GUIDE FÜR VERMÖGENSVERWALTER E INE MANUELLE K ORREKTUR NUR ALLE 100 J AHRE. E INE K OMPLIKATION, DIE DAS L EBEN VEREINFACHT.

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1 Master Grande Tradition Tourbillon Cylindrique à Quantième Perpétuel Jubilee. Auf 180 Exemplare limitierte Edition. Kaliber Jaeger-LeCoultre 985. Dank der vollkommen mechanischen Programmierung des ewigen Kalenders müssen Sie diese Uhr erst beim nächsten Jahrhundertwechsel im Jahre 2100 wieder einstellen. Als Garantie perfekter Präzision im Laufe all dieser Jahre hat Jaeger-LeCoultre das Uhrwerk mit einem fliegenden Tourbillon mit zylindrischer Spiralfeder ausgestattet. Die Schwungmasse ist mit einer fein gearbeiteten Gravur einer Goldmedaille verziert, die der Manufaktur im Jahre 1889 überreicht wurde ein Symbol für den Pioniergeist, der die Erfinder des Vallée de Joux seit nunmehr 180 Jahren vorantreibt. V M A I IN V E ST N E WS SONDERAUSGABE - G U I D E F Ü R E INE MANUELLE K ORREKTUR NUR ALLE 100 J AHRE. E INE K OMPLIKATION, DIE DAS L EBEN VEREINFACHT. E R M Ö G E N S V E R W A L T E R SONDERAUSGABE MAI 2014 GUIDE 2014 FÜR VERMÖGENSVERWALTER Zwischen zwei regulatorischen Wellen: Aussichten 2014 FINMA: Die Schlinge für die UVV zieht sich zu Finanzplatz Schweiz: Bilanz Die Vermögensverwaltung betritt das digitale Zeitalter S IE VERDIENEN EINE RICHTIGE U HR. Zürich Boutique Bahnhofstrasse (0) CouvOK_DEbat.indd 1 11/04/14 14:27:59

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3 Edito Ein neuer Wind Nejra Bazdarevic Voxia communication Durch einen Paradigmenwechsel im internationalen Regulierungsumfeld begünstigt findet im Schweizer Finanzsektor eine Umwälzung statt. Mit der Einführung der neuen Inlands- und Offshore-Bestimmungen im Jahre 2013 nehmen die Neuerungen nun konkrete Formen an. Wenn man davon ausgeht, dass die zukünftigen internationalen Normen unausweichlich in Schweizer Recht umgesetzt werden, so ist der Weg klar vorgezeichnet und von immer weniger Ungewissheiten gesäumt. Folglich sind die Schweizer Finanzakteure nicht mehr mit einem Labyrinth rechtlicher Unklarheit, sondern einer direkt ins Haus stehenden Realität konfrontiert, auf die sie ihre Arbeitsweise abstimmen müssen. Auf der Ebene der unabhängigen Vermögensverwalter (UVV) kommt das vor allem in einem erhöhten Streben nach Steuerkonformität und dem Schreckgespenst einer behördlichen Beaufsichtigung zum Ausdruck. Selbst wenn nur eine begrenzte Anzahl UVV seit 2013 effektiv dem KAG untersteht, so verstärkt doch die FINMA die direkte und indirekte Beaufsichtigung aller Akteure des Finanzsektors einschliesslich der UVV, wie wir in unserem Dossier zum Thema Regulierung aufzeigen. Wenn die tiefgreifenden Veränderungen des Sektors für die UVV nicht zu Treibsand werden sollen, müssen sie den Aufbau ihrer Geschäftsmodelle überdenken. Die Notwendigkeit einer adäquaten Struktur führt uns wiederum zr Frage, ob die einzig mögliche Lösung in der Konzentration des Sektors liegt. Übertriebener Pessimismus oder Realismus? Womöglich ist das nur eine Frage der Perspektive! Schliesslich zeigen die Statistiken des Jahres 2013 weder eine Konzentration noch einen signifikanten Rückgang der Anzahl der UVV, sondern eine gesunde Stabilisierung der natürlichen Zuwachsrate. Aber wie soll man sich auf die Reform der Berufssparte vorbereiten und die Neuerungen gelassen in Angriff nehmen? Einerseits ist die Gesundheit des Finanzplatzes lebenswichtig. Im Global Financial Centres Index liegt Zürich heute auf Rang 5 (+1) und Genf auf Rang 9 (-1) der Finanzplätze weltweit. Diese Neuverteilung der Karten zwingt die Verteidiger des Finanzplatzes Schweiz, das Niveau anzuheben, um wettbewerbsfähig zu bleiben und mit gleich langen Spiessen zu kämpfen wie andere Finanzzentren. Andererseits müssen die UVV selbst die Triebkräfte ihrer Erneuerung werden; schliesslich sind sie vor allem Unternehmer. Mit Unterstützung ihrer Partner, die einstimmig ihre Hartnäckigkeit gegenüber Herausforderungen loben, müssen die UVV ihre strategischen Entscheidungen auf den Aufbau eines nachhaltigen Geschäftsmodells ausrichten. Die Erhöhung der Normenlast wurde zunächst als Gegenwind wahrgenommen. Aber wenn die UVV ihren Kurs auf die neuen Winde einstellen, können sie von einer neuen Dynamik ihrer Fachsparte profitieren. Die Vitalität von Einrichtungen wie der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) oder die Success Story des Zürcher Jungunternehmens Doodle, einem Aushängeschild im Bereich der Online-Terminplaner, können als Inspirationsquellen dienen, und sie bestätigen die Solidität des Schweizer Wirtschaftsgefüges. Der Finanzsektor hat seinen Anpassungsprozess an die neue Regulierungslage angestossen. Unser Magazin illustriert ein generell relativ mildes Klima für unabhängige Vermögensverwalter, die sich als erneuerungsfähig erweisen. Wenn es darum geht, zwischen Flexibilität und Starrheit zu wählen, legen viele UVV einen Mut an den Tag, der ihrer Risikofreude gleichkommt. Chefredakteurin: Nejra Baždarevic - Editorin: Fabienne Bogádi - Gestaltung: Cyrille Morillon - Redaktionsausschuss: Laurent Ashenden, Alexandre Bonnard Mitwirkende dieser Ausgabe: Lionel Aeschlimann, Jacques Apothéloz, Maida Beffa, Frédérique Bensahel, Thomas Burkhard, Olivier Collombin, Adrienne Corboud Fumagalli, Marco Crotti, Edouard Cuendet, Olivier Depierre, Patrick Dorner, Pierre-Olivier Etique, Pierre-Noël Formigé, Patrick Genazzi, Frederiek Van Holle, Andreas Höfert, Alexandre Jeanblanc, Philippe Kenel, Yves Kuhn, Jean Laville, Alban Lhonneur, Peter Luginbühl, Stephan Matti, Pierre Maudet, Yvan Mermod, Daniela Merz, Jalil Mirza, Myke Näf, Jérémy Nieckowski, Matthäus Den Otter, Florence Pittet, Patrick Richard, Manuel Rotzinger, Pierre-Alexandre Rousselot, Daniel Salzmann, Rohan Sant, Matthias Schaad, Grégoire Scheiff, Omar Shokur, Andreas Söderholm, Tanita Spitaleri, Pascal Sprenger, Philippe Szokolóczy-Syllaba, Thomas Ulrich, Britta Weidenbach. Übersetzung: - Kaufmännische Leitung: Souad Dous - Druck und Herstellung: Stämpfli Publications AG, Berne Herausgeber: Voxia communication SA, 20 rue Adrien-Lachenal, 1207 Genf - T invest news, Sonderausgabe Mai 2014

4 INHALT MAI 2014 SONDERAUSGABE INVEST NEWS GUIDE 2014 für VERmöGENSVERWAlTER Editorial Ein neuer Wind von Nejra Bazdarevic, Voxia communication 8 NEws 10 regulierung 10 Die UVV zwischen zwei regulatorischen Wellen: was uns 2014 erwartet Erläuterungen von Yvan Mermod und Pascal Sprenger, KPMG 14 Unabhängige Vermögensverwalter und die Finma: die Schlinge zieht sich zu Frédérique Bensahel und Pierre- Olivier Etique, FBT Avocats SA 17 «Die Kenntnis des grenzüberschreitenden regulatorischen Risikos ist bei der Entscheidungsfindung ein unverzichtbares Werkzeug» Patrick Genazzi, BRP Bizzozero & Partners SA 20 Countdown für MiFID II oder Chronik eines Dreierpakts Olivier Depierre, BCCC Avocats Attorneys-at-law 22 steuerfragen 22 Der Informationsaustausch auf Ersuchen in der Praxis Philippe Kenel, Python & Peter 26 Länder mit niedrigem Steuerfuss Philippe Kenel, Python & Peter 27 fonds Fonds- und Asset Management- Platz Schweiz eine Bestandesaufnahme Matthäus Den Otter, Consultant für Fonds und Asset Management 30 ChroNik 30 Die Angst vor FIDLEG, Weissgeldstrategie & Co. ist kaum begründet Thomas Burkhard, Findling Grey SA 31 Welche Zukunft hat die unabhängige Vermögensverwaltung in der Schweiz? Philippe Szokolóczy-Syllaba, My Global Advisor 32 innovation Es bleibt Raum für unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten Ein Gespräch mit Adrienne Corboud Fumagalli, EPFL 36 Politik Genf und Zürich müssen mit vereinten Kräften gegen die internationale Konkurrenz antreten Ein Gespräch mit Pierre Maudet vom Departement für Sicherheit und Wirtschaft, Kanton Genf 38 debatte Die flexible Struktur der unabhängigen Vermögensverwalter ist ein Vorteil im neuen Regulierungsumfeld Gemeinsames Interview mit Edouard Cuendet von Genève place financière und Thomas Ulrich vom Zürcher Bankenverband 41 schweizer wirtschaft Viralität ist der mächtigste Wachstumsmotor, den man sich vorstellen kann Ein Gespräch mit Michael Näf, Doodle 44 MakroökoNoMiE Die Geldpolitik der Zentralbanken ist 2014 nicht aufeinander abgestimmt Andreas Höfert, UBS 47 EiN NEuEs image CSR-Kommunikation für den Finanzsektor Laurent Ashenden, Voxia communication, und Jean Laville, Conser 4

5 Ihr Vertrauen gewinnen heißt: den Markt abbilden. Nichts als den Markt, aber günstiger*. Amundi ETF Amundi ETFs bieten Ihnen durchschnittlich 25% günstigere TERs als vergleichbare europäische ETFs*. Bloomberg: ETFA <GO> Tél. : Bei den in der Schweiz zugelassenen Amundi-ETFs (die Fonds ) handelt es sich um Investmentfonds französischen Rechts ( FondsCommuns de Placement ). Eine Aufstellung der in der Schweiz zugelassenen Fonds ist beim Schweizer Vertreter erhältlich. Herausgegeben am von Amundi, einer Aktiengesellschaft (SA) mit einem Aktienkapital von Portfoliomanagementgesellschaft, von der französischen. Finanzaufsichtsbehörde AMF unter der Nummer GP zugelassen Hauptsitz: 90 boulevard Pasteur Paris Frankreich RCS Paris. Diese. Informationen dienen Werbezwecken und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für die in der Schweiz genehmigten Fonds: Vertreter in der Schweiz: CACEIS (Switzerland) SA, chemin de Précossy 7-9, CH-1260 Nyon, Zahlstelle: Crédit Agricole (Suisse) SA, quai Général-Guisan 4, CH-1204 Genf. Der Prospekt, die Wesentlichen Anlegerinformationen («KIID»), das Fondsreglement sowie die aktuellen Jahres - und Halbjahresberichte sind auf Anfrage kostenlos beim Vertreter in der Schweiz erhältlich. * Per Quelle: Amundi ETF, Vergleich der durchschnittlichen vermögensgewichteten Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) aller Fonds mit der aller europäischen ETFs (inkl. die Fonds) gemäß dem Deutsche Bank Europe Monthly ETF Market Review vom Bitte beachten Sie: Einzelne Fonds sind ggf. nicht günstiger als ihre europäischen Vergleichsprodukte oder haben kein europäisches Vergleichsprodukt. Die TER entspricht den in den wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) aufgeführten laufenden Kosten. Kosten und Kommissionen, die Anlegern von Dritten beim ETF-Handel in Rechnung gestellt werden, sind nicht berücksichtigt. Foto: Corbis.

6 INHALT MAI 2014 SONDERAUSGABE INVEST NEWS GUIDE 2014 für VERmöGENSVERWAlTER Kunst In Kunst Investieren? Ja, aber mit Bedacht Ein Gespräch mit Dan Salzmann, Fondation Pierre Arnaud 52 sro Die UVV behaupten sich in einem schwierigen Umfeld trotz vieler Widrigkeiten gut Gemeinsames Interview mit Matthias Schaad von PolyReg und Patrick Dorner von VSV 56 PeRsPeKtiven 56 Auch wenn die Digitalisierung alte Modelle infrage stellt, traditionelle Werte werden nicht verschwinden Ein Gespräch mit Olivier Collombin, Lombard Odier 58 Wie Vermögensverwalter ihr Serviceangebot aufwerten können Jacques Apothéloz, Piguet Galland & Cie SA 60 strategie 60 Life-Cycle-Anlagen: Eine Portfoliokonstruktion kombiniert nach Alter und Risikobereitschaft Frederiek Van Holle, Petercam Institutional AM 62 An Aktien aus der Eurozone führt 2014 kein Weg vorbei Britta Weidenbach, Deutsche Asset & Wealth Management 64 Die Umwelt, das neues Anlage-Mekka Alexandre Jeanblanc, BNP Paribas Investment Partners 66 Gute Aussichten für börsenkotierte europäische Immobilienwerte Alban Lhonneur, F&C Investments 68 immobilien Steuersystem und Mehrwertsteuer, die beiden Kernelemente eines erfolgreichen Immobilieninvestments Patrick Richard, Procimmo SA 70 technologie Wenn neue Regulierungen zum Wettbewerbsvorteil werden Ein Gespräch mit Pierre-Alexandre Rousselot, Keesystem 72 FOcus Unsere Grösse erlaubt es uns, neue Verwalter aufzunehmen Pierre-Noël Formigé und Jalil Mirza, Sequoia Asset Management 74 OveRview Dienstleistungen für externe Vermögensverwalter 74 UBS 76 Credit Suisse 78 Crédit Agricole (Suisse) SA 80 Mirabaud Asset Management 82 BIL Suisse 84 DNCA Finance 87 who s who DiRectORy 2014 Verantwortliche für externe Vermögensverwalter der Banken, Privatbanken, Prüfgesellschaften mit FINMA-Zulassung, soziale Plattformen und Netzwerke, Trading- Plattformen, Selbstregulierungsorgane und Berufsverbände. 6

7 INTERNATIONAL DAY On 6 April, the world celebrates the first ever International Day of Sport for Development and Peace, highlighting how sport can contribute to education, health, gender equality, social inclusion, solidarity, tolerance, development and peace. OF SPORT For Development & Peace LET S ALL CELEBRATE TOGETHER, AS A TEAM! Photo : A.Poltier/UNDP Didier Drogba, UNDP Goodwill Ambassador #IDSDP Empowered lives. Resilient nations.

8 news Verband Mitgliederwesen VsV-Mitgliedschaft 2013 nd Mitgliederwesen Mitgliederentwicklung nach Regionen liederentwicklung nach Regionen ch Regionen Entwicklung der Mietglieder nach Regionen Übernahme PKB Privatbank expandiert weiter Die Tessiner PKB Privatbank übernahm im März 2014 den Lausanner Vermögensverwalter Alasia und seine sechs Mitarbeiter. Die PKB verfolgt damit eine Annäherung an Kunden am Genfersee. Sie hat parallel zu dieser Übernahme auch die Genehmigung erhalten, am Hauptort des Kantons Waadt eine neue Tochterbank zu eröffnen. Alasia ist nach der Banca Gesfid, der CMB Banque Privée (Schweiz) AG und der Luganer Tochterbank der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) die vierte Akquisition der PKB Privatbank innerhalb von drei Jahren. Die Tessiner Bank beschäftigt 240 Mitarbeiter und verwaltet über 10 Milliarden Franken andie 2012 in Aktivmitglieder Deutschschweiz Romandie Tessin Aktivmitglieder Passivmitglieder Aktivmitglieder Passivmitglieder Einzelmitglieder Aktivmitglieder münze Passivmitglieder Eine neue schweizerische Goldmünze Einzelmitglieder Nachdem die Gesamtheit des gelagerten Golds auf der ganzen Welt in Form von Barren, Goldmünzen und Schmuck nur einen Bruchteil des Papiergoldes ausmacht, das weltweit in Form von ETFs, ETCs und anderen Produkten emittiert wird, haben zwei Gesellschafter der Swiss Bullion Corp beschlossen, eine neue schweizerische Goldmünze zu schaffen und in Umlauf zu bringen, zumal die Eidgenossenschaft seit 1949 kein Vreneli mehr geprägt hat. Die Münze wurde von dem berühmten Designer Roger Pfund entworfen. Sie wiegt eine Unze und hat einen Reinheitsgrad von 999,9 %, einen der weltweit höchsten. Eine originelle Idee in Zeiten einer rundum digitalisierten Welt. Passivmitglieder Einzelmitglieder Quelle: VSV NEinzelmitglieder ach dem letzten Jahresbericht des Verbands Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) hat die Branche noch mit Tessin den Folgen der Unsicherheit auf dem Finanzplatz Schweiz zu kämpfen verzeichnete der VSV 85 neue aktive Mitglieder gegenüber 63 Austritten. Die Nettozunahme von 22 aktive Mitglieder ist auf den Beitritt von 45 Partnerunternehmen der Aquila-Gruppe zurückzuführen. Abgesehen von diesem aussergewöhnlichen Ereignis ist die Zahl der neuen Mitglieder seit 15 Jahren zum ersten Mal rückläufig. Der Sektor stagniert Neugründungen von Unternehmen gleichen gerade mal die Abgänge aus, die auf Pensionierungen und Neuorientierungen zurückzuführen sind. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl der neuen Mitglieder beläuft sich auf drei Personen, und 92% der VSV- Mitglieder sind Mikro-Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Was das verwaltete Vermögen angeht, so ergibt sich aus der Statistik folgendes Bild: 38% der Mitglieder verwalteten weniger als 50 Millionen Schweizer Franken, 9% über 500 Millionen, während der Median 2013 von 95 auf 78 Millionen zurück- Die nachfolgenden Daten Auswertungsmethodik ging. Zwei Drittel der Mitglieder betreuen weniger als 100 Kunden und nur 4% mehr als 500 Kunden (der Durchschnitt Auswertungsmethodik ist Geschäftsjahr 2011, d.h. beziehen sich auf das 2013 von 64 auf 57 zurückgegangen). Auswertungsmethodik Die nachfolgenden Daten auf die Bilanzstichtage vom Auswertungsmethodik Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf das bis zum Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2011, d.h. Mitglieder ohne (vollständig) beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2011, auf d.h. die Bilanzstichtage vom eingereichte Daten und Geschäftsjahr 2011, auf d.h. die Bilanzstichtage vom bis zum gemäss Art. 6 und 7 VBF auf die Bilanzstichtage vom bis zum Mitglieder ohne (vollständig) nicht als Finanzintermediäre bis zum Mitglieder ohne (vollständig) eingereichte Daten und utschschweiz Romandie 2012 Tessin

9 STUDIE Asset Management 2020: Schöne neue Welt Einer neuen Studie von PricewaterhouseCoopers zufolge dürfte das verwaltete Vermögen der Asset-Management-Branche bis zum Jahr 2020 weltweit auf Amid unprecedented economic turmoil and regulatory change, most asset managers have afforded themselves little time to bring the future into focus. But the industry stands on the precipice of a number of fundamental shifts that will shape the future of the asset management industry. To help asset managers plan for the future, we have considered the likely changes in the asset management industry landscape over the coming years and identified key gamechangers which will impact the competitive environment. Asset Management 2020 A Brave New World mehr als 100 Billionen ansteigen mit einem jährlichen Zuwachs von fast 6%. Auch wenn die USA und Europa Schwerpunktbereiche bleiben, so wird das Volumen von Vermögensanlagen vor allem in aufstrebenden Ländern zunehmen. PwC zufolge sind sechs Faktoren für diese Entwicklung ausschlaggebend: eine Machtverschiebung zugunsten der Asset-Management-Branche, die Neuorganisation des Fondsvertriebs, neue Gebührenmodelle, die Demokratisierung alternativer Produkte, eine neue Generation globaler Verwalter und Technologie. PwC Asset Management 2020: A Brave New World ZUSAMMENSCHLUSS Geburt einer führenden unabhängigen Vermögensverwaltung in der Schweiz Durch den Zusammenschluss von Infidar Investment Advisory, einer Tochter der Julius Bär Gruppe, und WMPartners Wealth Management sollen die Kompetenzen und die Expertise der beiden Züricher Firmen gebündelt und ihre führende Marktstellung ausgebaut werden. Mit 50 Mitarbeitern und einem Kundenvermögen von über 4 Milliarden ist das neue Unternehmen einer der grössten unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz. Es wird mit ungefähr dreissig Depotbanken arbeiten. Heiner Grüter, der aktuelle Partner und CEO von WMPartners, wird CEO des neuen Unternehmens. ETP Neuer ETPedia Guide von ETF Securities ETF Securities (UK) Limited, eine Abteilung der Gruppe ETF Securities, einer der führenden Herausgeber von Exchange Traded Products (ETP), stellt einen neuen Guide vor, der sich an Privatinvestoren richtet. ETPedia wurde ins Leben gerufen, um die Investoren mit diesem Produkttyp bekannt zu machen. Der Guide steht auf Englisch unter retail/uk/en-gb/education.aspx# zur Verfügung, und wird bald auch in Deutsch und Französisch verfügbar sein. KAG Die neuesten Statistiken der Finma Seit der Einführung des KAG (und der KKV) 2007 hat die Finma 133 Verwalter kollektiver Kapitalanlagen zugelassen, darunter 84 in der deutschsprachigen Schweiz, 33 in der französischsprachigen Schweiz und 16 im Tessin hat die Finma 29 Verwalter zugelassen, darunter 20 in der deutschsprachigen Schweiz, 8 in der französischsprachigen Schweiz und einer im Tessin. Am 31. März 2014 liegen der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht 25 KAG- Zulassungsanträge zur Prüfung vor, 15 aus der deutschsprachigen Schweiz und 10 aus der französischsprachigen Schweiz. Ausgehend von der Zahl der Verwalter, die nunmehr in den Anwendungsbereich des KAG fallen und sich 2013 bei der Finma gemeldet haben, erwartet die Finma Ende 2014/Anfang 2015 einen signifikanten Anstieg der Anträge. UMFRAGE UVV in Zeiten nachhaltiger Vermögensanlagen Unabhängige Vermögensverwalter wurden eingeladen, an der ersten Umfrage zum Thema nachhaltiger Finanzsektor und verantwortliche Investitionen in der Schweiz teilzunehmen. Voxia communication und Conser Invest haben diese Umfrage als Organisatoren der beiden Hauptforen für Vermögensverwalter und Akteure dieses Sektors in der Schweiz, des Geneva Forum for Sustainable Investment (GFSI) und des Zurich Forum for Sustainable Investment (ZFSI), initiiert. Anhand dieser Umfrage soll ermittelt werden, inwiefern bei Vermögensverwaltern Interesse für dieses Investitionsthema besteht. Die Ergebnisse werden in der nächsten E-Ausgabe von invest news im Juni 2014 veröffentlicht und kommentiert. 9

10 RegulieR ung UVV Die zwischen zwei regulatorischen Wellen: Ausweitung der sorgfaltspflichten, internationaler Angesehener standard für den AutomAtischen informationsaustausch, überarbeitetes KAg fidleg, fatca et cetera: wenn 2013 ein JAhr voller Juristischer nuerungen für die branche der vermögensverwalter war, so wird 2014 diesen schwung mitnehmen, und das regulatorische umfeld wird sich weiter verändern. was bedeuted das für die uvv? was Können sie unternehmen, um sich diesen umwälzungen AnzupAssen? für invest news geben zwei experten von Kpmg, pascal sprenger und YvAn mermod, Antworten Auf diese fragen. D as G espräch F ührte Nejra B azd arevic Das letztjährige Interview mit Jean-Luc Epars und Yvan Mermod drehte sich um das Thema Weissgeldstrategie. Wo stehen Sie heute in dieser Angelegenheit? z Pascal Sprenger: Ende Februar 2013 hatte das Eidgenössische Finanzdepartement die Vernehmlassungsvorlage erweiterte Sorgfaltspflichten zur Verhinderung der Annahme nicht versteuerter Vermögenswerte präsentiert. Die Vernehmlassungsergebnisse wurden am 29. November 2013 veröffentlicht. Am gleichen Tag informierte der Bundesrat, dass die neuen Pflichten koordiniert mit dem Abschluss von möglichen Abkommen über den automatischen Informationsaustausch zwischen der Schweiz und ihren wichtigsten Partnerländern diskutiert werden sollen. Konkret wurde damit die Weissgeldstrategie sistiert und mit der internationalen Entwicklung im Bereich des automatischen Informationsaustauschs angehängt. Der Bundesrat ging davon aus, dass ein international anerkannter Standard zum automatischen Informationsaustausch (AIA) in absehbarer Zeit vorliegen würde und die foto: KArine bauzin Y van M erm od Schweiz in diesem Fall mit wichtigen Partnerstaaten die zur Umsetzung notwendigen Abkommen abschliessen könnte. z Yvan Mermod: Mitte Februar hat die OECD den globalen Standard zum automatischen Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden veröffentlicht. Um Steuerhinterziehung zu verhindern, ist der Standard sehr breit angelegt. Der Informationsaustausch erfasst sämtliche Kapitalerträge (z.b. Zinsen, Dividenden und Einkünfte aus gewissen Versicherungsprodukten), Saldi von Konten und Kapitalgewinne. Nicht nur Banken, sondern auch Effektenhändler, kollektive Anlageformen, Versicherungen und Vermögensverwalter unterliegen den Informationspflichten. Rapportiert werden müssen Konten, die von Privaten und Gesellschaften gehalten werden, inklusive Stiftungen und Trusts. Zudem wird verlangt, dass bei passiven Vehikeln die Personen eruiert werden, die die Vehikel kontrollieren. Der AIA stellt einzig sicher, dass die laufenden ausländischen Vermögenserträge ab dem Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze besteuert werden. Dementsprechend müssen Bankkunden, welche ihren Steuerpflichten in der Vergangenheit 10

11 was uns 2014 erwartet P ascal s P renger Für unabhängige Vermögensverwalter dürfte zentral sein, dass die Anforderungen an die Aufsicht angehoben werden soll. So wird die prudenzielle Überwachung von allen Vermögensverwaltern angestrebt. nicht nachkamen, im Wohnsitzstaat eine Selbstanzeige einreichen und darauf basierend Nach- und Strafsteuern für die letzten Jahre zahlen. Vor diesem Hintergrund sollten sich nicht steuerehrliche Bankkunden baldmöglichst über die Bedingungen zur Einreichung einer Selbstanzeige informieren war in Sachen neuer Regulierungen ein sehr ereignisreiches Jahr. Nachdem wir dieses hinter uns gebracht haben, welche strategischen Neuausrichtungen kann ein unabhängiger Vermögensverwalter (UVV) vornehmen, bevor das revidierte Kollektivanlagengesetz (KAG) und das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) verabschiedet und implementiert werden? z PS: 2013 war für die Vermögensverwaltungsbranche tatsächlich ein Jahr mit vielen neuen juristischen Herausforderungen. Für die Verwaltung von Anlagegefässen, die lange Zeit ohne eine Bewilligung oder Unterstellung verwaltet werden konnten, musste bzw. muss neu eine Bewilligung eingeholt werden. Das KAG trat am 1. März 2013 in Kraft und verpflichtete Vermögensverwalter, die ausländische kollektive Kapitalanlangen verwalten, soweit sie nicht von der de-minimis Regelung profitieren konnten, sich bis Ende August 2013 bei der Finma zu melden. Zudem muss der Finma bis Ende Februar 2015 ein Gesuch um Bewilligung als Vermögensverwalter KAG gestellt werden. Dies gilt aber nur für ausländische kollektive Kapitalanlagen, die schon vor dem März 2013 verwaltet wurden. Ansonsten gelten die Bewilligungspflicht vor Aufnahme der Verwaltungstätigkeit, wobei auch hier die de-minimis Regeln Anwendung finden. z YM: Auch die Verwaltung von Vorsorgevermögen ist nicht mehr ohne Bewilligung möglich. Entweder muss der Vermögensverwalter der Aufsicht der Finma unterstehen (z.b. als Vermögensverwalter KAG) oder von der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) als befähigt erklärt werden. Im letzten Jahr hat die OAK BV vorerst provisorische Befähigungserklärungen erteilt. Am 20. Februar 2014 sind sodann die Weisungen über die Zulassung von unabhängigen Vermögensverwaltern in der beruflichen Vorsorge durch die OAK BV verabschiedet worden. Vermögensverwalter, welche bereits über eine provisorische Zulassungen verfügen, haben bis Ende Juli 2014 ein Gesuch um definitive Zulassung bei der OAK BV einzureichen, andernfalls erlischt die provisorische Zulassung. z PS: Als bereits vieldiskutierte regulatorische Herausforderung ist für heute nicht prudenziell beaufsichtigte, unabhängige Vermögensverwalter sodann das FIDLEG zu nennen. Bislang sind von offizieller Seite allerdings erst der Hearingbericht im Februar 2013 veröffentlicht worden, der die Stossrichtungen des geplanten Regulierungsvorhabens aufzeigte und von den interessierten Kreisen kommentiert wurde. Der Vernehmlassungsentwurf sollte ursprünglich im Jahre 2013 vorgelegt werden, wurde dann aber ins 2014 verschoben. Zudem wird sich angesichts der hitzigen Diskussionen weisen müssen, welche Vorschläge des demnächst erwarteten Vernehmlassungsentwurfs die Kommissions- und Parlamentsdebatten überleben werden. nnn 11

12 RegulieR ung Unter welchen Umständen muss sich ein UVV für FATCA registrieren? Was könnten konkrete Konsequenzen der FATCA-Regulieren für UVV sein? z PS: Die Registrierungspflicht besteht für schweizerische Vermögensverwalter, unabhängig davon, ob der Vermögensverwalter überhaupt Geschäftsbeziehungen zu US Kunden unterhält oder US Wertschriften gehalten werden. In der Regel werden unabhängige Vermögensverwalter, welche ihre Dienstleistung gestützt auf eine vom Kontoinhaber ausgestellte Vollmacht oder eine Direktorenfunktion ausüben, in die Kategorie der als FATCA konform erachteten, registrierten Finanzinstitute (Registered Deemed Compliant Financial Institutions) fallen. Jedoch können auch Ausnahmen einschlägig sein. Beispielsweise wenn neben dem Vermögensverwaltungsgeschäft noch kollektive Kapitalanlagen verwaltet werden oder ob sie als Trusnnn z YM: Für unabhängige Vermögensverwalter dürfte zentral sein, dass die Anforderungen an die Aufsicht angehoben werden soll. So wird die prudenzielle Überwachung von allen Vermögensverwaltern angestrebt. Ob dies durch Selbstregulierungsorganisationen oder die Finma erfolgen soll, ist im Hearingbericht offen gelassen worden. Weiter sollen zukünftig sektorübergreifende Verhaltensregeln für Finanzdienstleister gelten und die Kundenberater müssten gemäss den aktuellen Vorschlägen Mindestanforderungen hinsichtlich der Ausbildung in den Bereichen Verhaltensregeln und Fachkunde erfüllen. Weiter werden sich Vermögensverwalter auf erweiterte Informationspflichten gegenüber den Kunden einstellen müssen, worin analog zu MiFID die Eignung und Angemessenheit eines Geschäfts für Kunden abgeklärt und dokumentiert werden muss. Damit einher gehen Organisationspflichten, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Transparenz und Sorgfalt bei der Bearbeitung von Kundenaufträgen sicherzustellen. z PS: Für Vermögensverwalter bedeutet dies primär, dass die Betriebskosten aufgrund der zusätzlichen Anforderungen steigen werden. Demensprechend müssen im Vergleich zu heute mehr Kundenvermögen verwaltet werden, um ökonomisch arbeiten zu können. Übrigens zeigt sich schon heute bei Banken oder Vermögensverwaltern KAG eine analoge Entwicklung. Sodann dürfte das FIDLEG auch Regeln zu Drittvergütungen ( Retrozessionen ) enthalten. Drittvergütungen sind bereits heute basierend auf dem Auftragsrecht offen zu legen. Wie genau unter FIDLEG Rückvergütungen regulatorisch erfasst werden, ist zur Zeit noch unklar. Der Hearingbericht erwägt auch ein Verbot der Annahme von Drittvergütungen, insbesondere von unabhängigen Vermögensverwaltern. Vermutlich wird sich die Schweiz in diesem Punkt von den Entwicklungen in Europa leiten lassen, welche im Rahmen der nun finalisierten Texte der MiFID II / MiFIR vom ursprünglich angedachten, absoluten Verbot abgerückt ist. Soweit Kundendaten an die Outscourcing Partner weitergelei tet werden, sind nicht nur juristische Überlegungen anzustellen. Es kann auch ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb dar stellen, wenn alle Kundendaten beim Vermögensverwalter blei ben und dementsprechend der Schutz der Privatsphäre durch den Vermögensverwalter besorgt werden kann. In der EU lassen sich im Zusammenhang mit der Ausarbeitung Level II Bestimmungen zur MiFID aktuell zwei Lager ausmachen. Eine Gruppe der Mitgliedsländer (z.b. UK, NL) möchte Retrozessionen wenn überhaupt nur in sehr engen Schranken zulassen, wogegen andere Länder (z.b. Deutschland, Österreich) damit genau ein faktisches Verbot von Rückvergütungen befürchten, welches politisch nicht so gewollt war. z YM: Insgesamt erachten wir Geschäftsmodelle, welche auf Rückvergütungen basieren als nicht nachhaltig. Strategisch gesehen müssen Modelle der Entschädigung der Vermögensverwalter entwickelt werden, die weniger oder gar nicht mehr auf Rückvergütungen basieren. Solange nicht klar ist, wie es mit den Retrozessionen weitergeht, können mit den Kunden Modelle verhandelt werden, die unterschiedliche Sätze für die Dienstleistungen der Vermögensverwalter vorsehen, je nachdem, ob diesen die Entgegennahme von Rückvergütungen im Rahmen des Auftrags gestattet ist oder nicht. Unter den folgenden Aktivitäten Risk Management, Compliance und IT welche kann ein UVV auslagern, und welche nicht? z YM: Heute bestehen keine aufsichtsrechtlichen Regeln für nicht beaufsichtigte Vermögensverwalter, was das Outscourcing von Risk Management, Compliance oder IT angeht. Im Grundsatz können alle drei Bereiche ausgelagert werden. Allerdings müssen insbesondere die Vorgaben des Datenschutzes beachtet werden, wenn Kundendaten an Dritte ausgelagert werden. Zudem muss eine solche Auslagerung in den Vermögensverwaltungs und Beratungsverträgen vorgesehen und erlaubt sein. Der Hearingbericht des FIDLEG verlangt, dass bei der Auslagerung von bestimmten Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit einer Finanzdienstleistung stehen, zusätzliche betriebliche Vorkehrungen getroffen werden. Die Pflichten der Finanzdienstleister den Kunden gegenüber bleiben in solchen Delegationsverhältnissen aber unverändert. Dieser Grundsatz gilt heute bereits allgemein im regulierten Bereich. Allgemein kann gesagt werden, dass der Bereich des Risk Managements und der Compliance immer wichtiger wird, was auch bei einer Auslagerung, nicht zuletzt bei der Auswahl eines seriösen und kompetenten Partners, bedacht werden muss. Mit einer Auslagerung gehen auch gewisse Risiken einher, die überwacht werden müssen und nicht auf den Kunden abgewälzt werden können und auch nicht sollen. Soweit Kundendaten an die Outscourcing Partner weitergeleitet werden, sind nicht nur juristische Überlegungen anzustellen. Es kann auch ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellen, wenn alle Kundendaten beim Vermögensverwalter bleiben und dementsprechend der Schutz der Privatsphäre durch den Vermögensverwalter besorgt werden kann. 12

13 tee tätig sind sollte die Situation genauer analysiert werden. Die Registrierung sollte bis zum 25. April 2014 erfolgen, damit sie bis zum Ende der Frist durch (30. Juni 2014) durch die US- Behörden bearbeitet werden kann. Weitere Pflichten bestehen als Registered Deemed-Compliant Financial Institution grundsätzlich nicht, sofern die schweizerische Depotbank, bei welcher die verwalteten Vermögenswerte deponiert sind, die FATCA-Verpflichtungen erfüllt. Was sind genau die Verantwortlichkeiten eines Responsible Officer FATCA? z YM: Der Responsible Officer ist für die Einhaltung der FAT- CA-Regelung verantwortlich und muss dies gegenüber den US-Behörden bestätigen. Er erklärt sich damit für die korrekte Umsetzung und Einhaltung von FATCA verantwortlich. So muss er 60 Tage nach Ablauf der Frist von 2 Jahren nach Inkrafttreten der FFI-Vereinbarung dem IRS bestätigen, dass die Identifizierung von bestehenden US-Kunden gemäss den Vorgaben von FATCA vorgenommen wurde und dass seit dem 6. August 2011 keinen Kunden dabei geholfen wurde, eine Identifizierung und Offenlegung von Vermögenswerten gegenüber den US-Behörden zu umgehen. Der Responsible Officer hat dafür zu sorgen, dass das Finanzinstitut ein FATCA-Compliance-Programm mit den entsprechenden Weisungen, Prozessen und Kontrollen implementiert, welches dafür sorgt, dass die FATCA-Vorgaben im Tagesgeschäft eingehalten werden. Der Responsible Officer hat sodann periodisch, d.h. alle drei Jahre, dem IRS zu bestätigen, dass das Finanzinstitut die Vorschriften von FATCA, resp. der FFI-Vereinbarung einhält. Er hat sich mit Hilfe von periodischen Überprüfungen zu vergewissern, dass das FATCA-Compliance-Programm den Anforderungen von FATCA genügt und geeignet ist, die Einhaltung der massgebenden Vorgaben zu gewährleisten. Der Responsible Officer ist ebenfalls dafür zuständig, dem IRS erhebliche Verstösse zu melden, sofern diese auf eine willentliche Umgehung der FATCA-Vorgaben eines oder mehrerer Mitarbeiter oder auf ein mangelhaftes Kontrollsystem zurückzuführen sind. Erweiterte Tax Compliance Regeln in der Praxis was hat sich für die UVV verändert? z PS: Da die depotführenden Banken bezüglich Steuerstatus ihrer Kunden strengere Regeln umsetzen, sind die Vermögensverwalter indirekt betroffen. Die unabhängigen Vermögensverwalter haben in der Regel einen direkteren Kontakt zu den Kunden als die Bank. Können UVV für fiskalische Compliance im Kontext von Drittparteien-Abkommen (mit Banken, Kunden, UVVs) in die Verantwortung genommen werden? Hat sich der Grad dieser Verpflichtungen mit diesem Abkommen verändert, und wenn ja inwiefern? z YM: Die Delegation von Sorgfaltspflichten von Banken an Vermögensverwalter ist aus dem Bereich der Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor (GWG) seit Langem bekannt. Neu ist die Entwicklung, dass den Vermögensverwaltern auch Abklärungen betreffend des Steuerstatus ihrer Kunden übertragen werden und auf deren Auskünfte abgestellt wird. Dies macht auch Sinn, da die Vermögensverwalter häufig näher beim Kunden stehen und daher auch mehr über diesen wissen. Aufgrund der Bedeutung dieser Informationen nehmen aber viele Banken diese Abklärungen selber direkt beim Kunden vor. z PS: Soweit der Vermögensverwalter Abklärungen im Auftrag der Depotbank vornimmt und Erklärungen gegenüber dieser abgibt, besteht grundsätzlich die Gefahr einer Haftung gegenüber der Bank, falls die Abklärungen mangelhaft oder gar die Auskunft an die Bank falsch war. Neu ist die Ent wicklung, dass den Vermögensverwaltern auch Abklärungen betreffend des Steuerstatus ihrer Kunden übertragen werden und auf deren Auskünfte abgestellt wird. Dies macht auch Sinn, da die Vermögensverwalter häufig näher beim Kunden stehen. Haben Sie in der Praxis eine Abnahme von Rabatten (Rebates), die die Banken bezahlen, beobachtet? Wie schätzen Sie die Situation ein? z YM: Banken kündigen vermehrt Vertriebs- und andere Retroverträge, die einen gewissen Umsatz oder ein bestimmtes Volumen nicht erreichen, oder schliessen solche nur noch unter strengeren Voraussetzungen ab. Allgemein beobachten wir eine wachsende Zurückhaltung gegenüber solchen Vereinbarungen. Dies dürfte auf der einen Seite an den juristischen Risiken liegen, die mit solchen Verträgen verbunden sind. Auf der anderen Seite erhalten Banken und andere Marktteilnehmer selber weniger Retrozessionen und sind daher selber auch weniger bereit, solche an Dritte auszuzahlen. Haben Sie Feedback betreffend Beschwerden gegen Banken und/oder UVV in Bezug auf vergangene Rebates erhalten? Wenn ja, wie schätzen Sie die Situation ein? z PS: Die Banken fahren unterschiedliche Strategien, was diese Frage angeht. In der Tendenz ist es aber so, dass Banken insbesondere potentiell Anspruchsberechtigte mit grösseren Volumen, vor allem von institutionellen Kunden, aktiv angehen, informieren und wenn angezeigt eine aussergerichtliche Lösung anstreben. Pensionskassen sind je nach Lehrmeinung sehr umfassend verpflichtet, im Interesse ihrer Versicherten zu handeln, was grundsätzlich auch die Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Auftragsverhältnis mit Vermögensverwaltern, Banken, etc. umfasst. z YM: Auch bei Privatkunden wird bei vielen Banken bei entsprechenden Anfragen mit dem Kunden zuerst das Gespräch gesucht. Wir haben gesehen, dass Kunden nicht selten nach solchen Gesprächen auf weitere Schritte verzichten, weil Sie Verständnis für die Position der Bank oder des Vermögensverwalters aufbringen. Ist diese nicht der Fall, wird auch im Private Banking häufig eine Einigung der gerichtlichen Auseinandersetzung vorgezogen, sofern denn Anspruche gerechtfertigt sind. 13

14 RegulieR ung Die entwicklung Der reglementierung in Den letzten Jahren hat zu einer immer strengeren indirekten aufsicht Der unabhängigen VermögensVerwalter Durch Die finma geführt. Diese entwicklung, welche im hinblick auf Das Vorgesehene finanzdienstleistungsgesetz (fidleg) ein Vorbote Der zukünftigen aufsicht über Diesen berufsstand Darstellt, wird nicht immer richtig VerstanDen. sie wird Durch VerschieDene gesetze und reglemente konkretisiert, welche unterschiedliche aspekte Des berufes Der VermögensVerwaltung berühren, was ein ganzheitliches VerstänDnis erschwert. ein kurzer überblick über Die neuheiten auf Diesem gebiet führt Dies Deutlich Vor augen. F rédérique B ensahel und P ierre-olivier etique Rechtsanwälte FBT Avocats SA Unabhängige Vermögensverwalter und die Finma: die Schlinge zieht sich zu Durch die Umsetzung der neuen Eckwerte zur Vermögensverwaltung hat die FINMA am 1. Januar 2009 begonnen, ihre Spuren in den Standesregeln der Verbände unabhängiger Vermögensverwalter zu hinterlassen. Die modifizierten Standesregeln wurden so für Vermögensverwalter, welche ihren Kunden kollektive Kapitalanlagen anboten, zwingend. Die Eckwerte von 2009, welche bereits Vorschriften bezüglich Vermögensverwaltungsaufträge und Retrozessionen beinhalteten, wurden seit dem 1. Januar 2014 verschärft, indem eine neue reglementarische Verpflichtung eingeführt wurde: diejenige der Adäquanz (Suitability) der Vermögensverwaltung mit dem Profil der Kunden. 14

15 nnn Um diesen Test der Suitability durchzuführen, muss der unabhängige Vermögensverwalter für jeden seiner Kunden ein Risikoprofil erstellen, welches die Erfahrungen und die Anlagekenntnisse des jeweiligen Kunden berücksichtigt sowie seine Risikobereitschaft und -fähigkeit definiert. Um jegliche Anfechtung der verschieden Elemente des Risikoprofils zu verhindern, ist der unabhängige Vermögensverwalter gut beraten, dieses Profil als Anhang zum Verwaltungsauftrag zu konzipieren und vom Kunden unterschreiben zu lassen. Das erstellte Risikoprofil muss periodisch überprüft werden, damit es stets der aktuellen Situation des Kunden entspricht. EinE rechtliche GrundlaGE Die Verpflichtungen auf dem Gebiet der Retrozessionen wurden in Anbetracht der jüngsten Rechtsprechungsentwicklungen durch die neuen Eckwerte nochmals verschärft. Die Tendenz zur transversalen Intervention tritt auch im Rahmen der Marktverhaltensregeln der FINMA, deren Text vom 1. Januar 2009 am 1. Oktober 2013 verändert wurde, zutage. Nach der Revision des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel (BEHG), das am 1. Mai 2013 in Kraft getreten ist, verfügt die FINMA nunmehr über eine gesetzliche Grundlage, um eine Aufsicht über alle Akteure des Marktes auszuüben. Dies betrifft auch jene, Der unabhängige Vermögensverwalter muss für jeden seiner Kunden ein Risikoprofil erstellen, welcher die Erfahrungen und die Anlagekenntnisse des jeweiligen Kunden berücksichtigt sowie seine Risikobereitschaft und -fähigkeit definiert. welche wie die unabhängigen Vermögensverwalter der FINMA nicht direkt durch ein Bewilligungssystem unterstellt sind. Die Aufsicht der FINMA auf diesem Gebiet soll zwei Arten von Marktmissbräuchen verhindern: die Auswertung 15

16 RegulieR ung nnn von Insiderinformationen sowie die Manipulation des Marktes. Dieses Dispositiv ergänzt und vervollständigt somit im Sinne einer Verschärfung der Bekämpfung von Marktmissbräuchen die vorhandenen Strafnormen. Das Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) und seine Ausführungsverordnung, welche auf den 1. März 2013 revidiert wurden, sehen vor, dass die unabhängigen Vermögensverwalter die Anleger, mit denen Vermögensverwaltungsaufträge vereinbart wurden, darüber informieren müssen, dass sie als qualifizierte Anleger gelten. Zudem müssen sie die Anleger über die Risiken aufklären, die von diesem Status ausgehen, und ihnen mitteilen, dass sie schriftlich erklären können, nicht zu wünschen, als qualifizierte Anleger betrachtet zu werden. Direkte oder indirekte Überwachung Das revidierte KAG nimmt zudem bei den Regeln über den Vertrieb von Anlagefonds und strukturierten Produkten einen Paradigmenwechsel vor, da die unabhängigen Vermögensmanager nun ihr Vertriebsschema überprüfen müssen. Ansonsten droht eine Sanktion der FINMA wegen einer nicht bewilligten Tätigkeit als Vertriebsträger. Entsprechend hat diese Änderung einen beachtlichen Einfluss auf die Tätigkeit der unabhängigen Vermögensverwalter. Die Übereinstimmung der Aktivitäten des unabhängigen Vermögensverwalters mit den vorgenannten Regeln wird durch die FINMA direkt oder indirekt überprüft. Im Falle einer Verletzung der anwendbaren Regeln muss sich der unabhängige Vermögensverwalter gegenüber der FINMA verantworten. Die Aufsicht der FINMA wird namentlich durch die Die Änderungen am KAG hat einen beachtlichen Einfluss auf die Tätigkeit der unabhängigen Vermögensverwalter, da diese nun ihr Vertriebsschema überprüfen müssen. Ansonsten droht eine Sanktion der FINMA wegen einer nicht bewilligten Tätigkeit als Vertriebsträger. Entsendung detaillierter Fragebogen umgesetzt, deren Ziel es ist, die Einhaltung der oben genannten Reglementierung zu überprüfen. In schweren Fällen erspart sich die Aufsichtsbehörde den Fragebogen und interveniert durch den Einsatz eines Untersuchungsbeauftragten direkt beim Finanzintermediär, dessen erste Handlung nicht selten die Aussetzung In jedem Fall sind eine deutliche Verschärfung der Regle mentierung und eine immer bedeutsamere Aufsicht über die Aktivität des unabhängigen Vermögenverwalters durch die FINMA festzustellen. aller Aktivitäten des Finanzintermediärs ist. Die Vertretungsbefugnisse werden dem Finanzintermediär entzogen und die Konten, über die er bei schweizerischen Banken verfügt, blockiert. Der Einsatz des Untersuchungsbeauftragten wird durch einen Eintrag im Handelsregister publik gemacht; die häufig sehr hohen Kosten dieser Einsätze trägt der Finanzintermediär. Auf der Grundlage des Berichts des Untersuchungsbeauftragten zuhanden der FINMA über allfällig festgestellte Verstösse verfügt die Aufsichtsbehörde über die Kompetenz, Sanktionen auszusprechen. In besonders schweren Fällen kann sogar die Liquidation des Finanzintermediärs verfügt werden. eine grosse herausforderung Der vorgesehene Entwurf eines Finanzdienstleistungsgesetzes entspricht vollkommen dem Gedanken einer zunehmenden staatlichen Kontrolle der Finanzdienstleister. Dieses Gesetz soll als Grundlage für eine harmonisierte Reglementierung des Berufstandes dienen. Der Gesetzgeber wird entscheiden müssen, ob unabhängige Vermögensverwalter einer direkten Aufsicht durch die FINMA unterstellt werden sollen, oder ob diese Aufsicht durch Selbstregulierungsorganisationen (SRO) ausgeübt wird, wie es heute im Rahmen der Geldwäschereibekämpfung der Fall ist. Ein Gesetzesentwurf wird für den nächsten Juni erwartet. Sollten die Vorschläge der Bundesverwaltung, welche sie in ihrem Bericht vom 18. Februar 2013 festgehalten hat, vom Gesetzgeber übernommen werden, wird dieses Gesetz eines der bedeutendsten Herausforderungen der nächsten Jahre für die unabhängigen Vermögensverwalter darstellen. In jedem Fall sind eine deutliche Verschärfung der Reglementierung und eine immer bedeutsamere Aufsicht über die Aktivität des unabhängigen Vermögenverwalters durch die FINMA festzustellen. Sie geht einher mit einschneiden Interventionsmöglichkeiten der FINMA bei Verdachtsfällen einer Nichteinhaltung der anwendbaren Vorschriften. Die Kosten der Ausdehnung des gesetzlichen und reglementarischen Rahmens werden einen Einfluss auf die schon lange angekündigte Konsolidierung des Berufstandes haben. 16

17 RegulieR ung Die Kenntnis des grenzüberschreitenden regulatorischen Risikos ist bei der Entscheidungsfindung ein unverzichtbares Werkzeug Über grenzüberschreitende Kundenanwerbung und steuerflucht wird seit vielen Monaten ausführlich debattiert. wir nahmen dies zum anlass, um diese ProbleMatiK zu untersuchen und die verfügbaren lösungen aufzuzeigen. hierfür sprachen wir Mit PatricK genazzi, einem der Partner von brp bizzozero & Partners sa. ein gespräch. D as G espräch F ührte rohan sant P atrick G enazzi Patrick Genazzi ist 1977 geboren und absolvierte sein Jurastudium an der Universität Lausanne. Danach ging er 2001 zu PricewaterhouseCoopers. Seit 2005 ist er in der Abteilung Trading & Asset Management bei der Union Bancaire Privée für Compliance verantwortlich. Der MiFID- Regulierungs- und Aufsichtsprüfungsspezialist und Conférencier des Centro Studi Bancari de Lugano ist seit Mai 2011 Partner bei BRP Bizzozero & Partners SA. BRP ist heute massgebend im Bereich Beratung und Schulung über alle Themen der grenzüberschreitenden Verwaltung. Was hat Sie zu dieser Ausrichtung Ihres Beratungshauses bewegt? Patrick Genazzi: Im Jahr 2010 wurde der Finanzbranche plötzlich bewusst, dass es unumgänglich geworden war, die grenzüberschreitenden Risiken zu beherrschen, denn die FINMA hatte nach dem Fall UBS ein Positionspapier* veröffentlicht (im Juni 2010 ratifizierte das Parlament die am 19. August 2009 mit den Vereinigten Staaten getroffene gegenseitige Unterstützungsvereinbarung, die darauf abzielt, Daten über etwa 4'500 der Steuerflucht verdächtige UBS- nnn 17

18 RegulieR ung nnn Kunden zu übermitteln, Anm. d. Red.). In diesem Dokument unterstreicht die Finma, dass sie sich zwar nicht für das ausländische Recht verbürgt, jedoch die Kenntnis und Beachtung der internationalen Regeln als unverzichtbare Bedingung für den Erhalt der Bankenbewilligung in der Schweiz sieht. Durch die Veröffentlichung der Erwartungen der FINMA hat sich die Situation drastisch verändert. Bis dahin Die ausländischen Rechtsordnungen zu beachten, ist seitdem für die eidgenössischen Akteure zu einer quasi überlebenswichtigen Notwendigkeit geworden. ren getätigt werden. Diese beiden Tatsachen führten uns zu einer einfachen Schlussfolgerung: Die Banken mussten und müssen immer noch bei ihren Anstrengungen unterstützt werden. Davon ausgehend war eine unserer Ideen, die zur Gründung unseres Unternehmens führten, ein Vorlagedokument zu erstellen, dem wir den Namen Country Manual (Länderhandbuch) gaben. Um dieses zu einer Referenz zu machen, entwickelten wir zunächst ein internationales Netz von Spezialisten, das heute etwa 120 Partner aus ebenso vielen Ländern umspannt. Ferner erarbeiteten wir einen standardisierten Fragebogen, den wir unseren ausländischen Partnern zuschicken und der unsere Basis für die Erstellung der Länderhandbücher bildet. Bis 2014 wird unser Angebot 120 Handbücher umfassen. hatten die meisten Schweizer Financiers nämlich geglaubt, alle ihre grenzüberschreitenden Aktivitäten seien durch das Bankgeheimnis gedeckt. Tatsächlich war dies natürlich nicht der Fall, aber das Gefühl der Straffreiheit war sehr weit verbreitet. Aus Compliance-Sicht entstand dadurch auch ein neuer Markt: Es musste nun der gesamten Finanzgemeinde die Bedeutung dieser Angelegenheiten begreiflich gemacht werden, insbesondere, wie man im legalen Rahmen bleiben kann, um seine Bewilligung nicht zu verlieren. Die ausländischen Rechtsordnungen zu beachten, ist seitdem für die eidgenössischen Akteure zu einer quasi überlebenswichtigen Notwendigkeit geworden. Wie haben Sie, ausgehend von dieser Feststellung, Ihr Angebot ausgearbeitet? Zunächst haben sich die Banken auf ihre wichtigsten Märkte konzentriert, was bei den meisten die an die Schweiz angrenzenden Länder sind. Doch obwohl den Banken die Einschränkungen bekannt waren, gab es kein schriftliches Dokument. Jedes Institut hatte seine eigenen Richtlinien für die Länder, in denen es aktiv war. Kommt hinzu, dass die Bankenregulierung in den verschiedenen Ländern sich in erster Linie auf die Aktivität der Inlandbanken bezieht. Diese Regulierung umfasst keine Vorschriften über Kundenbesuche, die von ausländischen Finanzakteu- Welchen Mehrwert haben diese Produkte? Kurz gesagt enthalten Sie alle für die Verwaltung des Risikos aus grenzüberschreitenden Aktivitäten notwendigen Informationen. Aber vor allem bieten wir eine tiefe Kenntnis über die mit der jeweiligen Regulierung verbundenen spezifischen Risiken. Zu Beginn erlegten sich die Banken sehr strenge Vorschriften auf, durch die die Aktivität stark eingeschränkt wurde. In den meisten Fällen geschah dies aufgrund von Unkenntnis oder Furcht. Unser Ansatz bewegt sich nun aber am anderen Ende dieses ursprünglichen Spektrums: Mit unserer umfassenden Untersuchung der spezifischen Situation in einem Land und der Gegenüberstellung unserer Schlussfolgerungen mit den bei unseren unabhängigen Partnern vor Ort gesammelten Daten können wir eine genaue und nuancierte Analyse erstellen. Ferner können wir dank unseres Wissens die mit dem Gesetz verfolgte Absicht und die Vernehmlassungen der Regulatoren der einzelnen Länder interpretieren. Unser Produkt zeigt den Benutzern ihren Handlungsspielraum auf und hilft ihnen vor allem dabei, ihre Möglichkeiten zu erkennen. In diesem Sinne ist es eine echte Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Was ist die Hauptzielgruppe dieser Handbücher? Und woraus bestehen sie? Die Länderhandbücher setzen sich aus drei Dokumenten zusammen. Ein Regulatory Summary wendet sich zunächst 18

19 BRP Bizzozero & Partners SA Das Unternehmen BRP Bizzozero & Partners SA (BRP SA) mit Sitz in Genf ist auf regulatorische Beratung, Entwicklung von Compliance- Produkten und Schulungen im Bankund Finanzbereich spezialisiert. Mit mehr als 150 Banken, darunter zahlreiche Konzerne und eine zunehmende Anzahl an sonstigen Finanzintermediären ist BRP heute in der Schweiz eine Schlüsselfigur. Die Kundenbasis setzt sich aus Unternehmen aller Grössen zusammen, darunter unabhängige Vermögensverwalter auf der einen und Mischkonzerne mit mehr als 150'000 Mitarbeitern auf der anderen Seite. BRP SA hat für nächsten Juli die Eröffnung eines Büros in Zürich angekündigt. Unser Produkt zeigt den Benutzern ihren Handlungsspielraum auf und hilft ihnen vor allem dabei, ihre Möglichkeiten zu erkennen. Es ist eine echte Hilfe bei der Entscheidungsfindung. an die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats. Dort werden kurz die Hauptprinzipien angeführt, denen die Ausübung einer grenzüberschreitenden Banken- bzw. Finanzaktivität unterliegt. Im sich anschliessenden Regulatory Template werden die mit der Ausübung einer grenzüberschreitenden Aktivität verbundenen Fragen ausführlich behandelt. Dieser Teil wendet sich an Spezialisten. Unter anderem sind auch Lösungen je nach Status und Wohnsitz des Kunden, Informationen über die Zusammenarbeit zwischen Vermittlern und unabhängigen Verwaltern, Möglichkeiten durch grenzüberschreitende Lizenzen sowie die vorhandenen Niederlassungen und Vertretungen enthalten. Das abschliessende Behaviour Template vom Typ Dos and Don ts bietet eine Übersicht über die korrekten Verhaltensweisen und die entsprechenden Grenzen. Mithilfe dieser drei Dokumente können die Benutzer eine immer genauere Analyse durchführen und ihre Entwicklungsstrategie in einem bestimmten Land verfeinern, gleichzeitig aber auch die Risiken unter Kontrolle behalten. Weiterhin zeigen wir Möglichkeiten auf, die von der Schweiz aus nicht erkennbar wären. Unter praktischen Aspekten stehen die Handbücher in Form eines Abonnements für ein oder mehrere Länder zur Verfügung. Die Aktualisierungen sind enthalten, denn die Gesetze entwickeln sich fort und werden ständig erweitert. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen? Für eine geplante Niederlassung können wir Australien als Beispiel nehmen. Zwar ist es nicht erlaubt, australische Kunden von der Schweiz aus anzuwerben, aber der Stadtstaat Singapur verfügt in diesem Bereich über Vereinbarungen mit Australien, d.h. von Singapur aus ist es erlaubt. Diese Möglichkeit ist von der Schweiz aus nicht erkennbar und erlaubt es eidgenössischen Unternehmen, von einer Niederlassung in Singapur aus völlig legal in Australien zu agieren. Und wie soll die Zukunft aussehen? Für die Zukunft haben wir zwei grosse Projekte: unsere internationale Expansion und die Entwicklung unserer Produkte. Mit unserem Know-how und unserem starken Partnernetz sind wir heute dazu in der Lage, Handbücher aus jedem beliebigen Land für jeden beliebigen Zielmarkt zu erarbeiten. Am Ende möchten wir uns nicht nur als uneingeschränkter Marktführer in der Schweiz, sondern auch auf internationaler Ebene positionieren. Unsere Produkte decken den Aspekt der Banken- und Finanzregulierung bereits ab. Künftig möchten wir unser Angebot um Lösungen erweitern. Dabei könnte es sich beispielsweise um Investitions- oder Servicelösungen handeln die von steuerlichem Interesse ist. * FINMA-Positionspapier zu den Risiken im grenzüberschreitenden Finanzdienstleistungsgeschäft, FINMA

20 RegulieR ung Countdown für MiFID II oder Chronik eines Dreierpakts Im Anschluss An die TrIlogen Informelle vertrauliche Treffen von vertretern des europäischen parlaments, des rates und der KommIssIon über gesetzgebungsverfahrensfragen vom 14. JAnuAr 2014 hat der Ausschuss der ständigen vertreter (AsTv) der europäischen union die KompromIssTexTe für die KünfTIge mifid bekannt gegeben. erläuterungen. O livier D epierre Jurist, BCCC Avocats Attorneys-at-law In einer früheren investnews 1 -Ausgabe wiesen wir darauf hin, dass unabhängige Verwalter, die in der EU tätig sind, künftig Vergütungen von Dritten wahrscheinlich nicht behalten dürfen. Der in den Trilogen gefundene Kompromiss ist kategorisch. NO FEED Wenn sie Portfoliomanagementdienstleistungen erbringt, darf die Investitionsgesellschaft keine Gebühren, Provisionen oder sonstigen finanziellen oder nicht finanziellen Vorteile annehmen oder behalten, die von einem Dritten oder einer für einen Dritten handelnden Person im Zusammenhang mit der Erbringung der betreffenden Dienstleistung zugunsten des Kunden gezahlt Höchstwahrscheinlich wird diese Regelung im FIDLEG übernommen werden, damit eine ausreichende juristische Basis zur Umsetzung europäischen Rechts in Schweizer Recht besteht. Eine solche Umsetzung ist wie wir noch sehen werden nun einmal die unerlässliche Voraussetzung für den Zugang zu den Finanzmärkten der EU. oder bereitgestellt werden. Eine leichte Einschränkung mildert diese fallbeilartige Bestimmung ein wenig: Geringfügige nicht finanzielle Vorteile, die zur Verbesserung der Qualität der dem Kunden erbrachten Dienstleistung bestimmt sind und die aufgrund ihres Umfangs und ihrer Beschaffenheit nicht als Verletzung der Pflicht des Unternehmens, im besten Interesse ihres Kunden zu handeln, betrachtet werden können, sind deutlich anzugeben und werden von der vorliegenden Bestimmung ausgeschlossen. So weit so gut. Aber wir sollten schon einmal festhalten, dass die Frage der Crossborder-Anwendung der MiFID im Fall von ausländischen Kunden, die von der Schweiz aus verwaltet werden, fragwürdig ist. Was die Tätigkeit der Anlageberatung angeht, so gelten das genannte Verbot sowie seine Einschränkung gleichermassen, mit dem Unterschied, dass sie nur insofern zur Anwendung kommen, als es sich um eine unabhängige Beratung handelt. Im Übrigen muss dieses Kriterium noch genau definiert werden. Erwogen wird, dass es sich z.b. sowohl auf die strukturelle Unabhängigkeit gegenüber einer zum Kauf empfohlenen Kollektivanlage als auch auf die Abwesenheit jedes Aktionärbindungsvertrags zwischen dieser Kollektivanlage und der Beraterfirma bezieht. Jedenfalls wird diese Definition zweifellos 2015 im Rahmen der Stufe 2 des Lamfalussy-Gesetzgebungsprozesses von der EU-Kommission festgelegt. Höchstwahrscheinlich wird diese Regelung im FIDLEG übernommen werden, damit eine ausreichende juristische Basis zur Umsetzung europäischen Rechts in Schweizer Recht besteht. Eine solche Umsetzung ist wie wir noch sehen werden nun einmal die unerlässliche Voraussetzung für den Zugang zu den Finanzmärkten der EU. ArbEitsmArktzugANg Was die Kunden des unabhängigen Beraters (also die Retail- Kunden und einige in Anhang II 2 der Richtlinie als professionell bezeichnete Privatkunden) angeht, so wird es nach dem neuen 20

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