Unterstützungsmaterial. für die Ausbildung der Industriekaufleute. Informationsbroschüre und CD-ROM zum Lernmediensystem

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1 Vorstand Informationsbroschüre und CD-ROM zum Lernmediensystem Unterstützungsmaterial für die Ausbildung der Industriekaufleute Ausbilden in Geschäfts- und Arbeitsprozessen Lernmodelle für Arbeitsaufgaben

2 Impressum Herausgeber: IG Metall Vorstand, Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik Konzept, Text und Gestaltung: UniVera Wissensdienstleistungen Haselbachtal Druck: N.N. N.N. Oktober

3 Informationsbroschüre und CD-ROM zum Lernmediensystem Unterstützungsmaterial für die Ausbildung der Industriekaufleute Ausbilden in Geschäfts- und Arbeitsprozessen Lernmodelle für Arbeitsaufgaben 3

4 V O RW O RT Vorwort Im Jahr 2002 wurde der mit Ausbildungsverhältnissen für die IG Metall bedeutende Beruf Industriekaufmann/ Industriekauffrau neu geordnet. An dieser Neuordnung hat die IG Metall wesentlich mitgewirkt. Es wurde ein modernes Ausbildungskonzept mit weitreichenden Änderungen in den Ausbildungsinhalten und bei der Prüfung geschaffen. Leitbild für die Ausbildung zum/ zur Industriekaufmann/ Industriekauffrau ist die kunden- und prozessorientierte Sachbearbeitung. Industriekaufleute arbeiten heute team-, prozess- und projektorientiert sowie unter Verwendung aktueller Informations-, Kommunikations- und Medientechnik an der Erstellung kundengerechter Problemlösungen. Für die IG Metall ist mit Abschluss der Neuordnung die Aufgabe aber nicht erledigt. Gerade wenn eine so grundlegende Neuorientierung wie bei den Industriekaufleuten erreicht wird, sehen wir uns in der Verantwortung, die betriebliche Umsetzung zu unterstützen. Deshalb haben wir uns bereits an der Erstellung von Erläuterungen und Praxishilfen zur Ausbildungsordnung beteiligt. Und deshalb haben wir UniVera Wissensdienstleitung beauftragt, ein Lernmediensystem zur Unterstützung von prozessorientierter kaufmännischer Ausbildung zu entwickeln. Damit möchten wir einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen, modernen kaufmännischen Berufsausbildung leisten und unserem engagierten kaufmännischen Ausbildungspersonal eine adäquate Unterstützung bieten. Weitere Informationen sind im Berufsbildungsportal WAP der IG Metall unter zu finden. Über Anregungen und Meinungen zu unseren Praxishilfen würden wir uns sehr freuen. IG Metall Vorstand Dr. Regina Görner Geschäftsführendes Vorstandsmitglied 4

5 I N H A LT S V E R Z E I C H N I S Inhaltsverzeichnis Einführung Die Materialien im Überblick Ausbilden im Prozess Der Referenzprozess "Industrielle Auftragsfertigung" Orientierungsseiten für Prozess-Schritte Prozessbezüge der Berufsbildpositionen Download von Arbeitsblättern Präsentationsvorlage "Orientierung im Prozess" Zusammenhang Referenzprozess und Lernmodell Lernmodell Inkasso Struktur der Arbeitsaufgabe - Gesamtlernmodell Orientierung über die Arbeitsaufgabe Lernaufträge für abgestufte Kompetenzen Lernmodelle für abgestufte Kompetenzen Lernseiten mit Problemfragen Arbeitsdokumente für Lernseiten Ausbildungsstandkontrolle Checkliste Berufsbildpositionen Auswertung der Arbeitsdokumente Einsatzgebiet - E-Commerce Fachaufgaben im Einsatzgebiet Prüfungsbereich Einsatzgebiet Prüfungsbereich Einsatzgebiet - Präsentation Prüfungsbereich Einsatzgebiet - Fachgespräch Neue Lernmodelle geplant Versand und Kostenkontrolle CD-ROM

6 E I N F Ü H R U N G Einführung Ausbilden im Prozess Lernmodell Inkasso Materialsammlung Ein Lernmediensystem zur Unterstützung der Prozessorientierung in der Ausbildung von Industriekaufleuten anschaulich klar strukturiert leicht handhabbar Prozessorientierung in kaufmännischen Berufen Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade im kaufmännischen Bereich das Ziel einer prozessorientierten Ausbildung nicht ohne geeignete Unterstützungsinstrumente erreicht werden kann. Während die gewerblich-technischen Berufe die Prozessausrichtung ihrer Arbeit ganz praktisch durch Umstrukturierungen von Werkhallen, Fertigungslinien und anderen Betriebsanlagen erfahren, sind die Veränderungen für kaufmännische Fachkräfte weniger anschaulich. Andererseits ist die Anforderung, in Prozessen zu denken und zu handeln nicht minder dringlich. Herausforderung ERP-Systeme In Unternehmen werden zunehmend integrierte Systeme zur Planung und Steuerung, sogenannte ERP-Systeme, eingesetzt. Das führt dazu, dass traditionelle kaufmännische Tätigkeiten an Bedeutung verlieren, während funktionsübergreifendes Verständnis und prozessbezogene Handlungsfähigkeit unentbehrlich werden. Dem will und muss sich die betriebliche Ausbildung stellen. Begriffserläuterung ERP ERP steht für Enterprise Resource Planning, also eine Funktionalität, die den ökonomischen Ressourceneinsatz im Unternehmen umfassend unterstützt. Integrierte Systeme basieren auf einer leistungsfähigen Datenbank, die alle Teilsysteme miteinander verbindet und für sämtliche Informationsverarbeitungsprozesse Echtzeitdaten bereitstellt. Ziel des Lernmediensystems Das Lernmediensystem möchte Ausbildungskräfte in den Betrieben bei der Umsetzung prozessorientierter Ausbildung unterstützen. Das Material ist sehr anschaulich, durchgängig strukturiert und leicht handhabbar. Sicher kann es nicht alle denkbaren Wünsche erfüllen. So ist bislang nur eine - wenn auch sehr komplexe - Arbeitsaufgabe als Lernmodell ausgearbeitet. Wünschenswert wäre ferner eine stärkere Dynamisierung durch Einbindung von Datenbanken. Dennoch, ein praktikabler Anfang ist gemacht. Berufsbildpositionen im Prozess Hervorzuheben ist insbesondere der Ansatz einer konsequent prozessbezogenen Vermittlung der Berufsbildpositionen. Damit wird funktions- oder fachbereichsorientierte Ausbildung nicht hinfällig, erhält jedoch eine neue, in sich schlüssige Ausrichtung. Die Personen Allen engagierten Ausbildern, deren praktische Erfahrungen in unsere Ausarbeitungen eingeflossen sind, möchten wir ganz herzlich danken. Wir wünschen allen Anwendern viel Freude und Erfolg beim Einsatz dieses Materials und freuen uns auf kritische oder anregende Hinweise. Vera G. Meister Thomas Ressel 6

7 D I E M AT E R I A L I E N I M Ü B E R B L I C K Die Materialien im Überblick Die Startseiten der Lernmedien Lernsystem 1: Ausbilden im Prozess Strukturiert durch den Ablauf des Referenzprozesses "Industrielle Auftragsfertigung" stehen Informationen, Anregungen und Materialen bereit. Dabei werden alle wesentlichen Ausbildungsinhalte berührt. Ziel ist die Orientierung der Auszubildenden im Geschäfts- und im Ausbildungsprozess durch Konstruktion einer Wissenslandkarte. Damit sollen Voraussetzungen für Vernetzung, Transferierbarkeit und kontinuierliche Erweiterbarkeit des beruflichen Wissens geschaffen werden. Lernsystem 2: Lernmodell Inkasso Die Handlungsstruktur der komplexen Arbeitsaufgabe Inkasso ist Ansatzpunkt für einen Orientierungsraum mit Bezügen zur Gesamtwirtschaft, dem Unternehmen als Ganzes und zu Prozessen im Unternehmen, drei Lernmodelle zu gestuften Kompetenzniveaus - Grundkompetenz, Aufbaukompetenz und Sonderkompetenz. Die Modelle enthalten Lernaufträge, Problemfragen, Lösungsansätze und Arbeitsdokumente. Materialsammlung Alle Materialien sind auf der CD-ROM in thematischen Ordnern abgelegt. So kann zusätzlich zum Download auf den entsprechenden Lernseiten auf die Materialien zugegriffen werden. Neben den Materialien für die Auszubildenden finden sich in den Ordnern Musterlösungen und weitere Materialien für die Ausbilder. 7

8 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Der Referenzprozess "Industrielle Auftragsfertigung" Der Referenzprozess "Industrielle Auftragsfertigung" wurde so entwickelt, dass er einerseits den typischen Ablauf eines Kernprozesses in der Industrie nachzeichnet und andererseits ausreichend Spielraum für betriebsspezifische Anpassungen bietet. Ausgehend von dieser Übersichtsseite wird der Prozessdurchlauf zentral gesteuert. Jeder Prozess-Schritt kann durch überstreichen mit der Computer-Maus aktiviert werden. Durch Mausclick öffnet sich die jeweilige Materialseite. Für die Prozessdarstellung wurde die Form einer Matrix gewählt, die vertikal die Prozessphasen mit ihren Teilprozessen auflistet und horizontal die weitere Aufschlüsselung in Prozess-Schritte vollzieht. Auf feinere Strukturelemente, wie exakte Ablaufdarstellungen, steuernde Ereignisse und zugeordnete Ressourcen wurde zu Gunsten der Übersichtlichkeit verzichtet. Ein Teil der tiefergehenden Informationen befindet sich auf den Orientierungs- und Materialseiten, die jedem Prozessschritt zugeordnet sind. Andere sollen ganz bewusst betriebsindividuell von den Auszubildenden erforscht und dokumentiert werden. Zur Unterstützung dieser Aufgaben bietet das Material strukturierte Arbeitsblätter und Präsentationsvorlagen. 8

9 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Orientierungsseiten für Prozess-Schritte Für jeden Prozessschritt ist eine Orientierungs- und Materialseite hinterlegt. Die Position im Prozess bleibt über ein kleines Abbild erkennbar. Neben funktionsbezogenen Informationen bieten diese Seiten Orientierung in den Berufsbildpositionen der Ausbildungsordnung sowie den Download-Zugang zu verschiedenen Materialien Prozessabbild: Prozesseinbindung: Orientierung über die Position im Prozess und Schaltfläche zum Prozessdurchlauf Zuordnung zum Teilprozess und Bezeichnung des Prozessschritts Funktionsbezug: Arbeitsaufgaben im Prozessschritt sowie verantwortliche Fachbereiche im Unternehmen 4 Illustration: Foto, Screenshot oder andere grafische Darstellung zur Illustration des Prozessschritts Ordnungsbezug: Arbeitsblatt: Übersichtsmaterial: Prozessnavigation: Positionen des Ausbildungsberufsbildes Arbeitsblatt für die individuelle aufgearbeitete sachliche Gliede- Schaltsymbol für die Navigation mit Bezug zum Erforschung des Prozessschritts rung des Ausbildungsrahmenpla- zur Auswahlseite Prozessdurch- Prozess durch Auszubildende im Betrieb nes mit Bezügen zum Prozess lauf 9

10 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Prozessbezüge der Berufsbildpositionen Um deutlich zu machen, dass die Ausbildung im Referenzprozess die Berufsbildpositionen der Ausbildungsordnung nahezu vollständig umfasst, wurde die bekannte Tabelle - Sachliche Gliederung - um eine Spalte mit einschlägigen Prozessschritten ergänzt. Ergänzter Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/ zur Industriekauffrau - Sachliche Gliederung (Ausschnitt) Prozess-Schritte des Geschäftsprozesses: Lfd. Teil des Ausbildungsberufsbildes zu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnisse Industrielle Auftragsfertigung mit Bezug zur Nr. Position des Ausbildungsberufsbildes Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit ( 4 Abs. 1 Nr. 1.3) 1.4 Umweltschutz ( 4 Abs. 1 Nr. 1.4) a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhüt ungsvorschriften anwenden c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen d) Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen Betriebsmittel-Bereitstellung, Verpackung Personal-Disposition, Vorfertigung, Konfektionierung Vorfertigung, Übergabe Hauptfertigung, Verpackung Kataloge/ Flyer, Versandvorbereitung Messen/ Präsentationen, Material-Beschaffung, Verpackung, Rechnungsversand Zwischen-Lagerung, Mengen-Kontrolle, Konfektionierung Zwischen-Lagerung, Mengen-Kontrolle, Übergabe In dieser Spalte sind diejenigen Prozessschritte aufgelistet, die Ansätze zur Vermittlung der entsprechenden Berufsbildpositionen bieten. 10

11 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Download von Arbeitsblättern Zur Unterstützung der gezielten Erkundung der einzelnen Prozessschritte im Betrieb können vorbereitete Arbeitsblätter angepasst und eingesetzt werden. Die Word-Dokumente sind auf den Orientierungs- und Materialseiten des jeweiligen Prozessschrittes abrufbar. Orientierung im Prozess: Industrielle Auftragsfertigung Prozessphase: Auftragsakquise Teilprozess: Markterkundung Prozessschritt: Marktforschung [Hier klicken und Unternehmen eingeben] [Hier klicken und Ausbilder eingeben] [Hier klicken und Auszubildende eingeben] Finden Sie durch Erkundungen in Ihrem Ausbildungsbetrieb die Antworten auf die folgenden Fragen heraus. Notieren Sie die Antworten im Feld --!--. Eventuelle Unklarheiten oder Bemerkungen können Sie in das Feld --*-- eintragen.? Wer ist im Unternehmen für die Marktforschung verantwortlich?! *? Wer sind die Kunden für die Produkte bzw. Leistungen unseres Unternehmens?! * Diese Arbeitsblätter können ohne Probleme angepasst und erweitert werden. Sie enthalten Aufgaben und Fragen. Die Auszubildenden werden angeregt, sich aktiv mit Problemen und Unklarheiten auseinander zu setzen. 11

12 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Präsentationsvorlage "Orientierung im Prozess" Die bei der Bearbeitung der Arbeitsblätter ermittelten Informationen in einer Powerpoint-Präsentation zusammenzutragen, ist Zweck dieser Vorlage. Dabei werden Ergebnisse gesichert, für eine größeren Interessentenkreis aufbereitet und Schlüsselkompetenzen trainiert. Wesentliches didaktisches Instrument ist die ständige Orientierung im Referenzprozess. Ziel ist, eine Art Wissenslandkarte zu erstellen, die im Laufe der Ausbildung mit Inhalten gefüllt wird. Die ersten 44 Seiten der Präsentation sind als Prozessdurchlauf konzipiert. Dabei wird auch hier mit Verlinkungen gearbeitet. Der rote Button des aktuellen Prozessschrittes ist mit der von den Auszubildenden zu gestaltenden Informationsseite verlinkt. Auch eine umgekehrte Verknüpfung wurde realisiert. Ab Seite 45 ist für jeden Prozessschritt eine Vorlagen-Seite angelegt. Das kleine Prozessabbild in der oberen linken Ecke dient der Orientierung und der Navigation. Es ist mit der entsprechenden Durchlaufseite verknüpft. Die Seite kann von den Auszubildenden mit Bildern, Grafiken und Texten gefüllt werden. Bei Bedarf können beliebig viele weitere Seiten eingefügt werden. Die Verlinkung wird davon nicht beeinträchtigt. Die Präsentationsvorlage kann direkt von der Startseite des Lernmediensystems "Ausbilden im Prozess" heruntergeladen werden. Natürlich ist sie auch über den Materialordner zugänglich. 12

13 A U S B I L D E N I M P R O Z E S S Zusammenhang Referenzprozess und Lernmodell Die Materialien zum Referenzprozess Industrielle Auftragsfertigung und das Lernmodell Inkasso sind grundsätzlich unabhängig voneinander nutzbar. Während der Referenzprozess der Orientierung dient, wird im Lernmodell die gesamte Arbeitsaufgabe gründlich erschlossen. Die Grafik auf der Orientierungsseite für den Prozessschritt Inkasso ist verknüpft mit der Startseite des Lernmodells Inkasso. So ist bei Bedarf ein direkter Zugang möglich. 13

14 LE REN M OR D EN L L MI N K AO S S OD E L L I N K A S S O Struktur der Arbeitsaufgabe - Gesamtlernmodell Das Gesamtlernmodell beinhaltet alle Teilaufgaben in der für die Arbeitsaufgabe Inkasso typischen Handlungsstruktur. Es dient als Gesamtübersicht für den Einstieg und als Referenz im Laufe des Lernprozesses. Prüfen Offene Kundenrechnungen prüfen Zahlungseingänge von Kunden prüfen Kundenlimits prüfen Zahlungsverhalten von Kunden prüfen Zahlungen akzeptieren / nicht akzeptieren Mahnstufe einer Rechnung erhöhen / verändern Kundenlimits verändern Sperrvermerke setzen oder aufheben Entscheiden Forderung als zweifelhaft/ uneinbringlich kennz. Zinssätze für Verzugszinsen festlegen Offene Rechnung gerichtlich einklagen Mahnen Mahntexte formulieren Mahnungen erstellen und versenden Verzugszinsen berechnen Gerichtliches Mahnverfahren abwickeln Buchen Zahlungseingänge und Nachlässe buchen Verzugszinsen buchen Forderung als zweifelhaft umbuchen Forderung wegen Uneinbringlichkeit abschreiben Ablegen Belege kennzeichnen/ signieren Belege nummerieren Belege in Ordnern ablegen Belege elektronisch archivieren Das Gesamtlernmodell ist von jeder Seite des Lernsystems aus über diesen Schaltbutton zugänglich. Es enthält selbst keine Verlinkungen, sondern dient ausschließlich der Orientierung. 14

15 L E R N M O D E L L I N K A S S O Orientierung über die Arbeitsaufgabe Neben beruflicher Fachkompetenz erfordert jede kaufmännische Arbeitsaufgabe die Orientierung in übergeordneten Zusammenhängen, welche aus der Einbindung in den Geschäftsprozess, in weitere Unternehmensprozesse und die Volkswirtschaft als Ganzes resultieren. Für jede Teilaufgabe der Gesamtarbeitsaufgabe Inkasso wurde geprüft, welche Bezüge zu übergeordneten Zusammenhängen erkennbar sind. Zur Visualisierung wurden Markierungspunkte in das Lernmodell eingefügt. Mit denselben Markierungen werden die Problemfragen des Orientierungsraums auf den Lernseiten gekennzeichnet. G U P Gesamtwirtschaftlicher Bezug Unternehmensbezug Bezug zum Geschäftsprozess Prüfen Offene Kundenrechnungen prüfen G U P Ausschnitt aus dem Lernmodell desorientierungsraums. Die Markierungen stehen für Bezüge der Teilaufgabe zu übergeordneten Zusammenhängen. Sie werden als Problemfragen formuliert und diskutiert. G U P Über welche gesetzlichen Bestandteile muss eine Rechnung verfügen? Gesamtwirtschaftliche Bezüge einer Rechnung Rechnung und Umsatzsteuer Beispielrechnung mit markierten gesetzlichen Bestandteilen Rechnung und Einkommensteuer Rechnung und Handelsrecht Rechnung und Schuldrecht Wo und wie sind offene Kundenrechnungen im Unternehmen zugänglich? Unternehmensorganisation und Rechnungsablage Berechtigungen zur Einsicht und Bearbeitung Auswahl und Suche nach relevanten Kriterien Wie gelangt eine Kundenrechnung in die Liste der Offenen Posten? Rechnungsgenerierung im Geschäftsprozess Status-Varianten einer Rechnung: erfasst - gedruckt - gebucht Weitere Regeln im Workflow 15

16 L E R N M O D E L L I N K A S S O Lernaufträge für abgestufte Kompetenzen Die Aneignung der Kompetenzen für die Arbeitsaufgabe sollte gestuft erfolgen. Lernaufträge für unterschiedliche Kompetenzniveaus unterstützen dieses Vorgehen. Während die Grundkompetenzstufe die Bearbeitung von Regelfällen vorsieht, umfasst die Sonderkompetenzstufe auch Regelabweichungen und Problemfälle. Lernauftrag für die Grundkompetenzstufe Führen Sie eine Standardprüfung und -aktualisierung der offenen Posten Debitoren sowie der damit verbundenen Dokumente und Dateien durch. Bearbeiten und erstellen Sie fällige Mahnungen. Übergeben Sie schwierige, vom Standard abweichende Vorfälle bzw. Dokumente an eine qualifizierte Fachkraft. Lernauftrag für die Aufbaukompetenzstufe Führen Sie eine vollständige Prüfung und Aktualisierung der offenen Posten Debitoren sowie der damit verbundenen Dokumente und Dateien durch. Erstellen Sie fällige Mahnungen. Erarbeiten Sie Vorschläge für schwierige, vom Standard abweichende Vorfälle bzw. Dokumente. Besprechen Sie Ihre Vorschläge mit einer qualifizierten Fachkraft. Lernauftrag für die Sonderkompetenzstufe Führen Sie eine vollständige Prüfung und Aktualisierung der offenen Posten Debitoren sowie der damit verbundenen Dokumente und Dateien durch. Erstellen Sie fällige Mahnungen. Treffen Sie für schwierige, vom Standard abweichende Vorfälle bzw. Dokumente Entscheidungen über die weitere Bearbeitung. Bereiten Sie notwendige gerichtliche Schritte vor. Beurteilen und bewerten Sie offene Forderungen zum Jahresabschluss bzw. ereignisbezogen. Die Lernaufträge stehen im System als PDF-Dokument zur Verfügung. Sie sollen als Anregung für betriebliche Lernaufträge dienen und müssen um spezifische Informationen zu Fachbereichen, Verantwortungsträgern, Regeln u. ä. ergänzt werden. 16

17 L E R N M O D E L L I N K A S S O Lernmodelle für abgestufte Kompetenzen Grundkompetenzstufe Das Lernmodell für das erste Ausbildungsjahr hat bereits dieselbe Handlungsstruktur, wie die gesamte Arbeitsaufgabe, ist aber weniger komplex. Damit gelingt der Einstieg in die berufliche Handlungs- Prüfen Entscheiden Mahnen Offene Kundenrechnungen prüfen Mahnstufe einer Rechnung erhöhen/ verändern Mahntexte formulieren Zahlungseingänge von Kunden prüfen Zinssätze für Verzugszinsen festlegen Mahnungen erstellen und versenden Verzugszinsen berechnen kompetenz. Die Lernseiten enthalten Leittexte und Verweise Buchen Zahlungseingänge buchen Verzugszinsen buchen auf weiterführendes Material. Sie unterstützen damit optimal das Selbstlernen. Ablegen Belege kennzeichnen/ signieren Belege nummerieren Aufbaukompetenzstufe Um die Bewältigung anspruchsvollerer Arbeits- Prüfen Offene Kundenrechnungen prüfen Zahlungseingänge von Kunden prüfen Kundenlimits prüfen Zahlungsverhalten von Kunden prüfen aufgaben vorzubereiten, wird auf dieser Stufe der Ausbildung ein komplexeres Modell eingesetzt. Entscheiden Zahlungen akzeptieren/ nicht akzeptieren Mahnstufe einer Rechnung erhöhen/ verändern Kundenlimits verändern Sperrvermerke setzen oder aufheben Weitere Kompetenzen werden erworben, Grundkompetenzen wiederholend trainiert. Mahnen Mahnungen erstellen und versenden Verzugszinsen berechnen Jede Lernseite enthält illustrierendes Material, eine kurze Erläuterung sowie konkrete Forschungsauf- Buchen Zahlungseingänge und Nachlässe buchen Verzugszinsen buchen träge zu betrieblichen Regeln und Gegebenheiten. Die Facetten der Arbeitsaufgabe werden sichtbar. Ablegen Belege kennzeichnen/ signieren Belege nummerieren Belege elektronisch archivieren Sonderkompetenzstufe Zum Ende der Ausbildung müssen Fachaufgaben Prüfen Offene Kundenrechnungen prüfen Zahlungseingänge von Kunden prüfen Kundenlimits prüfen Zahlungsverhalten von Kunden prüfen im Einsatzgebiet bewältigt werden. Hier erfolgt eine Vertiefung der für die Arbeitsaufgabe erforderlichen Kompetenzen. Ziel ist der sichere Umgang mit Regelabweichungen und Problemfällen. Zur Unterstützung des Lernens im Prozess der Arbeit werden auf dieser Stufe zu jeder Teilaufgabe Checklisten angeboten. Sie geben dem Lernprozess Orientierung und Struktur. Entscheiden Mahnen Buchen Ablegen Zahlungen akzeptieren/ nicht akzeptieren Forderungen als zweifelhaft/ uneinbringlich kennz. Mahnungen erstellen und versenden Zahlungseingänge und Nachlässe buchen Belege kennzeichnen/ signieren Mahnstufe einer Rechnung erhöhen/ verändern Zinssätze für Verzugszinsen festlegen Verzugszinsen berechnen Verzugszinsen buchen Belege nummerieren Kundenlimits verändern Offene Rechnung gerichtlich einklagen Gerichtliches Mahnverfahren abwickeln Forderungen als zweifelhaft umbuchen Belege elektronisch archivieren Sperrvermerke setzen oder aufheben Forderungen wegen Uneinbringlichkeit abschreiben 17

18 L E R N M O D E L L I N K A S S O Lernseiten mit Problemfragen Für jede Teilaufgabe in jedem der vier Lernmodelle steht eine Lernseite mit Problemfragen zur Verfügung. Weitere Ausdifferenzierung erfolgt durch Lösungsansätze, die zu Inhalts- und Materialseiten führen. In Summe gibt es 70 Lernseiten mit 221 Problemfragen. 1 Teilaufgabe: Auswahlreiter: Die vergrößerte Teilaufgabenkarte des Lernmodells ist gleichzeitig die Seitenüberschrift. Sie ermöglichen die Wahl der Kompetenzstufe; aktive Reiter sind vollrot, inaktive rot umrandet Problemfragen: Lösungsansätze: Jede Teilaufgabe wird über Problemfragen Diese Links führen zu Inhaltssei- erschlossen, die der ten mit Leittexten, Forschungs- Kompetenzstufe entsprechen. aufträgen u. a. Material Modell-Abbild: Linker Button: Mittlerer Button: Rechter Button: Es dient der Orientierung im Dieser direkte Zugang zum Der rote Schaltknopf führt zur Analog zum aktiven Reiter gibt Lernmodell und somit in der Gesamtlernmodell findet sich auf Startseite des Lernsystems, er es hier den Zugang zum Lernmodell Struktur der Arbeitsaufgabe. jeder Lernseite. findet sich auf jeder Lernseite. der Kompetenzstufe. 18

19 L E R N M O D E L L I N K A S S O Arbeitsdokumente für Lernseiten Passend zur Lernziel steht auf jeder Lernseite ein Arbeitsdokument zum Download bereit. Es dient der Festigung, Dokumentation und Einordnung des Wissens. Alle Testbögen, Musterlösungen, Info-Sets, Reports und Checklisten sind auch über den Materialordner abrufbar. Lernmodell Inkasso Testbogen Prüfen 1: Offene Kundenrechnungen prüfen Orientierungsraum [Hier klicken und Unternehmen eingeben] [Hier klicken und Ausbilder eingeben] [Hier klicken und Auszubildende eingeben] 1. Welche Absichten und Ziele verfolgt der Gesetzgeber in Deutschland mit Festlegungen zu Pflichtbestandteilen bzw. Funktionen von Unternehmensrechnungen? Rechtsgebiet/ Quelle Absichten bzw. Ziele des Gesetzgebers Steuerrecht/ UStG Steuerrecht/ AO Handelsrecht/ HGB Schuldrecht/ BGB 2. Welches der oben genannten Rechtsgebiete trifft die umfassendsten und genauesten Festlegungen zu Rechnungsbestandteilen und warum ist das so? Über einen solchen Link am unteren Ende des Lernbereichs auf der jeweiligen Lernseite erfolgt ein direkter Zugang zum Arbeitsdokument: 19

20 A U S B I L D U N G S S TA N D K O N T R O L L E Checkliste Berufsbildpositionen Zu jedem Prozessschritt des Referenzprozesses "Industrielle Auftragsfertigung" wird eine Checkliste Berufsbildpositionen angeboten. So wird es möglich, die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen des Ausbildungsberufsbildes prozessbezogen zu kontrollieren. Nr. Berufsbildposition Tätigkeitsbeschreibung Datum Unterschriften betriebliche Organisation betriebliche Organisationsformen und des Mahnwesens; Vorgaben 2.2 a) der Kundenkommunikation; Entscheidungswege erläutern Prinzipien der Mahnpolitik 4.3 c) Formen der Kreditsicherung beachten 4.4 c) 5.1 e) 5.3 b) 6.1 a) Statistiken anfertigen, Kennzahlen ableiten und auswerten Anfragen bearbeiten, Kunden beraten und Angebote unter Berücksichtigung von Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie der Bonität von Kunden erstellen Zahlungsverhalten von Kunden beachten Bedarf an Produkten und Dienstleistungen ermitteln Bearbeitung und Auswertung von Offene-Posten-Listen; Kennzahlen für Mahnstufen auswerten Zahlungsverhalten von Kunden tabellarisch auswerten; Kennzahlen des Zahlungsverhaltens prüfen Angebote von Inkasso- Dienstleistern einholen und vergleichen 9.1 a) Geschäftsvorgänge für das Rechnungswesen bearbeiten 9.1 c) Vorgänge des Zahlungsverkehrs und des Mahnwesens bearbeiten Checkliste für den Prozessschritt Inkasso mit beispielhaften Einträgen; die Vorlagen sind als Word-Dokumente im Ordner "Kontrolle des Ausbildungsstandes" abrufbar. 20

21 A U S B I L D U N G S S TA N D K O N T R O L L E Auswertung der Arbeitsdokumente Für die Kontrolle des Bearbeitungsstandes im Lernmodell Inkasso wird eine Excel-Tabelle angeboten. Damit können Umfang und Qualität der Bearbeitung der Arbeitsdokumente auf einen Blick beurteilt und ausgewertet werden. Bezeichnung Bearbeitet am Ergebnis Ergänzt am Ergebnis Prüfen1o Prüfen2o Prüfen3o Prüfen4o Prüfen1g Prüfen2g Prüfen1e Prüfen2e Prüfen3e Prüfen4e Prüfen1s Prüfen2s Prüfen3s Prüfen4s Entscheiden1o Entscheiden2o Entscheiden3o Entscheiden4o Auswertung Ausschnitt aus der Auswertungstabelle für das Lernmodell Inkasso; die Vorlage ist als Excel-Dokument im Ordner "Kontrolle des Ausbildungsstandes" abrufbar. 21

22 E I N S AT Z G E B I E T - E-COMMERCE Fachaufgaben im Einsatzgebiet Auf den folgenden Seiten wird ein komplexes Anwendungsbeispiel für den Lern- und Prüfungsbereich "Einsatzgebiet" vorgestellt. Neue Handlungsbereiche für Industriekaufleute finden sich gerade in der Integration von E-Business-Lösungen in den Geschäftsalltag. * Wir danken dem Unternehmen epages Software GmbH für die freundliche Bereitstellung von Informationen und Material. Die Abbildung zeigt die Startseite im Back-Office eines Demo-Stores. Kurzbeschreibung der Beispielsituation: Das mittelständische Unternehmen hat vor einigen Jahren die ersten Schritte im E-Commerce unternommen. Nach gründlicher Beratung wurde die E- Commerce-Software eines führenden Herstellers* angeschafft. Zu den kaufmännischen Arbeitsaufgaben gehört seitdem die Pflege und Erweiterung des E-Stores. Besonders verantwortungsvoll ist die Pflege einer neuen Schnittstelle zwischen dem E-Store und dem ERP-System. Von dieser fortschreitenden Integration der EDV-Anwendungen verspricht sich das Unternehmen eine Verbesserung der Prozessabläufe und effektivere Kundenorientierung. Aufgabenstellungen bei der Pflege und Erweiterung des E-Stores: Aufgabenbereich Fachaufgaben im Detail Store-Bereich Pflege Erweiterung Pflege von Kundeneinstellungen, Kundendaten und Bestellungen Pflege von Kategorien, Produktdaten und Preislisten Implementierung von Versandkonditionen und Zahlungsmethoden Datensynchronisation zwischen E-Store und ERP-System Optimierung der Storefront nach Kundenwünschen Einrichtung einer neuen Produktkategorie im E-Store Export und Import von Produktdaten Markteinführung der neuen Produktkategorie im E-Store Back-Office Back-Office Back-Office Back-Office Front-Office Back-Office Back-Office Front-Office 22

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