Faszination Kommunikation

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1 Faszination Kommunikation UNSER THEMA 07 Am Anfang steht das Wort 07/13 Ausgabe 63 LEHRE&STUDIUM 17 SIM 2013 JKUNIVERSUM 27 Aktion Foodsharing gestartet Fotolia

2 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, die Universität ist dazu da, Wissen und Erkenntnisse zu fördern und zu verbreiten. Essentiell ist hierfür das Mittel der Kommunikation. Ob in Form von persönlichen Gesprächen, Telefonaten, Mails, Printpublikationen oder elektronischen Medien: Kommunikation ist eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Werkzeug der Menschheit überhaupt. Ohne sie könnten wir nichts bewegen und nichts erreichen. Rektor o.univ.prof. Dr. Richard Hagelauer Aus diesem Grund haben wir für diese Ausgabe das Thema Kommunikation als Schwerpunkt gewählt. Zum einen, weil in diesem Feld an der JKU reichlich geforscht wird; zum anderen, weil das Thema spannend ist und uns alle betrifft. Lesen Sie zum Beispiel, wie wir anhand von Computerfiguren in Zukunft besser und effizienter Sprachen lernen werden oder wie uns geschickte Kommunikation in der Werbung steuert und sich auf unser Kaufverhalten auswirkt. In den neuen CAMPUS NEWS berichten wir außerdem über den Erfolg unserer MechatronikerInnen, die einen fühlenden Roboter entwickelt haben, sowie einen wissenschaftlichen Durchbruch unserer SolarforscherInnen. Erfreulich ist, dass sich die JKU auch bei der Infrastruktur kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden in den vergangenen Wochen das Polymer Technology Center im JKU Science Park, ein neues Christian-Doppler-Labor sowie der Zubau des Instituts für Symbolisches Rechnen (RISC) eröffnet. Ich wünsche Ihnen ein kurzweiliges Lesevergnügen und einen schönen Sommer! Richard Hagelauer IN HALT UNSER THEMA 03 Sprache, Bilder und die Tricks der Werbung 04 Agenten mit eigenem Kopf die Sprachtrainer der Zukunft? 06 Computer wollen Befehle, kein Geplauder 07 Gleichberechtigung Am Anfang steht das Wort FORSCHUNG&WISSENSCHAFT 09 Internationalisierung österreichischer Familienunternehmen 10 CO 2 -Recycling: JKU-ForscherInnen an der Princeton University 11 Schreckgespenst Hochwasser Tagung klärt Rechtsfragen 12 Mechatronik-Erfolg: Preis für fühlende Roboter made in Linz 13 Volle Energie: JKU-Erfolg bei Solarforschung 15 Eröffnung des Polymer Technlogy Centers 15 Neues CD-Labor an der JKU eröffnet LEHRE&STUDIUM 17 SIM 2013 alles, was Du über Bildung wissen musst 18 Hier entsteht das Laboratorium Lifelong Learning 18 Neuberufung Prof. Fink 19 Antrittsvorlesungen von Prof. Ramlau und Prof. Rastelli JKUNIVERSUM 21 SOWI-Prämien 2013 vergeben 22 JKU räumt bei 2. OÖ Forscherinnen-Awards ab 23 Uniorchester: Was für eine Nacht! 24 JKU-Wilhelm-Macke-Award Gelungener Girls Day an der Uni 27 Aktion Foodsharing an der JKU gestartet 29 Intensive Kooperation mit der Türkei 32 Weiterbildungsprogramm next STEPS 2 CAMPUS NEWS JULI 13

3 UNSER THEMA Sprache, Bilder und die Tricks der Werbung Kommunikation hat viele Spielarten und Formen. Neben unserer Sprache an sich liefern Mimik, Gesten und vieles mehr Informationen über Inhalt und Deutung des gesprochenen Wortes. Die Campus News haben sich daher in dieser Ausgabe verschiedene Formen von Kommunikation angesehen und unter anderem Ass.Prof. Katharina Hofer (Institut für Handel, Absatz und Marketing) über die Sprache der Werbung befragt. Ass.Prof. Katharina Hofer Campus News: Wie unterscheidet sich die Sprache in der Werbung und im Marketing von der Alltagssprache? Ass.Prof. Katharina Hofer: In vielen Fällen nur wenig, damit die Kommunikationsbotschaft von den KonsumentInnen auch als authentisch wahrgenommen wird. Wenn Werbung die Sprache der KonsumentInnen spricht, identifizieren sich die KonsumentInnen eher mit der Sprache und damit auc h mit der Werbebotschaft. Wie kommuniziert Werbung sie funktioniert ja nicht nur über Worte, sondern auch Musik etc.? sächlich so verstanden werden wie vom Unternehmen beabsichtigt. Darüber hinaus ist die zielgruppengerechte Kommunikation und Sprache entscheidend, so kann zum Beispiel Jugendsprache bewusst zur Ansprache dieser Zielgruppe eingesetzt werden. Sie sind ja Expertin und kennen die Tricks sind Sie persönlich eigentlich trotzdem anfällig für Werbung? Ass.Prof. Hofer: Ich sehe Kommunikationsmaßnahmen mit einem analytischen Auge, was nicht heißt, dass Werbung bei mir nicht wirkt. Ass.Prof. Hofer: Werbung kommuniziert neben der Sprache in hohem Maße auch über Musik, Farben, Bilder oder Gerüche. Bei guten TV-Spots erkennt man zum Beispiel allein anhand der Farbgestaltung, um welches Produkt oder welche Marke es sich handelt, ohne dass der Markenname genannt wird. Bilder spielen eine ganz besondere Rolle, da sie deutlich schneller wahrgenommen und verarbeitet werden als Texte. Bilder unterliegen zudem einer geringeren kognitiven Kontrolle als Texte, und sie eigen sich hervorragend zur Emotionalisierung von Werbebotschaften. Warum wirken Werbung und Marketing, obwohl jeder weiß, dass die Aussagen oft geschönt sind? Ass.Prof. Hofer: Die Aussagen der Werbung zielen in den meisten Fällen nicht auf das rationale Verständnis der KonsumentInnen und die reine Informationsvermittlung ab, sondern es werden emotionale Inhalte vermittelt. Durch diese emotionale Aufladung werden auch die sachlichen Produkteigenschaften von den Konsument- Innen besser bewertet und akzeptiert. Gibt es in der Werbesprache verschiedene Modeströmungen? Ass.Prof. Hofer: Die Werbesprache ändert sich mit der allgemeinen sprachlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und ist damit ein Ausdruck von Zeitgeist. Anglizismen sind seit geraumer Zeit ein verbreitetes sprachliches Stilmittel, wobei sich die Frage stellt, ob diese Botschaften von den KonsumentInnen auch tat- Fotolia CAMPUS NEWS JULI 13 3

4 THEMA Fotolia Agenten mit eigenem Kopf die Sprachentrainer der Zukunft? Eine Sprache zu lernen und sie gut zu beherrschen das nehmen sich viele Menschen vor. Der Weg dorthin ist aber keineswegs einfach. Wie es leicht geht, erklärt Neurowissenschafterin Dr. Manuela Macedonia vom Institut für Wirtschaftsinformatik. Mithilfe der Computerfigur Billie lernen NutzerInnen besser und schneller als von menschlichen LehrerInnen. In der heutigen Welt ist die Mehrsprachigkeit unumgänglich geworden und vielfach der Schlüssel zum Erfolg. Manuela Macedonia, die selbst mehrsprachig aufgewachsen ist, beschäftigt sich schon seit Längerem mit der optimalen Steuerung von Lernprozessen in Fremdsprachen. Gemeinsam mit dem Excellence Cluster der Universität Bielefeld hat sie kürzlich Experimente gemacht, bei welchen die Versuchspersonen Wörter einer Kunstsprache erlernen sollten. Die eine Gruppe lernte mit Billie, einem sogenannten Sociable Agent, der am Bildschirm wie ein hübscher Teenager aussieht. Die andere Gruppe lernte mit dem Video eines Menschen. Sowohl Billie als auch der Mensch verwendeten eine Kombination aus Sprache und Gesten. Letztere sind für das Erlernen von Sprachen außerordentlich wichtig, denn sie steigern die Merkleistung und verzögern das Vergessen von Wörtern. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen war, dass beide Gruppen die gleiche Lernleistung hatten. Allerdings hatten besonders gute SchülerInnen mit dem Agenten sogar besser gelernt, als mit der realen Person im Video. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt. Das werden wir in naher Zukunft noch analysieren, erklärt Macedonia. Billie ist alles andere als gewöhnlich Sociable Agents sind Maschinen, die eine Interaktion mit dem Anwender aufbauen. Sie versorgen ihn wie in diesem Beispiel mit Input aus einer Fremdsprache und lernen aus dem Verhalten des Anwenders. Sie merken sich also, womit er Schwierigkeiten hat und was er bereits gespeichert hat. Daher eignen sich Sociable Agents als Sprachentrainer für gewisse Bereiche, wie das Vokabellernen. Macedonia geht davon aus, dass sie in der Zukunft sehr bedeutend und vielfältig einsetzbar sein werden. Aber mit Billie kann man nicht nur Vokabeln lernen. Auch andere wichtige Anwendungsbereiche, wie beispielsweise die Sprachrehabilitation nach einem 4 CAMPUS NEWS JULI 13

5 THEMA Schlaganfall, werden auf diesen Trainer zugreifen können. Jeder Aphasie-Patient ist, abhängig von seinen Läsionen und seinem Alter, unterschiedlich zu trainieren. Billie könnte diese Trainingsflexibiltät bieten, denn er würde im Sinne des learning by doing gewisse Trainingsparameter erschließen und danach den Patienten motivieren und trainieren können. Darüber hinaus hätte der Patient immer und überall, so oft er möchte, seinen Therapeuten im Tablet. Billie ist kein gewöhnliches Computer-Lernprogramm, es steckt sehr viel künstliche Intelligenz in ihm, betont Macedonia. Gehirn mit Gesten trainieren Billie kann noch mehr: Er macht Bewegungen zu den einzelnen Worten, die deren Bedeutung illustrieren. Darin liegt der Kunstgriff dieser neuartigen Methode. Macedonia hat herausgefunden, dass Gesten die Behaltensleistung von sprachlicher Information steigern können. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn die Bedeutung von Wörtern in erfahrungsabhängigen, flexiblen Netzwerken kodiert. Während wir beim klassischen Lernen von Vokabeln nur wenige Hirnregionen einbinden, werden durch das Trainieren von Gesten mehr Gehirnareale und -strukturen eingebunden. Das zu erlernende Wort beschäftigt nicht nur die hauptsächlich für Sprache zuständigen Hirnregionen, sondern auch motorische und visuelle Bereiche. Auf den Begriff kann man dann durch die Ausdehnung und Komplexität der Netzwerke schneller zurückkommen und ihn abrufen. Da die unterschiedlichen Bereiche des Gedächtnisses miteinander verbunden sind, reicht es, einen Punkt dieses neuronalen Netzes zu aktivieren, damit so die Aktivität die anderen Bestandteile des Netzwerkes automatisch erreicht. Bereiche der Sprachrehabilitation, die massive Übung brauchen, können durchaus in einer nicht allzu fernen Zukunft mit intelligenten Maschinen stattfinden. Der Agent ist immer da, geduldig und freundlich. Wenn wir Fehler machen, weiß er, was jeder einzelne noch nicht weiß und motiviert uns zum Üben, wenn uns gar nicht danach wäre. Früh oder spät werden wir unsere Billie- App am Smartphone haben und Vokabeln lernen, während wir auf die Straßenbahn warten. Macedonia ist seit dem Sommersemester 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftsinformatik. Ihre Studien am Max-Planck-Institut für Neurowissenschaften in Leipzig zeigen, wie hilfreich der eigene Körper beim Erlernen von Fremdspachen sein kann. Eine ihrer Fachpublikationen Body in Mind: How gestures empower foreign language learning* sorgte für mediale Aufmerksamkeit weltweit. Die Washington Post, Globe and Mail, die größte Zeitung Kanadas, GEO und der Spiegel berichteten über Macedonias spannende Forschungsergebnisse. Der erste Fachartikel zum Thema Sociable agents als Sprachtrainer ist bereits peer reviewed und zur Publikation** akzeptiert. Die Resultate werden im Sommer auf der in Edinburgh stattfindenden 13th International Conference on Intelligent Virtual Agents und auf der 2nd Conference on Embodied Language in Oxford (GB) noch in diesem Jahr präsentiert. en Kinder als Vorbilder Wenn jemand beim Lernen von Vokabeln gestikuliert, dann ähneln bei ihm die im Gehirn mit dem Wort verbundenen Muster ein wenig mehr jenen, die wir als Kinder beim Lernen unserer Muttersprache entwickelt haben, so Macedonia. Ein Kind setzt sich mit dem Gegenstand, wie zum Beispiel einem Stück Obst, mehr auseinander. Es fasst es an, spürt es und kostet es. Die Gehirnbereiche, die durch Wahrnehmung und Interaktion mit dem Obst gleichzeitig aktiviert werden, verbinden sich in Folge zu einem umfassenden Netzwerk. Sprachen erlernen geht auf diese Weise ganz einfach und macht viel Spaß. Die Gesten verankern die Wörter einer Fremdsprache stärker im Gedächtnis. Allerdings ist das menschliche Gehirn nicht mit einer beliebigen Bewegung zufrieden. Je besser die Geste den Inhalt eines Wortes abbildet, desto effizienter ist sie. Keine LehrerInnen mehr? Die Wissenschafterin betont, dass die menschliche Kommunikation eine menschliche Angelegenheit ist und wir deswegen auch weiterhin die Fremdsprachen am besten von Menschen lernen werden. Gewisse Bereiche aber, wie das Vokabel- oder Aussprachetraining, einfache Kommunikation (Touristenenglisch) oder eben Dr. Manuela Macedonia * Macedonia M., Knösche, T.R.: Body in Mind: How gestures empower foreign language learning. Mind, Brain and Education, Volume 5, Issue 3, December 2011, pages: **K. Bergmann & M. Macedonia. A Virtual Agent as Vocabulary Trainer: Iconic Gestures Help to Improve Learners Memory Performance. Max Planck Institut Leipzig CAMPUS NEWS JULI 13 5

6 UNSER THEMA Computer wollen Befehle, kein Geplauder Selbstständig denken können Co mputer derzeit noch nicht, Befehle befolgen hingegen umso besser. Nur: Wie kommuniziert man eigentlich mit einem Rechner? Und wie unterscheidet sich diese Kommunikation von einem Gespräch zwischen Menschen? Prof. Hanspeter Mössenböck vom Institut für Systemsoftware hat Campus News diese Fragen beantwortet. Im Prinzip weisen Programmiersprachen durchaus Ähnlichkeiten zu natürlichen Sprachen auf, so der Computerexperte. Wie Deutsch oder Englisch haben auch Programmiersprachen wie Java oder C++ eine Syntax und eine Semantik, ja es gibt sogar Dialekte. Wichtig sind aber vor allem die Unterschiede zu menschlichen Sprachen: Programmiersprachen sind im Vokabular und in der Ausdruckskraft wesentlich eingeschränkter Gedichte oder Abhandlungen können in Computersprachen nicht ausgedrückt werden. Zudem basieren solche Sprachen meist nur auf 40 bis 100 Befehlen, die in ihrer Funktion den Verben der natürlichen Sprachen entsprechen. Das reicht auch, da Programmiersprachen ja nicht der Interaktion zwischen Mensch und Computer dienen, sondern der Instruktion des Computers durch den Menschen. Also kein Dialog, sondern eine Art Kochrezept, das der Maschine sagt, was sie tun muss. Und das möglichst klar Mehrdeutigkeiten dürfen nicht auftreten.,paul trifft Karl kann bedeuten, dass Paul zu Besuch kommt oder dass er auf Karl schießt. Solche unklaren Formulierungen kann man gegenüber Computern nicht verwenden, stellt Mössenböck klar. Entscheidend für ein gut geschriebenes Programm ist daher vor allem ein gutes, klares Design. Moderne Programme bestehen oft aus Millionen Zeilen Code. Geschrieben werden sie nur einmal, gelesen aber viel öfter. Einfachheit, Strukturierung und Widerspruchsfreiheit sind daher bei der Nutzung von Programmiersprachen entscheidend. Tatsächlich sind bei Programmen, die lange genutzt werden, die Wartungskosten weit höher als die Entwicklungskosten. Man muss sich Programmiersprachen als immateriellen Werkstoff vorstellen. Man kann damit enorm komplexe Strukturen schaffen. Aber das macht die Fehlersuche auch so schwierig. Eine Brücke stürzt ein, wenn sie schlecht gebaut ist. Ein schlecht gebautes Programm muss nicht unbedingt abstürzen, wird aber in seiner Komplexität unbeherrschbar. Programmiersprachen sind also insgesamt ein bisschen abstrakter als unsere natürliche Sprache und erfordern daher mehr Genauigkeit und eine klarere Ausdrucksweise. Aber das kann ja im zwischenmenschlichen Bereich bisweilen auch nicht schaden. Shutterstock 6 CAMPUS NEWS JULI 13

7 UNSER THEMA Fotolia Gleichberechtigung Am Anfang steht das Wort Sprache hat viele Facetten aber sie ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern determiniert durchaus auch unsere soziale Wirklichkeit. Genau deshalb ist geschlechtersensibler Sprachgebrauch auch so wichtig, erklärt Professorin Silvia Ulrich, Leiterin des Instituts für Legal Gender Studies an der JKU. Durch den Gebrauch von sprachlichen Ausdrucksmitteln wird unser Denken maßgeblich geprägt. Dieser Einfluss darf nicht unterschätzt werden, betont die Expertin. Rollenbild und Selbstverständnis von Männern und Frauen wird durch die Sprache beeinflusst. Klischeehafte Sprachverwendung kann durchaus Stereotype produzieren. Wenn wir immer nur von dem,leiter, dem,vorstand oder dem,minister sprechen, trägt das eine soziale Platzzuweisung in sich, erklärt Ulrich. Genau hier ortet sie auch ein großes Problem: Im Deutschen sind Funktionen grammatikalisch immer männlich. Das ist historisch gewachsen. In einer Zeit also, als die Gleichberechtigung beider Geschlechter noch denkunmöglich war. Gesetzgebung gefordert Das hat sich zum Glück geändert. Heute sind wir über eine bloße Zielvorgabe hinaus, Gleichberechtigung und geschlechtergerechter Sprachgebrauch haben eine juristische Dimension bekommen, weiß Ulrich. So garantiert die österreichische Verfassung einerseits ein individuelles Grundrecht auf geschlechtsspezifische Verwendung von Amts- und Berufsbezeichnungen, Titeln und akademischen Graden, andererseits wird die tatsächliche Gleichstellung beider Geschlechter normiert davon erfasst ist auch die Sprache. Wir haben also einen konkreten Auftrag an die Gesetzgebung und Vollziehung. Dem folgt beispielsweise auch das Universitätsgesetz, das selbst geschlechtergerecht formuliert ist und vorschreibt, Titel und Funktionen entsprechend zu verwenden. In Reden, Protokollen oder auch im Internetauftritt und auf Hinweistafeln. Also kurz gesagt: Umfassend, so Ulrich, die der JKU diesbezüglich ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. Die Linzer Universität hat diese Vorgaben sehr sorgfältig umgesetzt. In der Privatwirtschaft ist dies nicht immer der Fall. Das rechtliche Gebot der geschlechtsneutralen Stellenausschreibung wird noch allzu oft verletzt. Aber auch hier sieht die Juristin positive Signale. Immer mehr Unternehmen erkennen die Bedeutung ihrer social responsibility, und dazu gehört auch die geschlechtergerechte Sprache. Dennoch ist hier die Gesetzgebung gefordert, aktiv ein Umdenken zu fördern. Wo immer hier noch Nachholbedarf besteht, muss das Gesetz korrigierend eingreifen. Das ist die klare Vorgabe der verfassungsrechtlichen Bestimmungen. Davon würden beide Geschlechter profitieren: Es geht darum, Hürden abzubauen und durch sensiblen Sprachgebrauch eine gerechtere Gesellschaft mitzugestalten! CAMPUS NEWS JULI 13 7

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9 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Studie zur Internationalisierung österreichischer Familienunternehmen Der Großteil der Unternehmen weltweit besteht aus Familienunternehmen. Die zunehmende Globalisierung stellt daher auch viele Familienunternehmen vor die Herausforderung, ihre Tätigkeit zu internationalisieren, um zu wachsen oder sogar das langfristige Überleben zu sichern. Dennoch liegen kaum empirische Erkenntnisse zur Internationalisierung von Familienunternehmen vor. Dies nahmen Prof. (FH) Christine Mitter (Institut für Controlling & Consulting der JKU sowie Fachbereichsleiterin für Controlling & Finance an der FH Salzburg), Ass. Prof. Christine Duller (Institut für Angewandte Statistik ), Univ.Prof. Birgit Feldbauer-Durstmüller (Vorstand des Instituts für Controlling & Consulting) sowie Prof. Sascha Kraus von der Hochschule Liechtenstein und Utrecht University School of Economi zum Anlass, die Internationalisierung von Familienunternehmen näher zu beleuchten. Basierend auf einer Befragung österreichischer Unternehmen mit mehr als 50 MitarbeiterInnen, die von mehreren Instituten der JKU durchgeführt wurden, untersuchte die Forschergruppe die Auswirkung des Familieneinflusses auf die Internationalisierungsaktivitäten. Erste deutschsprachige Studie Mit dem Beitrag Internationalization of family firms: the effect of ownership and governance, der im Review of Managerial Science publiziert wurde, liegt damit die erste Studie zur Internationalisierung von Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum vor. Diese weisen einige Besonderheiten auf wie außergewöhnlichen Einsatz für und emotionale Bindung an das Unternehmen oder ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Familienmitgliedern, MitarbeiterInnen und KundInnen, die eine Internationalisierung des Unternehmens erleichtern. Das kann jedoch auch zur Last werden, wenn z.b. nicht ausreichend qualifizierte Familienmitglieder Management- Positionen bekleiden, Konflikte in der Familie auftreten oder der Wunsch nach Machterhalt die personellen und finanziellen Ressourcen einschränkt. damit auch häufiger international tätig als Nicht-Familienunternehmen. Dies könnte am ausgeprägten Vertrauensverhältnis, dem außergewöhnlichen Engagement für das Unternehmen sowie den engen Beziehungen zu MitarbeiterInnen und den KundInnen liegen. Beirat unterstützt Dies allerdings erst, sobald entsprechende Ressourcen für die Internationalisierung (und dazu zählen auch fremdes Eigenkapital, familienfremde ManagerInnen oder familienfremde Mitglieder in Aufsichts- und Beirat) aufgebaut worden sind. Für familienfremde ManagerInnen allein sowie die Generation, die aktuell das Familienunternehmen führt, konnte kein Einfluss auf die Internationalisierung festgestellt werden. Bei den Aufsichtsgremien ergab sich nur für den Beirat, nicht jedoch für den Aufsichtsrat ein Zusammenhang mit der internationalen Tätigkeit. Dies deutet darauf hin, dass die Etablierung eines Beirats Familienunternehmen dabei unterstützt, die für die internationale Tätigkeit erforderlichen Fähigkeiten und Kontakte sowie das entsprechende Knowhow zu entwickeln. Mittlerer Einfluss fördert mehr Dementsprechend fanden die Forscher Innen einen invers U-förmigen Zusammenhang zwischen Familieneinfluss und internationaler Tätigkeit. Familienunternehmen mit hohem Familieneinfluss, d.h. einem hohen Familienanteil am Eigenkapital, in Managementpositionen und Aufsichtsgremien, sind am wenigsten international tätig. Familienunternehmen mit mittlerem Familieneinfluss sind dagegen am stärksten international aktiv und Fotolia CAMPUS NEWS JULI 13 9

10 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Fotolia CO 2 -Recycling: JKU-ForscherInnen an der Princeton University In Begleitung von Prof. Günther Knör statteten vier DoktorandInnen vom Ins titut für Anorganische Chemie Center for Nanobioni and Photochemical Sciences (CNPS) und vom Institut für Physikalische Chemie Linz Institute for Organic Solar Cells (LIOS) der US-Eliteuniversität in New Jersey einen Kurzbesuch ab. Anlass war ein internationaler CO 2 -Workshop, auf dem die neuesten Forschungsergebnisse zur chemischen Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid diskutiert wurden. PhotochemikerInnen und MaterialwissenschafterInnen der JKU forschen seit einigen Jahren gemeinsam an neuen Strategien, um künftig fossile Energieträger durch CO 2 -neutrale Brennstoffe ersetzen zu können. Professor Andrew Bocarsly vom Department of Chemistry der Princeton University rief nun die Teams um Günther Knör und Niyazi Serdar Sariciftci zum Ideenaustausch. Mit dem Verbrennungsgas Kohlendioxid verbindet man globale Probleme wie Luftverschmutzung, Erderwärmung und drohenden Klimawandel, so Knör. Aber CO 2 ist auch eine interessante Kohlenstoffquelle, die im Sinne einer Kreislaufwirtschaft als Rohstoff genutzt werden sollte idealerweise zur Erzeugung von synthetischen Treibstoffen nach dem Vorbild der Natur! Allerdings muss der reaktionsträge Luftbestandteil Kohlendioxid zunächst durch katalytische Prozesse aktiviert werden, um überhaupt als Synthesebaustein in Frage zu kommen. Exzellente Grundlagenforschung Auf dem Second Biennial CO 2 -Workshop mit etwa 100 TeilnehmerInnen aus aller Welt trafen die JKU- NachwuchswissenschafterInnen Kerstin Oppelt, Ste- fanie Schlager, Eva Wöß und Engelbert Portenkirchner einige der renommiertesten ExpertInnen auf dem Gebiet der katalytischen CO 2 -Aktivierung. Dabei wurde erneut deutlich, dass die an der JKU erzielten Resultate im internationalen Vergleich mehr als nur konkurrenzfähig sind. Ermöglicht wurde diese Spitzenforschung made in Austria durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Rahmen des Wittgenstein-Preises und verschiedener FWF-geförderter Einzelprojekte. Katalyse und künstliche Photosynthese Die Linzer TeilnehmerInnen berichteten unter anderem über neue Katalysatoren für die CO 2 -Reduktion auf der Basis von Metallkomplexen und bestimmten Pyridin- Verbindungen, an denen auch die Gruppen in Princeton intensiv arbeiten. Zudem wurde die Möglichkeit einer direkten photochemischen Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser in synthetische Treibstoffe mit dem Fernziel der artifiziellen Photosynthese nach biologischem Vorbild diskutiert. An dieser bisher ungelösten Aufgabe zur chemischen Speicherung von Solarenergie werden wir hier an der JKU auch weiterhin intensiv forschen, so Knör. cn 10 CAMPUS NEWS JULI 13

11 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Schreckgespenst Hochwasser Tagung klärt wichtige Rechtsfragen Wie schnell die entfesselte Natur den Menschen in Bedrängnis bringen kann, hat jüngst das Hochwasser gezeigt. Neben wirtschaftlichen Schäden werden bei solchen Anlässen auch schwerwiegende rechtliche Fragen aufgeworfen. Aus aktuellem Anlass hat das Institut für Umweltrecht gemeinsam mit dem Lebensministerium (Sektion Wildbach- und Lawinenverbauung, Dr. Rudolf- Miklau), der TU Wien und dem ÖWAV eine Tagung zum Thema Naturkatastrophenrecht abgehalten. 130 ExpertInnen aus der Wissenschaft, dem Ministerium und der Praxis behandelten die forstrechtlichen Gefahrenschutzpläne sowie die wasserrechtlichen Gefahren- und Risikokarten (Ass.Prof. Kanonier, TU Wien). Auch wurden Vollzugsdefizite in diesen Bereichen geortet (Univ.Doz. Kleewein, Volkswanwaltschaft). Das heikle Thema, inwiefern eine Grundinanspruchnahme privater Liegenschaften für Schutzmaßnahmen erfolgen kann, wurde von Prof. Wagner ausgearbeitet. Unter der Leitung von Prof. Kerschner wurden Abwehransprüche und Haftungslagen (Prof. Karner, Uni Wien) sowie aktuelle Beispiele aus der Judikatur (HonProf. Danzl, OGH) besprochen. Wichtige Themen abgedeckt Weitere Themen: Informationspflichten (Prof. Weber, Uni Innsbruck), die Rechtsfragen rund um an- und abgespülte Sedimente (Hon.Prof. Dr. Bergthaler) sowie steuerrechtliche, versicherungsrechtliche und strafrechtliche Folgen von Naturereignissen. Fotolia Internationaler NeuroIS-Kongress ein voller Erfolg Der Umgang mit Computern ist heute zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Erst vor kurzem aber hat man begonnen, die neurobiologischen Wirkungen der Computerbenutzung zu erforschen. Beim NeuoIS-Kongress trafen sich internationale ExpertInnen, um sich über dieses Thema auszutauschen. Organisiert wurde der Kongress unter anderem von Prof. René Riedl vom Institut für Wirtschaftsinformatik Information Engineering. Ein wesentlicher Aspekt ist, menschliches IT-Verhalten durch neurobiologische Ansätze zu erklären und vorhersagbar zu machen, erklärt Prof. Riedl. Dabei handelt es sich keineswegs zum rein theoretische Forschung der Ansatz gewinnt auch in der Praxis immer mehr an Bedeutung. Etwa im Usability Engineering, so Riedl. Und betont, dass es sich um ein enorm komplexes Thema handelt, schließlich spielen Kultur und Erziehung beim Umgang mit IT eine ebenso wichtige Rolle wie grundlegende Gehirnfunktionen. Von 1. bis 4. Juni tagten die ForscherInnen in Gmunden. Als Gastredner konnten unter anderem Prof. Martin Reuter (Universität Bonn) und Prof. Detmar Straub (Georgia State University) gewonnen werden. Weitere Informationen: CAMPUS NEWS JULI 13 11

12 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Mechatronik-Erfolg: Preis für fühlende Roboter made in Linz Gefühle haben Roboter bislang nur in Science-Fiction-Filmen, fühlen können sie aber bereits. Eine mechatronische High-tech-Entwicklung des Instituts für Robotik und des JKU-Spin-off-Unternehmens FerRoboti hat den Robotern Fingerspitzengefühl beigebracht. Der revolutionäre Aktive Kontaktflansch errang nun sogar beim internationalen euroboti TechTransferAward den dritten Platz. Bisher waren Roboter eher grobe Gesellen. Wenn der Roboter Kontakt mit der Arbeitsfläche hatte, war das schlecht es bedeutete einen Crash, erklärt DI Dr. Ronald Naderer. Feine Arbeiten wie Schleifen oder Polieren konnte man den mechanischen Helfern da natürlich nicht zumuten. Der Kontaktflansch hat das geändert. Roboter mit Fingerspitzengefühl Dabei handelt es sich um ein mechatronisches Aktorund Sensorelement, das mit einer High-Speed-Regelung Kontakt, Position und Kraft überprüft und so den Arbeitsprozess sicher abwickelt. Die gesamte Berechnung wird vom Modul selbst übernommen, der Roboter muss nicht extra angepasst werden. Und der Flansch ist für alle industriellen Roboter geeignet, so Naderer. Daher finden sich die gefühlvollen Roboter in der Autoindustrie ebenso wie in der Flugzeugindustrie, der Schwerindus trie und bei Zulieferern. Selbst in der Medizintechnik findet die High-tech-Entwicklung bereits Anwendung. Kein Wunder also, dass der mechatronische Quantensprung mehrfach preisgekrönt wurde, zuletzt mit dem 3. Platz beim euroboti TechTransferAward. Es ist für uns ein großer Erfolg und eine tolle Bestätigung, bei diesem renommierten Bewerb so gut abgeschnitten zu haben, freut sich DI Dr. Naderer. Immerhin ist es unser Hauptanliegen, praxisrelevante Lösungen für industrielle Problemstellungen zu liefern. Das ist uns hier in Zusammenarbeit mit dem Institut für Robotik hervorragend gelungen. Gemeinsam wurden die Grundlagen entwickelt, die technische Ausführung übernahm FerRoboti. Stolz sind natürlich beide beteiligten Gruppen. Erfolgsrezept JKU Science Park Wir haben hier eine neue Phase der industriellen Roboternutzung eingeleitet, betont Prof. Hubert Gattringer vom Institut für Robotik an der JKU. Das zeigt die Bedeutung des JKU Science Parks, der die JKU international als Kompetenzzentrum für Mechatronik positioniert hat. Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis wir Roboter als feinfühlige Masseure nutzen können: Die fühlenden Roboter made in Linz sind zumindest jetzt schon ein Meilenstein in der Geschichte der Robotik. v.l.: DI Dr. Ronald Naderer, Prof. Hubert Gattringer vor dem feinfühligen Roboter 12 CAMPUS NEWS JULI 13

13 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Shutterstock Volle Energie: JKU-Erfolg bei Solarforschung Der weltweite Energiebedarf steigt stetig und wird sich bis zum Jahr 2100 gegenüber heute mehr als verdoppeln. Gleichzeitig gefährdet die traditionelle Energieerzeugung unsere Umwelt und das Klima. Alternative Energiequellen werden daher immer wichtiger derzeit können moderne Solarzellen aber nur 20 Prozent der Energie des Sonnenlichts nutzen. Das könnte sich bald ändern: Ein Forschungserfolg am Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik der JKU zeigt nun neue Wege im Bereich der Photovoltaik auf. Die Sonne sendet andauernd unvorstellbar große Energiemengen in Form von Licht auf die Erde. Schon ein kleiner Prozentsatz davon würde ausreichen, um die ganze Menschheit mit genügend Energie zu versorgen. Und im Gegensatz zu den meisten anderen Ressourcen ist die Sonne eine schier unerschöpfliche Energiequelle zumindest für die nächsten paar Milliarden Jahre. Leider ist die gegenwärtige Technologie nicht imstande, diesen Reichtum effektiv zu nutzen. Hochqualitative Varianten heutiger Solarzellen werden meist aus Silizium hergestellt und wandeln auch nach 60 Jahren Forschungsarbeit nur etwa 20 Prozent der Sonnenleistung in elektrische Leistung um. Neuer Ansatz DI Susanne Kreuzer hat am Institut für Halbleiter und Festkörperphysik einen neuen Ansatz untersucht: In ihrer Diplomarbeit ist es gelungen, auch Anteile dieser Strahlung photovoltaisch zu nutzen. Der tatsächliche Wirkungsgrad ist vorerst gering, nicht ganz ein Prozent. Aber wir haben damit eine Tür aufgestoßen, die unsere Nutzung der Solarenergie in Zukunft deutlich verbessern könnte, so Kreuzer. Für ihre Arbeit wurde sie bereits mit dem Wilhelm-Macke-Award ausgezeichnet (siehe Seite 24). Sie verwendet dazu Schichten aus Bleisulfid-Nanokristallen, die kaum größer als ein Hunderttausendstel eines Sandkorns sind. Diese Kristalle sind auch im Infrarotbereich aktiv. Beschichtet man die Rückseite herkömmlicher Solarzellen damit, könnte man die Effizienz zukünftiger Solaranlagen sehr kostengünstig steigern, schlägt Kreuzer vor. Nano-Entwicklung an der JKU Neben der Optimierung der Schichtdicke untersuchte Kreuzer auch verschiedene Herstellungsmethoden. Die einfachste besteht darin, die in einer Flüssigkeit fein verteilten Nanokristalle aufzutropfen, was vor allem bei der Produktion künftiger Solarzellen von Vorteil sein könnte. Außerdem erforschte sie den Einfluss organischer Verbindungsmoleküle auf den Stromtransport. Bis wir die Nano-Kristallzellen im Einsatz sehen, muss ihr Wirkungsgrad noch verbessert werden, so Kreuzer, aber ich konnte klar zeigen, dass die Schichten ihren Zweck erfüllen. CAMPUS NEWS JULI 13 13

14 LAND OBERÖSTERREICH Bürgerservice des Landes OÖ Wir informieren Sie über die vielfältigen Leistungen der Landesverwaltung Förderungen & Unterstützungen Publikationen Zuständigkeiten E-Government IHRE PERSÖNLICHE ANLAUFSTELLE Öffnungszeiten Landhaus: Landhausplatz 1, 4021 Linz Mo, Di, Do und , Mi und Fr Öffnungszeiten LDZ: Bahnhofplatz 1, 4021 Linz Mo - Do , Fr Bezahlte Anzeige 14 CAMPUS NEWS JULI 13

15 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Eröffnung des Polymer Technology Centers Am 13. Mai wurde in den Bauteilen 2 und 3 des JKU Science Parks das neue Polymer Technology Center eröffnet. Damit ergeben sich einerseits verbesserte Bedingungen für Studierende und Lehrende im Bereich der Kunststofftechnik, andererseits steigt auch die Attraktivität für die kooperative Forschung mit der internationalen Kunststoffwirtschaft. Ab dem Wintersemester 2013/14 wird an der JKU zudem das Studienangebot im Polymer-Bereich erweitert und an internationale Anforderungen angepasst. Die Bedeutung des weiteren Ausbaus der Kunststofftechnik an der JKU und damit auch der Stärkung des Forschungsstandortes Oberösterreich wurde durch die prominente Besetzung der Eröffnungsfeierlichkeiten unterstrichen: Neben Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Landesrätin Doris Hummer waren auch VertreterInnen der internationalen Kunststoffindustrie anwesend, u.a. der Vorstand der Engel Holding GmbH, Peter Neumann, und der Vorstand der Greiner Holding AG, Axel Kühner. Zukunftsfeld Kunststoff Die Etablierung der Kunststofftechnik-Studien an der JKU zählt zu einem unserer Höhepunkte der vergangenen Jahre. Besonders stolz sind wir auf die Tatsache, dass wir schon jetzt im Kunststoff-Bereich, einer der absoluten Wachstumsbranchen der Zukunft, in Österreich führend sind. Das überzeugt die WirtschaftspartnerInnen, wodurch die AbsolventInnen ausgezeichnete Karrierechancen haben, erklärte Rektor Hagelauer. en v.l.n.r.: Rektor Richard Hagelauer, Prof. Zoltan Major, Landesrätin Doris Hummer, Bundesminister Karlheinz Töchterle, Prof. Reinhold Lang, Prof. Jürgen Miethlinger, Prof. Georg Steinbichler Neues CD-Labor an der JKU eröffnet Das neue Christian Doppler-Labor für Effiziente Ressourcensteuerung im intermodalen Transport wurde am 8. Mai an der JKU offiziell eröffnet. Damit können mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und der Christian Doppler Gesellschaft bis zu sieben Jahre lang neue und effizientere Problemlösungen im Personen- und Güterverkehr erforscht werden. Transporte von Personen oder Gütern waren früher häufig schlecht optimiert, heute hingegen sind sie oft zu gut optimiert. Mit der Konsequenz, dass es kaum mehr Puffer gibt, und bei unvorhergesehenen Erei gnissen in der Transportkette der ganze Lieferplan durcheinander gerät, erklärt Institutsvorstand Prof. Karl Dörner die Problemstellung. In Kooperation mit dem Unternehmenspartner Industrie-Logistik-Linz GmbH & Co KG (ILL) werden u.a. Tourenoptimierung auf Schiene und Straße, der Transport von Stahlcoils sowie City Logistik und Personenmo- bilität in ländlichen Gebieten erforscht. Gerade für einen Industriestandort wie Oberösterreich sind moderne und effiziente Transportmöglichkeiten ein enorm wichtiges Thema, betonte auch die JKU-Vizerektorin Gabriele Kotsis. Daher ein ganz herzliches Dankeschön an das Wirtschaftsministerium, den Unternehmens partner ILL, die Christian Doppler Forschungsgesellschaft und das Land Oberösterreich, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Bereits im Herbst soll das nächste CD-Labor an der JKU eröffnet werden. CAMPUS NEWS JULI 13 15

16 FORSCHUNG&WISSENSCHAFT Feierliche Eröffnung des RISC-Zubaus im JKU-Softwarepark Hagenberg Die JKU entwickelt sich kontinuierlich weiter. Der Ausbau der Infrastruktur erfolgt nicht nur am Campusgelände: In den vergangenen zwei Jahren wurde das im Schloss Hagenberg untergebrachte Institut für Symbolisches Rechnen (RISC) erweitert. Ein 600 m² großer Neubau entlang des Schlossteichs bietet Platz für mehrere Büros mit etwa 30 Arbeitsplätzen, einen Seminarraum für 40 Personen und eine Electronic Library. Bei der Eröffnung des neuen Gebäudeteils waren zahlreiche prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft anwesend. Neben JKU-Rektor Richard Hagelauer, RISC-Vorstand Peter Paule, RISC-Gründer und JKU-Softwarepark-Leiter Bruno Buchberger sowie RISC Softwarepark GmbH-Geschäftsführer Wolfgang Freiseisen, waren auch Forschungs- und Bildungslandesrätin Doris Hummer, die Hagenberger Bürgermeisterin Kathrin Kühtreiber und Architekt Peter Riepl dabei. Dieser Neubau ist für die JKU deshalb so wichtig, da er zeigt, dass unsere Universität an verschiedenen Standorten wachsen kann. Der JKU Softwarepark wurde nun bautechnisch modernisiert und bietet hervorragende Bedingungen für Lehre und Forschung. Davon werden noch die kommenden Generationen profitieren, sagte Rektor Richard Hagelauer. Wachsender Forschungszweig Das neue Gebäude konnte aufgrund einer Finanzierungszusage des Landes Oberösterreich an Bruno Buchberger, der das Institut im Jahre 1987 gegründet hat, realisiert werden. Der Zubau ist gerade zur rechten Zeit fertig geworden. Wir brauchen dringend Platz für neue wissenschaftliche Projekte. Zum Beispiel wurde im Dezember 2012 unter stärkster Konkurrenz ein neuer FWF- Spezialforschungsbereich Algorithmic and Enumerative Combinatori in Höhe von zwei Millionen Euro bewilligt, betonte RISC-Vorstand Peter Paule. Auch für Landeshauptmann Pühringer ist der RISC- Zubau ein weiter Schritt zur Stärkung des Forschungsund Wirtschaftsstandortes Oberösterreich: Wer künftig Wachstum haben will, muss weiter auf Innovation und Technologie setzen. Impulse für Oberösterreich Ebenfalls stolz zeigte sich RISC-Gründer Bruno Buchberger. Mit RISC wollte ich einerseits zeigen, dass es auch für ein kleines Land wie Österreich möglich ist, in der Grundlagenforschung nach internationalen Maßstäben ganz vorne zu sein, und andererseits, dass von der Grundlagenforschung ausgehend gewaltige Impulse für technologiebasierte Wirtschaft gesetzt werden können. en v.l.n.r.: Bürgermeisterin Kathrin Kühtreiber, RISC-Vorstand Peter Paule, JKU-Rektor Richard Hagelauer, der stellvertretende Generaldirektor der RLB OÖ, Hans Schilcher, und Landesrätin Doris Hummer 16 CAMPUS NEWS JULI 13

17 LEHRE&STUDIUM SIM 2013 alles, was Du über Bildung wissen musst Zur 14. Auflage der Studieninformationsmesse SIM laden JKU und Land OÖ von 18. bis 20. September 2013 alle SchülerInnen ein. Hier können sich junge Menschen an rund 60 Info-Ständen über das breite und abwechslungsreiche Bildungsangebot in Oberösterreich informieren. Aus ganz Oberösterreich kommen Jahr für Jahr angehende MaturantInnen, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten nach der Schule zu orientieren. Genau dazu dient die SIM: An mehr als 60 Info-Ständen können sich die Jugendlichen ausführlich beraten lassen, um die künftige Ausbildung auf die individuellen Stärken und Interessen abzustimmen. Auch beim Besuch von Vorlesungen können sich angehende AkademikerInnen ein Bild vom Studienalltag machen. Bildung unverzichtbar Die Bedeutung der Ausbildung bestätigt auch der JKU- Vizerektor für Internationales, Prof. Friedrich Roithmayr. Im Studium ist Eigeninitiative gefragt, so Roithmayr. Wichtig seien auch Fremdsprachen. Neben Englisch ist heute eine weitere Fremdsprache unbedingt anzuraten. Aufgrund der engen Kontakte der JKU nach Lateinamerika bietet sich Spanisch an, aber auch Russisch und Chinesisch sind eine gute Wahl. Aber auch wenn die SIM an der JKU stattfindet, bietet sie mehr als Infos über die vielen Studienrichtungen der Kepler Universität. Die jungen BesucherInnen kön- nen sich auch über die Möglichkeiten für andere Ausbildungswege informieren. Neben den Fachhochschulen stehen zahlreiche ExpertInnen für Gesundheitsberufe oder für eine Karriere beim Bundesheer für Fragen zur Verfügung SIM-BesucherInnen Seit Bestehen der Studieninfomesse haben sich mittlerweile rund SchülerInnen auf der SIM über ihre Zukunftsmöglichkeit beraten lassen, allein 2012 waren es über Eine Erfolgsgeschichte, die auch 2013 fortgeführt werden soll. SIM bis 20. September bis Uhr Keplergebäude der JKU Infos: CAMPUS NEWS JULI 13 17

18 LEHRE&STUDIUM Hier entsteht das Laboratorium Lifelong Learning Im Keplergebäude der JKU entsteht zwischen zwei Hörsälen ein Laboratorium für Lebenslanges Lernen. Das Lab L3 soll ein Raum werden, in dem Studierende forschend lernen und neue Lehr-Lern-Methoden erproben können. Dieser Herausforderung stellten sich bereits 21 Studierende der Abschlussklasse Innenraumgestaltung und Möbelbau an der HTL 1 in Linz. Als Testlauf für die Abschlussprüfung erarbeiteten sie unter Zeitdruck Entwürfe für die Raumgestaltung des Lab L3. Die Raumkonzepte experimentieren mit Farben, Formen, Materialien und Raumaufteilung und machen deutlich, wie vielfältig die knapp 30 m 2 genutzt werden könnten. onspartnerinnen der HTL, Direktor Treml, die Professoren Leindecker und Steindl sowie die JKU-Professor Innen Iller und Niedermair einig, ist ein erfolgreicher Start für das Lab L3. In einer gemeinsamen Veranstaltung der HTL 1 und der Abteilung Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der JKU präsentierten die Studierenden neun verschiedene Entwürfe für das Lab L3. In einem gemeinsamen Diskussionsprozess mit den Studierenden der JKU soll nun ein Konzept ausgewählt, Gelder für den Umbau eingeworben und die Bauplanung bei der HTL in Auftrag gegeben werden. Das gemeinsame Projekt, darin sind sich die Kooperati- Neuberufung Prof. Fink Prof. Matthias Fink ist seit März Vorstand des neu eingerichteten Instituts für Innovationsmanagement (ifi). Davor war er Professor f ür International Small Business Management and Innovation an der Leuphana Universität Lüneburg (Deutschland) und Leiter des Forschungsinstituts für Freie Berufe an der Wirtschaftsuniversität Wien. Matthias Fink hat an der Wirtschaftsuniversität Wien promoviert und sich dort habilitiert. Er war Gastprofessor und Gastforscher u.a. an der Universitat Autònoma de Barcelona (Spanien), der University of Twente (Niederlande) und der Harvard Business School in Boston (USA). In der Forschung liegt sein Fokus auf wirtschaftlichen Implikationen und sozialen Aspekten von Innovation. Aktuelle Themen streuen von Innovation als Driver für Wandel in regionalen Kontexten über Verhaltenskoordination in Netzwerken und Clustern bis hin zur Finanzierung von Innovationsprojekten durch Risikokapitalgeber. Am Institut für Innovationsmanagement verstehen wir Innovation als Lösung gesellschaftlicher Probleme, erklärt Matthias Fink sein ganzheitliches Verständnis der von ihm vertretenen Querschnittsdisziplin. Bei seinen Forschungsdesigns kombiniert Matthias Fink qualitative und quantitative Methoden. Seine Forschungsteams wurden stark über Drittmittel finanziert. So warb er heuer für die JKU bereits eine Förderung des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank ein. Bei der Kommunikation der Forschungsergebnisse legt Matthias Fink großen Wert darauf, sowohl PraktikerInnen, wirtschaftspolitische EntscheidungsträgerInnen als auch die scientific community zu erreichen. Unter anderem wurden seine Arbeiten in Entrepreneurship Theory & Practice, British Journal of Management, Technological Forecasting and Social Change, Journal of Banking and Finance und Journal of Business Ethi publiziert. 18 CAMPUS NEWS JULI 13

19 LEHRE&STUDIUM Antrittsvorlesungen von Prof. Ramlau und Prof. Rastelli Die JKU lud im Juni zur Antrittsvorlesung von Prof. Ronny Ramlau (Institut für Industriemathematik) und von Prof. Armando Rastelli (Institut für Halbleiterund Festkörperphysik). Vor mehr als 100 Gästen hielten die Wissenschafter in den Repräsentationsräumen der Universität die traditionelle Vorlesung. Prof. Ramlau erklärte in seinem Vortrag Mathematik für Riesenteleskope die Bedeutung der Industriemathematik. Diese ist heute weder aus den Naturwissenschaften noch aus der Chemie oder der Medizin wegzudenken. Untermauert wurde diese Erklärung mit zahlreichen Praxisbeispielen wie z.b. einem Projekt für ESO (European Southern Observatory). Um 2,2 Millionen Euro entwickelt das Team von Prof. Ramlau mathematische Algorithmen für das derzeit geplante größte Teleskop der Erde. Im Weltraum blieb zum Teil auch Prof. Rastelli in seiner Vorlesung Halbleiternanostrukturen: Von den physikalischen Eigenschaften zur Anwendung in der Energieumwandlung und Quantentechnologie. So erklärte er, wie mittels der Umwandlung von Wärme in elektrische Energie zum Beispiel die Voyager-Sonden betrieben werden. Auch werden einzelne Nanostrukturen als mögliche Bauelemente für zukünftige Quantentechnologien betrachtet. v.l.: Rektor Richard Hagelauer, Senatsvorsitzender Hans Irschik, Prof. Ronny Ramlau, Prof. Armando Raselli, Dekan Erich Peter Klement Wirtschaft für JuristInnen MBA-Graduierung an der JKU Das Berufsbild und die traditionellen Aufgabengebiete von RechtsanwältInnen unterliegen durch die zunehmende Komplexität des Wirtschaftslebens einem stetigen Wandel. Wirtschaftsprozesse nehmen heute Dimensionen an, die mit der herkömmlichen juristischen Ausbildung nur schwer zu bewältigen sind. Der MBA-Lehrgang für JuristInnen an der JKU bietet dafür das notwendige Rüstzeug. StaatsanwältInnen, RechtsanwältInnen und RichterInnen haben im zweiten Jahrgang des MBA für Juristinnen und Juristen die grundlegenden Instrumente und Konzepte der Betriebswirtschaft erarbeitet. Nun haben sie in Anwesenheit von Vizerektor Herbert Kalb, der Dekane Teodoro Cocca und Meinhard Lukas sowie des Präsidenten der Rechtsanwaltskammer Oberösterreichs, Dr. Franz Mittendorfer, und Dr. Norbert Nagele graduiert. Der MBA für Juristinnen und Juristen wurde auf Initiative der Rechtsanwaltskammer Oberösterreich erstmals ab dem Wintersemester 2010/2011 durchgeführt. WissenschafterInnen der Johannes Kepler Universität sowie anderer Universitäten ver- mitteln unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dietmar Aigner und Prof. Michael Tumpel den TeilnehmerInnen praxisgerecht jene betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die sie für ihre Arbeit als JuristInnen benötigen. Großer Wert wird dabei nicht nur auf die Theorie, sondern auch auf die praktische Anwendung gelegt. Der dritte Jahrgang läuft derzeit, der vierte (2013/2014) startet im September Mehr Infos unter Anmeldung per Mail an CAMPUS NEWS JULI 13 19

20 Mehr Wert durch Beratungsqualität. Stefanie Auinger Kundenberaterin Wir von der HYPO Oberösterreich legen Wert auf höchste Beratungsqualität. Dazu braucht es eine klare, verständliche Sprache. Unsere Berater nehmen sich Zeit für Ihre Anliegen und entwickeln mit Ihnen maßgeschneiderte Lösungen. Wenn auch Sie sich Zeit nehmen für ein persönliches Gespräch, steht einer erfolgreichen Partnerschaft nichts mehr im Weg. Wir schaffen mehr Wert. campus_news_nr63_210x266.indd :06 20 CAMPUS NEWS JULI 13

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