Computerhirn mit Sinn für Anspielung und Ironie

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1 01/2011 Mai M I T G L I E D E R - U N D K U N D E N Z E I T S C H R I F T Künstliche Intelligenz Computerhirn mit Sinn für Anspielung und Ironie

2 2 Editorial Inhalt forum 01/2011 Wettbewerbschancen frühzeitig nutzen 29 umschauen: Computerhirn mit Sinn für Anspielung und Ironie Liebe Leserinnen, liebe Leser, selten war ein CeBIT-Auftritt für die GAD so spannend und erfolgreich wie in diesem Jahr. Das Messegelände in Hannover wurde zum Schauplatz für eine vielbeachtete Live-Premiere von bank21 als Cloud-Applikation. Und das Frühjahrs-Release 2011 bringt die bank21-kundenakte als webbasierten Cloud-Service auf jedes browserfähige Endgerät bei unseren Mitgliedsbanken und Kunden. Die genossenschaftliche FinanzGruppe positioniert sich damit eindeutig als Cloud-Pionier in der deutschen Bankenlandschaft. Warum aber könnte man fragen greift die GAD schon jetzt zu den Wolken? Dahinter steht eine grundsätzliche Frage, nämlich die nach dem richtigen Zeitpunkt für die Ausrichtung auf einen bevorstehenden technologischen Wandel. Wäre es nicht klüger abzuwarten, bis andere den Weg geebnet haben? Sicher: Eine defensive Innovationsstrategie verringert technologische Risiken und mag in manchen Situationen angemessen sein beim Thema Cloud Computing ist dies in der deutschen Kreditwirtschaft definitiv nicht der Fall. Denn wer hier zu lange wartet, verpasst entscheidende Wettbewerbschancen. Denn bereits heute können wir davon ausgehen, dass zukünftig alle Endgeräte einen Browser haben und netzfähig sein werden. Und genau hier setzen wir mit unserem Konzept für bank21 im Web auf. Inwiefern bank21 als Cloud-Service im Browserfenster die IT in den Banken verändert, veranschaulicht der CeBIT-Rückblick in diesem Heft. Deutlich wird dabei auch, dass weder Clouds noch andere Innovationen im stillen Kämmerlein eines IT-Dienstleisters entstehen, sondern im intensiven Dialog zwischen GAD und Mitgliedsbanken. Die jüngsten Vorstandstage vom 11. bis 24. März lieferten dafür nur eines von vielen Beispielen. Rückenwind erhielt die GAD von gut 500 anwesenden Vorständen insbesondere für ihre Strategie zu funktionellen Erweiterungen und zur Zukunftssicherheit des zentralen Bankenverfahrens das und weitere interessante Artikel können Sie in der aktuellen forum lesen. 10 vordenken: Konzepte für das Bankgeschäft von morgen erleben und gestalten 38 anwenden: Besondere Bank, besonderes Projekt Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen Ihr Vorstandsvorsitzender GAD eg 49 verbinden: Persönlicher Rund-um- Service per Telefon

3 3 umschauen 29 Künstliche Intelligenz Computerhirn mit Sinn für Anspielung und Ironie 40 Gastbeitrag Standard IPv6: Die Wachstumsformel fürs Internet 42 Marktplatz im Internet Mit E-Geld europaweit einkaufen 4 Branchen-News erleben 6 GAD Vorstandstage Computerhirn mit Sinn für Anspielung und Ironie 12 GAD auf der CeBIT Banken-IT direkt aus dem Browser 23 GAD Treffpunkt Die Bank im Blick: IT für die Zukunft 34 Verbund-Sportfestival Pro Teamgeist! vordenken 10 Innovationsforum Konzepte für das Bankgeschäft von morgen erleben und gestalten anwenden 21 3 Fragen an... Erstmals live im Einsatz 22 IT-Welt von morgen erleben 24 Kundenentgelt Die von Ihnen gewünschte Auszahlung ist gebührenpflichtig. 26 Skimming Schluss mit ausgespäht und ausgeraubt 35 bank21-online-filiale Mit wenigen Klicks am Ziel 36 VR VertriebsService GmbH Standardisierung und Individualität sind kein Widerspruch 38 GLS Bank Besondere Bank, besonderes Projekt verbinden 44 VR Netze: Mit MPLS bereit für die bank21-cloud 46 Ratiodata: Von TOP JOB ausgezeichnet 47 GWS: Über ein halbes Dutzend 49 SDT: Persönlicher Rund-um-Service per Telefon 12 erleben: Banken-IT direkt aus dem Browser IMPRESSUM Ausgabe Nr. 01 Mai 2011 Fotos S /30-33 u.a. IBM Herausgeber GAD eg GAD-Straße Münster Redaktion Bettina Kroll (verantw.) Beate Fenneker Natalie Jurewitz Daniel Meyering 0251 / Layout SNT Media Concept GmbH, Münster Druck VaKo Druck GmbH, Dülmen

4 4 umschauen forum 01/2011 IT-Sicherheit wandert in die Cloud Eine aktuelle repräsentative Studie im Auftrag des BITKOM ergibt, dass IT- und Internet-Sicherheit immer öfter als Service aus dem Netz bezogen wird. So nutzt bereits jeder Dritte Privatanwender ein Sicherheitspaket eines Internet-Dienstleisters unabhängig davon, ob er Privatanwender oder ein Unternehmen ist. Damit geht der Trend immer mehr zu Security-as-a-Service, bei dem Produkte gegen eine geringe Bezahlung an Service-Provider genutzt werden. Fast drei Viertel aller Internet- Nutzer verwenden ein Virenschutzprogramm oder eine Firewall, das bedeutet aber auch, dass jeder Fünfte ohne jegliche Schutzvorkehrungen surft. Der Cloud-Service macht nun die Sicherheitstechnologien wie die Datenverschlüsselung massenmarkttauglich, denn bisher verschlüsselt nur jeder siebte Privatanwender seine Daten. Doch wie sieht es auf Unternehmensseite aus? Entsprechend einer KPMG-Studie kümmern sich viele Unternehmen immer noch nicht um ihre IT-Sicherheit, denn über die Hälfte wurde 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalität die Tendenz ist weiterhin steigend. Aber auch Unternehmen können ihre Sicherheitstechnik von Dienstleistern mit maßgeschneiderten Services über das Web beziehen. Einige Dienste schützen beispielsweise das Netzwerk eines Unternehmens, indem sie 24 Stunden lang den inneren und äußeren Datenverkehr überprüfen, damit im Notfall Sicherheitsspezialisten eingreifen können. Jeder Fünfte geht per Smartphone online Innerhalb eines Jahres konnte sich die Anzahl derjenigen, die mit dem Handy im Internet surfen, fast verdoppeln und so gehen mittlerweile rund neun Millionen Menschen, das bedeutet jeder fünfte deutsche Internet-Nutzer, mit dem Smartphone online. Bis vor einem Jahr waren es nur zehn Prozent, wobei Frauen den Internetzugang über das Handy mit 20 Prozent stärker nutzen als Männer (16 Prozent). So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM. Insbesondere der stark ansteigende Absatz von Smartphones ist für diese Entwicklung verantwortlich. Indes gehen bereits einige Internet-Nutzer ausschließlich mit ihrem Handy online und verzichten ganz auf PC oder Notebook, nicht zuletzt weil der Ausbau der mobilen Super- Breitband-Netze mit der neuen Technologie LTE die Datenübertragung auf das Handy beschleunigt. So wird die UMTS-Nachfolgetechnologie Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreichen. Bereits bis Ende März werden rund Mobilfunkstandorte auf LTE umgerüstet. Verschärfung des Geldwäschegesetzes Entsprechend der neusten Schätzungen der Financial Action Task Force (FATF) werden jährlich rund 50 Milliarden Euro an kriminellen Geldern in Deutschland gewaschen. Ausschlaggebend für diese hohe Summe sind, nach Meinung der FATF, gravierende Lücken bei der Einhaltung internationaler Standards. So wurden bisher weder Insiderhandel noch Marktmanipulation in Deutschland als kriminelle Vortat zur Geldwäsche geahndet. In insgesamt 20 von 49 der untersuchten Kriterien liegen laut FATF Defizite vor, die nun auf Druck der OECD vom Bundesfinanzministerium beseitigt werden sollen. Neben der Verschärfung von Strafvorschriften gegenüber Geldwäschehandlungen stehen Finanzexperten nun vor dem Problem, wie Straftaten an der Börse als Geldwäsche verfolgt werden sollen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf stellt auch die Annahme solcher Gelder von einem Geschäftspartner unter Strafe, wenn Kursmanipulation und Insiderhandel gewerbs- oder bandenmäßig begangen wurden.

5 5 Sicherheit beim Mobile-Banking wird vernachlässigt Bankgeschäfte per Laptop, Tablet-PC oder Smartphone sind mittlerweile zur Gewohnheit geworden insgesamt acht von zehn Deutschen nutzen das Internet für ihre Transaktionen und zwei Drittel der Kontoinhaber verwalten ihre Daueraufträge online. Aber wie sieht es mit der IT- Sicherheit aus? Entsprechend einer kürzlich veröffentlichten, repräsentativen Umfrage von Faktenkontor und den Marktforschern von Toluna, vernachlässigt jeder dritte Deutsche die Sicherheit beim Mobile-Banking. Damit werden Tür und Tor für Hackerangriffe geöffnet, die Zugangsdaten und persönliche Kontoinformationen ausspionieren. Grund für die Nachlässigkeit der Nutzer ist nicht nur fehlendes technisches Wissen, sondern auch die gefährliche Annahme, dass die Internet-Provider für die entsprechende Sicherheit sorgen. Im Gegensatz dazu sind die Deutschen beim Wertpapiergeschäft vorsichtiger, denn nur ein Fünftel wickelt Kauf- und Verkaufsorder über das Internet ab. Mobile Anwendungen und Tablet-PC erobern das IT-Trend-Ranking Die Marktforscher von Gartner haben die Top-10-Technologien und -Trends für das Jahr 2011 zusammengestellt, die für Unternehmen von strategischer Bedeutung sind. Cloud Computing behält in der IT-Rangliste seinen Spitzenplatz, Mobile Appli- Wussten Sie schon...? kationen und Media Tablets sind direkt auf Position zwei eingestiegen. Die drittwichtigste Technologie ist Next-Generation Analytics, beziehungsweise die wachsende Rechenfähigkeit der Computer bei der Berechnung von Simulationen oder Modellen. Weitere wichtige Trends sind Social Analytics, Social Communications & Collaboration, Video, Context-Aware Computing, Ubiquitous Computing, Storage Class Memory und Fabric-Based Infrastructure and Computers. Beim Einsatz der PIN im Internet-Banking der bank21-online-filiale dürfen neben den Ziffern 0-9 auch die Buchstaben a/a bis z/z (keine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung) benutzt werden. Das bedeutet, dass der Wertebereich aus 36 Variablen besteht. Die Eingabeversuche sind auf drei begrenzt, danach wird der Zugang gesperrt. Somit ergibt sich für die Ratewahrscheinlichkeit der Online-Banking-PIN bei drei möglichen Versuchen: 1/36^5 + 1/(36^5-1) + 1/(36^5-2) = 1/ / / = Online Cross-Selling noch in den Anfängen Viele Banken und Sparkassen setzen bei ihrem Vertrieb auf das Internet, dennoch verkennen viele von ihnen Cross-Selling als zentrales Element für ihren Absatz. Neben einer höheren Profitabilisierung von Bestandskunden führt Cross Selling auch zu einer effektiven Kundenbindung durch Mehrfach-Abschlüsse. Passende Produktangebote, ergänzende Zusatzprodukte oder alternative Produktlösungen können online unkompliziert in allen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses an den Kunden kommuniziert werden. Dennoch kommt das ibi Website Rating 2011 bei der Untersuchung der Top-60-Banken und -Sparkassen zu einem sehr unterschiedlichen Ergebnis in Bezug auf den Einsatz und die Ausgestaltung von Cross-Selling. Nur vier der Banken und Sparkassen erreichten ein Gesamtergebnis von mehr als 50 Prozent. Dieses Ergebnis zeigt ein deutliches Potenzial bei der Entwicklung eines vertrieblichen Gesamtkonzepts inklusive Cross- Selling-Maßnahmen. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, die 5-stellige PIN in drei Versuchen zu erraten, liegt bei 0, %.

6 6 forum 01/2011 Rückenwind für Strategie, Innovationen und Projekte Die Leistungen der GAD und die wirtschaftliche Lage haben sich in 2010 gut weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit Verbundpartnern wurde unter anderem durch neue Aufträge weiter ausgebaut. bank21 im Web und weitere Innovationen unterstützen die Zukunftssicherheit der Banken- IT. Das Fazit der diesjährigen GAD Vorstandstage lautet: Es gab von den Mitgliedern viel Rückenwind für die Strategie der GAD. Rund 500 Vorstände der Mitgliedsbanken waren vom 11. bis 24. März zu insgesamt neun Veranstaltungen im GAD-Geschäftsgebiet gekommen, um sich über die Entwicklung ihres genossenschaftlichen IT-Dienstleisters zu informieren. Das Feedback der Teilnehmer war positiv. Einmal mehr Bestätigung für den GAD- Vorstand, dass die GAD-Gruppe im Interesse der Mitgliedsbanken und Kunden die richtigen Themen im Blick hat und mit ihrer strategischen Ausrichtung gut unterwegs ist. In forum geben die GAD-Vorstände Anno Lederer, Dr. Elmar Pritsch, Jörg Dreinhöfer und Friedhelm Wagner Einblick in ihre Themen und Eindrücke von den Vorstandstagen.

7 7 werden wir über die weiteren Entwicklungen zeitnah informieren wird bank21 im Web für alle Mitgliedsbanken eingeführt. Warum hat aus Ihrer Sicht die GAD mit diesem Konzept vom Banking im Browser den richtigen Weg eingeschlagen? Im Herbst 2010 hat die GAD in Münster ihr Innovationsforum eröffnet. Mit welchem Ziel? Anno Lederer: Ob über die Filiale vor Ort, die bank21-online-filiale oder über iphone und ipad der Bankkunde nimmt über alle Vertriebskanäle und zu jeder Zeit Kontakt zu seiner Bank auf. Gleichzeitig entwickeln sich neue Technologien rasant weiter und beeinflussen das Bankgeschäft und damit auch Bankkonzepte. Darauf müssen sich die Banken einstellen. Unsere Aufgabe als Experte für Banken-IT ist es, die daraus entstehenden Anforderungen im Interesse unserer Mitglieder und Kunden in unsere IT-Entwicklung und -Strategie einzubringen. Denn Technologie ist kein Selbstzweck. Unser Innovationsforum ist ein logischer Schritt, um uns mit unseren Kunden und Partnern über aktuelle Herausforderungen und mögliche neue Geschäftsmodelle intensiv auszutauschen. In wenigen Monaten konnten wir über Besucher in Münster begrüßen und mit ihnen ausführlich über die Themen bank21 im Web und die Zukunftsfiliale sprechen. Dr. Elmar Pritsch: Die rasant steigende Nachfrage nach Tablet-PCs wie das ipad zeigt uns, dass die PC-Ära sich dem Ende neigt. Heute kann keiner mehr genau vorhersagen, welche Betriebssysteme zukünftige Endgeräte in den nächsten Jahren nutzen werden. Für unsere Lösung bank21 im Web ist dies aber auch nicht von Bedeutung, denn wir sind mit unserem Konzept unabhängig vom Betriebssystem oder einer bestimmten Hardware. Was wir bereits heute sehr gut einschätzen können ist, dass alle neuen Endgeräte einen Browser haben und netzfähig sind. Wir setzen mit bank21 im Web genau hier an und stellen daher unseren Kunden unser bankfachliches Lösungsportfolio im Browser zur Verfügung. Auch die Partner der genossenschaftlichen FinanzGruppe bestätigen unsere Strategie und haben signalisiert, dass sie uns aktiv dabei unterstützen werden, Web-Technologien konsequent für die Gruppe nutzbar zu machen. Ein weiteres wichtiges Thema der Vorstandstage waren die Sondierungsgespräche zwischen GAD und Fiducia. Wie ist der Stand der Gespräche? Anno Lederer: Die Sondierungsgespräche dauern an. In vielen Punkten konnten inzwischen gemeinsame Sichtweisen entwickelt werden. Einzelne noch offene Themenstellungen werden in den kommenden Wochen noch intensiver zu bearbeiten sein. Ziel ist es, ein Gesamtkonzept inklusive eines Zeitplans zu erarbeiten. Dabei werden nicht nur unternehmerische oder betriebswirtschaftliche Kriterien, sondern auch die Zukunftssicherheit der IT genauer zu betrachten sein. Zu weiteren Details der laufenden Gespräche haben beide Seiten Vertraulichkeit vereinbart, deshalb kann ich an dieser Stelle nicht tiefer in die Details eingehen. Unsere Mitglieder und Kunden Bleibt bank21 im Browser sicher und performant? Dr. Elmar Pritsch: In 2011 nutzen bereits mehr als 2 Milliarden Menschen den Browser als Zugang zu Informationen im Internet. Dieses Konzept übertragen wir mit bank21 im Web auf unser eigenes MPLS-Netz der VR Netze, das GAD und Banken verbindet. Der Vorteil: Diese Private Cloud ist gegen Zugriffe von außen absolut

8 8 abgeschottet. So können wir bank21 auf Basis von browserbasierten Technologien absolut sicher und mit Blick auf bevorstehende technische Veränderungen noch besser und effizienter als bisher zur Verfügung stellen. Ziel ist es, ein Einsparpotenzial von rund 80 Millionen Euro jährlich gemeinsam mit den Banken zu erzielen. Dieses Einsparpotenzial konkretisieren und validieren wir gemeinsam mit den 15 Referenzbanken. Wir haben hierzu einen so genannten Bankenkalkulator entwickelt, mit dessen Hilfe wir auf Basis von aktuellen Bankdaten simulieren, welche IT-Kostenveränderungen bei jeder einzelnen Bank durch das Projekt wave zu erzielen sind. Jörg Dreinhöfer: Mit den Releases 4.8 und 4.9 werden wir im Frühjahr und Herbst dieses Jahres viele neue Funktionen in bank21 einführen die Neuerungen reichen von den Basisfunktionen über die Online-Filiale und das Thema Kredit bis hin zu Controlling und Finanzen. Als besondere Punkte möchte ich die Online-Filiale und die enge Kooperation mit den Verbundpartnern hervorheben. Beides wird zunehmend wichtiger für die Vertriebsstrategie der Bank. In diesem Jahr konzentrieren wir uns mit unseren Erweiterungen in der Online-Filiale auf die Benutzerfreundlichkeit der Anwendung mit einem neuen Design- und Usability- Konzept. Wichtiges Ziel ist es auch, unter der Überschrift VR-Direkt im engen Schulterschluss mit den Verbundpartnern ihre Produkte in den Online- Verkaufsprozess der Bank zu integrieren. Dabei geht es konkret um Auslandskrankenversicherung, Modellrechnungen für Union Fonds und Bausparen bzw. Baufinanzierung. Welche Themenschwerpunkte bietet die GAD mit den bank21-releases 4.8 und 4.9? Welche Bedeutung hat die Migration der apobank für die Planungen der GAD? Jörg Dreinhöfer: Mit der Entscheidung der apobank für die GAD als ihren zukünftigen IT-Provider sehen wir unser Kernbankenverfahren bank21 und dessen Zukunftssicherheit bestätigt. Die Migration der apobank hat aber auch große Bedeutung für alle unsere Mitglie-»In 2011 nutzen bereits mehr als 2 Milliarden Menschen den Browser als Zugang zu Informationen im Internet. Dieses Konzept übertragen wir mit bank21 im Web auf unser eigenes MPLS-Netz der VR Netze, das GAD und Banken verbindet.«dr. Elmar Pritsch

9 9 der und Kunden. Denn wir werden bank21 funktionell und prozessual weiterentwickeln. Zum einen können wir bereits bestehende Roadmap-Vorhaben zu Gunsten aller Banken früher umsetzen. Beispiele hierfür finden sich beim Dokumentenmanagement, beim Thema Kredit oder im Rahmen der Kundenakte. Außerdem bringt die apobank neue, bislang noch nicht adressierte Anforderungen ein, die Mehrwerte für alle Banken bieten. Das Projekt ist mit Blick auf den Migrationstermin Anfang Oktober gut im Plan. In bislang zehn von insgesamt 14 so genannten Parallelübernahmen haben wir bereits sämtliche Kundenund Kontodaten der apobank in bank21 integriert. Wie sieht das betriebswirtschaftliche Ergebnis für die GAD und die GAD-Gruppe aus? Friedhelm Wagner: Laut der vorläufigen Ergebniszahlen erwirtschaftete die GAD eg im Geschäftsjahr 2010 mit circa 406 Millionen Euro ein deutliches Umsatzplus. Auf dieser Basis werden wir der Generalversammlung eine Rückvergütung an die Mitglieder in Höhe von 5 Prozent vorschlagen. Dies entspricht einem Betrag von insgesamt 22 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die GAD ist damit ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen, das zudem in seiner Gruppe starke und gesunde Tochterunternehmen vereint. Bei den Tochterunternehmen und Beteiligungen stehen alle sehr positiv da. Welche konkreten Beispiele gibt es für den Erfolg der GAD-Gruppe? Friedhelm Wagner: Besonders herausheben möchte ich die Ratiodata GmbH, deren Eigentümer seit 2009 die IT Förderund Beteiligungs eg und damit auch die Primärbanken sind. Nach der Zuführung zu den gesetzlichen Rücklagen verbleibt zur Ausschüttung an die Mitglieder ein Betrag in Höhe von 0,76 Millionen Euro. Das entspricht einer Dividende auf das eingezahlte Kapital in Höhe von 14,6 Prozent. Dieser Erfolg basiert auf einer Reihe von neuen Aufträgen für die Ratiodata darunter auch der Großauftrag der DZ BANK für die Ausstattung und den Betrieb von rund Arbeitsplätzen. Die Ratiodata gehört neben der GAD als Generalunternehmer und der Fiducia zu dem Konsortium der IT-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe, die den Zuschlag dafür erhielt. ><»Mit der Entscheidung der apobank für die GAD als ihren zukünftigen IT-Provider sehen wir unser Kernbankenverfahren bank21 und dessen Zukunftssicherheit bestätigt.«jörg Dreinhöfer

10 10 vordenken forum 01/2011 Konzepte für das Bankgeschäft von morgen erleben und gestalten Die Resonanz ist groß, das Feedback durchweg positiv. Rund externe Besucher haben sich seit der Eröffnung im September 2010 das Innovationsforum der GAD angesehen im Rahmen verschiedener Gremientreffen oder Kundenveranstaltungen der GAD, Führungskräftetagungen der Banken oder Besuche einzelner Bankengruppen. Einige Meinungen zum Raum für Ideen : Werner Böhnke, Vorsitzender des Vorstandes der WGZ BANK AG: Das Innovationsforum zeigt beispielhaft und auf hohem Niveau, dass die GAD sich erneut rechtzeitig mit neuen technischen Herausforderungen auseinandersetzt. Davon profitiert die gesamte genossenschaftliche FinanzGruppe. Es ist richtig und wichtig, sich mit zukünftigen technischen Entwicklungen frühzeitig zu befassen. Die GAD hat seit jeher Wert darauf gelegt, Zukunftsfragen in einem engen Dialog und Kontakt mit ihren Kunden zu erörtern. Das Innovationsforum liefert dafür eindrucksvolle Möglichkeiten. Ich halte es deshalb für wünschenswert, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Genossenschaftsbanken eine Chance zu eröffnen, das Innovationsforum zu besuchen. Werner Böhnke Vorsitzender des Vorstandes der WGZ BANK AG Hermann-Josef Kanders, Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Ruhr eg: Ich habe das Innovationsforum zusammen mit einigen Vertretern der Wirtschaft besucht. Diese zeigten sich sehr beeindruckt davon, mit welchen Ideen und Zukunftsmodellen sich Banken heute bereits beschäftigen. Ich persönlich finde es vorbildlich, dass sich unser Rechenzentrum so intensiv mit der Bank der Zukunft auseinandersetzt. Dass man diese dann auch noch visualisiert und,in Betrieb erleben kann, ist ein besonderes Highlight. Es ist eine hervorragende Idee, auf diese Art und Weise Möglichkeiten für die Filiale der Zukunft aufzuzeigen und als Denkanstoß und Anregung für die Banken mitzugeben. Hermann-Josef Kanders Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Ruhr eg

11 11 Michael Siegers, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hildesheim eg: Die sich verschärfenden Veränderungen im Bankenmarkt erfordern von den Volksbanken und Raiffeisenbanken eine permanente Auseinandersetzung mit den Zukunftsideen und Innovationen. Wir haben das kreative Potenzial des Innovationsforums für eine Klausurtagung mit unseren Führungskräften genutzt. Dabei haben wir ein Gefühl für anstehende Veränderungen erhalten auch im Hinblick auf Megatrends wie zum Beispiel die demographische Veränderung, Digitalisierung, Connectivity, New Work und Individualisierung. Meiner Ansicht nach könnte das GAD-Innovationsforum die Basis für den Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums der genossenschaftlichen FinanzGruppe sein. Michael Siegers Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hildesheim eg Marcus Vitt, Sprecher des Vorstandes der DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft: Wir werden den Rest unseres Lebens in der Zukunft verbringen. Durch die Globalisierung kommt ein erhöhter Wettbewerbsdruck auf uns zu, die digitale Vernetzung nimmt zu. Es ist wichtig, dass wir uns frühzeitig damit beschäftigen. Deshalb besuchen wir auch mit unseren Führungskräften das Innovationsforum. Unser Bankhaus verbindet Tradition und Moderne. Moderne heißt, den Geist offen zu halten für Neues. International wird heute mehr Budget für die IT-Forschung bereitgestellt. Es geht nicht mehr nur um die Erfüllung aufsichtsrechtsrelevanter Themen. Wir müssen an die Zukunft denken. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. >< Marcus Vitt Sprecher des Vorstandes der DONNER & REUSCHEL AG 500 Quadratmeter Raum für Ideen In seinem Raum für Ideen präsentiert der genossenschaftliche IT-Dienstleister auf 500 Quadratmetern Konzepte der Zukunft. Technologien werden auch in den nächsten Jahren viele Veränderungen im Bankgeschäft antreiben. Die GAD zeigt in Münster, wie die rasante Technologieentwicklung neue Möglichkeiten zum Aufbau und Erhalt von Kommunikationsprozessen schafft. In ihrem Innovationsforum wird erlebbar, wie verschiedene Kundentypen angesprochen, zum Verweilen animiert und optimal betreut werden können. Die besondere Stärke des Innovationsforums: Die GAD hat keinen Ausstellungsraum geschaffen, sondern lädt ihre Kunden und Partner ein, gemeinsam im Dialog und im Rahmen von Workshops die Zukunft der Banken-IT zu gestalten.

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13 C M Y CM MY CY CMY K Banken-IT direkt aus dem Browser Die CeBIT 2011 war Schauplatz für das erste Cloud-Bankenverfahren. Die GAD präsentierte gemeinsam mit ihrem strategischen Partner IBM Deutschland moderne, schnelle und bedarfsgerechte IT-Services direkt aus dem Browser. Gleichzeitig feierte IBM in Hannover ihren 100. Geburtstag. Ein geschäftiges Rumoren liegt in der Luft der Halle 2 auf der CeBIT die Experten beraten hochmotiviert und konzentriert die Besucher fragen intensiv nach. Mit dabei ist die GAD, die auf dem Stand ihres strategischen Partners IBM ihr Cloud-Konzept für bank21 im Web präsentierte. Dort ist zu hören: Unser Weg in die Cloud führt nicht über das öffentliche Internet, sondern über ein nach außen völlig abgeschottetes und sicheres Netzwerk direkt in die Private Cloud. Sie unterscheidet sich in diesem Punkt maßgeblich von den Public oder Open Clouds von Google, Microsoft & Co. Direkt gegenüber diskutieren die GAD-Experten mit Besuchern über Vorteile für die Bank: bank21 im Web, das heißt: moderne, schnelle und bedarfsgerechte Services direkt aus dem Browser, weniger Hardware in der Fläche und damit eine Reduzierung der IT-Gesamtkosten für unsere Kunden. Das Cloud-Konzept der GAD fand bei ihren Kunden, Verbundpartnern und IT-Verantwortlichen von anderen Bankengruppen und Versicherungen gleichermaßen großes Interesse. An einem Nachmittag bekam auch der GAD-Aufsichtsrat einen guten Eindruck vom neuen Look and Feel der Lösungen rund um bank21 im Web. Fazit: Ein vielbeachteter Auftritt der GAD, durch den der genossenschaftliche IT-Dienstleister einmal mehr bewiesen hat, dass die Zukunft der Banken-IT in Münster bereits begonnen hat. Die präsentierten Themen im Einzelnen: bank21 im Web Herzstück des Cloud-Konzeptes der GAD ist und bleibt bank21. Das Kernbankenverfahren kann zukünftig über einen beliebigen Browser vom Arbeitsplatz des Bankmitarbeiters aufgerufen werden. Die GAD hat dafür ein technisches Konzept entwickelt, mit dem sie die Oberfläche des kompletten Bankenverfahrens mit über Masken effizient auf die Web-Technologie überführen kann. Dem Prinzip bank21 bleibt bank21 folgend bietet bank21 im Web die vertrauten Funktionalitäten und Inhalte mit einem Plus an Komfort und Bedienerfreundlichkeit. Wie das in der Praxis aussieht, davon konnten sich die Besucher

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15 forum 01/2011 erleben 15 Treffen auf der CeBIT: Martin Jetter, Vorsitzender der IBM-Geschäftsführung Deutschland GmbH, Anno Lederer, GAD, und Samuel J. Palmisano, IBM-Vorstandsvorsitzender (v.l.). Jörg Dreinhöfer (Mitte), GAD, im Gespräch mit Erich Clementi (rechts), Aufsichtsratsvorsitzender der IBM Deutschland GmbH. IBM-Topmanager besuchten CeBIT-Stand der GAD Handshake und Austausch mit einem der ganz Großen der IT-Welt: Am Rande der CeBIT-Messe traf GAD- Vorstandsvorsitzender Anno Lederer für ein Vier-Augen-Gespräch mit dem IBM-Vorstandsvorsitzenden Samuel J. Palmisano zusammen. Gemeinsam haben sie sich mehr als eine Stunde ausgetauscht; beispielsweise darüber, dass IBM als strategischer Partner die GAD weiterhin beim Thema Cloud Computing umfassend unterstützen wird. Ebenso wie die IBM-Top-Manager Martin Jetter und Erich Clementi hat auch Samuel Palmisano längere Zeit am GAD-Stand verbracht und sich alles ausführlich präsentieren und erläutern lassen. Alle drei waren sehr interessiert und zeigten sich beeindruckt vom GAD-Cloud-Konzept und den konkreten Beispielen. Großes Interesse zeigten auch die Mitgliedsbanken und Kunden der GAD allen voran der Aufsichtsrat, den die GAD an einem Tag am Stand begrüßen konnte. Aber auch alle Partner aus der genossenschaftlichen Finanz- Gruppe und sogar IT-Verantwortliche anderer Bankengruppen besuchten mit viel Neugier den Stand. Für die GAD war die CeBIT ein voller Erfolg. am Beispiel der bank21-kundenakte im Web überzeugen. Diese zentrale Anwendung wird ab dem bank21- Frühjahrsrelease 2011 allen Banken in der GAD-Cloud zur Verfügung gestellt und soll bis Ende 2011 auf insgesamt Arbeitsplätzen genutzt werden. Der Mitarbeiter benötigt an seinem Arbeitsplatz einzig und allein einen marktgängigen Browser, mit dem er auf die Anwendung zugreifen kann. Und noch ein wichtiger Aspekt: bank21 im Web ist auf allen marktgängigen Systemen lauffähig, ob PC, ipad oder Tablet. Zusätzlich zu dieser Hardware-Unabhängigkeit ermög- licht die Browsertechnologie auch eine Unabhängigkeit vom Betriebssystem. Beides sind wichtige Aspekte. Denn die technologischen Entwicklungen schreiten so rasant voran, dass diese Flexibilität die Basis für die Zukunftssicherheit der Lösung ist. Anwendungsstarter Das benutzerfreundliche Konzept von bank21 im Web wird abgerundet durch einen so genannten Anwendungsstarter. Das heißt: Zukünftig kann der Mitarbeiter aus der rechten Spalte für alle Anwendungen Icons auf seinen Desktop ziehen, die er für seinen Arbeitsablauf benötigt. Diese Anwendungen sind individuell und frei auf dem virtuellen Desktop per Drag and Drop platzierbar wie man es heute z. B. vom Windows-Desktop gewohnt sind. Auch eine so genannte Stapelung von Anwendungen ist möglich. Das heißt: Ausgerichtet auf seine Aufgaben definiert der Mitarbeiter einen so genannten Stapel von Anwendungen. Diese Anwendungen werden dann über einen einzigen Klick in der vom Mitarbeiter angegebenen Reihenfolge in eigenen Reitern oder Fenstern gestartet.

16 C M Y CM MY CY CMY K cebit_logo.pdf :57:27 16 Integration von Partneranwendungen Das GAD-Konzept sieht vor, dass zukünftig Partneranwendungen in die webbasierte Lösung integriert werden. Dies zeigte die GAD auf der CeBIT am Beispiel der IT-Lösung Vorsorgeanalyse ihres Tochterunternehmens ELAXY. Die ELAXY-Vorsorgeanalyse ist von der Oberfläche her bewusst so gestaltet, dass man den Unterschied zwischen einer reinen bank21-funktionalität und der zusätzlich in bank21 integrierten webbasierten Anwendungen erkennen kann. Der Grund dafür ist, dass die GAD nicht alle Anwendungen selbst entwickelt, sondern sich im Einzelfall bewusst dafür entscheidet, Anwendungen dritter Anbieter zu integrieren. Diese Anwendungen haben natürlich ein eigenes Look-And- Feel und sind unter Umständen nicht tief in die übrigen Anwendungen integriert. Damit der Benutzer sofort erkennen kann, dass er beispielsweise das bank21-kernbankenverfahren verlässt, werden diese Anwendungen auch absichtlich weiter im eigenen Stil angezeigt. inotes Derzeit befinden sich noch rund Domino-Server bei den Banken im Einsatz. Ziel ist es, diese dezentrale Domino-/Notes-Infrastruktur vor Ort abzubauen. Der Bank mitarbei ter greift in der ersten Stufe auf ihm bekannte Funktionalitäten wie Mailing, Termin und Aufgabenverwaltung ausschließlich über den Brow - ser zu. Damit verbunden ist die Zentralisierung von ca Mail- Datenbanken und der GAD-Domino- Anwendungen. Der besondere Vorteil: die Funktionen und der Aufbau sind identisch allein die Oberfläche im Browser sieht etwas anders aus, ist aber intuitiv zu bedienen. Bereits im Dezember 2010 hatte die GAD mit drei Banken einen so genannten Prepilot gestartet. Dafür haben diese Banken ihre Server bereits in die GAD verlagert und das neue Konzept getestet. Seit März wurde der Pilot ausgeweitet. Weitere Referenzbanken können ihren Mitarbeitern jetzt inotes am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Jede Bank entscheidet dabei, wann und wie viele Mitarbeiter inotes nutzen. So kann sie die Nutzerzahlen in ihrem Haus ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen und Projektplanungen aufskalieren. Die Einführung von Mailing, Termin und Aufgabenverwaltung im Rahmen von inotes wird die GAD Ende 2011 abschließen. Für 2012 ist geplant, den Funktionsumfang unter inotes zu erweitern, beispielsweise durch Video Conferencing und Wikis. Der Vorteil von inotes: Die Banken müssen sich weder um die Installation von Notes, noch um die Pflege oder Datensicherung kümmern das übernimmt das Rechenzentrum der GAD. Geld aus dem Browser Schalterplätze zahlen zukünftig Geld aus dem Browser aus. Für Geschäftsvorfälle wie Bargeld ein- und auszahlen oder Sparbuchdruck ist heute eine Spezialperipherie notwendig, wie z. B. ein automatischer Kassentresor oder ein Drucker. Mit dem neuen Gerätedienst Schalter/Kasse im Web wird der Bankmitabeiter seine Geräte auch zukünftig wie gewohnt nutzen können. Alle Geschäftsvorfälle werden lediglich im Browser angezeigt und von einem so genannten Thin Client gesteuert. Die Bank kann zukünftig also auch an dieser Stelle der Bank auf die Client-Server-Struktur verzichten. Die Herausforderung der GAD beim Schritt für Schritt gut vorbereitet Die Umsetzung von bank21 im Web wird Schritt für Schritt vorbereitet: Zunächst informieren die GAD-Kundenbetreuer die Führungsebene der Banken. Zu Beginn steht die eigentliche Rollout-Beratung der Führungsebene. Dann folgt die Beratung der Projektebene in den Banken. Zentrale Themen werden sein: der aktuelle Stand des GAD-Zielanwendungsportfolios und die bank21 im Web-Inhalte der ersten Releases. Eine große Herausforderung wird es dabei sein, aus dem generellen Makroplan 450 individuelle Mikropläne bzgl. Hardware, Software, Netze, Schulungen, Migrationen, Service usw. zu erstellen. Die Projektarbeiten der Banken und deren Fortschritte orientieren sich ab 2011 und in den Folgejahren an der zeitlichen Abfolge der Releases. Ein wichtiger Meilenstein liegt im Frühjahr 2012; dann werden die Banken bank21 im Web komplett nutzen können.

17 17 Private Cloud vs. Public Cloud Schon heute gilt Cloud-Computing als Paradigmenwechsel, der in den nächsten Jahren die IT in vielen Industriesektoren nachhaltig verbessern wird. Doch wie sieht es im sensiblen Bereich der Finanzund Kreditinstitute aus, in dem die Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit besonders hoch sind? Die GAD zählt hier zu den Vorreitern: Sie entwickelt derzeit gemeinsam mit der IBM Deutschland GmbH ihr Kernbankenverfahren bank21 zu einem komplett webfähigen Service in der Private Cloud weiter. Sie setzt dabei auf moderne Webtechnologien. Eine Frage, die dabei immer wieder gestellt wird, ist: Wie sieht es denn da mit der Sicherheit aus? forum klärt im Gespräch mit Anno Lederer, Vorstandsvorsitzender der GAD, auf Geld aus dem Browser : Sie bietet im Vergleich zur bisherigen Lösung denselben Komfort und dieselben guten Antwortzeiten mit derselben Sicherheit. Vor allem das Thema Sicherheit ist bei diesen sensiblen Geschäftsvorfällen von besonderer Bedeutung. Hier wie bei allen anderen Themen auch greift ein ganzheitliches Sicherheitskonzept und die nach außen abgeschottete Private Cloud. Getreu dem Motto: Was heute sicher ist, bleibt auch zukünftig absolut sicher. Webbasiertes Shopsystem Auf der CeBIT gab es auch erste Einblicke in einen Prototypen eines neuen webbasierten GAD-Shopsystems. Das GAD-Serviceportal wird zukünftig die zentrale Kommunikationsschnittstelle zwischen dem Administrator in der Bank und der GAD sein. Über das System kann die Bank zukünftig Produkte der GAD-Gruppe (Hard- und Software) kaufen oder lizensieren lassen bzw. IT-Services bestellen und konfigurieren. Auch in dieses Konzept sind Anforderungen der Referenzbanken eingeflossen. Diese Lösung wird voraussichtlich ab Frühjahr 2012 bei den Mitgliedsbanken eingeführt. Cloud-Dienste via Web? Stoßen Sie damit bei Banken nicht auf Sicherheitsbedenken?» Anno Lederer: Nein was sicherlich anders wäre, wenn es sich bei uns um eine öffentlich zugängliche Public Cloud im Internet handeln würde. Das ist aber nicht der Fall. Stattdessen betreiben wir eine so genannte Private oder Trusted Cloud. Als Zugang dazu dient der bereits bestehende sichere Bankenanschluss der GAD. Und der führt exklusiv über eigene Standleitungen, die nicht zum Internet gehören. Alle Verbindungen aus den Banken heraus nehmen den Weg über ein zentrales, besonders geschütztes Gateway in unserem Münsteraner Rechenzentrum. Die Trusted-Cloud-Anbindung der GAD ist damit deutlich sicher und im Gegensatz zum Internet vor Zugriffen von außen vollständig abgeschottet. Wie sieht das technisch konkret aus?» Anno Lederer: Beim Aufbau unserer Private Cloud fangen wird nicht bei null an. Die meisten der rund Filialen und die Hauptstellen unserer Mitgliedsbanken sind schon heute über exklusive Standleitungen des GAD-eigenen MPLS-Netzwerks an die GAD-Cloud angeschlossen. Auch das Private-Cloud-Kriterium einer mandantenfähigen Infrastruktur erfüllt die GAD bereits. Denn die Autorisierungs- und Authentifizierungsfunktionen für die hochgradig virtualisierte Anwendungslandschaft reichen bis hinab auf die Ebene einzelner User. Auf einer bank21-instanz im GAD-Rechenzentrum laufen Prozesse vieler Kunden, ohne dass ein Bankmitarbeiter Vorgänge einer anderen Bank einsehen oder bearbeiten kann es sei denn, dies ist im Rahmen eines Outsourcing-Vertrages bewusst gewollt. Buchungen, Vorgänge und Kundendaten verschiedener Banken sind bereits auf Anwendungsebene sicher gegeneinander abgeschottet. Gesamtarchitektur Mit bank21 im Web wird sich die technische Architektur massiv

18 C M Y CM MY CY CMY K cebit_logo.pdf :57:27 18 verändern sowohl bei den Banken als auch bei der GAD. Während der CeBIT-Präsentationen standen drei zentrale Themen im Mittelpunkt: die dezentrale Client-Infrastruktur in den Banken, die Infrastruktur in der GAD mit Blick auf das Netzwerk und die Bandbreiten sowie bank21 im Web und weitere webfähige Anwendungen. GAD-Zielanwendungsportfolio Ziel der GAD ist es, zukünftig bankindividuelle Lösungen und GADfremde Anwendungen überflüssig zu machen. Das bringt insbesondere auch Wirtschaftlichkeitserfolge mit sich. Zu Beginn einer aufwändigen Analyse mit umfangreicher Unterstützung der Referenzbanken standen Fragen wie: Welche Funktio nen sind in bank21 zu ergänzen, um bank individuelle Lösungen über flüssig zu machen? Aber auch um ge kehrt wurde gefragt: Welche GAD-fremden Anwendungen sind im Einsatz, deren Funktion bereits durch bank21 abgebildet wird? Auf diese Anwendungen könnte man dann ebenfalls zu Gunsten einer standardisierten und kostengünstigeren GAD-Lösung verzichten. Insgesamt zehn Workshops und knapp 140 Interviews unter Beteiligung der 15 Referenzbanken und weiteren Banken führten zu klaren Empfehlungen für Funktionsübernahmen in die bank21- Cloud von der Marktfolge über die Auftragskurzerfassung bis hin zum Rechnungswesen. Seit Januar dieses Jahres läuft die nächste Projektphase: Die GAD setzt die gemeinsam mit den Banken erarbeiteten Empfehlungen in einem Konsolidierungsprogramm um. >< Clip im Youtube-Channel der IBM Mittendrin statt nur dabei auf der CeBIT stand Axel Schittek, Bereichsleiter IT-Strategie bei der GAD, dem IBM-Kamerateam Rede und Antwort. Schittek gab in seinen Antworten Einblicke in die mittelfristige IT- Strategie der GAD. Anschaulich erklärte er im Interview darüber hinaus die Vorzüge der Webtechnologie, mit der die GAD bank21 künftig in den Browser bringen wird. Zu sehen gibt es den Clip im Youtube-Channel der IBM unter:

19 CeBIT 2011: Ihr Weg in die Cloud beginnt hier Cloud Computing war das Top-Thema der diesjährigen CeBIT. Knapp übersetzt heißt Cloud Computing: IT aus der Wolke. Denn Daten werden nicht mehr auf Servern oder lokal auf Rechnern gespeichert, sondern über Internettechnologien und die so genannte Wolke von Dienstleistern zur Verfügung gestellt. Weltweit agierende Unternehmen wie Google & Co. wollen vor allem Privatanwendern das Leben einfacher machen, wenn es darum geht, Texte, Präsentationen, Tabellen oder Bilder online zu stellen, zu verwalten oder abzurufen. Für die Business-Welt eröffnet Cloud Computing vor allem Kostenvorteile. Die GAD macht vor, wie dieses Konzept intelligent, innovativ und über eine abgesicherte Private Cloud auf die Informationstechnologie in Banken angewendet werden kann.

20 C M Y CM MY CY CMY K cebit_logo.pdf :57:27 20 Gewinn-Aktion auf der CeBIT: Im bank21-tresor war das ipad gut verschlossen. Zu knacken war er nur mit dem richtigen Schlüssel. Die GAD gratuliert den glücklichen Gewinnern der 5 Messetage! Die Gewinner (von links nach rechts): Lars Wächtershäuser, Kieler Volksbank / Michael Lanwermeyer, Volksbank Georgsmarienhütte-Hagen-Bissendorf eg / Stephan Schollmeyer, Norderstedter Bank eg / Volker Röder, Abt. Vertriebstechnologie der R+V Versicherung AG / Heinz-Hermann Jerrentrup, Volksbank Halle/Westfalen eg

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