NÖ BILDUNGSGESELLSCHAFT M.B.H. FÜR FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄTSWESEN GESCHÄFTSBERICHT FÜR FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄTSWESEN

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1 NÖ BILDUNGSGESELLSCHAFT M.B.H. FÜR FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄTSWESEN 2006 GESCHÄFTSBERICHT FÜR FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄTSWESEN

2 impressum Herausgeber und Verleger: NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. für Fachhochschul- und Universitätswesen, A-3500 Krems a. d. Donau, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30. Tel.: 02732/ ; Fax: 02732/ ; Layout: Bylica.Media.Consulting. Produktion: Grübl GmbH, 3108 St. Pölten, Unterwagramer Straße NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

3 01 INHALTSVERZEICHNIS GESCHÄFTSBERICHT 2006 IMPRESSUM Seite 2 01 INHALTSVERZEICHNIS Seite 3 02 VORWORT Seite 4 03 DIE ORGANE Seite 5 04 LAGEBERICHT Seite TÄTIGKEITSFELDER Seite 8 06 HOCHSCHULWESEN Seiten UNIVERSITÄTSWESEN Seiten PRIVATUNIVERSITÄTEN Seiten AUSWERTUNGEN HOCHSCHULSTATISTIK Seite FORSCHUNG UND TECHNOLOGIE Seiten FACILITY MANAGEMENT Seiten JAHRESABSCHLUSS Seiten BESTÄTIGUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS Seite GRAFIK DES TERTIÄREN BILDUNGSWESENS Seite 39 Bildnachweis: Die Fotos wurden zur Verfügung gestellt von: DELTA Baumanagement GmbH, Fachhochschule St. Pölten GmbH, Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik Gesellschaft m.b.h., IMC Fachhochschule Krems GmbH, New Design University, NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. für Fachhochschul- und Universitätswesen, NÖ Landeskliniken-Holding, Pädagogische Hochschule Niederösterreich, Stadtgemeinde Tulln. Titelfoto: digidia NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 3

4 02 VORWORT GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Dr. Erwin PRÖLL Landeshauptmann von Niederösterreich Weiter vorne sein, wenn es um das Land und seine Chancen geht. Näher dran bleiben, wenn es um die Menschen und ihre Anliegen geht das ist die Zielrichtung, mit der wir am Modell Niederösterreich arbeiten. Ein wesentliches Gebiet ist dabei der Bildungs- und Wissenschaftsbereich. Aber gerade hier zieht Niederösterreich weiter die Spuren, wie der vorliegende Geschäftsbericht für das vergangene Jahr zeigt. Das NÖ Wissenschaftssystem sichert derzeit gemeinsam mit dem Bund bis zu hochwertige Arbeitsplätze und spielt eine wesentliche Rolle in der dynamischen Entwicklung unseres Bundeslandes. Im Universitätsbereich konnten die Standorte der Donau-Universität Krems (Universität für Weiterbildung Krems) und des IFA- Tulln durch den Aufbau kritischer Massen gefestigt werden. Neben dem modernen Campus Krems soll der Standort Tulln durch ein Universitäts- und Forschungszentrum in Kooperation zwischen der Universität für Bodenkultur Wien, der Austrian Research Centers GmbH (ARC) und der Stadt Tulln weiter gestärkt werden. Neben dieser Stärkung konnten aber auch die Weichen für ein neues Institut das Institute of Science and Technology Austria am Standort Klosterneuburg/Maria Gugging gestellt werden. Dieses Institut ist eine postgraduale Wissenschaftseinrichtung mit eigener Prägung. Im Fachhochschulbereich gelten unsere Standorte Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt ebenfalls als etabliert. Die Schwerpunkte liegen nun in der Internationalisierung sowie im weiteren Ausbau der Forschungskooperationen mit der Wirtschaft und ähnlichen Bildungsinstitutionen. Im Hochschulbereich laufen alle Vorbereitungen, um im Herbst nächsten Jahres die Pädagogische Hochschule Niederöstereich am Standort Baden in Betrieb zu nehmen. Dabei wird die bestehende Pädagogische Akademie des Bundes mit dem Pädagogischen Institut zusammengeführt. Niederösterreich möchte aber auch am Standort Baden weitere Schwerpunkte im tertiären Bildungsbereich mit den Gesundheitsberufen setzen. Eine wesentliche Rolle für die strategische Entwicklung und für die Gesamtkonzeption des tertiären Bildungswesens hat die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. für Fachhochschul- und Universitätswesen inne. Als Landeshauptmann danke ich allen Verantwortlichen für ihre Arbeit im Interesse einer erfolgreichen Entwicklung des Landes Niederösterreich im größeren Europa und wünsche dabei weiterhin viel Erfolg! 4 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

5 03 DIE ORGANE GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Als Gesellschaftsorgane sind die Geschäftsführung, die Generalversammlung und der Bildungsbeirat eingerichtet. Der Bildungsbeirat dient der Beratung des Geschäftsführers in allen Angelegenheiten, insbesondere hinsichtlich Fragen der Bildungspolitik und der diesbezüglichen Mittelverwendung, und der laufenden Information der Gesellschafter. Der Bildungsbeirat (am 7. März 2001 konstituiert) Die Mitglieder des Bildungsbeirates mit Eigentümervertretung (in alphabetischer Reihenfolge) Ing. Mag. Klaus HASENZAGL Abteilungsvorstand HTBLuVA St. Pölten KR Dir. Dieter LUTZ Geschäftsführender Gesellschafter der Benda- Lutz Werke GmbH mit Sitz in Nussdorf ob der Traisen Ing. Stefan PETTERS Vorsitzender des Vorstandes der Electrovac AG, Innovationspreisträger 1996 Hofrat Dr. Kurt PREISS Vorsitzender-Stellvertreter Abgeordneter zum Nationalrat a. D. ( ), Mitglied des Beirates Entwicklungsmöglichkeiten für den Universitätsstandort Krems Dr. Gerhard RIEMER Leiter Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung Österreich (IV), Mitglied des Fachhochschulrates in der ersten Funktionsperiode o.univ.-prof. Dr. Walter SCHIEBEL Vorsitzender des Bildungsbeirates Gründer des Österreichischen Netzwerkes für universitäre Weiterbildung AUCEN (Austrian Universities Continuing Education Network), Mitglied des NÖ Kultursenates Mag. Peter SCHÖNHOFER (Mitglied bis September 2006) Vorstandsdirektor Siemens AG Österreich Hofrat Dr. Johann STIPPEL Abgeordneter zum Nationalrat a. D. ( ), ehemaliger Wissenschaftssprecher Dr. Andrea ZAUNER-DUNGL Geschäftsführerin der Willi Dungl Gesundheitszentren Betriebs GmbH Eigentümervertreter: Mag. Dr. Richard PLITZKA Geschäftsführer der ecoplus.niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH Wirkl. Hofrat Dr. Joachim RÖSSL Leiter Abteilung Kultur und Wissenschaft (K1) im Amt der NÖ Landesregierung Die Gesellschafter NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. für Fachhochschul- und Universitätswesen (kurz: NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.) GEGRÜNDET 25. Mai 2000 GESELLSCHAFTER Land Niederösterreich 55%, ecoplus.niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH 45% Die Geschäftsführung Dr. Christian MANN Geschäftsführer Fachhochschulund Universitätswesen Andrea HAFTNER Geschäftsführerin Facility Management Campus Krems NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 5

6 F Ü R FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄ TSWESEN F Ü R FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄ TSWESEN 04 LAGEBERICHT GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Der Bildungsatlas NÖ BILDUNG FÜR DIE ZUKUNFT DIE ZUKUNFT DER BILDUNG 3/2007 Die Netzwerkstatt Bildungsund Qualifikationsbedarf NÖ im tertiären Bildungswesen Die Netzwerkstatt NÖ BILDUNGSGESELLSCHAFT M.B.H. FÜR FACHHOCHSCHUL- UND UNIVERSITÄTSWESEN 2006 GESCHÄFTSBERICHT Geschäftsbericht Der Lagebericht 2006 Der auf freiwilliger Basis erstellte Lagebericht gemäß 243 HGB wird entsprechend den eingerichteten Geschäftsbereichen (Fachhochschulund Universitätswesen, Facility Management Campus Krems) gegliedert. Neben dem Geschäftsbericht der Gesellschaft und neben der Broschüre Der Bildungsatlas NÖ Wo wir wie was lernen erscheint jährlich auch ein Ergebnisbericht der 2003/04 eingerichteten Netzwerkstatt Bildungs- und Qualifikationsbedarf NÖ im tertiären Bildungswesen (Bildungsantizipation) unter dem Titel Bildung für die Zukunft die Zukunft der Bildung. 1 Finanzielle Lage Aufgrund der bestehenden Verträge der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. einerseits mit dem Land Niederösterreich betreffend beide Geschäftsbereiche (Fördervertrag und Geschäftsbesorgungsvertrag) und andererseits mit dem NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds) im Geschäftsbereich Fachhochschul- und Universitätswesen wurden alle an die Gesellschaft übertragenen Aufgaben bestmöglich erfüllt. Die Bilanzsumme 2006 ist auf 4,18 Mio. EUR (Vergleich 2005: 3,72 Mio. EUR) gestiegen. Aufgrund des erzielten Jahresergebnisses konnte der Verlustvortrag aus dem Jahr 2005 weiter reduziert werden. Aufgrund der obigen Rechtsgrundlagen bleibt die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. weiterhin als eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des 221 HGB eingestuft. 2 Geschäftsbereich Fachhochschul- und Universitätswesen Auf der Grundlage des Rahmenplanes für die Entwicklung und Finanzierung des Fachhochschulwesens in Niederösterreich konnten mit Ausnahme der beiden Studiengänge im Bereich der Biotechnologie alle Studienangebote auf das neue europäische Studiensystem umgestellt werden. Im Studienjahr 2006/07 konnten in Niederösterreich nach langer Vorbereitungsphase alle Studien an Akademien für Gesundheitsberufe als neue FH-Bachelorstudiengänge neu positioniert werden. Das Land Niederösterreich hatte hier eine Vorreiterrolle. Im Hochschulwesen wurden im Jahr 2006 die Organe für die neue Pädagogische Hochschule Niederösterreich, die mit 1. Oktober 2007 in Betrieb geht, geschaffen. Noch im Herbst 2006 wurde ein Organisationsplan beim zuständigen bm:bwk eingereicht. Im Universitätswesen hat die Donau-Universität Krems (Universität für Weiterbildung Krems) aufgrund des neu errichteten Campus Krems aus infrastruktureller Sicht eine langfristige Entwicklungsperspektive. Das neue Rektorat hat in enger Abstimmung mit dem Universitätsrat in den vergangenen beiden Jahren die kritische Masse an Wissenschaftern geschaffen. Aufgrund der erstmals abzuschließenden Leistungsvereinbarungen mit dem Bund war eine Überarbeitung der bestehenden Verträge für das Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (UFT) erforderlich. Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. hat diese Verhandlungen mit den Partnern der Universität für Bodenkultur Wien, der Austrian Research Centers GmbH und der Stadt Tulln wiederum maßgeblich begleitet. Ebenfalls war die Gesellschaft im Verfahren bei der Standortauswahl für das I.S.T. Austria (Institute of Science and Technology Austria) am Standort Klosterneuburg/Maria Gugging im Rahmen des fachlichen Hearings für den Wissenschaftsstandort beteiligt. Mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) wurden Kooperationsverhandlungen zur Stärkung des Lehr- und Forschungsgutes Kremesberg (LFG), aber auch anderer Standorte in NÖ, aufgenommen. Neben den Verhandlungen mit der Austrian Research Centers GmbH konn- 6 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

7 ten weiters im Bereich der außeruniversitären Forschung Gespräche mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien aufgenommen werden. 3 Geschäftsbereich Facility Management Campus Krems Die Betriebsführungsleistungen im Bereich Immobilienmanagement konnten nach Inbetriebnahme der Neubauten am Campus Krems im Herbst 2005 durch den Geschäftsbereich Facility Management im vergangenen Jahr budgetkonform umgesetzt werden. Die per Ende 2004 prognostizierten Kosten der Liegenschaft (inklusive Betriebskosten) wurden für das erste volle Betriebsjahr 2006 der Neubauten einerseits sehr präzise kalkuliert, andererseits wurde durch betriebswirtschaftliche Kompetenz und die realisierte Gebäudekostentransparenz, eine adäquate Betriebsführung zur Nutzerzufriedenheit sowie nach den Grundsätzen der Richtigkeit, Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit erfolgreich wahrgenommen. Im Bereich der infrastrukturellen Dienstleistungen wurde für die Vergabe der Sicherheitsdienste am Campus Krems sowie für die Kunstmeile Krems ein EU-weites Ausschreibungsverfahren nach den Vorschriften des Bundesvergabegesetzes 2006 für den Oberschwellenbereich nach dem Bestbieterverfahren durchgeführt. Ein Projekt zur Verbesserung des Leitsystems am Campus-Areal wurde gestartet sowie wurden Qualitätskriterien zur Instandhaltung der Außenanlagen neu definiert. Generell ist festzuhalten, dass die am Campus Krems umgesetzten Leistungen des planungs- und baubegleitenden FM positive Auswirkungen auf einen ablaufoptimierten und wirtschaftlichen Gebäudebetrieb mit hoher Qualität für die Nutzer haben. Die frühzeitige Einbindung des Facility Management macht sich bezahlt und baut auf die für den Campus Krems erarbeiteten Grundlagen, Verbesserungsund Optimierungsvorschläge, Erfahrungswerte und Betriebsführungskonzepte kontinuierlich auf, welche in weitere Projektierungen und Standorte (Klosterneuburg/Maria Gugging und Tulln) sukzessive unter Nutzung optimaler Synergien einfließen. Die Geschäftsführung Die am Campus Krems umfangreich realisierten Systeme zur technischen Gebäudeausrüstung wurden adäquat eingesetzt, das Know-how und die fachliche Kompetenz des FM-Teams weiter ausgebaut und in Teilbereichen wurden bereits regelungsund steuerungstechnische Optimierungen vorgenommen. Eine Untersuchung über das Energieoptimierungspotential hat ermöglicht, bereits in der Anfangsphase der Inbetriebnahme der Neubauten etwaige Schwachstellen rechtzeitig geordneten Maßnahmen zuführen zu können. Bedingt durch die Vernetzung mit dem Altbau wurden zu dessen Optimierung der Gebäudenutzung Adaptierungen sowie Anpassungen an die technischen Systeme des Neubaues vorgenommen. Daraus resultieren ebenso eine Minimierung des Ressourceneinsatzes sowie Verbesserungen zur Werterhaltung des historischen Altbestandes. Hauptzugang Campus Krems über Campuspromenade mit Neubau und Gebäudebestand NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 7

8 05 DIE TÄ TIGKEITSFELDER GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. verfolgt bei der Förderung der Wissenschaft und der Ausbildung von Menschen in Niederösterreich ausschließlich gemeinnützige Ziele. GESCHÄ FTSBEREICH Fachhochschul- und Universitätswesen Schwerpunkte in diesem Geschäftsbereich sind die Koordination und Lenkung des Fachhochschul- und Universitätswesens und die Ausarbeitung einer Gesamtkonzeption für den tertiären Bildungsbereich in Niederösterreich (NÖ Wissenschaftssystem). Die Umsetzung der Landesentwicklungsstrategie und Koordinierung und Prüfung des Einsatzes von Mitteln des Landes Niederösterreich für bildungspolitische Zwecke sind wesentliche Eckpunkte. Ferner zählen die Vertretung von Angelegenheiten, die das Fachhochschulwesen Niederösterreichs in seiner Gesamtheit betreffen, sowohl im Inland als auch innerhalb der EU, die Abstimmung der Arbeitsfelder und Fachhochschul-Studiengänge der Trägergesellschaften im Fachhochschulwesen in Niederösterreich unter Berücksichtigung des Bundesentwicklungsplans und der Wirtschaftsentwicklung, die Mitarbeit an der Entwicklung der Donau-Universität Krems, insbesondere in Abstimmung mit dem Fachhochschulwesen und das Aufzeigen synergetischer Effekte innerhalb des tertiären Bildungsbereichs zu den Aufgaben der Gesellschaft. GESCHÄ FTSBEREICH Facility Management Campus Krems Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. ist seit 1. Jänner 2001 im Auftrag des Landes Niederösterreich für die Liegenschafts- und Gebäudeverwaltung der Donau-Universität Krems verantwortlich. Sie ist Betreiber des Campus Krems und wickelt das Facility Management (FM) dafür ab. Grundlage dafür sind Gliedstaatsverträge zwischen dem Land Niederösterreich und der Republik Österreich betreffend die Einrichtung und den Betrieb der Donau-Universität Krems. Zu den übernommenen Pflichten des Landes Niederösterreich laut Art. 15a B- VG Vereinbarungen gehören u. a. die Zurverfügungstellung von betriebsbereiten Räumlichkeiten samt funktionszugehörigen Nebenund Außenanlagen. Arbeitsgrundlage dafür ist ein Betriebskonzept mit genauen Definitionen, Standards und Zukunftsmaßnahmen. Facility Management bietet den ganzheitlich strategischen Rahmen für koordinierte Tätigkeiten, um Gebäude mit ihren Systemen und Inhalten über den gesamten Lebenszyklus betrachtet kontinuierlich bereitzustellen und funktionsfähig zu halten. Konzeptionell werden dabei technische, infrastrukturelle und kaufmännische Bereiche behandelt. Sitz der Gesellschaft 8 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

9 06 HOCHSCHULWESEN GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Pädagogische Hochschule Niederösterreich Auf der Grundlage des Hochschulgesetzes 2005 (BGBl. I Nr. 30/2006) hat sich am 8. Mai der Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich konstituiert. In dieser Sitzung wurden die Ausschreibungen für das Gründungsrektorat verabschiedet. Es sind zahlreiche Bewerbungen eingegangen und es wurde ein dreistufiges Auswahlverfahren unter Beiziehung eines externen Beratungsinstitutes durchgeführt. Im Herbst erfolgte durch Frau Bundesministerin Elisabeth Gehrer die Bestellung des Gründungsrektorates: Rektor Univ.-Doz. DDr. Erwin Rauscher, Vizerektorin für Fort- und Weiterbildung sowie Bildungsforschung samt internationaler Kooperationen Prof. Dr. Petra Gössinger, Vizerektor für Erstausbildungen sowie Kooperationen im tertiären Bildungsbereich Prof. Dr. Kurt Allabauer. Die Hauptaufgabe des Gründungsrektorates bestand im Herbst 2006 darin, einen neuen Organisationsplan für die Pädagogische Hochschule Niederösterreich zu erstellen. Die dabei neu angedachte Organisation stellt nicht die Institution der jeweiligen Schulformen in den Vordergrund, sondern Departments mit bildungsrelevanten Modulen, in welchen die LehrerInnen- Bildung je nach Art und Zweck geeignet abgebildet werden kann. In der neuen Organisationsform der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich werden ab 1. Oktober 2007 die bestehende Pädagogische Akademie des Bundes mit Standort Baden und das Pädagogische Institut mit den Standorten Baden und Hollabrunn in eine gemeinsame Organisation übergeführt. Mittelfristig ist angedacht, am Standort Baden einen eigenen Campus Baden, wo tertiäre Bildungseinrichtungen konzentriert sind, einzurichten. Gründungsrektorat Übungsklasse NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 9

10 Fachhochschulwesen Im niederösterreichischen Fachhochschulsektor wurde im Jahr 2006 die Umwandlung bestehender Diplomstudiengänge in Bachelorstudiengänge sowie konsekutive Masterstudiengänge erfolgreich weiter verfolgt. Der FH-Studiengang Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie an der IMC Fachhochschule Krems GmbH und der FH-Studiengang Biotechnische Besichtigung des FH-Studienganges in Tulln Verfahren an der Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik Gesellschaft m.b.h. / Standort Tulln werden gegenwärtig noch als Diplomstudiengänge geführt und nächstes Jahr umgestellt. Weiters wurden in Niederösterreich zusätzliche FH-Studienangebote geschaffen. So wurden für die Fachhochschule St. Pölten GmbH die beiden FH-Bachelorstudiengänge Media- und Kommunikationsberatung und Information Security erfolgreich akkreditiert. Im Frühjahr wurde das FH-Studiengesetz geändert (BGBl. I 43/2006). Der Fachhochschulrat (FHR) hat basierend auf dieser FHStG-Novelle für den Abschluss von Studien neue akademische Grade eingeführt (Bachelor: B.A. bzw. BA oder B.Sc. bzw. BSc und Master: M.A. bzw. MA oder M.Sc. bzw. MSc oder Dipl.-Ing. bzw. DI). Der Zusatz (FH) ist nicht mehr verpflichtend. Bildung und Sport In Österreich mangelt es derzeit noch an Möglichkeiten für leistungsorientierte SportlerInnen, die Sportausübung mit einer sekundären und/oder tertiären Berufsausbildung zu kombinieren. Eine bei der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. eingerichtete Experten-Arbeitsgruppe hat Vorschläge entwickelt, unter Nutzung der bestehenden Strukturen derartige Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Im FH-Bereich wird ein berufsbegleitendes Bachelorstudium für leistungsorientierte SportlerInnen empfohlen. Besonders wichtig ist die intensive Betreuung der betroffenen StudentInnen. Darüber hinaus wurde in der Arbeitsgruppe thematisiert, dass Niederösterreich über kein Universitäts-Sportinstitut gemäß Universitätsgesetz 2002 verfügt. In Österreich bestehen derzeit sieben derartige Einrichtungen. Die Expertenarbeitsgruppe hat die Einrichtung eines eigenen NÖ Universitäts-Sportinstitutes ebenfalls empfohlen. 10 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

11 Bildungspolitische Ziele und Ergebnisse Zur Umsetzung der bildungspolitischen Zielsetzungen Erhöhung der Durchlässigkeit des Bildungssystems und Erhöhung des Frauenanteiles in technischen FH- Studiengängen hat die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. ein spezifisches Förderprogramm für den Zeitraum 2003 bis 2006 mit einem Rahmen von bis zu ,- EUR entwickelt. Das Programm wurde von den Fachhochschulen gut angenommen in allen förderbaren Bereichen wurde eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt. Der Anteil der StudienanfängerInnen ohne Matura an den gesamten StudienanfängerInnen ist zwischen 2001/02 und 2006/07 von 4,2 auf 5,7 % gestiegen. Der Frauenanteil an den StudienanfängerInnen in technischen Studiengängen lag im Studienjahr 2001/02 bei 16 %. Im Studienjahr 2006/07 lag dieser Anteil mit 34,3 % bereits ein Drittel höher. Die Zahl der StudienanfängerInnen in technischen FH-Studienrichtungen hat sich im Zeitraum 2001/02 bis 2006/07 mehr als verdreifacht und liegt gegenwärtig bei 166 Studierenden. Die Fachhochschul-Studiengänge in Niederösterreich haben sich zu einem überregional attraktiven Angebot entwickelt. Die NÖ Fachhochschulen bieten einerseits jungen NiederösterreicherInnen die Möglichkeit, in ihrem Heimatbundesland zu studieren, andererseits weisen sie aber durchaus auch Attraktivität für Studierende aus anderen Bundesländern auf. Nur 55 % der im Jahr 2006 an NÖ Fachhochschulen Studierenden sind NiederösterreicherInnen, während 36 % der Studierenden aus anderen Bundesländern kommen (9 % sind Studierende aus dem Ausland). ABB. 1: StudienanfängerInnen technischer Fachrichtungen an Fachhochschulen in NÖ nach Geschlecht und Studienjahr ( ) Studieren in Niederösterreich ist mittlerweile auch für Wiener interessant immerhin 14 % der in Niederösterreich Studierenden kommen aus der Bundeshauptstadt (vgl. Abbildung auf Seite 21). Die Abbildungen 2 und 3 zeigen die Herkunft der an niederösterreichischen Fachhochschulen Studierenden österreichweit nach Bezirken, differenziert nach der Vollzeit- und der berufsbegleitenden Form. Es wird deutlich, dass ein berufsbegleitendes Studium nahezu ausschließlich als regionales Angebot zu betrachten ist. Während bei der Vollzeitform naturgemäß ebenfalls die niederösterreichischen Bezirke die höchsten Studierendenzahlen aufweisen, zeigt sich doch deutlich die Attraktivität des Studienangebotes für Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet. ABB. 2: Herkunft der Studierenden an Fachhochschulen in Niederösterreich nach Bezirken (Vollzeitform) ABB. 3: Herkunft der Studierenden an Fachhochschulen in Niederösterreich nach Bezirken (berufsbegleitende Form) NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 11

12 Nicht ärztliche Gesundheitsberufe Niederösterreich zählt mit der Steiermark und Salzburg zu den ersten drei Bundesländern, in denen die Ausbildung im bisherigen Bereich der gehobenen medizinischtechnischen Dienste (MTD) und der Hebammen an den Fachhochschulen eingerichtet wurde. Im Rahmen eines Bachelorstudiums wird nach sechs Semestern der akademische Grad Bachelor of Science in Health Studies (B.Sc. bzw. BSc) mit Berufsberechtigung verliehen. Um den Studierenden, die ihr erstes Studienjahr an einer Akademie für medizinisch-technische Dienste bzw. für Hebammen begonnen haben, die Möglichkeit zu bieten, ihre Ausbildung auf akademischem Niveau zu beenden, wurde von den Fachhochschulen in St. Pölten und Wiener Neustadt die Möglichkeit eines Upgradings geschaffen. Somit gibt es in Niederösterreich bereits im Studienjahr 2007/08 die ersten FH- AbsolventInnen für MTD- und Hebammenberufe. Im Zuge der Erlassung der Ausbildungsverordnung für die Hebammenausbildung (BGBl. II Nr. 1/2006) sowie für die Ausbildung in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten (BGBl. II Nr. 2/2006) wurde das Spektrum an Kompetenzen der betreffenden Berufsgruppen definiert. Somit wurde seitens des Gesetzgebers gewährleistet, dass Studierende sowohl fachlich-wissenschaftliche Kenntnisse auf akademischem Niveau als auch praktische Fertigkeiten erlangen. Gegenwärtig decken das Angebot im gesundheitswissenschaftlichen Bereich an niederösterreichischen Fachhochschulen die Sparten Biomedizinische Analytik, Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Radiologietechnologie sowie die Ausbildung für Hebammen ab. Vom rechtlichen Gesichtspunkt handelt es sich bei der organisatorischen Führung der Akademielehrgänge durch die Fachhochschulen um einen Betriebsübergang im Sinne des Europäischen Rechts. Dieser Sachverhalt wurde in einer gutachtlichen Stellungnahme von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal insbesondere für NÖ Trägerorganisationen analysiert. Die ArbeitnehmerInnen können wählen, ob sie in dem bis zum Die AbsolventInnen der FH-Bachelorstudiengänge verfügen unter anderem über Kompetenzen in den folgenden Bereichen: Biomedizinische Analytik: klinisch-chemische, hämatologische, histologische, zytologische, mikrobiologische, parasitologische, mykologische, serologische und nuklearmedizinische Untersuchungen etc Diätologie: eigenverantwortliche Auswahl, Zusammenstellung und Berechnung sowie die Anleitung und Überwachung der Zubereitung besonderer Kostformen etc Ergotherapie: Beratungs- und Schulungstätigkeit auf dem Gebiet der Ergonomie sowie des allgemeinen Gelenkschutzes, Behandlung von Kranken und Behinderten durch handwerkliche und gestalterische Tätigkeiten etc Logopädie: eigenverantwortliche logopädische Befunderhebung, Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörstörungen, audiometrische Untersuchungen etc Physiotherapie: Bewegungs- und Atemtherapie, manuelle Therapie der Gelenke, alle Arten von Heilmassagen, Lymphdrainagen, Reflexzonen-, Ultraschalltherapie etc Radiologietechnologie: Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Ultraschalluntersuchungen, Kernspinresonanztomographie etc Hebammen: Betreuung, Beratung und Pflege der Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen, Beistandsleistung bei der Geburt, Mitwirkung bei der Mutterschaftsund Säuglingsfürsorge etc NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

13 Zeitpunkt der Überführung der Akademien an die NÖ Fachhochschulen bestehenden Dienstverhältnis mit dem bisherigen Träger (Land Niederösterreich) verbleiben wollen, oder ob sie sich für die Inanspruchnahme der Rechte, die den ArbeitnehmerInnen aufgrund der EU-Richtlinie 2001/23/EG erwachsen, entscheiden. Haben sich DienstnehmerInnen für einen Wechsel des Arbeitgebers entschieden, kann zur Aufrechterhaltung des Studienbetriebs an den sich im Auslaufen befindlichen MTD- und Hebammenakademien ein Überlassungsübereinkommen geschlossen werden. Befanden sich zu dem Zeitpunkt, als die MTD- und Hebammenausbildung an den Akademien stattfand, noch durchschnittlich 135 Personen in jeweils einem Jahrgang der unterschiedlichen Ausbildungssparten für die nicht ärztlichen Gesundheitsberufe, so konnte durch die Etablierung der Ausbildung an den niederösterreichischen Fachhochschulen eine Erhöhung der Studienplätze erzielt werden. Mit Beginn dieses Studienjahres stehen den StudienanfängerInnen 165 Studienplätze an den niederösterreichischen Fachhochschulen zur Verfügung. Das bedeutet, dass sich im Vollausbau (ab 2008/09) rund 500 Studierende in akademischer Ausbildung für nicht ärztliche Gesundheitsberufe befinden. Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. war von Ausbildung in der Diätologie Beginn an maßgeblich an den Vorbereitungen und der Durchführung der Umstellung beteiligt. Als Grundlage für die Integration der Ausbildung im MTD- und Hebammenbereich an den niederösterreichischen Fachhochschulen gilt ein Regelwerk aus mehreren Verträgen, die einerseits zwischen dem NÖ Gesundheitsund Sozialfonds (NÖGUS) und der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h und andererseits zwischen den jeweiligen Fachhochschulen in Krems, St. Pölten und Wr. Neustadt und der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. abgeschlossen wurden. Aufgrund der Diversifizierung des Bildungsangebots war es erforderlich, in die fachspezifische Ausstattung zu investieren. Hebammenausbildung NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 13

14 Die Netzwerkstatt Bildungs- und Qualifikationsbedarf NÖ Das im Jahr 2003 begonnene Projekt Netzwerkstatt Bildungs- und Qualifikationsbedarf NÖ der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. befand sich im Jahr 2006 dem vierten Jahr seines erfolgreichen Bestehens in einer Übergangsphase. Im Jahr 2007 wird es erstmals in einer neuen Organisationsform durchgeführt. Thema der Netzwerkstatt ist die Antizipation des zukünftigen Bedarfes an Bildung und Qualifikation. Das Projekt befasst sich allerdings nicht mit der Antizipation von Qualifikationen auf der Ebene einzelner Fachrichtungen und Berufe. Die Netzwerkstatt antizipiert sozioökonomische Trends (Horizont mindestens fünf bis zehn Jahre), die sich auf den Bildungsbedarf auswirken. Dabei wird dies nicht auf die herkömmliche Weise mit Prognoserechnungen oder Unternehmensbefragungen erzielt, es wird vielmehr ein neuer Weg der Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Beschäftigung beschritten. Bisher kam eine Gruppe aus Entscheidungsträgern von Leitbetrieben zweimal pro Jahr zu so genannten Antizipationsworkshops zusammen. Anhand bestimmter Themen wurden zukünftige Erwartungen an das Bildungssystem diskutiert. Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. organisiert und moderiert diese Workshops und wird dabei vom Institut für Höhere Studien (IHS) wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Antizipationsworkshops werden aufbereitet vom IHS mit den niederösterreichischen Bildungsanbietern in so genannten Bildungsträgerworkshops im Hinblick auf die zukunftsorientierte Weiterentwicklung ihrer Angebote analysiert. In den Jahren 2003 bis 2005 wurden dabei Themen wie Schlüsselqualifikationen, EU-Osterweiterung, Lifelong Learning sowie Innovation, Forschung und Entwicklung behandelt. Ergebnis des Prozesses war bisher eine Bildungspolitische Reflexion zum jeweiligen Thema. Nachdem die Netzwerkstatt mit diesem Modus drei Jahre lang gute Ergebnisse erzielt hatte, war nach einer intensiven Reflexion im Jahr 2005 ein Relaunch des Projektes zweckmäßig. Zwei Anstöße gaben dazu den Anlass: Zahlreiche PartnerInnen haben den Wunsch nach einer direkten Begegnung von Bildung und Wirtschaft im Rahmen von gemeinsamen Workshops geäußert. Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit haben eine Reihe sehr konkreter Umsetzungsvorschläge gebracht. Die Netzwerkstatt wird daher künftig nur noch ein Thema pro Jahr behandeln. Dazu wird ein Antizipationsworkshop mit den BildungsnachfragerInnen, ein Bildungsträgerworkshop (beide im ersten Halbjahr) und im zweiten Halbjahr eine größere Veranstaltung, in der beide Zielgruppen vertreten sind, stattfinden. Der gemeinsame Workshop im zweiten Halbjahr wird sich der konkreten Umsetzung der erarbeiteten Vorschläge widmen. Umsetzungsworkshop 14 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

15 Ablauf Netzwerkstatt NEU Am 4. Mai 2006 fand im ansprechenden Rahmen der Dominikanerkirche in Krems der 1. Umsetzungsworkshop der Netzwerkstatt Bildungs- und Qualifikationsbedarf NÖ zum Thema Forschung, Entwicklung und Innovation statt. 37 TeilnehmerInnen haben im Kontext eines Open Space -Workshops die im vorangegangenen Jahr zu diesem Thema erarbeiteten Vorschläge vertieft und weiterentwickelt. Es ging vor allem darum, das vielfältige Forschungsangebot der niederösterreichischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen für die KMU im Land sichtbar und nutzbar zu machen. Als konkretes Umsetzungsergebnis dieser Veranstaltung erarbeitet die Universität für Weiterbildung Krems in Partnerschaft mit der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. einen Forschungsatlas für Niederösterreich, der das vielfältige Forschungs- und Dienstleistungsangebot kartographisch und in Form einer Datenbank für die Unternehmen transparent und vergleichbar darstellen wird. Am 25. Oktober 2006 folgte der 2. Umsetzungsworkshop im Haus der Regionen in Krems, der dem Thema Fachqualifikationen gewidmet war. 40 TeilnehmerInnen diskutierten die Möglichkeiten einer intensiveren Vernetzung von Bildung und Wirtschaft mit dem Ziel einer besseren Abstimmung von Angebot und Nachfrage im Bereich der Fachqualifikationen. Als Ergebnis der überaus produktiven Veranstaltung wurden in kleinen Arbeitsgruppen sieben sehr unterschiedliche umsetzungsreife Projekte entwickelt. Dazu zählen beispielsweise ein Vorhaben zur Qualitätssteigerung der Berufspraktika von FH und HTL, ein Projekt zur Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft im Bereich der Biowerkstoffe, eine Sommer-Uni für Kinder mit dem Motto Lust auf Technik sowie Vorschläge zur Verankerung der Vermittlung von unternehmerischen Skills auf allen Ebenen des Bildungssystems. Die Umsetzung der Projekte wird von den Beteiligten getragen. Umsetzungsworkshop NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 15

16 07 UNIVERSITÄ TSWESEN GESCHÄ FTSBERICHT 2006 Universität für Weiterbildung Krems Die Donau-Universität Krems ist in ihrer Struktur einzigartig in Europa eine öffentliche Weiterbildungsuniversität mit privatwirtschaftlicher Organisation und Finanzierung. Dabei pflegt sie Partnerschaften mit Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen im In- und Ausland. Sie stellt sich dem internationalen Wettbewerb. In diesem Jahr wurde die Implementierung der neuen Organisation gemäß DUK-Gesetz 2004 fortgesetzt und eine kritische Masse durch vorerst 12 Departments geschaffen. Diese Departments sind inhaltlich als Bindeglieder zwischen den ursprünglichen Abteilungen der Donau-Universität Krems orientiert. Sie bilden die künftige Basis der Lehr- und Forschungsaktivitäten an der Donau-Universität Krems. schließen mit international vergleichbaren Mastergraden wie z. B. Master of Business Administration (MBA), Master of Science (MSc), Master of Arts (MA), Master of Laws (LL.M.), Master of European Studies (M.E.S.) etc. ab. Mehr als Studierende aus 40 Ländern sind inskribiert. Das wissenschaftliche Personal einschließlich der Professoren ist bestellt. Im Jahr 2006 hat die Donau- Universität Krems wie andere Universitäten die 1. Leistungsvereinbarung mit dem Bund für die Jahre abgeschlossen. Entsprechend der Entwicklung in den vergangenen Jahren wurde auch die Zahl der Universitätslehrgänge kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2006 wurden bereits mehr als 130 Universitätslehrgänge angeboten; alle Auf Vorschlag der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. haben im Frühjahr zwei Veranstaltungen mit hochrangigen Vertretern der Wiener Universitätslandschaft und aus den außeruniversitären Wissenschaftsbereichen stattgefunden. Im Rahmen der Campus Krems Besichtigungen fand jeweils auch ein Meinungsaustausch mit dem Rektor der Donau-Universität Krems, Herrn Univ.-Prof. Dr. Helmut Kramer, statt. Campus Krems Besichtigung 16 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

17 Universitäts- und Forschungszentrum Tulln Im Geschäftsbericht 2005 war bereits ein umfassender Bericht über den Ausbau des Interuniversitären Departments für Agrarbiotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien (IFA-Tulln) durch die Errichtung eines Universitäts- und Forschungszentrums Tulln (UFT) enthalten. Die Vertragspartner Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Austrian Research Centers GmbH (ARC), Stadtgemeinde Tulln und Land Niederösterreich haben alle Verträge Ende 2005 gemeinsam beschlossen. Auf dieser Grundlage erfolgte eine Ausschreibung für Labor- und Generalplaner, weiters konnten im Jahr 2006 alle sonstigen Baumanagement-Dienstleistungen ausgeschrieben und vergeben werden. Dennoch war das bereits verabschiedete Projekt UFT aus zweierlei Sicht zu optimieren: Die BOKU konnte im Herbst 2006 die im Universitätsgesetz 2002 vorgesehene Leistungsvereinbarung für die Jahre 2007 bis 2009 mit dem Bund erfolgreich verhandeln. Das Gesamtergebnis dieser Verhandlungen machte aber eine Überarbeitung aller zusätzlichen Projekte der BOKU erforderlich. Zwischen dem Planungsgebiet des UFT und dem Areal des bestehenden IFA-Tulln lag noch ein ca. 1,9 ha großes Grundstück. Die Nutzer BOKU und ARC verlangten, dass das UFT-Wettbewerbsprojekt direkt an das IFA-Tulln herangerückt werde. Die Stadt Tulln erklärte sich bereit, dieses Grundstück zu erwerben und in das Projekt einzubringen. Über den Winter 2006 wurde daher ein Stufenplan erarbeitet, der eine schrittweise Realisierung des UFT ermöglicht. Das Projekt soll spätestens bis 2010 in Betrieb gehen und die 250 geplanten zusätzlichen Forscher am Standort Tulln werden in den nächsten 10 Jahren bis zu 400 neue zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Bis zur Inbetriebnahme des UFT hat das Land NÖ eine Stiftungsprofessur mit dem Thema Bio-Analytik/Organische Spurenanalytik zur Verfügung gestellt. Der IFA-Beirat begleitet die strategische Ausrichtung des IFA-Tulln und empfiehlt die Entwicklungen am UFT für die BOKU. Mitglieder des IFA-Beirates sind BOKU: Rektor o.univ.-prof. DDr. Hubert Dürrstein (Vorsitzender), Mag. Rudolf Pollak; Land NÖ: Dr. Christian Mann (Vorsitzender-Stellvertreter); TU Wien: o.univ.-prof. DDr. Siegfried Selberherr, Dekan o.univ.-prof. Dr. Johannes Fröhlich; VUW: Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Peter Swetly, Ao.Univ.-Prof. Dr. Erich Möstl; IFA- Tulln: o.univ.-prof. Dr. Mathias Müller und Mag. Christoph Gruber. AUSTRIAN RESEARCH CENTERS Mitglieder IFA-Beirat UFT-Wettbewerbsprojekt NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 17

18 Institute of Science and Technology Austria Aktuelle Entwicklungen in der europäischen Forschungspolitik und die Erhöhung der österr. Forschungsausgaben ergaben eine einzigartige Gelegenheit für die Errichtung eines neuen, führenden österreichischen Institutes für Grundlagenforschung. Die Standortentscheidung wurde von drei externen Experten Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), McKinsey & Company Incorporation Berlin und Österr. Institut für Raumplanung (ÖIR) begleitet. In der Endauswahl waren die Länder Wien, OÖ, Steiermark und NÖ. Am 5. Jänner 2006 fanden in Kosterneuburg/Maria Gugging ein Hearing sowie eine Besichtigung vor Ort statt. Dem Hearing ging eine Standortbewertung voraus, wo zahlreiche Eckdaten betreffend Standort und räumliche Lage, aber vor allem zum wissenschaftsbezogenen Standortprofil und Finanzierungsangebot abgefragt wurden. Die Entscheidung fiel auf NÖ. Das Areal in Klosterneuburg/Maria Gugging Gebäude für I.S.T. Austria umfasst ca. 18 ha Grundfläche mit bis zu 28 Gebäuden, zahlreichen Wohnanlagen, Freizeitanlagen samt Betriebskindergarten. In der Folge wurde ein eigenes Bundesgesetz über das Institute of Science and Technology Austria (BGBl. I Nr. 69/2006) geschaffen sowie eine eigene Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und dem Land NÖ über die Errichtung und den Betrieb des I.S.T. Austria (BGBl. I Nr.107/2006) abgeschlossen. Das Institut ist eine postgraduale Wissenschaftseinrichtung mit eigener Prägung. Das Forschungsprogramm soll ausschließlich durch herausragende individuelle Leistungen und wissenschaftliche Neugier bestimmt sein. Die Forschungsgebiete werden auf der Grundlage der persönlichen wissenschaftlichen Leistungen der Wissenschafter ausgewählt und die Personalpolitik erfolgt nach Maßgabe von Exzellenz, Qualität und Leistung. Im Bereich der Lehre werden hochwertige Postgraduierten- Ausbildungen in Form von PhD- und post doc-programmen angeboten. Am Beginn stehen öffentliche und wissenschaftliche Veranstaltungen und Vorträge ( lecture hall ) in Klosterneuburg, bevor die Forschungsteams ihre Arbeit aufnehmen. Lageplan I.S.T. Austria Seitens des Landes NÖ werden in den nächsten 10 Jahren 145 Mio. EUR für dieses Projekt aufgebracht. Die Gesamtsumme der Aufwendungen seitens des Bundes und des Landes liegt bei 571 Mio. EUR. European Institute of Technology Ergänzend zu diesen Entwicklungen soll bis zum Jahr 2015 ein European Institute of Technology (EIT) mit bis zu Studierenden, bis Wissenschaftern und 1,5 bis 2 Mrd. EUR Jahresbudget geschaffen sein. Neben zwei anderen Ländern hat sich auch die Republik Österreich als Standort um dieses europäische Technologieinstitut beworben (Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission vom Oktober 2006 COM 2006/0604). 18 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

19 08 PRIVATUNIVERSITÄ TEN GESCHÄ FTSBERICHT 2006 In Österreich sind derzeit zehn Institutionen als Privatuniversitäten akkreditiert. Um in Österreich eine Privatuniversität deren Studiengänge zu einem international anerkannten akademischen Grad führen zu betreiben, ist eine staatliche Anerkennung erforderlich. Die Dauer der ersten beiden Akkreditierungsphasen ist mit jeweils fünf Jahren befristet und von Evaluierungen abhängig. Durchschnittlich werden mehr als die Hälfte der beim Akkreditierungsrat eingereichten Anträge aus Qualitätsgründen ausgeschieden. Mit den Privatuniversitäten verfügt Österreich auch über ein internationales Evaluationsverfahren, das eine hochwertige Ausbildung in jenen Bereichen, die nicht durch öffentliche Gelder abgedeckt werden können, gewährleistet. Als anerkannte akademische Grade gelten die im jeweiligen Akkreditierungsbescheid ausdrücklich genannten (Bachelor of Arts, Master of Design etc.). Die NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. betreut Einreichungen aus/bzw. für Niederösterreich über die Akkreditierung hinaus (zum Beispiel im Rahmen einer Beiratsfunktion). In Niederösterreich ist derzeit eine Privatuniversität akkreditiert, die New Design University (NDU) mit Sitz in St. Pölten (siehe Seite 20). Sie hat ihre Studienprogramme im Jahr 2004 aufgenommen. Es besteht aber bereits seit Jahren eine enge Kooperation zur Kingston University (UK), die bis 2004 auch Rechtsträger war. PRIVATUNIVERSITÄT ORT AKKREDITIERT/ ANZAHL RE-AKKRED. STUDIERENDE SEIT 2005/06 Anton Bruckner Privatuniversität Linz Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz Linz 2000/ Konservatorium Wien Privatuniversität Wien New Design University (NDU) St. Pölten Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg PEF Privatuniversität für Management Wien Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) Hall 2001/ Sigmund Freud Privatuniversität Wien Wien TCM Privatuniversität LI SHI ZHEN Wien Webster University Vienna Wien 2001/ Gesamt NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h. 19

20 New Design University Nach Akkreditierung als Privatuniversität für Kreativwirtschaft (New Design University NDU) im Dezember 2004 konnte sich diese Einrichtung weiter aufbauen. Die angebotenen Bachelorstudien sind mittlerweile im dritten Jahrgang und haben eine gute Auslastung. Ebenfalls neu begonnen hat der erste Universitätslehrgang Master of Design in Innovations- & Gestaltungsprozesse. Eine wesentliche Rolle beim Aufbau der Designstudien hat einerseits das bestehende zweijährige Kolleg für Design, aber andererseits auch der neu geschaffene Foundation Course der mit bis zu 60 Teilnehmern die künftigen Studierenden bestmöglich auf designrelevante Anforderungen vorbereitet (ebenfalls für Nicht- Maturanten) gespielt. Im abgelaufenen Jahr 2006 wurde die Führung des Dekanates vom langjährigen Wegbereiter Mag. Barry Hewson der die Kooperation mit der Kingston University (UK) vorbereitet hatte an Univ.-Doz. Dr. Thomas Gronegger übergeben. Im Jahr 2006 stand vor allem die Ausarbeitung eines Entwicklungskonzeptes im Mittelpunkt. Auf der Grundlage von Bedarfs- und Akzeptanzstudien sowie zielgruppenspezifischen Analysen wurde zusätzlich zu den zweimal im Jahr stattfindenden Beiratssitzungen am 18. August 2006 eine umfassende Erweiterungsklausur durchgeführt. Im Mittelpunkt des neuen Entwicklungskonzeptes stehen die Qualität der Studienbzw. Lehrgangsarchitektur sowie die Weiterentwicklung der gelebten Internationalität in Form von Kooperationen. Ein wesentliches Merkmal der New Design University ist es, von Beginn an mit zahlreichen Projekten (zum Beispiel Trendforschung zum Thema Individuelles Klavierdesign siehe Foto) und Kooperationspartnern Fund Raising zu betreiben. Beim im Frühjahr 2006 erstmals stattgefundenen New Design Festival in Wien wurden die Ergebnisse dieser Projekte präsentiert. Bösendorfer Piano Design Competition 20 NÖ Bildungsgesellschaft m.b.h.

I N F O R M A T I O N

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