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1 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Geschäft und Rahmenbedingungen. Die Landesbank Baden-Württemberg veröffentlicht zum 31. Dezember 2012 einen Lagebericht der LBBW (Bank) sowie einen Konzernlagebericht. Innerhalb des Konzerns stellt die Bank den dominierenden Anteil dar. Daher enthält der Konzernlagebericht auch einzelne Aussagen und Zahlen, die nur für die Bank gelten. Aussagen und Zahlen, die sich explizit nur auf die LBBW (Bank) beziehen, werden entsprechend gekennzeichnet (LBBW (Bank) oder nur Bank). Im Übrigen werden die Begrifflichkeiten LBBW-Konzern, LBBW, Landesbank Baden-Württemberg und Konzern synonym verwendet. Struktur und Geschäftstätigkeit des LBBW-Konzerns. Die LBBW (Bank) ist eine rechtsfähige Anstalt öffentlichen Rechts und verfügt über vier Hauptsitze in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Mainz. Ihre Anteilseigner sind der Sparkassenverband Baden-Württemberg mit 40,534 %, die Landeshauptstadt Stuttgart mit 18,932 % und das Land Baden- Württemberg mit 40,534 % der Anteile am Stammkapital. Das Land Baden-Württemberg hält seine Anteile direkt und indirekt über die Landesbeteiligungen Baden-Württemberg GmbH und die L-Bank. Die LBBW ist eine Universal- und Geschäftsbank, die das Leistungsspektrum eines großen Kreditinstituts mit der regionalen Nähe ihrer Kundenbanken verbindet. In ihren Kernregionen Baden- Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen sowie den daran angrenzenden Wirtschaftsräumen tritt die LBBW (Bank) jeweils unter eigenen Marken auf: Im Kernmarkt Baden-Württemberg betreibt die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) das Privat- und Unternehmenskundengeschäft. Innerhalb der Landeshauptstadt Stuttgart übernimmt die BW-Bank die Funktion einer Sparkasse. In der Sachsen Bank bündelt die LBBW ihr mittelständisches Unternehmenskunden- und das Privatkundengeschäft in Sachsen und angrenzenden Regionen. Der besondere Fokus der Rheinland-Pfalz Bank liegt auf dem Mittelstandsgeschäft in Rheinland-Pfalz und angrenzenden Regionen. Bundesweit bietet die LBBW in über 200 Filialen und Standorten alle Geschäftsarten einer modernen Universalbank. Dabei sind das Geschäft mit überregional bzw. international agierenden Großkunden, die Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie die Sparkassenzentralbankfunktion für die Sparkassen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen bei der LBBW (Bank) selbst angesiedelt. Wesentliche Stabs- und Servicefunktionen werden zentral in der LBBW (Bank) gebündelt. 39

2 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Zudem begleitet die LBBW ihre Unternehmenskunden und die der Sparkassen bei ihren internationalen Aktivitäten. Weltweit unterstützen Niederlassungen und Repräsentanzen mit Länder expertise, Markt-Know-how und Finanzlösungen. Ergänzend unterhält die LBBW German Centres in Peking, Singapur, Mexiko-Stadt, Delhi.Gurgaon und Moskau, die deutsche Unternehmenskunden zum Markteintritt beraten und vor Ort Büros und Netzwerke zur Verfügung stellen. Auf bestimmte Geschäftsfelder wie Leasing, Factoring, Asset Management, Immobilien oder Beteiligungsfinanzierung spezialisierte Tochtergesellschaften diversifizieren und ergänzen das Leistungsportfolio der LBBW. Strategisches Profil des LBBW-Konzerns. Seit der 2009 eingeleiteten Neuausrichtung steht das Geschäftsmodell auf fünf Säulen. In ihrer strategischen Ausrichtung konzentriert sich die LBBW auf das kundenorientierte Kerngeschäft mit Wachstumsperspektiven, insbesondere in den Kernregionen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen sowie den angrenzenden Gebieten. Dabei ist die LBBW vor allem Partner für die dortigen Firmen- und Privatkunden sowie Sparkassen. Flankiert wird dies durch leistungsfähige Immobilienfinanzierungs- und Kapitalmarktprodukte, auch für institutionelle Kunden. Ganz besonderen Wert legt der Konzern seit jeher auf langfristig angelegte und nachhaltige Kunden beziehungen. Firmenkunden. Im Firmenkundengeschäft liegt der Fokus vor allem auf Unternehmen des Mittelstands in den regionalen Kernmärkten. Die Unternehmenskunden in Baden-Württemberg seit 2011 auch selektiv in Bayern werden dabei von der BW-Bank betreut. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen nehmen diese Funktion die Rheinland-Pfalz Bank und in Mitteldeutschland die Sachsen Bank wahr. Darüber hinaus umfasst diese Säule das Geschäft mit ausgewählten Großkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ergänzend bietet die LBBW ihren Firmenkunden über verschiedene Tochtergesellschaften wie insbesondere die SüdLeasing, die MKB Mittelrheinische Bank/MMV Leasing und die SüdFactoring sowie ferner die Süd Beteiligungen Spezialprodukte und Dienstleistungen an. Zusätzlich begleitet die LBBW ihre Firmenkunden im internationalen Geschäft in wichtigen und auf strebenden Wirtschaftsregionen der Welt. Das Geschäft mit Firmenkunden hat sich gerade im für Finanzinstitute schwierigen Umfeld der letzten Jahre als stabile Ertragsbasis bewährt und wird daher schrittweise ausgebaut. Zum einen sollen die Marktdurchdringung und der Marktanteil insgesamt in bestehenden Kernregionen ausgeweitet bzw. weiter erhöht werden. Dabei steht die Kundenorientierung und somit die passgenaue Lösung der angebotenen Finanzprodukte im Vordergrund. Zum anderen sollen aus den bestehenden Kernmärkten heraus attraktive, angrenzende Märkte im Rahmen von Wachstumsoffensiven erschlossen werden. 40

3 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Die LBBW versteht sich dabei in erster Linie als Hausbank des Mittelstands, die ihre Kunden langfristig und nachhaltig in puncto Finanzdienstleistungen und zu allen damit verbundenen strate gischen Fragestellungen berät. Privatkunden. Die Säule Privatkunden konzentriert sich insbesondere auf das gehobene Privatkundengeschäft in den regionalen Märkten in Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz sowie in angrenzenden Wirtschaftsräumen. Darüber hinaus werden hochvermögende Kunden im Wealth Management betreut. Die Betreuung dieser Kundenzielgruppe wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Stuttgart übernimmt die LBBW (Bank) zudem die Aufgaben einer Sparkasse. Als Sparkasse der Stadt Stuttgart steht die BW-Bank für alle Bürgerinnen und Bürger offen und gewährleistet die kreditwirtschaftliche Versorgung ihrer Kunden. Neben einer auf die langfristige Kundenbeziehung ausgerichteten, bedarfsorientierten Beratung bilden erstklassige Produkte und Services den Kern der Geschäftsphilosophie. Das Produktspektrum reicht dabei vom klassischen Giro- und Kartengeschäft über Finanzierungslösungen bis hin zu individuellen Wertpapier- und Vorsorgelösungen. Sparkassen. Die Zusammenarbeit mit den Sparkassen ist ein wesentlicher Bestandteil im Geschäftsmodell der LBBW. Allem voran fungiert die LBBW (Bank) in diesem Geschäftsfeld als Zentralbank für die Sparkassen in den Kernmärkten Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Ergänzend bietet sie ihre Produkte und Dienstleistungen den Sparkassen bundesweit an. Dabei versorgt die LBBW die Sparkassen selbst mit Produkten und Dienstleistungen und bildet mit ihnen einen Leistungsverbund. Insgesamt deckt das Geschäftsfeld drei wesentliche Arten der Zusammenarbeit ab: Die Betreuung von Eigengeschäften der Sparkassen umfasst alle Produktkategorien zur Ab sicherung und Anlage der Sparkasse selbst. Im Marktpartnergeschäft werden neben Metakrediten auch Produkte der LBBW zum Weitervertrieb an die Endkunden der Sparkassen angeboten. Das Dienstleistungsgeschäft umfasst das Angebot in den Bereichen Research, Wertpapierabwicklung und -verwaltung, Auslandszahlungsverkehr, Dokumentengeschäft etc. Die LBBW hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit mit den Sparkassen weiter zu intensivieren. Hierzu gibt es gemeinsame Initiativen zu Produkt- und Systemweiterentwicklungen mit den Sparkassen. Immobilienfinanzierung. Das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung richtet sich an private und institutionelle Investoren, Immobilienunternehmen, Immobilien AGs, Projektentwickler, offene und geschlossene Fonds, Priva tisierungsträger, REITs sowie Wohnungsunternehmen. Als Arranger oder Konsortialbank bietet die LBBW objekt-, portfolio- und selektiv auch unternehmensbezogene Finanzierungsstrukturen an. Daneben gibt es eine Reihe ergänzender Produkte und Dienstleistungen. 41

4 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung ist auf die definierten Kernmärkte Deutschland, USA und Großbritannien konzentriert. Dabei umfassen die Nutzungsarten insbesondere die Segmente Wohnen, Büro und Einzelhandel. Die Tochtergesellschaft LBBW Immobilien Management GmbH ergänzt die Produktpalette um das Angebot von Immobilienentwicklungen, Immobilien Asset Management und Immobiliendienstleistungen mit einem Schwerpunkt in den Kernmärkten Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, Rhein-Main- Gebiet und München. Zudem bietet die Gesellschaft LBBW-interne Immobiliendienstleistungen an. Financial Markets. Im Financial-Markets-Geschäft werden schwerpunktmäßig Unternehmen, Sparkassen, Banken, Privatkunden und institutionelle Kunden (insbesondere Pensionskassen, Versicherungen, Vermögensverwalter, Kommunen, Stiftungen und Kirchen) betreut. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf den deutschsprachigen Raum. Internationale Kunden unter - stützt die LBBW im Wesentlichen im Geld- und Devisenmarkt und im Zusammenhang mit dem Neu - emissionsgeschäft. Weiter sind im Financial-Markets-Geschäft die Aktivitäten im Kapitalmarktgeschäft zusammengeführt. Die LBBW bietet ihren Kunden insbesondere Lösungen für das Management von Zins-, Kredit- und Währungsrisiken an sowie die Beschaffung und Anlage von kurz- und langfristigen Mitteln über die Kapitalmärkte. Des Weiteren unterstützt die LBBW bei der Optimierung von Bilanzstrukturen und Aktiv-Passiv- Steuerung sowie bei der Betreuung der Depot-A-Geschäfte (Eigengeschäft der Sparkassen) in Zinsund Kreditprodukten. Die Tochter LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbh ergänzt das Produktangebot der LBBW im Kapitalmarktgeschäft. Der Hauptfokus dieser Kapitalanlagegesellschaft liegt auf Beratung und Management von Wertpapier-Sondervermögen für institutionelle Investoren und Privatanleger. Credit Investment. Neben den fünf Säulen des Geschäftsmodells der LBBW ist in diesem Segment das nicht strategiekonforme Kreditersatzgeschäft der LBBW (Bank), der ehemaligen Sachsen LB und der ehe maligen Landesbank Rheinland-Pfalz gebündelt. Hierzu gehören insbesondere Bonds, Kredit derivate sowie Verbriefungen und strukturierte Produkte. Das Portfolio wird vollständig abgebaut. Prozess der Restrukturierung beim LBBW-Konzern. Stringente Fortsetzung des Umbaus hin zu einer reinen Kundenbank. Im Zusammenhang mit Kapital- und Garantiemaßnahmen durch die Eigentümer und einem EU-Beihilfeverfahren startete die LBBW 2009 ein tiefgreifendes Restrukturierungsprogramm. Kern dieser Restrukturierung war der konsequente Abbau nicht mehr zum Kerngeschäft gehörender Geschäftsfelder, insbesondere des kundenfernen, volatilen Kreditersatzgeschäfts, und im Gegenzug eine noch stärkere Akzentuierung des schon traditionell starken Kundengeschäfts. 42

5 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Dabei wurden die nicht kundenbezogenen Geschäftsaktivitäten so redimensioniert, dass sie auf die LBBW als Mittelstandsbank, Bank für gehobene Privatkunden sowie als Zentralbank für die Sparkassen ausgerichtet sind. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen wurden die Risikoaktiva und die Bilanzsumme deutlich reduziert und die Kapitalquoten gestärkt. Letzteren kommt vor dem Hintergrund der verschärften Eigenkapitalanforderungen auf europäischer Ebene eine ganz besondere Bedeutung zu. Ferner zielt die Restrukturierung auf eine deutliche Reduzierung der Kostenbasis ab. Hier konnten weitere Maßnahmen zur Realisierung von Kosteneinsparungen entsprechend der Planung umgesetzt werden. Daneben hat die LBBW (Bank) ihr Beteiligungsportfolio deutlich verkleinert. Für die strategische Neuausrichtung wurde ein Abbauziel von rund Stellen festgelegt. Der Fokus lag dabei auf Stellen in Geschäftsfeldern, die nicht weiterverfolgt werden, sowie auf nach - gelagerten Stabs- und Servicefunktionen. In Bereichen der Kundenbetreuung dagegen wurde der Personalbestand partiell sogar verstärkt. Der bisherige Personalabbau wurde sozialverträglich gestaltet. Durch freiwillige Maßnahmen konnten seit Beginn der Restrukturierung Personalaustritte von mehr als Vollzeitstellen vereinbart werden. Der Prozess der Restrukturierung konnte im Jahr 2012 weitgehend abgeschlossen werden. Noch offene Punkte, wie z. B. der noch ausstehende Verkauf zweier Beteiligungen, werden sorgfältig und konsequent abgearbeitet. Zudem wird der gegenüber der EU im Rahmen der Restrukturierung zugesagte Rechtsformwechsel der LBBW (Bank) zur Kapitalgesellschaft in Form einer AG oder SE (deutsches oder europäisches Recht) vorbereitet. Ergänzend zur Restrukturierung wurden zudem weitere Optimierungsmöglichkeiten, u. a. im Bereich der Informationstechnologie, analysiert. Die LBBW geht davon aus, dass die Herausforderungen an die IT von Banken perspektivisch weiter ansteigen. Wesentliche Treiber sind die wachsenden kunden- bzw. marktseitigen Ansprüche sowie komplexere aufsichtsrechtliche Anforderungen. Daher arbeitet die Bank an Konzepten, Tätig keiten der IT an die Finanz Informatik GmbH & Co. KG (FI) auszugliedern. Gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Leistungsfähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der zentrale Erfolgsfaktor jedes Unternehmens. Die LBBW möchte herausragende Talente für sich begeistern und diese langfristig an sich binden. Sie investiert in die Gesundheit ihrer Beschäftigten, fördert diese mit gezielten Personalentwicklungsmaßnahmen und bietet umfangreiche Angebote für eine sehr gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die Mitarbeiterzahl des LBBW-Konzerns ist zum 31. Dezember 2012 von auf Beschäftigte gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus direkten und indirekten Effekten der Restrukturierung. Die Fluktuationsrate nach BDA-Formel lag 2012 in der LBBW (Bank) bei 6,2 % 43

6 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN gegenüber 8,4 % im Vorjahr. Bereinigt um restrukturierungsbedingte Vorruhestands- und Ausscheidensverein barungen (2,6%) lag die Quote mit 3,6 % unter dem Vorjahresniveau (4,4%). Das Durchschnittsalter der Beschäftigten der LBBW (Bank) ist im Berichtsjahr mit 42,5 Jahren (2011: 43,1 Jahre) etwas gesunken. Die durchschnittliche Dauer der Betriebszugehörigkeit von 16,7 Jahren (2011: 16,4 Jahre) hat sich gegenläufig entwickelt. Frauen waren auch 2012 im LBBW-Konzern mit einem Anteil von 51,9 % (Vorjahr: 51,6 %) gegenüber Männern leicht in der Mehrheit. Die Quote der Teilzeitarbeitsverhältnisse einschließlich Altersteilzeit ist 2012 im LBBW-Konzern von 22,0 % auf 22,5 % angestiegen. Schwerpunkte der personalwirtschaftlichen Umsetzung der Restrukturierung bildeten auch im Jahr 2012 Maßnahmen, die dazu dienten, die Abbauziele durch eine freiwillige Neuorientierung zu erreichen. Der 2010 mit ver.di abgeschlossene Haustarifvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die zwischen Bank und Gesamtpersonalrat abgeschlossene Dienstvereinbarung zur Gestaltung des internen Arbeitsmarkts haben sich in diesem Zusammenhang sehr gut bewährt. Nachweis für die ausgezeichnet gelungene Intensivierung des internen Arbeitsmarkts sind die rund 1000 internen Stellenausschreibungen (unverändert zu 2011). Diese konnten fast vollständig durch die Übernahme von Auszubildenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Stelle von der Restrukturierung betroffen war, besetzt werden. Unabhängig von dem weiterhin herausfordernden Marktumfeld sieht die LBBW in der beruflichen Qualifizierung junger Menschen eine bedeutende gesellschaftspolitische und betriebliche Aufgabe, die sie sehr gerne wahrnimmt. Zum Jahresende 2012 waren 499 (Vorjahr 535) Auszubildende und Studierende an Dualen Hochschulen zur Ausbildung bei der LBBW beschäftigt. Die Ausbildungsquote (durchschnittliche Anzahl der Auszubildenden und Studenten im Verhältnis zu der gesamten Mitarbeiterzahl) der LBBW sank leicht von 4,4 % auf 4,2 %. Die Qualifizierung und Weiterbildung von Führungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war auch 2012 ein bedeutendes Thema in der LBBW. Während die Zahl der Personalentwicklungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LBBW im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von auf Seminarbesuche um 9,6 % gestiegen ist, nahm die Zahl der Führungsseminarbesuche von 798 (2011) auf 629 in der LBBW (Bank) 2012 um 21,2 % ab. Zur Unterstützung der Veränderungs- und Restrukturierungsprozesse in der LBBW (Bank) wurden für Führungskräfte jedoch 284 Workshops mit insgesamt Teilnehmerinnen und Teil nehmern durchgeführt (Vorjahr: 2 935). Darüber hinaus haben viele Führungskräfte zusätzlich die Coaching-Angebote der Managementberatung wahrgenommen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind betriebliche Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen, überaus wichtig, um die Potenziale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum beiderseitigen Nutzen optimal zu fördern. Die LBBW (Bank) bietet ihren Beschäftigten hier überaus umfangreiche Angebote. So können die Beschäftigten an allen Hauptsitzen auf Unterstützung bei der Kinderbetreuung zurückgreifen. Je nach Bedarf gibt es passgenaue Lösungen, wie z. B. Kindertagesstätte, Kindergartenpflegestelle oder Notfallbetreuungen. Darüber hinaus erleichtern flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit die Vereinbarkeit von Beruf und Privat leben. Ergänzt wird dies seit 2012 durch Maßnahmen, die die Pflege von Angehörigen regeln. So können sich Beschäftigte, zusätzlich zur Pflegebeurlaubung nach dem Pflegezeitgesetz, weitere 44

7 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN sechs Monate beurlauben lassen. Außerdem besteht die Option, sich pro Jahr für bis zu zehn Tage für die Pflege von Angehörigen von der Arbeit freistellen zu lassen. In dieser Zeit zahlt die Bank das Gehalt auf freiwilliger Basis weiter. Neu vereinbart wurde 2012 auch, dass Beschäftigte befristet für zwei Jahre ihre Arbeitszeit verringern können wurde die LBBW im Rahmen einer Auditierung durch die Hertie-Stiftung als familienbewusstes Unternehmen ausgezeichnet. Auch für die Folgejahre bescheinigten die Gutachter, dass die LBBW sich trotz Krise als familienbewusstes Unternehmen weiterentwickelt hat. Da ein Auditierungsprozess diese positive Entwicklung hin zu einer familienbewussten Personalpolitik unterstützt, wird sich die LBBW im Jahr 2013 reauditieren lassen. Bei immer höheren Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte ist es notwendig, gezielt und auf hohem Niveau in die Gesundheit und somit auch in die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Das Engagement des LBBW-Gesundheitsmanagements versteht sich dabei als strategische Investition in die wichtigste Ressource, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank, auf deren Leistung und Motivation der Unternehmenserfolg wesentlich beruht. Im deutschlandweiten Unternehmensvergleich von EuPD Research im Rahmen des»corporate Health Award«hat sich das Gesundheitsmanagement der LBBW erneut verbessert. So wurde im November 2012 der renommierte»exzellenz-status«im Betrieblichen Gesundheitsmanagement erreicht. Im Fokus standen im Jahr 2012 besonders der Erhalt und die Stärkung der psychischen Gesundheit. Im Rahmen einer gleichnamigen Initiative wurden verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu gehört insbesondere eine eigens entwickelte Workshop-Serie, an der alle ca. 800 Führungskräfte einen Tag lang im»gesundheitsgerechten Führen«verbindlich geschult werden. Die LBBW (Bank) wird entsprechend den Regularien der 7 und 8 der Instituts-Vergütungsverordnung (InstitutsVergV) vom 13. Oktober 2010 einen Vergütungsbericht für 2012 erstellen, der voraussichtlich im 2. Quartal 2013 auf veröffentlicht wird. Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Geschäftspolitik der LBBW (Bank). Dahinter steht die Überzeugung, dass ohne verantwortungsvolle ökologische, ethische und soziale Performance auf Dauer auch kein ökonomischer Erfolg zu erreichen ist. Ihr nachhaltiges Engagement hat die LBBW (Bank) daher sowohl strategisch als auch im operativen Geschäft fest verankert. Nachhaltigkeitsstrategie und -management. Die Nachhaltigkeitspolitik der LBBW (Bank) fasst die Leitsätze für eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Unternehmensführung, Geschäftsbetrieb, Personal, Kommunikation sowie zum gesellschaftlichen Engagement zusammen. Zur Konkretisierung ihrer Nachhaltigkeitspolitik hat sich die LBBW (Bank) entsprechende Ziele gesetzt. Konkreter Orientierungsrahmen für die Umsetzung dieser Ziele sind die sog.»leitplanken Nachhaltigkeit«. Sie markieren den Korridor, innerhalb dessen die LBBW (Bank) im Anlage- und Kreditgeschäft, in der Personalpolitik sowie im Umgang mit Ressourcen ihre Nachhaltigkeitsziele verfolgt, und bilden damit die Basis für eine nachhaltige Entwicklung. Ergänzend beschreibt die LBBW-Klimastrategie die Position der LBBW (Bank) zu wesentlichen klima relevanten Fragestellungen. 45

8 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Die aufgeführten Standards gelten für die LBBW (Bank) inkl. BW-Bank, Rheinland-Pfalz Bank und Sachsen Bank sowie die in das Nachhaltigkeitsmanagementsystem der LBBW (Bank) integrierten 100 %-igen Tochtergesellschaften GastroEvent GmbH, LBBW Immobilien Management GmbH (inkl. der integrierten BW Immobilien GmbH) sowie LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbh, jeweils mit Sitz in Stuttgart. Über das nachhaltige Engagement der LBBW (Bank) wird unter ausführlich berichtet. Dort kann auch der Nachhaltigkeitsbericht abgerufen werden, der jährlich aktualisiert wird. Nachhaltigkeitsratings. Die Münchener oekom research AG hat die LBBW im März 2012 auf einer Skala von A+ bis D mit der Gesamtnote C+ bewertet. Mit diesem Ergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Verbesserung erreicht werden. Die LBBW erfüllt die von oekom research definierten Mindeststandards an das Nachhaltigkeitsmanagement und wird als»prime«eingestuft. Damit qualifizieren sich die auf dem Markt gehandelten LBBW-Wertpapiere aus ökologischer und sozialer Sicht für ein Investment. Im Nachhaltigkeitsrating 2012 von Sustainalytics erhielt die LBBW 72 von 100 möglichen Punkten (Vorjahr: 73) und belegt damit in der Branche nicht börsennotierter Banken auf internationaler Ebene Platz 8 von 63. Bei den deutschen Banken liegt die LBBW auf Platz 2 hinter der KfW-Bankengruppe (Stand: Dezember 2012). Von imug wurde die LBBW im Nachhaltigkeitsrating 2012 als Emittent von öffentlichen Pfandbriefen, Hypothekenpfandbriefen und unbesicherten Anleihen 1) positiv bewertet. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Weltwirtschaft. Das Jahr 2012 war geprägt von hoher Unsicherheit. Die Weltwirtschaft wuchs voraussichtlich um 3,2 % und damit etwas langsamer als im Jahr zuvor, in dem die Weltwirtschaft um 3,9 % expandierte. Neben einer sich abschwächenden Wirtschaftstätigkeit in den Schwellenländern zeichnete insbesondere die Rezession in der Eurozone als Folge der Euro-Schuldenkrise hierfür verantwortlich. Mit der auf private Gläubiger beschränkten Umschuldung in Griechenland im Februar/März 2012 erreichte die Schuldenkrise einen vorläufigen Höhepunkt und führte zu einem weiter erodierenden Vertrauen in die anderen südeuropäischen Staaten der Eurozone. Während in Asien die chinesische Volkswirtschaft an konjunktureller Dynamik verlor, belebte sich das Wirtschaftswachstum in Japan. Die japanische Wirtschaft profitierte von Aufholeffekten gegenüber 2011 (dem Jahr der Fukushima-Katastrophe), das BIP-Wachstum zog von 0,6 % auf 2,0 % an. In China hingegen verlangsamte sich das BIP-Wachstum von 9,3 % im Jahr 2011 auf 7,8 % im Jahr 2012, was neben dem schwierigeren internationalen Umfeld auf eine restriktivere Geldpolitik als Reaktion auf höhere Inflation und eine Überhitzung des Wohnimmobilienmarktes zurückzuführen war. Die Vereinigten Staaten verbuchten im abgelaufenen Jahr mit 2,2 % ein BIP-Wachstum in der Nähe des Ergebnisses von 2011 (1,8%). Vor allem der Wohnimmobiliensektor, der sich nach langer Talfahrt 2012 sichtbar 1) Die Bezeichnung»unbesicherte Anleihen«bezieht alle Arten unbesicherter festverzinslicher Wertpapiere sowie Termin- und Spareinlagen mit ein. 46

9 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN erholte, und die Unternehmensinvestitionen trugen zu der Wachstumsbeschleunigung bei. Belastend wirkte hingegen der Haushaltsstreit in den USA auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Zur Jahreswende 2012/2013 wurde auch ein Kompromiss in dem Haushaltsstreit zwischen Weißem Haus und Kongress erzielt und damit die vielfach zitierte Fiskalklippe umschifft. Der Kompromiss sieht Einsparungen im Haushalt von ca. 1,5 % des BIP und eine Aussetzung der Schuldenobergrenze bis Mai 2013 vor. Die Lage im Euroraum wurde auch 2012 von der Schuldenkrise dominiert. Die notwendigen Maß - nahmen zur Haushaltskonsolidierung sowie die hohen Risikoaufschläge von zahlreichen Staaten und Banken führten in einigen Ländern der Euro-Peripherie zu restriktiven Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte. In der Summe rutschte die Eurozone als Ganzes mit einer um 0,4 % schrumpfenden Wirtschaftsleistung 2012 in die Rezession. Besonders ausgeprägt war die Rezession wiederum in Griechenland, das mit einer um ca. 6 % rückläufigen Wirtschaftsleistung im Jahr 2012 nunmehr fünf Rezessionsjahre in Folge verzeichnet. Aber auch Spanien und Italien verzeichneten mit einem um 1,4 % bzw. 2,3 % schrumpfenden BIP im Jahr 2012 eine Rezession. Demgegenüber konnte Frankreich im Jahr 2012 mit einem BIP-Wachstum von 0,2 % seine Wirtschaftsleistung noch minimal steigern. Deutschland. Auch 2012 erwies sich Deutschlands Konjunktur als vergleichsweise robust gegenüber den negativen Einflüssen seitens der Peripheriestaaten der Eurozone. Zwar wurde das Ergebnis von 2011, als das deutsche BIP um 3,0 % zulegte, deutlich verfehlt. Vor dem Hintergrund der Ängste um den Fortbestand des Euro erzielte die deutsche Volkswirtschaft mit einem Wachstum von 0,7 % bzw., bereinigt um die Zahl der Arbeitstage, um 0,9 % dennoch ein recht ordentliches Wachstum. Die Exporte wuchsen um 4,1 % und damit einmal mehr erheblich stärker als die Importe (2,3 %). Daneben erwies sich der Konsum mit einem Zuwachs um 0,8 % als Stütze. Hingegen waren die Investitionen um 5,2 % rück - läufig. Am Arbeitsmarkt setzte sich der Rückgang der Arbeitslosenquote nicht mehr fort. Die Arbeitslosenquote im Dezember 2012 lag mit 6,9 % sogar minimal über dem Wert vom Dezember 2011 mit 6,8 %. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt um 2,0 %. Überdurchschnittliche Anstiege zeigten die Preise für Energie (+ 5,7 %) sowie Nahrungsmittel und nicht alkoholische Getränke (+ 3,2 %). Die Warenpreise legten im Durchschnitt um 2,9 % zu. Dagegen blieb der Preisauftrieb für Dienstleistungen inkl. Mieten mit 1,1 % moderat. Notenbankpolitik. Die US-Notenbank beließ ihren Leitzins bereits das vierte Kalenderjahr in Folge unverändert in der Spanne von 0 % bis 0,25 %. Wiederholt erklärte die Notenbank, dass die wirtschaftliche Lage bis mindestens Mitte 2015 ein außerordentlich niedriges Niveau des Tagesgeldsatzes erforderlich mache. Diese Erklärung wurde im Dezember 2012 dahingehend präzisiert, dass die Federal Reserve an der Nullzinspolitik so lange festhalten will, wie die Arbeitslosenquote oberhalb von 6,5 % verbleibt und die langfristigen Inflationserwartungen nicht über 2 % ansteigen. Angesichts einer Arbeitslosenquote in Höhe von 7,8 % am Jahresende 2012 stehen demzufolge Zinserhöhungen auf absehbare Zeit nicht auf der Agenda. 47

10 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Die EZB hat ihren Leitzins zur Jahresmitte 2012 ein weiteres Mal auf nunmehr 0,75 % gesenkt. Der Grund hierfür waren die schwierige wirtschaftliche Lage in der Eurozone und die sehr hohen Risiko aufschläge für die Peripherie-Staaten und zahlreiche Banken. Mit der ersten Pressekonferenz der EZB im Jahr 2013, auf der der EZB-Präsident eine vergleichsweise optimistische Einschätzung zur Euro-Krise vertrat, verflog an den Märkten die bis dato noch vorhandene Fantasie auf weitere Zinssen kungen in der Eurozone. Einen Meilenstein zur Stabilisierung der Finanzmärkte stellte Anfang August die Ankündigung der EZB dar, ggf. direkt am Staatsanleihenmarkt einzugreifen, um die Irreversibilität des Euro sicherzustellen. Konkret wurde von der EZB dann Anfang September das sog.»outright Monetary Transactions«-Programm (OMT-Programm) beschlossen. Im Rahmen dieser Operationen würde die EZB ggf. Anleihen von Staaten der Eurozone kaufen, die noch Marktzugang haben, aber deren Renditen nach Ansicht der EZB durch den Marktdruck die Irreversibilität des Euro in Frage stellen und die Transmission der Geldpolitik verhindern. Bis zum Jahresende 2012 hat die EZB im Rahmen des OMT-Programms keine Käufe vorgenommen. Zunächst hat die bloße Ankündigung der EZB schon gewirkt und dafür gesorgt, dass die Risikoaufschläge von Anleihen der EWU-Staaten gegenüber Bundesanleihen deutlich gefallen sind. Rentenmarkt. Am Rentenmarkt war auch 2012 die Schuldenkrise in der EWU das beherrschende Thema. Im Februar und März kam es zu einem ersten Schuldenschnitt der Staatsanleihen Griechenlands. Die privaten Gläubiger wurden zu einem Anleihetausch auf freiwilliger Basis aufgefordert. Die öffentlichen Gläubiger, zu denen u. a. die EZB zählt, wurden vom Umtausch ausgenommen. Im Austausch für ihre Anleihen erhielten die privaten Gläubiger dann ein Paket von 24 neuen Gattungen mit Fälligkeiten von 2023 bis Der Nominalwert der in den Tausch einbezogenen Anleihen wurde um 53,5 % herabgesetzt. Die Staatsverschuldung Griechenlands sank im Zuge dieser Schuldenrestrukturierung um 107 Mrd. EUR. Allerdings zeichnete sich recht bald ab, dass die Probleme des Landes damit nicht gelöst worden sind. Im Umfeld der Parlamentswahlen in Griechenland erreichte die Verunsicherung über den Fort - bestand der EWU neue Höhen, zumal nicht mehr ausgeschlossen schien, dass Spanien oder Italien ihren Zugang zum Kapitalmarkt verlieren könnten. Zudem beantragte Spanien im Juni Mittel des EFSF zur Rekapitalisierung seines Bankensektors. Die Staaten der Eurogruppe sagten zu diesem Zweck bis zu 100 Mrd. EUR zu. Eine unabhängige Prüfung ermittelte einen voraussichtlichen Kapitalbedarf von 51 Mrd. bis 62 Mrd. EUR. In diesem Umfeld erreichten die Risikoaufschläge 10-jähriger spanischer Staatsanleihen bzw. 10-jähriger italienischer Staatsanleihen jeweils gegenüber vergleichbaren Bundes - anleihen mit 635 Bp. bzw. 534 Bp. neue Höchststände seit Bestehen des Euro. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen sank auf das historische Tief von 1,16 %, für 2-jährige Bundesanleihen fiel die Rendite gar in den negativen Bereich. Die Sorge um den Fortbestand des Euroraums hielt bis Ende Juli an, bevor eine Reihe von Ereignissen insbesondere das OMT-Programm der EZB dafür sorgten, dass das Vertrauen in den Zusammenhalt der Eurozone allmählich wieder wuchs und die Risikoaufschläge der Peripherie-Staaten gegenüber Deutschland spürbar sanken. In die Richtung einer weiteren Stabilisierung der Märkte wirkte auch das deutsche Bundesverfassungsgericht, das am 12. September den»european Stability Mechanism«(ESM) für verfassungskonform erklärte. Damit konnte der ESM im Oktober offiziell seine Arbeit aufnehmen. In der Folge fielen die Risikoaufschläge 10-jähriger spanischer bzw. 10-jähriger italienischer Staatsanleihen über 10-jährigen Bundes anleihen auf 396 Bp. bzw. 320 Bp. bis Ende Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen zogen etwas an und beendeten das Jahr 2012 bei 1,30 %. Das Hoch wurde Ende März mit 2,04 % erzielt. 48

11 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Devisenmarkt. Am Devisenmarkt konnte sich der Euro zum US-Dollar leicht festigen die Schwankungen waren allerdings ausgeprägt. Zu Jahresbeginn 2012 wurde ein Euro mit 1,29 US-Dollar gehandelt, Ende 2012 betrug der Wechselkurs dann 1,32 US-Dollar pro Euro. Das Jahreshoch wurde indes schon Ende Februar mit 1,34 erreicht, als der Euro von der Erwartung eines erfolgreichen Schuldenschnitts in Griechenland profitieren konnte. Das Tief wurde zum Ende Juli hin erreicht, als ein Auseinanderbrechen der EWU nicht mehr gänzlich abwegig schien und ein Euro schon für 1,21 US-Dollar gehandelt wurde. Zu den anderen Hauptwährungen hielten sich die Kursschwankungen des Euro ebenfalls zumeist im Rahmen. Der Schweizer Franken hielt sich zumeist an der Marke von 1,20 Franken je Euro auf das war die Untergrenze, die von der Schweizerischen Notenbank offiziell durch Devisenmarktinterventionen verteidigt wurde. Mit der Hoffnung auf ein Ende der Euro-Schuldenkrise konnte der Euro dann etwas Boden gutmachen und festigte sich zum Jahresende hin auf 1,21 Franken je Euro. Das britische Pfund Sterling verteuerte sich per saldo etwas zum Euro. Zu Jahresbeginn war ein Euro noch 0,8350 Pfund Sterling wert, Ende 2012 dann nur noch 0,8160. Die Ausnahme bildete der japanische Yen, der infolge des Politikschwenks der Bank of Japan gegen Jahresende 2012 an den Devisenmärkten deutlich an Wert verlor. Kostete zu Jahresbeginn ebenso wie Anfang November 2012 ein Euro noch 100 Yen, stieg dieser bis Ende 2012 auf fast 114 Yen. Auch zu Jahresbeginn 2013 setzte sich dieser Kursanstieg fort. Aktienmarkt. Der Deutsche Aktienindex DAX hat mit einem Jahresschlussstand von 7612 Punkten (+ 29,1 %) ein äußerst erfolgreiches Börsenjahr hinter sich. Lediglich im Frühjahr 2012 gab es eine längere Schwächeperiode, als der Markt vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise zunächst fast seinen gesamten Jahresgewinn wieder abgab und rund 1200 Punkte auf knapp unter die Marke von Punkten zurückfiel. Mit steigender Zuversicht, dass die Euro-Schuldenkrise eingedämmt werden könne, wuchs auch der Risikoappetit der Anleger wieder, und das deutsche Aktienbarometer stieg auf über Punkte. Der MDax, das Marktbarometer für die mittelgroßen börsennotierten Unternehmen, konnte im Dezember gar erstmals die Marke von Punkten durchbrechen. Noch zum Jahresschluss 2011 lag der MDax erst bei knapp 8900 Punkten. Das europäische Marktbarometer, der Euro Stoxx 50, zog ebenfalls an, wenngleich weniger ausgeprägt. Ende 2011 stand der Index bei 2317 Punkten, zwölf Monate später und unter dem Eindruck der nachlassenden Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone verzeichnete der Index einen Stand von Punkten. In den USA verbuchte der Dow Jones Industrials dagegen nur bescheidene Gewinne: Per saldo rückte er von auf vor. Vor allem der erst ganz am Jahresende 2012 gefundene Kompromiss im Streit um die sog. Fiskalklippe (»fiscal cliff«) lastete auf den nordamerikanischen Dividendenpapieren. 49

12 GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Entwicklung der Kreditwirtschaft. Das kreditwirtschaftliche Umfeld war 2012 im Wesentlichen durch die sich im Jahresverlauf abkühlende Konjunktur, die anhaltende Schuldenkrise im Euroraum und die fortschreitende Reformierung des Regulierungsrahmens der Branche geprägt. Der konjunkturelle Rückenwind für die deutsche Bankbranche aus dem Jahr 2011 schwächte sich angesichts der nachlassenden globalen Wachstumsdynamik und der Rezession im Euroraum, die sich zunehmend auch in Deutschland bremsend bemerkbar machte, 2012 im Jahresverlauf ab. Vor diesem Hintergrund war nach Einschätzung der Bundesbank vom November 2012 bis zum 3. Quartal 2012 auch ein Trend zu einem wieder höheren Risikovorsorgebedarf bei den Instituten erkennbar. Aufgrund der weiterhin vergleichsweise soliden finanziellen Verfassung der deutschen Wirtschaft und der privaten Haushalte dürfte dieser Trend nach Erwartung der LBBW begrenzt geblieben sein. Einige Institute mit starken Engagements im Bereich der Schiffsfinanzierung verzeichneten angesichts der andauernd schwierigen Lage in der internationalen Schifffahrt Sonderbelastungen. Nachdem die weiterhin ungelöste Schuldenkrise im Euroraum im Sommer 2012 nochmals einen Höhepunkt erreichte, nahmen die Verunsicherung und die Anspannungen an den Märkten im späteren Jahresverlauf im Zuge fortschreitender Krisenbewältigungsmaßnahmen spürbar ab. Das mit der Krisenbewältigung einhergehende Niedrigzinsumfeld stellt den gesamten Finanzsektor allerdings zunehmend vor Herausforderungen. Dies gilt speziell im Hinblick auf das Anlagegeschäft, wo die Renditeerwirtschaftung insbesondere bei einer geringen Risikoneigung schwieriger geworden ist. Eine andauernde Herausforderung für die Branche blieb im vergangenen Jahr der hohe Regulierungsdruck. Die Bewältigung und Anpassung an die Vielzahl bereits umgesetzter und noch bevorstehender regulatorischer Neuerungen beanspruchte auch 2012 bei den Instituten erhebliche Kapazitäten und Mittel. Die juristische und geschäftspolitische Aufarbeitung der Finanzmarktkrise beschäftigt und belastet die Branche weiterhin. Vor diesem Hintergrund und angesichts entsprechender Vorgaben der EU-Kommission für diverse Institute setzte sich der Prozess der Anpassung der Geschäftsmodelle und der Bilanzen fort. Im Zuge dieser Anpassungen ist die Branche im Stabilisierungsprozess insgesamt weiter vorangekommen. Insbesondere die Risikotragfähigkeit der deutschen Kreditwirtschaft hat sich seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise deutlich erhöht. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in einer verbesserten Kapitalisierung wider. So haben alle an den Erhebungen der European Banking Authority (EBA) teilnehmenden deutschen Institute die erhöhten Mindestkapitalanforderungen im Rahmen der Ende 2011 durchgeführten Erhebung zur Jahresmitte 2012 erfüllt und in Summe übertroffen. Gleichzeitig haben die großen Institute seit Ausbruch der Finanzkrise auch in der Refinanzierung über stabilere Quellen Fortschritte gemacht. 50

13 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Die Geschäftsentwicklung im LBBW-Konzern. Bericht zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage. Der LBBW-Konzern setzte trotz des für Banken schwierigen wirtschaftlichen Umfelds die positive Entwicklung im Jahr 2012 fort. Dem LBBW-Konzern gelang es 2012, in allen vier Quartalen in Folge mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. Insbesondere aufgrund des soliden Kundengeschäfts sowie des Ausbleibens größerer Belastungen aus Finanzmarktturbulenzen konnte ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 399 Mio. EUR (Vorjahr: 86 Mio. EUR) erzielt werden. Dies entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 313 Mio. EUR. Das operative Ergebnis in Höhe von 694 Mio. EUR erhöhte sich deutlich um 302 Mio. EUR und war vor allem getrieben durch ein verbessertes Finanzanlageergebnis, welches im Wesentlichen auf den Wegfall von Abschreibungen im Zusammenhang mit Griechenland im Vorjahr zurückzuführen ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die LBBW beim Abbau der Risikoaktiva weiter vorangekommen; diese nahmen um 11,9 Mrd. EUR auf 95,8 Mrd. EUR ab. Das Credit-Investment-Portfolio (inkl. Garantieportfolio) ging nominal um rund 15 Mrd. EUR auf nunmehr 22 Mrd. EUR zurück. Es wurde ein signifikanter Rückgang von Forderungen gegenüber Finanzinstituten, Unternehmen und öffentlichen Haushalten der von der europäischen Schuldenkrise besonders betroffenen Länder (PIIGS) verzeichnet. Durch den Risikoabbau verbesserten sich die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen im LBBW-Konzern per Ende Dezember 2012 deutlich. Die Kernkapitalquote stieg um 2,4 %-Punkte auf 15,3 % (Vorjahr: 12,9 %), die Gesamtkennziffer nach SolvV um 2,5 %-Punkte auf 19,7 % (Vorjahr: 17,2 %). Die Finanzlage des Konzerns war im gesamten Berichtsjahr aufgrund der guten Liquiditätsausstattung stets entspannt. Der LBBW-Konzern war zu jeder Zeit in der Lage, im gewünschten Umfang Refinanzierungsmittel zu beschaffen. 51

14 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Ertragslage Veränderung 2011/ ) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Zinsergebnis ,5 Provisionsergebnis ,1 Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten 2) Sonstiges betriebliches Ergebnis 3) Nettoergebnis ,5 Risikovorsorge im Kreditgeschäft ,6 Finanzanlage-, at Equity- und EAV-Ergebnis Verwaltungsaufwendungen ,7 Operatives Ergebnis ,0 Garantieprovision Land Baden-Württemberg ,3 Wertminderung Goodwill ,0 Restrukturierungsergebnis ,3 Konzernergebnis vor Steuern >100 Ertragsteuern ,0 Konzernergebnis > 100 1) Nach der Berücksichtigung von Anpassungen gem. IAS 8 (siehe Note 2). 2) Dieser Posten umfasst neben dem Handelsergebnis i. e. S. auch das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Fair-Value-Option und das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen. 3) Das Ergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wird als Teil des sonstigen betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Das Zinsergebnis fiel gegenüber dem Vorjahr um 241 Mio. EUR auf 2057 Mio. EUR. Dies war im Wesentlichen auf den weiteren Abbau verzinslicher Volumina sowie niedrigere Zinserträge aus Eigenanlagen infolge des im Jahresverlauf nochmals gesunkenen Zinsniveaus zurückzuführen. Des Weiteren konnten positive Einmaleffekte im Vorjahr nicht in ähnlicher Größenordnung wiederholt werden. Positiv hingegen wirkten sich mit rund 187 Mio. EUR geänderte Schätzungen der Zins- und Tilgungs- Cashflows bei Stillen Einlagen und Genussrechten aus. Dies ist vorwiegend auf den Wegfall von Zins- Cashflows (Nachholungen) bei den am 1. Januar 2013 gewandelten Stillen Einlagen zurückzuführen. Das Provisionsergebnis blieb mit 514 Mio. EUR hinter dem Vorjahreswert in Höhe von 536 Mio. EUR zurück. Der Rückgang war überwiegend auf die Abnahme des Provisionsergebnisses im Wertpapierund Depotgeschäft mit 13 Mio. EUR zurückzuführen. Zudem fielen Einmaleffekte aus Vermittlungstätigkeiten um 8 Mio. EUR geringer aus als im Vorjahr. Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 57 Mio. EUR auf 24 Mio. EUR. Neben Wertaufholungen bei bonitätsinduzierten Geschäften in Höhe von 305 Mio. EUR (insbesondere bei auf Kreditderivate wirkende Spreadeinengungen in Bankund Staatsadressen) wurden vor allem positive Ergebnisbeiträge auf der Grundlage kundenbezogener Transaktionen im Bereich Geldhandel, Wertpapiere und Zinsderivate erwirtschaftet. Hohe Belastungen 52

15 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN durch vorgenommene Bewertungsanpassungen (Valuation Adjustments für Marktparameter, Kontrahentenrisiken und Rechtsrisiken) in Höhe von 219 Mio. EUR verhinderten hingegen ein noch besseres Gesamtergebnis. Zudem wurden Bewertungsanpassungen bei Derivaten in Höhe von 161 Mio. EUR realisiert. Zins- und Währungsschwankungen führten zu sehr volatilen Bewertungsergebnissen im Jahresverlauf. Dies betraf vor allem die Bewertungsergebnisse von Cross Currency Swaps, die der Absicherung von Währungsrisiken dienen. Auf Jahresbasis schlug sich dies mit 95 Mio. EUR nieder. Ebenso belastete die Bewertung der eigenen Bonität (Own Credit Spread) das Fair-Value-Ergebnis mit 144 Mio. EUR. Das Sonstige betriebliche Ergebnis reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 227 Mio. EUR auf 33 Mio. EUR. Neben der Zuführung zu Rückstellungen für Rechtsrisiken trugen geringere laufende Ergebnisbeiträge und der Wegfall von Einmaleffekten infolge der Veräußerung des Wohnimmobilienportfolios der LBBW Immobilien GmbH zu dem Ergebnisrückgang bei. Die Kreditrisikovorsorge zeigte sich weiterhin moderat und lag mit 143 Mio. EUR in etwa auf Vorjahresniveau. Das Finanzanlage-, at Equity- und EAV-Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 716 Mio. EUR auf 135 Mio. EUR signifikant. Den erheblichen Ergebnisbelastungen im Vorjahr, die infolge der südeuropäischen Staatenkrise entstanden waren, standen im laufenden Jahr keine vergleichbaren Aufwände entgegen. Das Ergebnis aus Wertpapieren betrug im Berichtsjahr 66 Mio. EUR. In dem Ergebnis enthalten sind Wechselkursveränderungen und Kurserholungen von Wertpapieren, die sich unter dem Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg befinden. Hierbei verringerte sich der Erstattungsanspruch aus der Garantie des Landes Baden-Württemberg um 17 Mio. EUR (Vorjahr: 37 Mio. EUR). Demgegenüber standen Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen in Höhe von 172 Mio. EUR (Vorjahr: 276 Mio. EUR) sowie Ergebnisbeiträge aus at Equity bilanzierten Beteiligungsunternehmen in Höhe von 55 Mio. EUR (Vorjahr: 1 Mio. EUR). Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 133 Mio. EUR auf 1860 Mio. EUR. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war eine Erhöhung der anderen Verwaltungsaufwendungen um 80 Mio. EUR. Maßgeblich verursacht war dies durch die um 35 Mio. EUR auf 92 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Bankenabgabe. Daneben lagen die Aufwendungen für den IT-Betrieb sowie Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit IT-Projekten um insgesamt 45 Mio. EUR über dem Vorjahr. Hierfür waren die in Mehrjahresprojekten beinhalteten Vorbereitungen auf regulatorische und rechnungslegungsbezogene Anforderungen (insbesondere Basel III, IFRS-Standardänderungen etc.) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der konzernweiten Gesamtbanksteuerung ursächlich. Unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die Garantieprovision des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 305 Mio. EUR und eines Restrukturierungsergebnisses in Höhe von 10 Mio. EUR ergab sich ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 399 Mio. EUR (Vorjahr: 86 Mio. EUR). 53

16 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Für den Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 1 Mio. EUR gegenüber 20 Mio. EUR im Vorjahr auszuweisen. Hierbei lag die effektive Steuerquote deutlich unter der Konzernsteuerquote. Einem Steueraufwand aus einer Wertberichtigung auf latente Steuern stand im Wesentlichen ein Steuerertrag aus der Auflösung gebildeter Rückstellungen im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Abschluss einer steuerlichen Auseinandersetzung im Ausland gegenüber. Nach Steuern belief sich das Konzernergebnis auf 398 Mio. EUR (Vorjahr: 66 Mio. EUR). Davon entfallen 1 Mio. EUR auf die Minderheitenanteile, den LBBW-Eigentümern sind 399 Mio. EUR zuzurechnen. Vermögens- und Finanzlage ) Veränderung 2011/2012 Aktiva Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Barreserve ,3 Forderungen an Kreditinstitute ,0 Forderungen an Kunden ,4 Risikovorsorge ,9 Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 2) ,0 Finanzanlagen und Anteile an at Equity bilanzierten Unternehmen ,7 Aktivisches Portfolio-Hedge-Adjustment ,5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen ,6 Immaterielle Vermögenswerte ,5 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ,0 Sachanlagen ,3 Laufende Ertragsteueransprüche ,3 Latente Ertragsteueransprüche ,5 Sonstige Aktiva ,6 Summe der Aktiva ,8 1) Nach der Berücksichtigung von Anpassungen gem. IAS 8 (siehe Note 2). 2) Dieser Posten umfasst neben den Handelsaktiva auch die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten sowie die der Fair-Value-Option zugeordneten finanziellen Vermögenswerte. 54

17 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN ) Veränderung 2011/2012 Passiva Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ,5 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden ,4 Verbriefte Verbindlichkeiten ,0 Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen 2) ,9 Passivisches Portfolio-Hedge-Adjustment ,7 Rückstellungen ,5 Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen ,0 Laufende Ertragsteuerverpflichtungen ,5 Latente Ertragsteuerverpflichtungen ,8 Sonstige Passiva ,3 Nachrangkapital ,8 Eigenkapital ,7 Stammkapital ,0 Kapitalrücklage ,0 Gewinnrücklage ,7 Sonstiges Ergebnis ,4 Bilanzgewinn/-verlust > 100 Nicht beherrschende Anteile ,5 Summe der Passiva ,8 Bürgschafts- und Gewährleistungsverpflichtungen ,8 Unwiderrufliche Kreditzusagen ,1 Geschäftsvolumen ,1 1) Nach der Berücksichtigung von Anpassungen gem. IAS 8 (siehe Note 2). 2) Dieser Posten umfasst neben den Handelspassiva auch die negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten sowie die der Fair-Value-Option zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten. 55

18 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Geschäftsvolumen. Das Geschäftsvolumen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 36,6 Mrd. EUR bzw. 9,1 % auf 365,2 Mrd. EUR ab. Die Konzernbilanzsumme der LBBW reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 36,7 Mrd. EUR auf 336,3 Mrd. EUR. In dem Rückgang spiegelt sich im Wesentlichen der planmäßige Abbau von Volumina und Risiken wider. Auf der Aktivseite war der Volumenrückgang maßgeblich durch einen Rückgang bei den Forderungen an Kunden um 6,6 Mrd. EUR sowie bei den Forderungen an Kreditinstitute um 9,5 Mrd. EUR bestimmt. Ebenso reduzierten sich die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte um 5,8 Mrd. EUR sowie die Finanzanlagen um 10,7 Mrd. EUR signifikant. Auf der Passivseite nahmen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 13,6 Mrd. EUR, die verbrieften Verbindlichkeiten um 10,1 Mrd. EUR sowie die Erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen um 17,5 Mrd. EUR ab. Dabei waren die Bilanzpositionen Forderungen und Verbindlichkeiten an bzw. gegenüber Kreditinstituten und Kunden durch die Umgliederung von Kontrahenten maßgeblich beeinflusst. Zum Jahresende lag das Nominalvolumen der Derivate mit 1906 Mrd. EUR um 16,5 % unter dem Wert des Vorjahres (2283 Mrd. EUR). Aktivgeschäft. Der Bestand der Barreserve reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresultimo stichtagsbedingt um rund 2,9 Mrd. EUR auf 2,9 Mrd. EUR. Die Forderungen an Kreditinstitute reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 9,5 Mrd. EUR auf 50,1 Mrd. EUR. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem gesunkenen Bestand an Kommunalkrediten in Höhe von 6,1 Mrd. EUR sowie an Wertpapierpensionsgeschäften in Höhe von 3,6 Mrd. EUR. Die Veränderung bei den Wertpapierpensionsgeschäften wurde dabei durch die Umgliederung von Kontrahenten in die Forderungen an Kunden in Höhe von rund 0,7 Mrd. EUR beeinflusst. Die Forderungen an Kunden verringerten sich um 6,6 Mrd. EUR auf 117,2 Mrd. EUR. Unter Einbezug der zum Stichtag vorgenommenen Bestandsumgliederung von Kontrahenten in Höhe von 0,7 Mrd. EUR gingen die Forderungen an Kunden um insgesamt 7,3 Mrd. EUR zurück. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus niedrigeren Beständen bei Hypothekendarlehen und Kommunal krediten in Höhe von insgesamt 7,1 Mrd. EUR sowie aus niedrigeren Beständen bei Geldhandels- und Wertpapierpensionsgeschäften in Höhe von insgesamt 1,9 Mrd. EUR. Die Erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte verminderten sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich um 5,8 Mrd. EUR auf 110,5 Mrd. EUR. Die Marktwerte der Derivate waren zunächst infolge des Übertrags von Derivaten auf einen zentralen Abwickler und der anschließenden Aufrechnung in Höhe von 8,0 Mrd. EUR rückläufig. Des Weiteren wurden im Jahre 2012 Derivate im Marktwert von 7,5 Mrd. EUR geschlossen. Kompensierend wirkte die Erhöhung der Marktwerte der Zinsderivate infolge des gesunkenen Zinsniveaus. Weiterhin erhöhte sich der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren um rund 1,0 Mrd. EUR. 56

19 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Der Bestand an Finanzanlagen und Anteilen an at Equity bilanzierten Unternehmen verminderte sich gegenüber dem Jahresende 2011 um 10,7 Mrd. EUR auf 53,1 Mrd. EUR und resultierte insbesondere aus Fälligkeiten sowie Abgängen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Anleihen und Schuldverschreibungen, welche u. a. aus dem weiteren Rückgang des Credit-Investment-Portfolios herrührten. Refinanzierung. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verzeichneten gegenüber dem 31. Dezember 2011 einen Rückgang in Höhe von 13,6 Mrd. EUR auf 64,2 Mrd. EUR. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem gesunkenen Bestand an Wertpapierpensionsgeschäften in Höhe von 13,7 Mrd. EUR und zurückgegangenen Geldmarktgeschäften in Höhe von 0,7 Mrd. EUR. Wesent lichen Anteil an dem hohen Rückgang von Wertpapierpensionsgeschäften haben Bestandsumgliederungen von Kontrahenten in die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 7,3 Mrd. EUR. Bereinigt um diese Umgliederungen wäre die Bilanzposition Verbindlichkeiten gegenüber Kredit instituten insgesamt um 6,3 Mrd. EUR zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden als wesentliche Refinanzierungssäule stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Mrd. EUR auf 85,3 Mrd. EUR an. Der Anstieg war im Wesentlichen getrieben durch die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Wertpapierpensionsgeschäften in Höhe von 8,8 Mrd. EUR und beeinhaltet im Wesentlichen die Umgliederung von Kontrahenten in Höhe von 7,3 Mrd. EUR. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Bestand an öffentlichen Namenspfandbriefen um 2,7 Mrd. EUR bzw. Schuldscheindarlehen um 1,1 Mrd. EUR. Bereinigt um die vorgenannten Umgliederungseffekte wäre die Bilanzposition Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 2,1 Mrd. EUR zurückgegangen. Eine weitere wichtige Refinanzierungssäule, die Verbrieften Verbindlichkeiten, wiesen zum Jahresende 2012 einen Bestand von 61,6 Mrd. EUR auf und damit eine Reduktion gegenüber dem Vorjahr von 10,1 Mrd. EUR. Einem leichten Anstieg bei Hypothekenpfandbriefen in Höhe von 1,1 Mrd. EUR standen Rückgänge bei öffentlichen Pfandbriefen in Höhe von 7,2 Mrd. EUR sowie bei Sonstigen Schuldverschreibungen in Höhe von 4,2 Mrd. EUR (vor allem Inhaberschuldverschreibungen und strukturierte Emissionen) gegenüber, was im Wesentlichen auf Tilgungen bzw. Fälligkeiten zurückzuführen war. Die Erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Mrd. EUR auf 99,7 Mrd. EUR. Analog zu den Erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Vermögenswerten war der Derivatebestand zunächst infolge des Übertrags von Derivaten auf einen zentralen Abwickler und der anschließenden Aufrechnung in Höhe von 8,0 Mrd. EUR rückläufig. Des Weiteren wurden im Jahr 2012 Derivate im Marktwert von 7,5 Mrd. EUR geschlossen. Darüber hinaus ist der Rückgang durch niedrigere Bestände aus Geldmarktgeschäften in Höhe von 6,9 Mrd. EUR begündet. Kompensierend wirkte sich auch hier die Erhöhung der Marktwerte der Zinsderivate infolge des gesunkenen Zinsniveaus aus. 57

20 GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM LBBW-KONZERN Die Liquiditätsausstattung im Geschäftsjahr war stets entspannt und die Anforderungen der Liquiditätsverordnung wurden im Berichtsjahr jederzeit eingehalten. Die Zahlungsfähigkeit war im LBBW-Konzern auf 90-Tage-Sicht auch unter den Annahmen von schwerwiegenden Stressszenarien jederzeit sichergestellt. So zeigten die definierten Stresstests zum Jahresende, dass das Refinanzierungspotenzial bei Notenbanken und am Markt auch nach Eintritt des jeweiligen Szenarios über dem Refinanzierungsbedarf lag. Die Steuerung bestehender Fälligkeitsinkongruenzen in den mittleren und längeren Laufzeiten erfolgte im Rahmen der Fundingplanung. Während über das Limitsystem für den maximalen Refinanzierungsbedarf aufgrund von Fälligkeiten aus dem Geschäftsbestand auf Sicht von fünf Tagen, drei Monaten sowie zwölf Monaten feste Limite vorgegeben wurden, war aufgrund der Vorgabe der Diversifikation auf eine ausgeglichene Struktur in Bezug auf die verwendeteten Produkt- und Investorengruppen zu achten. Der LBBW-Konzern war zu jeder Zeit in der Lage, im gewünschten Umfang Refinanzierungs - mittel über den Markt zu beschaffen. Eigenkapital. Das in der Bilanz zum 31. Dezember 2012 ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich zum Jahresende 2012 um 8,7 % beziehungsweise 822 Mio. EUR auf 10,3 Mrd. EUR. Die Neubewertungsrücklage stieg im Berichtszeitraum um 783 Mio. EUR, wohingegen die Gewinnrücklage aufgrund des gesunkenen Diskontierungszinssatzes für Pensionsverpflichtungen mit 356 Mio. EUR belastet wurde. Das Konzern - gesamtergebnis im Geschäftsjahr betrug 824 Mio. EUR. Die Risikoaktiva per 31. Dezember 2012 sanken gegenüber dem Jahresultimo 2011 um 11,9 Mrd. EUR auf 95,8 Mrd. EUR. Dies beruhte im Wesentlichen auf der Reduktion von nicht strategischem Geschäft. Das aufsichtsrechtlich anrechenbare Kernkapital nahm gegenüber dem Jahresultimo 2011 um 0,8 Mrd. EUR auf 14,7 Mrd. EUR zu. Dies beruhte im Wesentlichen auf der Wertaufholung der Stillen Einlagen aus dem Jahresüberschuss 2011 sowie dem Abbau von Beteiligungen im Finanzsektor. Kernkapital. Das Kernkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 um 839 Mio. EUR. Davon entfielen 298 Mio. EUR auf die anteilige Verwendung des Jahresüberschusses des Jahres 2011 für die Wertaufholung der im Jahr 2009 herabgesetzten Stillen Einlagen auf den Nominalbetrag. Die Veräußerung verbundener Unternehmen im Rahmen des Restrukturierungsprozesses setzt Kernkapital in Höhe von 373 Mio. EUR frei. Durch die Reduzierung der aufsichtsrechtlich definierten, hälftig dem Kern- und Ergänzungskapital zu belastenden Abzugspositionen wurde das Kernkapital um 261 Mio. EUR entlastet. Insbesondere die rückläufige Entwicklung erwarteter Verluste im Kreditgeschäft im Sinne der Solvabilitätsverordnung trug hierzu bei. Weiterhin wurden 2012 erstmals aufsichtsrechtliche Bewertungsanpassungen zur vorsichtigeren Bewertung von Handelsbuchpositionen, die über die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Wertkorrekturen hinausgehen, in Höhe von 68 Mio. EUR vom Kernkapital abgezogen. Wegen der Unterschreitung der Mindestrestlaufzeit von zwei Jahren waren zum 31. Dezember 2012 Stille Einlagen in Höhe von 26 Mio. EUR aus dem anrechenbaren Kernkapital herauszunehmen. 58

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