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1 - Achtung: Bitte beachten Sie die ergänzten/erweiterten Materialien zur letzten Sitzung vom 7.5. Lernziele und Lernbereiche! - 4. Bereich Sprechen Der mündliche Sprachgebrauch 4.1 Begründung des Lernbereichs Mündlicher Sprachgebrauch Kritik am gelenkten Unterrichtsgespräch ( fragend-entwickelndes Verfahren ) als dominanter Gesprächsform im DU Keine Thematisierung des mündlichen Sprachgebrauchs bis zu den 60er Jahren Neubewertung seit den 70er Jahren: Förderung der Sprachkompetenz aller Schüler, Erweiterung mündlicher Übungsformen, kommunikative Formen des Alltags als Unterrichtsgegenstand Folge: Neuer Lernbereich mit neuer Aufgabenzuweisung: Vorbereitung auf die lebensweltliche Vielfalt des Miteinander-Redens 4.2 Gespräche führen (lernen) Verwendung mündlicher Sprache im realen Leben bedeutet hauptsächlich Führen von Gesprächen Voraussetzung erfolgreichen und wirkungsvollen Führens von Gesprächen: Bewusstmachen der Arten und der Faktoren mündlicher Kommunikation Ergebnis: Entwicklung und Analyse von Kommunikationsmodellen Grundsätzlicher Mangel: verfehlte Vorstellung unmittelbarer Informationsübertragung zwischen zwei Kommunikationspartnern im Verhältnis 1:1 ( technisches Modell) Notwendigkeit, die möglichen unterschiedlichen Wirkungen sprachlicher Äußerungen zu analysieren

2 Die vier Seiten (Aspekte) einer Nachricht ein psychologisches Modell der zwischenmenschlichen Kommunikation (F. Schulz von Thun): Sachinhalt Sender Selbstoffenbarung Nachricht Appell Empfänger Beziehung Unterrichtsbezug: Fähigkeit zur Analyse und zum Verständnis von Kommunikationsstörungen durch die Lehrkraft Einüben von Strategien der Bewältigung von Kommunikationsstörungen und Konflikten durch die Schüler 4.3 Unterrichtsverfahren Konfliktrollenspiel (= sprachdidaktisches Rollenspiel ) Effektive Gesprächsführung einschließlich (möglicher) Konfliktbewältigung als Schlüsselqualifikation Ablauf: Vorgabe eines Konflikts aus dem Erfahrungsbereich der Schüler als Thema für eine fiktive Spielhandlung; Einnehmen von Rollen ; Stegreif-Durchführung ohne Skript ; anschl. Reflexionsphase; evtl. Wiederholung Ziele: Einübung von Empathie; Rollendistanz, Ambiguitätstoleranz; kommunikative Kompetenz 4.4 Grundregeln zwischenmenschlicher Kommunikation: Die Gesprächsregeln Miteinander reden kann nur in Klima des Vertrauens und unter Beachtung zwischenmenschlicher Grundregeln gelingen

3 Kommunikationsmodell von Ruth COHN (Modell der themenzentrierten Interaktion ): Ich = die Persönlichkeit Wir = die Gruppe Es = das Thema Kreis = globe = all das, was im Augenblick das Aktuelle Lernen beeinflusst Es Ich Wir Gelingen von Gesprächen hängt ab von der Beziehung der Kommunikationspartner Folgerung: Entwickeln von Gesprächsregeln, um störende Faktoren auf der Beziehungsebene auszuschalten Hieraus Ableitung von Gesprächsregeln für den Unterricht, z.b.: Rufe nicht dazwischen, sondern melde dich, wenn du etwas sagen möchtest! Lass den anderen aussprechen und höre ihm aufmerksam zu. Setze dich mit der Meinung des anderen auseinander! Nimm Rücksicht auf die Gefühle der anderen! Verletze den anderen nicht mit deinen Worten (z.b. durch Hänseln, Gemeinheiten und Beleidigungen)! Lache niemanden aus, wenn er etwas Verkehrtes sagt oder wenn er stottert, heult...! Frage nach, wenn du etwas nicht verstanden hast! Schau denjenigen an, mit dem du gerade sprichst!

4 4.5 Zusammenfassung: Konsequenzen für den DU 1. Integration unterschiedlicher lebensweltlicher Gesprächsformen 2. Reflexion der Aspekte von und Einflussfaktoren auf mündliche(r) Kommunikation (--> Kommunikationsstörungen) 3. Entwicklung einer Gesprächskultur (--> soziale Lernziele) zu 1) Rede- und Gesprächsformen im Unterricht: dialogische Formen: ungebundener Erzählkreis; themenorientiertes Rundgespräch; freie Aussprache; Diskussion; Streitgespräch; Konflikt- und literarisches Rollenspiel monologische Formen: Erzählen; Vorlesen und Vortragen; Referieren zu 2) Zielsetzungen und Kompetenzen Verbale Kommunikationsfähigkeit, Ausführen alltäglicher Sprechhandlungen (seit 70er J.) Reflexion und damit Möglichkeit zur bewussten Gestaltung von Kommunikationssituationen (seit 80er J.) ABRAHAM (90er J.): Integration der subjektiven Komponente (Leistung der Kommunikationsfähigkeit für den Einzelnen selbst): Gedanken thematisieren Weltwissen aufbauen Weltwissen abrufen Beziehungen thematisieren Eigene Positionen rhetorisch vertreten Eigene Positionen der (Selbst- )Kritik aussetzen Affekte und Einstellungen thematisieren Gefühle artikulieren Gefühle kontrollieren

5 Einführende Literatur: STEINIG, Wolfgang/ Hans-Werner HUNEKE: Sprachdidaktik Deutsch: eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt 2002 (Grundlagen der Germanistik 38), S Praxis Deutsch 144 (1997) ( Reden lernen ) Praxis Deutsch 160 (2000) ( Mündlich und schriftlich argumentieren )

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