Kapitalanlagenprozesse

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1 Ergebnisprotokoll Analyseworkshop Kapitalanlagenprozesse Düsseldorf 09. Oktober 2013 Schriftführer: Petra Rosenbauer, Teilnehmer: Unternehmen Aeiforia GmbH DeAWM GmbH DeAWM GmbH DWS Investment S.A. estradis estradis MLP Finanzdienstleistungen AG VDV Klaus Reimer GmbH Name Herr Dr. Christoph Oberle Herr Frank Schrills Herr Alexander Kern Frau Petra Rosenbauer Herr Martin Bierlein Herr Peter Donecker Frau Christine Mathan Herr Martin Kintzinger Herr Dr. Jochen Schneider Herr Markus Ströbele Herr Manuel Schmalz Herr Dr. Manuel Reimer

2 Nr. Thema Verantwortlich/ Termin 1 Erarbeitung Projektscope für Kapitalanlagenprozesse Im Analyseworkshop wurde ein greifbares und kommunizierbares Bild der aktuell bestehenden Bedarfe für übergreifende Prozessoptimierungen im Investmentbereich herausgearbeitet. 1. Projektziel Die Teilnehmer stellten dar, dass es zwischen den Fondsplattformen und Vermittlern bislang kaum elektronische bzw. automatisierte Prozesse gibt und daher hier priorisierter Handlungsbedarf besteht. Ziel ist die Erreichung medienbruchfreier Daten- und Dokumenten Übertragungen mit Hilfe von BiPRO-Standards. Im ersten Schritt ist die Betrachtung der Vertriebsprozesse sinnvoll, durch deren Beschleunigung mittels elektronischer Standards schnelle Mehrwerte (QuickWins) für alle prozessbeteiligten Unternehmen erzielt werden können. Die nachfolgend aufgeführten Punkte basieren auf der im Workshop entwickelten Datei, siehe Anhang _AnalyseWS_KapAnl_Scope_Rosenbauer.pdf und sollen Inhalte eines BiPRO-Projektes sein. 2. Produkte (Kapitalanlagearten/Anlagestrategien) 2.1. Einmalanlagen Aktien- oder Wertpapier-Depot (Basisprodukt) Bankdienstleistungen, außer Zahlungsverkehr (z. B. Festgeld-/ Tagesgeldkonto) Offene Investment-Fonds (Aktienfonds, Immobilienfonds, Rentenfonds, gemischte Fonds, einschl. Alternative Fonds, Dach-Hedgefonds bzw. Single-Hedgefonds, ) Zertifikate Auszahlpläne nach Einmalanlagen 2.2. Sparpläne Fondssparplan (z.b. ETF-Sparplan) VL-Sparplan 3. Provider In der Rolle des Providers werden die Transaktionsdienstleister (depotführende Stellen) betrachtet. Hierzu gehören Fondsplattformen (DeAWM, ebase, Fondsdepotbank, Fil-Fondsbank) u. Spezialisierte Banken (MLP-Bank, Augsburger Aktienbank, Metzler). 4. Consumer In der Rolle des Consumers treten unter dem bei BiPRO übergreifend verwendeten Begriff Vermittler die Investmentmakler bzw. Investmentberater auf, d. h. Vertriebe, Pools, Vertriebe der Versicherer (MLP, Fondsfinanz, BCA, JDC, UBNS, Fondskonzept, Basler, Zurich, etc.). Abweichend gegenüber dem Versicherungsmarkt wirken die Vermittler ohne Maklervollmacht (analog Vermögensverwaltern). Die Freigabe für Transaktionen er- Seite 2 von 5

3 folgt ausschließlich durch die Endkunden selbst. 5. UseCases Der Fokus liegt auf den transaktionalen Business Cases im Fondsgeschäft, d. h. Eröffnung eines Depots Auskunft über Fonds-Stammdaten einschl. KIID (Key Investor Information Document) Abschluss eines Sparplans / einer Einmalanlage Änderungen am Depot (statische Daten, Kündigung, Beitragsänderung) Transaktionen im Depot (Kauf, Verkauf) Auskunft über ein Depot (Bestände zum Stichtag, vollständige Transaktionshistorie). 2 Abgrenzung des Projekts Das im Zuge des ÜvB-Projekts erarbeitete Spektrum für ein Kapitalanlageprojekt ist deutlich umfangreicher als der im Laufe dieses Workshops definierte Bereich. Aufgrund dessen wird der vorliegende erste Entwurf des Projektantrags verworfen und im Zuge der weiteren Initiierung dieses Projektes neu aufgesetzt. Folgende Produkte im Investmentbereich sind vergleichsweise speziell und individuell, so dass sie aus Sicht aller Teilnehmer nicht im Fokus eines BiPRO- Projektes stehen: Börsenhandel (CFD-Broker), Zahlungsverkehr, geschlossene Fonds (Beteiligungen), Lombardkredite (Kredit auf im Depot befindliche Wertpapiere), Banksparpläne, Bausparverträge Zertifikate-Sparpläne, Riester- und Rürup-Sparpläne (ausschließlich durch DeAWM angeboten), Auszahlpläne (kein separates Produkt). Die Prozesse zwischen Fondsanbietern (produktgebende Fondsgesellschaften), Großbanken und Fondsplattformen funktionieren heute bereits wie gewünscht. Es besteht hier kein Bedarf für eine Prüfung und Standardisierung durch BiPRO- Normen. Endkunden und Einzelmakler sind darüber hinaus außerhalb der Betrachtung. 3 Abgleich mit vorhandenen TAA-Normen Details zu den TAA-Normen sind im Vortrag von Herrn Dr. Schneider enthalten, siehe Anhang _AnalyseWS_KapAnl_TAA-Normen_Dr.Schneider.pdf. Einen besonderen Mehrwert für alle Beteiligten im Investmentbereich stellt die Ablösung der heute überwiegend papiergebundenen Antragsprozesse durch die elektronische Übertragung von Daten, Dokumenten und Unterschriften dar. Die auf Grundlage des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) aufbauenden Normen 420ff. zu Tarifierung, Angebot, Antrag sind im Rahmen eines Projekts mit den auf Basis Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und Execution Only* erforderlichen UseCases im Kapitalanlagebereich zu mappen. * Execution Only ist in der Fondswelt ein anderes Wort für Beratungsverzicht. Seite 3 von 5

4 Das bedeutet, dass der Kauf oder Verkauf von Fonds oder anderen Wertpapieren einzig aufgrund der Entscheidung eines Anlegers beruht, ohne dass dieser von dritter Stellen, typischerweise einen Finanzberater, zu der Transaktion geraten worden ist. (Quelle: Eine Besonderheit im Investmentbereich liegt darin, dass es einer Unterscheidung zwischen einem Depotauftrag (ISIN Wertpapierkenn-Nr. für einen Fond) und späterer Transaktionsaufträge bedarf. Angebot und Antrag sind zwei unterschiedliche Geschäftsvorfälle, laufen jedoch parallel ab im Zuge eines Beratungsgesprächs. Eine Tarifierung ist nicht relevant. 4 Abgleich mit vorhandenen ÜvB-Normen Details zu den Bestandsnormen sind im Vortrag von Herrn Dr. Reimer enthalten, siehe Anhang _AnalyseWS_KapAnl_ÜvB-Normen_Dr.Reimer.pdf. Die bisherigen Normenreihen 430 ff. (Bestandslieferung), 500 ff. (einzelvertragliche Auskunft) für die Bestandsprozesse sind auf den Investmentbereich mit detaillierter Prüfung im Rahmen eines Projekts übertragbar. Die Transaktionen (Kauf, Verkauf, Einlieferung, Auslieferung) im laufenden Betrieb eines Depotbestands sind als einzelne Teilprozesse zu definieren. Die Transaktionsdaten entsprechen den Inkassodaten. Eine SOLL-Stellung spielt im Investmentbereich für den Berater keine Rolle. Es gibt darüber hinaus verschiedene Transaktionsformen, wie den Switch (Kunde wechselt die Anlageform bei gleichbleibendem Bestand) den Swift (Bestandstausch durch Kauf und Verkauf) sowie den Split (unterschiedlich interpretiert, kein Standard). Die nach Antragseinreichung vorhandenen Stichtagsbestände zu den Versicherungsverträgen eines Versicherungsvermittlers entsprechen den Depotbeständen eines Beraters im Investmentbereich. Der Berater bzw. Kunde möchte den Bestand zu jedem Zeitpunkt kennen. Ein Mehrwert kann beispielsweise auf Seite der Pools, Vertriebe, etc. erreicht werden, wenn die Daten nach Abruf bei verschiedenen Fondsplattformen (unterschiedliche Software) auf Basis einer Norm standardisiert weitergegeben werden können. Besonders hilfreich für den Berater ist eine gegenüber dem Kunden im Investmentbereich mögliche fallabschließende Dokumentierung unter Vorbehalt des Ergebnisses aus dem Geldwäschescreening (Batches) beim Provider. Einen weiteren Mehrwert für Vermittler stellt der Deep Link dar, eine aktuell häufig eingesetzte Norm zum Einstieg in das Providerportal aus dem System des Maklers per Button/Link ohne besondere Anmeldung (kein SSO). 5 Abgleich mit Ergebnissen im laufenden Projekt MgAV (Riester) Details zu den MgAV-Riester-Normen sind im Vortrag von Herrn Dr. Oberle und Herrn Gattung enthalten, siehe Anhang _AnalyseWS_KapAnl_MgAV_Dr.Oberle_Gattung.pdf. In dem bis November 2013 laufenden Projekt MgAV-TP Riester, sind unter anderem auch die Attribute für die Abbildung der lt. WPhG im Investmentbereich benötigten Daten vorgearbeitet worden. Eine wesentliche Neuerung ist die Definition Anbieter statt Versicherer auf Seite des Providers. Ebenso sind die Teilprozesse Zulagenantrag einreichen und Seite 4 von 5

5 laufende Zulagenanträge der neuen Norm Förderprozesse anbieterübergreifend definiert worden. Die GeVo-Liste wurde erweitert um das Investmentgeschäft. Als besondere Herausforderung stellt sich die Umstellung der heutigen Vor- und Nebenversicherung auf die neue Anbietergruppe mit nichtversicherungsförmigen Produkten dar. Für die Normierung im Investmentbereich ist im Rahmen eines Projekts zu klären, ob bestehende Prozesse anbieterunabhängig, anbieterspezifisch oder in Form neuer Prozesse, d. h. als neue Normen parallel zu den bestehenden Normen zu definieren sind. 5 Weitere Vorgehensweise Im ersten Schritt sind die für ein Projekt zum Thema Kapitalanlagenprozesse erforderlichen Consumer zu eruieren und auf ausschließlich bilateralem Weg zu akquirieren. Zu diesem Zweck soll durch den Vertrieb ein Abgleich der bisher bei BiPRO aktiven Vermittler mit der DeAWM erfolgen. Die Top-Ten der relevanten Vermittler soll zielgerichtet auf der DKM, im BiPRO-Marktausschuss (MAUS) sowie auf dem BiPRO-Tag angesprochen werden. In der Kommunikation bzw. Akquisition sollen die Begrifflichkeiten Execution Only und WpHG-Bogen zunächst außen vor gelassen werden, weil diese größeren Diskussionsbedarf erfordern, der erst im späteren Verlauf erforderlich ist. Im Weiteren sollen die BiPRO-Geschäftsstelle und die gewonnenen Consumer gemeinsam an die relevanten Fondsplattformen als Provider herantreten. Für die zweite Jahreshälfte 2014 wird ein weiterer Workshop zum Thema vorgesehen. Als realistisch für den Start eines Projekts wird seitens aller Teilnehmer ein Zeitpunkt ab dem Jahr 2015 eingeschätzt. GS, Herr Kern Anhang _AnalyseWS_KapAnl_Scope_Rosenbauer.pdf _AnalyseWS_KapAnl_TAA-Normen_Dr.Schneider.pdf _AnalyseWS_KapAnl_ÜvB-Normen_Dr.Reimer.pdf _AnalyseWS_KapAnl_MgAV_Dr.Oberle_Gattung.pdf Seite 5 von 5

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