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1 BFFM GmbH & Co. KG, Normannenweg 17-21, Hamburg An unsere Kunden und Interessenten Risikomanagement privat Lassen Sie überflüssige Versicherungen lieber weg. Und beschränken Sie sich auf die Wichtigen. BFFM GmbH & Co KG Normannenweg Hamburg Sehr geehrte Damen und Herren, bei vielen schlummern überflüssige Versicherungen im Regal. Aber welche sind das? Und wie entscheidet man sinnvoll, welche man braucht? Am besten mit einem geeigneten privaten Risikomanagement. Das bedeutet einmalig etwas Arbeit, die sich aber lohnt: Inhalt 1. Risikoerfassung 2. Risikobewertung 2.1. Eintrittswahrscheinlichkeiten 2.2. Maximaler Verlust 2.3. Erwartungswert 3. Risikobeherrschung 3.1. Vermeidung 3.2. Minderung 3.3. Unverändert tragen 3.4. Rücklagen bilden 4. Folgen extern Absichern 4.1. PML höher als das eigene Vermögen 4.2. Liquidität des eigenen Vermögens 4.3. Exzedentenabsicherungen 4.4. Prioritäten unabhängig von der Wahrscheinlichkeit 4.5. PML innerhalb des eigenen Vermögens 4.6. Teilabdeckungen vermeiden 4.7. Mischformen von Absicherungen 5. Grundsätzliche Prioritäten 6. Umsetzung 6.1. Dokumentation und Kontrolle 6.2. BFFM Beratung, wichtige Hinweise

2 Risikoerfassung - Welche Gefahren habe ich? Die ersten Schritte eines privaten Risikomanagement sind es, die Gefahren zu ermitteln und dazu das persönliche Umfeld zu durchleuchten. Um keine Risiken auszulassen, müssen die für Privatpersonen (oder für Freiberufler oder Gewerbetreibende) möglichen Risikoarten systematisch durchsucht werden. Die möglichen Arten sind körperliche (die eigene Gesundheit betreffende), materielle (eigene Vermögenswerte betreffende) und Haftungsrisiken (selbst bei anderen verursachte). Es muss dabei auch ermittelt werden, von wem im einzelnen diese Risiken ausgehen: Von einem selbst, der Familie, Geschäftspartnern oder auch von den vorhandenen Vermögenswerten (z.b. Risiken durch den Besitz eines Hauses usw.). 2. Risikobewertung Die Bewertung von Risiken hat für einen selbst andere Schwerpunkte als es die Angebote von Versicherungsgesellschaften haben. Um die Unterschiede dieser Schwerpunkte zu beschreiben, ist eine mathematische Betrachtung von Risikobewertungen sinnvoll. Dazu muss man nicht in die hohe Kunst der Wahrscheinlichkeitsrechung einsteigen, es genügen ein paar qualitative Überlegungen. Die drei maßgeblichen Faktoren zur Risikobewertung sind: Eintrittswahrscheinlichkeit, Maximaler Verlust und Erwartungswert Eintrittswahrscheinlichkeit Meist stellt man sich die Frage Wie wahrscheinlich ist es denn, dass mich dieser oder jener Schaden trifft?. Das betrifft die Eintrittswahrscheinlichkeit OP ( Occurence Probability ). Diese wird in Prozent ausgedrückt. Null Prozent heißen dabei: Solche Schäden kommen nicht vor, hundert Prozent heißen, dass ein Ereignis mit Sicherheit eintritt. Und die Zwischenwerte sagen dann etwas darüber, wie häufig man in einem bestimmten Zeitraum der Zukunft das Eintreten eines solchen Ereignisses erwartet. Zu OP-Werten gibt es viele Arten von Statistiken (für Unfallzahlen im Straßenverkehr, Zahlen zu Skiunfällen pro Winter, Häufigkeiten dieser oder jener Krankheit und vieles andere mehr).

3 - 3 - Für einen selbst haben die Wahrscheinlichkeitswerte solcher Statistiken in ihrer absoluten Höhe ( Wie viel Prozent meiner Berufsgruppe haben bis zur Rente einen Berufsunfall? ) aber nur recht geringe Aussagekraft. Man kann damit meist nur Relationen einzelner Risiken zueinander ( Unfälle sind seltener als Krankheiten ) abschätzen. Zu einer wirklich nutzbaren Bewertung von Risiken sind immer auch persönliche Dispositionen wichtig ( Ich tauche in jedem Urlaub - Ich habe schon diese oder jene Krankheit...) und es muss natürlich vor allem auch die Schwere der Auswirkung berücksichtigt werden Auswirkungen abschätzen / Maximaler Verlust Um eine Schwere der Auswirkung messbar zu machen, wird zu jedem einzelnen Risiko der Maximal möglichen Schaden PML ermittelt ( Probable Maximum Loss oder auch Ereignisschwere genannt). Das ist ein möglichst genau abzuschätzender Zahlenwert in Euro, der entweder den Wiederherstellungswert eines zerstörten Gutes (zum Beispiel eines Hauses), den Barwert eines Bedarfs im Schadenfall (zum Beispiel wie viel eine Familie nach dem Tod des Haupteinkommens als Einmalbetrag braucht) oder ähnliche Maximalschäden eingrenzt. Dazu müssen als erstes organisatorische, familiäre und berufliche Konsequenzen zu den einzelnen Risiken durchdacht werden ( Was muss ich aufgeben? - Wo und wovon kann ich leben, wenn dieses oder jenes passiert ist? - Wer pflegt mich dann? - Wen müsste ich pflegen? usw.). Als zweites wird dann der PML der einzelnen Ereignisse abgeschätzt ( Was kostet mich das? - Wie viel brauche ich, wenn ich dieses oder jenes nicht mehr kann? ). Und dazu sind eventuell auch einige Fragen mit dazu notwendigen Berechnungen offen ( Wie lange reicht das vorhandene Depot oder die Konten? - Wie viel Steuern zahle ich dann noch?, Von wem kann ich wie viel Hilfe erwarten? ). Für die persönlichen PML-Werte sind die individuellen organisatorischen Aspekte also auch unter Vermögensgesichtspunkten zu betrachten. Und dazu kommen dann noch individuelle Ideen im Bezug auf die persönlichen Ansprüche ( Reicht mir ein von der Sozialhilfe bezahltes Pflegeheim aus? Will ich unbedingt Komfortabsicherungen?) 2.3. Erwartungswert Versicherungsgesellschaften können verständlicherweise nicht so individuell wie man selbst kalkulieren. Sie müssen stattdessen mit Durchschnittswerten arbeiten. Das heißt, dort nimmt man die statistischen mittleren Eintrittswahrscheinlichkeiten OP und die statistischen maximalen Schadenhöhen PML zur Ermittlung von sogenannten Erwartungswerten EV ( Expected Value ). Das heißt, man nimmt beides miteinander mal:

4 - 4 - EV = OP x PML Ein solcher EV ist dann (vereinfacht) die Basis zum Berechnen der durchschnittlich nötigen Versicherungsprämien. Hier zwei Beispiele zur Erläuterung solcher Kalkulationen: a. Vollkaskoabsicherung eines Autos Beim Vollkasko-Risiko von Autos ist der PML maximal der Wert des Autos. Das heißt er liegt bei einigen Tausend bis einigen Zehntausend Euro. Das ist aus der Sicht von Versicherungsgesellschaften ein eher kleiner PML. Dagegen sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten OP bei solchen Risiken sehr hoch. Das leuchtet einem ein, wenn man sich überlegt, dass einige Leute in manchen Jahren sogar mehrere Unfälle verursachen. Vor allem diese hohe OP bewirkt, dass die Erwartungswerte EV und die Prämien dieses Risikos dann im Verhältnis zum PML auch einen entsprechend hohen Wert haben (z.b. 500,- im Jahr für einen PML von nur ,-). b. Berufsunfähigkeitsabsicherung einer Person Berufsunfähigkeitsrisiken können dagegen sehr große Schadenhöhen PML haben, teilweise viele Hunderttausende Euro (z.b. wenn ein junger Mensch erblindet und Jahrzehnte lang eine Rente braucht die dann auch noch mit der Inflation steigen muss). Dafür haben solche Risiken dann nur wesentlich geringere Eintrittswahrscheinlichkeiten OP als die Autos (denn man wird ja meist nur einmal berufsunfähig und viele Menschen ja auch gar nicht). Bei einem kleineren OP, aber einem sehr hohen PML sind die Erwartungswerte EV dann aber auch wieder ähnlich hoch wie bei der Vollkasko vom Auto (z.b. auch nur 500,- im Jahr, aber diesmal für einen PML von z.b ,-). Für die Versicherungsgesellschaften sind aber diese beiden Risiken in der Kalkulation ähnlich teuer. Das eine kommt häufig vor, kostet aber nicht so viel, das andere ist seltener und dann aber richtig teuer. Versicherer nennen das ein ähnliches hohes Wagnis. Und das wichtigste Kriterium zur Beurteilung eines Wagnisses ist deshalb der Erwartungswert EV. Wenn der EV bei verschiedenen Wagnissen ähnlich hoch ist, berechnen Versicherungen dafür auch ähnlich hohe Prämien. (d.h. hier eben beide für ca. 500,-). c. Bedeutung des EV für einen selbst Für einen selbst sieht das im eigenen Risikomanagement aber ganz anders aus: Da ist gerade das Verhältnis von OP zum PML sehr ausschlaggebend. Und deshalb muss man als privater Risikomanager einige andere Aspekte betrachten als es Versicherungsgesellschaften tun. Aber bevor man Versicherungen überhaupt in seine Überlegungen einbezieht, sollten vorher die anderen Möglichkeiten zum Beherrschen von Risiken in Betracht gezogen werden.

5 Risikobeherrschung Zur Beherrschen eines persönlichen Risikos gibt es neben dem externen Absichern der Schadensfolgen bei Versicherungen noch vier weitere Möglichkeiten mit Risiken umzugehen: Risikovermeidung, Risikominderung oder das Bilden eigener Rücklagen. Oder sogar das Bewusst unveränderte Tragen eines Risikos. Die ersten beiden fallen unter den Begriff Prävention Risikovermeidung Risikovermeidung bedeutet, den Erwartungswert EV eines Risikos auf Null zu drücken. Das heißt, entweder die Wahrscheinlichkeit OP oder die Schadenhöhe PML auf Null zu bringen. In den meisten Fällen geschieht das beides zusammen. Dabei ist die Fragestellung: Welche Risiken kann ich abschaffen? Zum Beispiel, indem ich bestimmte Sportarten aufgebe, nicht mehr Motorrad fahre, den bissigen Hund weggebe o.ä.. Das ist bei diversen Risiken zwar möglich, aber man wird sich dabei natürlich auch fragen, ob man tatsächlich sein Hobby aus Risikogründen aufgeben will. Das wird bei den meisten Menschen eher selten der Fall sein. Manche grundsätzlich und ständig vorhandene Risiken (wie private Haftung, grundsätzliches Unfallrisiko, grundsätzliches Berufsunfähigkeitsrisiko...) kann man auch gar nicht vermeiden oder abschaffen. Sie begleiten einen vielmehr an jedem Ort und zu jeder Zeit. Risikovermeidung ist also grundsätzlich möglich und sollte möglichst immer der erste Schritt sein, kann aber nur bei bestimmten Risiken angewendet werden Risikominderung Risikominderungen kann man dagegen bei viel mehr Risiken vornehmen. Minderung bedeutet keinen vollständigen Wegfall eines Risikos, sondern meist eine Senkung der Eintrittswahrscheinlichkeit OP, seltener des maximal möglichen Schadens PML. Ein Merkmal der Risikominderung ist aber, dass der Erwartungswert EV auch danach immer noch größer als Null bleibt. Präventionen dieser Art können z.b. körperliche Risiken wie die eigene Gesundheit betreffen. Möglichkeiten sind dann mehr Vorsorge - mehr Sport - weniger Rauchen usw. Aber auch, wenn man gesund lebt und die Eintrittswahrscheinlichkeit OP für diverse Krankheiten senkt, bleibt das grundsätzliche Krankheitsrisiko trotzdem erhalten. Und auch die möglichen Kosten (PML) bleiben gleich hoch (z.b. bleibt das grundsätzli-

6 - 6 - che Krebsrisiko immer vorhanden und manche Krebsbehandlungen kosten leicht sechsstellige Summen). Andere Möglichkeiten zur Minderung körperlicher Risiken betreffen z.b. die Mobilität ( sich oder seine Kinder besser im Verkehr schützen - sichereres Auto - Fahrradhelme Kindersitze etc.). Auch hier kann man die OP senken, der PML bleibt aber eher gleich und es bleibt damit stets ein Erwartungswert EV größer als Null übrig. Im Haftungsbereich kann man den bissigen Hund zur Hundeschule schicken. Oder sich als Arzt gegenüber Patienten mit Verwendung eines Belehrungsbogen über diese oder jene Gefahr gegen die Arzthaftung absichern. Trotzdem hat man weiterhin Kinder, einen Hund oder eben Patienten. Maßnahmen zur Risikominderung betreffen also vor allem Risiken, die nicht abgeschafft werden können (oder sollen) und bei denen der Erfolg der Maßnahmen dann ökonomisch meist auch nicht messbar ist. Man kann bei diesen Risiken die Eintrittswahrscheinlichkeit OP also senken und sollte das sicher auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit tun, aber man kann die Auswirkungen der Senkung dann für sich selbst kaum bewerten und auch den jeweiligen PML kaum verändern. Solange jedoch bei Risiken ein hoher PML erhalten bleibt, sind vor allem externe Maßnahmen wichtig. Dazu unter Folgen extern absichern mehr Risiko unverändert tragen Man kann Risiken natürlich auch bewusst selbst tragen. Dann ist die entscheidende Frage: Kann ich bei einem Schaden die ökonomischen Folgen wirklich finanziell überleben? Zum Beispiel weil ich genügend Kapital zum selbst bezahlen habe oder von irgendwoher bekomme? Ein paar Beispiele: a. Vollkasko für ältere Autos Bei meinem Auto überlege ich, ob ich mir bei einem selbst verursachten Totalschaden auch ohne Kaskoversicherung ein gleichwertig nutzbares Auto leisten kann. Das ist mit einigen Tausend Euro auf dem Konto und einem älteren Wagen bei vielen Leuten der Fall. Dieses Beispiel zeigt also eine geeignete Möglichkeit, ein solches Risiko ggf. unverändert zu tragen. b. Handy - Versicherungen Ich habe mein Handy mit einer All Risk - Versicherung gegen Diebstahl, Runterfallen, Kaffee drauf - schütten u.a. versichert, habe aber ausreichendes Guthaben und Einkommen, um mir jederzeit ein neues Handy kaufen zu können: Ein Beispiel für ein leicht selbst zu tragendes Risiko. c. Haftung für einen Busunfall

7 - 7 - Bei anderen Dingen muss ich überlegen, ob ich Fatalist bin, vermeintlich keine Haftpflichtversicherung brauche und mir stattdessen sage, dass ich es (als Nicht Millionär) nach einem fahrlässig mit dem Fahrrad verursachten Unfallschaden (zum Beispiel eines Busses mit mehreren verletzten Fahrgästen) egal finde, ein Leben lang die Rente für die Geschädigten aufzubringen. Ein solcher Fatalismus ist ein Beispiel für einen ungeeigneten Fall, ein Risiko selbst zu tragen. d. Feuer im eigenen Haus Aber selbst wenn ich auch solche schwerwiegenden Folgen tragen könnte, ist die nächste Frage, ob ich es auch tatsächlich will. D.h., wenn ich z.b. mein unbelastetes Haus bewusst nicht gegen Feuer versichere, bin ich zwar beim Abbrennen nicht ein Leben lang verschuldet und muss hoffentlich auch keine Renten zahlen. Das heißt, ich könnte es auf den ersten Blick also riskieren, so zu handeln. Aber ich muss mich dann andererseits fragen: Bin ich bereit, einen solchen Vermögenseinschnitt hinzunehmen und ohne Haus und ohne Hausrat eventuell als armer Schlucker wieder völlig neu im Leben anzufangen? Ein Risiko selbst zu tragen, muss also immer eine sehr gut durchdachte, bewusste Entscheidung sein. In keinem Fall darf eine solche Entscheidung aus dem Bauch heraus gefällt oder gar verdrängt werden. Müssen bei den o.g. Beispielen Prioritäten vergeben werden, hätte die private Haftung unter c. die höchste Priorität, die Wohngebäudeund Hauratabsicherung unter d. die zweithöchste, die Kaskoabsicherung des Autos unter a. die dritte und das Handy unter b. die letzte. Kriterium für Selbst-Tragen eines Risikos ist also vor allem die Höhe des PML und ob ich es mir leisten kann, diesen PML auch selbst zu tragen. Damit wird klar, dass die Maßnahme Selbst-Tragen für Risiken mit sehr hohem PML meistens ungeeignet ist Rücklagen für Risiken bilden Die Fähigkeit, einen PML selbst zu tragen, kann aber auch individuell erhöht werden. Das Mittel dazu ist das gezielte und am besten in einem dafür zweckbestimmten Topf vorgenommene Bilden von Rücklagen. Das ist zum Beispiel eine Möglichkeit, wenn man bestimmte Risiken in der Zukunft auf sich zukommen sieht. Ein Beispiel dafür ist das Risiko Zahnersatzkosten. Die PMLs sind dabei mit einigen Hundert bis wenigen Tausend Euro so niedrig, dass man sie auch mit machbaren Sparvorgängen in absehbarer Zeit erreichen kann. Bei solchen Risiken sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten OP dagegen meist sehr hoch (man sieht das Risiko ja schon auf sich zukommen. Und so denkt man ja nicht allein andere denken genauso...). Die Erwartungswerte EV und damit eventuelle Versicherungsprämien sind im Verhältnis zu den tatsächlichen Leistungen solcher Versicherungen damit recht hoch. Meist sogar ähnlich hoch wie es die Sparraten für das Rücklagen bilden wäre. Für Risiken mit hohen sechs- oder siebenstelligen PMLs müssten Sparraten dagegen schon extrem hoch sein, um diese Möglichkeit sinnvoll in Betracht zu ziehen. Es zeigt

8 - 8 - sich, dass die Maßnahme Rücklagen-Bilden nur in Fällen mit niedrigem PML und hoher OP sinnvoll angewendet werden kann. 4. Folgen extern absichern Wenn das Vermeiden, Senken, Selbst-Tragen oder Rücklagen-Bilden bei den betrachteten Risiken nicht in Frage kommt, sollten die ökonomischen Folgen extern bei Versicherungen abgesichert werden. Das ist wie die vorhergehenden Abschnitte zeigten vor allem bei sehr hohen PMLs wichtig. Um auch da systematisch vorzugehen, ist die nachfolgende PML-Überlegung die am besten geeignete Methode PML höher als das eigene Vermögen Die PML-Überlegung Zur Wichtigkeit von Versicherungsverträgen ist die wichtigste Überlegung stets: Welche meiner Risiken sind existentiell?. Existentiell bedeutet hierbei: Welche Risiken treiben mich im Schadenfall mit Sicherheit in lebensbedrohliche Probleme oder in den finanziellen Ruin? Der PML eines Risikos wird dann stets in Relation zum eigenen Vermögen betrachtet. Das Maß ist dabei, ob der PML eines Risikos weit über der Höhe des eigenen Vermögens liegt. Das sind bei den meisten Menschen die Risiken mit PMLs in sechs- oder sieben- oder seltener achtstelliger Höhe. Welche Risiken können PMLs in sechs- bis achtstellige Höhen erreichen? Das sind z.b.: a. Haftungsrisiken aller Art (Privat-, Hund-, Beruf- u.a.) b. körperliche Risiken (Krankheit, Invalidität, Berufsunfähigkeit, Pflege) c. Familienabsicherung (eigener Tod durch Unfall, Krankheit o.ä.) d. Vermögenswerte (Gebäude, Anlagen, Haurat, Inventar, seltener Kunst o.ä.) e. Rechtsschutz (um hohe Entschädigungen bei anderen durchzusetzen ) Bei ein paar lebensbedrohlichen existentiellen Risiken geht es noch weiter, da geht es nicht nur um den hohen PML, sondern sogar um das eigene Leben (z.b. bei bestimmten Krankheitsrisiken). Diese sollten also eine noch höhere Priorität als die ökonomischen Risiken haben. Die anderen Risiken außerhalb von a. bis e. fallen trotz teilweise extrem hoher Eintrittswahrscheinlichkeiten OP dagegen deutlich ab (Schäden am eigenen Auto, Fahrraddiebstahl, Zahnzusatz, Handyverlust, Schutzbriefe, Reisegepäck, Krankenhaustagegeld u.v.a.). Einfach weil die mögliche maximale Schadenhöhe PML viel niedriger ist als bei den genannten. Die Risiken a. bis e. sollten also immer mit hoher Priorität als erste durchgegangen werden. Und die anderen Absicherungen sollten stets erst danach dran sein.

9 Die Liquidität des eigenen Vermögens Es wird im privaten Risikomanagement wegen der Wichtigkeit des PML also das eigene Vermögen stets mit in die Überlegungen einbezogen. Dabei ist jedoch nicht nur die tatsächliche Höhe des eigenen Vermögens wichtig, sondern auch dessen Bindung bzw. die Höhe der vorhandenen frei verfügbaren Anteile. Wenn ein Risiko z.b. einen PML von ,- hat und mein Vermögen aber ,- beträgt, müsste ich so ein Risiko nach der o.g. PML-Überlegung an sich nicht absichern. Denn der PML liegt ja deutlich unter meinem Vermögen. Wenn mein Vermögen aber ausschließlich in der einen Immobilie steckt, die ich selbst bewohne, würde es natürlich auch einen sehr unangenehmen Aufwand bedeuten, wegen eines so vergleichsweise kleinen Schadens die Immobilie verkaufen oder auch nur beleihen zu müssen. Sollte eine Beleihung z.b. aufgrund weiterer Darlehen, fehlender Liquidität oder familiärer Gründe evtl. auch gar nicht möglich sein, ist eine externe Absicherung also nicht existentiell, aber trotzdem sehr sinnvoll Exzedentenabsicherungen Es gibt auch einige Risiken, bei denen man bereits eine gesetzlich vorgeschriebene Basisabsicherung hat (gesetzliche Krankenversicherung, Berufsgenossenschaften usw.), bei denen der PML aber teilweise deutlich über den gegebenen Absicherungen liegt. Ein Beispiel dafür ist die gesetzliche Krankenversicherung. Hier ist eine Basisabsicherung gegeben (zum Beispiel sind die Arztwahl und die Auslandsleistungen fest vorgegeben). Entsprechende Risiken dazu können seltene Krankheiten sein, deren Behandlung in Deutschland nicht bezahlt werden und die z.b. in den USA oder der Schweiz und dann sehr teuer behandelt werden können. Da bei einem solchen Risiko der PML sehr hoch sein kann, die Eintrittswahrscheinlichkeit OP dagegen auch eher gering, handelt es sich aber um ein typisches existentielles Risiko. Es gibt zwei übliche Wege, mit einem solchen Risiko umzugehen. Das eine ist das bewusste Selbst - Tragen des Risikos, was die Möglichkeit beinhaltet, im Schadenfall zu verarmen oder ohne die geeignete Behandlung ggf. nicht zu überleben. Die andere Möglichkeit ist eine private Versicherung, die das übernimmt, was über die gesetzlichen Leistungen hinausgeht (den Exzedenten ). Das wäre hier eine geeignete stationäre Zusatzversicherung. Andere Risiken, bei denen bereits eine gesetzliche Absicherung besteht, ist das Unfallrisiko. Dieses ist für den beruflichen Bereich über die gesetzlichen Berufsgenossenschaften abgedeckt (welche jedoch nur für den beruflichen Bereich oder Fahrten zum Arbeitsplatz gilt). Zusatzabsicherungen für den privaten Bereich sind also auch hier sinnvoll.

10 Exzedentenlösungen sind damit meist eine vergleichsweise preiswerte Lösung, die Absicherung existentieller Risiken bei gegebener, aber nicht vollständiger gesetzlicher Absicherung zu erweitern Hohe Priorität bei hohem PML unabhängig von der Wahrscheinlichkeit Wenn der maximale Verlust PML weit über dem eigenen Vermögen liegt, ist der PML das wichtigste Kriterium und die Eintrittswahrscheinlichkeit OP wird als Kriterium für die Priorität der privaten Absicherung unwichtig. Es ist dann egal, ob die Eintrittswahrscheinlichkeit OP nur im Promillebereich oder bei vielen Prozenten liegt. Solange ein Risiko mit einem extrem über dem eigenen Vermögen liegenden maximalen Verlust PML also überhaupt vorhanden ist (EV größer als Null), sollte es entweder extern abgesichert oder abgeschafft werden. Risikoverringerung reicht dann nicht und auch ein bewusstes Selbsttragen ist dafür nicht geeignet. Erst wenn zwei existentielle Risiken beide extrem weit oberhalb des eigenen Vermögens liegende PMLs haben und wenn zur Absicherung begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sollte das mit der höheren OP (und damit auch mit dem höheren EV) zuerst abgesichert werden. Dabei wird deutlich, worin der Unterschied zwischen einem privaten Risikomanagement und dem einer externen Versicherungsgesellschaft liegt: Privates Management muss stets vor allem den maximalen Verlust PML betrachten, Versicherungsgesellschaften betrachten dagegen (aufgrund ihrer wesentlich größeren Ressourcen) vor allem den Erwartungswert EV. Das bedeutet in der Folge natürlich auch, dass die am meisten beworbenen Versicherungen nicht unbedingt die für einen selbst wichtigsten sind. Man darf sich nicht täuschen lassen. Das betrifft vor allem Risiken mit einem PML weit unterhalb des eigenen Vermögens Risiken mit PML weit unterhalb des eigenen Vermögens Bei solchen Risiken werden Versicherungen von der Pflicht zur Kür. Obwohl man es aus existentiellen Gründen nicht muss, gibt es natürlich gerade in diesen Bereichen diverse unangenehme Risiken, die einem z.b. im Schadenfall einiges an Abwicklungsproblemen verursachen können. Das sind oft Dinge, die von Versicherungen gern als Zusätze oder günstige Beigaben abgedeckt werden, z.b. Krankenhaus-Tagegeld nach Unfällen oder bestimmte Assistance-Leistungen, Schutzbriefe oder dergleichen. Und gerade bei diesen Risiken kann man sich die Schäden so gut vorstellen. Man kann sich zum Beispiel sehr gut vorstellen, nach einem Unfall mit Knochenbrüchen im Krankenhaus zu liegen oder irgendwo im Ausland mit Sprachproblemen fest zu sitzen und das Gefühl zu haben, auf sich allein gestellt zu sein. Bei solchen, manchmal nur vermeintlichen Risiken werden von Versicherungsunternehmen in der Werbung gern Urängste angesprochen, die nicht viel mit den tatsächlich wichtigen Lebensrisiken zu

11 tun haben und dann mit allen möglichen Nebensächlichkeiten abgesichert werden. Die Überlegung dazu sollte gerade bei solchen Absicherungen lauten: Kann ich mir die Kosten nicht wirklich auch selbst leisten? Wenn man es dann aber doch möchte, sollten die Prioritäten in diesem Bereich auch nach dem PML gesetzt werden (d.h. die Schäden mit den höchsten möglichen Verlusten zuerst). Bei etwa gleich hohen PML kann man sich dann an dem höheren Erwartungswert EV (d.h. dann also an der höheren Eintrittswahrscheinlichkeit OP) orientieren. Ein Beispiel: Wenn das neue Smartphone oder der gleich wertvolle, ältere Notebook unbedingt gegen alles versichert werden sollen, gibt es beim Smartphone eher die höhere OP für ein Runterfallen...). Wichtig ist vor dem Angehen solcher Versicherungen aber immer noch, dass stets alle existentiellen Risiken bereits abgedeckt sein sollten Teilabdeckungen vermeiden Gerade im Zusammenhang mit Urängsten, die von Versicherungsgesellschaften so gern in ihrer Werbung angesprochen werden, ist es wichtig, nicht nur dem zu folgen, was man sich so leicht ausmalen kann. So ist der eigene Unfalltod z.b. leicht vorstellbar, weswegen häufig Unfall - Todesfallversicherungen als erste Wahl zur Hinterbliebenenversorgung eingesetzt werden. Auch weil sie sehr preiswert sind. Die Eintrittswahrscheinlichkeit OP für das grundsätzliche Todesfallrisiko ist aber durch Krankheiten genauso vorhanden und sogar höher als durch Unfälle. Einen Tod durch Krankheit stellt man sich normalerweise nur weniger anschaulich vor. Falls aber Hinterbliebene (z.b. Kinder) zu versorgen sind, ist es wichtig, das Todesfallrisiko unabhängig von der Ursache abzusichern. Es ist also besser, Teilabdeckungen zu vermeiden und eine Risikolebensversicherung (die bei Tod durch Unfall und durch Krankheit zahlt) einer Unfall-Todesfallabsicherung vorzuziehen. Sollte eine vollständige Absicherung nicht möglich sein, ist jedoch eine Teilabsicherung dem vollständigen Selbst-Tragen eines Risikos vorzuziehen: Ein Beispiel: Falls eine Risikolebensversicherung durch gesundheitliche Probleme nicht zu bekommen ist, kommt wieder die Unfallversicherung ohne Gesundheitsprüfungen in Betracht Mischformen von Absicherungen mit Selbstbehalten Es gibt auch Mischformen zwischen Risiko selbst tragen und extern absichern. Mit Selbstbehalt-Versicherungen: Ein Risiko, welches einen hohen PML hat, sichert man dann zwar bei einer Versicherung extern ab, aber man übernimmt Schäden bis zu einer vereinbarten Höhe (die man sich leisten kann oder will) selbst. Im Vertrag wird dann ein Selbstbehalt in Höhe dieses Betrages vereinbart und man erhält eine Prämiensenkung.

12 Kleinere Schäden trägt man dann ganz selbst, bei großen Schäden gibt man seinen Anteil bis zum Selbstbehalt und die Versicherung zahlt den Rest. Üblich ist das z.b. bei privaten Krankenversicherungen (ein jährlicher Selbstbehalt von ,- kann die Prämie auf unter 50,- pro Monat senken) oder vielen teuren Berufshaftpflichtversicherungen. 5. Zusammenfassung: Grundsätzliche Prioritäten Im privaten Risikomanagement muss als Hauptkriterium unterschieden werden, ob man ein Risiko selbst tragen kann (A.) oder nicht (B.). Und das macht man am PML fest: A. Existentielle Risiken (PML oberhalb des eigenen Vermögens): A.1. Das beste ist das Abschaffen der Risiken (Eintrittswahrscheinlichkeit OP auf Null). A.2. Risikominderung reicht bei existentiellen Risiken nicht (weil OP größer Null bleibt). A.3. Wenn die OP größer als Null bleibt, müssen die Folgen extern abgesichert werden. A.4. Die tatsächliche Höhe der OP (über Null) ist dann unerheblich. A.5. Existentiell lebensbedrohliche Risiken haben die höchste Priorität. A.6. Ökonomisch existentielle Risiken kommen gleich danach. A.7. Exzedenten Absicherungen sind sinnvoll, wo Pflichtversicherungen bestehen. A.8. Selbstbehaltversicherungen sind geeignet, um Risiken teilweise selbst zu tragen. A.9. Selbstbehaltversicherungen sind geeignet, um Prämien zu sparen. A.10. Teilabdeckungen vermeiden, außer wenn Vollabdeckungen nicht funktionieren. A.11. Sollten einzelne der existentiellen Risiken A. nicht abgeschafft und (z.b. aus Liquiditätsgründen) auch nicht versichert werden können, müssen die Prioritäten nach den persönlichen und familiären Gegebenheiten überlegt werden (z.b. lieber die Arbeitskraft, das Haus oder die Kinder absichern? ). Grundsätzlich darf aber das Ziel, die Risiken unter A. unbedingt alle abgedeckt zu haben, niemals aus dem Blick verloren werden. B. Risiken die ich selbst tragen kann (PML kleiner als das eigene Vermögen): B.1. Grundsatz dazu: Was ich selbst tragen kann, muss ich nicht absichern. B.2. Versicherungen in dieser Kategorie erst, wenn alles unter A. erledigt ist.

13 B.3. Je kleiner der PML, desto sinnloser die Versicherung B.4. Erste Priorität sollte hier Prävention (Risikominderung / -vermeidung) haben B.5. Bewusstes Selbst-Tragen dieser Risiken ist immer möglich B.6. Das Selbst-Tragen kann durch Rücklagen-Bilden erweitert werden B.7. Falls auch dann noch externe Absicherung gewünscht: Prioritäten nach dem PML. B.8. Bei ähnlichem PML nach der Eintrittswahrscheinlichkeit OP. B.9. Sollten Versicherungen in diesem Bereich bestehen, unter A. aber nicht alle Risiken abgedeckt sein, ist es bei begrenzten Mitteln sinnvoll, die Versicherungen unter B. aufzulösen und sich auf die unter A. zu konzentrieren. Auch wenn man dann mal trotz Prävention seinen Reisegepäckschaden selbst zahlen muss Umsetzung Wenn die Prioritäten erarbeitet und die Reihenfolgen des weiteren Vorgehens festgelegt sind, dann können die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden. Die ermittelten Maßnahmen zur Risikovermeidung und -minderung sowie das bewusste eigene Tragen einzelner Risiken muss dann von Ihnen selbst vorgenommen werden. Bei der Umsetzung der externen Absicherung über Versicherungsverträge sind jedoch sehr viele Details zu beachten. Das betrifft z.b. auch das vollständige Einbeziehen schon vorhandener öffentlicher, betrieblicher oder privater Absicherungen sowie das geschickte Ausschöpfen geeigneter Absicherung in steuerbegünstigte Bereiche (z.b. Basisrenten u.a.). Und natürlich sollte man bei den Versicherungsgesellschaften nicht solche auswählen, die in den Beschwerdestatistiken der Aufsichtsbehörden ganz weit oben stehen. Wir helfen Ihnen dabei gern Dokumentation und spätere Kontrolle Die hier angesprochenen Überlegungen und Maßnahmen sind so vielfältig, dass sie unbedingt dokumentiert werden müssen. Einerseits, um im Schadenfall (zum Beispiel für Hinterbliebene bei Tod) oder um andererseits bei später in Vergessenheit geratenen Überlegungen darauf zurück greifen zu können. Und es sollte wegen der im Laufe von Jahren sich verändernden Risiken wiederholt Updates stattfinden Unsere Beratung wichtige Hinweise Persönliches Risikomanagement kann also zu Beginn einmalig aufwändig sein. Aber wenn es dann mal läuft, wird Ihr Umgehen mit Risiken dauerhaft billiger und bes-

14 ser. Und Sie haben nicht mehr dieses Gefühl, bei Versicherungen immer irgendwas falsches oder oft auch viel zu viel gemacht zu haben. Und auch wenn Sie zur Vollkasko - Mentalität neigen sollten, kann man auch da oft immer noch viel überflüssiges (z.b. Doppelabsicherungen) rauswerfen. Rufen Sie uns an. Wir gehen dann mit Ihnen das Vorhandene durch, aktualisieren Ihre Verträge und übernehmen auf Wunsch die Betreuung (auch von nicht bei uns abgeschlossenen Verträgen). Und wir beraten Sie damit umfassend, welche Verträge sie sinnvoll weglassen, anpassen oder erweitern sollten. Und wir weisen Sie natürlich dabei auch auf überflüssige Versicherungen oder nicht sinnvoll gesetzte Prioritäten hin. Probieren Sie es aus. Freundliche Grüße Ihr BFFM- Team

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