Hauptversammlung 8. Mai 2014 Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas AG

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1 Hauptversammlung 8. Mai 2014 Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas AG Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde der adidas AG, ich begrüße Sie auch im Namen meiner Vorstandskollegen sehr herzlich zu unserer ordentlichen Hauptversammlung 2014 in der Stadthalle in Fürth. Außerdem begrüße ich die Damen und Herren, die über unseren Internet-Webcast unsere Hauptversammlung live mitverfolgen. Es freut mich sehr, dass Sie für die Entwicklung des adidas Konzerns so großes Interesse zeigen. Agenda Ich möchte in meinem Lagebericht heute folgende Themen abdecken: Unsere Geschäftsentwicklung im Jahr Unseren Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Eine Betrachtung unserer Route 2015 Strategie. Und letztlich: die jüngsten personellen Veränderungen in unserem Vorstand. Beginnen wir mit der Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr. Bitte beachten Sie, dass alle Wachstumsraten, die ich Ihnen anzeige, immer das währungsneutrale Umsatzwachstum angeben, sofern nicht ausdrücklich anders angekündigt. Sie sind die Wachstumsziffern, die unsere tatsächliche Leistung in den verschiedenen Märkten und Kategorien widerspiegeln. 1

2 Geschäftsentwicklung war ein gutes Jahr für den adidas Konzern. Aber es war kein herausragendes. Einerseits erzielten wir Steigerungen bei Umsatz und Gewinn und eine Rekord-Bruttomarge. Andererseits erreichten wir nicht die ehrgeizigen Ziele, die wir uns selbst gesetzt hatten. Das war und ist für mein Führungsteam und für mich persönlich natürlich nicht zufriedenstellend. Wir hatten Sie im September ausführlich informiert, weshalb wir unsere Ziele korrigieren mussten. Zur Erinnerung, es waren die folgenden drei Gründe: Erstens, Vertriebsengpässe in Russland nach der Inbetriebnahme unseres neuen Logistikzentrums. Zweitens, ein weltweit stagnierender Golfmarkt. Und drittens negative Währungsentwicklungen. Letztlich war dabei der Druck aus der Abwertung wichtiger Währungen gegenüber dem Euro der entscheidende Faktor: Er nahm im Verlauf des Jahres ein so großes Ausmaß an, dass wir ihn mit operativen Maßnahmen nicht mehr ausgleichen konnten. Der russische Rubel, der japanische Yen, der argentinische Peso, der brasilianische Real, die türkische Lira, der australische und der kanadische Dollar, um nur einige Beispiele zu nennen, verloren 2013 gegenüber dem Euro massiv an Wert. Bezogen auf das Gesamtjahr 2013 haben diese Währungseffekte unser Umsatzergebnis um mehr als 750 Millionen Euro geschmälert. Leider dauern die negativen Effekte in diesem Jahr an, sodass ich im Verlauf meiner Rede noch das eine oder andere Mal auf sie zurückkommen muss. Finanzergebnisse 2013 Lassen Sie uns aber nun gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen des Jahres 2013 aus finanzieller Sicht werfen: 2

3 Der Umsatz des adidas Konzerns ist auf währungsbereinigter Basis um 3 Prozent gestiegen. In Euro ist er allerdings um 3 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Bruttomarge hat sich um 1,5 Prozentpunkte auf 49,3 Prozent verbessert. Das ist ein neuer Rekordwert. Die operative Marge ohne Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist um 70 Basispunkte auf 8,7 Prozent gestiegen. Der auf Anteilseigner entfallende Gewinn ohne Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte hat sich um 6 Prozent auf 839 Millionen Euro erhöht. Auch das ist ein neuer Rekord. Die Eigenkapitalquote hat sich um 1,8 Prozentpunkte auf 47,3 Prozent verbessert. Die Netto-Cash-Position betrug zum Ende des Jahres 295 Millionen Euro. Sie sehen also, meine Damen und Herren, der adidas Konzern ist finanziell außerordentlich solide aufgestellt. Wir sind schuldenfrei und profitabel. Dividendenvorschlag: 1,50 pro Aktie Diese gesunde Bilanzstruktur macht es uns möglich, die Dividende weiter zu erhöhen. Für das Jahr 2013 schlagen wir heute der Hauptversammlung eine Dividende von 1 Euro 50 Cent pro Aktie vor. Das sind 11 Prozent mehr als für das Geschäftsjahr 2012, als die Dividende bei 1 Euro 35 Cent lag. Die Ausschüttungsquote erhöht sich damit auf 37,4 Prozent. Sie liegt am oberen Ende unseres Zielkorridors, der bis 40 Prozent reicht. Unser Gewinnverwendungsvorschlag sieht somit vor, dass vom Bilanzgewinn der adidas AG in Höhe von ,71 Euro im Geschäftsjahr ,00 Euro als Dividende ausgezahlt werden und der Restbetrag in Höhe von ,71 Euro auf neue Rechnung vorgetragen wird. Bei der Betrachtung unserer Leistungen im vergangenen Jahr dürfen wir auf keinen Fall die vielen operativen Erfolge vergessen, die wir errungen haben. Sie überwiegen meines Erachtens 3

4 deutlich die negativen Entwicklungen, weil sie alle aus strategisch wichtigen Kategorien und Wachstumsmärkten stammen. Hier sind ein paar Beispiele: 2013 Year of Running Das Jahr 2013 stand für uns unter dem Motto Jahr des Laufens und das war es in der Tat. Der Umsatz der Marke adidas im Bereich Running hat um beeindruckende 17 Prozent zugelegt. Insbesondere die innovative Boost Technologie kam hervorragend an. Fußball wächst in 2013 In der Kategorie Fußball stieg der Umsatz um 4 Prozent. Und das, obwohl 2013 kein Jahr der großen Fußballereignisse war. adidas NEO begeistert Teenager Bei unserem jüngsten Label adidas NEO konnten wir zahlreiche Teenager als Konsumenten hinzugewinnen. Der Umsatz von adidas NEO ist 2013 um 14 Prozent gestiegen. Das Label erzielt nun fast 700 Millionen Euro Umsatz. Wenn man bedenkt, dass adidas NEO erst seit 2009 auf dem Markt ist, ist das in jeder Hinsicht beeindruckend. Reebok kehrt auf Wachstumspfad zurück Wie versprochen, sind wir mit der Marke Reebok 2013 wieder auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt. Der Umsatz ist um 2 Prozent gestiegen, auf vergleichbarer Basis ohne die NFL- Umsätze des Vorjahres sogar um 4 Prozent. Zudem haben wir die Bruttomarge um 4 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent gesteigert. Das ist großartig. Es zeigt, dass unsere Kunden höherpreisige Reebok Produkte kaufen. Damit sind wir nun in Reichweite unseres langfristigen Ziels, Reeboks Bruttomarge auf einen Wert von über 40 Prozent zu steigern. 4

5 TaylorMade-adidas Golf bleibt die Nummer eins im Golf Zu guter Letzt: TaylorMade-adidas Golf ist und bleibt die unumstrittene Nummer eins im Golf. Obwohl es insgesamt ein schwieriges Jahr war, dominiert TaylorMade den Markt für Metallhölzer. Bei Eisen konnten wir unseren Marktanteil weltweit weiter ausbauen. Auch im Bereich Schuhe haben wir deutlich Marktanteile hinzugewonnen. Umsatzentwicklung nach Regionen 2013 Was die einzelnen Regionen angeht, so haben wir erneut in wichtigen Schwellenländern eine Vorreiterrolle gespielt. In Lateinamerika ist der Umsatz im Jahr 2013 um 19 Prozent gestiegen. In China sind wir um 7 Prozent gewachsen. In Lateinamerika sind diese Erfolge natürlich auch auf die wachsende Vorfreude auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zurückzuführen. Aber sie reflektieren genauso unsere kontinuierlichen Investitionen und Verbesserungen in diesem pulsierenden Teil der Welt. adidas gewinnt Marktanteile in China In China geben wir klar den Ton an. Und das sowohl gegenüber unserem Hauptmitbewerber als auch gegenüber lokalen Anbietern. Hier stieg der Umsatz auf über 1,6 Milliarden Euro. Unser dortiges Management-Team verbindet exzellent sein Verständnis über die Ansprüche des chinesischen Konsumenten mit der globalen Anziehungskraft der Marke adidas. Sämtliche Marktforschungsergebnisse bestätigen, dass adidas derzeit eine der angesagtesten Marken in China ist. Und wir haben dort mit über Läden in mehr als Städten eine hervorragende Präsenz. 5

6 Umsatzentwicklung nach Regionen 2013 In den weiteren Regionen verlief die Entwicklung unseres Konzerns im Jahr 2013 gemischt. In den Europäischen Schwellenländern, zu denen der wichtige russische Markt zählt, legten wir gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent zu. In den Anderen Asiatischen Märkten außerhalb Chinas stieg der Umsatz um 5 Prozent. In Westeuropa erzielten wir 6 Prozent weniger Umsatz. Dies lag einerseits an dem schwierigen Vergleich mit den beiden Großereignissen des Jahres 2012, der Fußball-EM und den Olympischen Spielen in London. Andererseits nahm der Wettbewerbsdruck in Europa deutlich zu. Herausforderungen in Nordamerika In Nordamerika blieb insbesondere die Marke adidas hinter unseren Erwartungen zurück. Einige Trends im Lifestyle-Bereich entwickelten sich nicht zu unseren Gunsten. Und aufgrund der Verletzung unseres Star-Athleten Derrick Rose fiel das Wachstum im Bereich Basketball niedriger aus als geplant. Wir haben jedoch hart an unserem Produktangebot gearbeitet besonders für die beiden letztgenannten Regionen. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir dort 2014 besonders in der zweiten Jahreshälfte wieder an Dynamik gewinnen werden. Zudem haben wir zahlreiche organisatorische Initiativen angestoßen, um in diesen Regionen schneller und besser zu werden. So haben wir eine einheitliche Strategie und eine neue Marktstruktur für Westeuropa eingeführt. Damit werden wir in unserer Heimatregion weiterhin das Spiel bestimmen. In Nordamerika haben wir adidas und Reebok unter einem Management-Team zusammengeführt, um das Potenzial der beiden Marken zu maximieren. Zudem haben wir mit Mark King eine ausgezeichnete Führungskraft an die Spitze unseres Amerika-Geschäfts gestellt. Mark King 6

7 verantwortete seit 1999 unsere Golfsparte. Er ist der Architekt des Aufstiegs von TaylorMade zur Nummer eins auf dem weltweiten Golfmarkt. Weltweit führender Anbieter in der Sportartikelindustrie Der adidas Konzern hat eine klare Mission: Wir streben danach, der weltweit führende Anbieter der Sportartikelindustrie zu sein. Und führend sein, meine sehr verehrten Damen und Herren, heißt für uns nicht unbedingt der Größte zu sein. Ich habe es bereits in vielen Interviews gesagt, und wiederhole es hier heute gerne: Größe allein ist nicht entscheidend. Wenn dem so wäre, dann würden die Dinosaurier heute noch leben und die Ameisen wären alle ausgestorben. Wie wir alle wissen, ist es genau anders herum. Führend zu sein bedeutet für uns, dass wir die Besten sein wollen in allem, was wir tun. Wir müssen die besten Innovationen auf den Markt bringen. Wir wollen unseren Konsumenten erstklassigen Service bieten. Wir arbeiten am engsten mit unseren Handelspartnern zusammen. Führend zu sein heißt auch, unseren Spitzensportlern die bestmöglichen Produkte zu geben, damit sie Höchstleistungen vollbringen können. Es bedeutet, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Und nicht zuletzt heißt es, sich für den Schutz unseres Planeten einzusetzen. Ich bin stolz darauf, dass der adidas Konzern in der Sportartikelindustrie in vielen dieser Bereiche bereits heute an der Spitze steht. adidas Konzern führend in Sachen Nachhaltigkeit So haben wir 2013 den RobecoSAM Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Wir sind zum 14. Mal in Serie Teil der Dow Jones Indizes für Nachhaltigkeit, dabei zum 10. Mal Bester unserer Branche. Während des Weltwirtschaftsgipfels in Davos im Januar dieses Jahres wurde bekannt gegeben, dass die adidas AG zu den 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt gehört. Noch besser: Wir 7

8 haben es sogar zum ersten Mal in die Liste der Top Ten geschafft und stehen an der Spitze aller darin enthaltenen DAX-Unternehmen. Dies sind großartige Auszeichnungen. Renommierte Organisationen bestätigen uns, dass wir im Bereich Nachhaltigkeit führend sind. Darüber freuen wir uns sehr. Wir sind aber genauso stolz auf die vielen internen Nachhaltigkeitsprojekte, mit denen wir dafür sorgen, dass unsere Produkte so umweltschonend wie möglich hergestellt werden. Nachhaltige Produkte auf dem Vormarsch Durch die innovative Färbetechnologie DryDye sparen wir pro Jahr 50 Millionen Liter Wasser ein. Durch die Umstellung auf virtuelle Muster haben wir pro Jahr eine Million Musterteile weniger im Umlauf. Das spart Material sowie Transport und Lagerkosten. Und im Jahr 2013 enthielt jeder einzelne unserer neu entwickelten Sportschuhe nachhaltige Komponenten. adidas Konzern als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet Auch als Arbeitgeber liegen wir in nationalen und internationalen Rankings ganz vorne. Die adidas Gruppe gehört zum Kreis der 50 attraktivsten Arbeitgeber weltweit. In China und hier in Deutschland wurden wir 2013 zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt. Ebenfalls in Deutschland erhielten wir zum dritten Mal in Folge den Preis für herausragende Arbeit bei der Neueinstellung weiblicher Talente. Weltweit mehr als Mitarbeiter In Herzogenaurach haben wir im vergangenen September unsere eigene Kindertagesstätte eröffnet, die World of Kids, mit Platz für 110 Kinder. Damit erleichtern wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Weltweit haben wir im Jahr neue Arbeitsplätze geschaffen und insgesamt Menschen bei uns beschäftigt. Mehr als 100 dieser neuen Jobs entstanden in Deutschland, wo wir mittlerweile Mitarbeiter haben. 8

9 Eines der internationalsten Unternehmen in Deutschland Ohne Zweifel sind wir eines der internationalsten Unternehmen in Deutschland. Allein die Mitarbeiter in unserer Konzernzentrale repräsentieren 75 verschiedene Nationalitäten. Unser Vorstand besteht aus zwei Amerikanern, einem Neuseeländer und zwei Deutschen. Als globales Unternehmen werden wir auch in Zukunft internationale Talente anwerben, um weltweit Erfolg zu haben. Mit folgendem Video, das den Internationalen Deutschen PR-Preis 2013 gewonnen hat, begeistern wir potenzielle Mitarbeiter für ein Leben in Herzogenaurach. Aber sehen Sie selbst: VIDEO: [ Herzo-what commercial] Wir begeistern Konsumenten weltweit Marktforschungsstudien bestätigen, dass adidas die beliebteste Marke in Deutschland ist, und zwar über alle Branchen hinweg. In China ist adidas eine der ganz wenigen internationalen Marken, die auch von Chinesen akzeptiert wird. Und Reebok gehört zu den beliebtesten Marken in Indien. Unsere Liste von Preisen, Auszeichnungen und Untersuchungen ließe sich beliebig fortsetzen. Aber ich glaube, die genannten Beispiele belegen eindrucksvoll, dass wir in vielen Bereichen unserer Industrie führend sind. Sie zeigen wie sehr Konsumenten unsere Marken lieben, wie attraktiv wir als Arbeitgeber sind und wie viel Wertschätzung wir für unsere Nachhaltigkeitsprogramme erfahren. Ausblick 2014 Sie zeigen auch, meine sehr geehrten Damen und Herren, auf welch starker Basis wir unser Geschäft für die Zukunft ausrichten können. Wir haben alles, was wir brauchen, um 2014 und darüber hinaus erfolgreich zu sein. 9

10 adidas klare Nummer eins im Fußball Als offizieller Partner der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wird adidas die sichtbarste Marke des Turniers sein. Wir rüsten neun der qualifizierten Mannschaften aus, darunter vier der führenden Teams der FIFA-Weltrangliste: Spanien, Argentinien, Kolumbien und natürlich Deutschland. Insgesamt erwarten wir im WM-Jahr einen neuen Rekordumsatz in Höhe von 2 Milliarden Euro in der Kategorie Fußball. Damit bauen wir unsere Position als Nummer eins im Fußball weiter aus. Unsere Produkte für die Fußball-WM sind seit Mitte November auf dem Markt und kommen bestens an. Die bisherigen Verkäufe der Nationalmannschaftstrikots sowie des offiziellen Spielballs des Turniers, Brazuca, liegen über den Vergleichswerten von Ich freue mich auf die WM. Ich bin mir sicher, dass sich die Fußballbegeisterung Brasiliens auf die gesamte Welt übertragen wird, sobald die WM eröffnet ist. Nachhaltiges Wachstum in Running In der Kategorie Running konzentrieren wir uns weiter auf den Ausbau der erfolgreichen Produktfamilie Boost werden wir mehr als acht Millionen Paar Boost Running-Schuhe verkaufen. Boost ist ein einzigartiges Zwischensohlenmaterial, das wir gemeinsam mit BASF entwickelt haben und das uns exklusiv zur Verfügung steht. Mit dem Produktkonzept Springblade und der micoach Smart Run Laufuhr unterstreichen wir zusätzlich unsere Innovationskraft. Noch nie waren wir in Running, der größten und wichtigsten Sportschuhkategorie, so gut aufgestellt wie heute. Wir rechnen daher 2014 das vierte Jahr in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten bei Laufschuhen. Weltweite Aufmerksamkeit für adidas Originals Mit bislang starken Durchverkaufszahlen sieht bei adidas Originals alles danach aus, dass die Neuauflage des Stan Smith und die Einführung des ZX Flux Verkaufsschlager werden. Wir 10

11 haben zudem vor kurzem unser neues Store-Konzept Neighbourhood in Berlin vorgestellt. Es wird nun in über 30 Städten eingeführt. Kollaborationen mit Premium-Einzelhändlern wie Topshop, Urban Outfitters oder Farm sowie mit Stars wie Pharrell Williams, Rita Ora und Kanye West bringen zudem weitere weltweite Aufmerksamkeit für adidas Originals. NEO eröffnet weitere Geschäfte Nach den erfolgreichen Eröffnungen der ersten adidas NEO Stores in Deutschland in den Jahren 2012 und 2013 verlängern wir in diesem Jahr unsere Testphase mit der Eröffnung weiterer NEO Läden in Polen und der Tschechischen Republik. Auch in Deutschland kommen neue Läden hinzu. Die meisten Anhänger hat das adidas NEO Label aktuell in China. Dort bieten wir unsere junge Modekollektion bereits in über Läden an. Unser langfristiges Ziel, mit NEO weltweit einen Umsatz von 1 Milliarde Euro zu generieren, liegt damit nicht mehr allzu fern. Reebok baut Partnerschaften aus Gute Nachrichten gibt es auch von Reebok. Die Marke wird 2014 weiter wachsen. Unterstützt wird dies durch unsere strategischen Partnerschaften mit der rasant wachsenden Fitnessbewegung CrossFit, der Hindernislaufserie Spartan Race und dem weltweit führenden Anbieter von Fitnessprogrammen Les Mills. Diese Partnerschaften unterstreichen die klare Positionierung von Reebok als die Fitnessmarke schlechthin. TaylorMade-adidas Golf unterstreicht Marktführerschaft Der Golfmarkt wird 2014 schwierig bleiben. Nichtsdestotrotz wird TaylorMade-adidas Golf mit innovativen Produkten wie dem SLDR Driver oder dem adizero One Golfschuh, dem leichtesten Golfschuh in der Geschichte des Unternehmens, seine führende Stellung auf dem Golfmarkt aufrechterhalten. 11

12 Wenn wir all diese Entwicklungen zusammennehmen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, ergibt sich folgendes Bild: Weiteres Wachstum im Jahr 2014 Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2014 weiteres Wachstum bei Umsatz und Profitabilität. Beim Umsatz werden wir im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Die Bruttomarge wird, obwohl 2013 bereits auf Rekordniveau, weiter steigen. Sie wird von einer günstigen regionalen Umsatzverteilung und einem besseren Preis- und Produktmix angetrieben. Auch beim Nettogewinn wollen wir besser sein als Allerdings stellt die Währungssituation ein erhebliches Risiko für die Erreichung unserer Ziele dar. Dies haben wir in unseren Prognosen für 2014 berücksichtigt. Zum momentanen Zeitpunkt könnte die Größenordnung der Währungseffekte ähnlich ausfallen wie im Jahr Währungseffekte könnten also unseren Umsatz erneut um rund 750 Millionen Euro schmälern. Zudem sehen wir angesichts der deutlichen Abschwächung von Währungen wie dem argentinischen Peso und dem russischen Rubel seit Beginn des Jahres 2014 einen zusätzlichen Druck auf die Bruttomarge. Dies liegt daran, dass wir in diesen Märkten unsere auf US-Dollar lautenden Beschaffungskosten nicht absichern, da die Kosten des Hedgings dort zu hoch sind. Diese Situation haben wir in unserer prognostizierten Spanne für den auf Anteilseigner entfallenden Gewinn berücksichtigt. Der Zielkorridor für unseren Nettogewinn ist daher mit 830 Millionen bis 930 Millionen Euro für 2014 bewusst sehr breit angelegt. Wie Sie an unseren Ergebnissen für das erste Quartal 2014 gesehen haben, die wir vorgestern veröffentlicht haben, sind wir verhalten in das Jahr gestartet: Ergebnisse des ersten Quartals

13 Der Konzernumsatz blieb auf währungsbereinigter Basis stabil. Das Nullwachstum im Umsatz kommt durch die Entwicklung bei TaylorMade adidas Golf zustande. In einem weiterhin schwierigen Golfmarkt gingen die Umsätze von TaylorMade-adidas Golf um 34 Prozent zurück. Bei unseren Kernmarken adidas und Reebok stiegen die Umsätze um 5 Prozent bzw. um 3 Prozent. Unter dem Strich ging das unverwässerte Ergebnis je Aktie um 34 Prozent zurück. Dies, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind auf den ersten Blick keine großartigen Zahlen. Sie kommen allerdings auch nicht überraschend. Wir hatten bereits mit einem langsamen Start ins Jahr gerechnet. Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich der adidas Konzern in den kommenden Quartalen deutlich positiver entwickeln wird. Daher haben wir auch am Dienstag unsere Erwartungen für das Gesamtjahr 2014 noch einmal bekräftigt. Wir haben zudem am Dienstag im Rahmen unserer Quartalsergebnisse bestätigt, dass wir in den vergangenen Monaten verstärkt von Interessenten auf einen Verkauf unserer Schuhmarke Rockport angesprochen worden sind. Dieses Interesse ist auf die positive Geschäftsentwicklung von Rockport zurückzuführen. Als Management ist es unsere Aufgabe, uns diese Angebote im Interesse von Ihnen, unseren Anteilseignern, genauer anzuschauen. Und das ist genau das, was wir im Moment tun. Entschieden ist allerdings noch nichts. Wir werden Sie selbstverständlich über weitere Entwicklungen informiert halten. Was aber bedeuten nun diese Ergebnisse und Prognosen für unseren strategischen Geschäftsplan Route 2015? Route 2015 Nun, Kernstück dieses Plans war und ist es, den adidas Konzern für langfristiges Wachstum und nachhaltigen Erfolg aufzustellen. Jetzt, wo wir mehr als die halbe Distanz auf unserer 13

14 Route 2015 zurückgelegt haben, ist es an der Zeit, das Erreichte zu reflektieren und unseren Fokus neu zu schärfen. Das Wichtigste zuerst: Nach drei Jahren bin ich aus operativer Sicht mit der Umsetzung unserer Strategien zufrieden. Leider mussten wir uns jedoch mit größeren gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen als anzunehmen war: Steigende Beschaffungskosten, ein anhaltend schwächeres Marktumfeld in Europa und negative Währungsbewegungen setzten uns zu. Allerdings, das gebe ich unumwunden zu, haben wir auch selbst den einen oder anderen Fehler gemacht. Wir hatten wie erwähnt Probleme mit unserem neuen Distributionszentrum in Russland. Wir haben auf Markttrends nicht schnell genug reagiert. Und wir sind in Europa und Nordamerika unter Druck geraten. Ein fähiges Management-Team zeichnet sich allerdings dadurch aus, dass es weiß, wie es Herausforderungen angehen muss. Glauben Sie mir: Wir haben nicht nur das Wissen, sondern auch die Einstellung und die Entschlossenheit, um genau dies zu tun. Ich bin überzeugt, dass wir ohne Währungseffekte die meisten, wenn nicht sogar alle operativen Route 2015 Ziele erreichen werden. Es könnte allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, als wir ursprünglich gedacht hatten. Aber verstehen Sie mich bitte nicht falsch, meine Damen und Herren: Die nächsten zwei Jahre werden erfolgreiche Jahre für den adidas Konzern sein. Wir werden währungsbereinigt unser Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich vorantreiben. In Euro werden wir den Gewinn deutlich schneller steigern als den Umsatz. 14

15 Ich bin zudem zuversichtlich, dass wir innerhalb des Route 2015 Zeitraums im Durchschnitt das Ergebnis je Aktie im zweistelligen Bereich verbessern werden. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Währungsentwicklungen nicht wesentlich verschlechtern. Bitte nehmen Sie daher aus unserer heutigen Hauptversammlung eine Botschaft mit nach Hause, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer: Der adidas Konzern, in den Sie Ihr Geld investiert haben, ist und bleibt ein kerngesundes, profitables Wachstumsunternehmen. adidas AG Aktie übertrifft DAX im Jahr 2013 Ich bin stolz auf die vielen Erfolge, die wir bisher gemeinsam mit Ihnen errungen haben. Wir haben seit 2010 eine durchschnittliche jährliche Gewinnsteigerung in Höhe von 14 Prozent erzielt. Sie haben Vertrauen in uns und in das Potenzial unseres Konzerns gezeigt. Dies spiegelt sich auch deutlich in der starken Entwicklung unseres Aktienkurses wider. Im Jahr 2013 ist unsere Aktie um 38 Prozent gestiegen. Sie wuchs damit erneut schneller als der DAX, der im selben Zeitraum um 25 Prozent zulegte. Mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 19,4 Milliarden Euro zum Jahresende 2013 war die adidas AG noch nie wertvoller als zu diesem Zeitpunkt. Betrachten wir die vergangenen fünf Jahre bis heute, dann ist unsere Aktie sogar um fast 200% gestiegen, der DAX nur um 97%. Auch unser Hauptmitbewerber liegt hier deutlich hinter uns. Wie Sie alle wissen, ist unser Aktienkurs seit Jahresbeginn wegen der anhaltend negativen Währungsentwicklungen und der Krim-Krise unter Druck geraten. Allerdings bin ich überzeugt, dass wir mit der konsequenten Umsetzung unserer Strategie auch hier wieder zulegen werden. For the Love of Sport 15

16 Denn unser Konzern ist ein leistungsorientiertes Unternehmen. Wir wollen immer noch mehr erreichen, sowohl für uns als auch für Sie. Wir werden sicherstellen, dass wir das Richtige für den langfristigen Erfolg unseres Konzerns tun. Währungseffekte können unsere Finanzergebnisse dabei vielleicht kurzfristig beeinträchtigen. Sie werden aber unsere Willenskraft nicht schwächen, die langfristige Vision des Konzerns zu erfüllen: das weltweit führende Sportartikelunternehmen zu werden. Denn wir alle sind hier aus Liebe zum Sport. Der Sport ist unsere Leidenschaft, und er ist meine Leidenschaft. Daher werden wir immer so arbeiten, dass wir auf unser Ergebnis stolz sein können. Neue Mitglieder im Vorstand Wie sie vielleicht den Medien entnommen haben, werde ich dem adidas Konzern über meinen ursprünglichen Vertrag hinaus um zwei weitere Jahre bis 2017 vorstehen. Darüber freue ich mich sehr. In dieser Zeit werden wir die Erreichung unserer Route 2015 Ziele weiter vorantreiben. Wir werden zudem in den kommenden Monaten eine neue langfristige Strategie bis 2020 entwickeln. Und wir werden den Generationswechsel an der Spitze des Unternehmens fortsetzen. Ich habe stets betont, dass unser Konzern eine Vielzahl internationaler talentierter Mitarbeiter hat. Und dass wir fest entschlossen sind, der nächsten Generation von Führungskräften mehr Verantwortung zu geben. Ich freue mich, Ihnen heute zwei neue Vorstandsmitglieder vorzustellen. Roland Auschel hat bereits im vergangenen Oktober die Verantwortung für Global Sales auf Vorstandsebene übernommen. Eric Liedtke hat im März die Nachfolge von Erich Stamminger angetreten und verantwortet bei uns den Bereich Global Brands. Roland Auschel und Eric Liedtke sind beides echte adidas Eigengewächse mit langjähriger, internationaler Management-Erfahrung. Sie haben bereits maßgeblich zur positiven Entwicklung der adidas AG beigetragen. Und ich bin davon überzeugt, dass sie uns helfen werden, unsere Marken und 16

17 unseren Konzern in die nächste Ära von Begehrlichkeit, Erfolg und Wachstum zu führen. Herzlich willkommen im Vorstand, Roland und Eric. adidas Konzern bedankt sich für Beitrag zum Unternehmenserfolg Gleichzeitig möchte ich mich im Namen des adidas Konzerns sehr herzlich bei Erich Stamminger bedanken. Er hat seit 1983 Fantastisches für adidas geleistet und ist nun auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen ausgeschieden. Ich möchte mich zudem bei Christian Tourres und Alexander Popov, die heute aus unserem Aufsichtsrat ausscheiden, für ihr langjähriges, erfolgreiches Wirken für den adidas Konzern bedanken. Christian Tourres war vor seiner Zeit im Aufsichtsrat ja bereits als stellvertretender Vorstandsvorsitzender entscheidend für den Erfolg der adidas AG mitverantwortlich. adidas Konzern: ein profitables Wachstumsunternehmen Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinem Rechenschaftsbericht zeigen, wie gut der adidas Konzern aufgestellt ist. Wir haben das Jahr 2013 trotz externer und interner Herausforderungen mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Wir werden 2014 und 2015 weiter wachsen. Wir sind bereit, die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr gewinnbringend für uns zu nutzen. Und wir fühlen uns fit genug, die letzten Etappen auf unserer Route 2015 erfolgreich zu bewältigen. Und wenn ich wir sage, dann meine ich auch wir. Wir, das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der adidas Gruppe, die sich Tag für Tag mit ihrer Liebe für den Sport für dieses Unternehmen einsetzen. Daher möchte ich meinen Rechenschaftsbericht heute mit einem herzlichen Dank an all unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schließen. 17

18 Wir alle würden uns sehr freuen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, wenn Sie uns auch weiterhin Ihr Vertrauen schenken würden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 18

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