Seit 2006 müssen alle anderen Studierenden Studiengebühren bezahlen. 25 Allerdings stellt das dänische Erziehungsministerium eine Reihe von Stipendien zur Verfügung, um diesen Studierenden das Studium in Dänemark zu erleichtern. 26 Für Lebenshaltungskosten muss man von pro Monat ausgehen. 27 Kopenhagen dürfte allerdings im Durchschnitt deutlich teurer sein. Für dänische Studierende gibt es das State Educational Grant and Loan Scheme (Dänische Abkürzung: SU), das von 19 Brandenburg, Witte 2007, S DAAD Belgien (2007) 21 Conseil Interuniversitaire (2007) 22 Einen ersten Eindruck über die Konditionen erhält man über die Communauté Française (2007) 23 Ministerium der Flämischen Gemeinschaft (2007) S Communauté Française (2007) 25 StudyinDenmark (2007)b 26 StudyinDenmark (2007)c 27 DAAD Dänemark (2007) 17

18 der Danish Educational Support Agency (Styrelsen for Statens Uddannelsesstøtte) gemanagt wird. Das Stipendium wird für die Dauer der erwarteten (ausgeschriebenen) Studiendauer plus 12 Monate gewährt. Dazu kann man noch Kredite in Anspruch nehmen, die innerhalb von 15 Jahren nach Abschluss zurückgezahlt werden müssen. Das Stipendium beträgt entweder monatlich ca. 650, wenn man alleine lebt, oder ca. 320, wenn man bei den Eltern lebt (letzteres kaum je eine Option für deutsche Studierende, die in Dänemark studieren wollen). Der Kredit liegt bei ca. 330 monatlich mit einer jährlichen Verzinsung von 4%. Verdient ein Student allerdings jährlich mehr als ca , so kann der Kreditrahmen reduziert werden. Die Bedingungen, unter denen deutsche Studierende Anrecht auf diese Förderung hätten, entsprechen weitgehend denen der anderen nordischen Staaten: Fünf Jahre Aufenthalt im Land, Status als Arbeiter mit Vertrag, Ehepartner oder Kind eines Deutschen mit Arbeitsvertrag oder dies ist allerdings durchaus eine deutliche Erleichterung man war bereits als Arbeitskraft in Dänemark beschäftigt (mit Aufenthaltsgenehmigung zu Arbeitszwecken wie oben). 28 Allerdings vergibt das dänische Ministerium für Wissenschaft, Technik und Innovation auch Staatsstipendien im Rahmen von Staatsabkommen. Im Falle Deutschlands sind dies vier 9-Monats-Stipendien, die über den DAAD vergeben werden, ein 9-Monats-Stipendium für die Kooperation zwischen den dänischen Hochschulen und der Universität Kiel sowie sieben Stipendien für Hochschulsommerkurse Dänisch Finnland Studiengebühren fallen nicht an, auch speziell auf ausländische Studierende zugeschnittene Programme sind oftmals gebührenfrei. Man sollte ca. 700 Lebenshaltungskosten pro Monat kalkulieren. 30 Das durchschnittliche monatliche Stipendium beträgt ca Hinzu kommt ein optionaler Wohnzuschuss, der allerdings an zahlreiche Bedingungen geknüpft ist. 31 Studienkredite sind bei verschiedenen finnischen Banken verfügbar, die Konditionen variieren dementsprechend. Wird das Studium in der Regelstudienzeit absolviert und hat man mehr als Studienkreditschulden, so kann man eine Steuerermäßigung erhalten. Allerdings gelten diese Bedingungen für Finnen. Ausländer, und hier wird nicht zwischen EU und anderen unterschieden 32, erhalten diese finanzielle Unterstützung nur dann, wenn sie in Finnland dauerhaft zu einem anderen Zweck als dem des Studiums leben. Dies bedeutet, dass sie im finnischen Bevölkerungsregistersystem als permanent resident verzeichnet sein müssen. In den offiziellen Informationen wird dieser Aspekt gesondert hervorge- 28 SU (2007) und basierend auf kommunikation mit Trine Sand-Moalem, der stellvertretenden Leiterin des Auslandsamtes der Universität Kopenhagen, Dänemark: Sand-Moalem (2007). 29 Ciriusonline (2007) 30 DAAD Finnland (2007) 31 Im Detail bei: Kela (2007) 32 Kela (2007) 18

19 hoben: If you come to Finland solely for the purpose of attending a school, you cannot get Finnish student financial aid. 33 Auch hier wurde also eine Maßnahme zur Verhinderung von Mitnahmeeffekten getroffen Frankreich Laut EduFrance, der französischen Bildungsagentur, variieren die Studiengebühren an französischen Universitäten (die Grandes Écoles als Sonderfall werden hier ausgeklammert) zwischen 300 und 600 pro Jahr, wobei allerdings 300 eher die Regel sind, Gebühren in Höhe von 600 sind vorwiegend an den ingenieurwissenschaftlichen Hochschulen vorzufinden. 34 Der DAAD hingegen gibt an, dass keine Studiengebühren erhoben würden, sondern nur Einschreibegebühren zwischen 150 und 420. Für Lebenshaltungskosten sollte man in etwa 750 einplanen, wobei Paris deutlich teurer ist. 35 Für nicht-eu-studierende gibt es einige spezielle Förderprogramme, insbesondere das Eiffel-Exzellenz-Programm 36 und das Eiffel-Promotionsprogramm. Daneben gibt es auch Promotionsstipendien in Zusammenarbeit mit Firmen. 37 Das französische Stipendiensystem ist relativ komplex. Es gibt 6 Stufen der sozialen Bedürftigkeit, wobei die erste Stufe 0 allerdings nicht bedeutet, dass man gar nicht gefördert wird. 38 Die anderen 5 Stufen beginnen mit und enden mit jährlich 39. Deutsche Studierende sind normalerweise nur dann zur Antragstellung für diese Stipendien berechtigt, wenn sie mindestens zwei Jahre in Frankreich gelebt haben. Zu beantragen sind die Stipendien bei der CROUS (centre régional des Oeuvres universitaires). 40 Daneben zu erwähnen sind die diversen Stipendien der französischen Regierung, die zumeist über den DAAD vergeben werden. 41 Zu diesen Stipendien zählt auch das oben erwähnte Eiffel-Exzellenz-Stipendium. Wer daneben ein besonders gutes Abitur an einem französischen Gymnasium in Deutschland absolviert hat (mindestens mit mention bien ), 33 Kela (2007), Laitinen (2007) 34 Edufrance (2007) 35 DAAD Frankreich (2007) 36 EGIDE (2007) 37 Das Eiffel-Exzellenz-Programm richtet sich an hervorragende ausländische Studierende, die von den aufnehmenden Hochschulen in Frankreich ausgewählt wurden, wobei Entwicklungs- und Schwellenländern Vorrang eingeräumt wird, insbesondere wenn die Studierenden zu einer in Frankreich unterrepräsentierten Nationalität gehören. Ebenso werden eher Bewerbungen von Studierenden aus dem Ausland berücksichtigt als von Studierenden, die sich bereits in Frankreich aufhalten. Das Stipendium selbst umfasst monatlich sowie Reisekostenerstattung, Krankenversicherung und Zuschüsse für kulturelle Aktivitäten. Die Laufzeit umfasst die gesamte Studiendauer, sofern die akademischen Anforderungen jährlich erfüllt werden. (EGIDE (2007)) 38 Man ist z.b. berechtigt, die Einschreibgebühren sowie die Sozialabgaben erlassen zu bekommen. 39 MEN (2007) 40 CIDU (2007)a 41 CIDU (2007)a 19

20 kann sich dann auch um ein AEFE-Stipendium (Agence pour l'enseignement Français à l'etranger) bewerben. 42 Wirklich interessant ist allerdings das Wohngeld, das im Schnitt 1/3 der Miete umfasst und praktisch von jedem Student beantragt werden kann. Dabei gibt es zwei Varianten: ALS (allocation de logement social) und APL (aide personnalisée au logement). Man kann nur entweder ALS oder APL erhalten. 43 Details und Informationen zum Antragverfahren erhält man von der Caisse des Allocations Familiales (CAF, entspricht in etwa unserer Familienkasse), die auch die Anträge entgegennimmt Griechenland Das Studium an staatlichen Hochschulen in Griechenland ist gemäß staatlicher Auskunft studiengebührenfrei. 45 Der DAAD gibt allerdings die Information, dass ausländische Studierende ohne dabei zwischen EU und anderen Ländern zu differenzieren Gebühren zahlen müssen, die von der einzelnen Hochschule abhängen. 46 Die Lebenshaltungskosten sind mit ca (abhängig von Stadt und Region) zu veranschlagen. 47 Ein spezielles Studienkredit- oder Stipendiensystem scheint nicht zu existieren, in den offiziellen Informationen wird nur erwähnt, dass unter gewissen Umständen (die nicht näher spezifiziert werden) Kredite verfügbar seien. Ebenso können Studierende, die in einer anderen als der Heimatstadt studieren, einen nicht näher spezifizierten Wohnzuschuss beantragen. 48 Wenn im Studium besondere Leistungen erbracht werden, können dann auch Leistungsstipendien bei der Staatlichen Stipendienstiftung (Idryma Kratikon Ypotrophion - IKY) beantragt werden. 49 Es gibt befristete Stipendienprogramme 50 für ausländische Studierende. 50 Stipendien werden für Bachelor-Studien (Undergraduate) der Griechischen Sprache und Literatur (10 Monate pro Jahr) vergeben, drei Stipendien für die Teilnahme an Sommerkursen der Griechischen Sprache und Kultur. Das Stipendium umfasst 500 monatlich für Bachelorstudierende und 550 für Masterstudierende oder Forscher. Dazu kommt eine Pauschalsumme als Einstiegshilfe in Höhe von 500 für Athen und 550 für andere Regionen, 150 Reisekostenzuschuss und kostenlose staatliche Krankenversorgung im Notfall. 42 AEFE (2007); exzellente Informationen findet man auch in Studieren in Frankreich, zu beziehen über das Centre d Information et de Documentation Universitaire (CIDU) unter 43 CIDU (2007)b. Die gleiche Information ergab sich aus der kommunikation mit Sonia Leverd, der Attachée für Hochschulkooperationen an der Französischen Botschaft in Deutschland: Leverd (2007). 44 CAF (2007) 45 YPEPTH (2007)a 46 DAAD Griechenland (2007) 47 DAAD Griechenland (2007) 48 Eurydice Griechenland (2007) 49 Eurydice Griechenland (2007) 50 YPEPTH (2007)b 20

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Studiengebühren in Europa in Europa Land Belgien Von 500 bis 800 Bulgarien Von 200 bis 600 Dänemark Deutschland keine (außer Niedersachsen, Hamburg und Bayern. Alle ca. 1.000 ) Estland Von 1.400 bis 3.500 Finnland Frankreich Griechenland

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