Selbstbestimmung über Liebe,Partnerschaft und Sexualität im Alter(-sheim)

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1 Geisteswissenschaft Heike Rieperdinger Selbstbestimmung über Liebe,Partnerschaft und Sexualität im Alter(-sheim) Aktueller Forschungsstand und Empfehlungen für zukünftige Forschung Bachelorarbeit

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3 Selbstbestimmung über Liebe, Partnerschaft und Sexualität im Alter(-sheim) Aktueller Forschungsstand und Empfehlungen für zukünftige Forschung BACHELORARBEIT zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science im Studiengang Psychologie an der FernUniversität in Hagen Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften Institut für Psychologie Lehrgebiet Community Psychologie vorgelegt von Heike Rieperdinger Eingereicht am:

4 Selbstbestimmung im Alter 2 Zusammenfassung Die menschliche Sexualität und die damit verbundene Liebe und Partnerschaft wird zunehmend von Ärztinnen und Ärzten und innerhalb der Politik als wichtiger Aspekt der Gesundheit und Lebensqualität während der gesamten Lebensdauer erkannt. Hinsichtlich der demografischen Entwicklung, mit der Zunahme immer älterer Menschen, rücken die gesundheitlichen und Lebensqualität fördernden Aspekte der älteren und alten Menschen in den Fokus. Selbstbestimmung über Liebe, Partnerschaft und Sexualität im Alter (-sheim) scheint ein bisher unbeforschtes Gebiet zu sein. Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Literaturarbeit zunächst einmal mit den gesundheitlichen Auswirkungen und geschlechtsspezifischen Unterschieden von Liebe, Partnerschaft und Sexualität im Alter und den Einstellungen zur Sexualität alter Menschen in Altersheimen. Die bisherigen Befunde lassen Schlüsse über positive gesundheitliche Auswirkungen und geschlechtsspezifische Unterschiede zu. Dabei erweisen sich die Variablen Alter, Geschlecht, Partnerstatus, das individuelle Erleben und die Priorisierung von Sexualität als entscheidende Determinanten für das Erleben von Wohlbefinden und Gesundheit. Wenn sich diese Faktoren auf die Lebensqualität auswirken, liegt der Schluss nahe, dass die Freiheit zur Selbstbestimmung über Liebe, Partnerschaft und Sexualität im Alter(-sheim) positiven Einfluss nehmen kann. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen zukünftige Forschung in diesem Bereich der Selbstbestimmung forcieren und unterstützen.

5 Selbstbestimmung im Alter 3 1 Einleitung Theoretischer Hintergrund Das Alter, Sexualität und Alterssexualität Liebe und Partnerschaft im Alter Gesundheit, Wohlbefinden und Selbstbestimmung Fragestellung Literaturrecherche Datenbanken Schlagwörter Ein- und Ausschlusskriterien Ergebnisse Liebe, Partnerschaft und Sexualität im Alter Sexualität im Alter Sexuelle Aktivität über die Lebensspanne Sexuelles Verlangen über die Lebensspanne Einfluss von Alter, biologische und psychosoziale Faktoren Einstellungen zur Sexualität im Alter(-sheim) Einstellungen und Wissen in Langzeitpflegeeinrichtungen Einstellungen zur Sexualität in Pflegeheimen Einstellungen zur Sexualität in Wohn- und Altersheimen Auswirkungen von Sexualität und Ehe auf die Gesundheit Gesundheit und Dimensionen der Sexualität im Alter Zusammenhang zwischen Familienstand und Mortalität Lebensqualität im Alter Diskussion Zusammenfassung Methodische Einschränkungen und Empfehlungen Implikationen für zukünftige Forschung Pressemitteilung Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis... 60

6 Selbstbestimmung im Alter 4 1 Einleitung Im Jahre 2009 lebten 1,5 Millionen Menschen in Deutschland die mindestens 85 Jahre alt waren. Mitte 2050 wird der Anteil der über 85-jährigen voraussichtlich etwa bei 6 Millionen liegen (statistisches Bundesamt, 2011). Angesichts des demografischen Wandels, mit einer deutlichen Zunahme älterer und alter Menschen in der Bevölkerung, gewinnt das Thema Gesundheit, Prävention und Selbstbestimmung an Bedeutung (Bruch, Kunze & Böhm, 2010). In der Medizin wird es voraussichtlich nicht mehr in erster Linie um die Lebensverlängerung als solche gehen, sondern um die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität. Weg von der pathogenetischen Sicht hin zu einem salutogenetischen Ansatz: Es wird nicht mehr danach gefragt, was den Menschen krank macht, sondern was ihn gesund hält (Berberich & Brähler, 2001). Dazu ist es wichtig die individuellen Voraussetzungen, Lebensumstände und Lebensverläufe, ebenso die damit einhergehenden Chancen und Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden im Alter zu betrachten. Aktuelle Ergebnisse aus der Lebensqualitätsforschung und der Medizin belegen, dass Zufriedenheit in den Bereichen Liebe und Zuneigung sowie Ehe und Partnerschaft als wichtige Prädiktoren für das subjektive Wohlbefinden gelten. Es konnte nachgewiesen werden, dass Ehe und eheliche Zufriedenheit, das Risiko nach einer Bypassoperation innerhalb von 15 Jahren zu sterben, deutlich verringert (King & Reis, 2012). Liebe, Partnerschaft und Sexualität werden die meisten Menschen in ihrem Leben gelebt und erlebt haben. Die Sexualität ist ein integrierter Bestandteil der Gesamtpersönlichkeit und spielt bei der Erhaltung des psychophysischen und sozialen Wohlbefindens, auch bei älteren Menschen eine herausragende Rolle (Eitner, Rühland & Siggelkow, 1975). Diese Annahme unterstützen die Ergebnisse einer Studie über sexuelles Verlangen und sexuelle Aktivität von Männern und Frauen über die Lebensspanne. Darin postulieren die Autorinnen und Autoren Beutel, Stöbel-Richter, Daig, und Brähler (2008) zwar eine Abnahme des sexuellen Verlangens und der sexuellen Aktivität ab der Lebensmitte, allerdings bleibt sexuelles Verlangen bei einem Großteil Teil der Frauen und der Mehrheit der Männer bis ins hohe Lebensalter bestehen. Auch Weeks (2002) konnte in einer retrospektiven Analyse von sexuellen Biografien zeigen, dass gegenwärtige sexuelle Aktivität ein entscheidender Prädiktor für höhere subjektive Lebensqualität darstellt. Aufgrund der Beziehung zwischen gegenwärtiger und früherer erlebter sexueller Zufriedenheit, deduzierte er, dass Zufriedenheit und sexuelle Aktivität wesentliche Indikatoren für gegenwärtige und zukünftige Lebensqualität darstellen.

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