Patenschaften von Mensch zu Mensch Präventionsprojekt in der Stadt Arnsberg Initiative: Seniorenbeirat Arnsberg

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1 Patenschaften von Mensch zu Mensch Präventionsprojekt in der Stadt Arnsberg Initiative: Seniorenbeirat Arnsberg Wettbewerb - Landespräventionspreis der Polizei NRW 2005 Präsentation: 28. April 2006 Düsseldorf Marita Gerwin- Stadt Arnsberg

2 Patenschaften von Mensch zu Mensch in Arnsberg Ein gesamtstrategisches Projekt, in dem sich die Menschen wieder umeinander kümmern, aktive Nachbarschaften entwickeln und einander im Auge behalten. Ein idealer Schutz für ältere Menschen, um aus der Isolierung und Vereinsamung zu entfliehen.

3 Die Philosophie dieses Projektes Mitten im Leben stehen! Bis zum Lebensende dazu gehören- dabei sein! Am gesellschaftlichen Leben teilnehmen - mitgestalten - partizipieren! Verantwortung fühlen und übernehmen! Das schafft Sicherheit für den Einzelnen und für die Gesellschaft! Aus unserer Sicht der beste Schutz vor Kriminalität und Gewalt im Alltag!

4 Ein Bild mit Symbolcharakter für das Paten-Projekt Arnsberg

5 Patenschaften von Mensch zu Mensch um Kinder und Jugendliche stark zu machen um Familien/ Alleinerziehende und auch hochbetagte, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen um die Integration ausländischer Einwohner zu erleichtern um beim Start in den Beruf zu begleiten um lokale Bündnisse für alle Generationen zu entwickeln um den Dialog der Generationen anzuregen um Arnsberg lebens- und liebenswert zu gestalten

6 Wie entstand die Projektidee? Im Rahmen einer Klausur-Tagung des Seniorenbeirates wurden die unterschiedlichsten Facetten des Lebens im Alter in Arnsberg diskutiert. Dazu gehörten nicht nur Aspekte wie neue Altersbilder u.verantwortungsrollen, sondern auch Gefahrenpotenziale und Gewaltpräventionsthemen, wie Generationenverantwortung, Zusammenleben zwischen Jung und Alt Angst-Räume in der Stadt, subjektive Sicherheitsbedürfnisse Integration, Isolation, Vereinsamung, Rückzug in die kleine private Welt Kriminalitätsvorbeugung und Opferschutz In diesem Zusammenhang sind Ziele formuliert worden, wie diesen Gefahren vorgebeugt werden kann und welche Systeme greifen müssen, um soziale Netzwerke zu installieren, in denen sich Jung für Alt und Alt für Jung wieder interessieren und Verantwortung übernehmen. Eine Aufbruchstimmung begann. Eine Ideenbörse entwickelte sich! Noch am gleichen Tag wurde das Projekt aus der Taufe gehoben.

7 Von der Idee zur Praxis Eine Initiativ-Konferenz zum Thema: Patenschaften entstand. Eine Steuerungsgruppe bildete sich heraus. Kooperationsparter stiegen ein. Eine intensive, neue Form der Öffentlichkeitsarbeit gegann: Per Zeitungs-Annoncen wurden Menschen aller Generationen, kooperationsbereite Institutionen und Projektpartner gewonnen. Radiosendungen berichteten auch überregional über diese Projektidee. Allerdings auf eine etwas ungewöhnlich Art: Das Projekt Patenschaften von Mensch zu Mensch in Arnsberg droht zu scheitern! Diese Schlagzeile ging über den WDR-Sender. Die Nachricht rüttelte selbst mich am Frühstückstisch wach! Sie erweckte eine enorme Aufmerksamkeit in der Arnsberger Bevölkerung. Das darf doch nicht wahr sein! Da mache ich mit! Darauf habe ich eigentlich nur gewartet, waren die Motive vieler Interessenten. Kontakte zu Schulen erschlossen neue Perspektiven der Zusammenarbeit. Intergenerative Ansätze bildeten die Basis des Projektes. Das Berufskolleg Am Eichholz mit Schülern vernetzte sich mit dem Projekt.

8 Von der Idee zur Praxis Es folgten Gespräche mit Ärzten, Gerontologen, Vertretern des Weißen Ringes e.v., mit der Kreis-Polizeibehörde des HSK Abt. Prävention, mit der Bezirksverkehrswacht, mit Polizeibeamten in den Stadtteilen, mit dem Seniorenbeirat, Vertretern der Jugendeinrichtungen, Kindergärten und KITAS, mit Berufsbetreuern und Begegnungsstätten, Krankenhaus-Besuchdiensten, Krankenhaus- Sozialdiensten, Wohn- und Pflegeberatungen, mit ambulanten Pflegediensten, Priestern, Pfarrern, Wohlfahrtsverbänden etc. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich das Kooperationsprojekt Patenschaften von Mensch zu Mensch.

9 Bilder sprechen eine eigene Sprache! Schauen Sie selbst einmal hin, blicken Sie in die Gesichter der Paten, die Sie gleich in der Präsentation sehen und erleben werden! Lesen Sie in den Augen der Menschen, wie gut es tut, gebraucht zu werden. Sehen Sie selbst, wie wohltuend es ist, Hilfe und Unterstützung von Anderen zu erfahren, wenn es eines Tages im Leben erforderlich ist. Menschliche Nähe-Wärme-Fürsorge-Zuwendung-Vertrauen Werte, die einer Gesellschaft nicht verloren gehen dürfen. Werte, die man auch für Geld nicht kaufen kann.

10 Patenschaften für hochbetagte und hilfsbedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden - in den Wohnquartieren- schaffen Sicherheit und Vertrauen - schützen vor Isolation und Vereinsamung im Alter.

11 Volker Wiesenberg, pensionierter Kriminalbeamter der Polizei des Hochsauerlandkreises als Pate in der KITA Entenhausen Arnsberg Seit seiner Pensionierung engagiert er sich in der KITA. Sein Ziel ist es, in den Kindern die Liebe zur Natur und zu den Lebewesen zu wecken. Er sensibilisiert sie für eine neue Wertediskussion. Aufeinander acht geben, miteinander handeln, füreinander da sein! Wer mit Tieren und der Natur sorgsam umgeht, wird auch den Menschen achten und nicht gewalttätig werden, wie ich es in meinem Beruf leider häufig erleben musste! Für Volker Wiesenberg die beste Prävention und Investition in die Zukunft unserer Stadt!

12 Paten unterstützen pflegende Angehörige! Wir brauchen zukünftig außerfamiliäre Entlastungsstrukturen, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/ Kindererziehung und Pflege hilfsbedürftiger Angehöriger in den eigenen vier Wänden wieder möglich wird. Einen Menschen zu Hause zu pflegen erfordert die Kraft der gesamten Familie. Pflegende Angehörige brauchen Entlastungsstrukturen und Angebote, damit sie ihrer Aufgabe gewachsen bleiben. Paten ein Gewinn für Alle!

13 Junge, starke, selbstbewusste Menschen sind unsere Zukunft! Sie zu stützen und zu stärken macht vielen Freude! Eine wunderbare Aufgabe für ältere Menschen in Arnsberg! Wo sind die Großväter, Ersatz-Opas und Ersatz-Omas, die Zeit zum Spiel, zum Vorlesen haben, die Geduld, Muße und die nötige Ruhe mitbringen? Fehlen nicht heute in der Welt, in der die Kinder vielfach ohne den Vater groß werden, die männlich positiven Rollenbilder? Brauchen Jugendliche beim Erwachsenwerden und beim Start in den Beruf nicht auch Partner - außerhalb der Familie - denen sie sich anvertrauen können?

14 Herr Hermann Jäcksch, 84 Jahre ist DER OPA des Kinderg Seit dem Tod seiner Frau gehört Opa Jäcksch im Kindergarten zum lebenden Inventar, wie er selbst sagt. Hier fühlt er sich Zuhause! Die Kinder haben ihm wieder Mut zum Leben gegeben. Hier gibt es immer irgend etwas für ihn zu tun. Er repariert zusammen mit den Kindern die defekten Spielzeuge, baut Gemüse im Garten an, oder sitzt gemütlich mit dem ein oder anderem Kind unterm Apfelbaum. Heute bin ich mit dem Kindergarten verheiratet, lächelt er verschmitzt.

15 Der Nachbar eines Kindergartens - ein pensionierter Realschullehrer Bernhard Klenk - entfernt kurzerhand die Gartenpforte zu seinem Kleintierhof und übergibt die Pflege und Patenschaft für seine Perl- und Zwerghühner an die Kinder. Jeden Morgen gibt es viel zu tun für die kleinen Paten!

16 Herbert Kramer, 77 Jahre - unterstützt einen lernbehinderten und erziehungsschwierigen Schüler bei den täglichen Hausaufgaben. Seit ich mich in diesem Projekt engagiere, habe ich keine Zeit mehr zum Arzt zu gehen, um den zu fragen wie es mir geht!

17 Ingeborg Meier, 68 Jahre - Patin für einen ausländischen Schüler. Deutsch ist inzwischen sein Lieblingsfach in der Schule geworden. Ein toller Erfolg für beide Seiten!

18 Computer-Werkstatt in der Theodor Heuss-Hauptschule Seit 6 Jahren bereits treffen sich jeden Montag technikbegeisterte Senioren und Seniorinnen, die die Wartung und Reparatur aller Schulcomputer der städt. Schulen im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements übernommen haben. Ein Patenschaftsprojekt mit langer Tradition in Arnsberg.

19 Der 68-jährige Schmied Siegfried Schreiber erkennt in einem Kunstsommer-Workshop das Talent des 13-jährigen Uwe Kramer und begleitet ihn als väterlichen Freund durch sein berufliches Leben. Er hat es geschafft, dass dieser junge Mann - heute 23 Jahre alt, die Freude an dem alten Handwerk entwickelt hat und heute mit Begeisterung dieses Handwerk ausübt. Eine Symbiose zwischen Alt und Jung - eine nachhaltige Patenschaft.

20 Hassan, 23 Jahre - geduldeter Flüchtling - Schüler der FOS 11 des Berufskollegs Am Eichholz - absolviert das Praktikum im Altenheim Klostereichen. Sein junger Pate lehrt ihn regelmäßig in deutscher Sprache, wie Unterrichtsinhalte computertechnisch aufbereitet werden, unterstützt ihn bei den Hausaufgaben und sichert ihm so den erfolgreichen Schulabschluss. Ein beispielhaftes ehrenamtliches Integrationsprojekt zwischen zwei jungen Menschen im Computertreff Bruchhausen.

21 Eine Initiativ-Konferenz im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Arnsberg Planungswerkstatt: Selbständiges und sicheres Leben im Alter

22 Christoph Arens - Journalist aus Köln - probiert selbst aus, was es heißt an der Pakinson-Erkrankung zu leiden und bewegungsunfähig zu sein. Ein hautnahes Erlebnis, was man nicht wieder vergisst! Ein Beispiel für die Qualifizierung Im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Arnsberg sensibilisiert Frau Dr. Gurk - eine Ärztin - die Auszubildenden im Handwerk, die Meisterschüler, Paten und ehrenamtlichen Wohnberater anhand eines sog. AGE-Explorers - (ein Anzug, der die Krankheitssymtome symbolisiert), um sie für die Praxis fit zu machen.

23 Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit ist sehr wichtig für das Projekt. Die Redaktion SICHT transportierte die Idee in die Bevölkerung hinein. So gewann das Projekt viele interessierte Mitstreiter für die Idee!

24 Gemeinsames Engagement macht Spaß! Es bereichert auch das Leben der Paten!

25 Fotos: Sabine Kern, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart Julian Stratenschulte, Arnsberg Mark Steinmetz, GEO- Redaktion, Hamburg Harald Heins, Arnsberg Maurice Reisch, ars-novum, Arnsberg

26 Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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