Swiss Retail Federation Konzept / Text Gestaltung

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1 Jahresbericht 2011

2 2 INHALT Verband 4 Arbeit / Bildung 6 Sicherheit / Gesundheit 8 Behörden / Gesetzgebung 9 Facts & Figures Detailhandel 12 Konsumenten 14 Verbandsorgane 16 Verbände und Mitgliedschaften 17 Swiss Retail Federation Marktgasse Bern 7 Telefon Konzept / Text Swiss Retail Federation Gestaltung Ronald Studer, Typografischer Gestalter, Solothurn

3 «Die Zeiten sind sehr schwierig geworden» Bruno Frick Präsident 3 Der Schweizer Detailhandel ist innerhalb eines Jahres von den Höhen des Erfolges in die Talsohle der Probleme gerutscht. Er steht heute in der Krise. Wesentlichstes Problem ist der hohe Franken. Nicht weil wir fette Gewinne einstreichen, sind die Preise in der Schweiz wesentlich höher als im benachbarten Ausland. Vielmehr sind es die hohen Kosten, die einerseits einen hohen Lebensstandard verschaffen, anderseits aber die Preise erhöhen. Als der Euro im vergangenen Jahr innert Monaten mehr als einen Viertel seines Wertes verlor, verglichen Konsumenten und Medien die Preise mit dem Ausland und kritisierten den Schweizer Detailhandel. Sie verkannten zwei Dinge: Zum Ersten nämlich, dass der Detailhandel längerfristig einkauft und erst noch zu einem grossen Teil ausserhalb des Euro- und Dollarraumes. Zum Zweiten, dass die hohen internen Kosten die Preise wesentlich beeinflussen. Nicht nur die Schweizer Produkte, auch die Vorleistungskosten Löhne, Gebäude, Logistik, Werbung und andere Dienstleistungen kosten rund einen Drittel mehr als im Ausland. Das schlägt sich in den Verkaufspreisen nieder. Die Schweizer Preise bleiben höher als im benachbarten Ausland, solange auch unsere Löhne und damit unser Lebensstandard weit höher sind. In Einzelfällen traf zu, dass Währungsgewinne nicht oder nur verzögert weitergegeben wurden. Das sind Ausnahmen. In aller Regel führt der Wettbewerb dazu, dass der Detailhandel die Währungsvorteile weitergibt. Tatsache ist auch, dass der Schweizer Detailhandel viele Produkte sogar teurer einkaufen muss, als sie im Ausland verkauft werden. Langfristig könnte der Schweizer Detailhandel die gleichen Preise nur anbieten, wenn auch die Kosten in der Schweiz auf das Niveau des umliegenden Auslandes gesenkt werden. Hohe Löhne und gute Dienstleistungspreise auf der einen Seite und tiefe Einkaufspreise auf der anderen Seite sind miteinander auf Dauer nicht vereinbar. Wer daher die Konsumentinnen und Konsumenten generell auffordert, im Ausland einzukaufen, handelt verantwortungslos, gefährdet die Schweizer Wirtschaft, unsere Löhne und unsere Arbeitsplätze. Es ist unverständlich, dass selbst Behörden und staatliche Exponenten diese einfachen Zusammenhänge vergassen und sich im Zuge der Medienkampagnen dazu hinreissen liessen. Sie übersehen auch, dass der Detailhandel mit nahezu Personen rund 8 Prozent aller Arbeitsplätze der Schweiz und die grösste Anzahl der Ausbildungsplätze stellt. In dieser schwierigen Zeit braucht der Detailhandel verbesserte Rahmenbedingungen statt zusätzliche staatliche Hindernisse. Wir benötigen freiheitliche Ladenöffnungszeiten von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Wenn die Schweizer Geschäfte schliessen müssen, bleiben sie ennet der Grenze noch mindestens 2 Stunden geöffnet. Unser Personal muss deswegen nicht länger arbeiten, es bleibt durch das Arbeitsgesetz geschützt. Wir wollen eine Weko, die endlich ihre Zähne zeigt und hilft, dass der Schweizer Detailhandel im Einkauf nicht benachteiligt ist. Und wir fordern, die helvetischen Sondervorschriften, welche das Cassis-de-Dijon-Prinzip aushöhlen, zu beseitigen. Die Swiss Retail Federation bleibt weiterhin die starke Stimme des Schweizer Detailhandels und arbeitet auf allen Ebenen dafür, vernünftige Rahmenbedingungen und gleich lange Spiesse zu schaffen. Im Interesse des Schweizer Detailhandels, unserer Mitarbeitenden und unserer Konsumentinnen und Konsumenten. Bruno Frick Präsident

4 «Für eine wettbewerbsfähige Schweiz muss auch die Politik bessere Rahmen be dingungen schaffen» Bertrand Jungo CEO Manor AG 4 VERBAND Ausnahmejahr 2011 Umsatzminus wegen Frankeneffekt, Einkaufstourismus, gutem Wetter und stark getrübter Konsumentenstimmung Die Umsätze gingen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent zurück. Dies ist der stärkste Rückgang seit 15 Jahren. Die Frankenstärke hat den Einkaufstourismus in einem noch nie gekannten Ausmass gefördert und den Detailhandel vor strukturelle Probleme gestellt. Europäische Lieferanten haben ihre Devisenvorteile zu einem grossen Teil zurückgehalten. Die Preisrückgänge nahmen Dimensionen an, welche in den letzten Dekaden nicht annähernd erreicht wurden. Der Preisdruck aufgrund des schwachen Euros hat 2011 im Detailhandel zu sinkenden Preisen um über 2 % geführt. Die nominalen Umsätze lagen Ende ,1 % unter dem Vorjahresniveau. Das gute Wetter bis Ende November 2011 hat zusätzlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. In den Sparten Bekleidung, Schuhe und Wintersport mussten massive Umsatzeinbussen hingenommen werden. Der Abfluss von Kaufkraft ins grenznahe Ausland wird nun bereits auf jährlich 5 Milliarden Franken geschätzt bei zunehmender Tendenz. Eine Entwicklung, die zu denken gibt, denn weniger Umsatz heisst weniger Arbeits- und Ausbildungsplätze. Und sie bedeutet auch massive Einbussen bei der Mehrwertsteuer. Die Politik ist gefordert, im Interesse der schweizerischen Volkswirtschaft überfälligen Reformen nun endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Kanton am Samstag behördlich verordnet bereits um 16 Uhr schliessen müssen, während im Nachbarkanton bis 18 Uhr oder länger und im grenznahen Ausland bis 23 Uhr oder länger eingekauft werden kann. Der Detailhandel sieht sich weiterhin mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert. Die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten zeigen sich deutlich im gesunkenen Index der Konsumentenstimmung. Der Einkaufstourismus im umliegenden Ausland wird weiterhin ein Problem darstellen. Die SRF fordert von der Politik daher verbesserte Rahmenbedingungen unter den Kantonen und gegenüber der Konkurrenz im grenznahen Ausland. Während die wirtschaftlichen Verflechtungen der Schweiz mit der EU immer enger werden und zahlreiche EU-Richtlinien und Standards in die schweizerische Gesetzgebung Eingang finden, bleibt die Schweiz gegenüber der EU nach wie vor ein abgeschotteter Markt. Nur verbesserte Rahmenbedingungen können den Wettbewerb zugunsten der Konsumenten und des Handels beeinflussen. SRF fordert mehr Solidarität und bessere Rahmenbedingungen Der Detailhandel lebt von den Konsumenten in der Schweiz und richtet seine Geschäftsmodelle ausschliesslich auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden aus. Er hat ein vitales Interesse daran, den Wettbewerb spielen zu lassen. Jede schädliche Form von Protektionismus wird abgelehnt, seien dies Schutzzölle, technische Handelshemmnisse oder Wettbewerbsverzerrungen durch diskriminierende Regelungen bei den Ladenöffnungszeiten. Letztere fallen mangels eines Verfassungsauftrages in die Kompetenz der Kantone und stellen heute einen unüberschaubaren Flickenteppich dar. Es leuchtet nicht ein, wenn die Geschäfte im einen «Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten auf nationaler Ebene» Die Motion von NR Christian Wasserfallen geht in die richtige Richtung. Die Motion verlangt vom Bundesrat, eine Änderung des Arbeitsgesetzes ( ArG ) vorzulegen, wonach die Ladenöffnungszeiten werktags, an Samstagen und an wenigstens zwei Sonntagen pro Jahr für alle Detailhandelsbetriebe auf nationaler Ebene im Sinne eines Mindeststandards vereinheitlicht werden, sodass sie den heutigen Bedürfnissen eines Grossteils der Konsumentinnen und Konsumenten entsprechen und die Wettbewerbsnachteile innerhalb des Detailhandels sowie gegenüber dem grenznahen Ausland beseitigt werden. mehr:

5 VERBAND 5 Eine Mitgliedschaft bei der SRF zahlt sich aus Als Vereinigung von Mittel- und Grossbetrieben des schweizerischen Detailhandels vertritt die Swiss Retail Federation die wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Interessen von Warenhäusern, Fachmärkten und Fachgeschäften, Verbraucher- und Abholmärkten, selbstständigen Detaillisten, Food-Fachhändlern und Kiosken. Die SRF-Mitglieder erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Franken und beschäftigen rund Mitarbeitende. Eine Mitgliedschaft zahlt sich aus: Gesetzgebung und Verwaltungstätigkeit. Monitoring und rechtzeitiger Einbezug der Mitglieder in wirtschaftspolitische Fragestellungen und Regulierungsprozesse. Koordination der Meinungsbildung innerhalb der SRF-Mitglieder und vernehmbare Vertretung der Positionen in der Politik ( Kontakte mit Parlament, Departementen und Bundesverwaltung ) Vernehmlassungen. Beteiligung an relevanten Vernehmlassungsverfahren und Wahrung der Interessen des Detailhandels ( wirtschaftspolitische Dossiers ) Gesetzes- und Verordnungsänderungen. Stufenund zeitgerechte Information der Mitglieder über die für den Handel relevanten Änderungen Aktive Partizipation der SRF-Mitglieder in div. Arbeitsgruppen. Arbeitsgruppen: Personalleiter, Nachhaltigkeit, Ausbildung und Arbeitssicherheit Networking. Kontaktpflege und Informationsaustausch über alle Stufen Branchenlösung Arbeitssicherheit ( ASA ). Nach den Richtlinien der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit ( EKAS ) genehmigte Branchenlösung ( Nr. 46 ). Die Branchenlösung steht allen Betrieben offen, welche im Detailhandel oder in der Logistik mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen tätig sind. AHV- und Familienausgleichskasse FAK: Mit dem Anschluss an die Ausgleichskasse Grosshandel + Transithandel und der Familienausgleichskasse kann die SRF ihren Mitgliedern attraktive Konditionen im Bereich der 1. Säule bieten. ( mehr: ) Rahmenvertrag für die Kartenakzeptanz von Debit- und Kreditkarten: Möglichkeit zum Anschluss an Kartenakzeptanzvertrag mit vorteilhaften Gebühren ( für Debit- und Kreditkarten ) und interessanter Kick-Back-Lösung Ausbildungs-Vergünstigungen: SRF-Vergünstigung bei der Ausbildung von Stapelfahrern Anschluss an Stromdatenbank und Prüfung Strompooling: Möglichkeit zum Anschluss an Strom-Datenbank ( Eruieren von betrieblichen Einsparpotenzialen, Grundlagendaten für Einkauf auf liberalisiertem Strom-Markt, Benchmark mit ähnlichen Unternehmen ), kontinuierliche Überprüfung des gemeinsamen Stromeinkaufs Ausbildungsmodule ( z.b. Umgang mit Beschwerden und Gewährleistungsfällen, Produktsicherheit, Energieeffizienz usw. ) Benchmarking-Projekte ( Leitung von Ad-hoc-Projekten in Themenbereichen, die von den Mitgliedern gewünscht werden ) SRF-Schwerpunktthemen und Fokus 2012 Ladenöffnungszeiten. Harmonisierung auf nationaler Ebene und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem grenznahen Ausland ( Minimalstandards ) Arbeitsmarktbedingungen. Eigene Interventionen und Interventionen über Dachverbände zur Wahrung unternehmerischer Freiheiten und gegen unnötige staatliche Eingriffe Marktöffnung. Beseitigung regulatorischer/systemischer Hindernisse u.a. im Cassis-de-Dijon-Prinzip Preisbekanntgabeverordnung ( PBV ). Prüfung von Korrekturen in Art. 16 ( Ziel: Sonderregelung für Saisonwaren ) Vernehmlassungen wie z.b. Kartellgesetzrevision, Revision Postverordnung Interchange-Fees ( IF ) und Urheberrechtstarife. Marktbeobachtung und Interventionen über Dachverbände Kommunikation volatiler Detailhandelsumsätze. Prüfung von Massnahmen mit Bundesamt für Statistik zur Korrektur des heutigen Methoden ansatzes

6 «Arbeitsplätze bringt nicht die Politik hervor, sondern eine Vielzahl kleiner, mittlerer und grosser Unternehmen» Nicole Loeb Loeb AG 6 ARBEIT / BILDUNG SRF steht für eine offene Arbeitsmarkt - gesetz gebung ein Im Detailhandel sind die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen gut ausgebaut. Jugendlichen werden vielfältige Möglichkeiten für den Berufseinstieg und die Weiterbildung geboten. Auch werden fortschrittliche Sozialleistungen erbracht. Gegenüber Deutschland sind die Löhne im Detailhandel beispielsweise doppelt so hoch. In zahlreichen Unternehmen sind die Arbeitsbedingungen einzelvertraglich und in Reglementen geregelt. Eine möglichst offene Arbeitsmarktgesetzgebung ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. In einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld mit schlechter Konjunkturdynamik kann sich jede zusätzliche regulatorische Massnahme für Firmen, besonders aber für den Detailhandel, fatal auswirken. Frankenstärke und Einkaufstourismus werden den Detailhandel weiterhin stark belasten. Die SRF bekämpft daher sämtliche Forderungen, welche, zumal in einer angespannten Wettbewerbssituation, zu mehr Kosten führen, die Ertragskraft der Unternehmen weiter schmälern und in der Konsequenz zum Abbau von Arbeitsplätzen führen. der AVE an das Seco geht es nicht um ein Alltagsgeschäft, sondern um einen gravierenden Eingriff in die Vertragsfreiheit und den Arbeitsmarkt, denn dieser GAV würde auf Tausende von Betrieben ausgedehnt, die mit Gastronomie im eigentlichen Sinne gar nichts zu tun haben. Massive Eingriffe in das Privatrecht und intransparente Geldflüsse Die SRF hat zusammen mit rund weiteren 130 Betroffenen Einsprache beim Seco erhoben. Die AVE von GAVs ist ein massiver Eingriff in die Interessensphäre von Aussenseitern und verlangt daher nach einer sorgfältigen Prüfung der materiellen Voraussetzungen. Störend in solchen Verfahren ist die Tatsache, dass Entscheide des Bundesrates endgültig sind und kein Rechtsmittel besteht. Wenn sich Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände über solche Verfahren finanzieren wollen, haben nicht nur direkt Betroffene, sondern die gesamte Öffentlichkeit einen Anspruch auf volle Transparenz bei den Motiven und den Geldflüssen. Tendenz zur Kartellisierung des Arbeitsmarktes SRF gegen schleichende Ausdehnung von Gesamtarbeitsverträgen ( GAV ) Ende 2011 haben die Sozialpartner des Landes-GAV für das Hotel- und Gastgewerbe beim Seco ein Gesuch um Allgemeinverbindlicherklärung ( AVE ) für ihren Branchen- GAV eingereicht bei gleichzeitiger Ausdehnung des Geltungsbereiches von bisher gastgewerblichen Betrieben auf jeden Anbieter einer gastronomischen Leistung, auch wenn er sie im Nebengeschäft führt. Dies hätte zur Folge, dass der GAV der Gastroorganisationen auf einen Schlag zahlreiche fremde Branchen erfassen und unter ihr Monopol stellen würde, so auch den Detailhandel, Tankstellenshops, Kioske, Spitäler und Heime, Schulen, Kantinen, bäuerliche Besenbeizen, Bäckereien und Metzgereien. Auf dem Weg von AVE darf durch den Bundesrat kein Strukturerhalt einer Branche betrieben werden. Es dürfen auch keine Betriebe und deren Beschäftigte einem branchenfremden GAV unterstellt werden. Beim Gesuch

7 «Der Detailhandel fordert und fördert Chancengleichheit» Ferdinand Hirsig VOLG ARBEIT / BILDUNG 7 Junge Leute für den Detailhandel begeistern dank einer zukunftsgerichteten Grundbildung Im Sommer 2011 schlossen 4712 Detailhandelsfachleute ihre Grundbildung mit dem Eidg. Fähigkeitszeugnis ab, 1362 DetailhandelsassistentInnen erhielten ihr Eidg. Berufsattest. Rekrutierung und Nachwuchsförderung bleiben aufgrund der demografischen Entwicklung eine dauernde Herausforderung im Detailhandel. In der Öffentlichkeit und v.a. bei Eltern, Schülern und Lehrern sind die Angebote in der Grund- und Weiterbildung nach wie vor zu wenig bekannt. Der Verein Bildung Detailhandel Schweiz ( BDS ) als Dachorganisation für die Berufe im Detailhandel, in der die SRF Mitglied ist, wird sich daher verstärkt auf Marketingaktivitäten konzentrieren. Eine ideale Werbeplattform für die Präsentation der Berufe im Detailhandel wird die Berufsmeisterschaft «SwissSkills 2014» in Bern sein. Weiterbildungsgesetz ( WeBiG ) Die Position der SRF Die SRF unterstützt die Stossrichtung des Entwurfes zum Weiterbildungsgesetz ( WeBiG ) insofern, als es sich auf den Grundsatz des Erwerbs und Erhalts von Grundkompetenzen bei Erwachsenen im Sinne eines lebenslangen Lernens beschränkt. Das neue, auf Art. 64a BV beruhende Gesetz kann hingegen nicht als Vehikel zum Ausgleich gesellschaftlicher und bildungsmässiger Defizite dienen. Es darf auch nicht dazu missbraucht werden, neue Fördertatbestände wie z.b. Elternbildung oder Bildungsgutscheine zu schaffen. Flexibilität, Innovation und Kundenorientierung spielen in der Weiterbildung der privaten Arbeitgeber bereits heute eine eminent wichtige Rolle. Die SRF ist daher gegen eine uferlose Ausgestaltung des WeBiG. «Detailhandelsmanager / in HFP» löst «Detailhandelsökonom / in» ab Neu bietet die BDS den Vorbereitungslehrgang «Detailhandelsmanager / in HFP» über eine eigens dafür gegründete «BDS-Weiterbildungs-GmbH» an. Dieser Lehrgang als höchste eidgenössisch anerkannte Weiterbildung im Detailhandel löst den bisherigen Lehrgang «Detailhandelsökonom / in...» ab. Der erste Lehrgang mit 23 Teilnehmenden aus verschiedenen Betrieben des Detailhandels startet im April Bertrand Jungo, Vizepräsident der SRF, ist in seiner Funktion als CEO der Manor AG im neu konstituierten Retail Beirat vertreten. Der Geschäftsführer der SRF gehört zudem der Gesellschafterversammlung der neuen GmbH an. SRF-Aktivitäten in der Grund- und Weiterbildung: Mitgliedschaft im Verein Bildung Detailhandel Schweiz ( BDS ). Zusammen mit Coop, Die Post, Migros, dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv / usam und dem Verband Schweizerischer Filialunternehmungen VSF mehr: Prüfungskommissionen und «BDS-Weiterbildungs- GmbH». Die SRF ist in der Kommission für Höhere Fach- und Berufsprüfungen im Detailhandel wie auch in der «BDS-Weiterbildungs-GmbH» vertreten. SRF-Arbeitsgruppe Ausbildungsleiter «Retail Day». Unterstützung einer Initiative der together AG zur Rekrutierung von Absolventen von Fachhochschulen und universitären Hochschulen

8 «Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz heisst praxistaugliche Lösungen aushandeln und konsequent umsetzen» Norbert W. Scheele C&A 8 SICHERHEIT / GESUNDHEIT Beispiel «Tageslicht am Arbeitsplatz» Zusammen mit dem Seco haben Vertreter des Detailhandels vor drei Jahren ein Merkblatt zum Thema «Tageslicht am Arbeitsplatz» ausgearbeitet. Dieses Merkblatt hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Das Seco will den Inhalt dieses Merkblattes nun im Rahmen einer Überarbeitung in die Wegleitung zur ArGV 3 «Arbeit und Gesundheit» überführen und dabei die in der Praxis gemachten Erfahrungen berücksichtigen. Eine tripartite Expertengruppe, in der auch die SRF vertreten ist, wird sich im 2012 in einer technisch ausgerichteten Diskussion der Beseitigung von Unklarheiten und dem Schliessen von Lücken annehmen. Im Vordergrund wird u.a. die Priorität baulicher gegenüber organisatorischer Massnahmen stehen. Das SECO als wichtiger Partner für die SRF Im praktischen Alltag des SRF spielen das Volkswirtschaftsdepartement und namentlich das Seco eine zentrale Rolle. Dank einer offenen Kommunikation und einer guten Vertrauensbasis können in zahlreichen Fällen praktikable Lösungen gefunden werden, die den Besonderheiten der Branche Detailhandel Rechnung tragen und dem Prinzip der Verhältnismässigkeit entsprechen. Auch bei unterschiedlicher Praxis kantonaler Vollzugsorgane, die durch unsere in der ganzen Schweiz tätigen Mitglieder oft schwer nachzuvollziehen ist, erweist sich das Seco als Aufsichtsbehörde in zahlreichen Fällen als verlässlicher Mediator. SRF-Branchenlösung Arbeitssicherheit Die SRF ist Trägerin der Branchenlösung SRF für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Verantwortlich für die Durchführung ist die Fachstelle Arbeitssicherheit AEH, Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene in Zürich. Die Branchenlösung bietet den angeschlossenen Mitgliedern Gewähr für die Umsetzung der Bestimmungen im Bereich der Arbeitssicherheit. Ende 2011 wurde sie durch das Seco erfolgreich auditiert bzw. rezertifiziert. Ein Schwerpunkt im Jahr 2012 ist das Thema «Unfallanalyse».

9 «Im Kampf gegen preistreibende Überregulierung muss noch viel Bürokratie abgebaut werden» Max Manuel Vögele Karl Vögele AG BEHÖRDEN / GESETZGEBUNG 9 Revision des Kartellgesetzes nicht in allen Teilen zwingend notwendig Die SRF hat 2011 zu zwei Kartellrechtsrevisionen eine Vernehmlassung gemacht. Das erste Vernehmlassungsverfahren betraf die Umsetzung der Motion Schweiger, welche verlangt, dass Unternehmen, welche ein den hohen Anforderungen entsprechendes Programm zur Beachtung der kartellgesetzlichen Regelungen betreiben ( sog. Compliance-Programm ), mit einer reduzierten Verwaltungssanktion belegt werden. Zweitens sollte zur Stärkung der Compliance-Anstrengungen der Unternehmen im Kartellgesetz eine Strafsanktion für natürliche Personen im Fall der aktiven Beteiligung an einer Kartellabsprache mit Wettbewerbern verankert werden. Im Rahmen der Vernehmlassung setzte sich die SRF dafür ein, dass Compliance-Bemühungen, also angemessene Vorkehrungen zur Verhinderung von Kartellrechtsverstössen, sanktionsmindernd zu berücksichtigen sind. Zur Einführung einer Strafsanktion äusserste sich die SRF kritisch zurückhaltend. Die zweite Revision ist im Zusammenhang mit der in den Medien geführten Diskussion betreffend der Frankenstärke und der ungenügenden Weitergabe von Währungsvorteilen zu verstehen. Mit Beschluss vom 17. August 2011 hat der Bundesrat das EVD beauftragt, eine Revision des Kartellgesetzes vorzuschlagen, welche bestimmte Wettbewerbsabreden per Gesetz verbieten soll, sofern nicht Rechtfertigungsgründe geltend gemacht werden können ( horizontale Preis-, Mengen- und Gebietsabreden nach Art. 5 Abs. 3 KG sowie vertikale Preisbindungen und Gebietsabschottungen nach Art. 5 Abs. 4 KG ). Solche Abreden gelten gemäss heutigem Kartellgesetz als vermutungsweise den wirksamen Wettbewerb beseitigend ( und nicht als verboten ). Auch wenn sich die SRF nicht generell gegen die vorgeschlagene Neuregelung aussprach, so erachtet sie diese auch nicht als zwingend notwendig, zumal andere Gründe für die «Hochpreisinsel Schweiz» massgeblicher sind, wie beispielsweise das durch unzählige Sonderregelungen ausgehöhlte Cassisde-Dijon-Prinzip oder Massnahmen, die Parallelimporte ver- oder behindern. Revidierte Preisbekanntgabe-Verordnung ( PBV ) SRF sieht grosse Mängel für Konsumenten und Detailhandel Die revidierte PBV trat per 1. April 2012 in Kraft. Unserer Forderung, wonach Saisonware wie Bekleidung, Schuhe, oder Sportartikel drei Wochen nach Auslage mit dem Originalpreis ( Erstpreis ) zeitlich uneingeschränkt reduziert angeboten werden können, hat das Seco bei der Revision leider nicht entsprochen. Zum Nachteil der Konsumenten und zum Nachteil des Handels. Den Konsumenten bleibt die volle Preistransparenz verwehrt. Reduktions- bzw. Rabattschritte sind für die Konsumenten weiterhin nicht nachvollziehbar. Saisonware demodiert rasch und muss zügig abverkauft werden können, um Platz für neue Sortimente zu schaffen. Gemäss dem heute im Juristendeutsch verfassten Artikel 16 PBV darf ein Vergleichspreis nach wie vor nur während der Hälfte der Zeit bekannt gegeben werden, während der er gehandhabt wurde bzw. gehandhabt wird, längstens jedoch während zwei Monaten. Es müssen also weiterhin komplexe Fristen berechnet und eingehalten werden. Ware, die übergangsweise an Lager genommen wird, muss aufwendig umetikettiert werden, was dem Handel Mehrkosten beschert. Die SRF wird Mittel und Wege prüfen, dieser praxisfernen Regelung zu begegnen.

10 «Nicht der Staat, sondern der mündige Konsument muss im Fokus wirtschaftspolitischer Entscheid ungen stehen» Stefan Leuthold SPAR 10 BEHÖRDEN / GESETZGEBUNG Das Alkoholgesetz bevormundet Konsumenten und diskriminiert den Detailhandel. Die SRF beurteilt die vom Bundesrat veröffentlichte Botschaft zur Totalrevision der Alkoholgesetzgebung kritisch. Positiv ist, dass auf Massnahmen im Bereich der Preisbildung verzichtet wird. Negativ zu bewerten ist jedoch das Alkoholverkaufsverbot für den Detailhandel in der Nacht. Dieses Verbot zeigt, dass Präventionspolitik nach wie vor ein weites Feld für staatlichen Interventionismus bietet. Die Einführung eines Verkaufsverbots zwischen 22 Uhr bis 6 Uhr im Detailhandel ist als diskriminierend und unverhältnismässig abzulehnen, da davon nicht nur Jugendliche, sondern alle erwachsenen und mündigen Bürger betroffen sind. Die vorgeschlagene Regelung ist realitätsfremd, widerspricht den heutigen Lebensgewohnheiten und könnte leicht umgangen werden. Es käme auch niemandem in den Sinn, der Bevölkerung ab 22 Uhr bis 6 Uhr das Rauchen zu verbieten. Präventionsmassnahmen machen aus Sicht der SRF nur dann Sinn, wenn sie zielgerichtet sind und Gruppen erfassen, die durch die Präventionsmassnahmen geschützt werden müssen. Tankstellenshops widerspiegeln die heutigen Konsumbedürfnisse Die SRF unterstützt die parlamentarische Initiative von NR Christian Lüscher ( GE ) zur Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops. Die beantragte Änderung der Vollziehungsverordnung zum Arbeitsgesetz orientiert sich an geänderten Konsumentenbedürfnissen. Das Anliegen findet selbst bei Konsumentenschützern Unterstützung, weil die heutige Regelung absurde Einschränkungen zum Nachteil der Konsumenten vorsieht. Die Schutzbestimmungen des ArG bleiben mit der Änderung voll respektiert. Was für Tankstellenshops zutrifft, muss inskünftig für den gesamten Detailhandel gelten. SRF-Engagement in der «Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik» Die seit Mai 2010 geltende Passivraucherschutzregelung ( Gesetz und Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen ) stellt eine ausreichende Lösung dar, welche von den Kantonen nötigenfalls verschärft werden kann. Die SRF begrüsst die Ablehnung der Volksinitiative zum «Schutz vor Passivrauchen» durch Bundesrat und Parlament. Die SRF vertritt diese Haltung innerhalb der «Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik». Die Volksinitiative würde im Gegensatz zur heutigen Lösung u.a. das Rauchen in allen Innenräumen, die als Arbeitsplatz dienen, rigoros verbieten und für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer jeden Spielraum ausschliessen.

11 «EU-Richtlinien und Standards erhalten zunehmende Bedeutung im schweizerischen Detailhandel» Robert Schreiner IKEA BEHÖRDEN / GESETZGEBUNG 11 Neues Produktsicherheitsgesetz bringt Angleich an EU-Richtlinien Das neue Bundesgesetz über die Produktesicherheit ( PrSG ) und die Verordnung über die Produktesicherheit ( PrSV ) sind auf den 1. Juli 2010 in Kraft getreten. Die Übergangsfrist für das neue Gesetz lief am 31. Dezember 2011 ab. Das Gesetz führt zu einer Angleichung des Schutzniveaus, wie es gemäss der entsprechenden EG- Richtlinie für die EU gilt. Die Swiss Retail Federation hat für ihre Mitglieder auch im 2011 Schulungen in diesem Bereich angeboten, die rege benutzt wurden. Energiegesetz mit neuen Vorschriften zur Energieeffizienz Das Bundesamt für Energie hat auch im Jahr 2011 neue Energieeffizienzvorschriften für Elektrogeräte erlassen. Unter anderem müssen neue TV-Geräte und Set-Top- Boxen ab Januar 2012 neue oder erweiterte Effizienzvorschriften einhalten. Ausserdem wurde auf 2012 eine Energieetikette für TV-Geräte eingeführt sowie die neue Gestaltung der Energieetikette für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen sowie Geschirrspüler von der EU übernommen. Neue Geräte, die den neuen Energieeffizienzvorschriften noch nicht entsprechen, dürfen während einer Frist von 6 Monaten in Verkehr gebracht werden und maximal noch 2 Jahre im Detailhandel abverkauft werden. Die SRF hat sich im Vorfeld zur Revision der Energieverordnung dafür eingesetzt, dass eine vollkommene Gleichschaltung des «Inverkehrbringerbegriffs» mit dem EU- Recht erreicht wird. Danach wir das erstmalige Überlassen des Produkts als Inverkehrbringen verstanden, was bedeutet, dass ( neue ) Geräte, die im Warenlager sind, aber noch nicht neuen Effizienzvorschriften entsprechen, unlimitiert abverkauft werden können. Ein so verstandener Inverkehrbringerbegriff entlastet den Handel unter Berücksichtigung der dauernden Änderungen von Energiebestimmungen. Leider hat die Schweiz diese vernünftige EU-Regelung nicht vollständig übernommen. Nach der neuen Verordnung dürfen Geräte nicht unbefristet im Verkauf bleiben, sondern müssen spätestens innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten von neuen Effizienzvorschriften aus den Regalen des Detailhandels verschwinden. SRF-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit Die Themen, die die Arbeitsgruppe momentan beschäftigen: Umsetzung Holzdeklarationsverordnung Nanotechnologie Herkunftsangabe bei Lebensmitteln Cassis de Dijon

12 «Der Detailhandel ist die zweitwichtigste Branche des privaten Sektors. Seine Anliegen stehen jedoch zu wenig auf dem politischen Radar» Thierry Halff Maus Frères 12 FACTS & FIGURES DETAILHANDEL Marktabschottung Hausgemachte Probleme liessen sich rasch korrigieren Der Detailhandel spielt neben der bedeutenden Versorgerfunktion eine sehr wichtige Rolle für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Seit jeher bewegt er sich in einem internationalen Umfeld. Faktoren wie etwa weltwirtschaftliche Abschwächungen oder Wechselkursentwicklungen kann die Schweiz nicht oder nur marginal beeinflussen. Andere Faktoren aber, die den Handel schmerzlich treffen, sind hausgemacht und könnten rasch und wirksam korrigiert werden, wenn es Wirtschaft und Politik wollen und eine kohärente Strategie verfolgen. Der Detailhandel fordert seit jeher eine Politik der offenen Grenzen, den Abbau unnötiger Bürokratie und den Abbau technischer Handelshemmnisse, die bloss zu einer Verteuerung für die Konsumenten und letztlich zur Gefährdung von Arbeitsplätzen führen. Als Branche mit einem hohen Wertschöpfungsanteil in der Schweiz ist der Detailhandel aufgrund ungünstiger Entwicklungen im Euroraum mehr denn je auf offene Märkte, auf die Politik und auf rasches Handeln angewiesen Arbeitskräfte sind im Detailhandel beschäftigt Jeder zehnte Ausbildungsplatz ist vom Detailhandel abhängig Dieser volkswirtschaftlich bedeutende Aspekt findet in der politischen Auseinandersetzung oft wenig Beachtung. In der Debatte um die Frankenstärke hat sich die Diskussion v.a. um die Exportindustrie sowie das Hotelund Tourismusgewerbe bewegt. Gefragt waren Fördergelder und Entlastungen bei den Steuern. Der Detailhandel hat keine solchen Forderungen gestellt. Was er nun aber mit Nachdruck von der Politik verlangt, sind wettbewerbswirksame Verbesserungen der Rahmenbedingungen und damit die Erledigung volkswirtschaftlicher Hausaufgaben, die immer wieder auf die lange Bank geschoben werden. Dazu gehören Importverbilligungen durch das Streichen von Ausnahmen und Sonderbestimmungen zum Cassis-de-Dijon-Prinzip ebenso wie eine Harmonisierung der Ladenöffnungszeiten auf nationaler Ebene. Werden nicht wirksame Rahmenbedingungen geschaffen, die dem massiven Abfluss von Kaufkraft ins benachbarte Ausland entgegenwirken, so wird sich dies unweigerlich weiterhin negativ auf die Beschäftigung und die Ausbildungssituation im Schweizer Detailhandel auswirken. SRF ist Mitglied von economiesuisse und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV. Über diese beiden Dachverbände der Schweizer Wirtschaft können die Branchenverbände gemeinsame Interessen bündeln und gegenüber Politik und Verwaltung kohärent auftreten.

13 FACTS & FIGURES DETAILHANDEL 13 Detailhandel Facts & Figures Rund Beschäftigte oder ca. 7,6 % Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung ( zum Vergleich: Finanz- und Versicherungssektor: oder 5,5 %; Maschinenbau: oder 1,9 % ) Ca. 5 % Anteil am Schweizer Bruttoinlandprodukt Durch die hohe Verflechtung mit anderen Branchen ist die volkswirtschaftliche Bedeutung deutlich höher als die reine Zahl der Erwerbstätigen und die Bruttowertschöpfung Höchste Teilzeit- und Frauenerwerbsquote aller Branchen des privaten Sektors Grösste Anzahl Ausbildungsplätze des privaten Sektors ( rund 10 % Anteil der Lehrstellen an der gesamten Zahl aller Beschäftigten ) Lohneinkommen Detailhandel: ca. 18 Mrd. Franken oder 5 % an der gesamten Summe Arbeitnehmerentgelt Schweiz mit deutlich höheren Vorleistungskosten Die Kosten des Detailhandels in der Schweiz unterscheiden sich erheblich vom Ausland. Bei einem Index 100 für die Schweiz hat das BAK Basel in einer Studie aus dem Jahr 2010 die Kostenverhältnisse gegenüber Deutschland und Frankreich untersucht. Bei den Vorleistungskosten wie z.b. Verkehr, Energie, EDV, Immobilien und unternehmensbezogenen Dienstleistungen lagen die Vergleichsländer bei je 83 Punkten. Bei den gesamten Arbeitskosten inkl. Lohnnebenkosten lag Deutschland bei 79 und Frankreich bei 87 Punkten. Lediglich bei der Mehrwertsteuer lag die Schweiz gewichtet mit rund 7 % im Vorteil. Diese Nachteile bei den Vorleistungskosten lassen sich kurz- und mittelfristig nicht beseitigen. In Kombination mit der Frankenstärke, Handelshemmnissen und anderen wettbewerbsverzerrenden Faktoren drängen sie den Schweizer Detailhandel jedoch in eine extrem schwierige Ausgangslage gegenüber den Nachbarländern. Frankreich: Mo Sa: 0 24 Uhr Deutschland ( Baden-Württemberg ): Mo Sa: 0 24 Uhr Aktuelle Informationen zu den Ladenöffnungszeiten in den einzelnen Kantonen: Italien: völlige Liberalisierung Österreich: Mo Fr: 6 21 Uhr Sa: 6 18 Uhr Ungleich lange Spiesse bei den Ladenöffnungszeiten. Während EU-Richtlinien und Standards rasch einmal übernommen werden wie z.b. im Produktesicherheits- oder Lebensmittelgesetz liegt die Schweiz bei wettbewerbsrelevanten Rahmenbedingungen im Hintertreffen zu den Nachbarländern. Dies besonders auch bei den Ladenöffnungszeiten.

14 «Gut informierte Konsumenten sind ein wichtiger Motor für wirtschaftliche Prosperität» Frank Beeck Charles Vögele 14 KONSUMENTEN SRF neu in der EKK vertreten Die EKK berät den Bundesrat und die Departemente in konsumentenpolitischen Angelegenheiten. Sie wird von Frau Dr. Marlis Koller-Tumler präsidiert und setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der KonsumentInnenorganisationen, der Dachorganisationen der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Wissenschaft. Um ihre Aktivitäten möglichst optimal zu gestalten, führt die EKK sowohl Plenarsitzungen wie Sitzungen von Unterkommissionen durch. Aufgrund der Konsumentenbedürfnisse und der politischen Aktualität entscheidet sie, welche Dossiers zu behandeln sind. Auf Ende 2011 wurde der Geschäftsführer der SRF durch den Bundesrat als Mitglied in die Eidgenössische Kommission für Konsumentenfragen ( EKK ) gewählt. WEKO: Einstellung der Vorabklärung zur Einführung von Interchange Fees auf den Debitkartensystemen Maestro- und Debit MasterCard Die WEKO hat im Berichtsjahr die Vorabklärung zur Einführung einer nationalen und von MasterCard vorbestimmten Interchange Fee ( DIF ) für die beiden Debitkartensysteme Maestro und Debit MasterCard abgeschlossen. Die Vorabklärungen ergaben, dass das Sekretariat gegen MasterCard eine Untersuchung wegen möglicher Verletzung des Kartellgesetzes eröffnen wird, wenn MasterCard die Einführung einer DIF für Maestro effektiv umsetzt. Dies insbesondere aus zwei Gründen: 1. Eine effizienzsteigernde Wirkung mittels einer DIF ist in einem gesättigten Debitkartensystem wie Maestro, einem Zahlungsmittel, das genug Verbreitung findet, nicht nötig. Maestro hat sich auch ohne IF genügend entwickelt und wird von Karteninhabern wie auch Händlern intensiv genutzt. 2. Es besteht die Gefahr, dass MasterCard seine möglicherweise marktbeherrschende Stellung auf dem Debitmarkt ausnutzt, um überhöhte DIF festzulegen. Rahmenvertrag Kartenakzeptanz attraktive Bedingungen für SRF-Mitglieder Die Vorabklärungen des Sekretariats haben auch ergeben, dass eine Einführung einer Debit MasterCard mit einer DIF zum Zweck der Markteinführung möglich ist, jedoch nur unter gewissen Prämissen. MasterCard hat sich zur Einhaltung der festgelegten Schranken verpflichtet. Die Schranken wurden in Analogie zu denjenigen zum Debitkartenprodukt V-PAY von Visa gesetzt. Rahmenvertrag für Kredit- und Debitkartenabwicklung Seit 2006 hat die SRF mit einem Dienstleister eine Rahmenvereinbarung für die Abwicklung von Zahlungen mit VISA, Mastercard und Maestro. Mehrere Mitglieder der SRF haben sich dieser Rahmenvereinbarung angeschlossen. Letztes Jahr wurde die Vereinbarung nach einer Ausschreibung zum zweiten Mal erneuert und die Sätze für Kreditund Debitkartenabwicklungen wurden angepasst. Die hohen Transaktionsvolumina im Debitbereich ( Maestro ) führten dazu, dass Schwellenwerte für einen ausgehandelten Kickback-Mechanismus erreicht wurden, sodass insgesamt rund CHF an die Teilnehmer des Rahmenvertrages verteilt werden konnten.

15 «Das Cassis-de-Dijon-Prinzip darf nicht länger eine Aus nahme bleiben» Andreas Berger Valora KONSUMENTEN 15 Handelshemmnisse halten die Festung «Hochpreisinsel Schweiz» Seit zwei Jahren gilt in der Schweiz das Cassis-de-Dijon- Prinzip ( CdD ). Nach dem CdD-Prinzip als zentrales Prinzip für die Beseitigung von Handelshemmnissen könnten Produkte, die in der EU bzw. dem EWR rechtmässig in Verkehr sind, grundsätzlich auch in der Schweiz ohne zusätzliche Kontrollen zirkulieren oder nach EU-Normen hergestellt werden. In der Hoffnung, über den Abbau unsinniger technischer Handelshemmnisse den Weg für eine liberale Importregelung frei zu machen, hat die SRF seit jeher die Einführung des CdD-Prinzips unterstützt. Gleichzeitig hat sie kontinuierlich davor gewarnt, dass die Umsetzung des CdD-Prinzips nicht durch zu viele Ausnahmen ausgehöhlt werden darf. Fakt ist, dass das CdD-Prinzip heute durch unzählige Ausnahmeregelungen bzw. schweizerische Sonderbestimmungen zu einer eigentlichen Ausnahme verkommen ist ( vgl. die vom SECO geführte sogenannte «Negativliste» im Umfang von 18 Seiten, die rund 70 Produkte bzw. Produktfamilien betrifft ). Es erstaunt deshalb nicht, dass das Prinzip bislang keinen merklichen Einfluss auf die Produktpalette hatte und die Bezugsquellen grundsätzlich die gleichen geblieben sind. Die SRF fordert deshalb, dass die Ausnahmeregelungen rigoros durchgeforstet und im Zweifel gestrichen statt aufrechterhalten werden. Die SRF wird im laufenden Jahr aktiv auf Parlament und Behörden einwirken. Positionspapiere Das fordert die SRF Die Positionspapiere zu aktuellen wirtschaftspolitischen Dossiers finden Sie unter

16 16 VERBANDSORGANE MITGLIEDERVERSAMMLUNG VORSTAND Bruno Frick, Präsident Bertrand Jungo, Vizepräsident, Manor AG Nicole Loeb, Quästorin, Loeb Holding AG (Stv.: Heinz Baum, Loeb AG) Frank Beeck, Charles Vögele Trading AG Andreas Berger, Valora Holding AG Thierry Halff, Maus Frères SA Ferdinand Hirsig, Volg Konsumwaren AG Stefan Leuthold, Spar Handels AG Didier Maus, Maus Frères SA Norbert W. Scheele, C&A Mode Brenninkmeijer Robert Schreiner, IKEA AG Max Manuel Vögele, Karl Vögele AG GESCHÄFTSFÜHRUNG, Geschäftsführer Dagmar T. Jenni, Stv. Geschäftsführerin REVISIONSSTELLE BDO Visura ZENTRALEN ( Stand ) Athleticum Sportmarkets AG Hochdorf Be + We Bayard Wartmann AG Bern Beach Mountain AG Zürich C & A Mode AG Baar Cash & Carry Angehrn AG Gossau Charles Vögele Trading AG Pfäffikon Conforama Direction SA Ecublens A. Dürr & Co. AG Basel Franz Carl Weber - Ludendo AG Zürich Gonset Holding SA Crissier Gonset Immeubles d Entreprises SA Yverdon-les-Bains Grandi Magazzini Manor Sud SA Lugano Hofer Management AG Ebikon Home Market (Schweiz) AG Pratteln IKEA AG Spreitenbach Jeans & Co. AG Baar Jelmoli AG Zürich Jumbo Markt AG Dietlikon Karl Vögele AG Uznach La Valaisanne Holding SA Martigny Landi Schweiz AG Dotzigen Loeb Holding AG Bern Manor AG Basel Maus Frères SA Genève Molino AG Zürich Nordmann & Cie SA Fribourg Pistor AG Rothenburg (LU) Rio Getränkemarkt AG Dietikon Spar Handels AG St. Gallen-Winkeln Tchibo (Schweiz) AG Wallisellen Top CC AG St. Gallen-Winkeln Turm Handels AG St. Gallen-Winkeln Transa Backpacking AG Zürich Valora Holding AG Muttenz Volg Konsumwaren AG Winterthur Warenhaus Schubiger & Co Glarus FUNKTIONSGESELLSCHAFTEN ( Stand: ) Centre Commercial Monthey SA Monthey Centre Commercial Sierre SA Noës Essor Neuchâtel SA Neuchâtel Fondazione Piero e Carmen Benedick Lugano GLPH SA Genève Gonset Holding SA Crissier 1 Gonset Immeubles d Entreprises SA Crissier 1 Groupe Intercontinental des Grands Magasins Zürich IHTM SA Ecublens Imlo Immobilien AG Bern Jumbo Holding SA Genève Loeb Holding AG Bern Manor Holding SA Genève Maus Frères SA Genève Pensionskasse Careba Basel Pensionskasse Manor Basel SI Bd des Eplatures 20 SA La Chaux-de-Fonds SI Rue du Lac-Remparts SA Yverdon-les-Bains Warlo Immobilien AG Bern Wohlfahrtsstiftung der Jelmoli SA Zürich

17 VERBÄNDE UND MITGLIEDSCHAFTEN 17 MITGLIEDSCHAFTEN Mit den nachstehenden Verbänden und Organisationen sind wir als Mitglied verbunden; teilweise sind wir auch in deren leitenden Gremien vertreten (Stand: ) SPITZENVERBÄNDE economiesuisse SRF-Vertretung im Vorstand: Bruno Frick Didier Maus, Maus Frères SA SRF-Vertretung in einzelnen Kommissionen und Arbeitsgruppen: Dagmar Jenni Schweizerischer Arbeitgeberverband SAV SRF-Vertretung im Vorstand: Luciano Ponti, Manor AG SRF-Vertretung in den Arbeitsgruppen: Dagmar Jenni AUSSERPARLAMENTARISCHE KOMMISSIONEN Eidg. Arbeitskommission SRF-Vertretung als Ersatzmitglied: Eidg. Kommission für Konsumentenfragen SRF-Vertretung: BERUFSBILDUNG BDS (Bildung Detailhandel Schweiz) SRF-Vertretung im geschäftsführenden Ausschuss: Paul Zumstein, Manor AG SwissSkills (ehemals Swiss Competence, Förderverein) Schweiz. Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik Prüfungskommission Höhere Fachprüfung und Berufsprüfungen im Detailhandel SRF-Vertretung: ENTSORGUNGSINSTITUTIONEN INOBAT (Batterieentsorgungsselbsthilfeorganisation) SRF-Vertretung im Vorstand: Peter Stefani, Jumbo Markt AG Stiftung SENS SRF-Vertretung: Peter Stefani, Jumbo Markt AG SLRS (Stiftung Licht Recycling Schweiz) SRF-Vertretung: Peter Stefani, Jumbo Markt AG FORSCHUNG Schweiz. Gesellschaft für Konjunkturforschung (ETH Zürich) INTERESSENVERTRETUNG VSIG Handel Schweiz SRF-Vertretung im Vorstand: Bruno Frick Bruno Schwager, Manor AG Verband elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ) SRF-Vertretung im Vorstand: Bruno Schwager, Manor AG SRF-Vertretung in der grossen Arbeitsgruppe: Dagmar Jenni Dachverband der Urheberrechts- und Nachbarrechtsnutzer (DUN) SRF-Vertretung im Vorstand: Dagmar Jenni Vereinigung des Schweizerischen Tabakwarenhandels SRF-Vertretung im Vorstand: Bruno Frick AWMP (Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik) SRF-Vertretung: LANDESVERSORGUNG Réservesuisse Genossenschaft SRF-Vertretung als Vizepräsident: Jürg Rückert Lagerhausgenossenschaft Bern SRF-Vertretung als Präsident: Jürg Rückert

18 18 VERBÄNDE UND MITGLIEDSCHAFTEN STIFTUNGEN Schweiz. Stiftung für Kakao- und Schokoladewirtschaft SRF-Vertretung: Jürg Rückert Bruno Frick TOURISMUS Genossenschaft Schweizer Reisekasse (REKA) SRF-Vertretung in der Verwaltung: Stiftung KMU Schweiz SRF-Vertretung: Roland Schubiger, Warenhaus Schubiger & Co. TEXTIL VERKEHR Interessengemeinschaft Innenstadtverkehr SRF-Vertretung: Schweizerische Textilfachschule (STF) GINETEX SWITZERLAND SRF-Vertretung im Vorstand: VERBANDSEINRICHTUNGEN INTERNE ARBEITSGRUPPEN Arbeitsgruppe Personalleiter Max Bertschinger, Karl Vögele AG Andreas Blättler, Charles Vögele Trading AG Andrea Brandenburg, Transa Packpacking AG Roland Bühlmann, Jelmoli AG Renate Bürgler, C&A Mode AG Lotti Dubs, Tchibo (Schweiz) AG Patric Eisele, Manor AG Laure Foucault, Conforama Direction SA Christophe Fraefel, Conforama Direction SA Brigitte Hug, Karl Vögele AG Malin Jaunin-Nydahl, IKEA AG Beatrice Landolt, Loeb AG Magnus Larsson, IKEA AG Ramona Leuener, Charles Vögele Mode AG Roman Mäder, Spar Management AG Barbara Nagy, Alimentana Shops AG Luciano Ponti, Manor AG Josianne Ruffiner, Be + We Bayard Wartmann AG Karin Schmidt, Charles Vögele Trading AG Sibylle Schürch, Valora Management AG Vera Tscharland, Transa Backpacking AG Elfie Weber, Cash + Carry Angehrn Adrian Wyss, SRF SRF-Branchenlösung Arbeitssicherheit Familienausgleichskasse des Verbandes der Schweiz. Waren- und Kaufhäuser Vorstand: Max Heckendorn, Manor AG, Präsident Roland Bühlmann, Jelmoli AG Beatrice Landolt, Loeb AG Renato Schneider, Manor AG Arbeitsgruppe Ausbildungsleiter Christophe Fraefel, Conforama Direction SA Bernhard Graf, Spar Management AG Katharina Keusch, Valora Management AG Daniela Möcklin, IKEA AG Thorsten Peter, Valora Management AG Mariel Ramseier, Jelmoli AG Susanne Roth, Volg Konsumwaren AG Andreas Vogel, Jumbo-Markt AG Therese Widmer, Loeb AG Paul Zumstein, Manor AG Adrian Wyss, SRF Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit Engelbert Dähler, Volg Konsumwaren AG Dagmar Jenni, SRF Doris Krenger, Loeb AG Christoph Landau, SRS Consulting AG Seija Mahler, IKEA AG Dieter Peltzer, Manor AG Andreas Pironato, Spar Management AG Alexandre Ritter, Conforama Direction SA Evelyne Schach, Conforama Direction SA Peter Stefani, Jumbo- Markt AG Adrian Wyss, SRF

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