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1 Karl Kälble Zusammenfassung: Das deutsche Hochschulsystem unterliegt derreit einem R e formprozess. Dieser manifestiert cich insbesondere in der Einführung von Bachelor- und Masterstudieng&gen und in der zur Qua- Irtatssicherung dieser Studienangebote m- geschriebenen Akkediierung. Der voile gende Bertrag erlävtert die neuen Entwicklungen in den Hochschulen und beieuchtet die daraus resultierenden Ver2ndetungen im Studienfeld Gesundheit. Zunachst wird ein knapper Uberblick über den aktuellen Entwicklungsstand der gesundheitsbezogenen Studiengänge geboten. Danach werden die wichtigsten Strukturvorgaben des neuen Graduierungssystems dargestellt. Da die Einführung des gestuften Studiensystems im Kontext der europäischen Integration erfolgt, wird auch auf europäische Vereinbarungen hingewiesen, die auf eine Hannonisierung der europäischen Studenstwkturen zielen. Im Anschluss daran werden Entwicklungen erörtert, die durch die Reformvorgaben im Studienfeld Gesundheit ausgelöst wurden. Abschließend wird das Konzept der Qualitätssicherung durch Akkreditierung diskutiert. Schlüssehvorte: Gesundheitsbezogene Studiengänge, news Graduieningssystem,, Bachelor- und Masterabschlüsse, Harmonisierung der Studienstrukturen. Qualiäts- Scherung, Akkreditierung Summary: The german higher education system is cumently undergoing a dynamic process of transformation. In particular, this manifests itseii in the introduction of bachelors- and masters-degree programs and the assurance that these programs neet the appropriate standards for accreditation. This contribution descnbes the new deve lopments in the higher education system and highlights the resulting modifications in health-related programs of study. First, a short overview of the current status of heaith-related programs of study is in order. Afterward, the most important elements of the new graduation system is presented. Since the introduction of a new graduated study system takes place in the context of european integration, reference is also made to agreements which reflect the goal of the harmoneation of european study systems. Subsequently, developments in the health-related programs resulting from the higher education system reform are discussed. Finally, the concept of qualrty assurance through accreditation is discussed. Key words: heaith-related programs of study, new graduation system, bachelor's and master's degrees, harmonization of the study structures, quality assurance, accreditation 1. Einleitung Das deutsche Hochschulwesen befindet sich derzeit in einem dynamischen Transformationsprozess, in dessen Verlauf sich auch das Studienfeld Gesundheit und Bachelor und Master für gesundheitsbezogene Berufe - Neue Entwicklungen und Akkreditierung - die Strukturen der gesundheitsberuflichen Ausbildung verandern. Die vor dem Hintergrund der angestrebten Vereinheitlichung der europaischen Hochschulsysteme und Studienabschlusse erfolgte Einfuhrung eines neuen Graduierungssystems wirkt sich dabei ebenso auf die e im Gesundheitswesen aus, wie die damit einhergehende und inzwischen verstarkt gefuhrte Diskussion um die Sicherung der Qualitat von Studium und Lehre mittels der Instrumente Akkreditierung und Evaluation. Durch die Novellierung des Hochschulrahmengesetzes und durch darauf aufbauende Beschlusse der Kultusministerkonferenz wurden Rahrnenbedingungen geschaffen, die den deutschen Hochschulen die Möglichkeit eroffnen, zunächst probeweise Bachelor- und Masterstudiengange einzurichten und die international anerkannten Hochschulgrade Bachelor und Master zu verleihen. Um die Sicherung der Qualitat von Lehre und Studium in den neuen en zu garantieren, wurde durch Beschluss der Kultusministerkonferenz ein landerubergreifender Akkreditierungsrat eingerichtet, der im wesentlichen die Aufgabe hat, ein Akkreditierungssystem aufzubauen und Agenturen zu akkreditieren, die ihrerseits wiederum e akkreditieren konnen. Diese hochschulpolitischen Reformvorgaben haben binnen kurzer Zeit sowohl die Studienlandschaft als auch die bestehenden Studienstrukturen verandert. Auch im Studienfeld Gesundheit und in den en der Gesundheitsberufe sind Veranderungen zu verzeichnen, deren Konsequenzen bislang erst in Ansatzen zu erkennen sind. Zudem hat die Einrichtung von Bachelor- und Masterprogrammen in vielen gesundheitsbezogenen Disziplinen und Fachern eine Diskussion um Formen der Qualitatssicherung entfacht. 2. Zum Entwicklungsstand gesund heitsbezogener Studiengänge Im Prozess der Anpassung des Gesundheitssystems an die gewandelte gesundheitliche Problemlage und den sich verandernden Versorgungsbedarf der Gesellschaft haben sich die Aufgaben, die Tatigkeitsprofile. die Arbeits- und irn Gefol- ge auch die Qualifikationsanforderungen an die Gesundheitsberufe in vielschichtiger Weise verandert. Auf die daraus sich ergebenden neuen Qualifikationsbedar-íe und -notwendigkeiten war das gesundheitsberufliche Bildungssystem kaum eingestellt. Erst im vergangenen Jahrzehnt wurden, ausgelost durch den anhaltenden Veranderungsdruck, innovative Entwicklungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung eingeleitet. Anfang der neunziger Jahre haben insbesondere Hochschulen, aber auch andere offentliche Bildungstrager und private Bildungseinrichtungen damit begonnen, neue Bildungsgänge fur Gesundheitsberufe einzurichten undloder bestehende zu modernisieren. Heute bieten die im Hochschulspektrum dominierenden Hochschularten Universitat und Fachhochschule ein breites Spektrum und eine Vielzahl von Studiengängen an, die fur Tätigkeiten im Bereich des Gesundheitswesens qualifizieren. Obwohl die Expansionsdynamik der neunziger Jahre inzwischen merklich nachgelassen hat, werden noch immer gesundheitsbezogene Studienangebote geplant und realisiert. In einer Vollerhebung an deutschen Hochschulen. die der Verfasser durchgefuhrt hat. wurden - auf der Basis einer weit gefassten Definition - knapp 200 gesundheitsrelevante Studienangebote ermittelt (ohne die klassischen universitaren e Medizin. Zahnmedizin und Pharmazie), die zu mehr als 60 verschiedenen Studienabschlussen fuhren. Diese Studienangebote, die sich den differenten Studienarten grundstandiges Studium, postgraduales Studium und Kontakt- bzw. Weiterbildungsstudium zuordnen lassen, wurden nach einheitlichen Kriterien dokumentiert und 1998 im.studienfuhrer Gesundheitswissenschaften" (Ka/b/e/v. Troschke 7998) publiziert (eine aktualisierte und erweiterte Neuauflage ist in Arbeit). Das Studienangebot im Bereich der Gesundheit hat sich seit nochmals erweitert. Derzeit werden an Hochschulen ca. 260 bis 280 gesundheitsbezogene e angeboten. Die Angebotspalette reicht von den postgradualen universitaren en 67

2 Schwerpunkthefì,,Entwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe" Public Health uber die vor allem zwischen 1992 und 1996 aufgebauten und inzwischen quantitativ dominierenden Pflege- e bis zu den en Gesundheitsmanagement, Gesundheitsokonomie, Gesundheitspadagogik. Technisches Gesundheitswesen, Krankenversicherungswesen. Gesundheits- und Rehabilitationssport, Epidemiologie, Gesundheitsforderung? Medizininformatik und -dokuinentation, Kunst- und Musiktherapie. Daruber hinaus wurden vor kurzem die ersten e fur Gesundheitsfachberufe im Bereich der Ergotherapie. der Logopadie Und der eingerichtet Die gravierenden Veranderungen. die sich in den letzten zehn Jahren in der Studieniandschaft Gesundheit vollzogen haben, lassen sich exemplarisch am Beispiel der Pflege veranschaulichen. Am Beginn der neunziger Jahre existierte nur ein einziger Pflegestudiengang. Inzwischen hat die berufs- und bildungspolitisch lange geforderte Akademisierung der Pflege zur Einrichtung von 49 grundstandigen Pflegestudiengangen und 12 weiterfuhrenden Qualifikationsangeboten gefuhrt (vgl. Kalble 2007). Charakteristisch fur das neu entstandene Studienfeld Pflege ist die Heterogenitat der Studienstrukturen und die Vielfalt der Studienabschlusse (z.b. Bachelor of Science in Nursing. Dipl. - Pf legemanager/in [FH]. Dipl.-Pflegepadagogdin, Dipl.-PflegeWirt/- in [FH], Dipl -Medizinpädagoge/in, Dipi.- Berufspadagogehn usw.) Die Entwicklung ist das Ergebnis unterschiedlicher Zielvorstellungen und Interessen der jeweiligen Hochschulen und Hochschularten sowie der einzelnen Bundesländer. Aber auch der fehlende Konsens hinsichtlich der Strukturierung und Neuordnung des gesamten Berufsfeldes hat zur Entstehung dieser Vielfalt beigetragen. Im Bereich der Pflegestudiengänge lassen sich verschiedenartige Studien- bzw. Berufsfeldausrichtungen cinterscheiden, grundstandige e fur Pflegemanagement, die fur Leitungsfunktionen in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens qualifizieren (an Fachhochschulen), grundstandige e fur Pflegepadagogik, die Lehrerlnnen fur die unterschiedlichen Bildungseinrichtungen im Bereich der Pflege qualifizieren (an Fachhochschulen und Universitaten). grundstandige e fur Pflege bzw. Pflegewissenschaft die eine,.generalistische Qualifizierung" bieten (an Fachhochschulen). grundstandige Studiengänge fur Pfiegewissenschaîi (mit Promotionsmoglichkeit), die Pflegewissenschaftlerlnnen fur den Aufbau einer eigenstandigen Bezugsdisziplin qualifizieren (an Universitaten) und Kontakt- bzw Weiter- bildungsstudiengange, die Pflegenden mit Berufsabschluss eine Zusatzqualifikation ermoglichen (an Universitaten und Fachhochschulen) (vgl. Kalble 2007). Die Entwicklung im Studienfeld Gesundheit. die etwa um 1990 einsetzte und bis heute andauert, lasst sich charakterisieren durch eine quantitative Zunahme von grundstandigen und weiterqualifizierenden Studiengängen, eine zunehmende Akademisierung und Teriiarisierung des Gesundheitssektors sowie eine gesundheitsbezogene Spezialisierung bisher nicht oder kaum in das Gesundheitswesen involvierter e (vgl. Kalb/e/v. Troschke 2007). Das derzeit unubersichtliche Bild an uneinheitlichen Studienstrukturen und sehr verschieden konzipierten Studienangeboten erklart sich durch die Bildungshoheit der Bundesländer und durch die Zusammensetzung der Hochschulland- Schaft, die aus offentlichen Universitaten und Fachhochschulen sowie aus Hochschuleinnchtungen in privater oder konfessioneller Tragerschafi besteht. Die in den letzten Jahren zu beobachtende Entwicklung vollzog sich ungeachtet der bislang noch weitgehend ungeklarten Debatten um die bildungspolitischen Rahmenbedingungen, den arbeitsmarktpolitischen Bedarf und die Zielvorstellungen einer Modernisierung des Gesundheitswesens. Fur viele der neu entstandenen Aus- und Weiterbildungen gilt, dass weder die Berufsbilder klar begrenzt und konzeptuell abgesichert sind, noch das Verhaltnis von Aus- und Weiterbildung einerseits und Bildungs- und Arbeitsmarkt andererseits aufeinander abgestimmt sind. 3. Dac neue Graduierungccystem Durch die Novellierung des Hochschulrahmengesetzes (HRG) vom 25. August 1998 (vgi. Hochschulrahmengesetz 2000) und durch die darauf bezogenen Beschlüsse der Kultusministerkonferenz vom 3. Dezember 1998 und vom 5. Marz (vgi. Kultusministerkonferenz und 7999) wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die Universitaten und Fachhochschulen die Erprobung neuer Studienstrukturen ermoglichen AnstoB fur die Einführung von gestuften Bachelorund Masterstudiengangen waren vielfach beklagte Defizite des Hochschulsysterns Lind der Hochschulausbiiduno Sie reichen von den zu hohen Kosten der Ausbildung. uber die zu lange Ausbiidungszeit bis zur sinkenden Wettbewerbsfahigkeit des Studienstandorts Deutschland Hinzu kommen veranderte Anforderungen an die Hochschulen. die sich insbesondere aus der Expansion des tertiaren Bereichs und den Veranderungen in der Berufswelt ergeben. Die wissenschaftspolitischen Ziele. die mit der Einfuhrung des neuen Sraduierungssystems verfolgt werden, sind eine Erweiterung und Differenzierung des Studienangebotes, eine bessere Strukturierung des Studiums, eine Verkürzung der Studiendauer sowie die internationale Kompatibilitat der Hochschulab- Schlusse. Damit soll die Attraktivitat der deutschen Hochschulen auf internationaler Ebene verbessert werden Studierende aus dem Ausland sollen Abschlusse enverben konnen, die internationalen Standards entsprechen, Studierende aus Deutschland sollen sich besser in internationale Studien- und Beschaftigungssysteme integrieren konnen (vgl. Kultusrninisterkonferenz/Hochschulrektorenkonferenz 7999). Im Folgenden werden die wichtigsten Strukturvorgaben bezogen auf Bachelorund Masterstudiengange zusammengefasst (vgi. dazu Kultusrninsferkonferenz'HochschulreMorenkon ferenz 7 999) Die Regelstudienzeit fur Bachelor-Bakkaiaureusstudiengange betragt mindestens drei und hochstens vier Jahre, die Regelstudienzeit fur Master-Nagisterstudiengänge mindestens ein Jahr und hochstens zwei Jahre. Konsekutive e durfen funf Jahre nicht uberschreiten Bachelor- und Masterstudiengange sollten modularisiert angeboten werden und mit einem Leistungspunktesystem ausgestattet sein. BachelorA3akkalaureus und Master/Magister sind berufsqualifizierende Abschlusse Der Bachelor wird als erster berufsqua- Iifizierender Abschluss, der Master/Magi- Ster als weiterer berufsqualifizierender Abschluss bezeichnet. Zugangsvoraussetzung für einen Master-/Magisterstudiengang ist immer ein erster berufsqualifizierender Abschluss. Grundstandige e. die unmittelbar zu einem Masterabschluss führen, sind ausgeschlossen. Bachelor- und Masterstudiengänge konnen sowohl an Universitaten als auch an Fachhochschulen eingerichtet werden, d.h die Qualifizierung ist hochschulartenubergreifend geregelt Die von Universitaten und Fachhochschulen vergebenen Grade sollen nicht durch die Hochschulart bezeichnende Zusatze - z.b. JFH)" - unterschieden werden, jedoch sollte das Leistungsprofil der jeweiligen Hochschulart zum Ausdruck kommen (vgl. Hochschulrektorenkonferenz 7 997) Auskunft uber das dem Abschluss zugrundeliegende Studium im Einzelnen erteilt das..diploma supplement". Die Abschlussbe- Zeichnung muss der Differenzierung des Ausbildungsangebotes in starker theorieorientierte und in starker anwendungsorientierte e Rechnung tragen In dafur geeigneten Facher konnen starker anwendungsorientierte Studi- 68

3 Schwerpunktheft,,Entwicklung und Professionalisiening der Gesundheitsbewe" engange auch an Universitaten. starker theor!eorien:ierte auch an Fachhochschulen angeboten werden Fur die starker theorieorientierten e sind die Abschlussbezeichnungen Bache- 1or:Master of Arts und Bache1or:'Master of Science ohne fachliche Zusatze vorgesehen. Fur die starker anwendungsorieritierten e werden Abschlussbe- Zeichnungen mit Fachzusatzen entsprechend den jeweiligen Fachergruppen verwandt. Master-/Magisterabschlusse an Universitaten und Fachhochschulen berechtigen grundsatzlich zur Promotion Herkommliche Diplom- und Magisterabschiusse gem.!$ 18 HRG an Universitaten und gleichgestellten Hochschulen entsprechen in der Wertigkeit dem Master. das Diplom JFH) entspricht im internationalen Vergleich dem vierjahrigen,,bachelor honors". Grundsatzlich gilt. Alle weiteren Regelungen, die durch die Strukturvorgaben offen bleiben, werden im Umfang des Gestaltungsspielraums. den das novellierte HRG eroffnet. durch die Lander oder die Hochschulen getroffen (vgl. Ku/tuSmin/sterkonferer?z 7999). Die Frage. ob die neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengange die herkommlichen Magister- und Oiplomstudiengange in einer mittelfristigen Perspektive ganz oder teilweise ersetzen sollen. wofur der Wissenschaftsrat piadiert (vgi. Wlssenschaffsrat 200ûa), wird in den Disziptinen und Hochschulen noch kontravers diskutier: Geplant ist, die Frage nacn einer auf fuvf Jahre angesetzten Erprsbungs- und Evaluierungsphase zu enischeiden Die Akzeptanz der neuen Ctudiengange bei Studierenden und die Aufnahme der Absolventen durch das Beschaftigungssystem wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Aus Sicht des Verfassers ist es jedoch fraglich, ob dieser Zeitrahmen ausreichend ist begrundet zu entscheiden, inwieweit sich gestufte Abschlusse bewahrt haben und geeignet sind, das herkommliche Graduierungssystem ganz oder teilweise abzutosen Ein weiteres Problem ist. dass, obwohl dernnachst Absolventen mit den neuen Titeln auf den Arbeitsmarkt drangen, auf Seiten der Unternehmen Informationsdefi - zite bezuglich Bachelor und Master bestehen. Daraus resultieren Unscherheiten hinsichtlich der beruflichen Befahigung. vor allem von Bachelor-Absolventen, wie eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Koln bei 281 Unternehmen (angefragt waren 6.940) vom Herbst 1999 zeigt (vgl. Lisi 2000). Zudem ergab eine HIS-Studie, dass auch Studienberechtigte uber die neuen Studienmoglichkeiten und die damit verbundenen Chancen md Risi- ken nur unzureicnend infcr-niert sind (vgl. Heine 7999). 4. Das gestufte System im Kontext europäischer Vereinbarungen Oie Einfuhrung von Bachelor- und Masterstudiengangen stsht in engem Zusammenhang mit der Vereinheitlichung des europaischen Hochschuisystems. Mit der Weiterentwicklung der europaischen Integration nimmt die Notwendigkeit der Angleichung der Ausbildungs- und BiIdungssysteme zu. lrn Kontext der Europaisierung der Hochschulstrukturen sind fur Deutschland auch europäische Vereinbarungen zu beachten. die tendenziell auf eine großere Harmonisierung der Studienstrukturen zielen. Auf vier Vereinbarungen soll hier hingewiesen werden. Die zunehmende Integration der Lander und die freie Wahl von Arbeitsplatz und Wohnort innerhalb der Europaischen Union warf auch Fragen nach der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen und Abschlucszertifikaten auf. Im Rahmen der von der Europaischen Kommission initiierten studentischen Austauschprogramme wurde das,,european Credit and Transfersystem' (ECTS] entwickelt, das die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen regelt. Dieses System wird von der Europaischen Kommission im Rahmen des Sokrates- Programm seit 1989 gefordert (vgi. Wissenschafisrat 20ûûa). Mit dem Ziel. einen eurocaischen Hochschulraum zu schaffen, unterzeichneten am 25. Mai 1998 die Bldungsminister Frankreichs, Deutschlands. Italiens und Großbritanniens an der Sorbonne in Paris die Sorbonne-Deklaration ' die ein Modell europaischer Abschlussstrukturen vorschlagt, das sich an dem international haufig verwendeten zweistufigen Studienmodell orientiert. Angebcten werden sollen,,undergraduate studies- und,,graduate studies" (vgi. Sorbonne-Declaration 1998). Am 19. Juni 1999 unterzeichneten die Bildungsminister von 28 europaischen Staaten (darunter alle EU-Staaten) in Bologna die sogenannte,,bologna-erklarung". Darin verpflichten sich die europaischen Staaten, binnen einer Dekade (bis 2010) erkennbare gemeinsame Strukturen und Prinzipien der europaischen Hochschulbildung herbeizufuhren. Bekräftigt wurde auch das Ziel der Einfuhrung eines zweigestuften Hochschulsystems mit zwei Studienzyklen. Der erste Zyklus (undergraduate-bereich) soll mit einem Bachelor, der zweite Zyklus (graduate-bereich) mit dem Master abschließen 1b31 The Europe- an Higher Education Area 7999, W/ssenschafmat 2UUUa; Friedrich 200 7). In der Anschlusskonferenz, die am 18 und 19 Mai 2001 in Prag stattfand, haben die Bildungsminister die nachsten Reformschritte fur den Hocnschulraum Europa verabredet Das in Prag verabschiedete,,prager Kommuniqué" erganzt die Zielvorstellungen der Bologna-Erklarung insbesondere um Bestrebungen zur Verbesserung der Qualitatssicherung von Hochschulangeboten. Außerdem sollen gemeinsame Studienangebote in Europa eingefuhrt werden und ein,,transkontinentaler Bildungswettbewerb" stattfinden. Die Minister beschlossen zudem, 2003 eine erneute Tagung in Berlin zu veranstalten, bei der die Fortschritte gepruft und Leitlinien und Schwerpunkte fur die nachsten Schritte des Prozesses zur Schaffung eines europaischen Hochschulraums verabschiedet werden sollen (vgl. Bundesrninisteriurn fur Bddung und Forscbung 2001). Die genannten Beschlusse zeigen, dass in Europa der Prozess der Annaherung der Studien- und Abschlussformen zugig voranschreitet. 5. Zum Stand der Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich des Gesundheitc- Wesens Bis Oktober 2001 wurden laut Hochschulkompass (dem Internetinformationsangebot der Hochschulrektorenkonferenz Über die deutschen Hochschulen und deren Studienangebote) 487 Bachelorund 305 Masterstudiengange eingerichtet. Im Bereich der weiterfuhrenden Studienmogiichkeiten werden zusatzliche 285 Studienangebote der Abschlussgruppe,,Master" zugeordnet. Aktuell werden somit an deutschen Hochschulen 1077 Bachelor- und Masterstudiengange angeboten. Im Studienfeld Gesundheit wurden, den Recherchen des Verfassers zufolge, bislang 38 BA- und MA-Programme realisiert (konsekutive Studiengänge werden dabei als zwei Studiengänge gezahlt), weitere befinden sich in Planung. Die Tabelle l zeigt die bislang im Bereich des Gesundheitswesens realisierten Bachelor- und Masterstudiengänge (Quelle: Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonfefen2 und eigene Recherchen). Mit der Etablierung von Bachelor-en fur Gesundheitsfachberufe, die eine berufsfachschulische Ausbildung mit einem zwei- bis dreicemestrigen Fachhochschulstudium koppeln (siehe z.b. FH Hildesheirn/Holzminden/Gottingen: fur Medizinalfachberufe; FH Kiel:. FH Osnabruck, ErgotherapieíPhysiotheraple). wird an einigen Pffivention 3/2001,24. Jahrgang 69 I-. I. --

4 Schwerpunkthett,,Entwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe" Fachhochschulen ein Sondeweg der Akademisierung beschritten. Ein Sonderweg insofern. als zwei- bis dreisemestrige Bachelor-Studien weder dem bisherigen Qualifizierungsniveau von Fachhochschulstudiengangen mit einer Regelstudienzeit von acht Semestern entsprechen, noch der Mindest-Regelstudienzeit von Bachelor-en, die irn Hochschulrahmengesetz in 19 sowie in den Beschlussen der Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz auf sechs Semester festgelegt wurde ivgi. Hochschulrahmengesetz 2000, Kultusrninisterkon ferenz/hochschulrektorenkon ferenz 1999) Das heißt, in den angesprochenen en liegt das Niveau des Abschlusses zum einen zwar uber dem von Berufsfachschulen. zum anderen aber nicht nur unter dem des herkommlichen FH-Diploms, sondern auch unter dem des neu eingefuhrten Bachelor-Abschlusses Man wird abwarten mussen, ob diese Bachelorstudiengange nach der Testphase die Hurde eines Akkreditierungsverfahrens erfolgreich uberwinden und das Qua- Iitatssiegel des Akkreditierungsrates erhalten. 6. Quaiitätssicherung durch Ak kreditierung Die neuen Bachelor- und Masterstudiengange sollen vor ihrer Einfuhrung oder zumindest vor ihrer endgultigen Genehmigung einem besonderen Anerkennungsverfahren unterzogen werden, der Akkreditierung. Warum Akkreditierung notwendig ist, wird in einem 1998 gefassten Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) deutlich. Dort heißt es unter dem Stichwort Qualitatssicherung im Hochschulbereich.,,Die Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft fuhrt zu einem internationalen Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventinnen und -absolventen. (...) Der Erfolg im Wettbewerb hangt zunehmend von der Aktionsund Reaktionsgeschwindigkeit der Hochschulen ab. Deshalb wirken sich insbesondere in stark Wettbewerbs- und international orientierten en nach Auffassung der Hochschulen Rahmenprufungsordnungen wegen ihrer vielen inhaltlichen Festlegungen auf Profilbildung und Wettbewerb der Hochschulen zunehmend behindernd statt fördernd aus. Dennoch ist insbesondere bei neuen. auf differenzierte Nachfrage der Studierenden und des Arbeitsmarktes reagierenden en, mit denen die Hochschulen ihr Profil im internationalen Wettbewerb scharfen, eine die Profilbildung der Hochschulen nicht durch Tendenzen der Gleichformigkeit beeintrachtigende hochschul- und landerubergreifende Qualitats- Sicherung unerlasslich, um die Anerkennung der Abschlusse zu gewahrleisten (...) International ist es ublich geworden. die Qualitat von Lehre, Studium und Abschlussen durch zeitlich befristete Akkreditierung uber unabhangige Akkreditierungsorganisationen zu sichern" (vgl. Hochschulrektorenkonferenz 1998) Das heißt, in herkommlichen en sichern Studien- und Rahmenprüfungs- Ordnungen die Ianderubergreifende Vergleichbarkeit der e urid -abschlusse (vgl. Hoynrngen-Huene 2001). in den neuen en hingegen erfolgt die Gewahrleistung fachlich inhaltlicher Mindeststandards und die Uberprufung der Berufsrelevanz der Abschlusse im Rahmen eines Akkreditierungsverfahrens. In Deutschland ist das Verfahren der Akkreditierung, das in den USA entwickelt wurde, ein neues Instrument der Qualitats- Sicherung. das sich von der Evaluation unterscheidet.,,während unter Evaluation ein komplexes Verfahren von Analyse und Bewertung zu verstehen ist, das Abstufungen in den Urteilen zulasst und auf den Prozess der Qualitatssicherung und -verbesserung abzielt, besteht die Akkreditierung in der positiven oder negativen Entscheidung über die Erfüllung von Mindeststandards fur die Einrichtung eines es bzw. einer Hochschule" (Vi'issenschaftsrat 20006, S. 5; vgl auch Heimer/Schneider 2000). Dietmar von Hoyningen-Huene hat den Unterschied mit einem Bild aus der Alltagswelt veranschaulicht:,.evaluation entspricht etwa der kontinuierlichen Pflege eines Automobils durch den Besitzer einschließlich regelmaßiger Inspektionen durch eine Vertrags- Werkstatt, die Akkreditierung entspricht der punktuellen Kontrolle der Fahrtuchtigkeit durch den TUV (vgi Hoyningen- Huene 2007, S. 42). Der Akkreditierungsrat hat deshalb am beschlossen, dass Evaluation und Akkreditierung in unterschiedlichen Entscheidungs- und Beratungsgremien und nach getrennten Verfahren mit unterschiedlichen Gutachtergruppen durchgefuhrt werden!vgl. Akkredifierungsrat 7999). Bezuglich der Einfuhrung der Akkreditierung haben sich die Kultusministerkonferenz (KMK) fur die staatliche Seite und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fur die Hochschulen uber wesentliche Verfahrensschritte und Strukturen geeinigt Zur Etablierung und Kontrolle des neuen Systems wurde ein landerubergreifenaer Akkreditierungsrat gegrundet. in dem Vertreter der Wissenschaft. des Staates, der Wirtschaft und der Studierenden gemeinsam beraten und beschlieí3en. Die aligemeinen Ziele der Akkreditierung wurden von der KMK festgelegt und vom Akkreditierungsrat als Pramissen ubernommen. Akkreditierung steht unter den Pramissen, Qualitat zu sichern, Studierbarkeit nachzuweisen, Vielfalt zu ermoglichen, und Transparenz zu schaffen" (vgl. Akkreditterungsrat 2000). Der KMK-Beschluss bestimmt als Hauptziel der Akkreditierung, die Qualitat in Lehre und Studium durch die Festlegung von Mindeststandards zu sichern Das Ergebnis der Beurteilung ist eine Ja-Nein-Entscheidung Werden die Mindeststandards im skonzept und bei den geforderten Kompetenzen und Ressourcen erbracht. kann der genehmigt werden, Sei fehlenden Voraussetzungen wird die Zustimmung verweigert Allerdings wurde durch Beschluss der Kultusministerkonferenz (vgl. Kultusministerkonferenz 1998) festgelegt, dass die staatliche Genehmigung eines s und die Akkreditierung funktional zu trennen sind. Die staatliche Genehmigung hat die Ressourcen der einzurichtenden e, die Einhaltung der Strukturvorgaben und die Einbindung in die Hochschulplanungen des jeweiligen Bundeslandes zu sichern. Akkreditierung hat 3emgegenuber die Sicherstellung fachich-inhaltlicher Mindeststandards und die Uberprufung der Berufsrelevanz der Abschlusse zum Gegenstand. Die Akkre- 3itierung ersetzt also nicht die staatliche Genehmigung durch die zustandigen Ministerien. Die Entscheidung über die Zulassung eines neuen s bleibt Landerangelegenheit. In einigen Bundesiandern wird die Genehmigung von BA-,'MA-en nicht von einer Akkreditierung abhangig gemacht (vgi. Jahn et al. 2007) Der Akkreditierungsrat hat Qualitatsdimensionen entwickelt, nach denen die zu akkreditierenden e uberpruft werden und Kriterien fur Agenturen aufgestellt, die diese Uberprufung vornehmen wgl. Akkredftierungsrat 2009). Nach diesen Qualitätsdimensionen müssen bei einem Antrag auf Akkreditierung Angaben gemacht werden zur Begrùndung des es. zur Struktur des Studiums und zu fachlich-inhaltlichen Anforderungen. zur personellen, sachlichen und raumiichen Ausstattung. zu Qualitatssicherungsrnaßnahmen und zu studienbezogenen Kooperationen. Akkreditierungsagenturen arbeiten nach den vorgegeberien Kriterien hochschulartenübergreifend and unabhangig von Hochschulen, Wirtschafts- und Berufsverbanden. Aufgabe der Agenturen ist die Uberprufung und Feststellung von formulierten Mindeststandards sowie die Sicherung der Qualitat der BA- und MA-Studienprogramrne unter Berucksichtigung der Ausbildungsfunktion und Studierbarkeit der e. insbesondere im Hinblick auf die Beschaftigungsfahigkeit der Absolventen 70

5 ~ Schwerpunktheft,,Entwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe" Hochschule Abschluss Cemester tierung HU Berlin International Health Master of Science in International Health - Uni Heidelberg Community Health and Master of Science in Com- Health Managernent in Developing Countries munity Health and Health Management in Developing Countries 11 I Uni Witten- Herdecke I Fu Berlin Pflegewissenschaft BacheloríMaster I Psychosoziale Pravention und Gesundheitsforderung Management ambulanter u. integrierter med. Versorgung of Science in Nursing Master of Public Health (MPW Master of Business Ad. ministration (MBA) BA 3 MA 4 A MA-Studien- konsekutiver postgradualer MA- postgradualer MA- kreditiert ohne Auflagen akkreditiert I I G e r r FapcPhysll Activity European Master's Degree in Adapted Physical Activity 12 MOnate europaisches Zusatzstudium nicht ak- Uni Witten- Herdecke Pharmaceutical Medicine Master in Pharmaceutical Medicine Witten/ Herdecke University 2 Jahre postgradualer MA- FH Oldenburgiostfriesland/ Wilhelmshaven Praxisorientierte interdisziplinäre Gesundheitswissen- Schaft (Public Health) Master of Public Health (MPH) 6 Weiterbildungsstudiengang I 1 FH Neubrandenburg schatlen Gesundheitswissen- Bachelor of Science/ Bachelor of Science (Honors-Degree) Bachelor/Master of Health Promotion and Administration 3 Jahre 4 Jahre 6 BA 4 MA 'zweistufiger" BA-Stüdiengang konsekutiver DAADunterstützt, FH Neubrandenburg PflegewissenschafV Pflegemanagement BacheloriMaster of Nursing and Administration 6 BA 4 MA konsekutiver Uni Karlsruhe Gesundheits- und Fitnessmanagement Bakkalaureus Artium (B.A.) 6 Europa FH Freseniusi Hoogeschool Utrecht (NL) Bachelor (NL); niederlandisches Curriculum 0 Europa FH Freseniusi Hoogeschool Logopadie Bachelor (NL), niederlandisches Curriculum 8 Uni Heidel- bronn I nformationsmana- Master of Science in Informationsmanagement 1 in der Medizin 3 MA- (Aufbaustudium) KFH NRWI Management in mul- Master of Interprofessional Health and Community Care M.A. Sozialdiensten 2 Jahre Weiterbildungsstudiengang ' KFH NRW. Krankenhausmana- 1 Abt. Köln 4 Weiterbildungsstudiengang FH Hildesheim/Holzrnindeni Gottingen für Medizinalfachberufe (Logopadie, Ergotherapie. ) Bachelor of Science (mit fachl. Zusatz entspr. der Vorbildung) 6 (davon 3 an der FH) in Verb. m. schul. Ausbild Modell- ; 71

6 ~~ ~~ ~ ~ Schwerpunktheft.Entwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe" II 11 Hochschule 1 Abschluss Uni Bochum Humanitare Hilfe Master in Humanitarian 11 1 KFH NRW. Suchthilfe Master of Addiction Abt Koln Prevention and Treatment FH Dortmund Medizinische Informatik I ;-te- 1 stutung Akkreditierung Assistaence satzstudien- 1 1 Weiterbil- brsher noch dungsstud nicht ak- (ab2002) kreditiert BA MA of Science in Medicai Informatics 7-6 BA konsekutiver 4 MA TU Munchen Medizintechnik Master of Science 4 MA- Hochschule Magde- Fachdolmetschen bei Behorden. Gerichten u. i Bachelor des Fachdolmetschens l 7 FH Kiel Bachelor 1 8 (davon BA-Studien- 2 an der gang in Verb m schul Ausbild KFH Freiburg Uni MarburgiFH Fulda FH Osnabruck Therapiemanagement Ergotherapie! Bachelor of Therapy 6 BA-Studien- Management gang Bachelor of Science in 6 BA-Studien- Akkreditie- Physiotherapy gangíab 2004 rung lauft auch MA) Bachelor of Science (mit 6 (davon BA-Studien- fachl Zusatz entspr der 3 an der gang in Verb nicht ak- Vorbildung) FH ì m schul Aus- kreditiert bild 1 1 I kreditiert Master of Science in Internat MA- Medical Technology nicht ak- FH Lübeck Uni Bielefeld FH Stralsund Uni Koln Health Care Master of Business Ad- 3 Internat. MA- Management ministration (MBA) Angewandte Gesund- Bachelor oi Arts 4+2 BA-Studien- heitswissenschaften (4 gang nicht ak- Sem Fernstudium + 2 kreditiert Sem ) Master of Science in Epidemiologie Master of Business Ad- postgradualer t 1 BA-Studien- MA-Studien- gang 1 1!kFudien- BetriebswirlschaH fur t Arztinnen und Arzte ministration (MEA) Medizininformatik und Bachelor of Medical Biomedizintechnik Informatics and Biomedical Engineering Gesundheitcokonomie Master of Science in Health (fur Mediziner und Economics Zahnmediziner) nicht kreditiert ak- Tabeiie 7 Ubersichf uber Bachelor- und Maste:si,x?gange irn Studienfeid Gecu?dhe~tsivesen (Kaibk. S:and 72'200 7 Hinzu kommen die Aufgaben der Herstellung von Transparenz und die Einhaltung von Mindeststandards fur die Durchfuhrung von Akkreditierungsverfahren. Die Agenturen mussen zudem eine entsprechende personelle und finanzielle Infrastruktur fur ihre Arbeit vorsehen und sie sind gegenuber dem Akkreditierungs- rat berichtspflichtig Funf Agenturen. die z T...fachspezifisch". 2. T...allzustandig" akkreditierer, sind inzwischen vom Akkreditierungsrat akkreditiert' Die..Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover izeva)". die Akkreditierungen von BA- und MA-en aller Fachrichtungen durchfuhrt. die,,founds- tion for International Business Administration Accreditation (FIBAA)', die auf die Akkreditierung von wirîschaftswiscenschaftlich orientierten BA- und MA-en spezialisiert ist. die,,akkreditierungsagentur fur e der Ingenieurswissenschaften und der Informatik IASII)", die 6A- und MA-e der 72

7 khwerpunktheft,,entwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe" Ingenieurwssenschafi und der Informatik akkreditiert, die,,akkreditierungsagentur fur e der Chemie, Biochemie und Chemieingenieurwesen an Universitaten und Fachhochschulen (A-CBC)". die BA- und MA-e in Chemie. Biochemie und Chemieingenieurwesen akkreditiert und das,,akkreditierungs-. Certifizierungs- und Qualitatssicherungsinstitut iacquin)". das BA- und MA-e aller Fachrichtungen begutachtet Das Akkreditierungsverfahren erfolgt in zwei Stufen: Nach positiver Begutachtung der Konzepte und der Uberprufung der Ressourcen erfolgt eine vorlaufige Akkreditierung. Dabei sind Auflagen mit definierten Zeitphasen für die Umsetzung mog- Iich. Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Absolventen kann die zweite Akkreditierung fur maximal sechs Jahre erfolgen, falls alle Auflagen erfüllt wurden Akkreditierungsrat und Agenturen haben bis zum WC 2001/02 insgesamt 42 e akkreditiert. weitere 545 sollen akkreditiert werden (vgl Jahn et ai i. 7. Schluss Die skizzierten Veränderungen im Hoch- Schulwesen haben dazu gefuhrt. dass uber 30 e fur Gesundheitsberufe nach den Kriterien des neuen Graduierungssystems entwickelt wurden Absehbar ist, dass weitere e nach diesem Muster auf- oder umgebaut werden. Bislang wurde nur ein gesundheitsbezogener akkreditiert. Als ein weiteres Ergebnis des hochschulischen Veranderungsprozesses ist festzuhalten, dass inzwischen in vielen Disziplinen und Fachern eine vehemente Auseinandersetzung um Qualitatssicherung mittels Akkreditierung geführt wird Die kurz- Iich gegrundete Akkreditierungsagentur fur e im Bereich Heilpadagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit (AHPGS), deren Anerkennung durch den Akkreditierungsrat beantragt ist, kann als ein Ausdruck dieses fächerubergreifenden Diskurses verstanden werden. Literatur: Akkreditferungsraf 11999) Beschluss des Akkreditierungsrates zum Verhaltnis von Evaluation und Akkreditierung i ) Akkredifiermgsrat íhrsg ) (2000) Akkreditierung von Akkreditierungsagenturen und Akkreditierung von en mit den Abschlussen BacheloriBakkalaureus und Master- 'Magister - Mindeststandards und Kriterien Bonn Bundesrninisterium fur Bildung und Forschung i200 7 Europaischer Bildungsministergipfe! in?rag beschließt Fortschritte?ur internationaien Wettbewerbsfanigkeit (Pressemitteilung O1 ). Frjedrich H R i2007! Einige Aspekte und Perspektiven der Hochschulentwicklcing Deutschland und Europa. in Hochschulrektorenkonferenz ihrsg I Akkreditierung von en - Zukunft der Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland [Beitrage zur Hochschulpolitik ) Bonn S Heimer, T.'Schneiaec J 12000i Akkreditierung und Evaluation an deutschen Hochschulen -Ein Konigsweg fur die Reform deutscher Hochschulen?, in. Vierteljahresriefte zur Wirtschaftsforschung. 69 Jahrgang. Heft 2 S sao Heine C. (7999) Gestufte e und - abschlusse im deutschen Studiensystem Was erwarten Studierende von Bachelor Master und Credit-System? Ausgewahlte Ergebnisse aus der Langsschnittbefragung der Studienberechtigten 94 [HIS Kucinformation AS99i Hannover Hochschulrahmengesetz IHRG) Bekanntmachung der Neufassung des Hochschulrahmengesetzes vom 19 Januar 1999 í2000). in Ministerium fur WissenschaR, Forschung und Kunst Baden-Wuritemberg (Hrsg ) Hochschulrecht Baden-Wurttemberg. Stuttgart, S Hochschulrektorenkonferenz (1997) Zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengangen 1-abschlussen Entschließung des 183 P!enums der Hochschulrektorenkonfererz. Bonn, 1 O. November 1997, in Kultusministerkonferenz'Hochschulrektorenkonferenz íhrsg ) Neue e und Akkreditierung. Beschlusse und Empfehlungen von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz. Bonn [Juli 1999). S Hochschulrektorenkonferenz ( Akkrsditierungsverfahren. Beschluss des 185 Plenums Yer Hochschulrektorenkonferenz, Bonn. 6 Juli in Kultusministerkonferenz1Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg I: Neue e und Akkreditierung Beschlusse und Empfehlungen von Kultusrrmisterkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz, Bonn (Juli 1999), S Hoynmgen-Huene, û v. (20071 Quaiitatssicherung im Hochschulbereich - der Prozess 3er Akkreditierung, in Hochschulrektorenkonferenz 1,Hrsg.l: Akkreditierung von Ctudiengangen - Zukunft der Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland (Beitrage zur Hochschulpolitik 1'2001). Bonn. S Jahn, H:HoF Wittenberg - Institut fur Hochschulforschung /2007) Uber 1 O00 Bacheiorund Masterabschlusse an deutschen Hochschulen (Informationsdienst Wissenschaft - idw ) Kalble, K (200 7) Im Labyrinth gesundheitsbezogener e. in' Pflege Aktuell, Heft 7 8. s Kable, K./v Troschke, J (1998): Studienfuhrer Gesundheitswissenschaften (Bd 9 der Schriftenreihe der 'Deutschen Koordinieriingsstelle fur Gesundheitswissenschaften an der Abteilung fur Medizinische Soziologie der Universitat Freiburg). Freiburg &lble. K:v Troschke. J i20071 Gesundheits- wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland, Entwicklung Entwicklungsstand. die europaische Perspektive und die Herausforderungen durch das neue Graduierungssystem, in Zeitschrift fur Gesundheitswissenschaften:Journal of Public Health, 4 Beiheft Public Health - Entwicklungen und Potentiale (Hrsg Jurgen von Troschkej, S Kultusn;inisterkonferenz ; 7 998) Einfuhrung eines Alkreditierungsverfahrens fur Bachelor- :Bakkalaureus- und Master-:Magisterstudi. engange Beschluß der Kultusministerkonferenz vom , in' Kultusministerkonferent'Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg ) Neue e und Akkreditierung Beschlusse und Empfehlungen von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz. Bonn (Juli S Kultusministerkonferenz 7999) Stru kt urvorgaben fur Bachelor-/Bakkalaureus- und Master- /Magistere Beschiuß der Kultusministerkonferenz vom , in' Kultusministerkonferenz,'Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg.) Neue e und Akkreditierung Beschlusse und Empfehlungen von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz. Bonn (Juli 1999). S Kultusmrnisterkonf~ren~Hochschulrektorenkonferenz íhrsg) (7999) Neue e und Akkreditierung Beschlüsse und Empfehlungen von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz, Bonn List, J. (2000): Bachelor und Master - Sackgase oder Konigsweg? (Hrsg vom Institut der deutschen Wirtschaft Koln). Koln Sorbonne-Declarafion (7998) Joint declaration on harmonisation of the architecture of the European higher education system by the four Ministers in charge for France. Germany. Italy and the United Kingdom Paris. the Sorbonne, May The European Higher Education Area (1999) Joint declaration of the European Ministers of Education Convened!n Bologna on the 19th of June 1999 Wissenschaftsrat (2000aJ: Empfehlungen zur Einführung neuer Studienstrukturen und - abschlusse (Bakkalaureus!Bachelor - Magister!Masteri in Deutschland (Drs 4418iOO. 21 Januar 2000). Berlin Wissenschaftsrat (2000b) Empfehlungen zur Akkreditierung pribater Hochschulen (Drs. 4419/'00, 21 Januar 20001, Berlin Anschrift des Autors: Dr. phil Karl Kalble Abteilung fur Medizinische Soziologie Universitat Freiburg Hebelstr Freiburg 73 -._

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