Präsentation beim 13. Kommunalen IuK-Forum Niedersachsen, Stuhr, Landkreis Heidekreis -IT-Notfallmanagement

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1 Brand, Salpetersäure, Stromausfall und Co. - Anforderungen an ein IT-Notfallmanagement in der öffentlichen Verwaltung am Beispiel des Landkreises Heidekreis Präsentation beim 13. Kommunalen IuK-Forum Niedersachsen, Stuhr,

2 Inhaltsverzeichnis 1. Was bisher geschah! 1. Brand 2. Säure 3. Ausfall Klimaanlage im RZ 2. Antizipierte Gefahren / Akute Bedrohungen 1. Stromausfall 2. Wasser 3. WAN/Netzwerk 4....und wie sieht s im Land Niedersachsen aus: Flut, Bombenentschärfungen, etc. 3. Besondere Anforderungen an die öffentliche Verwaltung im Landkreis Heidekreis 1. Öffentliche Auftrag 2. Kunden 4. IT-Notfallmanagement: Implementierung gemäß Lebenszyklus 1. Definition und Abgrenzung 2. Rahmenbedingungen schaffen 3. Anforderungen an die IT ermitteln 4. Nächste Schritte und Ausblick 2

3 1. Was bisher geschah! 3

4 Brand Brandstiftung in Poststelle und Kantine( ) 4

5 Brand Schwelbrand Dank Zigarette ( ) 5

6 Säure Chemie-Unfall bei Kraft Foods in Bad Fallingbostel ( ) 6

7 Ausfall Klimaanlage im RZ Defekter Wärmetauscher ( ) 7

8 2. Antizipierte Gefahren / Akute Bedrohungen 8

9 Stromausfall Stromverteiler Kabeltrassen KEIN Notstromaggregat Klimaanlagen RZ / Räume 9

10 Wasser Lage RZ Flutgefahr (direkt - indirekt) Frischwasserzufuhr/Abwasserleitungen 10

11 WAN/LAN Anbindungen an Netze Anbindung ans Internet Trassenführungen Ausweich-RZ Inhouse Aktuelle Netzwerksituation 11

12 .. Umgeschaut in Niedersachen Es passieren Dinge...: Bombenräumungen 12

13 .. Umgeschaut in Niedersachen Es passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet: Stromausfälle 13

14 .. Umgeschaut in Niedersachen Es passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet: Flutkatastrophe

15 .. Umgeschaut in Niedersachen Es passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet: Folgen der Flut 15

16 3. Besondere Anforderungen an die öffentliche Verwaltung im Landkreis Heidekreis 16

17 Öffentliche Auftrag Vertrauen der Bürger in das Funktionieren des Staates Schutz von Leib und Leben Sozialer Dienst (z.b. gesetzlicher Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung/ Haftungsfragen) Zahlungen an Interessen-/Bedarfsgruppen Katastrophenschutz 17

18 Kunden Interne Kunden (42 Fachgruppen, sehr heterogene Anwendungslandschaft ) Externe AKTUELL: 9 Landkreise und ca. 100 Kommunen ZUKUNFT: Alternative Nutzung des Ausweich-RZ? 18

19 Rechtliche Aspekte Verantwortung/Haftung des IT-Leiters und des Landrates Niedersächsische Datenschutzgesetz ( 7 Abs. 2 Nr. 8 - Verfügbarkeitskontrolle) SLAs mit Kunden Bei Überprüfungen wird sich an Normen und Standards orientiert: BSI 100-4, IT-Grundschutz, ISO 22301, ISO

20 4. IT-Notfallmanagement: Implementierung gemäß Lebenszyklus 20

21 Was ist ITSCM? Definition 1 : IT-Notfallmanagement (IT-Service Continuity Management ITSCM) gewährleistet die Fähigkeit eines Unternehmens, nach einer Unterbrechung des Geschäftsbetriebes einen vorher festgelegten und vereinbarten IT Service Level wieder zur Verfügung zu stellen und die minimalen geschäftlichen Erfordernisse zu unterstützen. Ziel des ITSCM ist es sicherzustellen, dass die für die Durchführung der kritischen Geschäftsprozesse erforderlichen IT-Services auch in einem IT- Notfall verfügbar sind. 1 Quelle: ITIL v2, Service Delivery Book 21

22 Was ist BCM? Definition 1 : Notfallmanagement (Business Continuity Management BCM) ist ein ganzheitlicher Managementprozess, mit dessen Hilfe potenzielle Auswirkungen erkannt werden können, die eine Bedrohung für eine Organisation darstellen. Es schafft eine Grundstruktur für mehr Stabilität und die Fähigkeit zu einer wirksameren Reaktion zum Schutz der Interessen der wichtigsten Anteilseigner, des Ansehens, des Markennamens und der wertschöpfenden Tätigkeiten. Ziel des BCM ist sicherzustellen, dass wichtige Geschäftsprozesse selbst in kritischen Situationen nicht oder nur temporär unterbrochen werden und die wirtschaftliche Existenz der Institution auch bei einem größeren Schadensereignis gesichert bleibt. 1 Quelle: Business Continuity Institute, UK 22

23 Auszug aus BSI-Standard Notfallmanagement (BSI = Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) 1.2 Zielsetzung Das Notfallmanagementist ein Managementprozess mit dem Ziel, gravierende Risiken für eine Institution, die das Überleben gefährden, frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen dagegen zu etablieren. Um die Funktionsfähigkeit und damit das Überleben eines Unternehmens oder einer Behördezu sichern, sind geeignete Präventivmaßnahmen zu treffen, die zum einen die Robustheit und Ausfallsicherheit der Geschäftsprozesse erhöhen und zum anderen ein schnelles und zielgerichtetes Reagieren in einem Notfall oder einer Krise ermöglichen. Das Notfallmanagement umfasst das geplante und organisierte Vorgehen, um die Widerstandsfähigkeit der (zeit-)kritischen Geschäftsprozesse einer Institution nachhaltig zu steigern, auf Schadensereignisse angemessen reagieren und die Geschäftstätigkeiten so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können. Das Notfallmanagement wird auch als Business ContinuityManagement (BCM) oder betriebliches Kontinuitätsmanagement bezeichnet. 23

24 Abgrenzung von BCM und ITSCM IT-Notfallmanagement (ITSCM) ist Bestandteil des Notfallmanagements (BCM) 24

25 ISO-Normen BCM ISO 22301:2012 Societal security Business continuity management systems Requirements Nachfolger des BS zur Prüfung/Zertifizierung eines BCMS ISO 22313: Societal security Business continuity management systems Guidance Nachfolger des BS als Prozessbeschreibung zu BCM ITSCM ISO 27031:2011 Information technology Security techniques Guidelines for information and communication technology readiness for business continuity ITSCM als Nachfolger des BS ISO 24762: Guidelines for ICT disaster recovery services Disaster Recovery inkl. Hinweisen zu IT-Outsourcing und DR 25

26 Implementierung gemäß Lebenszyklus Die Umsetzung von ITSCM erfolgt beim LKHKdurch eine kontinuierliche, jährliche Durchführung des ITSCM-Lebenszyklusses. Das Projekt befindet sich in seiner zweiten Phase; nach der Ermittlung der Anforderungen an die Verfügbarkeit der IT-Services werden aktuelldie dafür benötigten Anwendungen den IT-Systemen zugeordnet. Da es noch kein BCM beim LKHK gibt, wurde diese Informationserhebung imrahmen des ITSCM-Projektes durchgeführt. ITSCM Lebenszyklus nach ISO

27 Fokussierte Ausfall-Szenarien Pandemie Streik bzw. Demonstration Kritisches Kopfmonopol Mitarbeiter Gebäude / Infrastruktur Wasser Strom Klima Feuer Hardware Software Weitere Dienstleister IT / Netzwerk Auf Grund Strom- /Klimaanlagenausfall Anbindung ans WAN Soft-/Hardwarefehler Feuer-/Wasserschaden 27

28 Programm-Management Im Programm-Management wird der ITSCM-Prozess initiiert und seine Weiterentwicklung organisiert: ITSCM Leitlinie Motivation für ITSCM ITSCM-Prozess definieren ITSCM Dokumentenstruktur festlegen ITSCM Glossar aufbauen Etablierung des ITSCM-Prozesses Umsetzung der in der ITSCM-Policy getroffenen Festlegungen ITSCM Organisation aufbauen Funktionen in der ITSCM Organisation besetzen ITSCM Berichtswesen definieren und etablieren ITSCM Awareness Programm organisieren 28

29 ITSCM- und Notfall-Organisation ITSCM-Organisation IT-Notfallorganisation ITSCM-Prozesseigner strategisch Landrat (in Krise: Krisenstab) des Landkreis Heidekreis ITSC-Manager ITSCM-Koordinatoren taktisch IT-Notfallstab IT-Spezialisten operativ IT-Notfallteams Berichtsweg Berichtsweg 29

30 Struktur der ITSCM Dokumentationen Leitlinie IT-Notfallmanagement ITSCM Prozessbeschreibung IT-Notfallvorsorgekonzept ITSCM-Rollen und Verantwortlichkeiten Prozessabläufe Ausfallszenarien ITSCM Strategie IT-Notfallorganisation Krisenorganisation/- management Alarmierung und Eskalation Szenario-orientierte Notfallhandbücher Ausfall RZ Bad Fallingbostel Ausfall RZ Soltau etc. Auszüge in Pocket Guide Test- und Übungskonzept 30

31 Erstellte Dokumente 31

32 IT-Service Verfügbarkeitsanforderungen ermitteln Level 1 ITSCM-Prozess Level 2 ITSCM-Strategie IT-Service Verfügbarkeitsanforderungen ITSCM- Maßnahmen ITSCM-Tests und -Übungen ITSCM-Pflege und Überprüfung Level 3 FG-Anforderungen an IT-Services ermitteln Anforderungen konsolidieren, analysieren + dokumentieren Ermittlung der kritischen IT Services Ermittlung der aktuellen Verfügbarkeiten Prozessziel Anforderungen an IT-Services aus den FG sind bekannt Anforderungen an die IT-Services, inkl. Abhängigkeiten und Mindestperformancelevel, sind priorisiert Kritischen IT Services sind definiert Aktuelle Verfügbarkeiten (der kritischen IT Services) sind ermittelt 32

33 Wiederanlaufparameter Planung und Vorbereitung Aufnahme Normalbetrieb Normalbetrieb 100% Wiederherstellung IT-Hardware Normalbetrieb Wiederherstellung Fläche Wiederanlauf-Niveau Wiederanlauf RPO 0% RTO Notbetrieb Wiederherstellungszeit 33

34 Ausgangslage: Beispiel IT-Service IT-Service KFZ- Zulassung IT-Anwendung OK- Vorfahrt benötigte IT-Anwendungen SQL- Datenbank DocView Citrix PrivatWire IGV benötigte IT-Systeme SQL-Server 7 MagSRV Domänen- Controller PC-KBA-Zevis TomAKDB DR 550 Citrix- Datenbank Firewall egov3 Lizenzserver Profileserver 34

35 Ausgangslage: IT-Infrastruktur 73 physikalische Server 95 virtuelle Server mehr als 230 (Fach-)anwendungen (IT-Services) 50 TB Festplattenkapazität pro Speichersystem 35

36 IT-Risikoanalyse Ziel Ermittlung von Risiken, die zum Ausfall von IT-Services führen können! Bewertung der Gefährdung der Verfügbarkeit (kann ggf. um die Ermittlung von Bedrohungen der Integrität und Vertraulichkeit der verarbeiteten Daten erweitert werden) Auszug BSI IT-Grundschutz Gefährdungskatalog Blitz, Wasser, Feuer Unzulässige Temperatur oder Luftfeuchtigkeit Beeinträchtigung durch Großveranstaltungen, Sturm Fehlende oder unzureichende Regelungen, Unzureichende Kenntnis über Regelungen Fehlende oder unzureichende Wartung Unerlaubte Ausübung von Rechten Mangelhafte Anpassung an Veränderungen beim IT-Einsatz, etc. 36

37 Schwachstellen: RIA-Bericht 37

38 Nächste Schritte und Ausblick Erstellung der IT-Notfallhandbücher Annahmen, Basisdienste, Wiederanlauf Vorbereitung und Durchführung einer Übung RZ in Bad Fallingbostel Ausweich-RZ in Soltau Bearbeitung Maßnahmenplan Erweiterung Übertragungskapazitäten, Zweiter Hausanschluss Notstromversorgung Berücksichtigung der Hinweise aus NLT-RS 106/2013 zur LÜKEX-Übung 11 Insb. Identifikation von kritischen Infrastrukturen, KRITIS-Unternehmen und Dienstleistern und Organisation einer Zusammenarbeit Teilnahme am UP KRITIS (Newsletter des BSI vom ) Zshg. zu NLT-RS 753/2013 (Einführung ISMS), um u.a. der.. zuverlässigen Unterstützung der Verwaltungsprozesse durch die IT und der Sicherstellung der Kontinuität der Arbeitsabläufe zu dienen Verabschiedung IT-Sicherheitsgesetz 38

39 Fragen? Frank Fischer BCM & ITSCM Consultant Frank Patzlee ITSCM Koordinator FCMS Marienburger Str Berlin Tel.: Mail: Landkreis Heidekreis Vogteistraße Bad Fallingbostel Tel.: Mail: 39

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