E-Learning gewinnt gerade im Bereich der Hochschullehre zunehmend an

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2 E-Learning gewinnt gerade im Bereich der Hochschullehre zunehmend an Bedeutung. Schaut man sich einmal genauer an, was im Einzelnen unter E- Learning verstanden wird, gehen die Definitionen durchaus auseinander. In einigen Fällen wird E-Learning in einem sehr weit gefassten, in anderen Fällen in einem eher eng gefassten Sinne verwendet. Eine Definition von E-Learning in einem weiter gefassten Verständnis könnte lauten: Unter E-Learning versteht man den Einsatz elektronischer Informations- und Kommunikationssysteme zur Unterstützung der spezifischen Arbeitsprozesse in Studium und Lehre. 2

3 Speziellere Definitionen dagegen differenzieren z.b. zwischen den einzelnen Aufgabengebieten oder dem Grad der Unterstützung durch Informations- und Kommunikationssysteme. So wird allgemein unter dem Begriff blended learning die Kombination aus klassischen Präsenzveranstaltungen und virtuellen bzw. elektronischen Lehrund Lerneinheiten, die entweder die Präsenzveranstaltungen unterstützen oder aber teilweise ersetzen, verstanden. Dem gegenüber kann dann ein spezieller Begriff von E-Learning gesetzt werden, unter dem alle komplett virtuell durchgeführten Lehrveranstaltungen subsummiert werden. 3

4 Bei der Definition des Begriffs E-Learning ist außerdem zwischen der technischen Infrastruktur und E-Learning-Konzepten und Szenarien zu unterscheiden. Jeder Einsatz von E-Learning benötigt natürlich eine technische Grundlage, das heißt also eine Software. Diese allein ist aber erst ein Teil dessen, was zum sinnvollen Einsatz von E- Learning in der Hochschullehre notwendig ist. Daneben sind auch Konzepte vonnöten, in denen beschrieben wird, welche Lerninhalte vermittelt, welche Zielgruppen ins Auge gefasst und welche Vermittlungswege (z.b. Skript, Tutorials, fallbasiertes Lernen) verwendet werden sowie an welchen Stellen einer Veranstaltung die E-Learning-Einheiten einzusetzen sind. Außerdem müssen die Inhalte so aufbereitet werden, dass die Studierenden dazu in die Lage versetzt werden, sich den Stoff selbständig zu erarbeiten. Immer dann, wenn in einem funktionalen Gesamtkonzept sowohl die technische als auch die inhaltliche Seite berücksichtigt werden, spricht man davon, dass ein E-Learning-Szenarium oder eine E-Learning-Umgebung entwickelt wird. 4

5 Führt man sich noch einmal die erweiterte Definition von E-Learning vor Augen, dann ist darin allgemein von Informations- und Kommunikationssystemen zur Unterstützung der Hochschullehre die Rede. Auch diesbezüglich kann eine Spezifizierung vorgenommen werden, die zur Begriffsklärung beiträgt. Denn im Grunde sind alle Dienste und Services einer Hochschulbibliothek, sofern sie elektronisch angeboten werden, Informationsund Kommunikationssysteme, die zur Unterstützung der Hochschullehre dienen. D.h. aber, dass alle Services und Dienste (z.b. Katalog, DBIS, EZB, Homepage usw.) der Universitätsbibliothek als E-Learning-Komponenten bezeichnet werden müssten. Dies ist im Sinne der erweiterten Definition auch richtig und macht die Besonderheit der Bibliothek gegenüber den anderen Einrichtungen der Universität aus. Zum besseren Verständnis bietet es sich aber an, diese Dienste und Services als Informationsmittel zu bezeichnen und von E-Learning-Angeboten der Bibliothek im engeren Sinne zu unterscheiden. 5

6 Bevor die Unterscheidung zwischen Informationsmitteln und E-Learning- Angeboten genauer betrachtet werden, noch ein paar weitere Hinweise zum allgemeinen Verständnis dessen, was E-Learning ausmachen kann. Denn auch hinsichtlich der technischen Grundlage muss zwischen verschiedenen Angeboten unterschieden werden. Zunächst einmal sind hier kleinere E-Learning-Tools von komplexen E- Learning-Plattformen zu unterscheiden. E-Learning-Tools sind Software-Programme, die einzelne Arbeitsschritte, Aufgaben und Funktionen im Kontext der Hochschullehre unterstützen bzw. übernehmen. Dabei können es sich z.b. um Wikis handeln, mit deren Hilfe Studierende zusammen online an einem Referatstext arbeiten oder Foren, über die sich Studierende eines Studiengangs austauschen oder Blogs, in denen die Institute Aktuelles den Institutsangehörigen mitteilen. Die Liste möglicher Tools, die die Hochschullehre unterstützen, könnte hier beliebig lang fortgeführt werden. Funktional können all diese Werkzeuge in Distributionswerkzeuge (das sind Werkzeuge zur elektronischen Präsentation von Inhalten wie z.b. Homepage, Downloads) Kommunikationswerkzeuge (das sind Werkzeuge zur elektronischen Kommunikation wie z.b. Foren, , Blocks) und Kollaborationswerkzeuge (das sind Werkzeuge zur gemeinsamen Arbeit an Dokumenten oder anderen Inhalten wie z.b. Wikis) unterschieden werden. 6

7 Bei E-Learning-Plattformen handelt es sich um komplexe Software- Programme, die einige der wichtigsten Tools in einem System und unter einer Oberfläche integrieren. Diese können alle nach einmaliger Anmeldung genutzt werden und sind hinsichtlich des Datenaustausches untereinander kompatibel. Gänge Systeme an deutschen Hochschulen sind die Produkte moodle, blackbord, Ilias und StudIP. Auch wenn der Trend hin zu diesen Standard-Produkten geht, gibt es aber auch Hochschulen, die Eigenentwicklungen einsetzen. Aber auch bei den Hochschulen, die die genannten Standard-Software- Produkte einsetzen, muss zwischen den reinen technischen Systemen und den jeweiligen Anwendungen unterschieden werden. Denn in der Regel bieten die Systeme eine ganze Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten, so dass sich die konkreten Anwendungen verschiedener Universitäten oftmals in Design und Funktionalitätsumfang erheblich unterscheiden, obwohl die gleiche Software zugrunde liegt. Die Universität Würzburg setzt seit dem Wintersemester 2007/2008 die E- Learning-Plattform WueCampus ein, die auf moodle basiert. 7

8 Auch das E-Learning-Angebot der Uni Würzburg ist mittlerweile sehr umfangreich. Es reicht von den Homepages der Uni und der einzelnen Fakultäten und Institute, über die Möglichkeit des Downloads von Vorlesungsskripten, das elektronische Vorlesungsverzeichnis mit der Möglichkeit der automatischen Kursbelegung und Stundenplanerstellung sowie die elektronische Prüfungsverwaltung bis hin zu klassischen E-Learning- Angeboten wie das bereits erwähnte E-Learning-Portal WueCampus und das uniweite Projekt CaseTrain. 8

9 Die Universitätsbibliothek Würzburg bietet ebenfalls verschiedene E-Learning- Komponenten an. Wie bereits oben ausgeführt, muss bei den Diensten und Services der UB mehr als bei den restlichen Bereichen der Universität und darin allein vergleichbar mit den Angeboten des Rechenzentrums zwischen Informationsmitteln und E-Learning-Angeboten unterschieden werden. Denn je nach Definition können auch DBIS, EZB und der Katalog als E-Learning- Angebote bezeichnet werden. Zu den E-Learning-Angeboten im engeren Sinne gehören die Lehr- und Lernmaterialien, die für die Selbstlernphasen der Informationskompetenz- Module auf WueCampus bereit gestellt werden, Online-Tutorials, die momentan sukzessive erstellt werden, fallbasierte Lerneinheiten im Rahmen des uniweiten Projekts CaseTrain und die Elektronischen Semesterapparate, die die Bibliothek als Dienstleistung für die Institute und Fakultäten anbietet. 9

10 Elektronische Semesterapparate können zu einzelnen Lehrveranstaltungen angelegt werden. Sie enthalten je nach Wunsch der Dozenten Digitalisate konventioneller Dokumente, die von der Bibliothek eingescannt werden, oder bereits elektronisch vorliegende Dokumente. Dabei kann es sich um Materialien handeln, die eigens für die Veranstaltungen erstellt wurden (Skripte z.b.) oder aber um Veröffentlichungen, die für die Veranstaltungen von Relevanz sind. In der Regel sind die einzelnen Elektronischen Semesterapparate aus urheberrechtlichen Gründen passwortgeschützt. 10

11 Die Universitätsbibliothek Würzburg hat seit kurzem mit der Produktion von Online-Tutorials begonnen. Da diese zurzeit noch nicht zur Verfügung stehen, möchten wir an dieser Stelle auf Beispiele aus anderen Bibliotheken verweisen: UB Freiburg [http://www3.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=3092] UB München [http://www.ub.uni-muenchen.de/etutorials/] UB Bamberg [http://www.unibamberg.de/ub/einfuehrungen_kurse/online_tutorials_zu_datenbanken/] 11

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