Gesundheitsberufe der Zukunft Perspektiven der Akademisierung

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1 wr wissenschaftsrat internationale tagung Mittwoch 18. September 2013 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Markgrafenstraße Berlin aktive teilnehmerinnen und teilnehmer Gesundheitsberufe der Zukunft Perspektiven der Akademisierung

2 ansprechpartnerinnen inhaltliche fragen Dr. Beatrix Schwörer Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates Brohler Straße Köln Telefon Telefax Dr. Sibylle Bolik Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates Brohler Straße Köln Telefon Telefax presse- und öffentlichkeitsarbeit Dr. Christiane Kling-Mathey Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates Brohler Straße Köln Telefon Mobil Gefördert von

3 tagungsmoderation Braucht das Land studierte Pfleger? Es braucht neue Pfleger, sicher, und es braucht moderne Pfleger. Denn was die Menschen erkennen und beklagen, ist die mit dem demographischen Wandel sich zuspitzende Unterversorgung. Gleichzeitig wird der Medzinbetrieb komplexer und die Ansprüche an die Technik wachsen. Ist das mit der klassischen Ausbildung noch zu schaffen für das Geld und mit dem Ansehen wie bisher? joachim müller-jung leiter des ressorts natur und wissenschaft der frankfurter allgemeinen zeitung Geboren am 10. März 1964 in Heidelberg. Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Wiesloch und ersten Gehversuchen als freier Journalist begann er in Heidelberg ein Biologiestudium, das er in Köln fortsetzte und nach einem längeren Forschungsaufenthalt in den Urwäldern Madagaskars mit einer Diplomarbeit über die Reptilienfauna der Insel abschloss. Parallel zum Studium forcierte er seine wissenschaftsjournalistische Berichterstattung für Agenturen, Zeitschriften und insbesondere als freier Mitarbeiter für die Kölnische Rundschau. Dort begann er 1993 ein zweijähriges Volontariat. Im April 1995 kam er als Redakteur für das Ressort Natur und Wissenschaft zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im Februar 2003 hat er die Leitung des Ressorts übernommen.

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5 Angesichts der demografischen und epidemiologischen Entwicklung wird die Zahl der Leistungsempfänger im Bereich der Pflege und Therapie in den kommenden Jahren kontinuierlich ansteigen; damit einher geht nicht nur ein steigender Personalbedarf im Bereich der Pflege- und Therapie-Berufe, sondern auch ein Anstieg der Qualifikationsanforderungen an das Fachpersonal in den Gesundheitsfachberufen. Aus diesen Gründen hält Baden-Württemberg die Einrichtung weiterer Studienplätze im Bereich der medizinnahen Studiengänge für erforderlich. Ziel ist aus unserer Sicht - entsprechend den Vorschlägen des Wissenschaftsrates - mittel- bis langfristig eine Akademisierungsquote von 10 % bis 20 % in den Pflege- und Therapieberufen zu erreichen. clemens benz ministerium für wissenschaft, forschung und kunst baden-württemberg leiter der abteilung hochschulen und klinika Clemens Benz ist seit 2010 Leiter der Abteilung Hochschulen und Klinika des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrates des Universitätsklinikums Freiburg und Mitglied des Aufsichtsrates der Universitätsmedizin Mannheim. Seit 2013 ist Clemens Benz Mitglied des Ausschusses Medizin des Wissenschaftsrates.

6 Um das Innovationspotenzial der neuen akademischen Berufsbilder für die Gesundheitsversorgung zu mobilisieren, müssen Hochschulen gemeinsam mit Versorgungseinrichtungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie Berufsverbänden neue Strukturen der interprofessionellen Kooperation im Gesundheitssystem entwickeln und umsetzen. Dazu gehören qualifikationsentsprechende Beschäftigungsfelder, Aufstiegs- und Einkommensmöglichkeiten und neue wissenschaftliche Karrierewege. theda borde rektorin der alice salomon hochschule berlin professorin für medizinische/medizinsoziologische grundlagen der sozialen arbeit Theda Borde studierte Politologie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und leitete von 1985 bis 1996 ein internationales Bildungs- und Beratungszentrum für Immigrantinnen in Berlin. Von 1993 bis 1996 studierte sie am Institut für Prävention und psychosoziale Gesundheitsforschung der FU Berlin und schloss mit dem Master of Public Health ab. Von 1996 bis 2003 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der medizinischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin an der Charité, Campus Virchow- Klinikum (Public Health/Versorgungsforschung/Migration und Gesundheit) folgte die Promotion in Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Technischen Universität Berlin. Seit 2004 ist Theda Borde Professorin für medizinische/medizinsoziologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, seit 2010 leitet sie die Hochschule als Rektorin. Darüber hinaus war sie von 2002 bis 2005 Vorsitzende des Expertenkomitees Health Services in a Multicultural Society beim Europäischen Gesundheitsausschuss (Europarat) und wirkt seit 2007 in den EU-Netzwerken Health and social care for migrants and ethnic minorities in Europe und Adapting European health systems to diversity mit.

7 We need to educate and support health professionals in a way that academic knowledge will be realized and further developed in clinical practice without limitations to professional boundaries. johanna dahlberg director of studies for interprofessional education at the faculty of health sciences, linköping university, sweden associate professor of clinical chemistry at the faculty of health sciences Johanna Dahlberg graduated in Biomedical Laboratory Sciences in Her PhD was about molecular mechanisms of insulin resistance. Johanna Dahlberg spent two years as a postdoc in Professor Robert Parton s lab at The University of Queensland, Brisbane, Australia. Since 2003, she holds a position as an Associate Professor in Clinical Chemistry at the Faculty of Health Sciences, Linköping University. Since 2008, Johanna Dahlberg is appointed Director of Studies for Interprofessional Education (IPE) at the Faculty of Health Sciences.

8 Der Erfolg der primärqualifizierenden Studiengänge im Pflege- und Gesundheitssektor wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, im Studium wissenschaftliche Kompetenz und berufliches Können gleichermaßen und integrativ zu fördern und die Versorgungspraxis dahingehend weiterzuentwickeln, dass akademisch qualifizierte Fachkräfte ihre Kompetenz optimal einbringen können. ingrid darmann-finck professorin für pflegewissenschaften der universität bremen institut für public health und pflegeforschung (ipp) Ingrid Darmann-Finck absolvierte eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin, war mehrere Jahre in dem Beruf tätig und studierte im Anschluss an der Universität Hamburg zum Lehramt an Beruflichen Schulen für die Fächer Gesundheit und Deutsch. Ab 1995 war sie zunächst vier Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin und nach der Promotion 1999 vier Jahre als wissenschaftliche Assistentin und zum Teil als Vertretungsprofessorin am Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Hamburg im Arbeitsbereich Didaktik der beruflichen Fachrichtung Gesundheit beschäftigt übernahm sie die Professur Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegetherapeutische Grundlagen und ihre didaktische Vermittlung an der Universität Bremen. Dort leitet Frau Darmann-Finck derzeit die Studiengänge BA Pflegewissenschaft (Duales Studienprogramm) und MA Berufspädagogik Pflegewissenschaft. Ingrid Darmann-Finck ist Sprecherin der Abt. 4, Qualifikations- und Curriculumforschung, des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP). Die Abteilung befasst sich sowohl mit der Identifikation von beruflichen Qualifikationsanforderungen als auch mit der Untersuchung von Wirkungen und Wirkhintergründen von Curricula und insbesondere von curricularen Reformen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen. Derzeit leitet Ingrid Darmann-Finck das vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes NRW geförderte Forschungsprojekt Inhaltliche und strukturelle Evaluation der Modellstudiengänge zur Weiterentwicklung der Pflege- und Gesundheitsfachberufe in NRW.

9 Das Gesundheitswesen steht in den nächsten zehn Jahren vor großen Veränderungen. Sie sind gekennzeichnet durch neue Berufe und neue Qualifizierungswege. Die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe wird sich durch die teilweise und vermutlich fortschreitende Akademisierung hin zu mehr Teamarbeit entwickeln. Dies wirkt sich unter anderem aus auf die Verantwortlichkeiten der Beteiligten. wolfram eberbach thüringer ministerium für bildung, wissenschaft und kultur leiter der abteilung wissenschaft, hochschulen und forschung Wolfram Eberbach studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg. Er begann 1975 seine Berufslaufbahn am Landgericht Augsburg als Richter. Es folgten jeweils mehrjährige Stationen bei der Staatsanwaltschaft in Augsburg und an der Universität Augsburg wechselte Wolfram Eberbach in das Bundesministerium der Justiz mit dem Tätigkeitsschwerpunkt medizinrechtliche Fragen, anschließend 1987 als Referatsleiter in das Bundesgesundheitsministerium mit den Schwerpunkten HIV/AIDS sowie Gentechnikrecht kehrte er zurück in das Bundesjustizministerium als stellvertretender Abteilungsleiter der neuen Abteilung Aufarbeitung des SED-Unrechts übernahm er im Thüringer Justizministerium die Zentral-, später die Gesetzgebungsabteilung. Von 2001 bis 2006 war er als Abteilungsleiter im Thüringer Finanzministerium tätig wurde ihm im Thüringer Kultusministerium die Leitung der Abteilung für Wissenschaft, Hochschulen und Forschung übertragen. Wolfram Eberbach hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten mit dem Schwerpunkt Medizinrecht veröffentlicht. Er ist Mitglied in mehreren medizinrechtlichen Fachgesellschaften, u. a. der Akademie für Ethik in der Medizin sowie der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Er ist seit vielen Jahren Lehrbeauftragter für Medizinethik und Medizinrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2006 ist Wolfram Eberbach Mitglied des Ausschusses Medizin des Wissenschaftsrates. Zudem war er Mitglied des Gesundheitsforschungsrates des BMBF.

10 Die rasante Entwicklung medizinischer Innovationen führt absehbar zu einem Bedarf an völlig neuen Berufsbildern. Die Komplexität sowohl der Prozesse als auch der Inhalte moderner Gesundheitsversorgung werden sich auch auf einen höheren Anteil akademisch ausgebildeten Personals stützen müssen. Nicht zuletzt muss die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in nichtärztlichen Gesundheitsberufen gestärkt werden. karl max einhäupl vorstandsvorsitzender der charité - universitätsmedizin berlin Neurologe, geboren 1947 in München. Studium der Humanmedizin an der Ludwig- Maximilians-Universität in München Absolvent des deutschen und amerikanischen Examens Promotion an der LMU München Habilitation für das Fachgebiet Neurologie Berufung zum Professor an die Neurologische Klinik der LMU München mit Schwerpunkt Neurologische Intensivmedizin bis 2008 Direktor der Klinik für Neurologie der Charité Berlin, von 2007 bis 2008 Leiter des Centrums CC15 für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Charité Universitätsmedizin Berlin Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bis 2006 Mitglied des Wissenschaftsrates, 2001 bis 2006 dessen Vorsitzender. Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und Corresponding Member der American Neurological Association. Seit 2002 Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Seit 2005 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Von 2003 bis 2009 Mitglied des Gesundheitsforschungsrates beim BMBF Gründungsdirektor des neuen Instituts für Integrative Lebenswissenschaften der Humboldt-Universität (IILS). Seit 2007 Mitglied des Kuratoriums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 2007 Vorsitzender des Hochschulrates der TU München. Seit 2007 Vorsitzender des Programmbeirates der Landes- Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

11 Ob die Gesundheitsprofessionen uns morgen unter veränderten Bedingungen bei der Bewältigung unserer Gesundheitsprobleme helfen können, entscheiden wir heute. michael ewers direktor des instituts für medizin-, pflegepädagogik und pflegewissenschaft an der charité - universitätsmedizin berlin professor für gesundheitswissenschaften und ihre didaktik Michael Ewers war im Anschluss an ein Lehramtsstudium an der Augustana Hochschule München seit 1989 in unterschiedlichen Funktionen in der Aids-Krankenversorgung tätig bis 1996 absolvierte er ein Studium der Gesundheitswissenschaften/Public Health an der TU Berlin. Danach arbeitete er als Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe Public Health am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und am Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld folgte die Promotion an der Fakultät Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Von 2003 bis 2009 war er Professor für Gesundheitswissenschaften/Patientenorientiertes Management an der Hochschule München hat Michael Ewers den Lehrstuhl für Gesundheitswissenschaften und ihre Didaktik an der Charité Universitätsmedizin Berlin übernommen, seit 2012 ist er Direktor des dort angesiedelten Instituts für Medizin-, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die häusliche Schwerkrankenversorgung (Hospice Care, Palliative Care, High-Tech Home Care), Strategien der Fall- und Versorgungssteuerung (Case Management/Care Management), die Gesundheitsedukation (Patientenberatung, Selbstmanagementförderung) sowie die Qualifizierung der Gesundheitsprofessionen, insbesondere der Pflege. Als Mitglied des Erweiterten Ausschusses Medizin war er an der Vorbereitung der Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen beteiligt.

12 Um eine umfassende interprofessionelle Kompetenz der Studierenden auszubilden, lernen und arbeiten Studierende in den fünf Bachelor-Studiengängen der Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum gemeinsam in interprofessionellen Lehr- und Lernstrukturen. Im Sinne einer hochschul- und fakultätenübergreifenden Zusammenarbeit und entsprechend der Empfehlung des Wissenschaftsrates kooperiert die hsg unter anderem mit der medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum sowie mit der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Technischen Universität Dortmund. anne friedrichs präsidentin der hochschule für gesundheit, bochum mitglied der wissenschaftlichen kommission und des präsidiums des wissenschaftsrates Anne Friedrichs studierte 1973 bis 1978 Rechtswissenschaften an den Universitäten Göttingen und Erlangen-Nürnberg. Nach ihrem Studium folgte die Promotion 1996 an der Universität Göttingen. Anschließend war sie in den Jahren 1996 bis 2009 Professorin für Sozial-, Sozialverwaltungsrecht und Europäisches Recht an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/ Wilhelmshaven, davon vier Jahre, 2002 bis 2006, auch als Präsidentin der Fachhochschule. Seit 2009 leitet Anne Friedrichs die Hochschule für Gesundheit, Bochum, die erste staatliche Hochschule für Gesundheitsberufe in Deutschland. Anne Friedrichs war und ist Mitglied verschiedener Kommissionen, so u. a. der Wissenschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen (2005/2006) und des Hochschulrates der Fachhochschule Bielefeld, dessen Vorsitzende sie auch war (2008/2009). Seit 2009 ist sie Mitglied in der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates und inzwischen auch Mitglied des Präsidiums.

13 Das ganze Spektrum der Gesundheitsberufe muss sich entsprechend den sich ändernden Rahmenbedingungen, den Herausforderungen Demographie, Epidemiologie, medizinischer Fortschritt, weiterentwickeln. Die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe und die veränderte Arbeitsteilung steht in einer Wechselbeziehung zur Medizinerausbildung und den Tätigkeitsfeldern von Ärztinnen und Ärzten. hans-jochen heinze direktor der universitätsklinik für neurologie, otto-von-guericke universität, magdeburg vorsitzender des ausschusses medizin des wissenschaftsrates Hans-Jochen Heinze hat Humanmedizin und Mathematik studiert. Nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und seiner Habilitation 1985 ging er als DFG-Stipendiat für zwei Jahre an das Cognitive Neuroscience Department der University of California, San Diego. Anschließend war er Oberarzt der Neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover übernahm Hans-Jochen Heinze die Leitung der Klinik für Neurologie der Medizinischen Fakultät an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 2005 ist er auch Direktor der Abteilung Verhaltensneurologie des Leibniz-Instituts für Neurobiologie. Ferner wurde er 2008 Sprecher des Standorts Magdeburg des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (Helmholtz Zentrum), seit 2011 ist er dort stellvertretender Sprecher. Seit 2006 ist er Max-Planck Fellow am Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Von 2005 bis 2011 war er Senator der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit Februar 2009 ist Hans-Jochen Heinze Mitglied des Wissenschaftsrates. Seit 2010 leitet er dessen Ausschuss Medizin.

14 MTLA müssen mindestens qualifiziert sein, eigenverantwortlich die externe Evidenz zu ihrer jeweiligen Handlungsaufgabe aufzufinden, zu bewerten und zu nutzen, um sie wirksam erfüllen zu können. Eine hochschulische Ausbildung dieser Berufe ist die unausweichliche Konsequenz dieser Anforderung. marco kachler präsident des deutschen instituts zur weiterbildung für technologen/-innen und analytiker/-innen in der medizin e.v. in berlin professur und studiengangsleitung für biomedizinische analytik an der fachhochschule kärnten, österreich Marco Kachler ist Biomedizinischer Analytiker, studierte Angewandte Gesundheitswissenschaften (Bachelor of Science) an der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie Pflegeund Gesundheitswissenschaften (Diplom) an der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg promovierte er in Gesundheitswissenschaften zum Dr. rer. medic. an der Universität Halle, ist Hochschullehrer und leitet seit 2010 den Studiengang Biomedizinische Analytik an der Fachhochschule Kärnten, Österreich. Zudem ist er seit 2008 Vorstand für Fort- und Weiterbildung für die Fachrichtung Laboratoriums-/Veterinärmedizin im Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e. V. (DVTA) und seit 2008 Präsident des Deutschen Instituts zur Weiterbildung für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin e. V. (DIW-MTA) in Berlin.

15 Wie werden wir in Zukunft den geänderten Anforderungen an die Gesundheitsversorgung unserer Gesellschaft begegnen? Braucht es auf Grund der veränderten Altersstruktur der Bevölkerung, Multimorbidität, Zunahme chronischer Erkrankungen und geänderter familiärer Pflegestrukturen neue Berufe im Gesundheitswesen? Diese Frage ist brennender denn je. hedwig josefine kaiser vizerektorin für den bereich bildung der universität basel, schweiz Geboren 1957 in Horn, Österreich. Schulische Ausbildung in Wien. Anschließendes Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität in Wien, das Hedwig Josefine Kaiser 1980 mit der Promotion abschloss. Die berufliche Weiterbildung absolvierte sie in Salzburg, wo sie 1985 die Anerkennung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin und 1992 die Anerkennung zur Fachärztin für Ophthalmologie und Optometrie erhielt. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit an der Universitäts-Augenklink Basel habilitierte sie 1997 an der Universität Basel. Von 1996 bis 2003 war Hedwig Josefine Kaiser Leitende Ärztin an der Universitäts- Augenklinik Basel, Abteilung Kinderophthalmologie, Strabologie und Neuroophthalmologie wurde sie zur Professorin für Strabologie und Neuroophthalmologie berufen. Von 2002 bis Juli 2009 war sie Studiendekanin der Medizinischen Fakultät Basel. Nach einer Phase der Implementierung der laufenden Studienreform hat sie die Umstellung des Medizinstudiums auf das Bolognasystem national entscheidend mitgeprägt und umgesetzt. Klinisch arbeitet sie in einer privaten Praxis und deckt den augenärztlichen Konsiliardienst im Kinderspital in Lörrach ab. Von Herbst 2005 bis Herbst 2007 war sie Vorsitzende der Regenz der Universität Basel, deren Mitglied sie seit 2000 ist. Seit August 2009 ist sie Vizerektorin der Universität Basel für den Bereich Lehre. Im August 2013 übernahm sie den Bereich Bildung.

16 Um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen, die vor allem auf eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Berufsgruppen und auf eine klare Aufgabenverteilung abzielen. Diese müssen auch in den jeweiligen Ausbildungs- und Studiengängen umgesetzt werden. emma kortekangas ehemalige bundesvertretung der medizinstudierenden in deutschland Emma Kortekangas steht kurz vor ihrem zweiten Staatsexamen der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Als Mitglied der Bundesvertretung der Medizinstudierenden Deutschland (bvmd) war sie auch Mitglied des Erweiterten Ausschusses Medizin des Wissenschaftsrates zur Vorbereitung der Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen.

17 Die Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik Deutschland, die aus Patientensicht weltweit zu den besten Systemen gehört, steht mit dem demografischen Wandel vor extremen Herausforderungen. Neben einer sorgfältigen Mittelallokation wird dazu eine Neuadjustierung der Aufgaben im Gesundheitswesen und eine Identifikation neuer Aufgaben unabdingbar sein. In diesem Kontext werden die Gesundheitsberufe der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen. heyo k. kroemer präsident des medizinischen fakultätentages dekan und vorstandssprecher der universitätsmedizin göttingen Heyo K. Kroemer, 1960 in Leer/Ostfriesland geboren, studierte von 1978 bis 1983 Pharmazie an der Technischen Universität Braunschweig folgte die Habilitation in Pharmakologie und Toxikologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im gleichen Jahr erhielt er den Paul-Martini-Preis. Von 1998 bis 2012 war er Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald. Von 2000 bis 2012 war Heyo K. Kroemer Dekan der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Greifswald, seit 2011 auch Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald. Präsidiumsmitglied des Medizinischen Fakultätentages (MFT) ist er seit Nach dreijähriger Vizepräsidentschaft wurde Heyo K. Kroemer 2012 Präsident des MFT. Seit 2012 ist er Dekan, Vorstand Forschung und Lehre sowie Vorstandssprecher der Universitätsmedizin Göttingen.

18 Die Akademisierung darf nicht zu einer Absenkung des Bildungsniveaus der Ausbildungen im Gesundheitswesen führen. judith lauer ver.di-bundesverwaltung, fachbereich gesundheit, soziale dienste, wohlfahrt und kirchen, berlin Judith Lauer ist ausgebildete Krankenschwester. Sie ist Gewerkschaftssekretärin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dort im Bereich Berufspolitik tätig.

19 Die zunehmende Wissensorientierung unserer Gesellschaft macht auch vor den Gesundheitsberufen nicht halt. Deren gezielte Akademisierung wird die Qualität der Krankenversorgung signifikant verbessern. wolfgang marquardt professor für prozesstechnik an der rwth aachen vorsitzender des wissenschaftsrates 1956 in Böblingen geboren, absolvierte Wolfgang Marquardt von 1976 bis 1982 ein Studium der Verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart. Anschließend arbeitete er bis 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik. Seit 1993 ist er Professor für Prozesstechnik in der Verfahrenstechnik an der Rheinisch- Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Zu seinen Forschungsgebieten zählen unter anderem modellgestützte, systemwissenschaftliche Methoden für Entwicklung und Betrieb von industriellen Stoffwandlungsprozessen sowie Konzepte zur effizienten Nutzung (erneuerbarer) Energien wurde der Ingenieurwissenschaftler für seine Forschungen mit dem Gottfried- Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Seit 2010 gehört Wolfgang Marquardt dem Wissenschaftsrat als Mitglied an, seit 2011 ist er dessen Vorsitzender.

20 Die Gesundheitsberufe der Zukunft stehen vor neuen Herausforderungen, die innovativer Lösungen bedürfen. Dafür braucht es mehr und andere Kompetenzen, immer im Sinne der adäquaten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Die Akademisierung ist dabei ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. ute mattfeld vorsitzende des deutschen verbandes für physiotherapie (ZVK) Geb in Mainz bis 1981 Ausbildung zur Krankengymnastin an der KG-Schule der Universität Freiburg, von 1988 bis 1992 berufsbegleitender Studiengang zur pädagogischen Qualifikation für die Unterrichtsarbeit von Lehrkräften an Ausbildungsstätten für Berufe im Gesundheitswesen absolvierte Ute Mattfeld eine Weiterbildung zur Qualitätsbeauftragten in der sozialen Dienstleistung bis 1985 Tätigkeit als Physiotherapeutin an der Neurologischen Uniklinik Freiburg, von 1986 bis 1988 Physiotherapeutin an der Neurochirurgischen Uniklinik Kiel. Von 1988 bis 1991 Lehrkraft für Neurologie an der PT-Schule Lubinus Kiel, deren Leitung sie 1993, nachdem sie von 1991 bis 1993 die PT-Schule Bremen geleitet hatte, übernahm. Seit 2001 ist Ute Mattfeld Auditorin des Interessenverbandes zur Sicherung der Qualität an den deutschen Schulen für Physiotherpie (ISQ), deren Vorstandsmitglied sie bereits seit 1997 ist. Von 2001 bis 2010 war Ute Mattfeld Vorstandsmitglied im Landesverband Bremen des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK). Von 2010 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK), seit April 2013 ist sie dessen Vorsitzende.

21 Der demografische Wandel zusammen mit der höheren Lebenserwartung führt zukünftig zu einem stark zunehmenden Pflegebedarf. Diese absehbare Entwicklung in der Gesundheitsversorgung wirft die Frage auf, welche Ausbildungs- und Studiengänge erforderlich sein werden, um den Qualifizierungsbedarf zu decken. Mit der Beibehaltung des dreijährigen dualen Ausbildungssystems mit der Option einer zusätzlichen akademischen Weiterbildungsqualifikation für die Gesundheitsfachberufe an den Hochschulen wäre eine Lösung gefunden, den Rückgang der Ausbildungsangebote in den Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege bzw. Altenpflege zu beheben. Denn die Anzahl des Personals der Gesundheitsfachberufe kann nur auf diese Weise erhöht werden und nicht durch eine zwangsweise durchgeführte Akademisierung, die keine Wahl des Ausbildungsweges mehr zulässt sowie den Kreis der am Pflegeberuf Interessierten unnötig reduziert. frank ulrich montgomery präsident der bundesärztekammer, berlin präsident der ärztekammer hamburg Im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf ist Frank Ulrich Montgomery seit 1986 als Facharzt und Oberarzt in der Röntgendiagnostik tätig. Seit 1983 ist er Vorsitzender des Marburger Bundes in Hamburg und im Zeitraum 1989 bis 2007 war er ebenfalls erster Vorsitzender des Marburger Bund-Bundesverbandes. Seither ist er Ehrenvorsitzender. Bereits von 1994 bis 2002 und erneut seit 2006 ist Frank Ulrich Montgomery Präsident der Ärztekammer Hamburg. Seit 2011 ist er, nach vierjähriger Vizepräsidentschaft, Präsident der Bundesärztekammer.

22 Die zunehmende Technisierung der Gesundheitsversorgung erfordert eine höhere Qualifikation der auf diesem Arbeitsgebiet tätigen Beschäftigten. Wie im Bildungswesen allgemein müssen sich Universitäten für Studierende mit beruflicher Qualifizierung aber ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung öffnen und entsprechende Eingangsmöglichkeiten und -strukturen schaffen. horst nasko stellvertretender vorsitzender des vorstands der heinz nixdorf stiftung Horst Nasko, 1933 in Wien geboren, schloss 1958 sein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz ab. Die Promotion folgte wurde er in den Vorstand des AEG/Telefunken-Konzerns berufen ging er in den Vorstand der Nixdorf Computer AG übernahm er den Vorstandsvorsitz. Nach der Zusammenführung der Nixdorf Computer AG mit dem DV Bereich von Siemens zur Siemens Nixdorf Informationssysteme AG in 1990 wurde er stellvertretender Vorsitzender dieser Gesellschaft bis Anschließend wurde er u. a. stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Heinz Nixdorf Stiftung und Stiftung Westfalen wurde Horst Nasko zum Ehrenbürger der Technischen Universität München ernannt und ist auch Ehrenmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft.

23 Professionalisierung fördern. Die Mehrheit der heute dominanten Gesundheitsprobleme geht mit einem komplexen Bedarf einher, der komplexe Antworten seitens des Versorgungssystems erfordert. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Gesundheitsberufe. Um darauf angemessen reagieren zu können, ist eine Stärkung der Professionalisierung sowie eine damit in Einklang stehende Veränderung der Qualifizierung wie sie internationalen Standards entspricht unverzichtbar. doris schaeffer direktorin des instituts für pflegewissenschaft an der universität bielefeld (ipw) professorin an der fakultät für gesundheitswissenschaften der universität bielefeld Doris Schaeffer, Jahrgang 1953, Dr. phil., Diplom-Pädagogin, seit 1997 Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld sowie Direktorin des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Bewältigung chronischer Krankheit im Lebenslauf, patienten- und nutzerorientierte Versorgung, Gesundheitserhaltung im Alter und Professionalisierungsprobleme im Gesundheitswesen.

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