Elektronikkompetenz bei ZF erweitert Exklusiv-Interview mit Harald Deiss, Technischer Geschäftsführer bei ZF Electronics, Seite 14

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1 Ausgabe 6/Dezember 2010/ B Mechatronik Software Management MESSTECHNIK Effiziente Busanalyse Seite 17 INFOTAINMENT Bericht vom 1. Infotainment-Kongress Seite 26 MANAGEMENT Prozesse optimieren, Performanz steigern Seite 42 Elektronikkompetenz bei ZF erweitert Exklusiv-Interview mit Harald Deiss, Technischer Geschäftsführer bei ZF Electronics, Seite 14 Das Neuste von der electronica 2010 Seite 45

2 Frohe Weihnachten Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! PhotovoltaikProduktion AU S R Ü ST U N G P RO D U KTI O N O R G A N I S ATI O N "!! #! "! '! %! %!! $! ' )(( %! #! 21! 23! "! # #! & ' "! 43 )(' ( % % '(" & " (" + (&, ' " *! '! % % " #% %' $#%' ' September 2010 && &% EFFIZI ENZ IM HYGI EN EPROZESS (' "+% %%. %+% +% %)' "* &% &" &, )"&) ) ( "+% ) $ ** # ) % ## 0## % (% * % (&. ))! (. * % +% ), # (+%, # %% #& * "! ) ( $ ( $' )* %*# - % Das Entscheidermagazin für Verpackungsprozesse FachPack 2010: Umfassendes Angebot an Neuheiten! Seite 106! Seite 22 " Finnland: Frischer Wind aus Nordost Interview mit Dr. Peter Golz, VDMA: Die Früchte ernten Etikettendruck: Damit die Chemie stimmt ( $ (!$ )" # $$ +* " #! " $" $ )" $ # #! $ )( $ $ 1*/,, ) $% & % Fleischverpackung: '' Gemeinsam erfolgreich " ' % ) & )! $! % $ &! % "$ %& %! "&"(" & % & * % / *+( )* ) &( # $# " ") '# #"$& "!.-,- %, + ## + ( * $' ( *+( (& $" %% '$ *! " ' $ &*! & ( & + & "! % $ $! " "! " $ %!! % ' &* "!&$" '&" & "! "$!& " ' $ *'# & & "!% +, &' $ '* % #' % ' $# 10 # (%#! %,( 0/ '! % % )# & *$%!& %) 22 Seite 26 Seite 70 & $' '$% & & %.! "$ (! 1/ Ø " $ %% " '% "! & '! Seite 36 " " $# SPS/IPC/Drives bis Elektrische Automatisierung + Antriebstechnik 11/2010 elektronik Messevorschau Gerd Hoppe, Beckhoff: Konsequenter umsetzen SPS/IPC/Drives 2010 Schauplatz Nürnberg Sicher kreuzen B30522 November 2010 Einzelpreis 12,50 Deutschland-Ausgabe Fertigungstechnik Ausdehnungsarme Leiterplatten mit mineralischen Füllstoffen sind fit für HF-Anwendungen Seite 52 Interview Lothar Leder: Die Motivation des Ironman Automatisierungslösungen für sichere Bahnübergänge Das D+A+CH-Magazin von Profis für Profis Leistungsbauteile Welche Mosfets eignen sich für die Gleichstromlasten mobiler Geräte? Die FOM entscheidet Seite 26 Gipfelgespräch Windkraft Das Wärmemanagement entscheidet: Leistungsmodule leben länger mit Flüssigkeitskühlung Seite 62 Memory-Meister ANLAGEN APPARATE VERFAHREN MESSTECHNIK UMWELTTECHNIK p $ $ #! " ) $ $! " "#! #$! "# #$!% # "! (!" $ "" $#' *!! "!$ $! "!! #$ " "!$ 1110 Bildquelle: Pilz NAND-Flash-Technik für EmbeddedApplikationen und mobile Geräte Seite 16 IEE rives IPC/D 0 14 SPS/ der Stand auf lle 9, in Ha! $ # $" "! $ # $! # " " (&%$! % (+ & $ # $( "! $( & ( %$ *%$ )$!( %$ " (-(,!")' * $( &* + # ( % $ $! & ' $( & )(%#%( * * ' %$ $ $ %$ ( 5/ #! "! " & ) + ' & ' ) # & ' $ %$ (-( )! % " ( /. 5/ Hüthig GmbH Im Weiher 10 D Heidelberg Tel /489-0 Fax 06221/

3 IMPRESSUM 8. Jahrgang ISSN: IHRE KONTAKTE: Redaktion: Telefon: / , Fax: -482 Anzeigen: / , Fax: -482 Abonnement- und Leser-Service: Telefon: 06123/ , Fax: 06123/ REDAKTION Chefredaktion: Dipl.-Ing. Siegfried W. Best (sb), (v.i.s.d.p.) Tel.: 06221/ , Redaktion: Dipl.-Ing. Alfred Vollmer (av), Tel.: 089/ , Dipl.-Ing. Hans Jaschinski (jj) Tel.: 06221/ , Assistenz: Inge Breutner Tel.: 06221/ , ANZEIGEN Anzeigenleitung: Andreas Bausch, Tel.: 06221/ , Mediaberater Österreich: Hagen Reichhoff, Tel.: 06221/ Anzeigendisposition: Martina Probst, Tel.: 06221/ , Sonderdruckservice: Inge Breutner Tel.: 06221/ , Zur Zeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 9 vom VERLAG Hüthig GmbH Im Weiher 10, Heidelberg Tel.: 06221/489-0, Fax: 06221/ Amtsgericht Mannheim HRB Geschäftsführung: Fabian Müller Verlagsleitung: Rainer Simon Vertrieb: Stefanie Ganser Produktmanager Online: Philip Fischer Leser-Service: Tel.: 06123/ , Fax: 06123/ Abonnement-Service: Tel.: 06123/ , Fax: 06123/ Leitung Herstellung: Horst Althammer Art Director: Jürgen Claus Layout: Susanne Brenneis, Cornelia Roth Satz und Litho: abavo GmbH, Nebelhornstr. 8, Buchloe Druck: Kessler Druck + Medien, Michael-Schäffer-Straße 1, Bobingen Erscheinungsweise: 6x jährlich Bezugsbedingungen/Bezugspreise 2010 (unverbindliche Preisempfehlung): Jahresabonnement (inkl. Versandkosten) Inland 98, Ausland 113. Einzelheft (zzgl. Versandkosten) 19. Der Studentenrabatt beträgt 35%. Kündigungsfrist: jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende. Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. Copyright Hüthig GmbH 2010, Heidelberg. Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichung kann trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion, vom Verleger und Herausgeber nicht übernommen werden. Die Zeitschriften, alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen, sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. 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Ailinger, MarCoMedia GmbH, Obereichliweg 31, CH-6405 Immensee, Tel.: , Fax: , USA und Kanada: Marion Taylor-Hauser, Max-Böhm-Ring 3, Eckersdorf, Tel.: , Fax: , Angeschlossen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW), (Printed in Germany) Datenschutzhinweis: Ihre Angaben werden von uns für die Vertragsabwicklung und für interne Marktforschung gespeichert, verarbeitet und genutzt und um von uns und per Post von unseren Kooperationspartnern über Produkte und Dienstleistungen informiert zu werden. Wenn Sie dies nicht mehr wünschen können Sie dem jederzeit mit Wirkung für die Zukunft unter widersprechen. FIRMENVERZEICHNIS A M M Z Atmel Automotive, Heilbronn 12 Audi, Ingolstadt 8 Bosch, Robert, Stuttgart 9 Bosch, Robert, Reutlingen 47 Conductix-Wampfler, Weil/Rhein 11 Daimler, Stuttgart 11 dspace, Paderborn 10, 13 Eberspächer Electronics, Göppingen 17 ETAS, Stuttgart 4. US, 50 Freescale Semiconductor, München 35, 50 Getac, Düsseldorf 35 Gigatronik, Stuttgart 20 Hard & Soft, Reutlingen 23 Hirschmann Car Communication, Neckartenzlingen 29 International Rectifier, Neu-Isenburg 35 Johnson Controls-Saft, Hannover 36 MeasX, Mönchengladbach 22 Mentor Graphics, München 8 Micronas, Freiburg 29 Microsemi, Neufahrn 35 NDS c/o Volkswagen, Wolfsburg 30 NXP, Hamburg 35 PTR Messtechnik, Werne 19 Renesas Electronics, Ratingen 7,34 Rohm Semiconductor, Willich-Münchheide 35 Schaffner-Gruppe, CH- Luterbach 11 Secunet Security Networks, Essen 32 Silicon Labs, Hallbergmoos 29 Softing, Haar 5 TDK-EPC, München 50 Vector Consulting, Stuttgart 42 Wöhrle electronic, Steinenbronn 38 ZF Electronics, Friedrichshafen 14 ZMDI Zentrum Mikroelektronik, Dresden 40 ZVEI, Frankfurt 6, 45, 48 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember

4 Messen auf der Überholspur ETAS Group ETAS ist ein verlässlicher Partner, wenn es darum geht, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Garantiekosten im späteren Serieneinsatz zu reduzieren. Ein komplettes Spektrum standardisierter Entwicklungs- und Diagnosewerkzeuge umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Steuergeräts im Fahrzeug von der Entwicklung bis hin zum Service in der Werkstatt. ES720 Drive-Rekorder für die Fahrzeugentwicklung und Systemapplikation Der universelle Drive-Rekorder ES720 wird bei einer Vielzahl von Aufgaben im Fahrversuch zur Aufzeichnung von Messdaten eingesetzt. Das ES720-Modul ist nahtlos in das INCA-Messsystem integriert. Leistungsfähig, kompakt und fahrzeugtauglich Schnelle Betriebsbereitschaft Zeitsynchrone Erfassung der Messdaten von Steuergeräten, Fahrzeugbussen, Prototypingsystemen und Messmodulen PC-basiert und flexibel an kundenspezifische Anforderungen anpassbar Automatische Übertragung von Statusinformationen, Mess- und Konfigurationsdaten ETAS GmbH Borsigstraße Stuttgart Telefon Telefax

5 STANDPUNKT So kryptisch und vielfältig wie das Wortspiel in der Überschrift sind auch die Herausforderungen, vor denen unsere Branche derzeit steht: Manche sehen diese Challenges revolutionär, manche als natürlichen Evolutionsschritt, für andere kommen sie eher einer Revolte gleich, aber alle sind sich einig, dass die in Volt gemessene elektrische Spannung im Antriebsstrang schon (sehr) bald eine aktive Rolle bei der Traktion spielen wird. Als ich (Alfred Vollmer) vor knapp zwei Jahren mein Editorial zum Jahresbeginn 2009 unter das Thema Elektroauto: Yes we can! stellte (das Heft kam kurz nach Barack Obamas Vereidigung heraus), distanzierte sich so mancher Leser von dieser Meinung. Jetzt zeigt sich, dass diese Distanzierung eher taktischer Natur war, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit fieberhaft an dem Thema E-Mobilität arbeiten zu können. Ein deutlicheres Bekenntnis zur automobilen Welt von morgen, als es Auf dem Weg zur revol(t)ution Siegfried W. Best BMW-Chef Norbert Reithofer in der Süddeutschen Zeitung vom äußerte, kann man sich kaum vorstellen: Die Elektromobilität kommt. Für Autohersteller, die da zögern, wird es verdammt eng werden. In den letzten beiden Jahren haben wir wesentliche Grundlagen erarbeitet sowie an den Bauplänen der E-Fahrzeuge gearbeitet. Bildlich gesprochen schachtet so mancher OEM bereits die Baugrube seiner EVs aus, um dann 2011 die Fundamente zu legen und zu befestigen. Diese Fundamente müssen einen massiven EV-Basistechnologie-Keller tragen können ein Vorgang, der sicherlich bis 2012 dauert. Gleichzeitig bringen manche Automobilhersteller mit der Geschwindigkeit eines Fertighausbaus noch ein erstes E-Fahrzeug auf den Markt; man denke nur an Opel und die französischen OEMs. Die meisten deutschen Automobilhersteller setzen da doch lieber auf solide Massivbauweise, die schon immer etwas mehr Zeit beanspruchte, dafür aber im Alltag auch eine viel größere Haltbarkeit aufweist ein Grundgedanke, der neben der Standardisierung auch während den Automotive-Forumsgesprächen auf der electronica (ab Seite 45) eine wesentliche Rolle spielte. Übrigens: Die E-Mobilität spielt sich bei Audi jetzt unter einem physikalischen Dach ab (Seite 8). Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das 3. Kompetenztreffen Elektromobilität des ZVEI, das am 23. und in Köln mit der begleitenden Fachausstellung elektro:mobilia stattfinden wird, ziemlich hohe Besucherzahlen aufweisen, weil es noch vieles zu besprechen gilt. Dennoch werden wir sicherlich auch die anderen aktuellen Themen wie Sicherheit, Fahrerassistenz und Infotainment parallel zur Elektromobilität vorantreiben, zumal sich im Gesamtsystem immer wieder thematische Überschneidungen ergeben. Hans Jaschinski Alfred Vollmer Wir vom Redaktionsteam der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2011! Bild: soulflier Fotolia.com

6 INHALT SZENE Standpunkt: Auf dem Wegzur revol(t)ution 3 ZVEI-Standpunkt: Anforderungen, Trends und Chancen 6 Automotive Aktuell: News aus der Branche 8 1. FACHTAGUNG INFOTAINMENT: Das Auto als Entertainmentzentrale 26 ELECTRONICA 2010: Wie kommt der Strom ins Fahrzeug? 45 Schlüsselbauelemente für E-Fahrzeuge 48 MANAGEMENT ELEKTRONIKKOMPETENZ BEI ZF ERWEITERT Die ZF Friedrichshafen AG hat im Jahr 2009 die Cherry Corporation übernommen und führt diese als ZF Electronics GmbH weiter. AUTOMOBIL- ELEKTRONIK erkundigte sich bei Harald Deiss, Technischer Geschäftsführer bei der ZF Electronics GmbH, nach den Hintergründen und den ersten gemeinsamen Aktivitäten. 14 Titel: Exklusiv-Interview mit Harald Deiss, Technischer GF bei ZF Electronics GmbH Erweiterte Elektronikkompetenz für ZF ein großer Zugewinn 14 Exklusiv-Interview mit Thilo von Selchow, CEO bei ZMDI Erfolgreiche Ausrichtung auf energieeffiziente Produkte 40 MESSEN/TESTEN Busanalyse: Kosteneffizienz durch Individualisierung 17 Aus welchem Grund sind Konformitätsprüfungen wichtig? 20 Fahrdynamikmessungen: schnell, sicher und aussagekräftig 22 INFOTAINMENT Navigation Data Standard (NDS): Bald Industriestandard? 30 SECURITY Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser 32 BATTERIESYSTEME Wie entsteht eine Li-Ionen-Batterie? 36 EFFIZIENTE BUSANALYSE Das Mess- und Analyse-Tool Caromee leitet eine neue Ära im Bereich der Analysewerkzeuge ein, denn Caromee bietet dem Anwender ein neues Maß an Offenheit und Flexibilität. Das optimiert die Kosten und macht die Arbeit effizienter. 17 LICHTSYSTEME Umspülende Flüssigkühlung von Power-LEDs 38 PROZESSOPTIMIERUNG Prozesse optimieren - Performanz steigern 42 NEUE PRODUKTE Neue Produkte 29, 34, 35, 47, 50 Impressum/Firmenverzeichnis 3. US DAS AUTO ALS ENTERTAINMENTZENTRALE Die erste Fachtagung Infotainment war mit rund 90 Teilnehmern ein echter Erfolg. AUTOMOBIL- ELEKTRONIK war für Sie vor Ort und berichtet. 26 Der Online-Service der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK zeigt den Weg zu interessanten Applikationsschriften aus dem Bereich Automobilelektronik. Über einen -Code, eingegeben auf unserer Webseite, gelangen Sie direkt zu der Applikationsschrift. 4 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

7 Diagnosequalität ODX hilft! DTS das Diagnosesystem, das Sicherheit in Ihre Diagnose bringt VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER Wenn Apps ins Fahrzeug kommen, dann stellen sich ganz neue Fragen in punkto Security (intrinsische Datensicherheit), denn die Safety (hier: Fahrsicherheit) darf nie beeinträchtigt werden. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK zeigt, wie sich dieser Security-Aspekt umsetzen lässt. 32 PROZESSE OPTIMIEREN PERFORMANZ STEIGERN Jedes Unternehmen will seine Prozesse optimieren und die Performanz steigern. Die große Frage lautet jedoch: Wie? AUTOMOBIL-ELEKTRONIK erklärt, mit welchem Ansatz Sie Erfolg haben, und liefert zum Einstieg einen Selbsttest. 42 DTS-Venice hilft Ihnen, jederzeit schnell und fehlerfrei Diagnosedaten für Ihre Steuergeräte zu erzeugen, zu testen und zu pflegen. Die integrierte Prüffunktion testet die Daten auf Funktion und auf ODX-Konformität, aber auch die Einhaltung OEM spezifischer Vorgaben. Durch Nutzung der Komponenten der DTS Produktfamilie, z. B. DTS-Monaco, führen Sie Kommunikations- und Interpretationstests mit realen Steuergeräten schnell und einfach durch. FOCUS ELEKTROMOBILITÄT Auf der electronica 2010 veranstaltete der ZVEI zwei Podiumsdiskussionen, die jeweils von AU- TOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer moderiert wurden. Am Mittwoch ging es um das Thema Wie kommt der Strom ins Fahrzeug?, am Donnerstag um die Schlüsselbauelemente für E-Fahrzeuge. Die wichtigsten Statements finden Sie ab Seite 45 Gleich informieren! Tel.: 089/ , Automotive Electronics GmbH

8 ZVEI-STANDPUNKT Anforderungen, Trends und Chancen Dr. Rolf Becker ist Leiter des ZVEI- Arbeitskreises Technologieplattform. Er arbeitet bei der Robert Bosch GmbH im Geschäftsbereich Automotive Electronics Mit seiner Technologie-Roadmap gibt der Arbeitskreis Technologieplattform im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems einen Ausblick auf die technologische Entwicklung von elektronischen Bauelementen und Baugruppen bis zum Jahr Auf etwa 190 Seiten werden erstmals neben den technologischen Ausblicken und Prognosen auch nicht-technische Einflussfaktoren analysiert und berücksichtigt. Generell werden auf Bauteil- und Systemebene neben der Materialsubstitution aufgrund von Stoffbeschränkungen (RoHS, REACh, usw.) weiterhin die Integrationsfähigkeit, eine verbesserte Funktionalität, Miniaturisierung, steigende Komplexität und eine verbesserte Aufbau- und Verbindungstechnik wesentliche Einflüsse auf die Entwicklungen haben. Eine treibende Rolle bei der Produktion wird die Schonung von Ressourcen bei gleichzeitig optimierter Nutzung vorhandener Energien (Energieeffizienz) spielen. Zunehmende integrierte Funktionalitäten werden Standardbauelemente eher in den Hintergrund drängen. Andererseits wird versucht, auf Basis von hochflexiblen Plattformen individuelle Kundenwünsche zu erfüllen, um Kostenvorteile durch Volumenfertigung nicht zu verlieren. Als wesentliche Faktoren für zukünftige Technologieentwicklung werden sich die Priorisierung der Energie und die Verknappung der Ressourcen darstellen. Dadurch bedingt verschiebt sich der Fokus auf Leistungsbauelemente sowie das Energiemanagement elektronischer Systeme und Schaltungen. Wesentliche Tendenzen im Bezug auf Energieverbrauch und Nutzen elektrischer Energie lassen sich zum Beispiel bereits heute im Bereich der Kfz-Elektronik beobachten. Aufgrund von nicht-technischen Megatrends wird sich die Kommunikation vom reinen Informationsaustausch verstärkt in Richtung einer Unterstützung und Sicherheit bewegen. So führt beispielsweise eine zunehmende alternde Bevölkerung zwangsläufig zu Entwicklungen, die vor allem den Medizinbereich im Hinblick auf Monitoring aber auch Diagnostik revolutionieren können. Das Erfassen und Berücksichtigen von Umgebungseinflüs- sen durch Sensoren und Aktuatoren wird sich signifikant erhöhen, um angepasste und effizientere Geräte zu entwickeln. Ein anderer, nicht unwesentlicher Faktor ist die zunehmende Orientierung in Richtung Südostasien. Dies betrifft sowohl die Herstellung aber auch den Absatz in diesen Regionen. Um nicht in die Bedeutungslosigkeit abzusinken, müssen die Bedürfnisse des südostasiatischen (Massen-)Marktes in der Entwicklung mit berücksichtigt werden. Man muss sich bewusst sein, dass Europa und Nordamerika von den Bevölkerungszahlen nur eine Minderheit der Weltbevölkerung darstellen (2010: 18%). Getrieben vom Klimaschutz und der notwendigen Nachhaltigkeit wird der Einfluss an staatlichen Regulierungen (lokal, Effiziente und wettbewerbsfähige Entwicklungen können nicht separat und in einzelnen Segmenten der Elektronikindustrie erfolgen, sondern müssen die Endanwendung im Visier haben. national und international) weiter zunehmen. Die Industrie wird sich dem nicht entziehen können, so dass diese Forderungen auch Einfluss auf die Herstellung von Produkten haben werden. Effiziente und wettbewerbsfähige Entwicklungen können zudem nicht separat und in einzelnen Segmenten der Elektronikindustrie erfolgen, sondern müssen die Endanwendung im Visier haben. Bauelemente und Materialien müssen zueinander kompatibel sein und als Ganzes im Endprodukt(-gerät) zusammenwirken. Die Technologie-Roadmap liefert ein Spielfeld an technisch Machbarem. Dabei lassen sich Handlungsoptionen und Prioritäten identifizieren. So werden, ausgehend vom Stand der Technik, Aussagen über Art, Geschwindigkeit und Richtung möglicher Technologieentwicklungen formuliert. Darüber hinaus werden technische Fortschritte an ausgewählten weltweiten Megatrends gespiegelt. Die Publikation ist über den ZVEI Fachverband Electronic Components and Systems erhältlich unter 6 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

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10 AUTOMOTIVE AKTUELL E-Mobilität bei Audi: Jetzt unter einem Dach Audi hat ein neues Entwicklungs- und Prüfzentrum für elektrifizierte Antriebe am Standort Ingolstadt in Betrieb genommen. Künftig werden dort rund 840 Mitarbeiter die Themen Antrieb, Batterie und Leistungselektronik weiter vorantreiben und zwar in einer stark vernetzten Arbeitsweise. Mit dem neuen Entwicklungs- und Prüfzentrum für elektrifizierte Antriebe haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur E-Mobilität gesetzt, betont Audi- Entwicklungsvorstand Michael Dick: Die räumliche Zusammenführung der am Entwicklungsprozess beteiligten Mitarbeiter ermöglicht schnelle und effiziente Lösungswege. Audi hat in den vergangenen beiden Jahren rund 65 Millionen Euro in den Neubau mit Quadratmeter Fläche investiert. Auf insgesamt sieben Stockwerken testen die Ingenieure zunächst die einzelnen Komponenten, simulieren dann das Zusammenspiel von Antrieb, Batterie und Leistungselektronik und führen schließlich den gesamten Antriebsstrang zusammen und erproben ihn. In der Höhensimulationskammer und den Tiefkälteprüfständen werden im nächsten Entwicklungsschritt mit dem kompletten Fahrzeug Testläufe bei vielen unterschiedlichen klimatischen Bedingungen auf 4200 m Höhe und von 40 C bis +60 C getestet und freigegeben. Die Vernetzung zeigt sich nicht nur bei den Prüfständen, sondern spiegelt sich in der gesamten Architektur des Gebäudes wieder, erklärt Richard Schmidmeier, der als Projektleiter die Erweiterung des Aggregate-Centers seit dem Baubeginn im September 2008 begleitet hat. So seien die Arbeitsplätze in den neuen Büros ergonomisch, hell und weitläufig gestaltet. Zusätzlich haben die Planer sogenannte Think Tanks eingerichtet, in denen sich die Mitarbeiter spontan zusammenschließen können, um Fragestellungen zu erörtern. Der offene Charakter und die vielen Besprechungsräume vermitteln eine Spur Campus-Atmosphäre, betont Schmidmeier. Bereits im Jahr 2011 soll der Audi Q5 Hybrid auf den Markt kommen, und für Ende 2012 plant Audi, den Elektrosportwagen R8 e-tron in einer kleinen Stückzahl auf die Straße zu bringen. Link zu Audi 387AEL0610 Thermomanagement Mentor Graphics präsentiert mit FloTHERM v.9 die nächste Generation seiner 3D-Strömungssimulationssoftware (Computational Fluid Dynamics CFD) für Anwendungen im Bereich der Kühlung von Elektronik. Die neue Version verfügt nach Angaben von Dr. Erich Bürgel, General Manager der Mechanical Analysis Division bei Mentor, über die branchenweit ersten Funktionen, die Engpässe in thermischen Designs finden und Lösungen zur schnellen Entwärmung empfehlen. Dr. Bürkel erläutert die Technologie hinter der Tool-Erweiterung: Mit der zum Patent angemeldeten Technologie bietet die Flo- THERM-Software Bottleneck- und Shortcut- Bereiche, so dass Ingenieure erstmals identifizieren können wo eine Stauung des Wärmeflusses in einem Elektronikdesign auftritt und warum. Zudem ermittelt diese Technologie thermische Abkürzungen zur schnellen effizienten Lösung eines Designproblems. Mit diesen Neuerungen bietet FloTHERM den Entwicklern neue Möglichkeiten bei der Umsetzung des Wärmemanagements bereits in der Planungsphase. Details zum Einsatz des Tools in der Praxis finden Sie in der Langversion dieses Beitrags per Link zu Mentor und zur Langversion 381AEL0610 NACHRICHTEN >> Die Adam Opel GmbH hat die Änderung der Rechtsform zur AG beantragt. >> Gentex wird die automatisch abblendenden Innenspiegel für die Volvo- S60-Modelle liefern. >> PLS Programmierbare Logik & Systeme und Logic Technology haben ein paneuropäisches Distributionsabkommen unterzeichnet. >> NAVTEQ hat das den 3D-Spezialisten PixelActive übernommen. >> VDA-Präsident Matthias Wissmann wurde einstimmig für weitere zwei Jahre wiedergewählt. >> Europäische Ford-Modelle auf Basis der Focus Plattform werden künftig mit der elektrischen Zahnstangen-Lenkug (Belt Drive EPS) von TRW Automotive ausgestattet. >> Der Multi-Threaded-Core MIPS32 34K von MIPS Technologies dient als Herzstück für das Unfallvermeidungssystem C2 270 von Mobileye. >> Visteon hat einen kompakten elektrischen Kältemittelverdichter fürhybridund Elektrofahrzeuge vorgestellt. >> 60 E-Fahrzeuge des Typs Peugeot ion bringt Eon in einer eigenen Testflotte auf die Straße. >> Infineon hat für seine Mikrocontroller >> Die Neusoft Corporation, ein Anbieter den Bayerischen Staatspreis für Elektromobilität in der Kategorie Antriebstech- in China, ist jetzt Mitglied der GENIVI Al- von IT-Lösungen und Dienstleistungen nik erhalten. liance. >> Die koreanische Foundry Dongbu HiTek hat für Prozesstechnologien und IP AEC- Q100-Zertifizierungen erworben, um so verstärkt das Automotive-IC-Segment zu bedienen. >> Bang & Olufsen, Molex, Nippon Seiki, Toyoda Gosei und TTTech sind jetzt neue Mitglieder der MOST Cooperation. >> Bosch hat bereits über eine Million Denoxtronic-Systeme für Nutzfahrzeuge gefertigt. >> ZF Friedrichshafen hat Preh in der Kategorie Betriebsbedarf mit dem ZF Supplier Award ausgezeichnet. >> Knorr Bremse hat mittlerweile über 20 Millionen Scheibenbremsen ausgeliefert. >> Toyota testet den Prius Plug-In jetzt auch in China. 8 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

11 Solutions for clean and safe mobility with semiconductors, sensors and IP modules from Bosch. Share the benefits of Bosch s 40 years of experience in the development and manufacture of innovative electronic components for the automotive market. Our semiconductors, power semiconductors, and sensors cover a wide range of automotive applications. Our IP modules make the integration of communication and general functions fast and easy. For additional information go to: clean & economical safe

12 AUTOMOTIVE AKTUELL NAMEN Dipl.-Ing. Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der Alcatel-Lucent Deutschland AG, wird am dem neuer VDE-Präsident. Dipl.-Ing. Jürgen Pampel (46) ist neuer Technischer Leiter bei EcoCraft Automotive, dem Hersteller des emissionsfreien elektrischen Kleinlieferwagens EcoCarrier. Avnet Abacus hat Michael Hettrich als European Asset Director benannt. Als Account Manager für den Automobilzulieferer Continental hat Stephan Büchner eine neue Herausforderung im Vertrieb bei der isystem AG angenommen. Frank-Peter Böhm hat OpenSynergy verlassen. Dr. Stefaan Sonck Thiebaut, derzeitiger CTO, und Rolf Morich, derzeitiger COO, werden die Aufgaben des CEOs gemeinsam übernehmen. Harald Oettl, der bislang Business Unit Director für Architektur und Bauwesen bei Autodesk und Mitglied der Geschäftsführung war, steht nun als Geschäftsführer an der Spitze von Autodesk in Zentraleuropa. Der FVA wählte Manfred Herrmann (Opel) zum Vorsitzenden des Arbeitskreises Elektrische Energie-Speichertechnik. Kay Seidensticker ist Geschäftsführer des neu gegründeten Ipetronik-Geschäftsbereichs Ipetec Prüfstandtechnik mit Sitz in Hamburg. Partnerprogramm für dspace TargetLink dspace hat ein Partnerprogramm rund um die modellbasierte Entwicklung von Steuergeräte-Software mit dem Seriencode-Generator TargetLink ins Leben gerufen. Die Produkte der am Programm teilnehmenden Partnerfirmen ergänzen und erweitern TargetLink. Anwender erhalten damit zusätzliche Unterstützung für ein effizientes, modellbasiertes Entwicklungsvorgehen. TargetLink-Produktmanager Michael Beine erklärt: Wir setzen gezielt auf Partnerschaften, um unseren Kunden eine vollständige Werkzeugkette anbieten zu können, basierend auf Best-in-Class-Lösungen, die alle nahtlos mit TargetLink zusammenspielen. Die Produkte unserer Partner bieten dabei Lösungen in angrenzenden Bereichen wie modellbasiertes Testen und automatische Modellüberprüfung und unterstützen beispielsweise auch eine standardkonforme Entwicklung von sicherheitsrelevanten Anwendungen. Als TargetLink Strategic Partner mit an Bord sind die Firmen BTC Embedded Systems AG sowie die Model Engineering Solutions GmbH. Als TargetLink Partner beteiligen sich bereits die Firmen PikeTec GmbH, Aktuelle TargetLink-Partner Reactive Systems Inc., die AFT Atlas Fahrzeugtechnik GmbH sowie Emerge-Engineering. Test und Transport von Li-Ionen-Batterien Ihre eigenen Produkte auf Herz und Nieren prüfen lassen können Hersteller und Anbieter von Lithium-Ionen-Zellen/-Akkus im neuen Testlabor, das die batteryuniversity.eu mit Unterstützung des BMZ Batterien-Montage-Zentrum in Karlstein in Betrieb genommen hat. In der Einrichtung, eine der modernsten ihrer Art in Europa, lassen sich Zellen bei 0 bis 5 V mit bis zu 10/120 A sowie Akkus bei 0 bis 60 V mit bis zu 200 A beziehungsweise bis 12 kw testen. Batteryuniversity.eu bietet darüber hinaus auch die Durchführung kompletter UN-Transport-Tests inklusive fachlicher Link zum TargetLink Partner Progam von dspace 382AEL0610 Unterstützung bei einem eventuell notwendigen Re-Design des Akku-Packs und der Ausstellung der für den Transport von Lithium-Ionen-Zellen beziehungsweise Akkus mit den notwendigen Gutachten und Zertifikate an. Ausführliche Details zu Sicherheitsstandards, Transportbestimmungen, Testreihen und Regelungen finden Sie in der Langversion dieses Beitrags. SB LiMotive beginnt Batteriefertigung SB LiMotive hat im koreanischen Ulsan eine neue Fabrik für die Fertigung von Lithium- Ionen-Batteriezellen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge offiziell in Betrieb genommen. Nach der Grundsteinlegung im September 2009 wurde die Fertigung in Ulsan binnen neun Monaten aufgebaut. Die Produktionsfläche ist rund Quadratmeter groß. Die Produktion startet mit Batteriezellen für Vorserienprojekte. Im kommenden Jahr Link zur Langversion 383AEL0610 beginnt dann die Großserienfertigung. Bis 2015 will SB LiMotive die Kapazität der Zellenfertigung auf gut vier Gigawattstunden pro Jahr hochfahren ausreichend für rund Elektrofahrzeuge. Weitere Details finden Sie in der Langversion. Link zur Langversion 385AEL AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

13 AUTOMOTIVE AKTUELL Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat ein Forschungsprojekt zum induktiven Laden von Elektrofahrzeugen auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Förderprojekts erforschen die beteiligten Partner, die Conductix-Wampfler AG in Weil am Rhein sowie die Daimler AG in Stuttgart die technische Realisierbarkeit eines komfortablen Ladesystems mit hohem Wirkungsgrad und die Potenziale des kabellosen Ladens für automobile Anwendungen. Beim kontaktlosen, induktiven Laden verläuft das Aufladen der Batterie dagegen deutlich einfacher: Der Ladevorgang startet automatisch, sobald das für das induktive Laden ausgerüstete Fahrzeug auf einem entsprechenden Ladepunkt abgestellt wird. Diese induktiven Ladepunkte lassen sich völlig unsichtbar und vandalismussicher im öffentlichen Raum wie beispielsweise in Parkhäusern und Parkflächen integrieren. Eine Realisierung für Privathaushalte ist ebenfalls möglich. Das induktive Laden erfordert keinerlei Bedienung durch den Fahrer, wenn man von einmal getroffenen Voreinstellungen absieht, die unter anderem die gewünschten Stromtarife und Reichweiten berücksichtigen. Die Energieübertragung erfolgt induktiv über den Luftspalt zwischen der fest installierten Bodenspule und der Spule im Fahrzeugunterboden ähnlich wie bei einem Transformator. Die Elektronik der Bodenspule erkennt die korrekte Position des Fahrzeugs automatisch und tauscht über eine Nahfeldkommunikation alle für den Ladevorgang notwendigen Informationen mit dem Fahrzeug aus. Durch den Automatismus beim kabellosen Laden können bei entsprechender Infrastruktur mehr Ladevorgänge bei geringerer Ladestrommenge durchgeführt werden und dadurch zu einer längeren Batterielebensdauer führen. Der Fahrzeughersteller integriert die von den Partnern entwickelten fahrzeugseitigen Komponenten des kabellosen Ladesystems mechanisch und elektrisch in das Elektrofahrzeug und erprobt das System unter praxisgerechten Einsatzbedingungen. Das Hauptziel des Verbundprojekts Kabelloses Laden ist ein fahrzeugtaugliches Ladesystem mit hohem Wirkungsgrad und Komponenten mit möglichst wenig Gewicht, Bauraum und Kosten mit besonderer Berücksichtigung aller erforderlichen Sicherheitsanforderungen. Link zu Conductix-Wampfler 397AEL0610 Schaffner liefert in EVs Die Schaffner Gruppe hat von einem großen europäischen Autohersteller einen Auftrag im unteren zweistelligen Millionenbereich zur Lieferung von Komponenten für ein Serienfahrzeug mit Elektroantrieb erhalten. Die Schaffner-Gruppe entwickelt und liefert EMVund Power Quality-Komponenten für den elektrischen Antriebsstrang im Fahrzeug (inkl. Hybride) sowie für die Ladeinfrastruktur. Link zu Schaffner 386AEL0610 Opel nimmt Reservierungen für den Ampera an Obwohl Opel noch keinen Liefertermin für den rein elektrisch angetriebenen Ampera (das europäische Pendant zum Chevrolet Volt) nennt, nimmt das Unternehmen jetzt Reservierungen an. Details zum aufschlussreichen Prozedere finden Sie in der Langversion. Link zur Langversion 384AEL0610 Baden-Baden: Elektrisches Fahren in der Praxis Die deutsche Industrie war in punkto Elektromobilität im Winterschlaf, erklärte Dr. Wolfgang Runge, Leiter der VDI-Tagung Baden-Baden Spezial während der Veranstaltung, aber mittlerweile sei die Branche mehr als aufgewacht. Entsprechend praxis- und lösungsorientiert lief auch dieser Kongress ab, der den Untertitel Elektrisches Fahren machbar machen trug. Für die 380 Teilnehmer hatte Dr. Runge sein Kongressmotto sehr pragmatisch formuliert: Die E-Mobilität kommt. Lasst uns nicht darüber reden, was nicht geht, sondern darüber, was geht. Dr. Runge ist sich sicher: Wir brauchen einen Bewusstseinswechsel in den Köpfen unserer Ingenieure. Lasst uns die Skepsis weglassen, lasst uns das machen, was machbar ist. Den Grund dafür liefert der ehemalige Leiter von ZF Lenksysteme gleich mit: Die deutsche Automobilindustrie ist gezwungen, das Thema Elektromobilität schnellstmöglich zum Massenprodukt zu machen. BMBF Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor, Abteilung Schlüsseltechnologien Forschung für Innovationen, im BMBF, erklärte dann auch: 1 Million Elektrofahrzeuge in 2020 sind sein Primär-, sondern ein Sekundärziel. Wir müssen nicht Leitmarkt, sondern Leitanbieter sein. Batterien Trotz Schwerpunktinvestitionen in die Elektrochemie wird es sicherlich ein schwieriges Unterfangen. Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe an der RWTH Aachen erklärte, warum es so schwierig ist: Bei der Produktion von Batterien sind uns die Asiaten voraus, weil sie 20 Jahre Erfahrung mit der Fertigung von Consumer-Zellen haben. Wir müssen tatsächlich auch die Maschinen zur Batteriefer- tigung erst entwickeln, wir müssen die Prozesse erst entwickeln und ausprobieren. Exakt hier sieht Prof. Sauer das große Problem: Die Zeitkonstanten sind so, dass wir die Zellen innerhalb eines Jahres nicht zerstört haben; es dauert somit sehr lange, bis wir Rückwirkungen aus der Produktion haben. Neues Denken Elektrizität sei genügend vorhanden in Deutschland, so Prof. Sauer, denn alle Fahrzeuge zusammen, die in Deutschland fahren, benötigten bei vollelektrischem Betrieb gerade einmal 17% des aktuellen deutschen Stromverbrauchs. Prof. Lukas lenkte das Thema noch in eine andere Richtung, die bereits auch von OEM-Seite mehrfach angesprochen wurde, obwohl sie bei den OEMs nicht gerade beliebt ist. Prof. Lukas: Ich glaube, wir müssen in punkto Mobilität denken und nicht nur in punkto Auto. (av) AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember

14 AUTOMOTIVE AKTUELL TERMINE 3. ZVEI-Kompetenztreffen Elektromobilität und elektro:mobilia , Köln Leistungselektronik in der Automobiltechnik , Regensburg Embedded World , Nürnberg EMV , Stuttgart Fachtagung Assistenzsysteme , Heidelberg PCIM Europe , Nürnberg Automotive Testing Expo , Stuttgart Sensor +Test , Nürnberg 15. Fachkongress Fortschritte in der Automobil-Elektronik , Ludwigsburg AES-128-Open-Source Protokoll-Stack für Wegfahrsperren Atmel hat einen kompletten Wegfahrsperren-Protokoll-Stack auf der Basis des Kryptographie-Standards AES-128 unter Open- Source-Lizenz vorgestellt. Durch die Open- Source-Lizenz können alle bei der Erstellung einer Wegfahrsperre Beteiligten innerhalb eines gesetzlich definierten Rahmens Beiträge hierzu liefern. Open Source bedeutet, dass andere IC-Hersteller, Automobilzulieferer und Kfz-Hersteller einen Beitrag zur Verbesserung des Protokolls liefern können, wobei die Bauteil-Kompatibilität beibehalten wird, erklärt Nicolas Schieli, Senior Marketing Manager für Car-Access-Produkte bei Atmel. Außerdem können andere Firmen unter den selben Lizenzbedingungen weitere Funktionen hinzufügen, um anwendungsspezifische Anforderungen zu erfüllen. Nach Angaben von Schieli ist Atmels AES-128-Immobilizer-Protocol-Stack das erste Produkt dieser Art, das unter einer offenen Lizenz erhältlich ist und somit die Kompatibilität zwischen ICs verschiedener Hersteller ermöglicht. Schieli weiter: Bei herkömmlichen Lösungen sind die erforderlichen Kommunikationsprotokoll- Schichten so genannte Closed-Source-Software oder patentiert, so dass die Automobilhersteller ihre Beschaffungsstrategie auf nur einen einzigen Lieferanten ausrichten müssen. Dies führt zu einseitigen Lieferanten-Bindungen, die sich als kontraproduktiv erwiesen haben, wenn Qualitätsprobleme auftreten. Allocation beim CEO Round-Table auf der electronica 2010 Hoher Besuch auf der electronica (v. l. n. r.): Peter Bauer, CEO von Infineon, Henri Richard, Senior Vice President Global Sales and Marketing bei Freescale, Carlo Bozotti, President und CEO von STMicroelectronics sowie Rick Clemmer, President und CEO von NXP mit Moderator Kilian Reichert. Foto: Messe München (Alex Schelbert) Das Thema Allocation kam in ungewöhlicher Form während des CEO Round-Tables auf der electronica zur Sprache. Im Rahmen einer Frage aus dem Publikum verschaffte sich ein Automotive-Kunde Luft, indem er einen der anwesenden CEOs vor den gut 400 Zuhörern persönlich ansprach, wann er denn endlich die dringend benötigten und zugesagten Bauteile liefern wolle. Nach einer direkten Antwort dieses CEOs erklärten die anderen drei Diskussionsteilnehmer einhellig und von sich heraus, dass dem Kunden diese Situation beim eigenen Unternehmen auch hätte passieren können. Statt Öl in die Wunden des Wettbewerbs zu gießen, solidarisierten sich die Top-Manager somit förmlich untereinander eine aufschlussreiche Gesamtinfo, dass die Allocation bei diversen Bauteilen bei weitem noch nicht ausgestanden ist. (av) Car Antenna Physical Layer Logical layer Protocol AES Der Wegfahrsperren-Protokoll-Stack definiert alle erforderlichen Schichten von der physikalischen Ebene bis zur AES-Crypto- Engine und adressiert somit sowohl den Autoschlüssel als auch die Basisstation auf der Fahrzeugseite. Die physikalische Ebene basiert auf dem FDX-Verfahren (Vollduplex), das von den etablierten IC-Herstellern verwendet wird, um eine Abwärtskompatibilität zu ermöglichen. Daher können auch die meisten ICs für Basisstationen und Autoschlüssel diesen Protokoll-Stack problemlos unterstützen. Durch die weitreichende Konfigurierbarkeit des Protokoll-Stacks lassen sich die kritischen Parameter im Hinblick auf die speziellen Anwendungs-Anforderungen optimieren. So können die Authentifikationsverfahren (einzelne oder gegenseitige Authentifizierung), Challenge- und Response-Längen, Datenrate und Modulation, die Anzahl der Geheimschlüssel sowie die AES-Berechnungszeit konfiguriert werden. Dies erlaubt es, eine optimale Reaktionszeit bei minimalem Kopplungsfaktor für eine gegebene Anwendung zu ermitteln, konstatiert Schieli. Weiterhin spezifiziert das Protokoll auch Schlüssel-Lernprozesse, bei denen optional ein zusätzlicher Übertragungsschlüssel zur weiteren Sicherung der Lieferkette verwendet werden kann. Dieser Mechanismus erlaubt die Verschlüsselung der ursprünglichen Paarungs -Kommunikation zwischen dem Autoschlüssel und dem Fahrzeug, die am Bandende des Autoherstellers stattfindet. Link zu Atmel Key Antenna Physical layer Logical layer Protocol AES Industry Standard Open Source Immobilizer Stack 389AEL AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

15 System Architecture Rapid Control Prototyping ECU Autocoding HIL Testing

16 TITEL Exklusiv-Interview mit Harald Deiss, Technischer GF bei ZF Electronics GmbH Erweiterte Elektronikkompetenz für ZF ein großer Zugewinn Die ZF Friedrichshafen AG hat im Jahr 2009 die Cherry Corporation übernommen und führt diese als ZF Electronics GmbH weiter. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK erkundigte sich bei Harald Deiss, Technischer Geschäftsführer bei der ZF Electronics GmbH, nach den Hintergründen und den ersten gemeinsamen Aktivitäten. Die Übernahme der Cherry Corporation und die Gründung der ZF Electronics GmbH im Jahr 2009 hatte zum Ziel, die Position der ZF Friedrichshafen AG als führenden Autozulieferkonzern weiter auszubauen. Ist dieses Ziel erreicht und mit welchen Produkten/Maßnahmen? Die Elektronik gilt seit langem als Innovationstreiber Nummer eins im Automobil. ZF ist Innovationstreiber in der Antriebsund Fahrwerktechnik. Die Akquisition der Cherry Corporation war also die logische Konsequenz, um die Elektronikkompetenz und das Know-how zur Produktion entsprechender mechatronischer Komponenten zu schärfen. Durch den Zukauf des Unternehmens unterstreicht ZF zudem die Positionierung als Anbieter von Komplettsystemen aus Elektronik und Mechanik. Die Integration der Cherry Corporation in den Konzernverbund verlief sehr erfolgreich. Bereits in diesem Jahr konnten erste gemeinsame Projekte in Serie gehen. Neben diesen konzerninternen Projekten setzt die ZF Electronics GmbH jedoch auch weiterhin auf die erfolgreichen Komponenten im Bereich Karosserie und der Sicherheit im Automobil. Mit Schaltungsträgern für Seitentürschlösser, Lenksäulenverriegelungen oder Sensor Cluster möchte ich nur einige Beispiele nennen. Unser Unternehmen beliefert mit diesen Produkten seit Jahren erfolgreich den Tier-1-Markt. Mittlerweile arbeiten wir nun weltweit auch mit mehreren OEMs als Partner im Bereich Antrieb und Fahrwerk zusammen. In Systemen von ZF wie Automatgetriebe, Wankstabilisierung und variable Dämpfungssysteme kommt Steuerungselektronik von ehemals Cherry zum Einsatz. War das ein Hauptbeweggrund, die Firma zu übernehmen? Wie gesagt, der Hauptbeweggrund, die Firma zu übernehmen, war die Stärkung der Elektronikkompetenz und damit die Positionierung als Systemkomplettanbieter, was einen Mehrwert für den Kunden darstellt. Natürlich setzen wir darauf, Synergieeffekte nutzen und Systeme aus einer Hand anbieten zu können. Aber besonders das Know-how der Entwickler vor Ort in Bezug auf Mechatronik Die Elektronik ist nach wie vor der Innovationsbringer Nummer eins im Automobil. 90% aller Innovationen im Automobil werden durch Elektronik getrieben. Harald Deiss 14 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

17 TITEL und Elektronik, aber auch die Aufbau- und Verbindungstechnik und die Organisation der Produktion konnte ZF überzeugen. Für ZF ergab sich eine Stärkung der Innovationskraft durch die Elektronikkompetenz und durch die Fertigungskompetenz. Wenn man weiß, was produktionstechnologisch an Alternativen zur Verfügung steht, und diese bereits beim Systemdesign berücksichtigt, dann hat man einen deutlichen Vorteil. Mit dem Zukauf von Cherry schärft ZF sein Profil in einem Kompetenzfeld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: Steuerungselektronik und ihre Integration. Wie ist die Situation in diesem Betätigungsfeld jetzt zwei Jahre nach der Übernahme? Es konnten bereits einige gemeinsame konzerninterne Projekte umgesetzt werden. So stellt ZF Electronics beispielsweise das Steuergerät sowie Sensoren auf MEMS-Basis für das elektrische Dämpfersystem CDC (Continuous Dumping System) von ZF Sachs. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Getriebeelektronik. Hier entwickeln wir neben elektronischen Steuergeräten für den An- und Wegbau speziell auch mechatronisch integrierte Einheiten für hohe Temperaturanforderungen bis 150 C und einer Lebensdauer von bis zu Stunden direkt im Getriebe. In diesem Feld haben Sensoren, Aktuatoren, Modulträger, Elektronik und Leistungsansteuerung eine hohe Bedeutung. Ein weiterer Fokus liegt auf der Elektrifizierung im Antriebsstrang. Die Produktstrategie von ZF stellt dabei den Kundennutzen, also die Einsparung von Kraftstoff und somit die Reduzierung der Betriebskosten ganz klar in den Vordergrund. Wir favorisieren den Parallelhybrid, bieten aber zur Erfüllung spezifischer Anforderungen wie etwa Packaging im Bereich der Stadtbusse auch serielle Hybride mit einer elektrischen Achse an. ZF Electronics unterstützt das ZF-Komplettsystem mit den Komponenten Hybridsteuerung, HyControl und zukünftig auch mit dem DC/DC- Converter. Dabei bekommen die Systemoptimierung und die Erhöhung des Wirkungsgrads immer mehr Bedeutung. Welche Aktivitäten hat ZF Electronics bei Hybridlösungen für Pkw? ZF arbeitet bereits seit über 10 Jahren an Hybridantrieben. Seitdem hat es zahlreiche Vorentwicklungsprojekte gegeben, und im Mai 2008 wurde am ZF-Sachs-Standort in Schweinfurt die erste Produktionsstätte Deutschlands zur industriellen Fertigung von Hybridantriebsmodulen eröffnet. Die Serienproduktion wurde noch im selben Jahr aufgenommen. Zwischen 2008 und 2012 liefen und laufen dort insgesamt acht Serienentwicklungsprojekte für vier Fahrzeughersteller. Hinsichtlich der Hybridlösung hat sich ZF von Beginn an klar positioniert. Aufgrund der kleineren Bauform und der damit verbundenen Kostenreduktion sehen wir die Vorteile auf Seiten des Parallelhybrids. Unsere Erfahrung in der Getriebeentwicklung und -fertigung ermöglicht es uns, im Gegensatz zu anderen Herstellern integrierte Lösungen anzubieten. Hier spielt beispielsweise das Thema Bauraum-Neutralität eine große Rolle. Doch wir fungieren nicht nur als Komplettanbieter sondern wir bieten unsere Hybridmodule auch einzeln an. Unser Hybridbaukasten besteht aus elektrischer Maschine, Kupplung, Wechsel- richter und Getriebe. Die ZF Electronics GmbH beschäftigt sich dabei im Schwerpunkt mit Lösungen für die Leistungsansteuerung. In diesem Bereich arbeiten wir eng mit Partnern und einem Expertennetzwerk zusammen. Aktuell entwickeln wir im Rahmen eines dieser Forschungsprojekte einen Bordnetzwandler für PKW und NKW. Der Zukauf der Cherry Corporation unterstreicht die Kompetenz des ZF-Konzerns für mechatronische Systeme. Elektronik und Mechanik aus einer Hand. Cherry war ein Zugewinn. Harald Deiss Welchen Weg geht ZF Electronics bei der Fahrdynamik-Regelung und im Bereich Fahrerassistenzsysteme? Zur Fahrdynamik-Regelung liefert ZF Electronics das Steuergerät sowie Sensoren auf MEMS-Basis für das elektrische Dämpfersystem CDC der ZF Sachs. In Bezug auf Fahrerassistenzsysteme arbeitet die ZF AG daran, die Komponenten im Antrieb und Fahrwerk so zu gestalten, dass Assistenzsysteme über entsprechende Schnittstellen und Architekturen der Software unterstützt und entsprechend befähigt werden. Zur Erprobung und Auslegung haben wir dazu in unserer Zentralen Technik das System iwd (Intelligent Wheel Dynamics) entwickelt und auch bereits in Fahrzeugen vorgestellt. Die Kooperation mit dem Technologiepartner Intel und die neu entwickelte Hard- und Softwareplattform Openmatics zeigt darüber hinaus unsere Entwicklung in Richtung Telematik-Anwendungen. Openmatics besteht aus einer On-Board-Unit für die Fahrzeuge und einem webgestützten Software-Portal für die Auswertung. Die eingesetzten Software-Anwendungen ( Apps ) können beispielsweise zur Unterstützung des Fuhrparkmanagements oder in Stadtbussen eingesetzt werden. Unter der Marke Cherry vertreiben sie Non-Automotive Produkte. Welchen Anteil haben diese am Gesamtportfolio von Auerbach? Die Produktmarke Cherry steht nach wie vor für unsere Produkte im Bereich der Computereingabegeräte sowie für spezielle Schalter und Steuerungen beispielsweise für die Hausgeräteindustrie. Der Gesamtumsatz des Unternehmens verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Geschäftsfelder: Automotive: 47%, Schalter und Steuerungen: 32%, Computereingabegeräte: 21%. Wie viele Firmen nutzte auch ZF das Krisenjahr 2009 zur Restrukturierung. Für 2010 verkündeten sie das Ziel, die Stammbelegschaft in Deutschland zu halten. Das Jahr ist bald vorbei, können sie das Ziel halten? Wie ist die Situation in Auerbach? AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember

18 TITEL Harald Deiss im Gespräch mit Siegfried W. Best, Chefredakteur der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK. Alle Fotos: ZF Electronics Ja, dieses Ziel wurde erreicht. Durch das Instrument der Kurzarbeit konnte die ZF Electronics GmbH die Stammbelegschaft wie angekündigt halten. Anfang des Jahres wurden die zuvor bestehenden fünf Unternehmensbereiche vier Divisionen zugeordnet. Welche Divisionen sind das, und wo findet man Auerbach in dieser neuen Organisation? Die neue Struktur richtet sich stärker an den Bedürfnissen des Marktes und der Kunden aus. Die bisherigen fünf Unternehmensbereiche werden im Sinne einer kundenorientierten Aufstellung in vier Divisionen neu gegliedert: Antriebstechnik, Fahrwerktechnik, Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik. Die ZF Electronics mit ihrem breiten Kompetenzspektrum wird zukünftig in der vierten Säule, also der Industrietechnik zu finden sein. Wie sieht die wirtschaftliche Erholung aus Sicht ZF Electronics aus? Man spricht von langen Lieferzeiten für PKW aus Deutschland. Grund sei, dass die Zulieferer nicht nachkommen. Fühlen Sie sich schuldig? Wir sind mit der Entwicklung seit Beginn des Jahres zufrieden. Unsere Umsätze liegen seit einigen Monaten deutlich über der moderaten Wachstumsplanung vom Anfang des Jahres, und aktuelle Kundenanfragen belegen, dass wir bezüglich Weiterentwicklung unseres Kompetenzprofils die richtige Richtung einschlagen haben. Die ZF Electronics GmbH kann derzeit alle Lieferverträge uneingeschränkt erfüllen. Infineons CEO Bauer unterstrich am Rande eines Symposiums der Verbände der Elektroindustrie, VDE und ZVEI, dass die Mikroelektronik für das Zukunftsprojekt Elektroauto entscheidend sei. Er bezeichnet die Absage der steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung als falsch. Wie sehen Sie das? Sollte die Elektromobilität durch Forschungsgelder oder durch Kaufanreize wie zum Beispiel in den USA gefördert werden? Weniger Subventionen in Forschung und Entwicklung zu investieren würde dazu führen, dass die Einführung neuer Technologien länger dauert. Damit wird sich die Konkurrenzsituation deutscher Anbieter auf dem internationalen Markt weiter verschärfen. Auf der anderen Seite halte ich Kaufanreize für unbedingt notwendig, um die Hürde, auf neue Technologien zu Wir setzen auf die Hybridtechnologie. Sie wird die notwendige Brücke auf dem Weg vom Verbrennungs- zum E-Motor. Harald Deiss setzen, auf Kundenseite so gering wie möglich zu halten. Hier ist die Solartechnologie meiner Ansicht nach derzeit das beste Beispiel. Kurz und gut: Man muss das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Wie sehen Sie die Entwicklung bei Hybrid und Elektrofahrzeugen in den nächsten zwei Jahren? Für die kommenden Jahre sehen wir keinen adäquaten Ersatz zum Verbrennungsmotor. Allerdings können wir beobachten, dass sich ein deutlicher Hybridtrend abzeichnet. Nach einiger Zeit der Unsicherheit im Markt wird die Hybridtechnologie zur notwendigen Brücke auf dem Weg vom Verbrennungs- zum E-Motor. Das Interview führte Siegfried W. Best, Chefredakteur der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK. Link zu ZF Electronics 400AEL AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

19 MESSEN/TESTEN Busanalyse: Kosteneffizienz durch Individualisierung Das Mess- und Analyse-Tool CAROMEE leitet eine neue Ära im Bereich der Analysewerkzeuge ein, denn Caromee bietet dem Anwender ein neues Maß an Offenheit und Flexibilität. Das optimiert die Kosten und macht die Arbeit effizienter, während gleichzeitig die Zukunftssicherheit der Investitionen sichergestellt wird. Caromee kommt an vielen Stellen der Absicherung innerhalb der Prozesskette zum Einsatz. Elektronische Systeme sind die Schlüsselelemente für neue Funktionalitäten im Fahrzeug, aber je mehr Elektronik zum Einsatz kommt, umso komplexer wird das rollende Gesamtsystem. Nur mit entsprechenden Vernetzungslösungen lassen sich die komplexen mechatronischen Systeme der Fahrzeuge von heute überhaupt noch entwickeln und verifizieren. Diese Vernetzung leitet in ihren zahlreichen Datenbahnen viele Informationen quer durch das Fahrzeug. Es handelt sich dabei um Informationen, die Rückschlüsse auf die Funktion zulassen und deshalb möglichst einfach analysiert werden sollen. Da gleichzeitig die Entwicklungszyklen immer kürzer, die Zeitpläne knapper und die Budgets kleiner werden, muss der Fahrzeugentwicklungsprozess so produktiv wie nur möglich werden, während die Entwicklungsteams zusätzlich immer mehr Aufgaben bewältigen müssen. Neben diesen Herausforderungen müssen auch die Werkzeuge zur Analyse der Fahrzeugkommunikation effektiver werden und immer mehr Soft- und Hardware-Anforderungen erfüllen, was derzeit eingesetzte Werkzeuge nur begrenzt leisten können. Die Aufgabe Von der Entwicklung und Absicherung der Steuergeräte bis zur Fahrzeugintegration und Fahrerprobung stehen die Entwickler täglich vor neuen Herausforderungen. Zum einen, weil ihre bestehenden Werkzeuge bestimmte anwendungsspezifische Funktionen wie beispielsweise ein spezielles Protokoll nicht unterstützen, oder weil es sehr lange dauert, bis der Werkzeuglieferant diese Funktion anbietet. Um keine Zeit zu verlieren, müssen die Entwickler daher mit hohem Aufwand in Eigenregie eine alternative Lösung erstellen. Oftmals arbeiten sie an einer neuen Technologie, für die es noch keine Werkzeugunterstützung gibt, da es sich für den Werkzeughersteller noch nicht lohnt, eine Lösung für diese neue Technologie anzubieten. Eventuell ist auch die Anbindung an das verwendete Tool nur mit höherem Aufwand möglich. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember

20 MESSEN/TESTEN Alle Grafiken: Eberspächer Electronics Bild 1: Im Topologie-Editor bildet Caromee die Konfiguration des Messsystems ab. Bild 2: Der JournalViewer zeigt übersichtlich die einzelnen Ereignisse. Über eine Art Zoomfunktion lässt sich die zeitliche Abfolge von Ereignissen exakt visualisieren und auch mit hoher Granularität anzeigen. Bild 3: MessageViewer mit Check-Control-Meldung Caromee. Unter Umständen streben die Entwickler aber auch nur die Nutzung von vorhandenen Messsystemen an, für die es keine Anbindung in ihrer eingesetzten Software gibt. Hat der Lieferant eines Werkzeugs dann keine Kapazitäten für Anpassungen oder verlangt auf Grund der Single-Source-Situation ein signifikant hohes Entgelt, führt dies zu Problemen bei der Umsetzung von Projekten. Die Lösung Konfrontiert mit diesen Problemstellungen hat sich vor einigen Jahren ein deutscher OEM für die Entwicklung einer eigenen Mess- und Analyse-Software entschieden. Der Anspruch war, eine möglichst leistungsfähige Basissoftware zu schaffen, die über offene Schnittstellen sowie eine schnelle und kostengünstige Anpassung an die jeweilige Aufgabenstellung verfügt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die erwarteten Ziele mit der Software vollständig erreicht werden konnten. Ein weiterer, äußerst nützlicher Aspekt war eine optimale Anpassung der Software an den realen Arbeitsablauf des Nutzers. Das Werkzeug orientiert sich dabei sehr stark am Prozess des Automobilherstellers und nicht an abstrakten Vorgaben, die die Bedienbarkeit im realen Einsatz einschränken, was die Arbeitseffizienz steigert und die Analyse der Messdaten erleichtert. Im Rahmen einer langfristigen Kooperation stellt nun Eberspächer Electronics diese Lösung unter dem Namen Caromee zur Verfügung. Außerdem wird Eberspächer Electronics die Anwendungsfelder der Software in Zukunft weiter ausbauen. Basissoftware Grundelement dieser Lösung ist eine Basissoftware, die alle notwendigen Grundfunktionen bereitstellt, wobei eine Vielzahl offener Schnittstellen dafür sorgt, dass die Software in mehrere Richtungen erweiterbar ist. Über diese Basissoftware ist zum Beispiel die Adaption verschiedener Hardware unterschiedlicher Hersteller, die Integration in bestehende Prozessketten sowie die Anbindung speziell angepasster Auswertefunktionen möglich. Die folgenden Anwendungen erläutern, wie Caromee die tägliche Messpraxis unterstützt. Logging und Auswertung von Busdaten bei der Fahrerprobung Zur Aufbereitung und Auswertung der sehr großen Datenmengen, die in Erprobungsfahrzeugen anfallen, ist ein Logging-Tool erforderlich, das die Ingenieure 18 AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Dezember 2010

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