Frühe Hilfen Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt

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1 2 D E ISSN: Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt Frühe Hilfen Postvertriebsstück - Entgelt bezahlt Heft 11/2013 KV Sachsen-Anhalt - Doctor-Eisenbart-Ring 2, Magdeburg

2 Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt Telefonnummer/Fax Vorsitzender des Vorstandes /-8403 stellv. Vorsitzender des Vorstandes /-8403 geschäftsführender Vorstand /-8403 Vorsitzender der Vertreterversammlung /-8403 Hauptgeschäftsführer /-8403 Assistentin Vorstand/Hauptgeschäftsführung, Personalverwaltung und -entwicklung /-8403 Assistentin Vorstand/Hauptgeschäftsführung /-8403 Referent Grundsatzangelegenheiten/Projekte /-8403 Sekretariat / /-8403 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Abteilungsleiterin / Informationstechnik Abteilungsleiter /-8699 Rechtsabteilung Justitiar /-8436 Vertragsärztliche Versorgung stellv. Hauptabteilungsleiter /-8544 Abteilungsleiter Sicherstellung /-8544 Geschäftsstelle des Zulassungsausschusses - Zulassungen - Ermächtigungen, Nebenbetriebsstätten / /-8459 Geschäftsstelle des Berufungsausschusses /-8544 Geschäftsstelle des Disziplinarausschusses /-8544 Geschäftsstelle des Landesausschusses /-8459 Bereitschafts- und Rettungsdienst Abteilungsleiter /-8459 Bereitschaftsdienstpläne/-einteilung Gruppenleiter /-8544 Bereitschaftsdienstpläne/-einteilung Niederlassungsberatung /-8544 Qualitäts- und Verordnungsmanagement Abteilungsleiterin /-8459 Aus- und Weiterbildungsmanagement Gruppenleiterin Abrechnung/Prüfung Hauptabteilungsleiterin /-8108 Abteilungsleiterin Abrechnungsadministration stellv. Hauptabteilungsleiterin Abrechnung/Prüfung /-8108 Abrechnungsstelle Halle / Abteilung Prüfung Abteilungsleiterin /-8304 Vertragsabteilung Abteilungsleiterin /-8341 Koordinierungsstelle für das Hausarztprogramm / /-8349 Honorarabrechnung/Vertragsausführung Abteilungsleiter /-8341 Buchhaltung/Innere Verwaltung Abteilungsleiterin /-8423 Formularstelle

3 Editorial Klageverfahren zur Vergütung: Gutachten stützen unsere Auffassung Dr. Burkhard John, Vorsitzender des Vorstandes Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege, die Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen für das kommende Jahr beginnen demnächst. Die Vorgaben hierzu hat der Bewertungsausschuss beschlossen und festgestellt, dass in Sachsen-Anhalt die morbiditätsbedingte Veränderungsrate wieder ca. ein Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt. Ursache ist die massive Konzentration von älteren und kränkeren Menschen in unserem Bundesland. Unsere Forderung wird wieder die einhundertprozentige Anerkennung dieser Veränderungsrate von 2,66 Prozent sein. Die Verhandlungen werden vom Klageverfahren der Krankenkassen vor dem Landessozialgericht wegen des Schiedsspruches zur Vergütung des Jahres 2013 überschattet. Die Verhandlung ist vom Gericht für den 13. November 2013 terminiert. Unser Ziel bleibt, sowohl vor Gericht wie auch bei den Verhandlungen für das Jahr 2014, die Angleichung der Gesamtvergütung an das für die regelhafte Versorgung der Versicherten notwendige Niveau. Was bei Wegfall der erforderlichen Erhöhung geschieht, haben wir schmerzhaft bei der Festlegung der Regelleistungsvolumina (RLV) und der Qualitätsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) für das 4. Quartal 2013 feststellen müssen. Solche Absenkungen werden bei längerem Bestand unausweichlich zu einer Verschlechterung der Versorgung führen. Um unsere berechtigten Forderungen zu unterstützen, haben wir ein Gutachten durch die Professoren Saskia Drösler, Benno Neukirch, Volker Ulrich und Eberhard Wille anfertigen lassen. Dieses Gutachten hat drei wesentliche Ergebnisse: 1. Bisher fand noch keine Festlegung des notwendigen Behandlungsbedarfs an das Morbiditätsniveau der Bevölkerung statt. Somit trägt die Vertragsärzteschaft weiterhin das Morbiditätsrisiko, was nicht der Gesetzeslage entspricht 2. Die Messung der Morbidität kann mit verschiedenen Verfahren erfolgen, eines davon ist das Verfahren des Bewertungsausschusses, welches auch in unserem Schiedsverfahren verwendet wurde 3. Die bisherige Vergütung pro Versicherten ist je nach Messmethode gegenüber der tatsächlich notwendigen Vergütung zwischen 16 Prozent und 19 Prozent zu gering Das von uns zusätzlich veranlasste Rechts gutachten durch Prof. Thorsten Kingreen sagt auch eindeutig aus, dass eine Erhöhung der Vergütung pro Versicherten, wie sie vom Schiedsamt im letzten Jahr beschlossen wurde, auf der Grundlage der gültigen rechtlichen Regelungen des SGB V möglich ist. Aus unserer Sicht ist diese Angleichung nicht nur möglich, sondern für eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung auch dringend notwendig. Die Haltung der Krankenkassen, die durch die Klage gegen den Schiedsspruch diese konfliktäre Situation herbeigeführt haben, kann die Versorgung der Versicherten im Land zukünftig gefährden. Ihr Burkhard John PRO

4 Inhaltsverzeichnis Inhalt Editorial Klageverfahren zur Vergütung: Gutachten stützen unsere Auffassung 405 Inhaltsverzeichnis/Impressum Gesundheitspolitik Vertrag konterkariert Verbesserung der Behandlungsqualität 408 Qualitätssicherung unter dem Dach des G-BA 408 Für die Praxis Sterilisation mit validierten Verfahren Curriculum Geriatrische Grundversorgung 411 Was macht Frühe Hilfen erfolgreich? 412 Beteiligen Sie sich an der Umfrage! 412 Verordnungsmanagement Änderung der AM-RL in der Anlage V (verordnungsfähige Medizinprodukte) 413 Änderung der AM-RL in der Anlage XII (Beschlüsse zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln) Frühe Nutzenbewertung Bestandsmarktbewertungen der Gliptine 420 Neue KBV-Fortbildung zur Behandlung der Parkinson-Krankheit mit Rasagilin 421 Vorgehen bei der Postexpositionsimpfung von Tollwut 421 Genehmigungsverzicht für Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls Genehmigungsverfahren für Heilmittelverordnungen bei langfristigem Heilmittelbedarf Verträge Vertrag zur Homöopathischen Versorgung PRO

5 Inhaltsverzeichnis/Impressum Mitteilungen Praxiseröffnungen 426 SEPA-Verfahren wird 2014 bindend 427 Ausschreibungen 427 Wir gratulieren 428 Aktuell Experten fordern bessere Informationen und Wirksamkeitsnachweise bei Präventionsprogrammen 429 Musik für die Gesundheit 429 Sachsen-Anhalt Aktuell 430 KV mit Informationsstand beim 2. Aktionstag der Selbsthilfe in Weißenfels 430 Podiumsdiskussionen im Wissenschaftsjahr 2013 zu den Herausforderungen des demografischen Wandels 430 Ermächtigungen Beschlüsse des Zulassungsausschusses Beschlussfassungen des Berufungsausschusses Fortbildung Termine Regional/Überregional 435 KV-Fortbildung Fortbildungstabelle Anmeldeformulare für Fortbildungsveranstaltungen Impressum PRO Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt Körperschaft des Öffentlichen Rechts 22. Jahrgang ISSN: Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt Doctor-Eisenbart-Ring Magdeburg, Tel Redaktion Ursula Günther, gü (verantw. Redakteurin) Bernd Franke, bf (Redakteur) Anschrift der Redaktion Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt PF 1664; Magdeburg Tel / Fax Internet: Druck Schlüter Print Pharma Packaging GmbH, Schönebeck Grundweg 77, Tel Herstellung und Anzeigenverwaltung Pegasus Werbeagentur Bleckenburgstraße 11a Magdeburg Tel / Fax Internet: Gerichtsstand Magdeburg Vertrieb Die Zeitschrift erscheint 12-mal im Jahr, jeweils um den 5. des Monats. Die Zeitschrift wird von allen Mitgliedern der Kassenärztlichen Vereinigung bezogen. Der Bezugspreis ist mit dem Verwaltungskostensatz abgegolten. Bezugsgebühr jährlich: 61,40 EUR; Einzelheft 7,20 EUR. Bestellungen können schriftlich bei der Redaktion erfolgen. Kündigungsfrist: 4. Quartal des laufenden Jahres für das darauffolgende Jahr. Zuschriften bitte ausschließlich an die Redaktion. Für unaufgefordert zugesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge decken sich nicht immer mit den Ansichten des Herausgebers. Sie dienen dem freien Meinungsaustausch der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt; mit Ausnahme gesetzlich zugelassener Fälle ist eine Verwertung ohne Ein willigung des Herausgebers strafbar. Wir drucken auf chlorfreiem Papier. Titelfoto: iceteaimagesf - Fotolia.com PRO

6 Gesundheitspolitik Vertrag konterkariert Verbesserung der Behandlungsqualität Trotz der anstehenden deutlichen Erhöhung der Festbeträge für Hörgeräte drohen massive Qualitätseinbußen bei der Schwerhörigen-Versorgung. Hintergrund ist ein Vertrag zwischen der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und der AOK sowie rund 100 Betriebskrankenkassen. Darin verzichten die Vertragspartner auf die Nachuntersuchung beim verordnenden Hals-Nasen-Ohrenarzt und verstoßen damit nicht nur gegen die geltende Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, sondern auch gegen die zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband Bund der Krankenkassen eigens abgeschlossene Qualitätsvereinbarung zur Hörgeräteversorgung. Der Präsident des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Dr. Dirk Heinrich, kritisiert das Vorgehen von Kassen und Hörgeräteakustikern: Die nach Paragraf 135 SGB V vorgeschriebene Qualitätssicherung wird nicht mehr stattfinden können. Für die Patienten besteht die Gefahr, dass Komplikationen zu spät erkannt werden. Eine der häufigsten Komplikationen, die bei dem Einsatz von Hörgeräten auftreten können, sind Gehörgangsdruckgeschwüre. Trotzdem es bald deutlich mehr Geld für Hörgeräte gebe, müssten die Patienten aufgrund des Vertrags zwischen Kassen und Hörgeräteakustikern mit einer Verschlechterung der Qualität rechnen. Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, konterkariert der Vertrag außerdem die gemeinsamen Anstrengungen zur Verbesserung der Behandlungsqualität: Weder die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker noch die beteiligten Krankenkassen legen offensichtlich großen Wert auf die Qualitätssicherung bei der Hörgeräteversorgung, wie sie Kassenärztliche Bundesvereinigung und Spitzenverband Bund der Krankenkassen festgelegt haben. Deshalb sei es Aufgabe der zuständigen Aufsichtsbehörden, umgehend für die Einhaltung der geltenden Hilfsmittel- Richtlinie zu sorgen. Nach Beschluss des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen steigt der Festbetrag für Hörhilfen von schwer hörigen Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. November 2013 von 421 auf 785 Euro. Anders als bisher wird die Nachsorge dabei künftig gesondert vergütet. Der deutlich höhere Erstattungsbetrag ist an Vorgaben geknüpft. Gemeinsame Pressemitteilung Berufsverband HNO-Ärzte/KBV Qualitätssicherung unter dem Dach des G-BA Bei der 5. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind am 15. und 16. Oktober 2013 in Berlin aktuelle Ergebnisse und Trends bestehender Qualitätssicherungsmaßnahmen vorgestellt worden. Qualitätssicherung im Jahr 2013 ist nicht mehr ausschließlich Datenlieferant für Fachdiskussionen im geschützten Raum, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA. Qualitätssicherung (QS) müsse faire, risikoadjustierte Qualitätsvergleiche ermög lichen und datensparsam sein. Deshalb werde künftig bevorzugt auf sogenannte Routinedaten zurückgegriffen. Qualitätsmessung allein reiche allerdings nicht aus, um eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in Gang zu setzen. Neben harten Zahlen, Daten und Fakten ist deshalb auch die Förderung von einrichtungsinternem Qualitätsmana gement durch strukturierten Dialog, Qualitätszirkel und Peer-Review- Verfahren unverzichtbar, betonte Klakow-Franck. Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erklärte: Wir verfügen in der ambulanten Versorgung über eine hervorragende Qualität. Das ist insbesondere gut für die Patienten. Qualitätssicherung ist und bleibt eine wich tige Aufgabe. Der bürokratische Aufwand darf dabei aber ebenfalls nicht aus den Augen verloren werden. Inhaltliche Schwerpunkte des ersten Tages der erstmals zweitägigen Konferenz waren Themen wie Möglichkeiten und Grenzen des Qualitätswettbewerbs, Verbesserungen der Qualität bei der Indikationsstellung, Zukunft der Mindestmengen und der sektorenübergreifenden Weiterentwicklung der Qualitätssicherung. Erörtert wurden auch Vorschläge zur Einführung neuer QS-Instrumente wie Patientenbefragungen oder Teambildung als Strukturqualitätsanforderung. Am zweiten Tag stand die Ergebnisberichterstattung von Krankenhäusern und Details des Qualitätsreports 2012 im Mittelpunkt. Bereits seit 2004 veranstaltet der G-BA die bundesweite Konferenz zur Qualitätssicherung. In den ersten Jahren standen die Ergebnisse der externen stationären QS der Krankenhäuser im Vordergrund. Seit dem Jahr 2009 wurde das inhaltliche Spektrum kontinuierlich erweitert. Auch wichtige übergeordnete Aspekte wie die sektorenübergreifende Qualitätssicherung und verschiedene methodische Ansätze sind inhaltlicher Bestandteil der Konferenz. G-BA 408 PRO

7 Für die Praxis Sterilisation mit validierten Verfahren Die in der Praxis eingesetzten sterilen Medizinprodukte müssen nach der Reinigung und Desinfektion mit einem für diese Produkte geeigneten, geprüften und validierten Verfahren sterilisiert werden. Verantwortlich für eine ordnungsgemäße Durchführung der Sterilisation unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften (Medizinprodukte-Betreiberverordnung) ist der Arzt als Betreiber von Medizinprodukten. Jürgen Fälchle - Fotolia.com Grundlage für eine sachgerechte Sterilisation ist u. a. die Risikobewertung und Einstufung der aufzubereitenden Medizinprodukte, deren Ergebnisse entscheidend für die Auswahl der Typ-Klasse des Sterilisators sind. Sterilisationsarten: Dampfsterilisation Sterilisation mit Niedrigtemperatur Heißluftsterilisation Dampfsterilisation: Dampf-Kleinsterilisatoren (Autoklaven) werden nach DIN EN in drei Klassen eingeteilt: Klasse B Sterilisatoren mit diesem Verfahren sind zur Sterilisation aller verpackten oder unverpackten Medizinprodukte sowie von Hohlkörpern (z. B. Trokare) und von porösen Produkten (z. B. Larynxmasken) geeignet. Bei einer Neuanschaffung ist der Erwerb eines Dampfsterilisators der Klasse B zu empfehlen. Da vom Gesetzgeber gefordert wird, Prozessparameter der Sterilisation aufzuzeichnen, ist es ratsam, bei Neuerwerb ein Gerät mit integriertem Drucker bzw. einem anschließbaren externen Drucker zu wählen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Drucker über vorhandene Schnittstellen am Sterilisator direkt an einen Computer anzuschließen oder über einen Kartensteckplatz Prozessdaten aufzuzeichnen. Klasse N Geräte mit diesem Verfahren sind für die Sterilisation von unverpackten massiven Medizinprodukten geeignet und werden überwiegend in der Industrie oder in Laboren eingesetzt. Es erfolgt keine wirkliche Sterilisation und keine Trocknung (Strömungsverfahren). Diese Geräte sind nur für den Einsatz bei unkritischen Medizinprodukten geeignet, bei welchen die Sterilisation nicht vorgeschrieben ist (z. B. Mundspiegel). Klasse S Geräte mit diesem Verfahren sind für die Sterilisation von Medizinprodukten geeignet, für die der Hersteller diese Typ-Klasse empfiehlt, einschließlich einfach und mehrlagig verpackter Medizinprodukte (z. B. Scheren, Pinzetten und Hohlkörper definierter Größe). Die Sterilisation von Hohlkörpern mit einem Klasse S Gerät ist nur dann erlaubt, wenn eine schriftliche Bestätigung des Herstellers vorliegt, dass diese in Verpackung in dem betriebenen Gerät möglich ist. Sie beabsichtigen die Neuanschaffung eines Dampfsterilisators? Prinzipiell sind in Arztpraxen Dampfsterilisatoren der Klasse N nicht tragbar. Die erforderliche Klasse ist abhängig von den aufzubereitenden Instrumenten. In Hausarztpraxen reicht z.b. ein Klasse S-Gerät aus, sofern keine Hohlkörper aufbereitet werden. Dampfsterilisatoren der Klasse B sind erforderlich, wenn zusätzlich Hohlköper aufbereitet werden. PRO

8 Für die Praxis Diese Geräte sind für den Einsatz in Arztpraxen geeignet, in welchen keine operativen Eingriffe durchgeführt werden. Hinweis: Beim Kauf eines Sterilisators der Klas se S sollte eine schriftliche Bestätigung über das Leistungsspektrum des Gerätes beim Hersteller eingeholt werden! Pflichten des Herstellers: Vor dem Kauf eines Sterilisators sind dem Käufer unter anderem folgende, für die Kaufentscheidung relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen: Unterlagen zur Typprüfung Angaben zur Installation, Dampfversorgung und Wasserqualität Gebrauchsanweisung Unterlagen zur Technischen Wartung Angaben zur Validierung Nach dem Erwerb eines Sterilisators ist durch den Hersteller eine vollständige Abnahmeprüfung/Funktionsprüfung am Betriebsort durchzuführen. Geräteeinweisung Vor Inbetriebnahme des Sterilisators muss der Betreiber oder eine beauftragte Person eingewiesen werden. Die Einweisung erfolgt anhand der Gebrauchsanweisung sowie beigefügter sicherheitsbezogener Informationen und Instandhaltungshinweise über: die sachgerechte Handhabung die Anwendung und den Betrieb zulässiger Verbindungen mit anderen Medizinprodukten, Gegenständen und Zubehör. Der Betreiber muss vor Inbetriebnahme des Sterilisators den Prozess durch einen Validierer validieren lassen. Unter diesen Voraussetzungen sind in den Entscheidungsprozess über den Kauf eines Sterilisators folgende Überlegungen einzubeziehen: Entscheidung über die Aufbereitung in der eigenen Praxis Bei der Aufbereitung in der eigenen Praxis entstehen u. a. Kosten für: Reinigung und Desinfektion Mittel zur Instrumentenpflege Verpackung Wartung des Reinigungs- und Desinfektionsgeräts und Sterilisators Prüfkörper mit Testanschmutzungen (entfällt nach Validierung) Folienschweißgerät Funktionsprüfung Folienschweißgerät Leercharge Bei Vakuum-Sterilisationsprozessen Bowie-Dick-Test und Vakuumtest Behandlungs- und Chemoindikatoren (Klasse 1, 2 [Prüfkörper Helix- Text], 5,6), um Sterilisationsleistung zu überprüfen Validierung der Prozesse Alternativen zur Aufbereitung in der eigenen Praxis sind: a) Einsatz von Einmalprodukten Für Arztpraxen, in denen nicht regelmäßig operiert wird oder nur kleine chirurgische Eingriffe vorgenommen werden, ist es unter Umständen wirtschaftlicher, Einmalinstrumente einzusetzen. Vorteile von Einmalinstrumenten und Einmal-Behandlungs-Sets: schnell und steril einsetzbar individuelle Setgestaltung nach Absprache mit dem Hersteller eindeutige und fallbezogene Kostentransparenz ohne Nebenkosten (z. B. Reparatur) b) Externe Aufbereitung (Fremdvergabe/Outsourcing) Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten kann es für die Praxis im Einzelfall lukrativer sein, die Aufbereitung extern durchführen zu lassen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an: 1. Aufbereitung in einer Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) eines Krankenhauses 2. Aufbereitung in Kooperation mit anderen niedergelassenen Ärzten 3. Fremdvergabe an eine auf die Aufbereitung von medizinischen Instrumenten spezialisierte Firma (Postversand oder Abholung der Instrumente) Anforderungen an Aufbereitungseinrichtungen An eine Einrichtung, die Aufbereitungen durchführt, werden besondere Anforderungen gestellt: Aufbereitung mit validierten Verfahren Qualifizierte Mitarbeiter Einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM)-System Bei externer Aufbereitung ist es wichtig, dass durch Kennzeichnung der Medizinprodukte eine ausreichende Eigentümeridentifikation erfolgt, um eine ordnungsgemäße Rückgabe nach der Aufbereitung sicherzustellen. Sterilisation mit Niedrigtemperatur Diese Geräte sind für die Sterilisation spezieller, thermolabiler Instrumente (z.b. elektrische Kabel, Geräte mit elektronischen und optischen Komponenten), nach den Angaben der Hersteller geeignet. Heißluftsterilisation: Das Verfahren der Heißluftsterilisation in der Arztpraxis entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Die Verwendung oder Neuanschaffung eines Heißluftsterilisators kann nicht empfohlen werden. Sie haben Fragen zum Thema? Gern können Sie sich an Anke Schmidt, Tel oder an Christin Richter, Tel wenden. Quelle: CoC - Bundesweites Kompetenzzentrum der KVen und der KBV für Hygiene und Medizinprodukte bei der KV Baden-Württemberg Christin Richter 410 PRO

9 Für die Praxis Curriculum Geriatrische Grundversorgung Eine umfangreiche Fortbildungsqualifikation zur Geriatrischen Grundversorgung bietet die Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (ÄKSA) im Februar und März 2014 allen ambulant tätigen Ärzten mit abgeschlossener Weiterbildung sowie Ärzten, die sich in der allgemeinmedizinischen Weiterbildung befinden, an. Grundlage des Kurses ist das 60-stündige Curriculum Geriatrische Grundversorgung der Bundesärztekammer. Obwohl die Leistungen mit der Einführung des neuen EBM ohne eine zusätzliche Qualifikation abrechnungsfähig ist, ist zu empfehlen, die neuen Leistungen qualifiziert zu erbringen. Zur Auffrischung der erworbenen Kenntnisse bietet sich diese Qualifikation an. Die neuen Leistungen werden außerhalb der RLV und der QZV vergütet und jeder Arzt sollte prüfen, bei welchen Patienten die EBM-Ziffern und anzusetzen sind. Das Curriculum gliedert sich in vier Abschnitte: A: Grundlagen und Struktur der Geriatrie Physiologie des Alterns Entstehungstheorien Soziodemographische Daten und deren Auswirkung auf die Versorgung Versorgungsmöglichkeiten und -einrichtungen, integrierte Versorgungsangebote, interdisziplinäre Teamarbeit Rechtliche Betreuungs- und Vorsorgemöglichkeiten wie Pflegeversicherung, Grad der Behinderung, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Alter und - Verkehrstüchtigkeit Prävention in der Geriatrie wie z. B. im gesellschaftlichen Engagement, durch altersadäquate Ernährung und Diätetik, durch Sport, durch Reisen, Gedächtnisund Konzentrationsübungen, Sturzprävention durch Wohnraumanpassung B: Geriatrisches Assessment C: Spezifische Probleme in der geriatrischen Medizin Arzt- und Krankenhausbedarf Magdeburg Vertriebs GmbH für Medizintechnik Geriatrische Symptome, ihre funk tionelle Bedeutung und altersentsprechende Therapie Probleme der alten Haut/Harninkontinenz/Stuhlinkontinenz und Obstipation/Verwirrtheitszustände/Synkope, Schwindel, Gangunsicherheit, Sturz/Ess-, Trink-, Schluck- und Kaustörungen, einschl. Trachealkanülen/Exsiccose/Immobilität/ Dekubitus/Schlafstörungen/Ernährungsmöglichkeiten, einschließlich künstlicher Ernährung/Schmerzund Schmerztherapie Geriatrische Therapie wichtiger Krankheitsbilder Schlaganfall/Demenzerkrankungen/ Depressive Störungen, Angst, Wahn/ Suizidalität/Abhängigkeitserkrankungen/M. Parkinson, Parkinsonismus/Somatisierungsstörungen/Osteoporose/ Arthrose und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen/Entzündliche Gelenk- und Muskelerkrankungen/ Erkrankungen der Sinnesorgane wie Seh- und Hör beeinträchtigungen, Neuropathien/Tumorerkrankungen und nicht maligne Begleiterkrankungen/Somatische Akuterkrankungen im Alter/Therapieprioritäten bei Multimor bidität wie Diabetes mellitus Kardiopulmonale Erkrankungen periphere Durchblutungsstörungen Pharmakotherapie im Alter Pharmakokinetik und -dynamik/ Interaktionen, unerwünschte Nebenwirkungen/Compliance und Medikamentenhandhabung im höheren Lebensalter Wertigkeit und Indikation von physiound ergotherapeutischen, logopädischen und prothetischen Maßnahmen Ethische Aspekte ärztlichen Handelns aus Sicht eines Ethikers Wille und Willensfähigkeit des alten Menschen/Grenzen diagnostischer, therapeutischer und rehabilitativer Maßnahmen/Palliative Maßnahmen/ Todesnähe/Nierenerkrankungen D: Verordnung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gemäß den Rehabilitations-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses Leistungen im Rahmen der GKV Der Kurs findet in den Pfeifferschen Stiftungen statt. Interessenten melden sich bitte mit dem Formular am Heftende in der Ärztekammer bei Kerstin Bauer, Tel an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Termine: Teil 1: Teil 2: Praxisbedarf A Z Sprechstundenbedarf Medizintechnik Instrumente Mobiliar Praxisplanung Hygienemanagement Logistik- und Geräteservice Fordern Sie den kostenlosen Katalog an! >>> Königswerder Magdeburg Tel Fax PRO

10 Für die Praxis Was macht Frühe Hilfen erfolgreich? Das Ziel Früher Hilfen sind koordinierte und multiprofessionelle Angebote für Mütter und Väter zur Förderung der Entwicklung von Kindern vor allem in den ersten Lebensjahren sowie für schwangere Frauen und werdende Väter. Unterstützungsbedarf soll frühzeitig wahrgenommen, Ressourcen von Familien sollen gestärkt und so Risiken für das Wohl von Neugeborenen und Kindern bis drei Jahren vermieden werden. Der Frage, wie Familien durch die Angebote am besten unterstützt werden können, gingen am 9. Oktober 2013 etwa 150 Fachkräfte der Frühen Hilfen aus Sachsen-Anhalt in einer Netzwerkekonferenz in Magdeburg nach. Ziel war es, die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens weiter zu verbessern, sich auszutauschen und so voneinander zu lernen. Eingeladen hatten das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und das Ministerium für Arbeit und Soziales sowie die Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau, Halle/Saale und die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Anhalt- Bitterfeld, Börde, Burgenlandkreis, Harz, Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Salzlandkreis, Stendal und Wittenberg. In ihrem Fachvortrag Vernetzen und sichern Frühe Hilfen in Sachsen- Anhalt stellte Ilona Oesterhaus die Umsetzung der Bundesinitiative Frühe Hilfen in Sachsen-Anhalt dar. Sie begrüßte, dass es gelungen sei, in den letzten Jahren ambulant tätige Ärzte und Psychotherapeuten in die regionalen Netzwerke Frühe Hilfen einzubinden. Eine gute, interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachkräfte in Netzwerken der Frühen Hilfen ist ein zentraler Erfolgsfaktor, damit Familien, die nach der Geburt eines Kindes Unterstützung benötigen, frühzeitig die passenden Angebote erhalten, sagte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, in der das Nationale Zentrum Frühe Hilfen angesiedelt ist. Beteiligen Sie sich an der Umfrage! Prof. Dr. Marcus Siebolds, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen der Katholischen Hochschule Nordrhein Westfalen, stellte in seinem Vortrag Beispiele einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und niedergelassener Ärzteschaft vor und betonte die besonderen Herausforderungen der Zusammenarbeit von Fachkräften völlig unterschiedlicher Berufe. Dem haben sich in Baden-Württemberg 30 von qualifizierten Moderatorentandems aus Vertragsärzten und Mitarbeitern der Jugendämter geleiteten Qualitätszirkel Frühe Hilfen gestellt. In Familienfallkonferenzen werden gemeinsame Gefährdungsanalysen und Betreuungspläne entwickelt. Sechs Workshops boten den Teilnehmern der Netzwerkekonferenz nach den Vorträgen Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und Wissen zu vertiefen. Weitere Informationen: upload/pdf/praxis/praxis_infomaterial/ handzettel_fruehe_hilfen.pdf Aus Pressemitteilung Frühe Hilfen /KVSA Die Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts haben in den vergangenen Jahren regionale, von hauptamtlichen Koordinatoren betreute Netzwerke aufgebaut. Zur Mitarbeit sind neben den Mitarbeitern von Jugendamt, öffentlichen Gesundheitsdiensten, Sozialamt, Kindereinrichtungen und Schulen auch niedergelassene Haus-, Kinder- und Jugendärzte, Frauenärzte und Psychotherapeuten aufgerufen, um sich so multiprofessionell zu vernetzen. Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Frauenärzte und Psychotherapeuten der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen- Anhalt können noch bis zum 10. November 2013 im Rahmen einer Studie der Matin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihre Sicht auf die Kooperation in den lokalen/regionalen Netzwerken der Frühen Hilfen im Rahmen einer online-befragung unter: de/netzwerk-fruehe-hilfen darlegen. Die Antworten werden anonym übermittelt und zusammengefasst in gruppierten Datensätzen ausgewertet. Prof. Dr. phil. habil. Johann Behrens (Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. med. Dieter Körholz (Universitätsklinikum Halle) begleiten die Erhebung. Rückschlüsse auf einzelne Teilnehmer der Befragung sind auch dann ausgeschlossen, wenn man nach Abschluss der Befragung an der Verlosung von Bargeld-Preisen (300 Euro; 200 Euro) teilnimmt. Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Weiterentwicklung der Netzwerke Frühe Hilfen ein und können dazu beitragen, die ärztliche und psychotherapeutische Kompetenz im Rahmen der Frühen Hilfen stärker zu nutzen und die Rahmenbedingungen für eine gelingende Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Jugendhilfe und der ambulanten Versorgung zu verbessern. 412 PRO

11 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Änderung der AM-RL in der Anlage V (verordnungsfähige Medizinprodukte) A. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 15. März 2012 und 16. Mai 2013 Änderungen der Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie beschlossen. In der Anlage V wird unter der Zeile zu der Produktbezeichnung MOVICOL flüssig Orange folgende Zeile MOVICOL Junior aromafrei eingefügt: Produktbezeichnung MOVICOL Junior aromafrei Medizinisch notwendige Fälle Für Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren zur Behandlung von Obstipation, für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren zur Behandlung von Koprostase. Die Änderung tritt mit Wirkung vom 1. November 2013 in Kraft. Befristung der Verordnungsfähigkeit 27. Januar 2016 B. Der G-BA hat in seiner Sitzung am 8. Oktober 2013 eine Änderung der Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie beschlossen. In der Anlage V wird in der Zeile PARI NaCl Inhalationslösung die Angabe 12. November 2013 ersetzt durch die Angabe 12. November 2018 : Produktbezeichnung PARI NaCL Inhalationslösung Medizinisch notwendige Fälle Als Trägerlösung bei der Verwendung von Inhalaten in Verneblern oder Aerosolgeräten. Dies gilt nur für die Fälle, in denen der Zusatz einer Trägerlösung in der Fachinformation des arzneistoffhaltigen Inhalats zwingend vorgesehen ist. Befristung der Verordnungsfähigkeit 12. November 2018 Die Änderung tritt mit Wirkung vom 13. November 2013 in Kraft. C. Der G-BA hat in seiner Sitzung am 17. Oktober 2013 eine Änderung der Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie beschlossen. In der Anlage V werden unter der Zeile Visco HYAL 1.4+ die folgenden Zeilen VISMED und VISMED MULTI eingefügt: Produktbezeichnung VISMED VISMED MULTI Medizinisch notwendige Fälle Synthetische Tränenflüssigkeit bei Autoimmun-Erkrankungen (Sjögren-Syndrom mit deutlichen Funktionsstörungen [trockenes Auge Grad 2], Epidermolysis bullosa, okuläres Pemphigoid). Befristung der Verordnungsfähigkeit 15. Januar 2017 Die Änderungen der Richtlinie treten mit Wirkung vom 17. Oktober 2013 in Kraft. Die Beschlüsse und die Tragenden Gründe zu den Beschlüssen sind abrufbar auf der Internetseite des G-BA unter >> Informationsarchiv >> Beschlüsse >> Arzneimittel >> Anlage V. Die Anlage V ist Bestandteil der Arzneimittel- Richtlinie und abrufbar unter >> Informationsarchiv >> Richtlinien. Ansprechpartnerinnen: Heike Drünkler, Tel Dr. Maria-Tatjana Kunze, Tel Josefine Müller, Tel PRO

12 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Änderung der AM-RL in der Anlage XII (Beschlüsse zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln) Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat weitere Beschlüsse zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln wie folgt getroffen: Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Perjeta (Pertuzumab) Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Perjeta ist zur Anwendung in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel bei erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem oder lokal rezidivierendem, inoperablem Brustkrebs indiziert, die zuvor noch keine anti- HER2-Therapie oder Chemotherapie zur Behandlung ihrer metastasierten Erkrankung erhalten haben. Zweckmäßige Vergleichstherapie: a) HER2-positiver metastasierter Brustkrebs (Patienten mit viszeraler Metastasierung): Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan (Paclitaxel, Docetaxel) b) HER2-positiver metastasierter Brustkrebs (Patienten mit nicht-viszeraler Metastasierung): Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan (Paclitaxel, Docetaxel) c) Patienten mit HER2-positivem lokal rezidivierendem, inoperablem Brustkrebs: Strahlentherapie Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Perjeta soll durch einen in der Therapie von Patienten mit metastasiertem Brustkrebs erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der an der Onkologie-Vereinbarung teilnimmt und weiteren, an der Onkologie- Vereinbarung teilnehmenden Ärzten anderer Fachgruppen, soweit die regionale Versorgung anderweitig nicht sichergestellt werden kann). Die Verordnung kann auf Empfehlung einer interdisziplinären Tumorkonferenz erfolgen. Kategorie des Zusatznutzens a) Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen b) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt c) Ein Zusatznutzen gilt als nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten/ Geltungsdauer 1. Oktober 2013 Die Geltungsdauer des Beschlusses ist bis zum 1. Oktober 2018 befristet. BindRen (Colestilan) BindRen wird angewendet zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease, CKD) im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Kalziumhaltige Phosphatbinder oder Sevelamer oder Lanthankarbonat (Hinweis: Unter kalziumhaltige Phosphatbinder fallen auch Phosphatbinder, die neben kalziumhaltigen zusätzlich magnesiumhaltige phosphatbindende Wirkstoffe enthalten) Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Seitens der EMA werden im öffentlichen Beurteilungsbericht [ ] Obstipation, Blutungen, gastrointestinale Blutungen, gastrointestinale Obstruktion und Ileus als bekannte Risiken benannt. Ein Zusatznutzen ist nicht belegt 1. Oktober PRO

13 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Komboglyze (Saxagliptin/ Metformin) (neues Anwendungsgebiet vom 18. Februar 2013) Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Komboglyze ist auch in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (d. h. als Dreifach-Kombinationstherapie) als Ergänzung zu Diät und Bewegung angezeigt, um die Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Patienten im Alter von 18 Jahren und älter mit Typ-2-Diabetes-mellitus zu verbessern, wenn die maximal verträgliche Dosis sowohl von Metformin als auch des Sulfonylharnstoffs den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Kategorie des Zusatznutzens Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten 1. Oktober 2013 Bestandsmarkt: Vildagliptin/ Metformin Eucreas Icandra Zomarist Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Im Rahmen der Erfahrungen nach Markteinführung von Saxagliptin sind Nebenwirkungen von akuter Pankreatitis spontan berichtet worden. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. Behandlung des Typ-2-Diabetes-mellitus: a) Erwachsene, deren Blutzucker trotz Monotherapie mit der maximal verträglichen Dosis von Metformin alleine unzureichend eingestellt ist oder die bereits mit einer Kombination aus Vildagliptin und Metformin in separaten Tabletten behandelt werden. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) a) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt 1. Oktober 2013 b) In Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (d. h. Dreifach-Kombinationstherapie) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten, die mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff nicht ausreichend eingestellt werden können. b) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) c) Als Dreifach-Kombinationstherapie mit Insulin zusätzlich zu Diät und Bewegung, um die glykämische Kontrolle bei Patienten zu verbessern, wenn eine stabile Insulindosis und Metformin allein zu keiner adäquaten glykämischen Kontrolle führen. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Nach Markteinführung wurden im Rahmen der Spontanberichterstattung Fälle von akuter Pankreatitis als Nebenwirkung von Vildagliptin gemeldet. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. c) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt PRO

14 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Bestandsmarkt: Sitagliptin/ Metformin Janumet Velmetia Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Behandlung des erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes-mellitus: a) Zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Patienten, bei denen eine Monotherapie mit Metformin in der höchsten vertragenen Dosis den Blutzucker nicht ausreichend senkt oder die bereits mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelt werden. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) b) In Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (z. B. als Dreifach-Kombinationstherapie) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten, bei denen eine Kombination aus der jeweils höchsten vertragenen Dosis von Metformin und eines Sulfonylharnstoffs nicht ausreicht, um den Blut zucker zu senken. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Kategorie des Zusatznutzens a) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen b) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten/ Geltungsdauer 1. Oktober 2013 Die Geltungsdauer des Beschlusses ist bis zum 1. Oktober 2015 befristet. c) Zusätzlich zu Insulin (d. h. als Dreifach-Kombi nationstherapie) indiziert als Ergänzung zu Diät und Bewegung bei Patienten, bei denen eine stabile Insulindosis und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Nach Markteinführung gab es Spontanberichte von Fällen akuter Pankreatitis als Nebenwirkung von Sitagliptin. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. c) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt 416 PRO

15 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Bestandsmarkt: Saxagliptin Onglyza Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Erwachsenen Patienten ab 18 Jahren mit Typ-2-Diabetes-mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle: a) Als orale Zweifachtherapie in Kombination mit Metformin, wenn eine Metformin-Monotherapie, zusammen mit einer Diät und Bewegung, den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) b) Als orale Zweifachtherapie mit einem Sulfonylharnstoff bei Patienten, für die die Anwendung von Metformin ungeeignet erscheint, wenn eine Sulfonylharnstoff-Monotherapie, zusammen mit einer Diät und Bewegung, den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin) c) Als orale Dreifachtherapie in Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff, wenn diese Behandlung allein, mit einer Diät und Bewegung, den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) d) Als Kombinationstherapie mit Insulin (mit oder ohne Metformin), wenn diese Behandlung allein, zusammen mit einer Diät und Bewegung, den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder nicht ausreichend wirksam ist). Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Im Rahmen der Erfahrungen nach Markteinführung von Saxagliptin sind Nebenwirkungen von akuter Pankreatitis spontan berichtet worden. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. Kategorie des Zusatznutzens a) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen b) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt c) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt d) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten/ Geltungsdauer 1. Oktober 2013 Die Geltungsdauer des Beschlusses ist bis zum 1. Oktober 2015 befristet. PRO

16 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Bestandsmarkt: Vildagliptin Galvus Jalra Xiliarx Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Behandlung des Typ-2-Diabetes-mellitus: a) Als Monotherapie bei Patienten, die durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend therapiert sind und für die Metformin aufgrund von Gegenanzeigen oder Unverträglichkeiten nicht geeignet ist. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) b) In einer oralen Zweifach-Kombinationstherapie mit Metformin bei Patienten, deren Blutzucker trotz Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen von Metformin unzureichend eingestellt ist. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) + Metformin Kategorie des Zusatznutzens a) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt b) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten 1. Oktober 2013 c) In einer oralen Zweifach-Kombinationstherapie mit einem Sulfonylharnstoff bei Patienten, deren Blutzucker trotz Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen eines Sulfonylharnstoffs unzureichend eingestellt ist und bei denen Metformin wegen Kontraindikationen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) (Hinweis: ggf. nur Therapie mit Humaninsulin) c) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt d) In einer oralen Dreifach-Kombinationstherapie mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin, wenn Diät und Bewegung zusätzlich zu einer Zweifachtherapie mit diesen Arzneimitteln zu keiner adäquaten glykämischen Kontrolle führen. d) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) e) In Kombination mit Insulin (mit oder ohne Metformin), wenn Diät und Bewegung zusätzlich zu einer stabilen Insulindosis zu keiner adäquaten glykämischen Kontrolle führen. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder nicht ausreichend wirksam ist) Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Nach Markteinführung wurden im Rahmen der Spontanberichterstattung Fälle von akuter Pankreatitis als Nebenwirkung von Vildagliptin gemeldet. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. e) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt 418 PRO

17 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Fertigarzneimittel/ Arzneistoff Bestandsmarkt: Sitagliptin Januvia Xelevia Anwendungsgebiet/ Vergleichstherapie/ Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung Bei erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes-mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle: a) Als Monotherapie bei Patienten, bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend senken und für die Metformin aufgrund von Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit nicht geeignet ist. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) b) Als orale Zweifach-Kombinationstherapie mit Metformin, wenn Diät und Bewegung plus eine Metformin-Monotherapie den Blutzucker nicht ausreichend senken. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) + Metformin c) Als orale Zweifach-Kombinationstherapie mit einem Sulfonylharnstoff, wenn Diät und Bewegung plus eine Sulfonylharnstoff-Monotherapie in der höchsten vertragenen Dosis den Blutzucker nicht ausreichend senken und wenn Metformin aufgrund von Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit nicht geeignet ist. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) (Hinweis: ggf. nur Therapie mit Humaninsulin) d) Als orale Dreifach-Kombinationstherapie mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin, wenn Diät und Bewegung plus eine Zweifachtherapie mit diesen Arzneimitteln den Blutzucker nicht ausreichend senken. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Kategorie des Zusatznutzens a) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen b) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen c) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt d) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Datum des Beschlusses/ Inkrafttreten/ Geltungsdauer 1. Oktober 2013 Die Geltungsdauer des Beschlusses ist bis zum 1. Oktober 2015 befristet. e) In Kombination mit Insulin (mit oder ohne Metformin), wenn Diät und Bewegung sowie eine stabile Insulindosis den Blutzucker nicht ausreichend senken. Zweckmäßige Vergleichstherapie: Humaninsulin + Metformin (Hinweis: ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder nicht ausreichend wirksam ist) Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung: Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Nach Markteinführung gab es Spontanberichte von Fällen akuter Pankreatitis als Nebenwirkung von Sitagliptin. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden. e) Ein Zusatznutzen ist nicht belegt Die Beschlüsse zur Nutzenbewertung werden immer in stark gekürzter Fassung veröffentlicht. Beachten Sie vor der Verordnung den Gesamtkontext. PRO

18 Verordnungsmanagement Nr Arzneimittel Die gesamte Anlage XII mit allen Beschlüssen zur Nutzenbewertung und die dazugehörigen Tragenden Gründe finden Sie auch auf den Seiten des G-BA unter >> Informationsarchiv >> Richtlinien >> Arzneimittel-Richtlinie >> Anlage XII bzw. unter der Rubrik (Frühe) Nutzenbewertung nach Paragraf 35a SGB V. Ansprechpartnerinnen: Josefine Müller, Tel Heike Drünkler, Tel Dr. Maria-Tatjana Kunze, Tel Tipp: Die Vielzahl der Verfahren zur Nutzenbewertung macht es nicht einfach, immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Um den Überblick zu behalten, hat die KBV für Ärzte, Patienten und andere Interessierte die wichtigsten Informationen zur Nutzenbewertung auf folgender Internetseite übersichtlich zusammengetragen: Frühe Nutzenbewertung Bestandsmarktbewertungen der Gliptine Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 1. Oktober 2013 erstmals Beschlüsse zur Nutzenbewertungen von Arzneimitteln im Bestandsmarkt gefasst. Bewertet wurden folgende Gliptine, die zur Behandlung des Typ-2-Diabetes-mellitus eingesetzt werden: Sitagliptin (Januvia, Xelevia ), Vildagliptin (Galvus ) und Saxagliptin (Onglyza ) sowie entsprechende Wirkstoffkombinationen mit Metformin (Janumet, Velmetia, Eucreas ). Darüber hinaus hat der G-BA die Frühe Nutzenbewertung für ein neues Anwendungsgebiet der Fixkombination Saxagliptin/Metformin (Komboglyze ) in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff beschlossen. Rückblick: Der G-BA hatte im März 2012 für den damals neu zugelassenen Wirkstoff Linagliptin (Trajenta, außer Verkehr) die Frühe Nutzenbewertung abgeschlossen. Daraufhin wurde im Juni 2012 aus Wettbewerbsgründen erstmals die Nutzenbewertung für Arzneimittel im Bestandsmarkt, also Arzneimittel, die vor dem 1. Januar 2011 auf den Markt gebracht wurden, veranlasst. Beschlüsse vom 1. Oktober 2013: Für Sitagliptin und Saxagliptin wurde ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen in einigen zugelassenen Anwendungsgebieten festgestellt. Für Vildagliptin hat der G-BA keinen Zusatznutzen erkennen können. Ansprechpartnerinnen: Josefine Müller, Tel Heike Drünkler, Tel Dr. Maria-Tatjana Kunze, Tel Den Zusatznutzen für Sitagliptin und Saxagliptin begründet der G-BA damit, dass die eingereichten Studiendaten eine verringerte Häufigkeit von Unterzuckerungen bei den genannten Gliptinen im Vergleich zu den etablierten Standardtherapien aus Metformin und Sulfonylharnstoffen aufweisen. Langzeitdaten zu kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie zur Langzeitsicherheit für Patienten liegen laut G-BA jedoch für keines der bewerteten Gliptine vor. Die Beschlüsse der Bestandsmarktbewertungen mit Zusatznutzen wurden auf zwei Jahre befristet. Im Anschluss der Bewertungen folgen die Preisverhandlungen zwischen den pharmazeutischen Unternehmern und dem GKV-Spitzenverband. Die Beschlüsse der Bestandsmarktbewertungen können Sie dem Artikel Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in der Anlage XII- Beschlüsse zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln in dieser PRO-Ausgabe entnehmen. 420 PRO

19 Verordnungsmanagement Nr Heilmittel Neue KBV-Fortbildung zur Behandlung der Parkinson-Krankheit mit Rasagilin Im Online-Fortbildungsportal der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) können sich vertragsärztlich tätige Ärzte über den Wirkstoff Rasagilin zur Behandlung der idiopathischen Parkinson-Krankheit informieren und Fortbildungspunkte erwerben. Informationsgrundlage ist Wirkstoff AKTUELL, eine Publikation der KBV und der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, die dem Deutschen Ärzteblatt beiliegt. Nach dem Selbststudium können Ärzte auf dem Online-Fortbildungsportal der KBV ihr Wissen anhand von Multiple-Choice-Fragen testen und bis zu zwei CME-Punkte erwerben. Voraussetzung für die Teilnahme an der Fortbildung ist die Registrierung mit der Arztnummer. Das Fortbildungsangebot gehört zum Arzneimittel-Infoservice (AIS) der KBV. Fortbildungsportal und AIS sind erreichbar unter Ansprechpartnerinnen: Josefine Müller, Tel Dr. Maria-Tatjana Kunze, Tel Heike Drünkler, Tel Vorgehen bei der Postexpositionsimpfung von Tollwut Aufgrund derzeit bestehender Lieferengpässe bei der Impfstoffversorgung mit Tollwut-Impfstoffen in der Bundesrepublik kann es vorkommen, dass der Impfstoff nicht über die normalen Lieferketten der Apotheken beziehbar ist. Im Fall einer Postexpositionsimpfung sind nach Mitteilung der Bundesärztekammer folgende Hinweise zu beachten: Für die Notfallversorgung von Patienten nach Tierbiss/Kontakt wird von den Landesapothekerkammern Impfstoff in einem Notfall-Depot zur Postexposi tionsimpfung gegen Tollwut vorgehalten. Um die Notfallversorgung dieser Patienten aus dem Notfall-Depot ggf. sicher zu stellen, soll der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt den Vermerk Postexpositionsprophylaxe bei Tierbiss/Kontakt auf den Impfstoffverordnungen anbringen, weil diese Information die Voraussetzung dafür ist, dass die Impfstoffe aus dem Notfall-Depot zur Verfügung gestellt werden. Verordnung und Abrechnung: Es ist zu beachten, dass der Tollwut-Impfstoff für die erste Impfung im Verletzungsfall (kurativ) gemäß gültiger Impfvereinbarung auf Namen des Patienten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf einem roten Rezept (Muster 16) zu verordnen ist. Darauf ist im Feld 8 die Ziffer 8 für Impfstoffe einzutragen. Die Impfleistung ist in diesem Fall mit der Grundpauschale abgegolten. Ab der zweiten Tollwut-Impfung (präventiv) erfolgt die Verordnung des Impfstoffes auf einem roten Rezept (Muster 16) als Sprechstundenbedarf. Darauf ist im Feld 8 die Ziffer 8 für Impfstoffe und im Feld 9 die Ziffer 9 für Sprechstundenbedarf einzutragen. Die Impfleistung für Tollwut im Verletzungsfall ab der zweiten Impfung wird seit dem 2. Quartal 2013 mit der Dokumentationsziffer (A, B) abgerechnet. Ansprechpartnerinnen: Heike Drünkler, Tel Josefine Müller, Tel Dr. Maria-Tatjana Kunze, Tel PRO

20 Verordnungsmanagement Nr Heilmittel Genehmigungsverzicht für Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls Nach 8 Abs. 4 der Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) sind Verordnungen außerhalb des Regelfalls vom Arzt auf dem Verordnungsvordruck besonders medizinisch zu begründen. Gleichzeitig hat er eine prognostische Einschätzung über die noch erforderlichen Behandlungseinheiten abzugeben. Begründungspflichtige Verordnungen sind der zuständigen Krankenkasse vom Patienten zur Genehmigung vorzulegen. Einige Praxen von Heilmittelerbringern bieten ihren Patienten die Weiterleitung der Verordnung an die Krankenkasse als Service an. Wird die Verordnung bei der Krankenkasse vorgelegt, übernimmt sie die Kosten für die verordneten Heilmittel bis zum Zugang der Entscheidung über den Genehmigungsantrag. Im Falle einer Ablehnung endet die Kostenübernahme mit dem Tag des Zugangs des ablehnenden Bescheides. Verzichtet eine Krankenkasse auf ein Genehmigungsverfahren für die Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls, entspricht dies rechtlich gesehen einer Genehmigung gegenüber den Heilmittelerbringern. Die Krankenkasse ist verpflichtet, die Kassenärztliche Vereinigung über den Genehmigungsverzicht zu informieren. Patienten oder Heilmittelerbringer müssen Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls dann der zuständigen Krankenkasse nicht mehr vorlegen. Damit können die Heilmittelerbringer die von ihnen gemäß ärztlicher Verordnung erbrachten Leistungen ohne vorherige Genehmigung mit der Krankenkasse abrechnen. Ärzte erhalten diese Informationen, damit sie ihre Patienten entsprechend beraten können. Im Falle von Änderungsmitteilungen der Krankenkassen werden diese aktualisiert. Aktueller Hinweis Die BKK VBU (Verkehrsbau Union) verzichtet weiterhin, befristet bis zum , auf ein Genehmigungsverfahren bei Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls. Die BKK Salzgitter, BKK Publik und TUI BKK verzichten ebenfalls weiterhin, befristet bis zum , auf ein Genehmigungsverfahren bei Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls. Genehmigungsverzichte (Stand: ) Ersatzkassen/vdek (BARMER GEK, TK, DAK-Gesundheit, KKH, HEK, hkk) Knappschaft BIG direkt gesund Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) 32 Betriebskrankenkassen, dazu gehören: Bahn-BKK BKK24 BKK A.T.U BKK advita BKK der MTU Friedrichshafen GmbH BKK Deutsche Bank AG 422 PRO

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