Ordentliche Hauptversammlung. der SEVEN PRINCIPLES AG. Rede des Vorstandsvorsitzenden. Jens Harig

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1 Ordentliche Hauptversammlung der SEVEN PRINCIPLES AG 14. Juni 2013 um 10:00 Uhr, Dorint Hotel, Pipinstraße 1, Köln Rede des Vorstandsvorsitzenden Jens Harig Es gilt das gesprochene Wort. SEVEN PRINCIPLES AG Im Mediapark 8c, Köln

2 - 2 - Folie 1: Begrüßung Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich, Sie heute hier in Köln begrüßen zu können und heiße Sie zur Hauptversammlung der SEVEN PRINCIPLES AG herzlich willkommen. Das Jahr 2012 war für die SEVEN PRICIPLES AG vom wirtschaftlichen Verlauf und der Aktienkursentwicklung enttäuschend. Nach Jahren kontinuierlichen Wachstums bei Umsatz- und Ertrag gab es im 1. Halbjahr 2012 eine deutlich defizitäre Geschäftsentwicklung, die trotz einer Rückkehr in die Gewinnzone im 2. Halbjahr 2012 nicht mehr vollständig aufgeholt werden konnte. Sehr geehrte Aktionäre, Ihren Anspruch auf Erläuterungen und vollständige Transparenz zu den Hintergründen für diese Geschäftsentwicklung wollen wir bestmöglich erfüllen und Ihnen unsere Maßnahmen und Strategie zur Rückkehr zu Wachstum bei Umsatz und Ergebnis erläutern. Folie 2: Agenda Zunächst möchte ich Ihnen eine Einschätzung zur aktuellen Marktentwicklung geben und Ihnen im Anschluss unsere hiervon abgeleitete Wachstumsstrategie mit Fokus auf Enterprise Mobility erläutern. Anschließend werde ich Ihnen die Hintergründe für die Geschäftsentwicklung 2012 aufzeigen und die Auswirkungen hieraus für das Jahr Danach werde ich mit Ihnen die Bilanzen und die Wertentwicklung an der Börse analysieren. Abschließend gilt es, nach vorne auf die Chancen und Risiken für unsere zukünftige Geschäftsentwicklung zu schauen. Folie 3 und 4: Marktentwicklung Der Bundesverband BITKOM erwartet im Jahr 2013 im deutschen Markt für Informationstechnik ein Wachstum unterhalb des Vorjahresniveaus von 2,2 %. Für 2014 werden 2,8 % erwartet. Der für SEVEN PRINCIPLES relevante Markt für IT-Services soll nach 2,1 % in 2012 in 2013 mit 2,5 % wachsen. In unserer wichtigsten Abnehmerbranche, dem Telekommunikationsmarkt, befeuert die dynamische Verbreitung der Smartphones weiter den Umsatz mit mobilen Datendiensten. Er soll in 2013 um 7,0 % ansteigen nach einem Wachstum um 12% in Mobile Sprachdienste werden auch 2013 weiter rückläufig sein, so dass der Telekommunikationsmarkt insgesamt nur mit 1,3 % ansteigen soll. Waren 2009 nur 17% der verkauften Handys internetfähige Smartphones, so werden es 2013 bereits 81% sein. Wohl keine andere Branche unterliegt einem so dynamischen Technologiewandel und -fortschritt wie die Informations- und Telekommunikationstechnik. Mit dem Begriff Shareconomy ist der Trend zum Teilen und gemeinsamen Nutzen von digitalen Inhalten, Wissen, Ideen und Dingen beschrieben. Shareconomy verbindet die fünf Top-Trendthemen Cloud Computing, Big Data, Mobile, Security und Industrie 4.0. Zur Realisierung der Chancen, die die Informationstechnologie bietet, ist es wichtig, eine Digitalisierung der zentralen Infrastrukturnetze zügig voranzubringen. Dazu gehören Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung, sowie die Breitbandnetze der Telekommunikation.

3 - 3 - Folie 5: Trend Enterprise Mobility Mobilität ist der Megatrend für unsere zukünftige Lebens- und Arbeitswelt. Ohne IT-Unterstützung sind diese damit verbundenen Anforderungen in der Geschäftswelt nicht zu realisieren. Enterprise Mobility ist ein Paradigmenwechsel und wird die IT-Industrie deutlich verändern. Für uns und unsere Kunden wird die Steuerung von Entwicklung und Produktion über das Internet, bezeichnet als Industrie 4.0, zum Wettbewerbskriterium für den zukünftigen Erfolg. Die Begriffe Internet und mobiles Internet werden dabei zunehmend gleich gesetzt, denn Ziel ist der umfassende Zugriff auf Daten und Anwendungen zu jeder Zeit von jedem Ort. Ich muss heute keine Software mehr entwickeln, die nicht auch auf einem mobilen Endgeräte vernünftig zu bedienen ist. Für intuitiv erfassbare Anwendungen hat Apple den Maßstab gesetzt. Mobile Endgeräte verändern die Anforderungen an die Softwareentwicklung nachhaltig. Aber auch die Vielfalt der Endgeräte steigert sich dramatisch. Eine Mobilfunkanbindung und damit die Fähigkeit Informationen zu empfangen und senden ist heute in immer mehr Geräten und Gegenständen vorhanden. Die Vielzahl an Informationssendern führt zu einem massiven Ansteigen des Datenvolumens und erfordert neue Datenhaltungsstrukturen. Neue, hochperformante Datenbanken wurden entwickelt (z.b. HANA von SAP), aber auch Analysewerkzeuge für die sinnvolle Filterung der relevanten Daten - Stichwort Big Data - verändern die IT-Anforderungen im mobilen Zeitalter nachhaltig. Ein ganz wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang Datensicherheit. Habe ich bisher - bildlich gesagt - meine Firma mit einer sogenannten Firewall zum Schutz meiner Daten umgeben, so ist klar, dass dies im mobilen Zeitalter durch neue dynamische Security-Konzepte, wie sie z.b. durch die 7P Mobile Device Management Lösung realisiert werden können, abgelöst werden müssen. Die IT in der Geschäftswelt wird sich nachhaltig verändern. Enterprise Mobility wird dann realisiert, wenn Unternehmen es schaffen, den Unternehmenswert durch den Einsatz innovativer Informationsund Kommunikationstechnologien zur Mobilisierung von Geschäftsprozessen über einen universellen Datenzugriff zu steigern. Enterprise Mobility ist keine Vision, sondern heute bereits in einer Vielzahl von Arbeitsabläufen und Anwendungen Realität. Das zeigen auch zahlreiche Beispiele unter Einsatz von Know-how und Lösungen von SEVEN PRINCIPLES die in unserem diesjährigen Geschäftsbericht aufgeführt sind. Folie 6 und 7: Strategie Enterprise Mobility Meine Damen und Herren, bevor ich weiter auf das Wachstumsthema Enterprise Mobility eingehe, möchte ich Ihnen noch grundsätzliche Veränderung im IT-Services Markt aufzeigen. Wurden in der Vergangenheit viele IT-Projekte in der Verantwortung des Kunden mit Unterstützung von einzeln ausgewählten IT-Experten realisiert, so hat sich dies im vergangenen Jahr noch einmal deutlich verändert. Unsere Kunden erwarten heute die Übernahme der Gesamtprojektverantwortung durch den IT-Partner und die Lieferung schlüsselfertiger Gesamtkonzepte und -lösungen. Die Lieferantenkonsolidierung schreitet bei den großen Kunden dynamisch voran und nur wer ganzheitliche Lösungen liefern kann und mit innovativen Ansätzen den Kunden Mehrwerte für deren Geschäftstätigkeit liefert, wird langfristig in diesem Markt bestehen können. Erreichten uns vor zwei Jahren noch durchschnittlich 200 Projektbesetzungsanfragen für IT-Experten pro Monat, so ist die Zahl trotz erweiterter Kundenbasis auf ca. 70 Anfragen pro Monat gesunken. Dies zeigt die Notwendigkeit, uns weiter zu entwickeln und für die Erstellung von kompletten Services und individuellen Lösungen aufzustellen. Und genau dies haben wir in 2012 im Rahmen unserer kontinuierlichen strategischen Weiterentwicklung getan.

4 - 4 - Folie 8: Strategie Enterprise Mobility Wir sind heute der strategische Partner unserer Kunden, wir liefern Lösungen und Services, die unseren Kunden helfen, besser zu werden und dies zukünftig mit starker Fokussierung auf den Zukunftsmarkt Enterprise Mobility. Folie 9: Umfassendes Know-how für Enterprise Mobility Wir sind seit Jahren einer der führenden Consulting- und IT-Dienstleister in der Telekommunikationsbranche in Deutschland. Dienstleistungen und Lösungen für mobile Kommunikation sind seit Jahren unser Technologieschwerpunkt. Wir decken die komplette Wertschöpfungskette von der Strategie über die Realisierung bis zum Betrieb ab und können somit das Thema Enterprise Mobility vollständig aus einer Hand liefern. Wir bauen unsere Stellung als Partner der großen Standardlösungsanbieter wie z.b. SAP, Oracle, Microsoft etc. kontinuierlich aus, sind dabei aber technologieunabhängig und überzeugen mit hoher Qualität und einer Vielzahl bereits realisierter Referenzen im Bereich Enterprise Mobility. Folie 10: Vision Mit der Fokussierung auf Enterprise Mobility besetzen wir ein Wachstumsthema und können uns über Innovationen und auf Basis unserer bestehenden Referenzen vom Wettbewerb abheben. Unser Ziel ist es, bis 2015 der führende Anbieter für die Entwicklung, Implementierung und den Betrieb von Enterprise Mobility Lösungen und Services in Deutschland zu werden. Folie 11 und 12: Geschäftsentwicklung Ein Rückblick auf die Geschäftsentwicklung in den Jahren zeigt einen fast vorbildlichen Wachstumsverlauf. Nahezu unabhängig vom konjunkturellen wirtschaftlichen Umfeld konnten wir von hohe, fast ausschließlich organische Wachstumsraten beim Umsatz erzielen. Die Profitabilität stieg überdurchschnittlich mit einer stetigen Verbesserung der EBIT-Marge. Aber in 2012 setzte sich diese Entwicklung leider nicht fort. Es wurde sogar auf EBIT-Basis ein Verlust erzielt. Folie 13: Geschäftsentwicklung 2012 / Einflußfaktoren Das Jahr 2012 war geprägt von der Fokussierung auf zukünftige Wachstumsmärkte im Bereich IT- Services und der konsequenten Ausrichtung des Leistungsportfolios. Allerdings führte die zum in der größten Tochtergesellschaft 7P Solutions & Consulting AG durchgeführte Veränderung von einer Organisation nach Standorten hin zu drei thematisch ausgerichteten Business Areas mit zehn nachgeordneten Business Lines nicht kurzfristig zu den angestrebten Erfolgen. Im Gegenteil, die Kombination aus einer verhaltenen Nachfrage der Großkunden in den Kernmärkten Telekommunikation und Energie, einer erhöhten Fluktuation infolge von Abwerbungen von hochqualifiziertem Personal in der Phase der organisatorischen Veränderungen, sowie einer Findungsphase infolge der internen Organisationsänderungen schlug sich deutlich in der operativen Geschäftsentwicklung nieder. Hinzu kam, dass auch die Vermarktung der Mobile Device Management Lösung im 1. Halbjahr 2012 von einer Phase der Unsicherheit in Bezug auf die Produktentwicklung des MDM-Technologielieferanten Fromdistance AS betroffen war. Die Vermarktungsmöglichkeiten für die

5 - 5-7P MDM-Lösung waren somit stark einschränkten. Erst mit dem Erwerb von Fromdistance (jetzt 7P Nordic) von Numara/BMC im August 2012 konnten wir die Unsicherheit erfolgreich auflösen. Folie 14: Akquisitionen - 7P Infolytics AG Wir prüfen laufend Akquisitionsmöglichkeiten und investieren, wenn wir überzeugt sind, dass der Zukauf uns hilft, unsere strategischen Ziele effizienter zu erreichen und über Synergien unser organisches Wachstum zu fördern. Dabei agieren wir sehr preisbewusst und legen Wert darauf, keine bilanziellen Risiken aufgrund der bezahlten Kaufpreise einzugehen. Mit der Akquisition der InfoLytics Information Technologies AG, Köln, zum haben wir einen Spezialisten für Datenbanksysteme sowie Daten- und Anwendungsmigrationen erworben. Die nachfolgend in 7P Infolytics AG umfirmierte Gesellschaft ist seit Jahren Service- und Entwicklungspartner der SAP für deren Datenbanklösungen. Die Positionierung der Gesellschaft verstärkt unser Know-how in den Basistechnologien für die wichtigen Zukunftsthemen Cloud Computing und Big Data. Folie 15: Akquisitionen - 7P Nordic AS Die selbstentwickelte MDM-Software von Fromdistance ist bereits seit 2009 zentraler Technologiebestandteil der MDM Lösung von SEVEN PRINCIPLES. Die 7P MDM-Lösung ist bei zahlreichen namhaften Kunden wie u.a. Deutsche Bahn, Österreichische Bundesbahn, BP, Deichmann, der Landeshauptstadt München und ProSiebenSat.1 im Einsatz. Die ehemals vom Gründer geführte Firma Fromdistance AS war im Herbst 2011 zunächst von Numara Software Inc., USA, übernommen worden, bevor Numara dann Anfang 2012 von BMC Software Inc., USA, erworben wurde. Die Abkündigung der MDM-Lösung durch BMC im März 2012 bedeutete für uns Chance und Risiko. Wir haben die Chance gesucht und konnten im August 2012 Fromdistance AS, nachfolgend umfirmiert in 7P Nordic AS, inklusive aller Rechte an der MDM- Software erfolgreich erwerben. Die Übernahme ist die konsequente Fortführung unserer Positionierung im Wachstumsmarkt für Mobile Device Management (MDM) Lösungen. Mobile Device Management ist die Schlüsseltechnologie für die Verwaltung von Smartphones, die in Unternehmen eingesetzt werden. Durch den Kauf von Fromdistance kommt künftig das gesamte Produkt aus dem eigenen Haus und die Abhängigkeit von Technologiepartnerschaften entfällt. Aufgrund vermehrter Datenschutzrisiken bestehen insbesondere für eine europäische MDM-Lösung wie von 7P, die von vielen europäischen Firmen bevorzugt wird, exzellente Wachstumsaussichten. Das skalierbare Geschäftsmodell bietet für die SEVEN PRINCIPLES Chancen auf überdurchschnittliche Gewinne. Folie 16: Wichtige Klienten im Überblick Erstmals in der Firmengeschichte sanken die Umsätze mit Telekommunikationskunden, so dass deren Anteil an den Gesamtumsätzen von 65 Prozent auf rd. 62 Prozent zurückgegangen ist. Die Branche steht weiterhin vor der Herausforderung von großen Investitionen in den Netzausbau bei in Summe stagnierenden Endkundenumsätzen. Die Energieversorger haben auf den politisch forcierten Wandel in der Energieerzeugung und dem Wegbrechen von Gewinnen aus der Atomenergie mit deutlichen Kostensparmaßnahmen reagiert. Auch dies haben wir mit deutlich rückläufigen Umsätzen

6 - 6 - bei Energieversorgern in 2012 zu spüren bekommen. Die Umsatzrückgänge in den genannten Branchen konnten durch Zuwächse insbesondere im Automotive-Sektor und mit Neukunden weitgehend kompensiert werden, aber das angestrebte Wachstum blieb damit für SEVEN PRINCIPLES aus. Positiv hervorzuheben ist, dass wir mit -im Jahr über 100 gewonnenen Neukunden unsere Marktstellung verbreitern konnten. Der Gesamtbeitrag der Neukunden zu den Umsatzerlösen 2012 betrug rd. 5,0 Mio. EUR. Größere Umsatzbeiträge kamen hier insbesondere von den Neukunden Intel, Landesbetrieb Straßen NRW, IT.NRW, Wien IT EDV, Styrolution sowie weiteren Gesellschaften bei den Bestandskunden Volkswagen AG, E.ON SE, Daimler AG und Deutsche Lufthansa AG. Unsere Marktstellung und das positive Image aufgrund der hohen Qualität unserer Leistungen zeigen sich gerade in der Gewinnung von namhaften Neukunden. Unsere Fähigkeit, komplexe IT- Dienstleistungen von der Beratung über die Umsetzung bis hin zum Betrieb aus einer Hand anzubieten, überzeugt. Folie 17: Finanzen und Aktienkurs Meine Damen und Herren, wenden wir uns jetzt den Finanzzahlen und der Aktienkursentwicklung zu. Folie 18: GuV Geschäftsjahr / Gesamtbetriebsergebnis 2011/2012 Das langjährige dynamische Umsatzwachstum konnte im Geschäftsjahr 2012 nicht fortgeführt werden. Die erzielten Umsatzerlöse von 97,5 Mio. EUR bedeuten einen leichten Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 98,9 Mio. EUR. Der Anstieg der Fremddienstleistungen - hier bezeichnet als Wareneinsatz - ist sowohl auf die Übernahme von Gesamtprojektverantwortung unter dem fortwährenden Einsatz bestehender Fremddienstleister, als auch auf einen höheren Fremddienstleistungsanteil im Ausland zurückzuführen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank in 2012 im Vorjahresvergleich um rund 3,0 Mio. EUR. Insbesondere im 1. Halbjahr 2012 war die Projektauslastung zu schwach. Die Verluste im 1. Halbjahr 2012 führten dazu, dass im Gesamtjahr 2012 nur ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 0,7 Mio. EUR erzielt wurde. Dies ist ein signifikanter Rückgang gegenüber dem Vorjahres-EBITDA von 5,8 Mio. EUR. Das Betriebsergebnis (EBIT) ist von 4,8 Mio. EUR in 2011 auf -0,5 Mio. EUR in 2012 gesunken. Es ergab sich ein Konzernjahresfehlbetrag von -0,6 Mio. EUR nach einem Konzernjahresüberschuss von 3,0 Mio. EUR im Vorjahr. Je Aktie ergibt dies ein Ergebnis von -0,16 EUR nach einem Vorjahreswert von 0,76 EUR. Die Mitarbeiterzahl stieg aufgrund Neueinstellungen und Akquisitionen im Jahresverlauf auf 692 Festangestellte per Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 666 Mitarbeiter. Folie 19: GuV Geschäftsjahr 2012 / Halbjahre Die Aufteilung der Geschäftsentwicklung auf das 1. und 2. Halbjahr zeigt, dass wir im 2. Halbjahr 2012 wieder über eine Umsatzsteigerung in die Profitabilitätszone zurückkehren konnten und unsere Ergebnisprognose für das 2. Halbjahr 2012 mit 2,0 Mio. EUR EBITDA erfüllt haben. Neben der verbesserten operativen Geschäftsentwicklung trugen im 2. Halbjahr auch sonstige betriebliche Erträge aus der Auflösung von Kaufpreisrückstellungen in Höhe von knapp 0,8 Mio. EUR zum Ergebnis bei.

7 - 7 - Die Kaufpreisrückstellungsauflösung ist kein Indiz für eine verfehlte Akquisitionspolitik sondern Resultat einer konservativen Abschätzung von eventuellen Kaufpreisnachzahlungen. Die akquirierten Firmen haben sich gut entwickelt und konnten lediglich die ambitionierten Wachstumsziele nicht ganz erreichen. Folie 20: Konsolidierte Bilanz Der Blick auf die Bilanz der SEVEN PRINCIPLES zum zeigt einen akquisitionsbedingten Anstieg der Geschäfts- und Firmenwerte und rund 3,0 Mio. EUR. Das gilt auch für die immateriellen Vermögenswerte. Es erfolgten Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung, so dass das Sachanlagevermögen anwuchs. Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte ergaben sich nicht. Zudem wurden latente Ertragssteuern für steuerliche Verlustvorträge aufgrund der defizitären Geschäftsentwicklung gebildet. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken infolge des Rückgangs der Forderungen. Die Investitionen führten zu einem negative Free Cashflow und Rückgang der liquiden Mittel. Der Jahresfehlbetrag sowie die im Eigenkapital verrechneten versicherungsmathematischen Verluste aus den Pensionsverpflichtungen führten zu einem Rückgang des Eigenkapitals um rund 1,1 Mio. EUR auf 21,5 Mio. EUR. Mit einer Eigenkapitalquote von 42,3 % hat SEVEN PRINCIPLES weiterhin eine solide Bilanzstruktur, die zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet. Das langfristige Fremdkapital stieg durch die Aufnahme eines vierjährigen Akquisitionsdarlehens in Höhe von 1,6 Mio. EUR. Gleichzeitig wurde das zuvor bestehende Akquisitionsdarlehen quartalsweise getilgt. Es bestehen Pensionsverpflichtungen für übernommene Mitarbeiter. Der starke Anstieg resultiert aus versicherungsmathematischen Verlusten, die im Eigenkapital verrechnet wurden. Langfristige Rückstellungen wurden für Kaufpreisnachzahlungen gebildet, die jedoch nur in Abhängigkeit von der Entwicklung wirtschaftlicher Kennwerte der akquirierten Firmen fällig werden. Zur Abdeckung von Liquiditätsspitzen im Working Capital waren zum Bilanzstichtag kurzfristige Fremdfinanzierungen in Form von Forfaitierungslinien in Anspruch genommen. Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Personalverpflichtungen, Rückstellungen für Gewährleistungen und Restarbeiten in Festpreisprojekten. Es besteht eine Rückstellung für einen Markenrechtsstreit bezüglich der ehemaligen Firmierung TECON. Folie 21: Kapitalflussrechnung 2012 SEVEN PRINCIPLES fühlt sich einem starken Finanzprofil verpflichtet, dass uns finanzielle Flexibilität bietet. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 0,6 Mio. EUR. Der deutlichen Verbesserung im Working Capital Management der Forderungen standen ein Abbau von Verbindlichkeiten - insbesondere für variable Vergütungen des Vorjahres - sowie ein Jahresfehlbetrag gegenüber, so dass der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft begrenzt blieb. Die Investitionen beliefen sich auf 3,8 Mio. EUR. Wesentlich hierfür waren die Auszahlungen für Akquisitionen in Höhe von 2,5 Mio. EUR. Weitere Investitionen erfolgten in die Erweiterung der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Im Geschäftsjahr 2012 ergab sich ein Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeiten u.a. durch die Aufnahme eines Akquisitionsdarlehens in Höhe von 1,6 Mio. EUR.

8 - 8 - Folie 22: GuV Q Meine Damen und Herren, wir sind planmäßig in das Jahr 2013 gestartet, auch wenn die Ergebnisentwicklung zum Jahresauftakt noch einen Jahresfehlbetrag ausweist. Der Umsatz lag im 1. Quartal 2013 mit 24,6 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau. Das Bruttoergebnis vom Umsatz nach Abzug von Wareneinsatz und Fremddienstleistungen stieg um 3,4 Prozent auf 15,3 Mio. EUR. Personal und Kosten sind auch bedingt durch die Akquisitionen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Erwartungsgemäß war die Projektauslastung noch zu niedrig und es erfolgten Aufbauinvestitionen in Vertrieb und Marketing für mobile Lösungen und Services, so dass SEVEN PRINCIPLES trotz Wachstum im 1. Quartal 2013 ein negatives operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -0,6 Mio. EUR realisierte. Das EBIT betrug im 1. Quartal ,0 Mio. EUR. Folie 23: Umsatzanalyse Diese Grafik zur Umsatzentwicklung soll Ihnen noch einmal verdeutlichen, wo die Gründe für die aktuelle, noch nicht zufriedenstellende Geschäftsentwicklung liegen. Unsere Leistungserbringung wird von Mitarbeitern mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how erbracht. Die Auslastung unserer Mitarbeiter mit Aufträgen, sowie die Produktivität in den Projekten bestimmen unsere Umsatzerlöse. In der Darstellung können Sie sehen, dass der Umsatzerlös pro Kopf - unabhängig davon ob auf alle Mitarbeiter bezogen oder nur auf die produktiven Consultants, im Jahr 2012 deutlich zurückgegangen ist. Wie zuvor bereits ausgeführt, verändert sich die Nachfrage der Kunden in Bezug auf das Modell der Leistungserbringung. Die SEVEN PRICIPLES als IT-Dienstleister spürt eine Verlagerung von der Ausschreibung einer Vielzahl kleinerer Projekte hin zu größeren Projekten mit mehr Leistungsverantwortung. Wir haben uns mit den im vergangenen Jahr betriebenen organisatorischen Veränderungen hierfür aufgestellt, jedoch sind die Vertriebsaufwendungen und -vorläufe für die Vergabe größerer Projekte länger. Wir rechnen insofern wie bereits angekündigt erst im zweiten Halbjahr 2013 mit einer höheren Auftragsdeckung und einer entsprechend profitablen Geschäftsentwicklung. Der Darstellung können Sie entnehmen, dass wir für 2013 insgesamt noch nicht wieder das Produktivitätsniveau der Vorjahre 2010 und 2011 erwarten. Hier ist noch Potential für die Folgejahre. Zur Realisierung der Marktchancen der 7P Mobile Device Management Lösung (MDM) wurde seit Anfang 2013 der Vertrieb ausgebaut und in erhöhtem Umfang in Marketing investiert. Hierdurch entstehen zunächst Anlaufverluste, die nach unserer Meinung durch das Potential dieser Lösung auf eine weit überdurchschnittliche Profitabilität gerechtfertigt sind. Über die vorrangige Vermarktung als sogenanntes Managed Services Geschäftsmodell, d.h. der Kunde bezahlt pro von 7P administriertem mobilen Endgerät eine monatliche Gebühr, bauen die Umsatzerlöse sich langsamer auf, als beim Verkauf von Unternehmenslizenzen. Dafür ist das Geschäftsmodell allerdings wesentlich skalierbarer und profitiert vom nachhaltigen Geschäftsaufbau. Folie 24: Kostenanalyse Auch im 1. Quartal 2013 weisen wir einen weiteren Anstieg der Gesamtkosten aus. Dieser absolute Kostenanstieg resultiert allerdings aus dem Wachstum der Mitarbeiterzahl. Betrachten wir die Entwicklung der Gesamtkosten bezogen auf die Mitarbeiterzahl, so zeigt sich ein stabiler Kostenverlauf, der seit 2010 sogar leicht gesunken ist. Neben einem strikten Kostenmanagement ist die Herausfor-

9 - 9 - derung von SEVEN PRINCIPLES vorrangig, die Sicherstellung einer entsprechend hohen Projektauslastung und Produktivität der Mitarbeiter, wie die Grafik zuvor deutlich gezeigt hat. Aktuell laufen eine Vielzahl an Maßnahmen zur Steigerung der Vertriebsaktivitäten und generell sind wir - wie die Anzahl an Neukunden und die zahlreichen gewonnenen Großprojekte zeigen - dort durchaus erfolgreich. Aber in einem sich deutlich verändernden Kundenumfeld sind die Vorläufe für die Vertriebsorganisation, sowie Vertriebsanforderungen zu beachten. Dies verzögert aktuell noch unsere geschäftliche Erholung. Folie 25: Entwicklung Aktienkurs 2012 Meine sehr geehrten Damen und Herren, in einem guten Börsenjahr mit deutlichen Kursanstiegen in den Leitindizes DAX (+29,1 Prozent) und TecDAX (+22,0 Prozent) fiel der Kurs der SEVEN PRINCIPLES Aktie um 43,3 Prozent. Hintergrund für die Kursentwicklung ist eine schwache operative Geschäftsentwicklung mit einem ausgewiesenen Jahresfehlbetrag. Dabei folgte die SEVEN PRINCIPLES Aktie zum Jahresbeginn 2012 noch der Entwicklung der Leitindizes und stieg auf den Jahreshöchstkurs von 8,44 EUR im Februar 2012 an. Mit der Veröffentlichung eines operativen Verlustes im 1. Quartal 2012 ging der Aktienkurs dann auf Talfahrt und gab auch im weiteren Jahresverlauf weiter nach. Per Jahresende 2012 schloss die Aktie mit dem Jahrestiefstkurs von 4,30 EUR. Die aufsteigende Geschäftsentwicklung mit einem operativen Gewinn im 3. Quartal 2012 konnte der Aktienkursentwicklung keine positiven Impulse mehr verleihen. Folie 26: Entwicklung Aktienkurs 2013 Seit Jahresanfang 2013 konnte die 7P-Aktie ca. 16 % an Wert gewinnen. Mit Bestätigung der Jahresprognose für das 2. Halbjahr 2012 durch vorläufige Abschlusszahlen hat der Aktienkurs an Wert zugelegt und sich damit vergleichsweise gut entwickelt. Auch die Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal 2013 hat an der stabilen Kursentwicklung nichts verändert. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus von ca. 5,00 EUR beträgt die Marktkapitalisierung rd. 20,0 Mio. EUR. Folie 27 & Folie 28: Ausblick Meine Damen und Herren, kommen wir abschließend zum Blick auf die zukünftigen Chancen und Risiken für unsere zukünftige Geschäftsentwicklung. Der deutsche Markt für Informationstechnologie soll auch im Jahr 2013 deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen. Wichtige Kundengruppen von SEVEN PRINCIPLES im Telekommunikationsmarkt und der Energiewirtschaft stehen ebenfalls vor Herausforderungen. Der Datenboom erfordert Milliardeninvestitionen für den Breitbandausbau von Festnetz und Mobilfunk. Die fehlenden politischen Rahmenbedingungen hemmen die sogenannte Energiewende. Dies führt wiederum zu erhöhtem Kostendruck bei unseren Kunden. Das aktuelle Marktumfeld in unserer Branche ist wettbewerbsintensiv und die Kundennachfrage verändert sich deutlich in Richtung der Vergabe von Gesamtprojektverantwortung. Aufgrund unserer

10 guten Markstellung werden wir von dieser Entwicklung mittelfristig profitieren. Unsere Ausgangsposition für den Zukunftsmarkt Enterprise Mobility eröffnet uns mittelfristig weitere attraktive Chancen. Sehr geehrte Damen und Herren, in SEVEN PRINCIPLES steckt viel Leistungsfähigkeit. Das 7P-Barometer 2012, unsere regelmäßige Mitarbeiterbefragung, zeigt, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in hohem Maße für SEVEN PRINCIPLES engagieren. Ihnen gilt mein herzlicher Dank, denn unser Erfolg ist nur möglich mit ihrer Kompetenz und ihrem hohen Einsatz. Bedanken möchte ich mich auch bei Ihnen, unseren Aktionären, Kunden und Partnern, für Ihr Vertrauen im vergangenen Jahr. Ich bin überzeugt, dass wir aus der Entwicklung die richtigen Maßnahmen abgeleitet haben und damit heute klarer in unseren Märkten positioniert sind. Ich wünsche mir, dass Sie uns dieses Vertrauen weiterhin schenken. Wir setzen auf Innovationen, um als Schrittmacher für Enterprise Mobility bis 2015 eine führende Stellung in diesem Zukunftsmarkt zu erzielen. Dafür arbeiten ich und meine Kollegen mit aller Kraft und Überzeugung. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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