Informationstechnologie und Informationsverarbeitung. an der FH Trier

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1 1 Informationstechnologie und Informationsverarbeitung an der FH Trier Inhalt Einführung... 3 Zusammenfassung... 3 Prozesse und Organisation... 4 Integriertes Informationsmanagement... 4 Identity Management (IdM), Rechte und Rollenmanagement... 5 Sicherheitsinfrastruktur... 6 Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten... 7 Hochschulübergreifende Kooperation... 7 Gemeinsame Ressourcen, Forschungs-Clouds und Datenverbünde... 8 Softwarelizenzen... 9 Dienste und Versorgung... 9 Dienste-Architektur Dienstleistungsinfrastruktur IT-Versorgung einer Hochschule Unterstützung der Kernprozesse Kernprozess Forschung Kernprozess Lehre Administrative Unterstützungsprozesse Basis-IT-Infrastruktur einer Hochschule im Sinne hoheitlicher Aufgaben Organisatorische Grundregeln Datenschutz und IT-Sicherheit Elementare Bausteine der IT-Versorgung Zentrale versus dezentrale Betreuung von Infrastruktur Nutzung von Economy-of-Scale Unterstützung / Ergänzung dezentraler IT Mehrwertdienste Studierendenzentriertes Campusmanagement E-Learning... 20

2 2 Unterstützung von E-Science Computational Science and Engineering Dienste Management IT-Systeme Netze Rechnersysteme Arbeitsplatzrechner für Studierende Arbeitsplatzrechner für Wissenschaftler Lokale Computeserver Server Datenhaltung Allgemeine Bemerkungen Langzeitarchivierung Software Querschnittsfunktion Energieeffizienz... 27

3 3 Einführung Etwa alle 5 Jahre verfasst die Kommission für IT-Infrastruktur (früher Kommission für Rechneranlagen, KfR) der DFG ein Strategiepapier über einen Zeitraum von 5 Jahren. Im Folgenden wird die aktuelle Situation, Errungenschaften wie Defizite, der IT-gestützten Informationsverarbeitung an der FH Trier mit den Empfehlungen der Kommission für IT-Infrastruktur für verglichen und es werden daraus konkrete Schlussfolgerungen für die IT-Strategie an der FH Trier für die kommenden Jahre gezogen. Da die Mitglieder der IT-Kommission allesamt aus dem Hochschulbereich stammen, ist davon auszugehen, dass deren Empfehlungen ganz konkreten und praktischen Erfahrungen an den Hochschulen entsprechen und frei von einseitigen Lobby-Interessen sind. Um dem Leser den Vergleich mit dem Strategiepapier der DFG zu vereinfachen, wird dessen Strukturierung, soweit für eine Fachhochschule sinnvoll, in diesem Bericht übernommen. Zusammenfassung Die Kernaussagen des DFG-Strategiepapiers in dessen Zusammenfassung gelten zum größten Teil auch für Fachhochschulen. Die wesentlichen im Bezug auf die allgemeine Hochschulstrategie sollen hier kurz zitiert werden: Die IT-Infrastruktur ist somit zum Rückgrat moderner Hochschulen geworden, sie betrifft, treibt und beflügelt all deren Bereiche wie Forschung, Lehre, Verwaltung, Leitungsstrukturen Eine hochwertige IT-Unterstützung bedeutet nicht primär Kostenersparnis, sondern ermöglicht bessere Ergebnisse und die gibt es bekanntlich nicht zum Nulltarif. nur diejenigen Hochschulleitungen, welche die Möglichkeiten der Informationstechnologie und die Notwendigkeit der Entwicklung IT-basierter Lösungsprozesse von vorneherein in ihre Entwicklungsplanungen der Hochschule einbeziehen, wird durch das Aufgreifen innovativer Strukturelemente einer Wissensgesellschaft die nachhaltige Umsetzung ihrer Entscheidungen gelingen. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel eines Integrierten Informationsmanagements, das neben der IT der wissenschaftlichen Rechenzentren auch alle anderen IT-gestützten Dienste einer Hochschule umfasst, Die Die vergangenen Jahre haben aber auch klar gezeigt, dass der Weg hin zu einem Integrierten Informationsmanagement alles andere als einfach ist. Fehlende oder nicht adäquate Leitungsstrukturen (Verankerung der IT-Strategie auf der Leitungsebene der Hochschule; Stichwort Chief Information Officer (CIO)), fehlendes einrichtungsübergreifendes Prozessdenken als Grundlage des Einsatzes von IT-Losungen, suboptimale Implementierungsstrategien (vom oktroyierenden Ukas-Prinzip" bis hin zu anarchisch-unkoordinierten Bottom-up-Zufälligkeiten), Fehleinschätzungen von Softwarelösungen (die Anfälligkeit verfügbarer Eigenentwicklungen, die tatsächliche Funktionalität zugekaufter Lösungen oder den Aufwand von Neuentwicklungen betreffend), fehlende Verwendung von standardisierten Formaten und Strukturen, unangemessener Ressourceneinsatz, unzureichende Zahl und Qualifikation des eingesetzten Personals bzw. ausbleibende Weiterqualifizierungsmaßnahmen, mangelnde Akzeptanz bis hin zu aktiven Widerständen auf allen Ebenen - all das hat vielerorts zu Verzögerungen und Verwerfungen geführt.

4 4 Diese eher allgemeinen Erkenntnisse, ebenso wie hier nicht zitierte speziellere Aussagen der Zusammenfassung des DFG-Strategiepapiers spiegeln nach meiner Erfahrung auch die Situation an der FH Trier relativ gut. Wir haben in den vergangenen 20 Jahren große Schritte nach vorne gemacht, aber wir haben auch viele Möglichkeiten ausgelassen und Effizienzpotentiale nicht ausgeschöpft, weil in einigen Bereichen versäumt wurde, sich den neuen Möglichkeiten auch durch entsprechende organisatorische Maßnahmen (Umstrukturierungen, Schulungen, Kooperationen, etc.) anzupassen. In einigen Bereichen sehen wir als zentraler IT-Dienstleister leider immer noch eher skeptisches Misstrauen als konstruktive Kooperation. Es fehlen letztlich organisatorische Strukturen den notwendigen Analyse- und Veränderungsprozesse im gemeinsamen Diskurs vertrauensvoll zu gestalten. Im Folgenden nun wird, in aller Kürze, etwas differenzierter auf die für die FH Trier relevanten Abschnitte des DFG-Strategiepapiers eingegangen. Prozesse und Organisation Die durch die nahezu flächendeckende Implementierung IT-gestützter Verfahren notwendige Transformation von Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen zum effizienten Einsatz dieser Verfahren hat an der FH Trier (noch) nicht stattgefunden! Auch in den Rechenzentren der FH Trier hat sich der Wandel vom klassischen Rechenzentrum zum Service- Provider vollzogen (einzig der Name ist als anachronistisches Relikt geblieben). Waren anfangs vielleicht 90% der Mitarbeiter im rein technischen Bereich tätig (Installation und Administration von Rechnersystemen), sind es heute allenfalls noch 50%. Mindestens die Hälfte ist mit der Entwicklung von Prozessen und Diensten und in der Nutzerbetreuung (Problemlösung, Beratung) tätig. Diese Transformation ist bisher jedoch kaum durch eine hochschulweite Strategie begleitet worden, sondern erfolgte, zumindest in den Rechenzentren, im Wesentlichen als Reaktion auf die veränderten Anforderungen der Nutzer. Eine der Entwicklung angepasste Zuteilung notwendiger Ressourcen (materiell wie personell) erfolgte nicht. Effizienzsteigerungen (meist im technischen Bereich) konnten den zusätzlichen Bedarf im Entwicklungs- und Service-Bereich nicht kompensieren. Die Folge ist eine deutlich gestiegene Arbeitsbelastung der Mitarbeiter sowie merklich Defizite in einigen Bereichen, die meist zu Lasten der Nutzer gehen und die bereits oben erwähnte Skepsis gegenüber zentralen IT-Diensten eher fördern. Integriertes Informationsmanagement Die zunehmende Verlagerung von Prozessen an der Integriertes Informationsmanagement hebt Synergieeffekte der Transformation von Arbeitsabläufen auf IT-gestützte Verfahren. Obwohl es kleine Erfolge zu verzeichnen gibt, sind die Effizienzpotentiale der IT- Transformation bei weitem nicht ausgeschöpft. Es mangelt vor allem an: - Prozessanalyse - Anpassung von Prozessen an ITgestützte Verfahren - Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitern Hochschule (in Lehre, Forschung und Verwaltung) auf IT-gestützte Verfahren (E-Learning, Projektverwaltung, datenbankgestützte Webapplikationen, Nutzerverwaltung, Identity-Management, vielfältige HIS-Module und mehr), wie sie auch an er FH Trier in den vergangenen 10 bis 15 Jahren stattgefunden hat, führt nach und nach zum Aufbau einer ganzen Reihe unabhängiger, nicht gekoppelter Datenhaltungssysteme. Im Laufe der Entwicklung stellt man allerdings fest, dass viele Daten redundant erfasst werden. Da die verschiedenen Datenhaltungssysteme in der Regel inkompatibel

5 5 sind, ist ein elektronischer Abgleich oder Austausch nicht möglich oder extrem aufwändig. In einzelnen Fällen wird über Papierausdrucke ein manueller Abgleich vorgenommen. Angesichts der Möglichkeiten, die IT-gestützte Verfahren bieten, eine höchst ineffiziente Vorgehensweise. Ein Integriertes Informationsmanagement soll solche Fehlentwicklungen beheben bzw. ihnen entgegen wirken. Es definiert datenführende Systeme, Datenflüsse und Prozesse bzw. Arbeitsabläufe derart, dass Daten nur einmal erfasst werden und überall dort, wo sie benötigt werden, unter Berücksichtigung von Berechtigungen und Datenschutz zur Verfügung gestellt werden. Dies erfordert zunächst eine gründliche Analyse der Arbeitsabläufe und damit verbundener Datenflüsse und die grundsätzliche Bereitschaft, bisher vertraute, z. B. papiergebundene Arbeitsabläufe, neu zu strukturieren. Es erfordert darüber hinaus die Erkenntnis, dass man eingebunden ist in ein ineinander greifendes Räderwerk von Prozessen und Datenflüssen, das durch mangelnde Sorgfalt oder Verzögerungen (z.b. bei der Datenerfassung im datenführenden System) zu weiteren, teilweise gravierenden Störungen oder Fehlfunktionen führen kann. Das Rechenzentrum in Trier hat die Bedeutung eines Integrierten Informationsmanagements schon seit längerem erkannt und ist schon seit mehreren Jahren mit der Schaffung entsprechender Voraussetzungen und der Implementierung erster Prozesse beschäftigt. Als großer Vorteil im Vergleich zu vielen größeren Hochschulen und Universitäten stellte sich heraus, dass die Nutzerverwaltung (Account-Erstellung) für alle Hochschulmitglieder schon immer zentral in den Rechenzentren (Trier und Birkenfeld) stattfand. Für ein hochschulweites Identity-Management mussten daher lediglich die beiden Systeme der Rechenzentren synchronisiert werden. Ergebnis dieser Arbeiten ist ein an die Datenbasis der Studierendenverwaltung (HIS-SOS) und der Personalabteilung (HIS-SVA) angekoppeltes, weitgehend automatisiertes Lifecycle-Management von Nutzerkennungen, ein an die Daten der Personalverwaltung und des Dezernats III (HIS-SVA, HIS- BAU) gekoppeltes, täglich aktualisiertes Mitarbeiter und Telefonverzeichnis sowie ein ebenfalls an die Daten der Studierendenverwaltung (HIS-SOS) und der Personalabteilung (HIS-SVA) gekoppeltes System zur Erstellung sehr differenzierter Listen. Auch für interne Workflows in den Rechenzentren werden diese Prozesse und Datenflüsse genutzt. Die Weiterentwicklung bestehender Workflows (z.b. automatisierte Ausgabe von Accounts an Studierende zusammen mit den Immatrikulationsunterlagen) ist geplant, erfordert allerdings die konstruktive Unterstützung aller Beteiligten. Identity Management (IdM), Rechte und Rollenmanagement Das Identity Management, eine um Rollen- und Rechte Identity Management ist eine Grundlage des Integrierten Informationsmanagements. Die Implementierung ist bereits relativ weit gediehen. Defizite gibt es weiterhin bei standortübergreifenden Fragestellungen, da es kein standortübergreifendes IdM gibt. Probleme bereitet auch die fehlende Langfrist-Strategie des Integrierten Informationsmanagements, da eine enge Verzahnung mit den notwendigen IdM Strukturen besteht. erweiterte zentrale Nutzerverwaltung bildet eine absolut notwendige Grundlage für eine managbare und nutzerfreundliche IT-Dienste-Struktur und ein darauf aufbauendes Informationsmanagement. Gegenüber großen Universitäten, mit teilweise IT-autarken Departments oder Lehrstühlen haben wir an der FH Trier den großen Vorteil, über eine zentrale Nutzerverwaltung für alle Mitglieder der Hochschule zu verfügen 1. Damit sind alle Dienste, die das Rechenzentrum in Trier anbietet, von allen Mitgliedern der Hochschule (Bir- 1 Zwar sind die Prozesse der Nutzerverwaltung in den Rechenzentren in Trier und am Umweltcampus Birkenfeld nicht vereinheitlicht. Der zentrale Authentifizierungsdienst in Trier wird jedoch täglich mit den Birkenfelder Daten ergänzt und synchronisiert.

6 6 kenfeld eingeschlossen) nutzbar, sofern sie berechtigt sind diesen Dienst zu nutzen. Dies betrifft die HIS-Selbstbedienungsfunktionen (QIS-POS) ebenso wie die Nutzung der E-Learning-Plattformen (Stud.IP, ILIAS), des Intranets (TYPO3), Zugang zum Campusnetz und WLAN, des Helpdesks sowie eine Reihe weiterer Dienste. Wohlgemerkt, zur Nutzung all dieser Dienste ist nur eine Kennung (Trierer oder Birkenfelder) erforderlich. Ein Identity Management geht jedoch über die zentrale Nutzerverwaltung hinaus. Im Identity Management werden die reinen Nutzerdaten (mindestens Kennung und Passwort) um weitere, nutzerspezifische Informationen ergänzt: Name, Titel, Adressen, Telefon, Raumnummer, Funktion, Bereichszugehörigkeit und mehr. Die Bedeutung eines Identity Managements haben wir in Trier schon vor Jahren erkannt und standen vor der Wahl, ein kommerzielles Produkt einzusetzen oder eine Eigenentwicklung anzugehen. Die Entscheidung fiel für eine Eigenentwicklung, da kein finanzierbares und ausreichend flexibles Produkt auf dem Markt verfügbar war. So entstand im Rechenzentrum Trier das Ressourcen-Informations-System (RIS), ein datenbankgestütztes System mit einer Reihe von Schnittstellen, die es mit datenführenden Systemen im HIS (SOS, SVA, BAU), mit verschiedenen graphischen Nutzerinterfaces zur Datenpflege sowie mit entsprechenden Diensten, die diese Daten benötigen (Authentifizierung, Adressverzeichnis, Verteiler etc.), verbindet. Dieses System beinhaltet ein Rollenkonzept, über das bereits jetzt und zukünftig vermehrt Berechtigungen gesteuert werden. Die weitgehende Automatisierung der Datenflüsse (aus HIS nach RIS zu den IT- Diensten) stellt hohe Anforderungen an die Qualität und Aktualität der datenführenden Systeme. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten scheint das inzwischen allen Beteiligten bewusst. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das IdM an der FH Trier im Vergleich zu vielen anderen Hochschulen relativ weit gediehen ist. Der Ausbau bezüglich Rollen- und Rechte-Management ist im Gange. Optimierungspotential besteht noch hinsichtlich einer Vereinheitlichung der IdM- Handhabung und Prozesse in den Rechenzentren in Trier und Birkenfeld. Die Bibliotheken sind (teils aus Kostengründen, teils aus Kompatibilitätsgründen) nur rudimentär in das IdM integriert. Sicherheitsinfrastruktur Im Bezug auf die Nutzer ist die Kombination aus Kennung und Passwort das zentrale Sicherheitsfeature zur Nutzung der Dienste des r/ft. Die Wahrung der Vertraulichkeit dieser Daten liegt klar in der Verantwortung des Nutzers. Die Authorisierung für bestimmte Dienste ergibt sich aus der Rollenzuordnung im IdM. Die Qualität der IdM Daten (Rollen, Gruppenzugehörigkeiten) ist damit entscheidend bezüglich der Zugangsmöglichkeiten und Zugriffsberechtigungen. Die Lösungen der FH Trier sind diesbezüglich im oberen Drittel aller Hochschulen in Deutschland angesiedelt. Ein möglichst einfacher Zugang der Nutzer zu Diensten einerseits und die Berücksichtigung von Datenschutz, Datensicherheit und Zugriffsberechtigungen andererseits sind nicht immer einfach zu vereinbaren. Eine wichtige Voraussetzung ist an der FH Trier mit der zentralen Account-Vergabe (eine Kennung zur Nutzung aller Dienste) geschaffen. Durch Integration unserer Authentifizierungssysteme in nationale und internationale Sicherheitsinfrastrukturen (DFN PKI, DFN AAI sowie DFNroaming bzw. eduroam) konnte die Dienste- Palette für unsere Nutzer über rein lokale Dienste ausgeweitet werden. So können sich Mitglieder der FH Trier im weltweiten eduroam Verbund mit ihrer Heimat-Kennung auf einfache Art und Weise Zugang zum Internet und zu Ressourcen ihrer Heimateinrichtung verschaffen.

7 7 Ein echtes Single-Sign-on (einmalige Anmeldung zur Nutzung aller berechtigten Dienste) ist zurzeit, wie an allen anderen Hochschulen auch, aufgrund der Vielfalt der Dienste und Heterogenität der Authentisierungs- und Autorisierung-Mechanismen nur rudimentär implementiert. Ein erster Ansatz dazu ist der für das RIS verfolgte Portal-Ansatz zur Bereitstellung von Nutzerinterfaces. Weitere Ausführungen zur lokalen Sicherheitsinfrastruktur, Datensicherung, Datenschutz und Desaster-Recovery folgen im Kapitel Datenschutz und IT-Sicherheit. Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten für eine Es fehlt ein Gremium, das die langfristige IT-Strategie der gesamten Hochschule in Verbindung mit einer entsprechenden grundsätzlichen Ressourcenplanung erarbeitet und regelmäßig fortschreibt. perspektivische IT-Gesamtplanung an der FH Trier sind nicht oder äußerst schwach ausgebildet. Der Senatsausschuss für elektronische Datenverarbeitung stellt eher eine Interessenvertretung der verschiedenen Hochschulbereiche dar und hat bezüglich einer IT- Strategieplanung in der Vergangenheit keinerlei Reputation erworben. Der Senatsausschuss für Planung und Entwicklung hat sich dieser Thematik bisher ebenfalls nicht gewidmet. Ebenso wenig ist der Themenkomplex IT-Strategie im Geschäftsverteilungsplan der Hochschulleitung verankert. Folge dieses Defizits ist, dass die Gesamtentwicklung weniger einer perspektivischen Strategie folgt, sondern IT-getrieben in Abhängigkeit von verfügbaren Budgets abläuft. Erschwerend kommt hinzu, dass dabei durch die aktuelle Praxis an der FH Trier im Großgeräte-Verfahren der Länder Forschung, dezentrale und zentrale IT-Betreiber mehr oder weniger unkoordiniert um dasselbe Budget konkurrieren. Insbesondere die Errichtung und Erhaltung zentraler IT-Dienste wird durch diese Verfahrensweise zunehmend erschwert: Hohe Budgets fördern die Tendenz dezentraler IT-Betreiber sich von zentralen Diensten abzukoppeln, niedrige Budgets sind hingegen oft nicht einmal ausreichend zentrale IT-Dienste vernünftig aufrecht zu erhalten. Effizienter Ressourceneinsatz und Aufbau nachhaltiger IT-Infrastrukturen und IT-Informationssysteme erfordern eine übergreifende Steuerung, die nur durch entsprechende, übergreifende Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten sichergestellt werden kann. Die im DFG-Strategiepapier genannte vierte Option, ein zentraler IT- Lenkungsausschuss, wäre nach meiner Auffassung ein geeignetes Modell für die FH Trier. Hochschulübergreifende Kooperation Hochschulübergreifende Kooperationen im IT Bereich Kooperationen im Bereich der Beschaffung von Hardware und Software sind relativ einfach zu realisíeren. Im technischen Bereich (sei es Nutzung externer Dienste oder Outsourcing) ist eine sorgfältige Analyse der erforderlichen Voraussetzungen und der Konsequenzen erforderlich. werden zunehmend Bedeutung gewinnen. Erste erfolgversprechende Beispiele (wie die Nutzung der im Abschnitt Sicherheitsinfrastruktur genannten DFN- Dienste) gibt es bereits. Allerdings sind dabei einige Punkte zu beachten: 1. Es müssen die geeigneten technischen Voraussetzungen für eine Kooperation bestehen (z.b. ausreichende Netzwerk-Bandbreite und Verfügbarkeit der Netzwerkanbindung zur Nutzung eines externen Dienstes).

8 8 2. Die Nutzung des Dienstes muss durch eine vertragliche Basis (einschließlich Service-Level- Agreements) abgesichert sein, um insbesondere Störungsfälle und Leistungsanpassungen klar handhaben zu können. 3. Die Hochschulleitung muss sich im Klaren sein, in welchem Ausmaß sie gegebenenfalls unternehmenskritische Anwendungen an Externe auslagert und damit eine unmittelbare Kontrolle und Flexibilität aus den Händen gibt. Neben hochschulübergreifenden Kooperationen gibt es sicherlich auch ein gewisses Effizienzpotential standortübergreifender Kooperationen (Trier / Birkenfeld) in etlichen Bereichen (Serverbetrieb, Netzwerkmanagement, zentrale Services). Allerdings hat die weitgehend unabhängige Entwicklung an beiden Standorten zu teilweise unterschiedlichen Lösungen und Arbeitsabläufen geführt, die nicht von heute auf morgen vereinheitlicht werden können, sondern einer gemeinsamen strategischen Planung bedürfen. Dies ist nur möglich, wenn auch entsprechende Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten herausgebildet werden, die eine derartige Entwicklung sicherstellen (siehe Abschnitt Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten). Gemeinsame Ressourcen, Forschungs-Clouds und Datenverbünde Eine gemeinsame Nutzung von Datenverbünden, beispielsweise Zurzeit ist die Bandbreite und die Verfügbarkeit der Außenanbindungen der eines Verbundes der eine sichere Daten- speicherung, Archivierung und Datensicherung vorsieht, FH-Trier nicht ausreichend, um bandbreitenintensive, ist technisch durchaus denkbar, sofern eine essentielle Dienste (Fileservice, Datensicherung, virtuelle Server) ausreichende und hochverfügbare Netzwerkanbindung zum jeweiligen Verbund hergestellt werden kann und auszulagern. der Datenschutz nach deutschem Recht sichergestellt Der gemeinsame Betrieb gewisser Dienste ( , IdM, Campus-Management) ist. Zurzeit erlauben die Außenanbindungen der Standorte in Trier und Birkenfeld ein solches Konzept erfordert zunächst eine konzeptionelle nicht, da die Bandbreiten von 400Mbit/s (Trier) bzw. Abstimmung und Strukturen zur Entwicklung einer gemeinsamen langfristi- 100Mbit/s (Birkenfeld) zu gering sind und an keinem gen Strategie. der Standorte eine redundante Anbindung besteht. Perspektivisch denkbar ist auch die Auslagerung von Diensten wie Viren- und Spam-Überprüfung von E- Mails. Eine Auslagerung des gesamten Dienstes wäre sicher nicht unter Beibehaltung der differenzierten Listen an der FH Trier möglich, da diese nur mit einer engen, zur Zeit nur proprietär realisierbaren Verzahnung mit dem Informationsmanagement an der FH Trier (RIS) zu generieren sind. Die zunehmende Virtualisierung von Servern wird es perspektivisch auch ermöglichen, den reinen Serverbetrieb in ein gemeinsames, hocheffizient betriebenes Rechenzentrum auszulagern, ebenfalls unter der Voraussetzung geeigneter Netzwerkanbindung. Die Nutzung zentraler Hochleistungsrechner gestaltet sich nach bisheriger Erfahrung eher schwierig. Zum einen stellt sich häufig ein Lizenzierungsproblem: Verfügt das Hochleistungsrechenzentrum nicht bereits über die erforderlichen Softwarelizenzen übersteigen die anfallenden Lizenzkosten in der Regel die Möglichkeiten des Anwenders. Hinzu kommt, dass der Aufwand und die Komplexität der Nutzung eines Hochleistungsrechenverbunds oft in keinem Verhältnis zur eigentlichen Problemstellung stehen. Da an den Fachhochschulen kein Mittelbau mit entsprechender Expertise zur Unterstützung bereit steht, weichen die Anwender (meist Studierende im Masterstudiengang) lieber auf

9 9 weniger leistungsfähige, lokale Systeme aus, die dann zwar länger rechnen, aber in der Regel sehr viel leichter zu bedienen sind. Bisher sind aus den beschriebenen Gründen alle Versuche zur Nutzung externer Rechenkapazität (z. B. im RHRK) gescheitert. Die Berechnungen des I3A (Hochwassersimulation) oder des protron-projekts wurden und werden daher alle vor Ort auf einem Compute-Cluster des Rechenzentrums in Trier durchgeführt. Zur Nutzung hochschulübergreifender Verbünde ist die Qualität der Anbindung an externe Netze ein ganz entscheidender Faktor. Zurzeit geschieht das in Rheinland-Pfalz über ein von der Universität Mainz betreutes und gemanagtes und vom MBWWK unmittelbar finanziertes Landes-Hochschulnetz. Eine gesicherte Finanzierung sowie eine strategische Weiterentwicklung dieses Netzes sind zwingende Voraussetzung für die Etablierung erfolgreicher IT-Kooperationen (auch über Rheinland-Pfalz hinaus). Auch wenn die Konzeption und Weiterentwicklung des Netzes an der Uni Mainz bisher erfolgreich durchgeführt wurde, sind die Hochschulen gut beraten in Zukunft unmittelbar stärkeren Einfluss auf die Entwicklung des Netzes zu nehmen 2. Zunehmend treten kommerzielle Anbieter (Google, Amazon, Microsoft, Apple u. a.) mit teils kostenfreien, teils kostengünstigen Cloud-Services (Speicherplatz, Service, virtuelle Server, Desktop- Applikationen u. ä.) auf den Plan, die insbesondere Studierenden ihre Services anbieten. Diese konkurrieren inzwischen mit vergleichbaren Diensten der Hochschule. Bezüglich Datenschutz, Datensicherheit und Nutzerservice werden in der Regel jedoch keine konkreten Aussagen getroffen. Hier müssen die Hochschulen sich klarer positionieren, ob und unter welchen Voraussetzungen sie solche Dienste für ihre Studierenden (oder gar Mitarbeiter) zukünftig nutzen können oder wollen. Softwarelizenzen Die FH Trier ist Partner bei einer ganzen Reihe überregionaler Lizenzabkommen. Die Rechenzentren der Fachhochschule Trier beteiligen sich inzwischen an einer ganzen Reihe von Landeslizenzen (Microsoft Select, Microsoft Campus- Agreement, Microsoft IT-Academy, Adobe CLP, McAfee, VMWare, Tivoli Storage-Manager u. a.) und profitieren so von günstigen Volumenlizenzen. Diese Beschaffungsmöglichkeiten sind innerhalb der Hochschule inzwischen bekannt und werden intensiv genutzt. Da es innerhalb der Hochschule allerdings keine weitere Koordinierung von Softwarelizenzen gibt, kommt es hin und wieder vor, dass für spezielle Software mögliche Vergünstigungen durch Mengenstaffelungen nicht genutzt werden. Dienste und Versorgung Die Versorgung mit grundlegenden IT- Diensten ist an der FH Trier weitgehend zentralisiert und deckt das erforderliche Spektrum ab. Standortübergreifend könnten durch konzeptionelle Angleichung und gemeinsame strategische Planung qualitative Verbesserungen erreicht werden. Die zur Informationsversorgung entscheidenden IT- Dienste werden nahezu ausschließlich in den beiden Rechenzentren in Trier und Birkenfeld erbracht, was, wie bereits weiter oben erwähnt, bereits große Effizienzpotentiale gegenüber einer über Fachbereiche oder Lehrstühle verteilten Struktur erschließt. Die mehr oder weniger unabhängige Entwicklung der beiden Standorte hat allerdings, wie ebenfalls bereits er- 2 Der DFN Verein betreibt bundesweit ein vergleichbares Netz. Neben dem Betrieb der technischen Infrastruktur verstärkt der DFN-Verein die Implementierung Einrichtungs-übergreifender Dienste auf diesem Netz. Diese Dienste stehen Nutzern in der Regel nur im Rahmen eines DFNInternet Anschlusses kostenfrei zur Verfügung.

10 10 wähnt, bei durchaus vergleichbarem Dienstespektrum zu überwiegend unterschiedlichen Lösungen, Konzepten und Strategien geführt, die nur wenig kompatibel sind. Eine konsequentere Abstimmung der Vorgehensweise bzw. gemeinsame Konzept- und Strategieplanung würde nicht unbedingt zu großen Kostenersparnissen führen, aber sicher zu einer neuen Qualität des Dienstespektrums 3. Weniger kritische Dienste könnten sinnvoll auf die Standorte verteilt werden, kritische Dienste könnten entweder standortübergreifend oder an einem Standort redundant konzipiert werden, Dienstebetreuung, Urlaubs- und Krankheitsvertretung könnten standortübergreifend organisiert werden. Nicht zuletzt wäre eine Angleichung des IT-Dienstleistungskonzeptes in der Fläche an beiden Standorten sinnvoll und wünschenswert: Während am Standort Birkenfeld die Personalausstattung des Rechenzentrums die vollständige Betreuung aller IT-Arbeitsplätze auf dem Campus vorsieht, wird das in Trier mittels eines kostenpflichtigen Dienstes des dortigen Rechenzentrums abgewickelt, der längst nicht überall auf Akzeptanz stößt und immer wieder Gegenstand zeitintensiver Diskussionen ist. Die IT-Dienste Architektur an der FH Trier ist weitgehend auf einem aktuellen Stand und unterscheidet sich von der an Universitäten allenfalls durch das Fehlen spezieller Architekturen für überregionale Forschungsstrukturen. In der konzeptionellen Umsetzung dieser Architekturen unterscheiden sich die Lösungen an den verschiedenen Hochschulen, auch an den weitgehend unabhängig operierenden Standorten der FH Trier allerdings schon. Dienste-Architektur Die IT-Dienstearchitektur unterscheidet sich in den Grundzügen an der FH Trier nicht von der anderer Hochschulen und Universitäten. Wesentliche Unterschiede bezüglich Universitäten bestehen im Bereich Hochleistungsrechnen (HPC) und bei speziellen Anwendungsdiensten und Anwendungsentwicklungen im Forschungsbereich (GRID, Cloud-Computing), die in der Regel umfangreiches, spezielles und hochqualifiziertes Personal erfordern. Bei der Basis-IT-Infrastruktur (Server, PC-Arbeitsplätze, Netzwerk), den Basisdiensten (E- Mail, Fileservice, Webservice, E-Learning-Plattformen, Standard-Anwendungssoftware, Anwenderbetreuung etc.) und dem Serviceportal gibt es allenfalls quantitative Unterschiede, aber kaum technische oder qualitative Unterschiede. Wie bereits weiter oben erwähnt ist für die FH-Trier charakteristisch, dass die Gesamtintegrationsschicht standortbezogen im Wesentlichen in zwei relativ unabhängig agierende Teilbereiche zerfällt, mit der Konsequenz uneinheitlicher und teils inkompatibler Policies und Konzepte im Softwaremanagement, Hardwaremanagement und Netzwerkmanagement. Auf die Defizite und mögliche Verbesserungen wird bei den folgenden Einzelbetrachtungen eingegangen. Dienstleistungsinfrastruktur 3 Voraussetzung sind, wie bereits vorher erwähnt, zwei Dinge: Die netzwerktechnische Verbindung der Standorte muss ausreichend leistungsfähig sein (zurzeit wäre Mindestvoraussetzung die Anbindung beider Standorte mit mindestens 1Gbit/s an das Landeshochschulnetz). Die Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten müssen so beschaffen sein, dass eine perspektivische Vereinheitlichung der Lösungen, Konzepte und Strategien tatsächlich durchsetzbar ist und konsequent praktiziert wird.

11 11 Die IT-Dienstleistungsstrukturen an der FH sind an den beiden Hauptstandorten unterschiedlich ausgeprägt: Während es in Birkenfeld relativ klare Schnittstellen und Zuständigkeiten gibt, ist das an dem historisch in die IT-Versorgung gewachsene Standort in Trier nicht so klar ausgeprägt: Neben allgemeinen zentralen Diensten gibt es einen kostenpflichtigen Dienstleistungsbereich sowie teilweise eigenständig agierende Bereiche. Ein Anpassung an das Konzept in Birkenfeld wäre einer flächendecken gesicherten IT- Versorgung zuträglich und effizienter bezüglich des Gesamtpersonaleinsatzes. Die IT-Dienstleistungsstruktur ist an der FH Trier bereits weitgehend in den jeweiligen Rechenzentren angesiedelt, lediglich ganz spezielle Hard- und Software wird in einzelnen Fachbereichen administriert. Während dieses Konzept in Birkenfeld schon mit der Gründung umgesetzt wurde, ist es in Trier das Ergebnis einer Entwicklung über einen längeren Zeitraum, welches der sich zunehmend einstellenden Erkenntnis geschuldet ist, dass die Herausforderungen einer modernen IT-Infrastruktur (Komplexität, Kompetenz, rasante Technologiewechsel, Sicherheitsanforderungen und mehr) dezentral weder personell noch finanziell geschultert werden können. Geblieben ist in einigen Bereichen am Standort Trier allerdings immer noch ein Rest von Unbehagen, die IT-Versorgung einer Zentrale anzuvertrauen. Das rührt möglicherweise daher, dass sich durch den über einen langen Zeitraum fortschreitenden und in diesem Zeitrahmen eher unkoordinierten Prozess der Zentralisierung keine ausreichenden Strukturen und Schnittstellen zur Anpassung von Bedarf und Angebot und Regelung zentraler und dezentraler Versorgung etabliert haben. Dies ist umso problematischer, als dezentrale und zentrale Einrichtungen zunehmend um dieselben Mittel zur Ausstattung von IT, Forschung und Lehre konkurrieren. Ergänzend zu dem bereits oben angesprochenen Problem der fehlenden Strategiekommission für langfristige Planungen ist wäre auch eine effektivere zentrale Koordinierung der IT- Beschaffungen (Bedarfserfassung, Entscheidung / Abwägung zentraler oder dezentraler Implementierung) von Vorteil. Ebenso ist das vollständige Outsourcing bestimmter Dienste durchaus vorstellbar 4, allerdings sollten derartige Entscheidungen ebenfalls von einer langfristigen IT-Strategie der Hochschule flankiert sein. Dabei ist vor allem auch abzuwägen, in wieweit und in welchen Bereichen Kernkompetenzen und vor allem Flexibilität in der Hochschule verbleiben müssen, um Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. IT-Versorgung einer Hochschule Die IT-Infrastruktur stellt auch für die Hochschulen längst eine unternehmenskritische Komponente dar. An der FH Trier sind längst nicht alle Effizienzpotentiale (nicht im Sinne von Einsparungen sondern im Sinne von Qualitätssteigerungen) IT-unterstützter Abläufe in Forschung, Lehre und Verwaltung gehoben. Die IT-Versorgung einer Hochschule durchdringt inzwischen alle Bereiche, Lehre und Forschung ebenso wie die allgemeine Verwaltung. Dabei handelt es sich bei den IT-Services längst nicht mehr um ein nice to have, sondern sie sind weitgehend essentieller Bestandteil der täglichen Arbeit. Während in der Forschung der Einsatz von IT in der Regel das konkrete Ergebnis einer Optimierungsanalyse ist, ist das im Bereich Lehre und vor allem im Bereich allgemeine Verwaltung häufig nicht der Fall. Man stellt eine Abteilung oder einen Bereich auf IT um in der Hoffnung, dass sich alles wie von selbst verbessern wird. 4 Was z. B. durch die Nutzung der Dienste DFN-PKI, DFN-AAI, DFNRoaming/eduroam faktisch bereits geschieht.

12 12 An der FH Trier wurde im Bereich Lehre bei der Einführung der E-Learning Plattformen Stud.IP, ILIAS und movii dieser Fehler weitgehend vermieden. Die Gründung einer Arbeitsgruppe zur Vorbereitung dieser Maßnahme sowie die Etablierung personeller Ressourcen (in Form des E-Learning Support- Teams) zur Umsetzung und Begleitung kann als Erfolg gewertet werden. Im Bereich der Verwaltung 5 ist diese Transformation nicht so reibungslos verlaufen und noch längst nicht abgeschlossen. Hier ist ein professionelles Change-Management dringend von Nöten 6, um über eine umfassende Prozessanalyse viele bisher noch traditionell gehandhabte Arbeitsweisen in effektive IT-basierende Prozesse zu transformieren. Nicht vergessen werden darf dabei die bisher sträflich vernachlässigte Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter, wenn sie mit neuen Systemen, Programmen oder Verfahrensweisen konfrontiert werden. Unterstützung der Kernprozesse Kernprozess Forschung Der Bedarf an IT-Versorgung in der Foschung an der FH Trier schwankt sehr stark und ist daher nicht leicht perspektivisch zu planen. Die Forschungsinfrastruktur an Fachhochschulen ist nicht vergleichbar mit der an Universitäten. Allerdings ist Forschung - in welchem Umfang auch immer - ohne IT-Basisdienstleistungen heute nicht mehr denkbar. Darüber hinaus generiert Forschung an Fachhochschulen nach meiner bisherigen Erfahrung relativ stark fluktuierende zusätzliche Anforderungen an die IT: Der zunehmend artikulierte Bedarf an Plattformen für spezielle Software-Entwicklungen kann inzwischen in der Regel kurzfristig und flexibel in Form von Bereitstellung virtueller Rechner erfüllt werden. Wie bereits oben erwähnt ist der fluktuierende Bedarf an Rechenleistung etwas problematischer zu handhaben: Der Zugriff auf Hochleistungsrechner im Land scheitert meistens an fehlenden oder zu teuren Lizenzen und / oder am praktischen bzw. formalen Aufwand zur Nutzung solcher Ressourcen. Auch der oft stark fluktuierende Bedarf an Speicherplatz ist nicht immer kurzfristig zu erfüllen und bedarf im Prinzip eines verbesserten Inputs zur mittel- oder längerfristigen Ressourcenplanung. Im Zusammenhang mit aufwendigen Hochwassersimulationen des Instituts I3a und Strömungssimulations- und Festigkeitsberechnungen im Zusammenhang mit dem protron Projekt hat das Rechenzentrum einen Compute-Cluster auf der Basis von Microsoft HPC mit 28 Prozessorkernen und insgesamt 56GB Hauptspeicher aufgebaut. Als problematisch erweist sich die personelle Betreuung des Systems aufgrund knapper Personalressourcen im Rechenzentrum. Da ähnliche Compute-Server Anforderungen in Birkenfeld bestehen, wäre hier eine Kooperation im Sinne eines Aufbaus und einer gemeinsamen Betreuung einer geeigneten Plattform sinnvoll und hilfreich. Kernprozess Lehre Die Bedeutung von E-Learning Plattformen zur inhaltlichen wie organisatorischen Unterstützung der Lehre wurde an der FH Trier früh erkannt und erfolgreich in konkrete Angebote überführt. Nach inzwischen einigen Jahren Betriebserfahrung kann ein erstes Zwischenfazit gezogen werden. 5 Hiermit ist nicht nur die zentrale Verwaltung, sondern auch die Verwaltung in den Fachbereichen gemeint 6 Insbesondere bei der in naher Zukunft anstehenden Einführung von HisInOne

13 13 Im Bereich der Lehre ist die FH Trier mit den E-Learning Plattformen und dem E- Learning Support-Team gut aufgestellt. Zukünftige Herausforderungen stellen E- Klausuren und integrierte Portale (Campus-Management für Prüfungsorganisation, Social Network und zentrale Kommunikationspattform) dar. Eine raumgreifende Akzeptanz derartig neuer Werkzeuge kann insbesondere bei den Lehrenden, aber auch bei den Lernenden nur durch ausreichenden (zusätzlichen) personellen Aufwand für die Nutzerbetreuung und Schulung und für die Administration und Pflege der Systeme erreicht werden. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Werkzeuge in diesem Bereich ist dieser Personalaufwand dauerhaft erforderlich. Der Markt für E-Learning Plattformen entwickelt sich weiter dynamisch, die Funktionalitäten nehmen zu. Dem Ziel, mittels E-Learning Plattformen sowohl die Studienorganisation als auch die Erstellung von Lehrinhalten (Authoring) zu unterstützen, konnte man an der FH Trier nur durch den Kompromiss erreichen, zwei 7 Plattformen einzuführen. Unter Berücksichtigung neuerer Entwicklungen stellt sich die Frage, ob diese Entscheidung dauerhaft aufrecht erhalten werden kann oder soll. Mit dem neuen Produkt HisInOne drängt die HIS GmbH mit großem Ehrgeiz in den Bereich Studienorganisation (Campus-Management). Aufgrund der im Sinne eines integrierten Informationsmanagements erforderlichen Schnittstellen zur Studierendendaten und Prüfungsdaten, die ja jetzt bereits in HIS erhoben werden, steht perspektivisch die Entscheidung an, ob das Campusmanagement von HisInOne oder Stud.IP datenführendes System zur Studienorganisation sein wird. Vordergründig spricht vieles für HisInOne, ohne die Funktionalitäten des Campus-Managements bereits im Einzelnen zu kennen. Als positive Voraussetzung für zukünftige Entwicklungen ist an der FH Trier die bereits bestehende zentrale Struktur der Studien- und Prüfungsorganisation (über alle Standorte hinweg) zu werten. Auf E-Learning Plattformen sammeln sich im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Daten an: Profildaten von Nutzern, Veranstaltungsdaten, multimediale Lehrinhalte und mehr. Ungelöste Frage in diesem Zusammenhang ist zurzeit das Lebenszyklus-Management dieser Daten. Wie lange sollen, müssen oder dürfen sie aufbewahrt werden. Wie sollen beispielsweise Lehrinhalte inhaltlich oder bibliographisch erschlossen werden und wem sollen sie zugänglich gemacht werden, damit die Aufbewahrung überhaupt Sinn macht. In diesem Zusammenhang werden sich auch Fragen des Copyrights von Lehrinhalten (die ja möglicherweise kooperativ entstanden sind) stellen. Weitere Herausforderungen werden elektronische Klausuren und Prüfungen am Computer stellen. Neben den praktischen Herausforderungen von Massenveranstaltungen (ausreichende Kapazität an Arbeitsplätzen, Sicherstellung von deren Verfügbarkeit während einer Veranstaltung gegen Stromausfall oder andere technische Probleme) wird perspektivisch auch der gerichtsfeste Nachweis der Urheberschaft einer elektronisch erbrachten Leistung (z. B. durch persönliche digitale Zertifikate als elektronische Unterschrift) ein Thema werden. Administrative Unterstützungsprozesse Wie bereits oben erwähnt, stellt die Transformation der organisatorischen Unterstützungsprozesse, in der zentralen Verwaltung wie in den Fachbereichen, auf IT-gestützte Verfahren eine der größten Herausforderungen dar. Um die Potenziale IT-basiert Verfahren wirklich ausschöpfen zu können (Effizienz- wie Qualitätspotentiale), ist eine differenzierte Prozessanalyse und die Bereitschaft, historisch gewachsene Strukturen und Verfahrensweise zu hinterfragen, unabdingbar. Das ist aufgrund der 7 Beziehungsweise zusammen mit der teilweise an der FH Trier entwickelten Plattform movii sogar drei

14 14 In diesem Bereich sind die möglichen Effizienz- und Qualitätspotentiale der bereits bestehenden IT-Infrastruktur aufgrund unzureichender Vorbereitung (Prozessanalyse) am wenigsten ausgeschöpft. Ebenso mangelt es an einer Sensibilisierung und qualifizierten Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit den neuen, IT-gestützten Werkzeugen. Die Einführung IT-basierter Verfahren erfordert dann auch eine angepasste Schulung der Betroffenen, insbesondere wenn damit die Aufgabe lang vertrauter, eingefahrener Verfahrensweise verbunden ist. Dabei sind neben der zu vermittelnden Qualifikation für ein neues Arbeitswerkzeug möglicherweise vorhandene Ängste und Sorgen abzubauen und ein allgemeines Verständnis für die neue Arbeitsweise und die vielleicht weitergehenden Prozesse, in die diese nun eingebunden ist, zu vermitteln. bestehenden Vielfalt, Heterogenität 8 und teilweisen Intransparenz der Prozesse ein personalintensives Unterfangen. Neue Verfahren wie zum Beispiel IT-gestützte Workflows für die Beschaffung, den Urlaubsantrag, die Dienstreise, sowie der vermehrte Anfall elektronischer Dokumente werfen dann sofort die Frage der gesetzlich erforderlichen (Langzeit-) Archivierung auf, für die die IT-Abteilung entsprechende Lösungen bereitstellen muss. Die Transformation der Unterstützungsprozesse betrifft im Übrigen auch die IT-Abteilung selbst und aufgrund der dynamischen Entwicklung in diesem Sektor in besonderem Maße. Nur als Beispiel sei hier die Einführung eines elektronischen Helpdesks genannt, der von den Rechenzentren standortübergreifend genutzt wird, aber auch vom E-Learning-Support, der Stabsstelle Verwaltungs-DV und dem 3D-Druck-Support. Zurzeit sind wir damit beschäftigt, weitere Prozesse (wie z.b. das Change- Management) auf IT-gestützte Verfahren umzustellen. Basis-IT-Infrastruktur einer Hochschule im Sinne hoheitlicher Aufgaben Das Campusnetz bildet gewissermaßen das Rückgrat Das Campusnetz bildet das Rückgrat der IT-Infrastruktur. Zusammen mit den Basis-IT-Diensten und den Außenanbindungen bildet es die Grundlage der gesamten IT-Versorgung und stellt daher besondere Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und Dienstequalität. Die Komplexität moderner Netzwerkinfrastrukturen erfordern einen hohen Personalaufwand für die Konzeption, die Konfiguration, den Betrieb und die Sicherheit. der gesamten IT-Infrastruktur der Hochschule. Das Backbone des Campusnetzes hat an den Standorten Trier und Birkenfeld eine Bandbreite von mindestens 1Gbit/s und ist zum Teile für die 10Gbit/s Technologie vorbereitet. Am Standort Schneidershof und am Umweltcampus wird die 10Gbit/s Technologie bereits zur Anbindung verschiedener Server eingesetzt. Neben der Bandbreite ist die Verfügbarkeit des Campusnetzes ein wichtiges Kriterium. Insbesondere die inzwischen in beiden Rechenzentren weit vorangetriebene Virtualisierung von Servern erfordert die redundante Auslegung von Netzwerkstrukturen, um zu vermeiden, dass der Ausfall einer einzigen Netzwerkkomponente eine ganze Serverfarm außer Betrieb setzt. Ebenso ist bei der Einführung der Sprachübertragung über das Datennetz (Voice over IP, VoIP) die Verfügbarkeit des Gesamtnetzes noch einmal genau zu überdenken, da mit einer solchen Maßnahme die gesamte Kommunikation (Telefonie, FAX und ) über dieselbe Infrastruktur abgewi- 8 Verfahren für identische Aufgaben oder Fragestellungen werden zum Teil sowohl innerhalb von Fachbereichen als auch innerhalb der Verwaltungen der Standorte in Trier und Birkenfeld unterschiedlich gehandhabt.

15 15 ckelt wird. Auch ohne detaillierte Analyse ist bereits jetzt absehbar, dass die Einführung von VoIP Konsequenzen für die redundante Auslegung des Netzwerk-Kerns und die Dimensionierung der unterbrechungsfreien Stromversorgung bzw. Implementierung einer Notstromversorgung der Netzwerkkomponenten und wichtiger Server haben wird. Weiterhin ist davon auszugehen, dass zukünftig eine ganze Reihe neuer Dienste (z. B. im Bereich Gebäudemanagement) eine jederzeit verfügbare Netzwerkinfrastruktur voraussetzen. Erste Anwendungen (beispielsweise Energiemonitoring, Energiesteuerung, Kameraüberwachung) sind bereits an allen Standorten realisiert. Zum Teil greifen die oben genannten Dienste auf Server und Services im Internet zurück. Insofern sind auch die Verfügbarkeit und Qualität der Außenanbindung zunehmend unternehmenskritische Faktoren, die durch eine einfache Internetkonnektivität längst nicht mehr abgebildet werden können. Netzwerkinfrastrukturen sind begehrte Ziele von Angriffen sowohl von außen als auch von innen. Daher sind auch an die Zuverlässigkeit und die Sicherheit des Netzes besondere Anforderungen zu richten. Die Vielfalt der Dienste und die Komplexität der Verknüpfungen dieser Dienste mit der Netzwerkinfrastruktur machen den Netzbetrieb zu einer anspruchsvollen und personalintensiven Aufgabe. Organisatorische Grundregeln Aufgrund der Bedeutung der Netzwerkinfrastruktur für die IT-Versorgung der gesamten Hochschule ist ein hochschulweit abgestimmten Netzausbauplan (Campusnetz und Außenanbindungen) verbunden mit einer langfristige Finanzplanung für den Netzausbau und die Betriebskosten erforderlich. Beides ist an der FH Trier bisher nicht der umgesetzt. Der Netzausbau an den Hauptstandorten erfolgt bislang eher sporadisch, da ein angemessenes, langfristiges Finanzierungskonzept nicht besteht. Berücksichtigt man, dass die Netzinfrastruktur (nur aktive Komponenten LAN/WLAN) ein Investitionsvolumen von ca darstellt 9, die Abschreibung maximal 10 Jahre beträgt, so wäre ein gesichertes Finanzbudget von ca /a ausschließlich für die Netzwerkinfrastruktur notwendig, um jederzeit über eine leistungsfähige, dem Bedarf angepasste Netzwerkinfrastruktur 10 zu verfügen. Ohne die völlig unverhoffte Finanzierungsquelle KPII in den Jahren 2009/2010 hätte die FH Trier ein eklatantes Problem bezüglich ihrer Netzwerkinfrastruktur. So konnten zumindest die inzwischen absolut notwendigen Investitionen in leistungsschwache, veraltete und vom Hersteller nicht mehr unterstützte Module und in die WLAN Infrastruktur vorgenommen werden. Aber selbst hier mussten wegen des knappen Budgets Kompromisse eingegangen werden (u.a. Backbone Bandbreite weiterhin 1 bis 2 Gibt/s statt der inzwischen üblichen 9 Konkrete Zahlen für den Standort Trier: Erstinvestition : Ausbau und Erhalt/Wartung : ca /a aus Mitteln des Rechenzentrums Teilerneuerung (KPII): Für den Standort Birkenfeld liegen die Beträge bei ca. 2/3 der Trierer Investitionen 10 Bei der Finanzierung der Netzwerkinfrastruktur zu berücksichtigen, dass der Preisverfall der Geräte weit geringer als bei der Rechnertechnik ausfällt. Außerdem ist ein kontinuierlich zunehmender Teil der Investitionen in zusätzliche Funktionen und Dienste, insbesondere zur Verbesserung der IT-Sicherheit notwendig.

16 16 und aufgrund der hohen WLAN-Bandbreiten und der Server-Virtualisierungsmöglichkeiten durchaus sinnvollen 10Gbit/s, immer noch keine vollständig flächendeckende WLAN Infrastruktur insbesondere in den Gebäuden A bis D am Schneidershof). Auch bei den Wartungsverträgen für die Netzwerkinfrastruktur müssen Kompromisse eingegangen werden, da eine Vollwartung (üblicherweise 10 bis 15% der Investitionskosten jährlich) nicht finanzierbar ist. Daher werden üblicherweise lediglich die wichtigsten Core-Komponenten in Wartung genommen, um das finanzielle Risiko eines Totalausfalls abzufangen und vor allem garantierte Reaktionszeiten für die Stellung eines Ersatzes zu haben. Neben einer standortübergreifenden Finanzplanung für den Netzausbau wäre, wie weiter oben bereits erwähnt, eine Abstimmung des Netzentwicklungskonzeptes und ein gemeinsamer Netzbetrieb (z. B. ein Netzwerkadministrator pro Standort, die sich gegenseitig vertreten können) im Hinblick auf Kosteneffizienz und Steigerung von Qualität und Verfügbarkeit ebenfalls sinnvoll. Neben der lokalen Netzwerkinfrastruktur hat auch die Außenanbindung an das Landeshochschulnetz eine wichtige Bedeutung, insbesondere bezüglich eines zukünftigen standortübergreifenden kooperativen Betriebs zentraler IT-Dienste. Auch hier sollte in Zusammenarbeit mit den anderen Hochschulen des Landes und Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium ein mittel- und langfristiges Netzausbau-, Betriebs- und Finanzierungskonzept erarbeitet werden, welches ausreichende Bandbreiten und Verfügbarkeit der Außenanbindungen dauerhaft sicherstellt. Datenschutz und IT-Sicherheit Die Verbreitung IT-gestützter Verfahren an der FH Trier hat zur Folge, dass zunehmend datenschutzrelevante Daten verarbeitet und gespeichert werden. Der technische und personelle Aufwand zur Gewährleistung des Datenschutzes und der IT-Sicherheit ist enorm. Aufgrund fehlender allgemeiner Richtlinien sind die Vorkehrungen insbesondere im Bereich Datenschutz an der FH Trier allenfalls rudimentär. Die notwendigen Maßnahmen zur IT-Sicherheit binden inzwischen einen erheblichen Teil an Investitionen und Personalressourcen. Insbesondere die zunehmende Nutzung mobiler Geräte durch Studierende (Notebooks, Handhelds) stellt eine Herausforderung dar, da diese Systeme bezüglich Betriebssystemversionen und Sicherheitsstandard sehr heterogen sind. Inzwischen sind Netzwerk-Dienste zur Sicherheitsüberprüfung solcher Geräte verfügbare (Network Access Control, NAC), diese konnten aber aus Kostengründen bislang nicht an der FH Trier implementiert werden. Die IT-Sicherheit beinhaltet jedoch auch die Etablierung von Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen innerhalb eines Rechenzentrums, einschließlich der Erarbeitung von abgestuften Notfallplänen bei Sicherheitsvorfällen. Derartige Verfahren binden dauerhaft Personal und sind aufgrund der angespannten Personalsituation in den Rechenzentren bisher lediglich rudimentär umgesetzt. Nicht zuletzt mit der Einführung IT-gestützter Verfahren in der Hochschulverwaltung hat der Anteil personenbezogener Daten deutlich zugenommen. Das bereits weiter oben erwähnte integrierte Informationsmanagement sowie das Identitätsmanagement greifen zwangsläufig auch zumindest auf einen Teil dieser Daten zurück. Grundsätzlich müssten alle Verfahren (Datenspeicherung, Datenverarbeitung, Datenaustausch) von einer unabhängigen Stelle datenschutzrechtlich überprüft und freigegeben werden. Dies geschieht bisher allenfalls in Einzelfällen, ansonsten wird in der Regel nach bestem Wissen und Gewissen verfahren.

17 17 Im Zusammenhang mit der digitalen Datenhaltung und dem Integrierten Informationsmanagement stellen sich auch vielfältige Fragen bezüglich der Sicherheit bzw. rechtlicher Konsequenzen des Datenaustauschs mit anderen Systemen oder Personen. Wie kann die Vertrauenswürdigkeit der beteiligten Systeme oder Personen sichergestellt werden? 11 Wie kann die Integrität der übertragenen Daten sichergestellt werden? Wie kann sichergestellt werden, dass nur berechtigte Systeme oder Personen auf übertragene Daten zugreifen können bzw. dürfen? Derartige Fragen lassen sich im Rahmen einer PKI (Public Key Infrastructure, siehe auch Abschnitt Sicherheitsinfrastruktur) beantworten. Um eine größere Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FH Trier entsprechend auszustatten ist allerdings ein nicht unerheblicher organisatorischer Aufwand notwendig und entsprechende Anwenderschulungen erforderlich. Auch das Thema Outsourcing ist eng mit den Punkten IT-Sicherheit und Datenschutz verknüpft. Zurzeit drängen eine ganze Reihe kostenloser oder auch kostenpflichtiger Cloud-Dienste auf den Markt, die beispielsweise Speicherbereiche oder ganze Office-Umgebungen zur Verfügung stellen. Für den Nutzer ist in der Regel nicht mehr nachvollziehbar, wo seine Daten konkret gespeichert, verarbeitet oder gesichert werden. Daher ist ein Outsourcing in diesem Bereich zunächst einmal mit der grundsätzlichen Klärung der Frage der IT-Sicherheit und des Datenschutzes solcher Dienste verbunden. Bislang gibt es dazu noch keine klaren Antworten. Elementare Bausteine der IT-Versorgung Der Begriff elementar vermittelt vordergründig vielleicht, das es sich um ein einfaches System handelt, in der Realität handelt es sich dabei um ein komplex verflochtenes System von Netzen, Servern und Services, die zum Teil hochgradig voneinander abhängig sind. Als Beleg dafür sei beispielsweise genannt, dass nach einer kompletten Stromabschaltung mit mindestens 8 Stunden Arbeitszeit für zwei Personen gerechnet werden muss (also 16 Personenstunden), um die Basisinfrastruktur (einschließlich Netzwerk) am Standort Trier wieder in einen reibungslosen Betrieb zu überführen. Diese Basisdienste werden, wie bereits erwähnt, an der FH Trier inzwischen ausschließlich von den Rechenzentren erbracht, allerdings standortabhängig in verschiedenen Ausprägungen. Zentrale versus dezentrale Betreuung von Infrastruktur Diese Fragestellung ist standortübergreifend wie In Trier wäre eine Ablösung des in der Verwaltung aufwändigen Dienstleitungskonzepts durch eine flächendeckende Betreuung von Arbeitsplätzen (bei entsprechender personeller Ausstattung) sowohl hinsichtlich des gesamten Personalaufwands als auch der Qualität der IT- Versorgung sinnvoll. Zentralisierung von Diensten bedingt allerdings auch immer eine Standardisierung, die nicht überall auf Akzeptanz trifft. Durch eine standortübergreifende Betreuung gewisser Dienste könnte ebenfalls ein Qualitätsgewinn erzielt werden. standortbezogen zu betrachten. An den einzelnen Standorten sind die Standard-IT- Dienstleistungen inzwischen nahezu vollständig in den Rechenzentren verankert. Im Bezug auf die Arbeitsplatzbetreuung gibt es die bereits erwähnten Unterschiede zwischen Trier und Birkenfeld (kostenpflichtige Dienstleistung für externe Systeme mit Ausnahme der Verwaltung in Trier, flächendeckende Betreuung des Rechenzentrums in Birkenfeld), was In Trier zu einer deutlich heterogeneren Konfiguration von PC- Arbeitsplätzen in den Fachbereichen führt, mit der Konsequenz einer zum Teil suboptimalen Nutzung zentraler Dienste des Rechenzentrums. Ansonsten ist 11 Absenderadressen von s können beispielsweise sehr einfach gefälscht werden und sind daher grundsätzlich nicht vertrauenswürdig.

18 18 vor allem die Administration von Spezialsystemen (Laborrechner, Messrechner, Systeme mit ganz spezieller Anwendungssoftware) an die Fachbereiche ausgelagert, wobei die Rechenzentren Unterstützung bei der Einbindung in die IT-Infrastruktur leisten. Mit der Virtualisierung von Serversystem ist allerdings ein Trend zu beobachten, dass Fachbereiche statt unmittelbar zentrale Dienste der Rechenzentren zu nutzen, virtuelle Server beantragen, um eigene, spezifische oder bezüglich der Rechenzentrumsdienste leicht modifizierte Dienste zu etablieren (z. B. eigene Webserver, Wiki-Systeme oder sonstige Kommunikationsplattformen). Die Etablierung solcher Dienste allein durch studentische Projekte (Praxisprojekte oder Abschlussarbeiten) ist im Hinblick auf einen nachhaltigen Betrieb allerdings äußerst problematisch, da die Expertise zur Administration (Problembehebung und Pflege, Sicherheitsaspekte) solcher Dienste mit dem Weggang der Studierenden in der Regel verloren geht. Ebenfalls zu beobachten ist, dass neue Dienste teilweise unkoordiniert zwischen Fachbereichen und Rechenzentren etabliert werden, wo eine vorherige Abstimmung, insbesondere wenn es perspektivisch um die Etablierung eines hochschulweiten Dienstes und dessen Betreuung geht, äußerst sinnvoll wäre 12. Standortübergreifend können, wenn entsprechende Voraussetzungen geschaffen sind (siehe Abschnitt Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten), sicherlich perspektivisch weitere Effizienzpotentiale (vor allem qualitativer Natur) gehoben werden. Dies gilt für Dienste mit Economy-of-Scale- Effekten (siehe nächste Abschnitt) ebenso wie für das standortübergreifende Informationsmanagement. Nutzung von Economy-of-Scale Ein Economy-of-Scale Effekt ist insbesondere in Bezug auf die Realisierung standortübergreifender Dienste zu erwarten. Teilweise sind bereits solche Dienste realisisert (HIS, Helpdesk), eine Reihe weiterer Dienste müsste zunächst einer Analyse unterzogen werden, sowohl bezüglich des erzielbaren Effekts als auch bezüglich der notwendigen technischen Voraussetzungen. Bei vielen IT-Diensten stehen hohen (personellen wie materiellen) Kosten für die initiale Einrichtung nur relativ moderate Kosten pro zusätzlichem Nutzer gegenüber. An den einzelnen Standorten war dies in der Vergangenheit (neben dem Problem der Qualifizierung des Personals) ein treibender Grund für die Zentralisierung der elementaren IT-Dienste. Auch standortübergreifend gibt es dafür bereits Beispiele (HIS-Services, Helpdesk-System). Allerdings werden andere Dienste, die ebenfalls unter diese Kategorie fallen, weiterhin weitgehend standortbezogen betrieben: Identity-Management und Groupware Webserver und Content-Managementsysteme Informationsmanagement Virtuelle Server einschließlich Virtualisierungsinfrastruktur Computeserver 12 So wurden beispielsweise kürzlich digitale Informations- und Beschilderungssysteme unabhängig voneinander im Rechenzentrum Trier (u.a. für Eigengebrauch und für den Career-Service), vom Fachbereich Informatik und im Fachbereich Technik etabliert. Dabei ist die Anbindung an die nötigen Informationsflüsse völlig unterschiedlich gelöst, was die Systeme diesbezüglich inkompatibel macht und die nachhaltige Betreuung einiger Systeme erschwert oder unmöglich macht.

19 19 Datenmanagement (Storage und Backup/Restore) Bibliothekssysteme Die Transformation dieser Dienste in standortübergreifende ist wegen der zurzeit teils starken standortbezogenen Ausprägung durchaus eine Herausforderung und bedarf sicher einer sorgfältigen Analyse und Planung 13 mit vernünftigem Zeithorizont. Eine solche Maßnahme sollte nach meiner Auffassung allerdings nicht unter dem Aspekt einer Kosten- und Personalreduktion stehen, sondern unter dem Aspekt einer deutlichen Qualitätssteigerung. Freiwerdende Investitionsmittel müssten in bessere Bedarfsanpassung (Netzwerkbandbreite, Speicherplatz etc.), höhere Verfügbarkeit (Redundanz, Ausbau der USV, Notstromversorgung), Energieeffizienz und Etablierung neuer Dienste investiert werden. Die vorhandenen Personalressourcen könnten effizienter eingesetzt werden, sich intensiver Weiterbilden, sich stärker im Bereich der Nutzerbetreuung und Nutzerschulung engagieren. Urlaubsund Krankheitsvertretungen könnten wesentlich besser organisiert werden als dies zurzeit möglich ist. Allerdings ist klar, dass eine Intensivierung der standortübergreifenden Zusammenarbeit in diesem Sinne einen klaren Paradigmenwechsel der Arbeitsweise jedes Einzelnen erfordert und von klaren Leitungsstrukturen und Verantwortlichkeiten begleitet sein muss. Unterstützung / Ergänzung dezentraler IT Die Rechenzentren unterstützen Fachbereiche und Die Unterstützung dezentraler IT besteht vor allem in Beratungsleistungen, die leider häufig sehr personalintensiv sind. Umgekehrt wird auch oft versäumt, vor dem Start eines Projekts entsprechende Beratung einzuholen, was dann gelegentlich zu Fehlentscheidung bzw. vermeidbaren Parallel-Entwicklung führt. Institute seit jeher mittels Beratung und Empfehlungen sowie bei der Nutzung der Netzwerkinfrastruktur und zentraler Dienste, wozu auch der Betrieb von Lizenzservern, Datenbankservern und Compute-Servern gehört. In jüngster Zeit gehört dazu auch die Bereitstellung virtueller Server für dedizierte Anwendungen der Fachbereiche / Institute. Einschränkend wirken hier letztlich die vorhandenen Personalressourcen, wenn es um die Etablierung modifizierter oder neue Dienste geht, da hier ggf. zunächst Know-How aufgebaut werden muss, die diesbezüglich Nachfrage an der gesamten FH geklärt werden sollte, um letztlich entscheiden zu können, ob die Anforderung zentral im Rechenzentrum oder dezentral im Fachbereich/Institut umgesetzt werden sollte. Die Erfahrung zeigt, dass in diesem Bereich aufgrund fehlender Zeit für eine sorgfältige Vorbereitung Entscheidungen häufig übereilt getroffen werden (müssen), die sich anschließend leider als falsch herausstellen. Mehrwertdienste Die Etablierung von Mehrwertdiensten ist immer mit der Frage der Verfügbarkeit entsprechender personeller Ressourcen zur Entwicklung und zur langfristigen Betreuung des Dienstes verknüpft. Mit Mehrwertdiensten sind insbesondere IT-Dienste zur Unterstützung der Lehre und Forschung und zum Informationsmanagement (insbesondere in der Hochschulverwaltung) gemeint. In allen Bereichen ist auch die FH Trier aktiv. Während im Bereich der Lehre (E- Learning) die Einführung entsprechender Dienste auch von entsprechenden strukturellen Maßnahmen begleitet wurde (Einrichtung der E-Learning Koordinationsstelle), ist das im Bereich des Informationsmanagements noch nicht ausreichend erfolgt. Insbesondere die Migration auf HisInOne wird nicht ohne 13 Zumal die Transformation im laufenden Betrieb möglichst unmerklich für die Nutzer erfolgen sollte.

20 20 zusätzliches Personal sowohl für Systemadministration als auch für die Prozessanalyse und Planung / Konfiguration der Applikationen möglich sein. Studierendenzentriertes Campusmanagement Dieser Bereich hat an der FH Trier in den vergangenen Das Campusmanagement wurde in der Vergangenheit mittels verschiedener HIS- Module schrittweise eingeführt. Dabei wurden primär Einzellösungen implementiert, übergreifende Module (COB, LSF) sind nicht im produktiven Betrieb. Insofern kann man noch nicht von einer integrierten Lösung sprechen. Mit der Neuentwicklung HisInOne will die HIS eine verbesserte Plattform für ein Student Lifecycle Management und ein umfassendes Ressourcenmanagement bereitstellen. Die Migration zu HisInOne wird jedoch nur durch erheblichen Personalaufwand möglich sein. auf HisInOne zu stemmen. Jahren durch die Einführung entsprechender HIS- Module (HIS-SOS, HIS-POS, HIS-QIS, HIS-ZUL) die größten Umwälzungen erfahren. Allerdings ist die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen (HIS-LSF 14 ist bisher nicht eingeführt und wird funktional wohl erst mit der Einführung von HisInOne kommen) und die Reibungsverluste sind immer noch erheblich. Dies ist vor allem auf zu knappe Personalressourcen für die Prozessanalyse und Implementierung sowie die Mitarbeiterbetreuung und Schulung zurückzuführen. Die Einrichtung der Stabsstelle Verwaltungs-Organisations DV war hier sicherlich hilfreich, ist aber weder personell ausreichend noch bezüglich Leitungsstruktur und Verantwortlichkeiten schlagkräftig aufgestellt, um den konzeptionell / organisatorischen Teil der Migration Mit der Einführung von HisInOne sind neben einer umfassenden Prozessanalyse einige Grundsatzentscheidungen zu fällen, sowohl bezüglich des Datenschutzes als auch bezüglich der Frage, welches System im Zusammenspiel von HisInOne, E-Learning-Plattformen und Identitymanagement welche Funktionen übernimmt und wie die Schnittstellen gestaltet werden. Nicht zuletzt muss in diesem Zusammenhang der Paradigmenwechsel hin zur stärkeren Ausrichtung des Campusmanagements auf die Studierenden als Kunden, um die die Hochschule wirbt, vollzogen werden. E-Learning Für die Aufrechterhaltung und die Weiterentwicklung des E-Learning Services ist dauerhaft personelle Betreuung erforderlich. Die zunehmende Integration mobiler Geräte in die IT-Infrastruktur stellt mittelfristig eine neue Herausforderung dar. Im Bereich E-Learning ist die FH Trier mit dem Betrieb von drei E-Learning Plattformen und der Betreuung und Weiterentwicklung durch ein dediziertes Support- Team vergleichsweise gut aufgestellt. Die eingesetzten Open-Source Plattformen werden von einer breiten Entwickler-Community technisch und funktional ständig weiter entwickelt. Die Open-Source Lösung garantiert außerdem die flexible Bereitstellung von Schnittstellen zu anderen Campus-Management Systemen. Die Netzwerkinfrastruktur an der FH Trier (und insbesondere die WLAN Infrastruktur) sind technisch auf relativ aktuellem Stand. Etwas schwer abzuschätzen ist die Frage, wie sich perspektivisch aufgrund des vermehrten Einsatzes von E-Learning und des zunehmenden Gebrauchs mobiler Geräte durch die Studierenden die Anforderungen an die Kapazität (Bandbreite und Flächenabdeckung) der WLAN Infrastruktur entwickeln. Möglicherweise muss die Infrastruktur in diesem Bereich schon relativ bald nachgerüstet werden. 14 Modul zur Unterstützung von Lehre, Studium und Forschung

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