nyendo lernen Verstehen und Handeln durch Begegnung Zwischen Nord und Süd.

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1 nyendo lernen Verstehen und Handeln durch Begegnung Zwischen Nord und Süd. Schüler stärken regionale Wirtschaft durch Mikrokredite und Komplementärwährungen Konzeptentwurf Schülerfirma nyendo.finance an der FWS Chiemgau 1

2 nyendo Inhalt nyendo.lernen nyendo.lernen Prien Konzeptentwurf nyendo.finance Grafik zu nyendo.finance Die Schule als Projektträger nyendo.institute nyendo.netzwerk Chiemgau Der Chiemgauer Die Partnerprojekte Impressum nyendo.lernen l ist ein lebendiger, weltumspannender Lernorganismus, l der durch verschiedene ineinander greifende Arbeits- und Lernprozesse und l durch zusammenarbeitende Organe aus Bildung und Wirtschaft gegliedert ist. l Er erhält durch seine Rahmenbedingungen eine Lern- und Entwicklungsdynamik wie ein perpetuum novile und l ist eine Antwort auf die soziale Frage unserer Zeit. lernen

3 nyendo.lernen Der Impuls nyendo.lernen an der Schule Die SchülerInnen Die Waldorfpädagogik ist von ihrem Urimpuls her nicht zu trennen von der Bewegung für soziale Erneuerung durch die Gesetze der sozialen Dreigliederung. Sie sollten jedem Schüler bis zum Ende seiner Schulzeit geläufig sein, so Rudolf Steiner. Dies ist auch der Impuls von nyendo.lernen: durch sozialunternehmerisches Denken und Handeln werden für die Jugendlichen die sozialen Zusammenhänge erlebbar und die Gesetze dahinter verstehbar, das erlebte Tun führt zur Begrifflichkeit. Dieser Impuls trifft in heutiger Zeit auf eine wachsende globale soziale Krise, ausgelöst durch Nichtbeachtung der sozialen Gesetze. Der wachsende Bürgersektor ist eine Art Selbstheilungsprozess, die Sozialunternehmer die neuen Helden, so der Wirtschaftsprofessor Jeremy Rifkin. Und Prof. Dr. Günter Faltin schreibt Wir brauchen eine Schule, die in ihren Inhalten wie in ihren Methoden mit den Möglichkeiten für eigenes Entrepreneurship vertraut macht. nyendo.lernen ist eine dreijährige schulinterne freiwillige Schulung zum Sozialunternehmer anhand eines konkreten Projektes mit einer persönlichen Portfoliomappe als Abschluss. Die Schüler der Klasse wählen eines der Lernfelder zu den Themen: Globalisierung, Geldordnung und Umwelt, und arbeiten in den Schülerfirmen: nyendo.fairtrade, nyendo.finance oder nyendo.nature mit. Mitarbeiter des nyendo.institutes bieten ein Rahmenkonzept und konkrete Projektpartner in einem Entwicklungshilfeland, begleiten die Schule durch eine Impulsgruppe aus der größeren Schulgemeinschaft und einen nynedo.coach über mehrere Jahre. Die Schulen bleiben darüber hinaus Mitglieder eines nyendo.schülerfirmen-netzwerkes und profitieren von dessen Infrastruktur. lernen globale Zusammenhänge kennen u. verstehen, entwickeln Verantwortung und Selbstvertrauen durch sinnhaftes Tun und selbstbestimmtes Lernen und erlernen wirtschaftliche und sozialunternehmerische Kompetenzen. Die Schule profitiert durch hochmotivierte Schüler, dankbare Eltern, entlastete LehrerInnen, fächerübergreifendes Lernen und Portfolio, Profil einer zukunftsorientierten Schule aktive Einbindung des Schulumfeldes, und gewinnt dabei dankbare Freunde in der Welt. Die Gesellschaft gewinnt eine innovative und sozialunternehmerisch geschulte Generation von jungen Menschen. Die globalen Verlierer in den Entwicklungsländern gewinnen an Kraft und Selbstvertrauen und werden zu gleichberechtigten internationalen Partnern. 3

4 nyendo.lernen Prien Ausgangssituation Projektziele Grundidee zu nyendo.finance Es gibt bereits an der FWS Chiemgau ein besonderes Interesse an Afrika und verschiedene Kontakte zu Initiativen dort. Die derzeitigen siebten Klassen zeigen, angeregt durch einen Bericht von Irmgard Wutte, besonderes Interesse an der Unterstützung einer Elternschulinitiative in den Slums von Nairobi, der Kangemi Slum School. Der Chiemgau erfreut sich einer wachsenden Struktur einer Komplementärwährung, dem Chiemgauer, der seinen Anfang als Schülerfirma an der FWS Chiemgau genommen hat. Das nyendo.institute hat bisher das Lernfeld nyendo.fairtrade erfolgreich umgesetzt und das Lernfeld nyendo.finance entworfen aber noch nicht mit Schülern erprobt. Sieben SchülerInnen der FWS Chiemgau fahren im August für vier Wochen nach Kenia und könnten die Kangemi Slum School in Nairobi besuchen Die jetzigen siebten Klassen werden, bis sie in die Oberstufe kommen, bei Ihrem Vorhaben Geld für eine Mittagsmahlzeit der 311 SchülerInnen der Kangemi Slum School zu sammeln und zu erwirtschaften, beratend unterstützt. Danach könnte daraus die Schülerfirma nyendo.fairtrade entstehen. Als Partnerprojekt bietet sich eine Kombination der Kangemi Slum School und des Waldorfkindergartens in Äthiopien an. 2. Den jetzigen Klassen wird das Projekt nyendo.finance als Konzeptentwurf vorgestellt. Kommt eine Projektgruppe zustande so würde diese mittels des Regionalbeitrages des Chiemgauers Kapital erwirtschaften. Dieses schenken sie als Startkapital einer Elterngruppe der Kangemi Slum School in Nairobi ihrem Partnerprojekt - als Grundstock einer selbstverwalteten Kreditgenossenschaft. Sie bitten darum die Initiative durch Projektbesuche der mitarbeitenden 11.Klässler begleiten zu dürfen. nyendo SchülerInnen der FWS Chiemgau gründen durch den Vertrieb von Chiemgauern Kreditgenossenschaften in der Elternschaft einer Slumschule in Nairobi. Diese Kredite werden langfristig auch in einer Regionalwährung vor Ort ausgezahlt. Die SchülerInnen stärken die eigene Region durch einen höheren Umlauf an Chiemgauern, lernen gleichzeitig das Konzept von Komplementärwährungen und Kreditgenossenschaften bzw. einer weitgehend zinsfreien Geldordnung kennen, verbreiten nachhaltige Finanzkonzepte in der Region ihres Partnerprojektes und unterstützen dadurch eine langfristige Stärkung der regionalen Wirtschaft in den Slums. Die Schülerfirma wird gegliedert in: 1. Buchführung und Geldverwaltung, 2. PR Öffentlichkeitsarbeit und 3. Aufbau und Begleitung der Kreditgenossenschaften Die Schüler reflektieren ihre persönlichen und gemeinsamen Lern- und Arbeitsschritte und dokumentieren sie in einer Portfoliomappe.

5 Konzeptentwurf nyendo.finance Die nyendo.finance SchülerInnen der jetzigen Klassen werben 100 Familien im Umkreis der Schule an, die anstreben, mindestens 100 Chiemgauer im Monat auszugeben und die 3 % Regionalbeitrages für das nyendo.finance Partnerprojekt zu spenden. Das ergibt bei einem Jahresumsatz von Chiemgauern etwa Euro abzüglich der Unkosten. Diese Euro könnten auf 100 kenianische Kreditnehmerinnen verteilt 40 Euro oder KShs Mikrokredite ergeben, welche in 20 monatlichen Raten von 500 KShs zum Teil zurückgezahlt und zum Teil neu angespart werden könnten, sodass die KreditnehmerInnen immer neue Investitionen in ihre Unternehmungen tätigen können. Sie machen sich kundig über das Mikrokreditwesen und über die Erfahrungen bereits bestehender Modelle und erarbeiten daraus Bedingungen unter welchen so eine Genossenschaft den größtmöglichen Erfolg haben könnte. Sie beauftragen die sieben SchülerInnen, die im August nach Kenia fliegen Kontakt zur Kangemi Slum School aufzunehmen und ihnen vorzuschlagen als ihr Partnerprojekt eine Kreditgenossenschaft nach den erarbeiteten Bedingungen zu gründen. Sie begleiten ihr Partnerprojekt in den Folgejahren indem die jeweiligen mitarbeitenden 11.Kläßler eine Projektreise dorthin unternehmen und bei Erfolg weitere Kreditgenossenschaften mit einem Startkapital versorgen können. Der Entwurf sieht eine Probezeit von 2 Jahren vor, nach der sich die Projektschule erneut für oder gegen die Einführung von nyendo.lernen entscheiden kann. Die begonnenen Projekte mit den mitarbeitenden Schülern sollten aber bis sie in die 12. Klasse kommen zu Ende geführt werden können. Wird die Schülerfirma nyendo.finance über die Probezeit hinaus fortgesetzt, so könnte in der zweiten Phase eine Regionalwährung in Nairobi entwickelt und eingeführt werden. Aufbauend auf die bereits gegründeten Kreditgenossenschaften könnte von den KreditnehmerInnen ein Unternehmerverbund gegründet werden, der sich zur Aufgabe macht durch die Entwicklung einer Regionalwährung die regionale Wirtschaft vor Ort weiter zu stärken. Es wäre die Aufgabe der nyendo.studentenfirma (bereits angedacht mit der freien Uni Witten-Herdecke) die Einführung und den Aufbau einer solchen Währung konzeptionell zu entwickeln und vor Ort zu begleiten. Die 11.Klässler der nyendo.finance Schülerfirma könnten in diesem Prozess mit eingebunden werden indem sie dem Unternehmerverbund der von ihnen unterstützten Kreditgenossenschaften die Vorteile einer solchen Regionalwährung aufzeigen und nach und nach die Kredite teilweise in Regionalwährung ausgezahlt werden. 5

6 DEUTSCHLAND INTERNATIONAL nyendo.institute nyendo.financepartner forscht und entwickelt Rahmenbedingungen für Lernprojekte. begleitet und koordiniert die Projekte in Deutschland und im Ausland. Globalisierung Umwelt bilden selbstverwaltete Kreditgenossenschaften und sparen mit der Rückzahlung einen neuen Kredit an. nyendo.finance Schülerfirmen Netzwerk Schüler vertreiben Regionalgeld und schenken den Erlös aus dem Regionalbeitrag ihrem Partnerprojekt als Startkapital für selbstverwaltete Kreditgenossenschaften nyendo.finance Studentenfirma Studenten unterstützen das nyendo.regiooffice und nyendo.credit&regio bei der Einführung einer Regionalwährung und unterstützen beratend die nyendo.finance Schülerfirmen 6 Geldordnung nyendo.finance nyendo.finance Studentenfirma Schülerfirmen Netzwerk DEUTSCHLAND nyendo.financepartner nyendo.regiooffice nyendo.credit&regio INTERNATIONAL nyendo.credit&regio erfolgreiche Kleinunternehmer/Innen schließen sich zu einem Unternehmerverbund zusammen und verpflichten sich einen Teil ihres Kredites als Regionalgeld in Umlauf zu bringen. nyendo.regiooffice entwickelt und verwaltet eine Regionalwährung passend zur Region und vertreibt ihren regio über den nyendo.credit&regio Unternehmerverbund.

7 Die Schule als Projektträger entscheidet sich für nyendo.lernen 2-3 KollegInnen stellen sich als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung. Die nyendo.schülerinnen bekommen einen abschließbaren Raum. Sie erhalten eine wöchentliche klassenübergreifende ( Klasse) Freistunde für ihre Teamsitzungen. Einmal im Jahr berichtet der nyendo.coach und einmal die Schülerinnen selbst in der Konferenz. Nach der Probezeit wird der nyendo.coach möglichst aus dem Schuletat finanziert. Die KollegInnen sind bereit Lösungen zu finden für SchülerInnen, die wegen themenbezogener Veranstaltungen in einem vertretbaren Maß um Unterrichtsbefreiung bitten. Die kleinen und großen Initiativen der SchülerInnen werden von den KollegInnen mit großer Freude begrüßt und unterstützt! Langfristig besuchen einzelne Lehrer und Eltern das Partnerprojekt vor Ort. Den nyendo.schülerinnen der 11. Klasse wird eine 4-wöchige Projektreise ermöglicht. Die Projektschule schließt einen Lizenz- und Beratungsvertrag mit dem nyendo.institute ab. beauftragt die Impulsgruppe aus Eltern, Experten, Unterstützern, evtl. zwei LehrerInnen, dem nyendo.coach und dem Berater des nyendo.institutes folgende Aufgaben zu übernehmen: Vorbereiten des Projektes, dokumentieren und anpassen des Konzeptes. Beratung und Unterstützung des nyendo. coachs und der SchülerInnen. PR und Networking Arbeit. Gründen/Finden des rechtlichen Trägers der Schülerfirma, z.b. eine GbR oder einen gemeinnützigen Verein. Fund Raisen das Honorar des nyendo. coachs für die ersten zwei Jahre. Suchen Unternehmerpartner in der Region die die Kosten für das nyendo.institute und das nyendo.netzwerk tragen. benennt den nyendo.coach. Der nyendo.coach hat die Aufgabe die SchülerInnen bei ihrer Arbeit zu begleiten. Er oder sie zeichnet sich weniger durch Expertise aus als durch Begeisterung für die Sache und ein warmes Interesse an jedem/r einzelnen SchülerIn. Unternehmertum und Verbindlichkeit sind weitere Stärken und ein gutes Ansehen in der Schulgemeinschaft und im Kollegium. Der Lernprozess des/der einzelnen SchülerIn steht im Zweifelsfall immer über dem Erfolg des Projektes. Der nyendo.coach nimmt an Fortbildungen des nyendo.institutes teil. und trägt langfristig die Kosten für den nyendo.coach, den Raum für die Schülerfirma und die Begleitung durch das nyendo.institute, unterstützt durch Fund Raising Aktivitäten der Impulsgruppe. Das nyendo.institute bietet zusätzlich neue Kooperationswege mit Unternehmerpartnern in der Region. 7

8 Das nyendo.institute Aufgaben und Verantwortung Geschichte Finanzierung Das Institut bietet social Entrepreneurship als Lernfeld für Oberstufe und 1.Studienjahr an, erforscht und entwickelt Lernkonzepte in den gesellschaftlichen Bereichen Globalisierung, Geldordnung und Umwelt, die Teil sind des realen Lebens und daher kompatibel sein müssen, begleitet Schulen bei der Einführung von nyendo.lernen Konzepten und die Studentenfirma, welche die Schülerfirmen professionell unterstützt. bietet den Schulen konkrete Projektpartner in Entwicklungsländern an und koordiniert die verschiedenen Aktivitäten der beteiligten Organsiationen. baut ein Netzwerk von Schülerfirmen auf und unterstützt dieses. bietet Fortbildungen für die nyendo.coachs und unterstützende Materialien an. vertritt, verbreitet und verantwortet die nyendo Idee in der Öffentlichkeit. und verpflichtet vertraglich alle mitwirkenden Organisationen zu dieser gemeinsamen Idee. Die Notwendigkeit des nyendo.institutes ergab sich aus dem Anliegen heraus, die Erfahrungen der 2004 gegründeten nyendo.fairtrade Schülerfirma an der RSS Ismaning auch anderen Schulen zu ermöglichen und das Angebot auf drei Themenbereiche auszuweiten um den individuellen Neigungen und Fähigkeiten der einzelnen Schüler besser gerecht werden zu können bis 2010 wurde von Irmgard Wutte ein Konzept entwickelt, das durch aufeinander abgestimmte Rahmenbedingungen aus sich heraus eine Lern- und Entwicklungsdynamik erhält und somit unabhängig ist von einer Gallionsfigur. Sie hat die Marke nyendo registrieren lassen konnte das nyendo.institute die perpetuum novile ggmbh unter der Geschäftsführung von Rüdiger Iwan und Beratung von Christian Czesla als Projektträger gewinnen kam Olaf Keser-Wagner als Begleiter der nyendo Studentenfirma hinzu. Weitere Mitarbeiter- Innen sind im Gespräch. Die Entwicklung des Konzeptes nyendo.lernen wurde bis jetzt durch Stiftungen unterstützt, u.a. durch Rolf Kerler und Dr. Heinz Zimmermann über die Evidenzstiftung Arlesheim und durch die Kaminskystiftung in Freiburg. Die laufenden Kosten werden langfristig durch Beratungshonorar und Mitgliedsbeiträge gedeckt werden. Das nyendo.institute berechnet seine Kosten für die Begleitung einer Schule und für das unterstützende Netzwerk mit Euro jährlich für die ersten drei Jahre und danach Euro jährlich. Dies sind vorerst geschätzte Zahlen, die auf einem Stundenlohn von Euro basieren und gegebenenfalls an die Realität angepasst werden müssen. Um die Schulen zu entlasten ist an den Aufbau regionaler Unternehmerkreise gedacht, die eine Art Patenschaft für dieses Bildungsangebot übernehmen. Es ist eine als Geste, dass sich Unternehmer für Bildung mit verantwortlich fühlen und auch das unternehmerische Konzept begrüßen. Für den Aufbau des Institutes werden auch weiterhin Stiftungsgelder benötigt werden. 8

9 nyendo.netzwerk Chiemgau Ein Schülerfirmentrio Möchte die Projektschule nicht nur eine Schülerfirma für eine kleine Projektgruppe als Wahlfach anbieten sondern möglichst alle Schüler der Klassen 9 bis 11 in einen sozialunter-nehmerischen Lehrgang einbinden so ist es sinnvoll drei verschiedene Lernfelder anzubieten. Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es die Möglichkeit zu den Themenbereichen Geldordnung, Globalisierung und Umwelt jeweils eine Schülerfirma zu gründen, die nach einem für sie zugeschneiderten Konzept arbeitet immer In Verbindung mit einem Partnerprojekt in einem Entwicklungsland. Ein voll ausgebauter Lehrgang würde an einer Schule durch jede Schülerfirma Euro, insgesamt also Euro jährlich Schenkungsgeld erwirtschaften. nyendo.fairtrade Für das Thema Globalisierung bietet sich als pädagogisches Mittel der Faire Handel an. nyendo.fairtrade wurde als Konzept bereits an der Rudolf Steiner Schule Ismaning entwickelt und erfolgreich in das Schulleben integriert. Seit 8 Jahren handeln die SchülerInnen mit kunsthandwerklichen Produkten, die sie auf dem Markt und von unseren Partnerproduzenten in Kenia beziehen, hier verkaufen und den Erlös Ihrer Partnerschule schenken. Bereits 7 Jahrgänge haben am Ende der 11. Klasse ihre Projektreise dorthin unternommen und neue Ware besorgt. Wir haben kürzlich begonnen unsere eigene Produktlinie zusammen mit den Produzenten zu entwickeln. Auf diesem Gebiet können die SchülerInnen die realen Lebensbedingungen der Hersteller und die üblichen und fairen Handelsbedingungen im Vergleich kennenlernen. Außerdem lassen sich langfristig Ausbildungsplätze für dortige Schulabgänger durch unsere Produzenten-partner anbieten. Weitere fairtrade Schülerfirmen könnten in das bestehende Netzwerk integriert werden. nyendo.nature Das pädagogische Konzept zum Thema Umwelt ist noch in Entwicklung. Es sieht vor, dass SchülerInnen z.b. durch einen Cateringservice und durch Vermarktung von fair gehandelten Verbrauchsgüter wie Kaffee, Nüsse, Kosmetik einen Erlös erwirtschaften, den sie zum Kauf von Land schenken um einer mittellosen Gemeinschaft in den Slums die Möglichkeit der landwirtschaftlichen Nutzung zu geben. Darüber hinaus könnten Schüler sich mit Energiewirtschaft auseinandersetzen und machbare Projekte angepasster Technologien entwickeln, die man dann vor Ort installieren könnte. All dies ist der Phantasie und initiative der einzelnen Schülerfirma überlassen. Ein regionales Netzwerk Ausgehend vom Chiemgauer wird das nyendo.institute in Zusammenarbeit mit dem Chiemgauer e.v. in den nächsten drei Jahren weitere Schulen in der Region zur Mitarbeit einladen. Es könnte jeweils eine Schule der bis jetzt fünf Gemeinden, die den Chiemgauer verwenden als Pioniere eines nyendo.netzwerkes den Anfang machen. Sollte sich das Konzept bewähren ist einem Wachsen des Netzwerkes keine Grenzen gesetzt. Das nyendo.institute wird entsprechende Vorbereitungen treffen. 9

10 Der Chiemgauer Das Oberbayerische Volksblatt schreibt: Seit acht Jahren bewährt sich die Regionalwährung Chiemgauer, sie sind also eine Erfolgsgeschichte. Über 620 Unternehmen akzeptieren mittlerweile den Chiemgauer als Zahlungsmittel. Nahezu alle erdenklichen Güter, Nahrungsmittel und Dienstleistungen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein können mit Regionalgeld eingekauft werden: von der Salatgurke über die Zahnbürste bis zum Firmenfahrzeug. Gleichzeitig entsteht eine regionale Wertschöpfungskette, Dörfer und Städte bekommen neue Impulse und bleiben lebendig. Mehr als 3000 Verbraucher zahlen mit dem Regionalgeld, so sind derzeit Chiemgauer im Umlauf. Da der Wert von einem Chiemgauer genau einem Euro entspricht, ist das eine beachtliche lokale Kaufkraft. Was den Chiemgauer vom Euro unterscheidet? Zunächst seine soziale Komponente. Wer mit Chiemgauer einkauft, fördert automatisch eines von über 230 Wunschprojekten etwa seinen Lieblingsverein mit drei Prozent der Umsatzsumme. Bezahlt wird dieser Betrag aber von den beteiligten 620 Unternehmen, die sich damit für den regionalen Einkauf und die Treue der Kunden bedanken. Auf diese Weise kamen in der achtjährigen Geschichte der Regional-währung im Chiemgau bereits Chiemgauer sprich Euro für soziale Zwecke zusammen. Regionale Kreisläufe schafft das Regionalgeld nur, wenn es nicht gehortet wird, sondern in Umlauf kommt. Deshalb besitzt der Chiemgauer im Gegensatz zum Euro ein eingebautes Gaspedal: Er verliert jeweils zum Quartalsende zwei Prozent an Wert. Sollten die Verbraucher die Scheine bis dahin noch nicht ausgegeben haben, müssen sie Aufwertmarken auf die Scheine kleben, damit ist die Gültigkeit um drei Monate verlängert. Solange ein Verbraucher nicht mehr Scheine eintauscht, als er im Quartal ausgibt, entstehen ihm überhaupt keine Kosten; auch die Mitgliedschaft im Verein Chiemgauer e.v. ist für ihn kostenlos. Der Chiemgauer e.v.ist ein gemeinnütziger Verein und unter im Internet vertreten. Dort gibt es tagesaktuelle Informationen, welche Anbieter mitmachen und wie sich die Drei-Prozent- Förderung für die Vereine entwickelt. Außerdem gibt es Neues aus dem Vereinsleben. Die Funktionsweise und Ziele des Chiemgauers werden ausführlich erklärt. Referenz Der Chiemgauer e. V. begru ßt die Initiative nyendo.finance und bietet gerne seine Unterstu tzung bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes an. Der Chiemgauer wurde vor fast 10 Jahren von einer Schu lerfirma an der Freien Waldorfschule Chiemgau in Prien unter meiner Leitung ins Leben gerufen. Seither ist die Einbindung von Schu lern in Form von Projekten und Schu lerunternehmen ins Chiemgauer- Netzwerk weiterhin eines unserer wichtigsten Satzungszwecke. Gerade in unserer heutigen Zeit ist es mehr denn je von Bedeutung, neue Wege einer nachhaltigen Geldordnung und des regionalen Miteinanders zu entwickeln und zu gehen. Die zuku nftigen Generationen, unsere heutigen Schu ler, mit einzubeziehen, kommt nicht nur ihren eigenen Interessen entgegen, sondern ist auch eine Notwendigkeit fu r die Neugestaltung unserer Gesellschaft durch langfristig gesunde Beziehungsund Finanzstrukturen. Die Koppelung mit einer Unterstu tzung von Gemeinschaften in Entwicklungsländern durch Schenkgeld und durch Mikrokredit- und Komplementärwährungsmodelle macht fu r mich die nyendo.finance Idee besonders attraktiv. Wir wu nschen der geplanten Schu lerfirma nyendo.finance ein gutes Gelingen. Mit freundlichen Gru ßen Christian Gelleri, 1. Vorsitzender 10

11 Die Partnerprojekte Die Kangemi Slum School in Nairobi 4 Millionen Einwohner zählt Nairobi inzwischen und über 2 Million leben davon in Slums, meist ohne Wasser, Strom und Abwasserversorgung. Doch es gibt Einheimische, die mit ungebrochener Kraft, Hingabe und Freude dieses Elend verwandeln helfen. Der etwa 30jährige Schuldirektor der Kangemi Slum School, Mr. Josef Simui ist so eine Persönlichkeit. Als Elterninitiative der Slumbewohner wird die Schule mit knapp 400 Kindern gemeinschaftlich von Eltern und Lehrern verwaltet. Das Schulgeld beträgt 2 Euro pro Monat, aber die Hälfte der Elternhäuser kann das nicht bezahlen. Ein täglicher Bohneneintopf sorgt dafür, dass alle Kinder zur Schule kommen, sonst auf den Müllhalden nach Nahrung suchen. Von dem Rest der Einnahmen werden die Lehrergehälter gezahlt oder auch nicht. Diese leben zu zweit und zu dritt in kleinen Holzverschlägen. Aber all das erzählte uns Mr Simui bei unserem Besuch nicht, das erfuhren wir später durch unsere Fragen. Er erzählte nur von ihren Errungen-schaften und Erfolgen, dem Grundbucheintrag des Stückchen Landens, das sie von der Stadt zugewiesen bekamen, die guten Abschlüsse, die die Kinder erzielen und die Preise, die sie im Wettbewerb mit anderen Schulen in Sport oder Musik gewinnen. Er ist sichtlich stolz auf seine MitarbeiterInnen und seine SchülerInnen. Unser Besuch ist ihnen eine große Ehre und Freude und wird mit einem kleinen Programm der Kinder umrahmt. Mit keinem Wort und keiner Miene wird gebettelt oder gejammert. Unser Interesse und unsere Bewunderung gibt ihm das Selbstvertrauen bei lokalen Sponsoren wie z.b. eine Mobilfunkfirma Unterstützung zu suchen, erzählte uns meine Freundin aus dem kenianischen Erziehungsministerium, die ehrenamtlich das Projekt betreut. Der Waldorfkindergarten in Äthiopien Gemeinsam für eine bessere Welt heißt es. Jedoch wie kann ich helfen als 18jähriges Mädchen ohne Einkommen, fragte sich Magdalena Bächtle vor 3 Jahren und fand schließlich eine Waldorfinitiative in Äthiopien, die sie bereits mehrmals besuchte und durch zahlreiche Aktionen unterstütze. Sie schreibt: Hawzien braucht eine Waldorfschule, die 120 Waldorfkindergarten Kinder wachsen aus dem Kindergarten raus und haben aufgrund der Aufnahme Tests der 1. Klasse kaum eine Chance auf Bildung. Hawzien braucht unsere Hilfe also helfen wir!...in unserer Vorstellung entsteht in Hawzien eine Waldorfschule mit vorerst 4 Klassen. Gemeinsam mit dem Kindergarten soll die Schule einen neuen Mittelpunkt für die Familien geben. Eine warme Mahlzeit pro Tag, sowie ärztliche Versorgung können mit Ihrer Hilfe umgesetzt werden. Ein Kräutergarten ist in Planung, der den Erwachsenen nicht nur medizinische Kenntnisse bringt und in der Krankenstation von Nutzen sein wird, sondern über den Verkauf der Kräuter auch eine Einnahmequelle bildet. Die geplanten Bauten sollen der dortigen Landschaft entsprechen und werden so der landestypischen traditionellen Bauart angepasst. Genau wie in der Natur ist es natürlich nicht möglich, dass eine Palme innerhalb eines Jahres stark genug ist um selbstständig zu überleben, gerade wenn es nicht genug Wasser und Zuwendung gibt. Deshalb möchte ich meiner metaphorischen Palme immer Zuwendung schenken, ich werde für Wasser sorgen und sie immer wenn sie es nötig hat pflegen! Wir bringen sie gemeinsam zum Wachsen. Magdalena Bächtle 11

12 Impressum Stand: Januar 2012 Grundlagen einer neuen Lernkultur: Authorin, Ansprechpartnerin: Irmgard Wutte Neugartenstraße Prien am Chiemsee Telefon Satz/Grafik: Barbara Krimbacher GESTALTUNG Telefon

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