EDID: Eine Anleitung zur Identifizierung und Behebung häufiger Probleme. Was ist EDID? EDID-Kommunikationsprotokoll - Schritt für Schritt...

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1 EDID: Eine Anleitung zur Identifizierung und Behebung häufiger Probleme Inhalt Was ist EDID?... 2 EDID-Kommunikationsprotokoll - Schritt für Schritt... 4 EDID-Kommunikationsprobleme... 6 Häufige EDID-Probleme vor Ort... 6 Signalintegritätsprobleme in den DDC- oder HPD-Leitungen... 6 Nicht konfiguriertes EDID-Management... 8 Langsame oder unzuverlässige Quellenumschaltung... 9 Bilder sehen auf manchen Displays gut aus und auf anderen nicht Farbraumumschaltung oder Kompatibilitätsprobleme Probleme mit der Quellenkompatibilität HDMI-Audioprobleme Eine EDID-Strategie entwickeln Zusammenfassung HDMI, DVI und DisplayPort benötigen einen gelungenen bidirektionalen EDID- Austausch zwischen einem Display und einer Quelle, um eine Verbindung zwischen ihnen herstellen zu können. Das wiederum ermöglicht die Weiterleitung von digitalen AV-Inhalten von der Quelle zum Display. Probleme mit der EDID-Kommunikation sind hauptsächlich für Fehler in digitalen Videosystemen verantwortlich. Ein typischer Effekt hierfür wäre z.b., wenn kein Bild auf dem Display zu sehen ist. Dieser Artikel befasst sich ausführlich mit der EDID-Technologie und der Identifizierung von typischen EDID-Problemen vor Ort sowie den entsprechenden Lösungswegen zur Behebung dieser Fehler. Mit einem besseren Verständnis dieser Probleme können effektive EDID-Strategien bei zukünftigen Systemdesigns umgesetzt und so ein zuverlässiger und konstanter Systembetrieb sichergestellt werden. White Paper 1

2 Die Übergangsphase der professionellen AV-Industrie von analogen zu digitalen Videotechnologien schreitet rapide voran mit der Einführung von HDMI, DVI und DisplayPort. Obwohl dies weitgehend erfolgreich vonstatten geht, bringt diese Übergangsphase viele Herausforderungen für die Installation eines soliden, störungsfreien Videosystems für den Endnutzer. Eine der Herausforderungen könnte die Integrität von digitalen Videosignalen sein, da diese über Kabel durch verschiedene Geräte geleitet werden und die damit verbundene Zuverlässigkeit der Kabelverbindungen sowie Terminierungen. Ein anderer zu beachtender Aspekt wäre die bidirektionale Kommunikation bei HDMI, DVI und DisplayPort. Diese bidirektionale Kommunikation besteht zunächst aus einem EDID-Austausch und einer HDCP-Authentifizierung, wenn der darzustellende Inhalt HDCP-verschlüsselt ist. Ein gelungener Abschluss beider Prozesse ist Voraussetzung für die Übertragung von digitalem AV-Inhalt von der Quelle zum Display. Probleme mit EDID oder HDCP sind die Hauptursachen von Systemfehlern und führen zu dem häufig auftretenden Effekt: Ein leerer oder blauer Bildschirm mit der Meldung No Signal oder etwas ähnlichem. Fehler bei der HDCP-Übergabe sind in diesem Bereich bestens bekannt. Die EDID-Technologie ist schon lange ein Teil von AV und ist bei Integratoren allgemein bekannt. Allerdings ist es auch schwierig EDID vollständig zu verstehen und, was wahrscheinlich noch wichtiger ist, effektiv nach Fehlern zu suchen und diese zu beheben, wenn etwas falsch läuft bei der Installation von digitalem Video. Dieser Artikel möchte dem AV-Profi die EDID-Technologie näherbringen. Hierzu wird als erstes erklärt, was EDID überhaupt ist. Danach werden häufig auftretende EDID-Probleme vor Ort beschrieben und entsprechende Lösungswege zur Behebung dieser Fehler aufgezeigt. Anhand dieser Informationen können solide EDID-Strategien entwickelt und angewandt werden, um so den zuverlässigen und konstanten Betrieb von jedem AV-System sicherzustellen. Was ist EDID? EDID (Extended Display Identification Data) besteht aus einer 128 Byte- Datenstruktur, die in einem Videodisplay bzw. Zielgerät gespeichert ist. Die EDID- Daten spezifizieren die Eigenschaften eines Zielgeräts und umfassen einen primären Datenblock, auch als VESA Block 0 bekannt. Block 0 listet die bevorzugte Auflösung und Bildwiederholfrequenz des Displays auf. Darüber hinaus werden dort die Farbeigenschaften und noch andere Auflösungen und Bildwiederholfrequenzen, die akzeptiert werden, aufgeführt. Die bevorzugte Auflösung entspricht normalerweise, aber nicht immer, der nativen Auflösung des Displays. Zu den EDID-Daten gehört ebenfalls eine große Auswahl von zusätzlichen Informationen, einschließlich Anbieter, Modell, Seriennummer, Herstellungsdatum, Bildabmessungen, Display- Transfereigenschaften (Gamma und Farbeigenschaften), RGB-Primärfarben und Weißpunkt. Weitere Informationen über die EDID-Daten finden Sie in den seitlichen Infoboxen und der folgenden Abbildung. Neben dem Zielgerät können aber auch EDID-Daten in Repeatern, die zwischen einer Quelle und einem Zielgerät stehen, gespeichert werden. Umschalter, Verteilverstärker und Geräte zur Signalverarbeitung sind typische Beispiele für Repeater. 2

3 Wie ist die EDID-Struktur? Die folgenden Bestandteile sind essentiell für die EDID-Struktur. Die Extron- Steuerungssoftware für Kreuzschienen wurde zur Anzeige der Information genutzt. Originale, hex-kodierte Daten für die EDID- Kommunikation. Die Software übersetzt die Daten in lesbare Informationen. Modellname des Displays Bevorzugte oder native Auflösung und Bildwiederholfrequenz Komplette Liste der vom Display unterstützten Zeitabläufe Unterstütztes Audioformat Liste mit den vom Zielgerät oder Repeater unterstützten Audioformaten Lautsprecherzuordnung für ein spezielles Audioformat Zusätzliche Informationen, wie z.b. kompatible 3D-Videoformate oder Farbbit-Tiefen 3

4 Fernsehgeräte oder Monitore mit HDMI-Anschlüssen benötigen EDID-Daten mit zusätzlichen 128 Byte-Erweiterungsblöcken, standardisiert als CEA-861 durch die Consumer Electronics Association. So können die Parameter für kompatible DTV/HDTV- und Audioformate definiert werden, wenn sie mit einem AV-Gerät aus dem Consumer-Bereich, wie z.b. einem Audio-/Videoempfänger, Blu-ray Disc Player, mobile Geräte oder einem PC, verbunden sind. Darüber hinaus spezifiziert der CEA-861-Datenblock, sofern nötig, 3D-Videoformate, Farbbit-Tiefen für Deep Color, Farbraum-Kompatibilität einschließlich xvycc und Parameter für Lippensynchronisation. Wenn eine Quelle mit einem Zielgerät verbunden wird, dann werden die EDID-Daten zur Quelle gesendet, die die Informationen liest und diese für die Videoausgabe in einem für das Display passendem Format nutzt. Ein PC z.b. empfängt EDID-Daten von einem Zielgerät, die eine native WUXGA-Auflösung für den DVI-Anschluss des Zielgeräts angeben. Daraufhin reagiert der PC direkt und sendet Video mit einer WUXGA-Auflösung an das Zielgerät. Die EDID-Technologie ermöglicht eine einfache Plug-and-Play-Verbindung und verbessert gleichzeitig automatisch die Videokompatibilität zwischen der Quelle und dem Zielgerät. Der EDID-Austausch wurde von der VESA (Video Electronics Standards Organization) standardisiert. Er wurde zuerst 1994 für analoges VGA eingeführt. Zeitgleich kam mit der Verbreitung von CRT-Datendisplays mit verschiedenen bevorzugten Auflösungen der Wunsch auf, die Verbindung von einem PC zu vereinfachen, indem die Eigenschaften des Displays automatisch an die Grafikkarte kommuniziert werden sollten. Aufgrund der breiten Umsetzung für VGA wurde EDID auch in die HDMI-, DVIund DisplayPort-Standards integriert. EDID-Kommunikationsprotokoll - Schritt für Schritt Das Protokoll für den Ablauf des EDID-Austauschs wurde von der VESA als DDC (Display Data Channel) standardisiert. Diese serielle Kommunikationsschnittstelle basiert auf einem I2C-Standardprotokoll für die bidirektionale Kommunikation in vielen verschiedenen Typen von elektronischen Geräten. Die DDC-Schnittstelle benötigt drei Kontakte an den HDMI- oder DVI-Steckern für die Signalübertragung und den Datenaustausch, einschließlich der seriellen Datenleitung (SDA) und der seriellen Taktleitung (SCL) für I2C sowie einer +5 Volt-Zuleitung von der Quelle. 1 Signale, die über DDC weitergeleitet werden, sind separat von den TMDS-Leitungen für Video und Audio. 1. Die erste Quellenverbindung Eine Quelle wird an ein Zielgerät angeschlossen und eingeschaltet. Aufgrund der DDC-Vorgabe versorgt die Quelle das Zielgerät mit einer +5 Volt-Versorgungsspannung. Mit dieser Spannung wird der EDID- Schaltkreis versorgt, so dass ein EDID-Austausch stattfinden kann, ohne dass das Display im vollen Betrieb ist. 2. Bestätigung der Quellenverbindung und Übergabe Sobald der EDID- Schaltkreis des Zielgeräts in Betrieb ist, bestätigt er die Verbindung, indem das HPD (Hot Plug Detect)-Signal von niedrig auf hoch geändert wird. Der HPD-Pin ist vom DDC-Kanal und seiner +5 Volt-Zuleitung getrennt. 1 DisplayPort unterstützt DDC, nutzt aber nicht den PC-Bus zur Übertragung von DDC-Signalen oder EDID-Daten zwischen Geräten. Stattdessen wird der PC-Bus in einen bestimmten zusätzlichen Kanal für die Quellen- und Zielgerätverbindungen umgewandelt. 4

5 EDID-AUSTAUSCH Display ist angeschlossen Ich wurde gerade angeschlossen und muss mich bemerkbar machen. Erste Verbindung HPD Display treibt HPD- Signal HOCH Ich bemerke eine Störung in den Leitungen des Videoausgangs... HPD ging von NIEDRIG zu HOCH. Das bedeutet, dass sich etwas an meinem Ausgangsanschluss geändert hat. Das muss ich untersuchen! Zzz... HPD geht HOCH Erzähle mir von dir, dann weiß ich welche Signale ich generieren soll. Mein Name ist Elsie Dee. Ich wurde am... geboren. Ich bevorzuge die Anzeige von 1080p/60 und ich kann Stereo- Audio wiedergeben. Hier ist eine Liste anderer Videoauflösungen, die ich verarbeiten kann: 720p, WXGA... DDC-Leitungen sind aktiv Videoausgang Der Nutzer hat mir befohlen 720p zu erzeugen und das ist, was du bekommst. Dieses Video ist geschützter Inhalt. Lass uns also HDCP-Schlüssel austauschen... Video- und DDC- Leitungen sind aktiv EDID-Austausch 3. EDID-Anfrage vom Zielgerät Wenn die Quelle ein hohes HPD-Signal empfängt, dann fragt sie die EDID-Daten des Zielgeräts über den DDC-Kanal an. 4. Übertragung der EDID-Daten zur Quelle Das Zielgerät empfängt den Befehl für die Anfrage und sendet daraufhin über den DDC-Kanal die EDID-Daten zur Quelle. 5. Videoausgabe der Quelle basierend auf den EDID-Daten Die Quelle liest die Daten und sendet direkt den Videoinhalt mit der gewünschten Auflösung, Bildwiederholfrequenz und Farbraum an das Zielgerät. Die bevorzugte Auflösung kann überschrieben werden, wenn der Nutzer eine andere Auflösung, die den unterstützten Zeitabläufen des Videos entspricht, auswählt. 6. HDMI-Zielgeräte und -Quellen wie z.b. Fernseher und Blu-ray Disc Player Bei HDMI-Zielgeräten beinhalten die EDID-Daten normalerweise ein oder mehrere Daten-Erweiterungssegmente mit kompatiblen Zeitabläufen für DTV-Geräte, unterstützten Audioformaten, Lautsprecherzuordnung und, falls vorhanden, eine Verzögerung für Lippensynchronisation. Die Quelle erkennt das Vorhandensein dieser Erweiterungssegmente anhand einer Flag im primären EDID-Segment und fragt sie dann vom Zielgerät an. Der Ablauf des HPD- und EDID-Handshake wird oben dargestellt. Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass HDMI- und DVI-Spezifikationen eine erfolgreiche 5

6 Abbildung 1 EDID-Kommunikation benötigen, bevor eine Quelle ihr Video ausgibt. Die EDID- Kommunikation ist wiederum abhängig von einem gelungenen HPD-Handshake. Darüber hinaus muss die EDID-Kommunikation bei HDCP-verschlüsseltem Inhalt erst abgschlossen sein, bevor die HDCP-Authentifizierung stattfinden kann. Der Informationsaustausch für HDCP verläuft über dieselben DDC-Leitungen wie für den EDID-Austausch. Normale Bildanzeige No Signal! Kein Bild auf dem Bildschirm Bild füllt nicht den Bildschirm aus Häufig auftretende Symptome bei Problemen mit der EDID-Kommunikation EDID-Kommunikationsprobleme Probleme aufgrund der EDID-Kommunikation kommen häufig vor. Sie können das Ergebnis von einer DDC- oder HPD-Signalabschwächung durch Kabelverluste, schlechte Terminierungen oder EMI/RFI-Störungen sein. Sie können auch vom Zielgerät, der Quelle oder manchmal vom Repeater, wie z.b. einem Umschalter, stammen und lassen darauf schließen, wie HPD oder EDID in einem System gehandhabt oder verwaltet wird. Die Effekte sind oft dieselben: Es ist kein Bild auf dem Bildschirm zu sehen oder das Bild zeigt Störungen, ist unscharf oder füllt den Bildschirm nicht aus. Siehe hierzu auch Abbildung 1. In diesem Artikel werden die am häufigsten vor Ort auftretenden Probleme durch den EDID-Austausch beschrieben und Lösungswege zur Behebung diese Fehler aufgezeigt. Häufige EDID-Probleme vor Ort Signalintegritätsprobleme in den DDC- oder HPD-Leitungen Ein typischer Systemaufbau. (1) Eine Quelle ist mit einem Zielgerät über ein langes HDMI- oder DVI-Kabel verbunden. (2) Eine Quelle ist über einen Twisted Pair- Extender mit einem entfernt liegenden Zielgerät verbunden. Häufiges Symptom. Es ist kein Bild zu sehen. Sollte die Quelle ein PC sein, dann scheint das Bild eine niedrige Auflösung zu haben und sieht unscharf bzw. gedehnt aus oder füllt den Bildschirm nicht aus. Erklärung. Integratoren, die mit HDMI und DVI vor Ort arbeiten, kennen sehr gut die dramatischen Effekte bei der Bildqualität, wenn die Signalintegrität in den TMDS- Videoleitungen verloren geht. Ein Signalabbau kann durch lange Kabelstrecken, schlechte Verbindungen, die Verwendung von Verbindern zur Verlängerung von Kabeln, Kaskadierung mehrerer Geräte im Signalpfad und andere Faktoren verursacht werden. Probleme mit der Signalintegrität können auch Einfluss auf die DDC- und HPD- Leitungen haben und eine zuverlässige Bildwiedergabe verhindern. Die Signalweiterleitung über DDC und HPD folgt im Wesentlichen einer standardmäßigen binären TTL-Logik. Entsprechend den Spezifikationen für HDMI und DVI wird ein niedriges Signal erkannt, wenn es in den Bereich von 0 bis 0,8 Volt fällt. Ein hohes Signal wird hingegen in dem Bereich von 2,0 bis 5,3 Volt wahrgenommen. Lange Kabelstrecken können bei logischen Signalen dazu führen, dass diese niedriger verlaufen und ein hohes Signal hervorrufen können, das dann von der Empfangsseite falsch interpretiert wird. Abbildung 2 zeigt den Verlust eines HPD-Signals bei einem langen HDMI-Kabel. Das Signal vom Zielgerät hat so viel Spannung verloren, dass es von der Quelle nur noch unter dem für hohe HPD-Signale definierten Bereich erkannt wird. Entsprechend fragt die Quelle die EDID-Daten vom Zielgerät nicht an und der 6

7 Abbildung 2 HPD Hoher Schwellenwert Signal HPD Signal Hoher Schwellenwert Zeit Zeit HPD Laptop HDMI Projektor Lange Kabelstrecken können zum HPD-Signalverlust führen und verursachen ein bestimmtes hohes Signal, das von der Quelle falsch gelesen wird. Handshake-Prozess wird unterbrochen. Ähnliche Probleme können auch bei Signal- Extendern und zu langen Twisted Pair-Kabeln auftreten. Auch wenn die DDC- oder HPD-Leitungen davon betroffen sind, können die TMDS- Leitungen noch immer intakt sein, da sie anders übertragen werden. Viele Quellen können kein Video ausgeben, wenn der Handshake scheitert. PCs hingegen senden dann die Inhalte mit einer niedrigen Standardauflösung, wie z.b. 1024x768, um sicherzustellen, dass der Nutzer weiterhin mit dem PC arbeiten kann. 2 Bei diesem Systemaufbau können nur ein paar niedrige Auflösungen ausgewählt werden, wenn der Ausgang vom PC manuell konfiguriert wird. Siehe Abbildung 3. Empfohlene Lösungen. Um den DDC- und HPD-Signalabbau zu verhindern, muss dieselbe Vorgehensweise wie für eine gute digitale Videosignalverbindung angewandt werden. D.h., dass Kabel so kurz wie möglich sein müssen, Verbindungen müssen solide und robust sein und der Signalpfad sollte möglichst wenige Unterbrechungen haben. Bei der Verwendung von Signal-Extendern mit Twisted Pair-Kabeln, sollten die Kabellängen den Richtlinien der Hersteller entsprechen. Normal EDID-Fehler Abbildung 3: Tritt ein Fehler in der EDID-Kommunikation auf, dann sendet ein PC normalerweise eine Standardauflösung, wie z.b. 1024x768, und bietet nur wenige Optionen für die Einstellung des Ausgangs. 2 Obwohl eine Quelle normalerweise einen EDID-Austausch für die Inhaltsausgabe benötigt, kann ein Zielgerät eingehende Signale ohne EDID-Austausch wiedergeben. 7

8 Ein Signal-Testgenerator kann dazu genutzt werden, um die Integrität von TMDS- Videoleitungen zu testen. Weitere Informationen finden Sie auch in der seitlichen Infobox auf der nächsten Seite. Wenn die TMDS-Leitungen für gut befunden werden, dann kann ein EDID-Managementgerät, wie z.b. der Extron EDID 101D, eine schnelle und effektive Lösung sein, wenn Systemänderungen unpraktisch oder zu aufwendig wären. Das Gerät ist normalerweise über ein kurzes Kabel mit dem Quellenausgang verbunden. Der EDID 101D verwaltet automatisch die EDID-Kommunikation mit der Quelle, so dass das Gerät im Wesentlichen die Funktionen eines Zielgeräts simuliert. Die Quelle gibt dann ihren Inhalt an den EDID 101D aus, der die Signale zum Display weiterleitet. Die Extron-Technologien zum EDID-Management sind EDID Minder und EDID-Emulation. Sie ermöglichen die EDID-Kommunikation mit der Quelle mithilfe von vorgespeicherten EDID-Tabellen mit verschiedenen Auflösungen mit oder ohne Audio. Diese können vom Nutzer ausgewählt werden, um der nativen oder einer bevorzugten Auflösung des Displays zu entsprechen. EDID Minder nutzt die EDID- Emulation, indem die Geräte mit EDID-Management einen Handshake mit dem Display vornehmen dürfen, um so die entsprechenden EDID-Daten zu erhalten. Diese können dann gespeichert und später an die Quelle kommuniziert werden. Hierdurch können Unsicherheiten bei der Bestimmung der besten Auflösung für das Display verringert werden. Geräte mit EDID-Management verbessern die Systemzuverlässigkeit, da der EDID- Handshake näher an den Quellen durchgeführt wird. Hierdurch werden Probleme durch die Übertragung von HPD- und DDC-Signalen über lange Kabelstrecken oder nacheinander geschaltete Geräte beseitigt. Es wird generell empfohlen, dass die EDID-Übertragung so nah wie möglich bei der Quelle stattfindet. Andere mögliche Gründe. Signalabbau-Effekte durch EMI/RFI-Störungen, Brummschleifen und ähnliches können dazu führen, dass die Spannungen ansteigen und niedrige logische Signale möglicherweise falsch interpretiert werden. Wenn HDMI- oder DVI-Signale über CAT-Kabel zusammen mit anderen Kabeln verlängert werden oder sich in der Nähe Stromquellen befinden, dann werden zum Schutz vor EMI/RFI-Störungen abgeschirmte Twisted Pair-Kabel und Stecker empfohlen. Nicht konfiguriertes EDID-Management Ein typischer Systemaufbau. Ein AV-Gerät mit EDID-Management wird direkt aus der Verpackung heraus installiert und in Betrieb genommen. Häufiges Symptom. Es ist kein Problem, das Bild auf den Bildschirm zu bekommen. Allerdings scheint das Bild die falsche Auflösung für das Display zu haben, da es Störungen aufweist, etwas unscharf ist oder den Bildschirm nicht komplett ausfüllt. Erklärung. Viele Typen von AV-Produkten, einschließlich die von Extron, haben ein EDID-Management. Hierzu gehören Umschalter, Kreuzschienen, Verteilverstärker, Videosignalprozessoren und HDMI- bzw. DVI-Extender für lange Strecken. Mithilfe des EDID-Managements in diesen Produkten kann die Systemzuverlässigkeit verbessert werden, indem der EDID-Handshake näher an den Quellen durchgeführt wird. So werden die Unsicherheiten bei der Übertragung von HPD- und DDC-Signalen über 8

9 lange Kabelstrecken oder nacheinander geschaltete Geräte im Signalpfad beseitigt. Wichtige Hilfsmittel zur Behebung von EDID-Problemen Eine Auswahl an praktischen Hilfsmitteln kann viel Zeit und den Aufwand bei der Fehlerbehebung von digitalen Videoproblemen vor Ort reduzieren. Dies gilt besonders für Probleme durch den EDID- Austausch. Eines der effektiven Hilfsgeräte ist der Quantum Data 780 Testgenerator und HDMI- Analysator. Viele andere Hilfsgeräte bzw. -programme ohne großen Kapitalaufwand können ebenfalls äußerst effektiv sein. Anzeige und Bestätigung der EDID-Daten. Mit der kostenlosen Software, wie z.b. Extron EDID Manager und Monitor Asset Manager von EnTech, können die EDID-Daten angezeigt werden. Die Monitor Asset Manager-Anwendung sollte mit einem PC mit Windows 7 genutzt werden. Die Überprüfung der EDID-Daten ist meistens die beste Vorgehensweise, um die bevorzugten und kompatiblen Auflösungen sowie Audioformate und andere Eigenschaften eines Displays zu bestimmen. Video-Testgenerator. Ein Video-Testgenerator, wie z.b. der Extron VTG 400DVI, kann Testbilder ohne einen EDID-Handshake mit dem Zielgerät über die TDMS-Leitungen ausgeben. Darüber hinaus kann mit dem Testgenerator schnell die native Auflösung eines angeschlossenen Zielgeräts anhand der EDID-Daten überprüft werden. Extron-Videoprozessoren haben ähnliche Testbild-Generatoren integriert und können bei der Fehlerbehebung ebenfalls sehr hilfreich sein. EDID-Managementgerät. Das Extron EDID 101D und ähnliche Produkte sind klein und kompakt. Mit ihnen können schnell Fehler, die mit der Integration von HPD- oder DDC-Leitungen oder anderen Problemen durch EDID in Verbindung stehen, vor Ort beseitigt werden. HDMI- oder DVI-Leitungstester. Es sind kostengünstige Tester für eine schnelle Integrationsüberprüfung der TMDS-, DDC-, HPDund +5 V-Leitungen erhältlich. Netzwerkkabel-Tester. Tester für Netzwerkkabel können sehr hilfreich bei Installationen mit Twisted Pair-Extendern sein. Mit ihnen können Probleme durch Terminierungen, Abschirmung und Signalintegrität überprüft werden. Darüber hinaus können sie feststellen, wo signifikantes Übersprechen auftreten könnte. Die Qualität der Steckerterminierungen spielt eine wichtige Rolle für die Leistung eines Systems mit Twisted Pair- Signalübertragung. Diese Geräte haben ähnliche Standardeinstellungen für das EDID-Management. Extron AV-Produkte werden je nach Modell mit einer werksseitigen vorgespeicherten EDID-Einstellung von 720p oder 1024x768 geliefert. Die 720p-Auflösung ist mit den meisten heutigen Fernsehern und Monitoren kompatibel, wobei die Auflösung 1024x768 generell mit einer Vielzahl von Desktop-Monitoren kompatibel ist. Diese Standardeinstellungen stellen normalerweise eine zuverlässige Bildwiedergabe sicher, allerdings kann das Bild hierbei nicht optimal sein. Wenn in einem System z.b. eine Quelle mit einer 1080p-Ausgabe und ein Zielgerät mit einer nativen Auflösung von 1080p vorhanden sind, dann wird die Quelle aufgrund der EDID- Standardeinstellung von 720p diese niedrige Auflösung an das Display ausgeben. Das auf 1080p hochskalierte Bild ist dann nicht mehr so scharf, wie es sein sollte. Es können auch Probleme mit dem Bildseitenverhältnis auftreten, wie z.b. in einem System mit einem 1440x900-Monitor und einem PC. Eine EDID-Standardeinstellung von 1024x768 führt zur Ausgabe einer niedrigeren Auflösung an das Zielgerät, so dass das Bild gedehnt wird, damit es den Bildschirm ausfüllt oder es wird mit einer schwarzen Umrandung wiedergegeben. Empfohlene Lösung. Das EDID-Management so einstellen, dass die EDID-Daten vom Zielgerät erfasst und dann an die Quelle übermittelt werden. Alternativ ist es auch möglich, dass vorgespeicherte EDID-Daten mit der bevorzugten oder nativen Auflösung des Zielgeräts kommuniziert werden. Andere mögliche Gründe. Probleme können entstehen, wenn vorgespeicherte oder erfasste EDID-Daten eine Auflösung angeben, die eine Quelle, wie z.b. ein PC oder seine Grafikkarte, nicht erkennt oder akzeptiert. In diesem Fall könnte es sein, dass gar nichts auf dem Display erscheint. Oder der PC wird ein Bild mit einer niedrigen Standardauflösung, meistens 1024x768, senden und nur ein paar niedrige Auflösungen stehen für die Konfiguration des Ausgangs zur Verfügung. Auch hier löst wiederum eine korrekte Einstellung des EDID-Managements das Problem. Beachten Sie, dass Blu-ray Disc Player für gewöhnlich nur HDTV-Auflösungen ausgeben. Wird er mit einem Gerät mit EDID-Management und Computer-Auflösung verbunden, dann sendet der Player meistens eine niedrige Auflösung von 480p, die universell kompatibel mit Zielgeräten ist. Langsame oder unzuverlässige Quellenumschaltung Ein typischer Systemaufbau. (1) Ein günstiger oder Basis-HDMI- bzw. DVI- Umschalter wird in einem AV-System verwendet. (2) Ein Systemdesign beinhaltet mehrere HDMI- oder DVI-Quellen, die direkt mit einem Display verbunden sind. Häufiges Symptom. Die Umschaltung zwischen den Quellen ist langsam. Bei manchen Displays kann die integrierte Umschaltung mit einigen Quellengeräten sogar unzuverlässig sein. Erklärung. Die Umschaltung zwischen Quellen erfolgt bei Basis-HDMI- oder DVI- Umschaltern einfach über eine Unterbrechung der Signalleitungen, einschließlich TMDS-Video, DDC und HPD. Wenn diese Leitungen bei einer Eingangsauswahl 9

10 Abbildung 4 Display Display EDID EDID 1 2 Extron SW2 HDMI- Umschalter 1 2 Allgemeiner Umschalter EDID EDID EDID! Keine EDID-Kommunikation für nicht gewählten Eingang Laptop Blu-ray Player Laptop Blu-ray Player Ein Umschalter der Extron SW HDMI-Serie erhält aktiv eine kontinuierliche EDID- Kommunikation mit allen angeschlossenen Eingangsquellen aufrecht, so dass ein konsistenter und zuverlässiger Betrieb möglich ist. Andere Umschalter leiten hingegen nur die DDC-Information vom ausgewählten Eingang direkt zum Ausgang. Daher ist es wichtig, dass bei jedem Umschaltvorgang zwischen der Quelle und dem Display die EDID-Kommunikation erneut erfolgt, da es ansonsten zu einem unzuverlässigen Betrieb, Umschaltverzögerungen und sichtbaren Störungen im angezeigten Bild kommen kann. wiederhergestellt werden, dann muss der EDID-Übermittlungsprozess zwischen dem Display und dem neu ausgewählten Quellengerät wieder initiiert werden. Diese erneute Mitteilung der EDID-Daten kann zu Verzögerungen bei der Umschaltung führen. Diese Wartezeit kann sich zudem verlängern, wenn die neue Quelle dem Zielgerät eine andere Auflösung oder Farbraum präsentiert. Die Verzögerung bei der Umschaltung ist besonders deutlich, wenn zwischen den HDMI- oder DVI-Eingängen an einem Display umgeschaltet wird. Bei der Wahl eines neuen Eingangs könnte es zudem geschehen, dass ein Display nur die TMDSoder DDC-Leitungen der vorherigen Quelle umschaltet, wobei die HPD-Leitung unangetastet bleibt. Dies kann problematisch sein, da manche Quellen erst auf die Statusänderung der HPD-Leitung warten, bevor sie die Videoinhalte senden. In diesen Fällen kann es sein, dass das Bild durch das Umschalten zwischen den Display-Eingängen nicht sichtbar ist, solange das System nicht aus- und wieder eingeschaltet wurde. Empfohlene Lösung. Nutzen Sie so wenig wie möglich die integrierte Umschaltung im Display. Verwenden Sie stattdessen einen Umschalter mit EDID-Management, wie z.b. die Umschalter der Extron DVI Plus- und HDMI-Serie. Sie beschleunigen die Umschaltung durch den EDID-Austausch mit jeder angeschlossenen Quelle. Die HPD- und DDC-Leitungen werden niemals unterbrochen, so dass die Quellen unabhängig vom aktuell ausgewählten Eingang kontinuierlich Video ausgeben. Siehe hierzu Abbildung 4. Standardmäßig erfassen die Umschalter der DVI Plus- und HDMI-Serie automatisch die EDID-Daten vom Anzeigegerät, wenn es mit dem Umschalterausgang verbunden und angeschaltet ist. Anschließend werden diese EDID-Daten für jeden Eingang gespeichert und an die Quellen kommuniziert. Es ist keine Einrichtung des EDID- Managements erforderlich, was die Installation vereinfacht. 10

11 Andere mögliche Gründe. EDID-Management in einem Umschalter stellt normalerweise sicher, dass Signalauflösung und Farbraumformat zwischen Quellen konstant sind. Dadurch wird zu einer schnellen Quellenumschaltung beigetragen. Bilder sehen auf manchen Displays gut aus und auf anderen nicht Ein typischer Systemaufbau. Eine Kreuzschiene mit EDID-Management wird verwendet, so dass mehrere Displays Inhalte von einer HD-Quelle zuverlässig anzeigen können. Die Displays sind LCD-Flachbildschirme mit Auflösungen von kleineren 720p- oder größeren 1080p-Modellen. Häufiges Symptom. Das Bild sieht sehr gut auf den 720p-Bildschirmen aus, ist aber unscharf auf den 1080p-Bildschirmen. Erklärung. Kreuzschienen mit EDID-Management ähneln Umschaltern insofern, dass EDID-Daten an jede mit einem Eingang angeschlossene Quelle kommuniziert werden. EDID-Management in einer Kreuzschiene kann bei der Verwaltung der Auflösungskompatibilität zwischen Quellen und verschiedenen Displays äußerst effektiv sein. Bei der Verwendung von EDID-Management in einer Kreuzschiene werden normalerweise die nativen Auflösungen der Displays ermittelt, die an eine Eingangsquelle angeschlossen sind, und anschließend die höchste gängige Auflösung zwischen diesen Displays bestimmt. Vorgespeicherte oder vom Display erfasste EDID-Daten, die auf dieser Auflösung basieren, werden danach an die Quelle gesendet, so dass die Ausgabe mit allen Displays kompatibel ist. Abbildung 5 zeigt die Einrichtung des EDID-Managements für eine Extron XTP CrossPoint -Kreuzschiene. Im Beispiel werden ein 1080p-Fernseher und ein 720p-Display von einem PC, der wiederum mit einer Kreuzschiene verbunden ist, mit Signalen gespeist. Die höchste Abbildung 5: Die Extron XTP Configurator-Software für XTP-CrossPoint-Systeme hat eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche (GUI) zur Verwaltung der EDID-Daten im gesamten System. 11

12 Medical Apps Pro AV ITE Military, Government, Other White Paper Abbildung 6 Native 720p Native 1080p FCC Compliance Testing at Extron Medical Apps 10% 15% Pro AV 10% 65% ITE Military, Government, Other Commercial Consumer Military Desktop-PC FCC Compliance Testing at Extron 10% 10% 15% 65% Commercial Consumer Military 720p-Ausgabe HDMI-Kreuzschine Für 720p formatierte Grafiken sind wahrscheinlich unscharf, wenn sie für ein Display mit nativer Auflösung von 1080p hochskaliert werden. gängige Auflösung ist 720p, so dass das EDID-Management auf diese Auflösung eingestellt wird. Ein Bild wird auf beiden Displays zuverlässig angezeigt und die Grafiken sehen auf dem 720p-Display scharf aus. Dennoch kann ein Bild auf dem 1080p-TV etwas unscharf erscheinen. Siehe Abbildung 6. Es können zusätzliche Probleme auftreten, wenn Displays mit verschiedenen Bildseitenverhältnissen miteinander gemischt werden. Empfohlene Lösung. Reklamationen und Serviceanrufe können vermieden werden, indem während der Systemdesignphase die Anwendungsanforderungen bezüglich der Quellenanzeige auf mehreren Displays mit dem Endnutzer besprochen werden. Dazu gehört die Ermittlung der Quellengeräte, ihrer Auflösungen und der nativen Auflösungen der Displays. Darüber hinaus sollte nach den Erwartungen des Endnutzers hinsichtlich der Bildqualität gefragt werden, und ob einige Kompromisse möglich wären, falls eine Quelle eine Mischung aus Displayauflösungen und Bildseitenverhältnissen einspeisen soll. Die Wichtigkeit der Bildqualität kann vom Inhalt abhängen. Video und Fotos werden wahrscheinlich eher akzeptiert als Grafiken, deren Auflösung hoch- oder herunterskaliert werden muss. Wann immer möglich, sollten hochauflösende Grafiken für digitale Informationssysteme und andere Anwendungen pixelgenau angezeigt werden, um sicherzustellen, dass alle Details scharf und deutlich zu sehen sind. Andere mögliche Gründe. Wenn Fernseher mit PCs und Desktop-Monitoren kombiniert werden, sollte man sich darüber bewusst sein, dass viele Fernsehgeräte nur eine geringe Anzahl von Computerauflösungen unterstützen können. In diesen Fällen ist wohlmöglich 720p die beste gängigste Auflösung. Falls ein Endnutzer eine Mischung aus kleineren 720p- und größeren 1080p-Flachbildschirmen verwendet und auf der besten Bildqualität für 1080p besteht, können 720p-Fernseher die 1080p-Eingabe unterstützen. Dadurch eignen sie sich ideal in vielen Systemdesigns, wenn sie nicht die gleichen Bilder mit 1080p-Displays anzeigen sollen. Kleinere Flachbildschirme verfügen zunehmend 12

13 Zusätzliche EDID-Fallen und -Probleme Neben den gängigen, hier bereits genannten EDID- Problemen, gibt es noch einige andere Situationen und Umstände, die mit EDID-Daten in Verbindung gebracht werden können. HDMI- und DVI-Eingänge. Viele Zielgeräte für kommerzielle Anwendungen haben separate HDMIund DVI-Eingänge mit eventuell verschiedenen EDID- Inhalten. Die EDID-Daten des DVI-Eingangs werden wahrscheinlich keine CEA-861-Erweiterungsblöcke beinhalten, so dass eine an diesen Eingang angeschlossene HDMI-Quelle eventuell kein HDMI- Audio ausgibt. Zusätzlich können die EDID-Daten des DVI-Eingangs eine Computerauflösung in ihrem bevorzugten Zeitablauf spezifizieren, wohingegen die EDID-Daten des HDMI-Eingangs eine HDTV-Rate angeben. Kaskadierung von Geräten mit EDID- Management. In manchen Systemen wird es mehr als ein Gerät in der Signalkette mit der Möglichkeit zum EDID-Austausch geben. Im Allgemeinen ist es ratsam, das EDID-Management so nah wie möglich an der Quelle durchzuführen, so dass der EDID- Austausch auf das direkt mit der Quelle verbundene Gerät beschränkt ist und alle nachgeschalteten Geräte hiervon ausgeschlossen werden. Vom Zielgerät benötigte EDID-Daten. In manchen Anwendungen müssen die originalen EDID-Daten des Zielgeräts für das EDID-Management genutzt werden. Ein besonderes Beispiel hierfür ist 3D-Video von einer Blu-ray Disc. Die EDID-Daten in einem 3D-fähigen Zielgerät geben die unterstützten 3D-Videoformate an, die an den Blu-ray Disc Player gesendet werden müssen. Das EDID-Management kann zur Erfassung und Übermittlung der EDID- Daten vom Zielgerät zum Player genutzt werden. Beschädigte EDID-Daten im Display. Dies geschieht nicht oft, kann aber bei bereits vorhandenen bzw. älteren Displays vorkommen. Beschädigte EDID-Daten sind nicht wirklich ein Problem bei neueren HDMI-Zielgeräten. Da diese Geräte mit dem CEA-861-Standard konform sind, sind die EDID-Daten im Display schreibgeschützt und versehentliche Beschädigungen werden verhindert. Anpassung von EDID-Daten. Manchmal eignen sich weder die EDID-Daten im Zielgerät noch die nachgeahmten EDID-Daten. Eine Quelle muss z.b. einen HDMI-Inhalt mit einer speziellen Auflösung an ein Display übertragen und gleichzeitig Audio aussenden. Nachgebildete EDID-Daten können mittels EDID-Management bereitgestellt werden, allerdings ist damit die Audioausgabe noch nicht geregelt. Ein Lösungsweg wäre die Anpassung der EDID-Daten mit einer Software-Anwendung. Hierfür muss man sich aber gut mit den EDID- Datenstrukturen und -Syntax auskennen. über native 1080p-Bildschirme, wodurch diese Problematik immer unwichtiger werden wird. Farbraumumschaltung oder Kompatibilitätsprobleme Ein typischer Systemaufbau. Eine Quelle ist über einen DVI-Umschalter mit einem Zielgerät verbunden. Die Quelle sendet den Farbraum von RGB-Video zum Zielgerät. Ein Nutzer wählt anschließend eine neue Quelle, die den Farbraum von Komponenten-Video an das Zielgerät überträgt. Häufige Symptome. Der Bildschirm blinkt kurzzeitig in magenta, das Bild ist permanent magenta und grün, oder es wird gar kein Bild angezeigt. Erklärung. Die DVI-Spezifikation unterstützt nur den Farbraum von RGB-Video. HDMI erweitert die DVI-Spezifikation und umfasst die optionale Unterstützung des Farbraums von Komponenten-Video, so dass der HDMI-Eingang eines Displays den Farbraum normalerweise akzeptiert. Wenn dann plötzlich ein anderer Farbraum an den HDMI-Eingang gesendet wird, können einige Displays den Übergang problemlos und strörungsfrei bewältigen. Andere Displays zeigen oft eine mehr oder weniger ausgeprägte Farbstörung. Diese kann auftreten, wenn ein Display, in den der Farbraum von RGB-Video eingespeist wird, auf einmal einen Farbraum von Komponenten- Video von einer anderen Quelle erhält. Der Bildschirm kann vorübergehend magenta blinken, wenn sich das Display an den neuen Farbraum anpasst. In Umschaltsystemen, in denen Quellen kombiniert werden, die den Farbraum von RGB- und Komponenten-Video ausgeben, können Probleme auftreten, wenn Monitore mit DVI-Eingängen angeschlossen sind. 3 Wird ein Farbraum von Komponenten- Videosignalen zu dem DVI-Eingang eines Displays umgeschaltet, dann kann es sein, dass kein Bild angezeigt wird oder dass ein Bild in magenta und grün erscheint. Empfohlene Lösung. Obwohl diese Probleme nicht durch EDID verursacht werden, kann EDID-Management diese potentiellen Probleme mit dem Farbraum verhindern, indem die EDID-Daten an alle Eingangsquellen, die nur RGB-kompatibel sind, kommuniziert werden. Die HDMI-Spezifikationen erfordern Quellen und Zielgeräte, die mindestens mit dem RGB-Farbraum kompatibel sind. Andere mögliche Gründe. Falls EDID-Management nicht die Lösung für Probleme mit dem Farbraum ist, dann kann es notwendig sein, die Einstellungen des Farbraums an den Quellen und Zielgeräten zu kontrollieren. Die Änderung des Farbraumformats zu Auto an Quelle, Zielgerät oder beiden beseitigt oftmals das Problem. Probleme mit der Quellenkompatibilität Ein typischer Systemaufbau. Ein PC wurde in eine bestimmte Ausgangsauflösung konfiguriert. Anschließend wird er an einen neuen Display entweder manuell oder über einen Umschalter angeschlossen. Häufige Symptome. Das Bild wird nicht richtig, sondern unscharf, gedehnt oder nur teilweise, angezeigt. Es kann auch überhaupt kein Bild erscheinen. Erklärung. Nach dem Anschließen an das neue Zielgerät konnte der PC seinen EDID-Daten nicht folgen und behält seine vorherige Auflösung, die nicht der nativen 3 Dies ist generell der Fall bei Computermonitoren mit DVI-Eingängen, wobei viele PCs, Grafikkarten und Displays DVI-Anschlüsse haben, die eigentlich HDMI-konform sind. 13

14 oder bevorzugten Auflösung des Zielgeräts entspricht. Wenn das Zielgerät nicht mit der Ausgangsauflösung des PCs kompatibel ist, wird manchmal eine Fehlermeldung angezeigt. Empfohlene Lösung. Gehen Sie in die Displayeinstellungen oder öffnen Sie das Programm für die Grafikkarte. Wählen Sie die native Auflösung für das Display. Vergewissern Sie sich, dass die neue Auflösung beibehalten wird, wenn der PC zu anderen Quellen umgeschaltet wird. Bleibt das Problem bestehen, dann schließen Sie einen EDID 101D oder ein anderes EDID-Managementgerät an den PC-Ausgang an oder verwenden Sie einen Umschalter mit EDID-Management. Andere mögliche Gründe. Ein ähnlicher Fall kann eintreten, wenn ein Laptop neu an ein externes Display angeschlossen wird. Der Laptop kann in einen spezifischen Displaymodus wechseln, der in Windows 7 als Duplizieren bekannt ist. Hierbei wird der Desktop auf dem internen Bildschirm des Laptops und dem Display vervielfältigt. Die Videoausgabe entspricht beiden Displays, so dass die von Windows 7 gewählte Auflösung für beide kompatibel sein muss. Diese Auflösung ist möglicherweise nicht optimal für einen oder beide Displays, es sei denn, dass sie über die gleiche native Auflösung verfügen. Beispielsweise wird eine Auflösung von an beide Geräte gesendet, wenn die interne Bildschirmauflösung des Laptops und die native Auflösung des externen Projektors ist. Das ist selbst möglich, wenn der interne Bildschirm ausgeschaltet ist. Wird das bestmögliche Bild für das externe Display gewünscht, dann kann dieses Problem normalerweise einfach in Windows 7 gelöst werden, indem die Windows-Logo-Taste und P gedrückt werden, um die verfügbaren Displaymodi bis zu nur Projektor oder Erweitern zu durchlaufen, falls Sie beabsichtigen, die Verwendung des externen Displays auf Ihren Desktop zu erweitern. Einige Präsentatoren verwenden gern den internen Bildschirm des Laptops als Monitor zum Mitverfolgen. Wenn die Bildschirmauflösung des Laptops der nativen Auflösung des Präsentationsdisplays entspricht oder diese überschreitet, sollte das kein Problem darstellen. Allerdings kann das Präsentationsbild weniger detailreich oder scharf sein, wenn der Laptop an einen Projektor oder Flachbildschirm mit einer höheren Auflösung angeschlossen ist. HDMI-Audioprobleme Ein typischer Systemaufbau. Eine Quelle, wie z.b. ein PC oder Blu-ray Disc Player, ist mit einem Zielgerät über HDMI-Kabel verbunden. Das Video soll zu sehen und das Audio über die Lautsprecher im Zielgerät zu hören sein. Häufiges Symptom. Das Audio fehlt. Erklärung. Mit HDMI können Audiosignale bequem zusammen mit dem Video über ein einzelnes Kabel gesendet werden. Dadurch wird die Integration in Anwendungen vereinfacht, in denen Präsentationen mit Audio notwendig sind. Für einige Systeme wird HDMI-Audio an einen Flachbildschirm übertragen und über eingebaute Lautsprecher ausgegeben. In anderen Installationen dahingegen extrahiert ein zwischengeschaltetes Gerät die Audioinformationen zur Wiedergabe über eine separate Tonanlage. Consumer AV-Empfänger extrahieren 14

15 Abbildung 7: Einrichtung des HDMI-Ausgangs als Standard- Audiogerät löst meistens die HDMI-Audioprobleme. gewöhnlicherweise HDMI-Audio, um Surround-Sound bereitzustellen. Der Extron HAE 100 HDMI-Audio De-Embedder ist ein Produktbeispiel, das sich ideal für kommerzielle AV-Systeme eignet. Ein HDMI-Zielgerät sendet eine oder mehr Erweiterungssegmente für EDID, die Informationen zur Erstellung kompatibler Audioformate des Zielgeräts enthalten, einschließlich PCM oder die Mehrkanal-Audioformate von Dolby und DTS, an eine HDMI-Quelle. Das Zielgerät muss die Kanalanzahl und Lautsprecherzuordnung angeben. Die Quelle gibt mit dem Zielgerät kompatibles Audio entsprechend der EDID-Daten aus. Das für kommerzielle AV-Systeme normalerweise wichtigste Format ist Zweikanal-Audio oder 2.0 PCM. Es gibt viele Fälle, in denen eine Quelle unerwarteterweise kein Audio über HDMI- Kabel sendet. Ein PC kann die EDID-Daten überschreiben und einen Modus vorgeben, wenn sein analoger Audioausgang aktiv und das HDMI-Audio ausgeschaltet ist. Zudem kann ein Blu-ray Disc Player manuell auf die Ausgabe von Dolby Digital 5.1, ungeachtet der vom Zielgerät akzeptierten EDID-Daten, eingestellt werden. In diesem Fall können knisternde Artefakte über die Lautsprecher des Zielgeräts hörbar sein. Eine weniger häufige Situation, in der kein HDMI-Audio ausgegeben wird, ist die fehlgeschlagene Übertragung der Erweiterungssegmente für EDID an einen PC. Die Ursache hierfür liegt beim PC, der bei der Anfrage der EDID-Daten vom Zielgerät nicht den HDMI/DDC-Spezifikationen folgt. Empfohlene Lösung. Für einen Blu-ray Disc Player wählen Sie den Zweikanal-PCM- Ausgang in den Konfigurationsmenüs. Für einen PC vergewissern Sie sich, dass der Treiber für die Grafikkarte oder integrierte Grafikkarte aktuell ist und gehen Sie anschließend zur Aktivierung des HDMI-Audioausgangs in die Soundeinstellungen. Siehe Abbildung 7. Stellen Sie sicher, dass die Einstellungen beibehalten werden, wenn das System die Umschaltung mit anderen Quellen erfordert. Bleibt das Problem bestehen, dann schließen Sie ein EDID-Managementgerät an den Quellenausgang an oder verwenden Sie einen Umschalter mit EDID-Management. 15

16 Abbildung 8 Projektor HDMI-Kreuzschine Desktop-PC Verstärker HDMI- Audio-Extraktor Zwei-Wege-Deckenlautsprecher Extron SI 26CT In Systemen mit HDMI und Audioverstärkung sollte der Videosignalpfad zum Display so einfach wie möglich gehalten werden. In der hier abgebildeten Anwendung wurde daher ein Kreuzschienenausgang dem Display und einer dem Audiosystem zugeordnet. Andere mögliche Gründe. Einige Projektoren spezifizieren keine Audioausgabe in ihren EDID-Daten, auch nicht über ihre HDMI-Anschlüsse, so dass möglicherweise kein HDMI-Audio von der Quelle ausgegeben wird. Das trifft wahrscheinlich auch auf Flachbildschirme ohne Lautsprecher zu. Das fehlende Audio in den EDID-Daten stellt ein Problem dar, wenn ein Produkt angeschlossen ist, das HDMI-Audio extrahiert und an eine Tonanlage ausgibt. Der Extron HAE 100 sowie die Umschalter und Kreuzschienen mit EDID-Management können dieses Problem beheben, indem sie die EDID-Daten direkt an das Quellengerät senden, das die Audio- und Videoausgabe mit der bevorzugten Auflösung des Projektors bestimmt. Vorgespeicherte EDID- Daten sind verfügbar, die Zweikanal-PCM oder Mehrkanal-Audioformate über das Erweiterungssegment für EDID umfassen. Zusätzlich zum EDID-Management mit Unterstützung für Audioformate, extrahiert der HAE 100 Embedded HDMI-Audio und überträgt die HDMI-Signale an das Display. Wenn möglich, sollte der HAE 100 an einen separaten Umschalterausgang angeschlossen werden, wie in Abbildung 8 dargestellt wird, um den digitalen Videosignalpfad zum Display zu vereinfachen. Eine EDID-Strategie entwickeln Für jeden AV-Integrator gelten technische Standards, die als Richtlinien für das Systemdesign dienen. In diesen Standards sollte ein Kapitel über die EDID-Strategie enthalten sein, das sich dem EDID-Management widmet. Eine gut durchdachte und dokumentierte EDID-Strategie, die in den frühen Designstadien angewendet wird, kann mögliche Probleme während der Installation und Inbetriebnahme vor Ort 16

17 reduzieren. Die folgenden Hauptpunkte sollten beim Design eines Systems berücksichtigt werden: Ermittlung der Auflösungsanforderungen des Ziels. Die native oder bevorzugte Displayauflösung bestimmt die EDID-Einstellung. Für Systeme mit mehreren Anzeigegeräten sollten EDID-Daten für die höchste gemeinsame Auflösung gewählt werden. Ermittlung der Anforderungen der Audioanwendung. Zweikanal-Audio wird für die meisten Tonanlagen zur Programmbeschallung verwendet. Soll Surround-Sound unterstützt werden, dann wählen Sie vorgespeicherte EDID-Daten, die Mehrkanal- Audioformate umfassen. Falls die vorgespeicherten EDID-Tabellen das benötigte Audioformat nicht unterstützen, wie z.b. hochauflösendes Mehrkanal-Audio, dann sollten EDID-Daten des Surround Sound-Prozessors gespeichert werden. Ermittlung spezieller EDID-Anforderungen. Zur Unterstützung von 3D-Video werden EDID-Daten von einem 3D-kompatiblen Anzeigegerät benutzt. Zahlreiche professionelle Displays unterstützen kein Audio, so dass EDID-Management mit Audiounterstützung notwendig ist, sobald die Wiedergabe von Tonanlagen erforderlich ist. Ermittlung, von wo aus EDID an jede Quelle bereitgestellt wird. Ein Systemdesign kann mehrere AV-Systemkomponenten umfassen, die EDID-Daten verwalten. Um den konstantesten und zuverlässigsten Systembetrieb sicherzustellen, sollte das EDID- Management immer von dem der Quelle am nächsten liegenden Gerät verwendet und das EDID-Management in allen anderen Geräten ausgeschaltet werden. Entwurf von Systemen mit EDID-Management an jede Quelle. Das Systemdesign sollte AV-Geräte umfassen, die ein aktives EDID-Management für jedes Quellengerät bereitstellen. Dadurch werden ein stabiler Systembetrieb und eine zuverlässige Videoausgabe aller Quellen, besonders in Systemen mit Umschaltung und Verteilung, sichergestellt. Festlegung, ob mehrere EDID-Einstellungen verwendet werden sollten. In den meisten AV-Systemen kann eine durchgängige EDID-Einstellung für alle Quellen verwendet werden. Allerdings können spezielle EDID-Daten für einige Quellengeräte erforderlich sein. Beispielsweise kann ein System mit 1080p-Quellen und -Displays einen Videokonferenz-Codec enthalten, der ausschließlich die Ausgabe von 720p unterstützt. Oder das System benötigt ein spezifisches Surround Sound-Format von einem Blu-ray Disc Player. 17

18 Extron Electronics hat seinen Hauptsitz in Anaheim, Kalifornien und ist einer der führenden Hersteller professioneller AV-Systemprodukte. Extron-Produkte werden zur Integration von Video und Audio in Präsentationssysteme in viele verschiedene Umgebungen, wie z.b. Klassenräume und Hörsäle, Konferenzräume, Kirchen, Leitstände und Kontrollzentralen, Sportstadien, Flughäfen, Filmstudios, Restaurants, Einkaufscenter sowie Museen, genutzt Alle Rechte vorbehalten. Niederlassungen auf der ganzen Welt Anaheim Raleigh Silicon Valley Dallas Chicago New York Washington, DC Toronto Paris London Frankfurt Amersfoort Dubai Singapore Seoul Shanghai Beijing Tokyo Bangalore EUROPA Nur innerhalb Europas VEREINIGTE STAATEN ASIEN MITTLERER OSTEN Nur innerhalb USA und Kanada Nur innerhalb Asiens

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