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1 mut masterplan umwelttechnologie österreichische umwelttechnologie auf dem weg in die zukunft

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3 masterplan umwelttechnologie inhalt editorial Josef Pröll, Josef Plank, Markus Beyrer und Christoph Leitl kurzfassung executive summary die grundidee vision, ziele und strategie Die Vision Die Ziele Stärken und Schwächen der österreichischen Umwelttechnologie Die strategische Ausrichtung die zentralen handlungsfelder Einleitung Handlungsfeld 1: Forcierung des Exports Handlungsfeld 2: Forschung und Qualifikation Handlungsfeld 3: Finanzierung Handlungsfeld 4: Dynamisierung des Heimmarktes Abfallwirtschaft Energieversorgung und Klimaschutz Luftreinhaltung Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung die umsetzung der massnahmenkatalog der prozess unterstützende firmen und organisationen

4 editorial headline Josef Pröll bundesminister für land- und forstwirtschaft, umwelt und wasserwirtschaft mut für österreich Österreichische Umwelttechnologie spielt sowohl im Inland, als auch den Exportländern eine zentrale Rolle im Klimaschutz, der Luftreinhaltung, bei der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien, in der Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie der Abfallwirtschaft und der Nachrüstung der Infrastrukturen. Die österreichische Umwelttechnikindustrie hat in den letzten Jahren überdurchschnittliche Zuwächse und Exporterfolge erzielt und damit eine technologische Basis für die Sicherung der Umwelt- und Lebensqualität geschaffen. Diese erfolgreiche Entwicklung soll mit dem Masterplan Umwelttechnologie kurz MUT weiter verfolgt werden. Der MUT ist durch einen österreichweiten Schulterschluss von Unternehmen, Verbänden, Universitäten, Forschungsinstituten, Verwaltung und Politik entstanden, mit dem Ziel, Österreich als attraktiven Standort für Umwelttechnologie- Unternehmen abzusichern und zu forcieren. Die Entwicklung und Anwendung innovativer Technologien im Sinne einer gesunden Umwelt und des Klimaschutzes in Österreich, die Intensivierung österreichischer Exporte von Umwelttechnologien sowie der selektive Ausbau der österreichischen Technologieführerschaft sind eine Strategie, die Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen gerecht wird. Josef Plank umweltlandesrat niederösterreich umwelt und technologie ein Widerspruch? Ganz im Gegenteil, die vielfältigen Herausforderungen im Umweltbereich brauchen innovative, technologische Lösungen. Saubere Luft, Energieeffizienz oder Abfallbehandlung brauchen optimal angepasste Technologien und Antworten der Forschung auf offene Fragen der Zukunft. Umwelttechnologie hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Österreichische Unternehmen haben sich in diesem Markt gut positioniert und verfügen über hervorragende Wachstumschancen. Diese Chancen auch wirklich zu nutzen und österreichische Umwelt- und Energietechnologie zu einer weltweit bekannten Marke zu entwickeln war der Grund für meine Initiative zur Formulierung des Masterplan Umwelttechnologie. Gerade durch ein verbessertes Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft kann die Umwelt- und Energietechnologie in Österreich nachhaltig gestärkt werden. Mein Dank gilt daher vor allem jenen über 200 Personen, die ihre Ideen direkt in den Masterplan eingebracht haben. Der vorliegende Masterplan setzt einen kräftigen Startpunkt für die Stärkung der Umwelttechnologie. Sein Erfolg wird sich an seiner Umsetzung messen. 04 Bei allen, die an der Erarbeitung des MUT beteiligt waren, bedanke ich mich für die konstruktive Mitarbeit. Die enge Zusammenarbeit und intensive Diskussion bei der Erstellung des Masterplans hat uns den Weg in die gemeinsame Umsetzung des Masterplans gewiesen. Ich darf Sie daher einladen, auch künftig Ihre Ideen einzubringen und ein starkes Netzwerk der Umwelttechnologie mit zu gestalten.

5 Markus Beyrer generalsekretär der österreichischen industriellenvereinigung die österreichische industrie ist der Innovations- und Wachstumsmotor unseres Landes. Sie produziert direkt und indirekt rund 60 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Diese Innovationskraft der Industrie gilt es auch im Bereich der Umwelt- und Energietechnologien zu nutzen und weiter, über das bereits vorhandene beträchtliche Ausmaß hinaus, zu steigern. Gemeinsames Ziel sollte es sein, noch mehr als bisher umweltfreundliche Technologien zu exportieren und damit hochqualifizierte Arbeitsplätze im Inland zu schaffen und gleichzeitig über die Grenzen des Landes hinaus zur Lösung von Umweltproblemen beizutragen. Die industriellenvereinigung begrüßt jede Initiative, um die vielfältigen bestehenden Aktivitäten und Kräfte im Lande zu unterstützen und damit die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Unternehmen im Umwelttechnologiebereich zu verbessern. Der nun vorliegende Masterplan bietet zahlreiche Ideen und Impulse, die in der Folge gemeinsam von den befassten Ministerien und der Wirtschaft umzusetzen sein werden. Die industriellenvereinigung wird nach Kräften daran mitwirken. Christoph Leitl präsident der wirtschaftskammer österreich die höchst dynamische österreichische Umwelt- und Energietechnikbranche ist ein wertvolles Asset unserer strategischen Standortpolitik. In den letzten vierzehn Jahren ist sie kräftig gewachsen. Doch alles deutet darauf hin, dass ihre eigentliche Expansion noch vor uns liegt. In den Schwellen- und Industrieländern zeichnen sich in den nächsten Jahren eindrucksvolle Investitionsvolumina auf Umwelt- und Energietechnikmärkten ab. Ost- und Südosteuropa melden Investitionsbedarfe von 120 bis 200 Milliarden Euro. In der Dritten Welt mangelt es den Agglomerationen an den elementarsten Entsorgungseinrichtungen. Entwicklungsländer suchen Wege, ihre regional verfügbaren Energieressourcen effizient zu nutzen. Die aussenwirtschaftsorganisation der wirtschaftskammer österreich bietet unseren Betrieben den direkten Zugang zu den globalen Märkten. Mit der von mir eingerichteten Plattform netzwerk umwelt- und energietechnik international verfügt die wkö über die Drehscheibe zur Erschließung des Exportpotentials dieser Branche. Dem Masterplan Umwelttechnik steht sie als preferred partner für alle auslandsbezogenen Maßnahmen zur Verfügung, um die beiderseitigen Anstrengungen optimal zu bündeln. 05

6 01 kurzfassung der masterplan umwelttechnologie Die österreichische Umwelt- und Energietechnologiebranche leistet einen wesentlichen Beitrag für ein nachhaltiges Wachstum und die Verbesserung der Umweltsituation im In- und Ausland. Mit dem Masterplan Umwelttechnologie wurde eine Orientierungshilfe geschaffen, um die bestehenden Chancen für Wirtschaft und Umwelt noch besser nutzen zu können. die vision: Österreich nimmt innerhalb der europäischen union die Spitzenstellung bei Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen ein. Die Grundidee des Masterplan Umwelttechnologie ist es, die positive Entwicklung der Umwelttechnikbranche durch einen Schulterschluss zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft noch mehr zu stärken. Eine besondere Rolle bei der Erstellung des Masterplan Umwelttechnologie spielte die Wirtschaft. Mehr als 100 Unternehmen waren Partner dieses Projektes. Dies drückt sich insbesondere in der gemeinsamen Vision aus: Österreich nimmt innerhalb der europäischen union die Spitzenstellung bei Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen ein. In den kommenden zehn Jahren soll Österreich durch eine gemeinsame Anstrengung die weltweite Spitzenposition im Anteil der Umwelttechnologie am BIP erreichen sowie seine internationale Technologieführerschaft in einzelnen Feldern ausbauen bzw. erlangen. Durch eine Stärkung der österreichischen Umweltund Energietechnologie wird ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung wirtschafts- und umweltpolitischer Zielsetzungen wie beispielsweise die Verdoppelung der Beschäftigung in der Umweltund Energietechnik sowie die Erreichung der Klimaschutzziele unter Einhaltung weiterer Umweltschutzziele geleistet. Die Unternehmen der Umwelt- und Energietechnik stehen in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen und Chancen. Während am Markt für Umwelt- und Energietechnologie global mit überdurchschnittlichen Wachstumschancen zu rechnen ist, nimmt die Konkurrenz einerseits durch Anbieter von High-Tech-Produkten, andererseits durch neue Anbieter aus Billiglohnländern zu. Der hohen Wettbewerbsfähigkeit und guten technologischen Position der österreichischen Unternehmen der Umwelt- und Energietechnologie sowie der hervorragenden Verankerung auf europäischen Märkten als wesentliche Stärken stehen die Kleinteiligkeit der Anbieterstruktur und eine geringe Präsenz auf dynamischen Märkten wie Asien gegenüber. Neue thematische Herausforderungen, wie insbesondere im Bereich Energie und Klimaschutz, führen mittelfristig zu einer weiteren Verschiebung der Anteile innerhalb der Branche. In einem umfassenden Diskussionsprozess haben Vertreterinnen und Vertreter von heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie der Verwaltung vier strategische Handlungsfelder definiert, die einen wesentlichen Beitrag zur Zielsetzung des Masterplans leisten: p Forcierung des Exports p Forschung und Qualifikation p Finanzierung p Dynamisierung des Heimmarktes Im Rahmen der Erstellung des Masterplan Umwelttechnologie wurden insgesamt 30 zentrale Maßnahmen aus den oben genannten Handlungsfeldern herausgearbeitet. Im Vordergrund stand dabei, Synergien zu schaffen und die laufenden Aktivitäten zugunsten der österreichischen Umwelt- und Energietechnologie in ausgewählten Bereichen zu ergänzen. 06

7 Von zentraler Bedeutung für den Masterplan Umwelttechnologie ist die Umsetzung der Maßnahmen, wobei in den nächsten Monaten folgende Schwerpunkte gesetzt werden: p Exportoffensive Umwelt- und Energietechnologie forcieren Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung sollen im Ausland verstärkt österreichische Umwelt- und Energietechnologie bewerben. Die Forcierung der Exportinitiative Umwelttechnologie im Rahmen von go international erfolgt im Zusammenwirken von bmlfuw, bmwa und in enger Abstimmung mit der aussenwirtschaft österreich (awo) der wko und deren 106 Außenhandelsstellen weltweit. Dabei ist die in der awo angesiedelte Geschäftsstelle des im Jänner 2007 gegründeten netzwerkes umwelttechnik international (nui) als die Informationsdrehscheibe und Kommunikationsplattform einzubeziehen, um gezielte und koordinierte Markterschließungsund Bearbeitungsmaßnahmen im Ausland zu treffen und das Exportpotential für österreichische Firmen dieser Branche weiter zu nutzen. Ziel ist es, Österreich international als Zentrum für innovative Umwelt- und Energietechnologien zu positionieren. p Innovationsoffensive Umwelt- und Energietechnologie starten Die Einrichtung des Energie- und Klimaschutzfonds soll dazu beitragen, die Markteinführung innovativer Produkte und Dienstleistungen wesentlich zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Anbieter zu stärken. Mittelfristiges Ziel ist es, durch die Einrichtung bzw. den Ausbau missionsorientierter Forschungs- und Diffusionsprogramme sowie die Schaffung von Excellenzzentren eine gute Know-how-Basis zur Erreichung einer internationalen Technologieführerschaft in zentralen Technologiebereichen zu schaffen. p Effizienzoffensive für Gebäude ausbauen Die verstärkte Berücksichtigung der klima:aktiv- Kriterien oder vergleichbarer Kriterien für einen nachhaltigen Wohnbau und des Passivhausstandards in der Wohnbauförderung der Bundesländer trägt wesentlich zu einer signifikanten Reduktion des Energiebedarfes für Raumheizung in Österreich bei. Das mittelfristige Ziel ist es, für den klima:aktiv-standard bzw. vergleichbarer Standards einen Anteil von 50 % am Neubau zu erreichen. Neben der Stärkung der energetischen Komponente der Wohnbauförderung ist die Umsetzung engagierter Effizienzstandards für den Energiebedarf von Gebäuden in den entsprechenden Gesetzesmaterien zu realisieren. Die Maßnahmen des Masterplan Umwelttechnologie zur Althaussanierung zielen auf eine Steigerung der Sanierungsrate und der Erhöhung der thermischen Qualität der Sanierung. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Masterplan Umwelttechnologie nimmt die Bundesagentur für Umwelt- und Energietechnologie ein. Ihre Aufgabe soll es insbesondere sein, die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Akteuren auf Bundesund Landesebene zu stärken und durch eigene Aktivitäten zu unterstützen. Im Sinne eines laufenden Controllings sind jährlich Fortschrittsberichte zu stellen und die Maßnahmen des Masterplan Umwelttechnologie entsprechend den Rückmeldungen der wichtigsten Umsetzungspartner anzupassen. 07

8 01 summary master plan environmental technology 08 The Austrian environmental and energy technology industry makes a considerable contribution to sustainable growth and an improvement of the environmental situation in Austria and abroad. With the Master Plan Environmental Technology a tool providing orientation has been created in order to be able to use the existing opportunities for the economy and the environment even more efficiently. The basic idea of the Master Plan Environmental Technology is to strengthen the positive development of the environmental technology industry by joined forces of politics, administration, the industry and science. The private companies played a special role in the preparation of the Master Plan Environmental Technology. More than 100 enterprises were partners of this project. This finds is expression notably in the joined vision: Within the European Union Austria has the leading position in the fields of environmental technology and environmental services. In the ten years to come Austria shall reach, by joined efforts, the leading position as far as the share of environmental technology in the GDP is concerned worldwide, as well as achieve or further develop an international technology leadership position in the individual fields. By means of strengthening the Austrian environmental and energy technology an important contribution will be made to reaching economic and environmental policy goals such as doubling the number of persons employed in the environmental and energy technology industries and reaching the climate protection goals and complying with other environmental protection goals at the same time. In the course of the next few years the enterprises in the environmental and energy technology sectors will be confronted with major challenges and opportunities. Whereas above-average growth opportunities can be expected on the environmental and technology markets, the competition on the one hand by new suppliers from low-wage countries and on the other hand by suppliers of high-tech products is rising. The high competitiveness and the good technological position of Austrian enterprises of the environmental and energy technology sectors as well as the fact that they are excellently embedded in the European markets are the major strong points, whereas the weaknesses are the small-scaled supplier structure and the low presence on dynamic markets such as Asia. New thematic challenges, such as in particular in the fields of energy and climate protection lead in the medium-term to a further shift of the shares within this branch of industry. In the course of a comprehensive discussion process representatives of domestic enterprises and research institutions as well as of the administration have defined four strategic fields of action, which make a considerable contribution to the goals of the Master Plan. p Promotion of exports Targeted initiatives on central export markets and further development of the existing export infrastructure for Austrian enterprises. p Research and qualification Strengthening the technological competitive position and qualifying the staff members of enterprises and research institutions p Financing Supplementing technological solutions and services with customer-specific financing offers p Making the domestic market more dynamic Safeguarding an innovative domestic market for products and services at a high technological level. Within the framework of the preparation of the Master Plan Environmental Technology a total of 30 core measures from the above-mentioned fields of action have been worked out. In this context the focus was on creating synergies and on supplementing current activities to the benefit of the Austrian environmental and energy technologies in selected fields. The implementation of the measures is of crucial importance for the Master Plan Environmental Technology, the following priorities will be set in the course of the next few months.

9 the joined vision: Within the european union Austria has p Promoting the Export Offensive Environmental and Energy Technology Representatives of politics and administration should increasingly promote Austrian environmental and energy technology abroad. The promotion of the Export Initiative Environmental Technology within the framework of go international takes places in cooperation of the federal ministry of agriculture, forestry, environment and water management, and the federal ministry for economic and labour affairs, and in close coordination with the austrian board of foreign trade (aussenwirtschaft österreich), the austrian federal economic chamber and its 106 foreign trade offices all over the world. In this context the office of the network environmental technology international (netzwerk umwelttechnik international) located at the austrian board of foreign trade, which was founded in January 2007, has to be integrated as well as the information and communication platform, in order to take targeted and coordinated market opening and market prospecting measures abroad and to further exploit the export potential for Austrian companies of this branch of industry. The goal of the export initiative is an increase of the export quota in the field of environmental technology to 80 % within ten years. The Export Initiative Environmental and Energy Technology is embedded in a comprehensive marketing strategy, which includes in addition to the creation of an umbrella brand name Environmental Technology Made in Austria a coordinated presentation abroad. The goal is to establish Austria s position as a centre for innovative environmental and energy technologies on an international scale. p Starting the innovation-offensive environmental and energy technology The establishment of the energy and climate protection fund should contribute to considerably accelerating the launching of innovative products and services on the market and to strengthening the competitiveness of Austrian suppliers. the leading position in the fields of environmental technology and environmental services. The medium-term goal is to establish a good know-how basis for reaching an international technology leadership in the central sectors of technology by means of setting up or further developing mission-oriented research and diffusion programmes as well as by creating centres of excellence. p Further developing the efficiency offensive for buildings The increased consideration of klima:aktiv criteria for the sustainable construction of residential buildings and a passive house standard in the housing subsidisation of the Federal Provinces contributes considerably to a significant reduction of the energy demand for space heating in Austria. The medium-term goal is to reach for the klima:aktiv standard a share of 50 % with new buildings. Apart from strengthening the energetic component of housing subsidisation the focus is on the implementation of ambitious efficiency standards for the energy demand of buildings in the building regulations. The measures of the Master Plan Environmental Technology on the renovation of old buildings aim at a rise of the renovation rate and an increase in the thermal quality of renovation. The Federal Agency for Environmental and Energy Technology shall play a crucial role in the implementation of the Master Plan for Environmental Technology. It should first and foremost be responsible for the task of strengthening the cooperation with the most important actors at federal and provincial levels and of supporting them with its own activities. For the purpose of permanent controlling annual progress reports have to be prepared and the measures of the Master Plan Environmental Technology have to be adapted according to the feedback of the most important implementation partners. 09

10 02 die grundidee Der österreichischen Umwelttechnologiebranche ist es in den letzten Jahren gelungen, die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu nutzen. Die Branche zeichnet sich sowohl durch ein überdurchschnittliches Umsatz- und Beschäftigungswachstum als auch durch einen hohen technologischen Standard aus und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand Österreichs. Um diese positive Entwicklung langfristig zu stärken, haben das lebensministerium und das land niederösterreich die Initiative zur Erstellung des Masterplan Umwelttechnologie gestartet. Die Initiatoren wollen durch den Schulterschluss von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft die österreichische Umwelttechnologie im Sinne zentraler wirtschafts- und umweltpolitischer Ziele stärken. Mit dem Einsatz des Instruments Masterplan soll eine umfassende Orientierungshilfe zur Stärkung der österreichischen Umwelttechnologie für die kommenden zehn Jahre geschaffen werden. Daher war es wichtig, bei der Erstellung des Masterplan Umwelttechnologie Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Gruppen unmittelbar zu beteiligen. das ergebnis: 30 prioritäre Maßnahmen in vier strategischen Handlungsfeldern. Politik an der Erstellung dieses umfassenden Plans zur Stärkung der österreichischen Umwelttechnologie mitgewirkt. Seitens der öffentlichen Hand waren in die Erstellung des Masterplans neben den Initiatoren lebensministerium und land niederösterreich insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der inhaltlich zuständigen Bundesministerien (vor allem bmvit und bmwa), von Bundesländern und landesnahen Organisationen, der Industriellenvereinigung und der wirtschaftskammer österreich eingebunden. Nach fünf Monaten liegt das Ergebnis dieser erfolgreichen Zusammenarbeit vor: in Form von 30 prioritären Maßnahmen in vier strategischen Handlungsfeldern sowie Empfehlungen zur konkreten Umsetzung des Masterplan Umwelttechnologie. Zwischen Oktober 2006 und Februar 2007 haben über 200 Vertreterinnen und Vertreter von heimischen Unternehmen, renommierten Forschungseinrichtungen, Verbänden, Förderstellen und der 10

11 03 vision, ziele und strategie die vision Die österreichische Umwelttechnologiebranche leistet einen wesentlichen Beitrag für ein nachhaltiges Wachstum und eine Verbesserung der Umweltsituation in Österreich aber auch im Ausland. Die Wettbewerbsposition Österreichs kann und soll durch eine enge und zielgerichtete Kooperation von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung weiter verbessert werden. Die Vision: Österreich nimmt innerhalb der Europäischen Union die Spitzenstellung bei Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen ein. Österreich soll die weltweite Spitzenposition in der Umwelttechnologie erreichen und die internationale Technologieführerschaft in einzelnen Technologiefeldern ausbauen. Der Masterplan Umwelttechnologie stellt eine Übereinkunft aller Beteiligten zur Bündelung und strategischen Ausrichtung aller Kräfte zugunsten der österreichischen Umwelttechnologie mit einem Zeithorizont von zehn Jahren dar. Zentrales Anliegen ist es, die laufenden Aktivitäten der öffentlichen Hand und österreichischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen besser abzustimmen und gemeinsam auszurichten. Darüber hinaus sollen bestehende Lücken geschlossen und gezielt Schwerpunkte in einzelnen Handlungsfeldern gesetzt werden. politik und iverwaltungi mut iwissenschafti iunternehmeni 11

12 03 vision, ziele und strategie die ziele Die Erreichung der europäischen Spitzenstellung trägt wesentlich dazu bei, den wirtschaftlichen Wohlstand in Österreich zu sichern und gleichzeitig die hohe Umwelt- und Lebensqualität aufrecht zu erhalten. Der Masterplan Umwelttechnologie soll einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung folgender Ziele leisten: umwelttechnologie schafft arbeitsplätze p Verdoppelung des Anteils am BIP und der Beschäftigung in der Umwelttechnikbranche auf 8 % bzw Personen p Erreichung eines Anteils am Welthandel von 2,5 % p Erhöhung des Exportanteils auf 80 % und Ausbau der Direktinvestitionen p Ausbau bzw. Erreichung einer internationalen Technologieführerschaft p Steigerung des Anteils an der Sachgüterproduktion auf 5 % Umwelttechnologie schafft arbeitsplätze und lebensqualität. umwelttechnologie schafft lebensqualität p Reduktion des Energieverbrauchs um 20 % bis 2020 p Erreichung der österreichischen Klimaschutzziele unter Einhaltung umweltpolitischer Ziele wie z.b. Reduktion der Feinstaubbelastung diese ambitionierten ziele erfordern eine gemeinsame Strategie und die Bündelung der Kräfte von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. p Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger auf 25 % (2010) und 45 % (2020) sowie auf 80 % im Elektrizitätssektor bis 2010 und 85 % bis 2020 p Verminderung der Luftschadstoffe NO x (lt. NEC-RL 103 kt 2010) und VOC p Erreichung eines guten Zustandes für alle europäischen Gewässer bis 2015 und Verhinderung einer Verschlechterung des Gewässerzustandes Diese im europäischen Vergleich insbesondere im Energiebereich besonders engagierten Ziele erfordern eine gemeinsame Strategie und eine Bündelung der Kräfte von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in Österreich. Im Rahmen des Masterplan Umwelttechnologie wurde daher aufbauend auf der gemeinsamen Vision und einer Stärken/Schwächen-Analyse der österreichischen Umwelt- und Energietechnologie eine Erfolg versprechende Strategie ausgearbeitet, die wichtigsten Handlungsfelder identifiziert und prioritäre Maßnahmen konkretisiert. 12

13 stärken und schwächen der österreichischen umwelttechnologie Die hohe Umweltqualität Österreichs basiert auf der Entwicklung und dem Einsatz innovativer Umwelttechnologie infolge der österreichischen Umweltgesetzgebung und finanzieller Anreize seitens der öffentlichen Hand in den letzten Jahrzehnten. Sie wird weiters getragen von einem hohen Umweltbewusstsein der österreichischen Bevölkerung. Die österreichische Umwelttechnik trägt mit einem Umsatz von 3,8 Mrd. Euro 3,7 % zur Sachgüterproduktion Österreichs bei und beschäftigt Personen 1. Das durchschnittliche Umsatzwachstum und das Wachstum der Exporte der Umwelttechnikbrache liegen mit jährlich 7,3 % bzw. 9,1 % zwischen 1997 und 2003 deutlich über den Vergleichskennzahlen der Sachgüterproduktion (3,5 % bzw. 6,9 %). Auf Basis dieser positiven wirtschaftlichen Dynamik wuchs die Beschäftigung in der Umwelttechnikindustrie im angegebenen Zeitraum um jährlich durchschnittlich 2,3 %, während die 1 Quelle: Angela Köppl Österreichische Umwelttechnikindustrie Branchenanalyse, WIFO-Monografie, Wien 2005 (die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2003) relative bedeutung der umwelttechnikindustrie Anteile in Prozent 5,0 % 4,5 % 4,0 % 3,5 % 3,0 % 2,5 % 2,0 % 1,5 % 1,0 % 0,5 % j 2,1 Umweltumsatzanteil am Umsatz der Sachgüterproduktion Umweltumsatzanteil am BIP (nom.) Anteil der Umweltbeschäftigten an den Beschäftigten der Sachgüterproduktion 1,0 2,0 2,9 1,4 2,8 3,7 1, ,3 Sachgüterindustrie insgesamt ein jährliches Beschäftigungsminus von 0,3 % aufweist. Darüber hinaus ist für den Zeitraum von 1997 bis 2003 innerhalb der Umwelttechnikindustrie eine deutliche Verschiebung zugunsten eines vorsorgenden Umweltschutzes und eine hohe Anteilssteigerung der Energietechnologien von 21 % des Umsatzes auf nahezu 48 % erkennbar. Diese strukturelle Veränderung innerhalb der Umwelttechnikbranche spiegelt neue umwelt- STÄRKEN- UND SCHWÄCHENANALYSE DER ÖSTERREICHISCHEN UMWELTTECHNOLOGIE m m m Stärken Gute wirtschaftliche Dynamik und Position. Hohe Flexibilität durch KMU-Struktur der Anbieter Hohe Innovationsbereitschaft. Technologieführerschaft in einzelnen Themen Gute Verankerung am EU-Markt (EU-15). Hohe Umweltstandards in Österreich. Bestehende Förderungen im Umwelt- und Energiebereich Netzwerken Chancen Umsetzung von EU-Umweltstandards in neuen. Mitgliedsländern mit erheblichen Umwelt- und Beschäftigungseffekten Mittelfristig hohes Marktwachstum. Innovativer Heimmarkt Erhöhte Kooperation Wissenschaft/Unternehmen Dynamisches Umfeld im Forschungs- und. Finanzierungsbereich Schwächen KMU-Struktur der Anbieter verhindert oft gemeinsame Angebote bei Großprojekten Geringe Präsenz speziell von KMU auf dynamischen Märkten (z.b. Mittel- und Südeuropa, Russland, Ukraine, China, Indien) Fehlende themen- und regionenübergreifende Koordination Geringe Kommunikation zwischen bestehenden Risiken Erhöhte Konkurrenz aus Billiglohnländern und Hochtechnologieländern. Abfluss von Know-How Geringe Einbindung neuer Technologiefelder wie Nano- und Biotechnologie Schwächen in einzelnen High-Tech-Bereichen Geringe Mittel für hoch-riskante /langfristig orientierte Forschung und Demonstrationsprojekte 13

14 03 vision, ziele und strategie die ziele entwicklung des globalen umweltmarktes Angaben in Mrd. Euro durchschnittliches wachstum ,4% Dies erfordert eine Veränderung innerhalb der Branche vom reinen Hersteller von Umwelttechnik hin zu einem Anbieter von integrativen Dienstleistungen, der neben innovativen Produkten ein entsprechendes Betreiber-Know-how und kundenspezifische Finanzierungsmodelle vorzuweisen hat Quelle: Market studies, Roland Berger, 2006 politische Herausforderungen, vor allem im Energiebereich wider, während in anderen Bereichen wie Wasser- und Abfallwirtschaft tendenziell eine Marktsättigung in Österreich erreicht ist. Der Umwelttechnikmarkt zählt international zu den Wachstumsmärkten. Dementsprechend hoch sind auch der Wettbewerbsdruck und das Interesse neuer Anbieter aus Billiglohnländern ebenso wie Hochtechnologie- bzw. Industriestaaten, sich in diesem Markt verstärkt zu positionieren. Die wichtigsten Exportmärkte zeichnen sich durch erhöhten Wettbewerbsdruck aus und stellen hohe Anforderungen an die Umwelttechnikbranche. Die Unternehmen haben ein sehr hohes technologisches Niveau mit preislicher Konkurrenzfähigkeit die bedingungen des marktes fordern die Veränderung vom reinen Hersteller von Umwelttechnik zum Anbieter von integrativen Dienstleistungen. und einer guten Kenntnis des jeweiligen Marktes zu verbinden und müssen insbesondere im Bereich öffentlicher Stellen als Nachfrager mit entsprechenden Finanzierungsangeboten 14 auftreten. Europas Umwelttechnikmärkte sind in hohem Maße von staatlichen Regulierungen und Anreizen abhängig. Eine zentrale Bedeutung nimmt vor dem Hintergrund des hohen Anteils an Klein- und Mittelunternehmen der Heimmarkt ein. Ein innovativer und dynamischer Heimmarkt erlaubt es, Technologien zu entwickeln, die in weiterer Folge die Grundlage für verstärkte Exporte sind. In diesem Sinne kommt der öffentlichen Hand in Österreich insofern eine hohe Verantwortung für eine zukunftsorientierte Gesetzgebung zu, als einerseits First-mover-Vorteile geschaffen werden sollen, andererseits eine entsprechende Anpassungsfähigkeit an Exportmärkte sicher gestellt sein muss. Mit der Erweiterung der europäischen union und den jüngsten Initiativen zur Förderung der Umwelttechnologie auf Europäischer Ebene sind zahlreiche wirtschaftliche Chancen für österreichische Unternehmen verbunden. Der infolge der Lissabonstrategie der europäischen union 2004 verabschiedete Environmental Technology Action Plan (ETAP) unterstützt die Bestrebungen Österreichs, die Marktbedingungen für Umwelttechnologie weiter zu verbessern und sowohl die Innovationskraft als auch die Investitionen in Umwelt- und Energietechnologie zu erhöhen. Die verstärkte Nutzung von Umwelttechnologien stellt schließlich eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der europäischen union dar. Aufgrund der geographischen Lage Österreichs und der engen wirtschaftlichen Beziehungen mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten sowie den Staaten Ost- und Südosteuropas tun sich für die österreichische Umwelttechnikbranche hervorragende

15 trotz der erfolge der Umwelttechnik in den letzten Jahrzehnten besteht im Weltmarkt weiterhin enormer Nachholbedarf. Chancen auf. So beträgt der Investitionsbedarf 2 infolge der verpflichtenden Anpassung der EU- Umweltgesetzgebung in den angrenzenden Nachbarländern auf Basis nationaler Umweltpläne und -programme allein im Bereich der Abwasseraufbereitung zwischen 456 Mio. Euro (Slowenien) und 3,2 Mrd. Euro (Tschechien). Allein für die Länder Bulgarien, Rumänien und Kroatien beträgt der Investitionsbedarf in den nächsten zehn Jahren insgesamt bereits 35 Mrd. Euro. Trotz vorzuweisender Erfolge der heimischen Umwelttechnikindustrie in den letzten Jahrzehnten etwa bei der Reduktion der klassischen Schadstoffemissionen besteht am Weltmarkt 2 Quelle: ÖGUT, Umweltmärkte in ausgewählten Ländern, 2004 u weiterhin enorme Nachfrage nach (österreichischer) Umwelttechnologie. Neue Absatzmärkte werden in den wirtschaftlich dynamischen Regionen Asiens gesehen. Hohe Umweltbelastung und wachsender Wohlstand gemeinsam mit strengerer Umweltgesetzgebung (Beispiel China) bilden die Basis für den Wachstumsmarkt Umwelttechnologie. Allerdings sind österreichische Unternehmen auf den Märkten außerhalb Europas noch unzureichend vertreten. Der Klimaschutz und die Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung sind ein zentrales Zukunftsthema für Europa. Die europäische union hat sich zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 8 % gegenüber 1990 (Zielperiode ) verpflichtet. Bis 2020 hat sich die Europäische Union eine Reduktion der treibhausrelevanten Emissionen um zumindest 20 % zum Ziel gesetzt. Die Sicherung der Energieversorgung und der Klimaschutz ziehen entsprechende Investitionsvolumina im Bereich der Energieeffizienz (insbesondere im Gebäudebereich und bei modernen Kraftwerken) und der Nutzung erneuerbarer Energieträger nach sich. investitionsbedarf in ausgewählten ländern und sektoren Notwendige Investitionen zur Anpassung an den EU-Umweltacquis in Mrd. Euro Land/Zeitraum Abfallwirtschaft Wasser/Abwasser Luftreinhaltung Bulgarien ,0 3,3 2,3 Rumänien ,0 10,0 6,0 Kroatien ,2 5,0 0,6 GESAMT 8,2 18,3 8,9 Quelle: ÖGUT, Umwelttechnikmärkte in Südosteuropa. Daten aus nationale ISPA-Strategien (Bulgarien, Rumänien), NEAP und PAP (Kroatien) 15

16 03 vision, ziele und strategie die strategie Um die engagierten Ziele des Masterplan Umwelttechnologie zu erreichen, ist eine Strategie im Sinne eines längerfristig orientierten und planvollen Handelns notwendig. Dabei sind in besonderer Weise die strukturellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Umwelttechnik in den wesentlichen Absatzmärkten zu berücksichtigen. Aufbauend auf der Analyse der Stärken und Schwächen der österreichischen Umwelttechnikbranche sowie der relevanten europäischen Umfeldbedingungen wurden vier strategische Handlungsfelder identifiziert, welche zentrale Beiträge zur Erreichung der Ziele des MUT liefern: die ziele sollen über die Forcierung vier strategischer Handlungsfelder erreicht werden. 3. Finanzierung Ergänzung technologischer Lösungen und Dienstleistungen durch kundenspezifische Finanzierungsangebote 4. Dynamisierung des Heimmarktes Sicherstellung eines innovativen Heimmarktes für Produkte und Dienstleistungen auf hohem technologischem Niveau Durch eine verstärkte und bestmöglich koordinierte Vorgehensweise schafft die öffentliche Hand auf den genannten Handlungsfeldern die strukturellen Voraussetzungen für die österreichische Umwelttechnologiebranche, um am Markt gemäß den Zielen des Masterplans erfolgreich tätig zu sein. 1. Forcierung des Exports Gezielte Bearbeitung zentraler Exportmärkte und Ausbau der bestehenden Exportinfrastruktur für österreichische Unternehmen Vision 2. Forschung und Qualifikation Stärkung der technologischen Wettbewerbsposition und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen und Forschungseinrichtungen Ziele Handlungsfelder Maßnahmen 16

17 04 zentrale handlungsfelder Die oben genannten strategischen Handlungsfelder bilden den Kern des Masterplan Umwelttechnologie. Im Zentrum der Erstellung des Masterplans Umwelttechnologie stand daher die Identifikation, die Priorisierung und die Konkretisierung der wichtigsten Maßnahmen zur Erreichung der oben genannten Ziele des Masterplans durch Vertreterinnen und Vertreter österreichischer Unternehmen sowie universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. Es war wesentlich, jene Maßnahmen und Tätigkeitsbereiche zu identifizieren, die sich aus Sicht der Wirtschaft und der Forschungseinrichtungen als vordringlich darstellen. Die einzelnen Maßnahmen sind primär als Orientierungshilfe für die Umsetzung des Masterplans zu verstehen. Aufgabe der noch zu schaffenden Bundesagentur für Umwelt- und Energietechnologie wird es sein, die einzelnen massnahmen sind primär als Orientierungshilfe für die Umsetzung zu verstehen. die einzelnen Maßnahmen gemeinsam mit den relevanten Akteuren im Sinne des jeweiligen Zieles weiter zu konkretisieren und zu realisieren. FORC I E R U N G D E R E X P O R T E FORS C H U N G U N D Q U A L I F I K A T I O N FINA N Z I E R U N G DYN A M I S I E R U N G DES H E I M M A R K T E S 17

18 04 die vier handlungsfelder 01 forcierung des exports Mit einer Exportquote von knapp 65 % besteht eine starke Orientierung der heimischen Unternehmen auf Auslandsmärkte. Besonders ausgeprägt ist der Export in den Bereichen der sauberen Technologien (Exportquote 70 %) und der Mess-, Steuer- und Regeltechnologien sowie der Umweltbeobachtung (Exportquote 85 %). Das zentrale Ziel des Masterplan Umwelttechnologie ist die Steigerung der Exportquote im Bereich Umwelt- und Energietechnologie auf 80 %. absatzmärkte für umwelttechnologien 2003 EU 15 40,0 % Österreich 35,2 % übriges Westeuropa 1,7 % USA/Kanada 4,7 % Südostasien 1,6 % andere Länder 5,2 % China 1,5 % Russland 0,6 % Mittel-/Südosteuropa 9,5 % 18 Strukturell wird der Export derzeit überwiegend von großen Unternehmen getragen. Knapp 70 % der Exporte entfallen auf Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten. Ein Fünftel der Exporterlöse wird von Unternehmen mit Beschäftigen erzielt. Auf Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten entfallen mehr als 40 % der Unternehmen, ihr Anteil an den Exporterlösen erreicht jedoch nur 4 %. Ein wichtiges Ziel des Masterplans ist daher die Forcierung des Exports von Umwelttechnologien durch kleine und mittlere Unternehmen. Voraussetzung hierfür ist der Ausbau der Exportinfrastruktur in den wichtigsten Zielländern österreichischer Umwelttechnologie. 40 % des Gesamtumsatzes der österreichischen Umwelttechnikindustrie wird in den EU 15-Staaten erwirtschaftet. Allein auf dem deutschen Markt erzielen heimische Anbieter von Umwelt- und Energietechnologie 22 % ihres Umsatzes. Mittelund Südosteuropa hat einen Umsatzanteil von etwa 10 %, wobei dieser Markt sich sehr dynamisch entwickelt.» Exportoffensive Umwelt- und Energietechnologie forcieren 2003 wurde vom wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit der aussenwirtschaft österreich die Internationalisierungsoffensive go international mit dem Branchenfokus Umwelttechnik gestartet, der ab 2005 mit der Exportinitiative Umwelttechnologie des lebensministeriums weiter verstärkt wurde. In einem Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wurden zahlreiche Präsentationen österreichischer Umwelttechnologien im Rahmen von Wirtschaftsdelegationen unter politischer Führung durchgeführt, die die österreichische Präsenz auf den internationalen Märkten weiter verstärkt haben. Die Forcierung der Exportinitiative Umwelttechnologie im Rahmen von go international erfolgt im Zusammenwirken von bmlfuw, bmwa und in enger Abstimmung mit der aussenwirtschaft österreich (awo) der wko und deren 106 Außenhandelsstellen weltweit. Dabei ist die in der awo angesiedelte Geschäftsstelle des im Jänner 2007 gegründeten netzwerkes umwelttechnik international (nui) als die Informationsdrehscheibe und Kommunikationsplattform einzubeziehen, um gezielte und koordinierte Markterschließungs- und Bearbeitungsmaßnahmen im Ausland zu treffen und das Exportpotential für österreichische Firmen dieser Branche weiter zu nutzen. Im Mittelpunkt der Exportinitiative Umwelttechnologie steht die aktive Bewerbung österreichischer Umwelt- und Energietechnologie durch Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Ausland (Stichwort: Politik und Verwaltung als Türöffner ). Die erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur (einschließlich Energie) in den neuen EU-Mitgliedstaaten und anderer Länder Südosteuropas, lassen einen regionalen Schwerpunkt in dieser Region für die nächsten Jahre zielführend erscheinen. Insbeson- massnahme 01

19 massnahme 02 dere für Bulgarien und Rumänien sowie der Region Südosteuropa sind die österreichischen Außenhandelsstellen durch kompetente Produktmanager für Umwelt- und Energietechnik zu verstärken. Die awo hat derzeit in folgenden Ländern Außenhandelsstellen für den Bereich Umwelt- und Energietechnik installiert: Tschechien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Ukraine, Japan, China. Neben der verstärkten Bearbeitung des Zukunftsmarktes Mittel-, Ost- und Südosteuropa sollen Märkte mit überproportionalen Wachstumspotenzialen (insbesondere in den arabischen und asiatischen Raum, Russland) aufgrund ihrer strategischen Bedeutung als mittelfristige Wachstums märkte verstärkt bearbeitet werden. Die Aktivitäten im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien werden in enger Abstimmung mit der aussenwirtschaft österreich (awo) geplant und umgesetzt. Die Entwicklung einer umfassenden Marketingstrategie zugunsten der österreichischen Umwelt- und Energietechnologie auf deren Basis die Imagewerbung für Österreich als Umweltmusterland im Ausland mit dem Angebot entsprechender Umwelttechnologien in Verbindung gebracht wird soll, ist bis Ende 2007 geplant. Die Marketingstrategie wird aufbauend auf laufenden Arbeiten der awo jedenfalls umfassen: p die Schaffung einer gemeinsamen Dachmarke für österreichische Umwelt- und Energietechnologien ( Umwelttechnologie Made in Austria ); p die Definition prioritärer Zielländer bzw. Zielregionen für Exportaktivitäten; p die Bündelung aller Informationen über Out- Going und In-Coming Delegationen von Bundes- und Landespolitikern mit Bezug zu Energie- und Umwelttechnologie p eine umfassende Leistungsschau der österreichischen Umwelt- und Energietechnologien in Broschüren und im Internet (z.b. Im Sinne der Bündelung und gemeinsamen Ausrichtung der vorhandenen Ressourcen ist die Marketingstrategie im Zusammenwirken mit den bestehenden Strukturen seitens bmlfuw, bmwa und wko/awo sowie der Einbindung des netzwerkes umwelttechnik international und der wichtigsten österreichischen Technologiecluster zu erarbeiten. Gerade im Sinne der Nutzung vorhan- best practice beispiel: energiesparmesse wels Die Energiesparmesse Wels hat sich in den letzten Jahren zur europaweit wichtigsten Veranstaltung für Energietechnologien im Bereich Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz entwickelt. Sie trägt damit wesentlich zur hohen Bekanntheit österreichischer Energietechnologie bei. dener Synergien kommt der Kooperation österreichischer Stellen im Bereich des Internetauftritts hohe Bedeutung zu. Im Mittelpunkt steht dabei die Netzung und laufende Aktualisierung bereits bestehender Datenbanken zu Unternehmen und Technologien sowie Referenzanlagen. Hinsichtlich der Umsetzung wird vorgeschlagen, die einzelnen Aktivitäten im Rahmen eines regelmäßigen Umwelttechnologie-Export-Jour-Fixe abzustimmen. Aufbauend auf der guten technologischen Positionierung und dem positivem Image Österreichs im Bereich des Umweltschutzes ist eine internationale Vermarktung Österreichs als Zentrum für innovative Umwelt- und Energietechnologien angestrebt. Neben einer aktiven Positionierung der österreichischen Umwelt- und Energietechnologie im Rahmen einer umfassenden Marketingstrategie, nimmt die Durchführung von entsprechenden Messen und Veranstaltungen hierfür eine zentrale Rolle ein. massnahme 03 Der öffentlichen Hand kommt vor allem bei der Unterstützung der Exporttätigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen besondere Bedeutung zu. In einem ersten Schritt kann durch eine Zusammenführung bestehender Informationen relevanter Institutionen (insbesondere awo/nui, massnahme 04 ökb, aws, ögut, Cluster, uba) eine wesentliche Konkretisierung des tatsächlichen Bedarfs an Umwelttechnologie erreicht werden. 19

20 04 die vier handlungsfelder 01 forcierung des exports Hierzu gehört insbesondere die Individualisierung bestehender Informationstätigkeit zu internationalen Ausschreibungen in Bereich der Umwelttechnik und der Aufbau einer detaillierten Adressdatenbank (siehe auch massnahme 02). In einem weiteren Schritt ist aufbauend auf der Definition von Schwerpunktregionen die Vergabe konkreter Marktstudien im Sinne einer detaillierten Marktabschätzung und der Entwicklung spezifischer Marktbearbeitungsschritte sinnvoll, unter Berücksichtigung bereits existierender Branchereports und Marktstudien. Die bisher vorhandenen Abschätzungen von Marktpotenzialen (z.b. für den Bereich Abfall) können auf Ebene einzelner Technologiebereiche konkretisiert werden (z.b. Potenzial für thermische Abfallverwertungsanlagen definierter Größen). Die Umsetzung von darauf aufbauenden Schritten zur Marktbearbeitung umfasst insbesondere die Vertiefung des oben genannten Marketingkonzeptes für einzelne Regionen, die Nutzung des Förderinstrumentariums Österreichs (siehe auch Demonstrationsanlagen im Ausland) und die Ausarbeitung von kundenspezifischen Finanzierungsmodellen. Die neuen EU-Mitgliedsstaaten stehen in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen hinsichtlich der effektiven Umsetzung von EU- Regelungen in die nationale Gesetzgebung (insbesondere Bulgarien und Rumänien). Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen soll den für Umweltschutz und Energie zuständigen Stellen der neuen EU-Mitgliedsländer eine Unterstützung in Form fachlicher Zusammenarbeit mit österreichischen Institutionen zuteil werden. Während im Rahmen der rechtlichen Umsetzung nicht zuletzt der sogenannten Twinningprojekte der europäischen union 3 bereits positive Ergebnisse erreicht werden konnten, bestehen hinsichtlich des Monitorings bei der Einhaltung der Gesetze und des Vollzugs noch Defizite. Die Umsetzung und Kontrolle der Umweltgesetzgebung der europäischen union stellt jedoch einen entscheidenden Faktor für das Entstehen von Umwelttechnologiemärkten in den neuen Mitgliedsländern und damit der Verbesserung der Exportchancen österreichischer Unternehmen dar. Wesentliche Schritte für die strukturelle Stärkung dieses für die österreichische Umwelttechnikbranche wichtigen Absatzmarktes sind die Weiterführung der Twinning-Projekte für die Bereiche Monitoring und Vollzug. Im Sinne der Konkretisierung des Bedarfs an Umwelttechnologie ist eine aktive Information österreichischer Unternehmen über aktuelle Entwicklungen anzustreben. Durch eine intensivere Zusammenarbeit mit den für die Umweltgesetzgebung zuständigen Stellen in den Zielländern können insbesondere die strukturellen Voraussetzungen für österreichische Unternehmen verbessert werden. 3 Innerhalb Österreichs war insbesondere das Umweltbundesamt in die Abwicklung von Twinningprojekten involviert. massnahme 05 20

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