Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 1. Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen

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1 mobilität mit zukunft FINAL_vco_2015_Multimodale_Mobilitaet 2.pdf :41 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Jahre eihe r n e t f i r h VCÖ-Sc unft k u Z t i m t ä MobiliT

2 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 1 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen

3 2 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Bequemer umsteigen vom Auto in die U-Bahn. Und weiter zum Event. Mit intelligenter Vernetzung von A nach B. siemens.com/mobility Zuverlässigkeit, Sicherheit und Attraktivität sind entscheidend im Schienenverkehr für zufriedene Fahrgäste und wettbewerbsfähige Mobilitätsangebote. Wir bieten Ihnen dazu ein einzigartiges, integriertes Portfolio: durchgängige IT-Plattformen zur Optimierung des Fahrbetriebs, zuverlässige Stellwerksund Bahnübergangstechnik, innovative Ticketing-Systeme, effiziente Schienenfahrzeuge sowie maßgeschneiderte Serviceund Beratungsleistungen. Und Integration geht für uns noch weiter. Mit unserem umfassenden Know-how zur Optimierung des Verkehrs auf Schiene und Straße werden wir mit intelligenter IT alle Verkehrsträger immer perfekter miteinander vernetzen damit Reisende noch schneller, sicherer und entspannter von A nach B gelangen. Die Technologien dazu sind da. Die Konzepte auch. Lassen Sie uns gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten.

4 Mobilität mit Zukunft 1/2015 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 3 Dank Impressum Publikationen des VCÖ dienen der fachlich fundierten Aufbereitung beziehungsweise Diskussion von Themen aus dem Bereich Mobilität, Transport und Verkehr. Die Art der Behandlung der Inhalte und die erarbeiteten Ergebnisse müssen nicht mit der Meinung der unterstützenden Institutionen und Personen übereinstimmen. Gedankt sei allen, die die Herausgabe dieser Publikation finanziell unterstützt haben. VCÖ 1050 Wien Bräuhausgasse 7 9 T +43-(0) E VCÖ (Hrsg.): Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen VCÖ-Schriftenreihe Mobilität mit Zukunft 1/2015 Wien 2015 ISBN Als Hauptautor zu zitieren: VCÖ, Wien, Österreich Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: VCÖ, 1050 Wien ZVR-Zahl Titelbild: Projektblatt/Angela Batik Übersetzungen: Sylvi Rennert, Andrea Tabery Layout: A BISS Z PRODUCTIONS Druck: Donau Forum Druck Walter-Jurmann-Gasse 9, 1230 Wien Offenlegung gemäß 25 Mediengesetz: Grundlegende Richtung gemäß 25 Abs. 4 des Mediengesetzes: Mobilität mit Zukunft ist ein Medium zur Verbreitung der Ziele des gemeinnützig tätigen VCÖ und dient insbesondere der Förderung ökologisch verträglicher, sozial gerechter und ökonomisch effizienter Mobilität durch Beiträge aus den Bereichen Verkehrspolitik, Verkehrswissenschaft, Verkehrspsychologie und Verkehrssicherheit. Geschäftsführung: Dr. Willi Nowak Erstellt unter Mitarbeit von: Christine Zehetgruber Karin Ausserer Inserate: EZA Komobile Siemens Südwind Magazin Thales VOR Daniel Sigmund Wasilis von Rauch Uwe Sattler Karl Regner Thomas Pferscher Cornelia Zankl Marion Hiptmair Korinna Neulinger Daniel Bell Gregor Wiltschko Juliane Haupt Sandra Hochstöger Elisabeth Füssl Manuel Oberlader Georg Hauger Folgende Personen haben eine Patronanz durch einen großzügigen Unterstützungsbeitrag für die VCÖ-Publikation Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen übernommen und damit deren Entstehung ermöglicht: Liselotte Eher Herbert Weber Zahlreiche weitere Personen haben diese Publikation mit ihren Spenden ermöglicht. Michael Koucky Ulla Rasmussen Willi Nowak Christoph Hörhan Herbert Reithmayr Christian Gratzer Alexandra Millonig Bettina Urbanek Karl Reiter Markus Gansterer Michael Szeiler Wolfgang Aichinger Stefan Arbeithuber Walter Slupetzky

5 Der VCÖ braucht deine Spende. Der VCÖ-Einsatz für eine Mobilität mit Zukunft ist wichtiger denn je. Spenden und Patenschaften für Mobilität, Klimaschutz, Gesundheit und Kostenwahrheit machen das VCÖ-Engagement erst möglich! Foto: E. Raptosh/Blend Images/Corbis Foto: fotolia.de Dr. Willi Nowak, VCÖ-Geschäftsführung: Seit mehr als 25 Jahren setzen wir vom VCÖ uns für eine bessere Verkehrswelt ein. Der VCÖ-Einsatz brachte Erfolge. Doch für eine Mobilität mit Zukunft bleibt noch viel mehr zu tun. Klimaschutz, nachhaltige Energiepolitik und hohe Lebensqualität sind ohne eine ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität nicht möglich. Spenden für den Einsatz des VCÖ sind wichtiger denn je. Vielen Dank! Mobilität für alle garantieren Umwelt, Klima und Ressourcen schonen Mobil sein unabhängig von Alter, Einkommen, Herkunft und Gesundheit! Mobil sein ohne unwiederbringliche Ressourcen zu verschwenden! Foto: Norbert Novak Gesundheit und Verkehrssicherheit bewahren Foto: fotolia.de Wirtschaftlich und technologisch voran kommen Durch Mobilität Gesundheit stärken statt durch Verkehr krank werden! Technologien sinnvoll nutzen und Verkehrskosten fair teilen! Deine Spende wirkt! Spenden-Konto: Spenden für die VCÖ-Tätigkeit sind steuerlich absetzbar. Online spenden auf Erste Bank IBAN: AT BIC: GIBAATWWXXX

6 Mobilität mit Zukunft 1/2015 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 5 Vorwort Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden für den Straßenverkehr Landschaften zerschnitten und Städte in rechte Winkel gepresst. Die Räume dazwischen sind von trennenden Elementen geprägt. Noch hält sich in der Verkehrspolitik diese Monokultur der Autoorientierung im Denken und Handeln. Und so stolpern wir über Gehsteigkanten, stoppen an Ampeln und stoßen uns an Verkehrsschildern, statt Flächen zu teilen und einander zu begegnen. Das Gemeinsame und das Vielfältige bleiben derzeit noch auf der Strecke. Die Monokultur der Automobilität wird von mehr und mehr Menschen in Frage gestellt. Das Auto selbst spielt schon längst in seiner zweiten Halbzeit. Die Pkw-Neuzulassungen gehen in Österreich zurück. Relativ zur Bevölkerungszahl sinkt in den Ballungsräumen Österreichs der Kfz-Bestand. In Wien wird nur noch ein Fünftel der Wege mit dem Auto selbstfahrend zurückgelegt. Peak Auto ist hierzulande überschritten. Der wahre Individualverkehr ist jener, der unabhängig vom Autobesitz läuft. Das Individuelle unserer Verkehrsteilnahme misst sich daran, wie wahlfrei wir sind, welches Verkehrsmittel wir wann und wofür verwenden. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wollen je nach Zeit, Geld und Laune das jeweils passende Verkehrsmittel nehmen. Ein Auto für den Transport, das Fahrrad für die tägliche Bewegung, die eigenen Füße, um Stadt und Landschaft zu genießen, und den Öffentlichen Verkehr für die weiten Strecken. Vielfältige multimodale Mobilität liegt im Trend und ist gefragt. Informationstechnologien machen es zunehmend einfach, in der Verkehrsmittelwahl frei zu sein. Beim Kaffee auf dem Smartphone zu sehen, in wie vielen Minuten der nächste Bus kommt, entspannt. Citybikes vorreservieren und per Mobiltelefon zu buchen, macht den Ausflug mit Gästen in die Stadt planbar. Die Kosten der Parkgarage für den Transport der neuen HiFi-Anlage werden wie die Jahresnetzkarte des Öffentlichen Verkehrs über die Mobilitätskarte abgerechnet. Vielfalt und Kombination der Fortbewegungsarten machen uns frei von der Abhängigkeit, ein Auto benützen zu müssen. Die VCÖ-Publikation Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen zeigt, wie und wo Vielfalt der Mobilität im ausklingenden Autozeitalter Platz greifen, und welche Rahmenbedingungen multimodale Mobilitätslösungen vorwärts bringen. Willi Nowak VCÖ-Geschäftsführung

7 thalesgroup.com Transportlösungen Immer wenn es darauf ankommt, hat Thales die richtige Antwort SICHERER BETRIEB ZUFRIEDENE FAHRGÄSTE GESICHERTE EINNAHMEN NETZAUSLASTUNG BETRIEBSEFFIZIENZ NAHTLOSES REISEN Um mehr über Thales zu erfahren, scannen Sie bitte den QR-Code. Transport15_German_C _136x185_Feb15_VCO_v1.indd 1 02/02/ :24

8 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 7 Inhaltsverzeichnis Multimodale Mobilität im Trend 9 Multimodal unterwegs auf Alltagswegen 15 Multimodale Mobilität in der Region 19 Fahrrad und Öffentlichen Verkehr kombinieren 22 Multimodal mobil am Wohnort 26 Multifunktionale Infrastrukturen für vielfältige Mobilität 29 Technologische Innovationen für multimodale Mobilität 32 E-Mobilität und Sharing 36 Multimodale Mobilität braucht moderne Gesetze 41 Literatur, Quellen, Anmerkungen 44 VCÖ-Schriftenreihe Mobilität mit Zukunft 48

9 WO DAS LEBEN QUALITÄT BEKOMMT Das milde Aroma von Kaffee Orgánico verbindet Genuss mit der Achtung der Menschen, die ihn kultivieren und der Natur, in der er gedeiht. Daraus erwächst Kaffeekultur mit Zukunft. EZA Fairer Handel GmbH Wenger Straße Köstendorf, T 06216/ /2 Seite Südwind - kommt Mi., vormittag Sukree Sukplang / Reuters Wo sonst steht die Peripherie im Mittelpunkt? Der Schriftsteller Ilija Trojanow über das Südwind-Magazin Wagen Sie mit dem Südwind-Magazin einen anderen Blick auf die globalisierte Welt: Jeden Monat Unerwartetes, Aktuelles und Hintergründiges aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Super-Angebot: 3 Ausgaben um nur 3,- statt regulär 12,- (Dieses Kurzabo endet automatisch!) Bestellungen unter oder Südwind-Magazin Laudongasse Wien Tel. 01/

10 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 9 Foto: Shutterstock (Illustration: Daniel Pufe) Multimodale Mobilität im Trend Die Gesellschaft wird vielfältiger, das Mobilitätsverhalten ändert sich. Neue Technologien und bessere Vernetzung erweitern die Möglichkeiten, mobil zu sein. Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist bereits heute multimodal unterwegs und nutzt regelmäßig mehrere Verkehrsmittel. Lebensstile und Bedürfnisse, Lebensphasen und Familienformen vom Single- bis zum Patchwork-Haushalt werden vielfältiger. Die Art zu arbeiten digitaler und mobiler. Damit verändern sich die täglichen Mobilitätsmuster. Die Anforderungen an flexible Formen der Zeiteinteilung und Nutzung von Infrastrukturen erhöhen sich. Damit verändern sich die täglichen Mobilitätsmuster, und die Anforderungen an flexible Formen der Zeit einteilung und Nutzung von Infrastrukturen erhöhen sich. Das erfordert von Mobilitätsanbietenden, ihre Angebote zu individualisieren und mehr zielgerichtete Information zu liefern. Die Prioritäten und Entscheidungen der Infrastrukturpolitik und Verkehrsplanung werden einerseits durch Umwelt- und Klimaschutzziele, andererseits durch sich ändernde Nachfrage nach vielfältigerer Mobilität zu Änderungen gezwungen. Rund 80 Prozent der Bevölkerung Österreichs lenken zumindest ab und zu ein Auto, sechs von zehn Personen nutzen den Öffentlichen Verkehr: mehr als ein Drittel aller Menschen täglich bis mehrmals im Monat, ein Viertel seltener. 135 Im Jahr 2013 gaben private Haushalte im Vergleich zum Jahr 2010 rund fünf Prozent weniger für den Kauf von Fahrzeugen aus, für Waren und Dienstleistungen rund ums Auto rund zwei Prozent weniger. Die Ausgaben für Verkehr insgesamt gingen um rund eineinhalb Prozent zurück, die Ausgaben für Verkehrsdienstleistungen stiegen hingegen um mehr als vier Prozent. Der Gesamtkonsum im Inland wuchs um rund ein Prozent. 132 Multimodale Lebensstile nehmen zu Immer öfter sind Mobilitätstypen nicht auf ein bestimmtes Verkehrsmittel fixiert. Beispiele da- Anteil der Bevölkerung über 15 Jahre in Österreich Fast alle nutzen verschiedene Verkehrsmittel Gehen (mehr als 250 Meter Weg) Pkw, lenkend Fahrrad Öffentlicher Verkehr Fast ein Drittel der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich oder mehrmals wöchentlich für Alltagserledigungen. Jede vierte Person fährt sehr häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln. täglich oder mehrmals pro Woche mehrmals pro Monat seltener Carsharing 3 Quelle: Statistik Austria Grafik: VCÖ 2015

11 10 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Mobilität mit Zukunft 1/2015 Vielfältige Mobilität schont Umwelt und Geldbörse Multimodaler Mobilitätstyp Annahme: zurückgelegte Kilometer pro Person und Jahr Monomodaler Mobilitätstyp Annahme: zurückgelegte Kilometer pro Person und Jahr Auto (Diesel-Pkw, Euro 5) Gehen km 400 km km km Fahrrad (Fahrrad und E-Bike) öffentliche Verkehrsmittel multimodal/monomodal Kosten in Euro pro Jahr CO 2 -Emissionen* in Kilogramm pro Jahr NO x -Emissionen in Gramm pro Jahr * Emissionen inklusive Kraftstoffvorkette, Fahrzeugproduktion und Entsorgung bei durchschnittlichem Besetzungsgrad 400 km km Gehen Auto (Diesel-Pkw, Euro 5) Quelle: Plattform Footprint 2014, Hausberger u.a. 2011, Statistik Austria 2013, VCÖ 2014 Grafik: VCÖ 2015 Multimodale Mobilität ist die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel durch eine Person in einem bestimmten Zeitraum. Unter der Annahme, dass mit der Förderung von Multimodalität umweltpolitische Ziele erreicht werden können, gewinnt diese flexible Form der Mobilität für die Verkehrspolitik an Bedeutung. 44,93 Eine einheitliche Definition von multimodaler Mobilität wird noch nicht verwendet. 92 Angebotsseitig ist ein Verkehrssystem multimodal, wenn für konkrete Mobilitätsbedürfnisse mindestens zwei Verkehrsmitteloptionen zur Verfügung stehen. Hier sind auch Qualitäts aspekte, etwa Betriebszeiten des Öffentlichen Verkehrs, zu berücksichtigen. Das tatsächliche Mobilitätsangebot kann sich vom wahrgenommenen unterscheiden. Transparenz und Verbreitung von Informationen über das Angebot sind daher zentral. Offen für die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel zu sein und das jeweils optimale zu wählen, kann auch als Multioptionalität bezeichnet werden. Intermodalität ist ein Sonderfall multimodaler Mobilität und meint die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel vom Start- bis zum Zielort eines einzelnen Weges. Im Personenverkehr ist sie vor allem im Sinne der intermodalen Schnittstellen relevant, um das Umsteigen von einem zum anderen Verkehrsmittel zu erleichtern. Zumeist sind das Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs mit einer guten Anbindung etwa an Radfahren oder Car sharing. Kollaborative Mobilität beschreibt das Teilen von Fahrten, Fahrzeugen und Infrastrukturen, ohne ein Verkehrsmittel, das diesen Nutzen liefert, zu besitzen. 9 Im Unterschied zu kommerziellen Sharing-Angeboten ist es nicht eine einzelne Organisation, die diese Leistung öffentlich zugänglich macht, anders als beim privaten Teilen ist sie nicht auf einen Kreis Bekannter begrenzt. Die Mobilitätsleistung (Auto, Mitfahrgelegenheit) wird über eine Plattform zwischen Anbietenden und Nachfragenden gehandelt. 180 Das Verkehrsmittel bleibt im Privatbesitz, die Kosten werden teilweise auf andere umgelegt. Wer multimodal mobil ist, ist nicht nur umweltfreundlicher unterwegs, sondern spart auch fast die Hälfte der Kosten im Vergleich zu monomodalen Mobilitätstypen. für sind selbstbestimmt Mobile, 67 innovativ technikaffine Multioptionale, 58 hochmobile pragmatische Multimodale 21 oder mobile Erlebnisorientierte. 116 Allen ist gemein, dass sie Verkehrsmittel je nach Situation und Zweck kombinieren, um möglichst flexibel und effizient unterwegs zu sein oder um den Erlebnisfaktor zu steigern. Soziale oder ökologische Argumente spielen eine untergeordnete Rolle. Obgleich diese neu entdeckten multimodalen Nutzungstypen derzeit erst 10 bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wird ihr Anteil in Zukunft stark wachsen. Unter den 14- bis 29-Jährigen machen die beiden Milieu-Typen, die am stärksten multimodal mobil sind, zusammen knapp 35 Prozent aus: digitale Individualisten und Performer. 181 Beide Sinus-Milieus zeigen typische Einstellungsund Verhaltensmuster: hohe Flexibilität, pragmatischer Zugang zur Alltagsbewältigung, intensive Nutzung neuer Medien, Experimentierfreudigkeit, Unabhängigkeit, Individualität. Gemäß ihrem Anspruch an maximale raumzeitliche Flexibilität und Komfort reflektieren sie auf vielfältige, multimodale Mobilitätsangebote. 181

12 Mobilität mit Zukunft 1/2015 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 11 Werktägliche Mobilität unterscheidet sich in den Staaten Europas deutlich Gehen Rad Öffentlicher Verkehr* Pkw Sonstiges** Anteil der Wege in Prozent HU GR NL * Bahn und städtischer Öffentlicher Verkehr ** Moped, Motorrad, Schiff, Fähre, Taxi EU AT DE IT SLO Quelle: EU-Kommission Grafik: VCÖ 2015 Erleichtert und unterstützt wird dieses Verhalten durch einen besseren Zugang zu immer genaueren Informationen über Mobilitätsoptionen, die jederzeit und überall verfügbar werden. Mobiles Internet ermöglicht den Zugang zu Informations- und Mobilitätsdiensten und es wertet auch die Reisezeit beispielsweise im Öffentlichen Verkehr, Taxi oder im Auto mitfahrend auf. Für mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist zielgerichtete Nutzung statt Besitz zumindest für einige Bereiche vorstellbar. Das betrifft speziell Medien oder Werkzeuge, aber auch komplexere Angebote wie Wohnungen oder Carsharing. 224 Unterschiedliche Mobilität im Alter Ältere Menschen werden zunehmend mobiler, Freizeitverkehr und Wahlfreiheit des Verkehrsmittels nehmen zu. Dies verlangt eine hohe Qualität des Angebots und gezieltes Ansprechen der Nutzungsgruppe. Die Bevölkerungsgruppe der Seniorinnen und Senioren ist allerdings nicht homogen. Viele unterschiedliche Faktoren, Verhaltensweisen und Lebenssituationen spielen eine Rolle: Gesundheit oder Mobilitätsbeeinträchtigungen, soziale Kontakte, Einkommenssituation, Wohnumfeld, Verkehrsangebote, Technologienutzung, Einstellungen und Wertorientierungen. Menschen, die auf ein einziges Verkehrsmittel fixiert sind, sind besonders gefährdet, immobil zu werden, wenn sie es einmal nicht mehr nutzen können. 101 Das optimale Maß an multimodaler Mobilität Ähnlich wie etwa mangelnde Nahversorgung, fehlende Arbeitsplätze im Ort oder schlechte Bedingungen für Gehen und Radfahren zu monomodaler Automobilität zwingen können, kann auch multimodales Mobilitätsverhalten unfreiwillig sein. Wenn etwa eine Busverbindung zum Bahnhof fehlt, kann nicht monomodal im Öffentlichen Verkehr gereist werden, sondern muss die Bahn mit einem längeren Fußweg, dem Fahrrad oder dem Pkw kombiniert werden. Multimodales Mobilitätsverhalten bedarf grundsätzlich zweier Voraussetzungen: der Möglichkeit, mehrere Alternativen in Anspruch zu nehmen, und der Bereitschaft, diese Angebote auch zu nutzen. 182 Da sowohl die Nutzungsmöglichkeiten als auch die Nutzungsbereitschaft von vielfältigen lokalen und individuellen Faktoren beeinflusst werden, ergibt sich eine breite Spanne multimodaler Verhaltensmuster, von der Zusammenstellung der aktuell besten Angebotskombination für jeden einzelnen Weg durch entsprechende Echtzeitinformationen bis hin zur routinemäßigen Nutzung bestimmter unterschiedlicher Angebote für ganz bestimmte Zwecke oder Wege (zum Beispiel das Auto für den Wochenend einkauf und den Bus für den Arbeitsweg). Manchmal ist Multimodalität aber nicht selbst gewählt, sondern erzwungen, etwa weil das bevorzugte Verkehrsmittel nicht verfügbar ist beispielsweise weil in einem Haushalt kein Pkw vorhanden ist oder kein Angebot an Öffentlichem Verkehr existiert. Hier sind Erreichbarkeitsmodelle gefragt, die unterschiedliche Modalitätsmodi bewerten und Mängel aufzeigen, damit diese behoben werden können und ein erweitertes Angebot geschaffen werden kann. 53 Eine weitere Voraussetzung für die Nutzung multimodaler Verkehrsangebote ist, über die In Österreich wird für die tägliche Mobilität öfter das Auto benutzt als im EU-Schnitt.

13 12 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Mobilität mit Zukunft 1/2015 individuell Die Effizienz und der geringere Platzverbrauch von Nutzenden des Öffentlichen Verkehrs sowie Radfahrenden wird in dieser Verkehrssituation in Kopenhagen sichtbar. In einem multimodalen Verkehrssystem greift die Unterscheidung privater Individualverkehr und Öffentlicher Verkehr zu kurz. Mobilität mehrdimensional begreifen Öffentlicher Individualverkehr z.b. Leihrad-System, Carsharing Privater Individualverkehr z.b. Privat-Rad, Privat-Pkw Möglichkeiten Bescheid zu wissen und Routen schnell und bequem planen zu können. Informations- und Kommunikationstechnologien erleichtern das enorm. Informationen müssen auch offline funktionieren Der sogenannte Digital Divide zwischen Computer- und Internetnutzenden und jenen, die diese nicht nutzen, eine Kluft, die sich vor allem entlang von Bildungsabschlüssen und Alter gebildet hat, setzt sich auch im Bereich des mobilen Onlinezugangs fort. Fahrplanauskünfte, die Buchung von Carsharing-Autos und Leih rädern sowie das Anpassen von Reiserouten unterwegs sind ohne Smartphone, Internetzugang oder Terminalbedienung immer schwerer möglich. öffentlich privat Öffentlicher Massentransport z.b. öffentliche städtische Verkehrsmittel Privater Massentransport z.b. Werkbus, Reisebus kollektiv Quelle: Mobilitätsakademie, VCÖ 2015 Grafik: VCÖ 2015 Foto: copenhagenize.eu Die Hilflosigkeit vor unbekannten Ticketautomaten steigert sich in der digitalen Welt und kann den Widerstand, gewohnte Verkehrsmittel zu wechseln, erhöhen. Orientierung, Information und Service bleiben deshalb auch offline von zentraler Bedeutung, besonders im Öffentlichen Verkehr. Mobilitätsverhalten ist stark von Gewohnheiten geprägt, bei Autofahrenden noch stärker als etwa bei Öffi-Nutzenden, bei denen eher Handlungsabsichten hinter dem Verhalten stehen. Durch das Bereitstellen von Alternativen oder Information alleine sind Gewohnheiten kaum aufzubrechen, wenn es keinen zusätzlichen Anreiz oder eine Motivation gibt, das gewohnte Verhalten zu verändern. 32 Um multimodales Verhalten zu stimulieren und zu fördern, haben Ansätze, die ein Verhalten aus eigenem Antrieb heraus fördern (intrinsische Motivation), höheres Potenzial, das Verhalten langfristig zu beeinflussen, als Belohnungen oder Bestrafungen (extrinsische Motivation). 62 Anreize für multimodale Mobilität schaffen Bei Menschen mit verfestigten Mobilitätsgewohnheiten kann eine Motivation zur Nutzung verschiedener Möglichkeiten am ehesten durch Anreize in Lebensumbruchsituationen erreicht werden. Solche Gelegenheitsfenster sind etwa Wohnungswechsel, Arbeitsplatzwechsel oder Pensionierung, beispielsweise mit Beratungsangeboten wie der Neubürgerberatung in München. 7,154 Bei jungen Menschen, deren Verhalten noch nicht verfestigt ist und die es gewohnt sind, mobile Information zu nutzen, haben besonders Maßnahmen, die Social Influence, Gamification oder andere persuasive Ansätze beinhalten, 23 hohes Potenzial, intrinsische Motivation zu wecken und die Nutzung multimodaler Angebote zu verstärken. Öffentlicher Verkehr multimodal vernetzt Die Bereitschaft, auf einem Weg oder an einem Tag mehrere Verkehrsmittel zu benutzen, hängt in hohem Maße davon ab, wie komfortabel und reibungslos der Umstieg funktioniert. Um intermodale Fortbewegung attraktiv zu machen, sind vor allem die Schnittstellen zwischen Öffentlichem Verkehr, Radfahren und Gehen

14 Mobilität mit Zukunft 1/2015 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 13 Bei verhaltensbeeinflussenden Maßnahmen sind Vor- und Nachteile zu beachten + Belohnung Effekte bereits kurzfristig erreichbar Bieten Anreiz, Neues auszuprobieren Nicht für alle Gruppen gleichmäßig attraktiv Gewöhnungseffekte Verhaltensänderung verschwindet eventuell mit Ende der Belohnung + Gebote und Verbote Sofortige Effekte Für alle gleichermaßen gültig Akzeptanz nach Gruppen unterschiedlich Umgehung und Missachtung möglich Oft schwierig durchsetzbar Kostenintensiv durch Kontroll- und Verwaltungsaufwand + Motivation Effekte treten verzögert, dafür nachhaltig auf Hohe Nachahmungseffekte durch hohe Akzeptanz Zielgruppen reagieren unterschiedlich gut auf Strategien Langzeiteffekte wenig untersucht Quelle: Millonig 2015 Grafik: VCÖ 2015 zu optimieren und so zu gestalten, dass bequem zwischen den Fortbewegungsarten gewechselt werden kann. Erweitert noch um Angebote wie Carsharing und Leihrad, vermindert das die Abhängigkeit vom Autobesitz. Die Verknüpfung von Öffentlichem Verkehr mit allen möglichen vor- und nachgelagerten Mobilitätsangeboten ist systematisch als Gesamtsystem zu optimieren. Dazu gehört der konsequente Ausbau von Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs zu multi modalen Knoten, die auch Park&Ride, Rad abstellanlagen, Citybike-Terminals, Elektro-Mobilität und Verleih von Fahrzeugen bieten, ebenso wie die gezielte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien oder die Entwicklung von integrierten Services und Dienstleistungen, die multimodale Mobilität unterstützen, beispielsweise Mobilitätskarten und multimodale Auskunftssysteme über Ticketing und Tarife. Eine flexiblere Verkehrsmittelwahl bedeutet auch, vom Besitzen zum Nutzen zu kommen. Deshalb ist ein besonderes Augenmerk auf die qualitative und quantitative Verbesserung des Car sharing-angebots und von Fahrrad-Leihsystemen zu legen, um die Nutzung von Individual-Verkehrsmitteln ohne persönlichen Besitz zu ermöglichen. plätze können nicht mehr mitwachsen, und die Bedeutung von raumsparender Mobilität steigt. Gehen, Radfahren und Öffentlicher Verkehr brauchen im Vergleich zum Autoverkehr nur einen Bruchteil des Platzes. Ein Auto in Bewegung benötigt 60-mal mehr Platz als ein Mensch zu Fuß, achtmal mehr als ein Fahrrad und gut viermal mehr Platz als ein Nutzender oder eine Nutzende des Öffentlichen Verkehrs. 19 Derzeit sind 80 Prozent des öffentlichen Raums in Wien für den Autoverkehr reserviert, obwohl nur 27 Prozent aller Wege in Wien mit dem Auto zurückgelegt werden, 72 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder zu Fuß. 126,163,183 Umweltfreundliche Mobilität mit Potenzial Könnte der Radverkehrsanteil österreichweit von derzeit 6 auf 13 Prozent gesteigert werden, würden pro Jahr bis zu Tonnen Treibstoff und bis zu Tonnen CO 2 -Emissionen eingespart. 16 Das österreichweite Einsparpotenzial an CO 2 -Emissionen durch den vermehrten Gebrauch von Elektro-Fahrzeugen wird bis zum Jahr 2030 auf 1,2 Millionen Tonnen geschätzt. 150 Kombination Fahrrad mit Öffentlichem Verkehr finden Radfahrende wichtig Maßnahmen wie Belohnungen, Gebote, Verbote und Motivationen können bei richtiger Anwendung zu nachhaltigen Veränderungen im Verkehrsverhalten führen. In Österreich sprechen besonders Radfahrende, die das Fahrrad generell mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren, der Verknüpfung von Radfahren und Öffent lichem Verkehr eine hohe Bedeutung zu. Vorteile für die Allgemeinheit Multimodale Mobilität bedeutet nicht nur, das persönlich gerade optimale, preisgünstigste oder bequemste Verkehrsmittel zu wählen, sondern auch die Chance, Mobilitätsbedürfnisse mit geringem Ressourcenverbrauch zu befriedigen: effizient, umweltfreundlich und gesundheitsfördernd. In Städten und Ballungsräumen leben immer mehr Menschen. Straßen und Park- in Prozent der Befragten sehr wichtig wichtig weniger wichtig gar nicht wichtig Österreich Frauen Männer Radfahrende mehrmals seltener pro Woche/ Monat Nutzung Öffentlicher Verkehr ja nein kombiniert Fahrrad mit anderen Verkehrsmitteln Quelle: VCÖ Grafik: VCÖ 2015

15 14 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Mobilität mit Zukunft 1/2015 Niedriger Flächenverbrauch bei Gehen, Radfahren und Öffentlichem Verkehr 1,17 Personen/ Fahrzeug* stehend bei 30 km/h bei 50 km/h * Ein Besetzungsgrad von 1,17 Personen pro Pkw entspricht einer Auslastung von 23 Prozent (maximal 5 Personen pro Fahrzeug) Auslastung 20 Prozent Auslastung 20 Prozent Flächen ermitteln sich aus Fahrzeuglänge und Breite der benötigten Verkehrsfläche sowie dem zugehörigen Bremsweg plus doppeltem Reaktionsweg als Sicherheitsabstand. 179 bis 4 km/h Quelle: Martin Randelhoff, Zukunft Mobilität , VCÖ 2015 Grafik: VCÖ 2015 Pro transportierter Person sparen Radfahren, Öffentlicher Verkehr und Gehen wertvolle Fläche im begrenzten Verkehrsraum. Aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren wirkt sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit aus. 30 Minuten Bewegung pro Tag, wie das Zurücklegen des Arbeitsweges mit dem Fahrrad, reduzieren das Krankheitsrisiko um 40 Prozent. Der Gesundheitsnutzen könnte allein durch diese Maßnahme für Österreich jährlich geschätzte 165 Millionen Euro ausmachen. 16 Volksschulkinder, die zu Fuß oder mit dem Rad in die Schule kommen, fühlen sich psychisch besser und können sich besser konzentrieren als Kinder, die mit dem Auto gebracht werden. 141 Das Angebot umgestalten Vor allem in den wachsenden Ballungsräumen braucht es ein sehr robustes Verkehrssystem, das auch unregelmäßiges und schwer prognostizierbares Mobilitätsverhalten bewältigt. Multimodale Infrastrukturen sollten deshalb zum städtebaulichen Standard für die Aufwertung bestehender Stadtteile werden. Durch die Integration multimodaler Angebote am Wohnort oder an wichtigen Knoten des Öffentlichen Verkehrs entsteht nicht etwa Konkurrenz: Vielmehr verbessern sich Zubringerfunktion, Erreichbarkeit der Haltestellen und Unabhängigkeit vom privaten Pkw. Für neue und für bestehende städtische Siedlungsgebiete bringen multimodale Angebote an Haltestellen oder Sammelgaragen mehr Flexibilität in der individuellen Mobilitätsgestaltung. Auch in der Region gibt es Möglichkeiten, Mobilität für alle zu bieten. In der Schweiz beispielsweise führen PostAuto und die Gemeinde Blauen seit November 2013 ein Pilotprojekt durch, das helfen soll, die Lücke zwischen den Mobilitätsbedürfnissen von Menschen in abgelegenen Regionen und dem verfügbaren Angebot des Öffentlichen Verkehrs zu schließen. Eine eigene App, basierend auf der Mitfahrbörse flinc, zeigt mit nur einer Abfrage die ÖV-Verbindungen und Mitfahrgelegenheiten von und nach Blauen. Mehr als 10 Prozent der rund 700 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde nutzten im Jahr 2014 das Angebot, bis zu 9,2 Fahrten pro Tag werden im Monatsschnitt vermittelt. Im ersten Halbjahr 2015 sollen weitere Pilotprojekte in unterschiedlichen Regionen starten. 225 Vielfältige Mobilität für viele Mobilitätsangebote nach individuellen Bedürfnissen schaffen und auf Anforderungen unterschiedlicher Nutzungsgruppen abstimmen Nutzung und Kombination verschiedener Verkehrsmittel so einfach wie möglich gestalten: Bahnhöfe und Haltestellen zu multimodalen Schnittstellen ausbauen, Vernetzung von Echtzeit-Daten, Integration verschiedener Services Zielgruppengerechte Angebote im Öffentlichen Verkehr schaffen: verhaltens- und einstellungshomogene Zielgruppen identifizieren, Strategien zur Aktivierung und Motivation von Zielgruppen entwickeln Milieuspezifische Einstellungen zu bestimmten Verkehrsmitteln identifizieren, Maßnahmen zielgruppengerecht gestalten: Tarife, Informationsangebote, Fahrplanangebot, Service, Integration weiterer Verkehrsmittel und Dienstleistungen

16 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 15 Foto: Daniel Bell Multimodal unterwegs auf Alltagswegen Die Fahrt zur Arbeit, Hol- und Bring-Dienste und persönliche Transporte werden häufig als Grund genannt, Wege mit dem Auto zurückzulegen. Die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel, umweltfreundliche Lieferdienste, Lastenfahrräder und andere flexible Lösungen haben großes Potenzial, Autofahrten zu ersetzen. Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeiten, Arbeit auf Abruf, Wochenend- und Nachtdienste sind herausfordernd für die Organisation des Berufsweges. 119 Frauen nehmen hier oft eine unfreiwillige Pionierrolle ein. Dienstverhältnisse von Frauen sind im Schnitt flexibler, ihre Wegeketten durch Kinder, Einkauf und sonstige Erledigungen im Allgemeinen deutlich komplexer als bei Männern. 114 Während beruflich immer mehr Flexibilität verlangt wird, sind Mobilitätsangebote und Kinder betreuung oft unflexibel und auf die Kernstädte konzentriert. Viele Berufstätige greifen auf private Selbstorganisation zurück. Doch die ist oft prekär oder teuer. Gerade bei flexiblen Teilzeit-Dienstverhältnissen ist die Fahrt zur Arbeit mit dem eigenen Auto wirtschaftlich oft nicht vertretbar. Menschen, die im ländlichen Raum ohne Pkw auskommen wollen oder müssen, fühlen sich oft abhängig von Leuten, die das Mitfahren zur Arbeit anbieten, oder Bekannten, die sie mitnehmen, und von Verwandten, die auf die Kinder aufpassen. Oder sie fühlen sich ausgeliefert: Was, wenn die Helfenden einmal ausfallen? Bei einer Befragung zu den täglichen Wegen im Triestingtal und Schneeberggebiet wurde festgestellt, dass 83 Prozent aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden. 74 Prozent der befragten Triestingtaler Haushalte verfügen über zwei oder drei Autos Prozent aller Wege in den beiden Regionen hängen mit Hol- und Bring-Fahrten zur Schule, zur Nachmittagsbetreuung, zu Musikschule oder Sportverein zusammen. Diese übernehmen überwiegend die Mütter, die deshalb das Auto noch häufiger als berufstätige Männer benützen. 153 Fahrgäste kommen meist umweltfreundlich zum Bahnhof * 7% 32% 30% 16% 15% * Taxi, Mitfahrgelegenheit Sieben von zehn Bahnfahrenden in Österreich kommen zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof. Quelle: VCÖ-Bahntest Grafik: VCÖ 2015

17 16 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Mobilität mit Zukunft 1/2015 Hohes Potenzial für das Radfahren Anteil der Wege in Prozent Gehen Rad Öffentlicher Verkehr Pkw gesamt Pkw <5 km Pkw >5 km Graz* 2013 Ziel Graz 2021 Potenzial Graz Groningen** * Graz: Einwohnende pro Quadratkilometer, ** Groningen: Einwohnende pro Quadratkilometer Insbesondere durch Verlagerung kurzer Autofahrten kann der Anteil des Radfahrens in Graz auf 35 Prozent gesteigert werden Quelle: Stadt Graz , FGM , VCÖ Grafik: VCÖ 2015 Erhöhung der Angebotsdichte in der Region Im ländlichen und kleinstädtischen Raum gibt es meist keine Angebote, die verknüpft werden könnten, weshalb neue Fortbewegungsformen zu schaffen sind, die dem Bedarf berufstätiger Personen entsprechen. Mobilitätsangebote wie Schulbus, Ortstaxi oder Gäste-Transferdienste werden meist als Randgruppenprogramme betrachtet. Dennoch können Mikro-ÖV wie Gemeindebus, Sammeltaxi und andere kleinräumige Mobilitätsangebote helfen, den öffentlichen Linienverkehr zu ergänzen und ein Angebot für die erste oder letzte Meile bereitzustellen. Vor allem in Niederösterreich und dem Burgenland finden sich zahlreiche Beispiele. 26 Beim Arbeitsmarktservice wird eine wachsende Gruppe an Arbeitssuchenden mit mangelnden Mobilitätsmöglichkeiten, also ohne Privat-Pkw und ohne ausreichende Versorgung mit Öffentlichem Verkehr, beobachtet. 16 Prozent der arbeitsuchenden Bevölkerung im ländlichen und kleinstädtischen Raum sind vom Vermittlungshindernis eingeschränkter Mobilität betroffen. 20 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer haben deshalb Schwierigkeiten, einen Job zu finden. 83 In drei exemplarisch untersuchten Arbeitsmarktbezirken wurden jeweils 900 bis Arbeitsuchende ohne Pkw identifiziert, die großteils keinen für den Berufsweg adäquaten Öffentlichen Verkehr zur Verfügung haben. 171 Die Sorge um steigende Autokosten beschäftigt besonders Pendelnde und verlangt nach Möglichkeiten für ein Pendeln ohne Privatauto. 73 Das zeigt, dass es im Berufsverkehr hohen Bedarf an Unabhängigkeit vom eigenen Auto gibt. Die bestehenden Angebote in der Region werden jedoch wenig genutzt. Die Anforderungen der modernen Arbeitswelt verlangen nach flexiblen Lösungen hinsichtlich Fahrzeit und Fahrziel, die gleichzeitig zuverlässig und kostengünstig sind. Was es braucht, sind Kombinationen von (Elektro-)Fahrrad mit Öffentlichem Verkehr, um kurze Distanzen in der Anschlussmobilität zu überbrücken, oder Abholservices, die Berufstätige zur nächsten Haltestelle oder zum Arbeitsort bringen. Ebenso können Sharing-Autos in Gemeinden von Teilzeitkräften für ihre Arbeitseinsätze genutzt werden. 184 Um die Anschlussmobilität zu gewährleisten, kann ein Pendel-Carsharing als Lösung für den ländlichen Raum eingesetzt werden. Weiters kann ein Mitfahrdienst oder ein Shuttle-Service für Pendelnde angeboten werden, um den Besetzungsgrad von Sharing-Fahrzeugen zu erhöhen. Lagerboxen am Bahnhof, die vom Handel beliefert werden, können Einkaufsfahrten von Pendelnden einsparen. Außerdem können Fahrzeuge durch ein Fahrzeug-Pooling von Firmen oder Personen genützt werden, während es von der pendelnden Person nicht benötigt wird. 72 Regional starke Unterschiede im Einkaufsverkehr In Deutschland entfällt rund ein Drittel aller Wege auf Einkäufe und private Erledigungen. 69 In Vorarlberg werden 24 Prozent aller Wege für Einkäufe und private Erledigungen verwendet. Die relative Mehrheit der Wege sind Arbeitswege mit 28 Prozent. 64 Welches Verkehrsmittel dabei zum Einsatz kommt, hängt von Raumstrukturen, vorhandenen Angeboten des Öffentlichen Verkehrs und Faktoren wie Lebensstil und Konsumpräferenzen ab. So wird in Vorarlberg die Hälfte aller Einkaufswege zu Fuß, mit Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt, in Niederösterreich nur ein Drittel. 63 In Wiener Einkaufsstraßen nutzen nur 14 Prozent der Kundinnen und Kunden ein Auto, 48 Prozent kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, 38 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Pkw-Anteil in peripheren Einkaufszentren liegt hingegen bei über 90 Prozent. 176

18 Mobilität mit Zukunft 1/2015 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 17 Foto: Stephan Pelizzari Durchschnittlich legen Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich für Einkäufe mit dem Auto 2,5 Kilometer zurück, nur 18 Prozent aller Einkaufsfahrten sind länger als fünf Kilometer. 24 Die meisten könnten also gemessen an der Distanz auf das Fahrrad verlagert werden. Von in der Steiermark durchgeführten und beobachteten Einkäufen (Gewicht und Volumen) brauchten nur sechs Prozent ein Auto für den Transport, für 70 Prozent wäre ein normales Fahrrad ausreichend gewesen. 3 Lieferdienst statt Kofferraum In Deutschland finden knapp drei Viertel der Konsumentinnen und Konsumenten Transportservices für eingekaufte Produkte attraktiv, mehr als die Hälfte wäre bereit, für die Lieferung zu zahlen. 104 Besonders auf kürzeren Strecken können Lieferdienste Lastenräder einsetzen. Lastenräder eignen sich vor allem für kurzfristige Lieferungen in ein bestimmtes Gebiet, etwa bei Einkäufen im Lebensmittel- oder Einzelhandel, oder zum Ersatz von kleineren und größeren Einzeltransporten (100 Kilogramm Ladung sind nicht außergewöhnlich). In der Schweiz entwickelte die Stadt Burgdorf mit Kurierdiensten, Sozialfirmen und Stadtverwaltung einen Fahrradlieferdienst, an dem sich rund 50 Geschäfte beteiligen. Inzwischen haben sich 20 weitere Gemeinden angeschlossen. Pro Jahr gibt es rund Lieferungen. 29 Im Lieferverkehr könnte jeder vierte mit Warentransport verbundene Weg von motorisierten Fahrzeugen auf Lastenräder verlagert werden, bei Kurier-Express-Paket-Fahrten wären bis zu 85 Prozent möglich. 25 In Graz gibt es seit dem Jahr den Radzustelldienst bring-me, mit dem die Innenstadt gegenüber den großen Einkaufszentren am Stadtrand gestärkt werden soll. Einkaufende können ohne Auto kommen und sich schwere Einkäufe für je drei bis acht Euro nach Hause liefern lassen. Insgesamt beteiligen sich bereits 20 Geschäfte in der Grazer Innenstadt daran. Nach einer mehrmonatigen Pilotphase wird das Projekt evaluiert. Es zeigt sich bereits, dass sich gewisse Rahmenbedingungen, wie örtliche oder zeitliche Fahrbeschränkungen für Kfz in Innenstädten, positiv auf die Zustellung per Rad auswirken. Das Projekt shopcourier eines Botendienstes in Wien liefert seit dem Jahr Produkte aus lokalen Geschäften per Fahrrad und E-Lastenrad oder mit CO 2 -Ausgleich binnen 90 Minuten. Das gibt dem lokalen Handel einen zeitlichen Vorteil gegenüber der Bestellung in Online-Shops. 77 Eine Herausforderung für Paket- und Lieferdienste sind erfolglose und deshalb wiederholte Zustellversuche, die zu unnötigen Lärm- und Fahrradnutzung für Einkäufe variiert stark in Prozent der Befragten V 39 B 38 NÖ 37 S 33 ST 31 K Die Initiative Das Lastenrad Graz stellt kostenlos ein Lastenfahrrad bei Vereinen oder kleinen Läden zur Verfügung. Anschaffung und laufende Kosten wurden durch die Stadt Graz sowie private Unterstützende finanziert, das Angebot soll erweitert werden. 167 Österreichweit nutzen 29 Prozent das Fahrrad zumindest gelegentlich zum Einkaufen, in Vorarlberg sogar 44 Prozent. Österreich-Durchschnitt: 29 % 27 T 23 OÖ 16 W Quelle: BMVIT Grafik: VCÖ 2015

19 18 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen Mobilität mit Zukunft 1/2015 Öffentlicher Verkehr dominiert am Schulweg in Wien Anteil der Wege in Prozent Gehen Rad Öffentlicher Verkehr Pkw Wege zur Schule werden in Wien mehrheitlich zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Großes Potenzial besteht für das Fahrrad bis 6-Jährige (Kindergarten) in Wien und Wiener Umland bis 10-Jährige in Wien Umweltbelastungen führen. Ein Ausweg sind neutrale Paketstationen. Die Grätzelbox in Wien soll Zustellfirmen und lokalen Firmen offen stehen und vor allem an Umsteigeknoten des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. 128 In Deutschland arbeiten mehrere Paketdienst-Unternehmen daran, eine anbieteroffene Paketbox für Privathaushalte zu entwickeln. Sharing-Konzepte für Lastenfahrräder gesucht Lastenfahrräder haben bei Anschaffungskosten von Euro großes Potenzial im privaten und kommerziellen Lastentransport, jedoch sind die Fahreigenschaften und Einsatzmöglichkeiten noch wenig in der breiten Öffentlichkeit be bis 14-Jährige in Wien Nützliche Lastenfahrräder für Familien Das Projekt CaKi-Bike 187 in Bern ermöglicht jeweils acht Familien, mit mindestens drei benachbarten oder befreundeten Familien ein CaKi-Lastenfahrrad kostenlos zu nutzen. Das Bike kann als Sitzfläche für zwei Kinder mit dazugehörigen Kindersitzen oder als Ladefläche für bis zu 100 Kilogramm Fracht verwendet werden. In den ersten neun Monaten wurden bereits fast Fahrten verzeichnet, mit einer gesamt zurückgelegten Strecke von Kilometern. Durchschnittlich ist jede Familie damit 73 Kilometer gefahren, wobei eine durchschnittliche Strecke für eine Ausfahrt bei 7,5 Kilometern liegt. Die Caki-Bikes wurden von den Familien zwei- bis dreimal pro Woche genutzt und vorrangig für den Transport von Kindern verwendet. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind durchwegs positiv. Die Familien sehen in dem CaKi-Bike eine geeignete Alternative zum Fahrrad-Anhänger, da den Kindern die Fahrt vorne am Fahrrad mehr Spaß macht. Das Interesse an dem Sharing-Konzept ist groß und durch das Teilen mit den Nachbarn und im Freundeskreis ist eine möglichst hohe Ausnutzung der Fahrräder gewährleistet. 177 Foto: Mobilitätsakademie, Quelle: omnitrend ,185, BMVIT Grafik: VCÖ 2015 kannt. Leihangebote könnten bedarfsgerechten Zugang gewähren. Die Stadt Graz unterstützt mit bis zu Euro den Kauf von Lastenfahrrädern für Firmen, Privatpersonen oder Gruppen zur gemeinschaftlichen Nutzung. 152 Die Firma teilauto in Leipzig zeigt, dass Lastenfahrräder auch in das Geschäftsmodell von Carsharing-Anbietenden integriert werden können. An einer Station bietet das Unternehmen seit kurzem zwei Lastenfahrräder an. 140 Großes Potenzial für Familien In Wien und in Städten im Umland von Wien wird ein Drittel der Kinder mit dem Auto zum Kindergarten gebracht. 63 Kinder-Fahrrad-Anhänger, die sich sehr gut zum Bringen und Holen von Kindern eignen, könnten solche Fahrten reduzieren und damit Verkehrssicherheit und Lebensqualität entscheidend verbessern. 170 Der ADFC München hat deswegen ein Testangebot für Lastenfahrräder auch an Kindergärten herangetragen, die das Rad an interessierte Familien für Testfahrten verleihen. 2 In der Gemeinde Wolfurt mit Einwohnenden sind im Zeitraum vom Jahr 1995 bis 2013 etwas mehr als Fahrradanhänger, großteils zur Beförderung von Kindern, gefördert worden. 110 Multimodale Mobilität im Alltag erleichtern Eckpfeiler von Mobilitätslösungen für Berufstätige: möglichst nahtlose und unkomplizierte Verknüpfung vorhandener Verkehrsmittel, ausreichende Angebotsdichte vor allem im ländlichen Raum, Möglichkeiten, berufliche Ziele leistbar jederzeit auch ohne Privatauto erreichen zu können, organisatorischen und zeitlichen Aufwand möglichst reduzieren Integrierte und multimodal erreichbare Einzelhandelsstandorte durch bessere Raum- und Verkehrsplanung fördern Vorgaben für Pkw-Abstellplätze an Einzelhandelsstandorten reduzieren, dafür eingangsnahe überdachte Radabstellanlagen Mobilitätsmanagement für Einzelhandelsstandorte und Bildungseinrichtungen einführen Lastenfahrradverleihsysteme und ökologische Zustelldienste fördern Mit guter Radverkehrsanbindung die Zugänglichkeit per Fahrrad erleichtern, Anreizsysteme für radelnde Kunden implementieren

20 Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen 19 Foto: Landbus Bregenzerwald Multimodale Mobilität in der Region Im ländlichen Raum und in Kleinstädten ist die Umsetzung multimodaler Mobilität eine große Herausforderung. Für Pendelnde in der Region ist ein gutes öffentliches Verkehrsangebot die nachhaltig wirksamste Unterstützung. Dieses ist massiv auszubauen. Pendelpauschale, Pendeleuro und Pendelzuschlag kosten das Budget in Österreich pro Jahr fast 600 Millionen Euro, hinzu kommen Förderungen der Bundesländer. 15 Im Jahr 2012 haben über 1,2 Millionen Berufstätige Pendelpauschale erhalten, davon knapp das große Pendelpauschale. Dieser Gruppe steht also kein ausreichendes Angebot an Öffentlichem Verkehr zur Verfügung. 8 Für Pendelnde sind Investitionen in ein dichtes Angebot an Öffentlichem Verkehr und lokale Lösungen wie Mikro-ÖV-Systeme, 191 Jobshuttles, Carsharing oder Radinfrastruktur, die als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr dienen oder helfen, ein Zweitauto zu vermeiden, eine deutlich wirksamere Unterstützung als die Förderung der Autokosten. Dementsprechend von Individual zu schüssen auf Strukturförderung umzusteigen (Objekt- statt Subjektförderung), könnte ohne zusätzliche Budgetmittel zu großen Verbesserungen für die ganze Bevölkerung beitragen. Pendelnde sind bereit, für einen Shuttleservice durchschnittlich 30 bis 50 Euro pro Monat zu bezahlen. 74 Zersiedlung macht einen qualitativ hochwertigen Anschluss an den Öffentlichen Verkehr oft nicht möglich, weshalb in ländlichen Regionen deutlich mehr Menschen Autos besitzen und nutzen. Etwa 70 Prozent der Berufspendelnden aus dem Nah bereich Wien fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit, innerhalb Wiens benützen etwa 70 Prozent kein Auto. 18,112 Basis für eine Verminderung der Abhängigkeit vom Pkw ist eine konsequente Raumplanung und Siedlungsentwicklung. Gute Raumstrukturen ermöglichen kleine Distanzen und eine Reduktion der öffentlichen und privaten Kosten. Der Salzburger Bezirk Pongau hat mit seinem regionalen Entwicklungskonzept den Schwerpunkt auf eine Siedlungsentwicklung gelegt, die auf den Öffentlichen Verkehr orientiert ist. Die Hohes Potenzial für Carsharing in Österreich Anteil der Haushalte im Jahr 2010 in Prozent W ohne Pkw ein Pkw zwei oder mehr Pkw In Österreichs Bundesländern mit vielen dünn besiedelten Regionen ist der Anteil von Haushalten mit zwei oder mehr Pkw hoch und der Anteil der vom Auto unabhängigen Haushalte niedrig. ST T S V B K OÖ NÖ Österreich gesamt Quelle: Statistik Austria Grafik: VCÖ 2015

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