aktuell Ausgabe 1/2012 mdv Informationstechnologie aus München Landesweite EFA auf der grünen Insel Irland Abu Dhabi VRN-Gesamtliniennetzplan

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1 mdv aktuell Ausgabe 1/2012 Informationstechnologie aus München Landesweite EFA auf der grünen Insel Irland Abu Dhabi VRN-Gesamtliniennetzplan

2 2 mdv aktuell I/2012 Vorwort Inhalt Landesweite EFA auf der grünen Insel DIVA 4 Betriebliche Planung in Abu Dhabi VRR-Gesamtliniennetzplan 50. User Group in München Kurznachrichten Liebe Leser, vor kurzem sind die Olympischen Spiele in London zu Ende gegangen. Unser Auskunftssystem EFA war einer der Helfer im Hintergrund. Sowohl die Auskünfte für die Besucher (Spectator Journey Planner), als auch die für die Londoner wurden von EFA berechnet. Natürlich gab es neue Abfragerekorde. Wir werden in Kürze darüber berichten. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die neue Landesauskunft von Irland vor. Es war und ist eine Freude, auf dieser Insel zu arbeiten und wenn dann der Verkehrsminister das System in Betrieb nimmt, ist das ein stolzer Augenblick für mdv. Die betriebliche Planung mit DIVA 4 ist in Abu Dhabi live gegangen. Dies ist die erste betriebliche Anwendung von DIVA 4 und es war keine ein - fache Aufgabe. Speziell die Fahrer- und Fahrzeugdisposition musste weitgehend neu entwickelt werden. Weitere betriebliche DIVA 4 Installationen werden in den nächsten Monaten freigegeben werden. Drei Damen beschreiben welcher Aufwand erforderlich ist, den VRN Gesamtliniennetzplan zu erstellen. Früher waren das aufwändige Arbeiten, die ein Verbund vergeben musste. Mit entsprechendem En - gagement und dem DIVA System kann man das aber in hervorragender Qualität auch im eignen Haus erstellen. Schließlich berichten wir über die 50. EFA DIVA User Group, die wir als Jubiläums User Group in München abhielten. Gemeinsam mit den Verbünden der ersten Stunde, dem MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) und dem VVS (Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart) konnten wir zurück blicken und feiern. Die Vorträge zeigten aber auch, dass bei der Weiterentwicklung zu neuen Zielen kein Mangel herrscht. Ich wünsche viel Spaß und eine spannende Lektüre. Dr. Hans-Joachim Mentz Impressum Herausgeber: Mentz Datenverarbeitung GmbH Grillparzerstraße 18 D München Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Internet: Redaktion: Rosemarie Mentz Design: Rosemarie Mentz Unsere Zweigbüros: Mentz Datenverarbeitung GmbH Rotebühlstraße 121 D Stuttgart Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Mentz Datenverarbeitung GmbH Georgenstraße Berlin Tel. +49 (0) Fax +49 (0) Mentz Datenverarbeitung Schweiz GmbH Badenerstrasse Zürich, Schweiz Tel. +41 (0) mdv Australia Pty. Ltd. ABN PO Box 682, Templestowe, 3106 Australia Tel.: +61 (0) Unsere Partnerfirma: mdv Transit & Traffic Solutions Inc. mdv tts inc Washington Ave #188 San Leandro, CA USA Phone: Mentz Datenverarbeitung GmbH Westfalenstraße 224 D Münster Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Unsere Tochterfirmen: Mentz Datenverarbeitung Austria GmbH Mariahilfer Strasse Wien, Österreich Tel.: Fax: mdv software for public transport Ltd. PO Box 192 Felixstowe IP11 1BF UK Tel

3 mdv aktuell I/ Landesweite EFA auf der grünen Insel Am 18. Juni 2012 war es endlich soweit, die landes weite intermodale Auskunft für die Republik Irland und Überlandverkehre nach Nord Irland ist ans Netz gegangen. Das war weniger als ein Jahr nach Auftragserteilung und 10 Monate nach Beginn der Arbeiten. Was ist alles passiert auf dem Weg dahin? Verkehr in Irland Der öffentliche Verkehr in Irland setzt sich aus den folgenden Mitspielern zusammen. Die irische Eisenbahn Gesellschaft Iarnród Éireann bedient ein Netz von 16 Strecken zwischen den Großstädten Dublin, Galway, Limerick, Cork und Waterford. Im Großraum Dublin, wo über 40% der Iren wohnen, bedient Dublin Bus Ltd. auf 120 Linien ca Haltestellen. Aus dem Speck gürtel im Westen und Süden bringen zwei von Veolia betriebene Tramlinien die Pendler in die Stadt. Die Vororte entlang der Ostküste werden zudem von D.A.R.T. (Dublin Area Rapid Transport) angefahren, einem Vorortzug der auf zwei unterschiedlichen Strecken operiert und ebenfalls von Iarnród Éireann betrieben wird. Bus Éireann, nach Dublin Bus der zweitgrößte Busbetreiber auf der Insel, betreibt Regionalund Fernverbindungen in der gesamten Republik, sowie grenzüberschreitende Verbindungen nach Belfast. Neben den drei Großen Iarnród Éireann, Dublin Bus und Bus Éireann gibt es ca. 250 kleinere Busbetreiber, die Lizenzen zum Betrieb einzelner Linien besitzen. Dazu gehören z.b. AirCoach, der die Flughäfen Cork und Dublin mit den Innenstädten verbindet oder Citilink mit einem Angebot an Direktverbindungen zwischen Westund Ostküste. Damit sind Busse das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel in Irland. Vor der Küste Irlands gibt es eine Reihe vorgelagerter Inseln, von denen viele bewohnt sind. Diese sind über regelmäßig verkehrende Fährverbindungen mit der Hauptinsel verbunden. Zum Schluss gibt es noch genau eine Seilbahn zwischen der Küste von Kerry und der vorgelagerten Insel Dursey. Die Transportgenehmigung der Seilbahn gilt wahlweise für drei Menschen oder eintier (s. Abb. 1). Datenerfassung Die mit Abstand größte Aufgabe auf dem Weg zur nationalen Fahrplanauskunft war die Erfassung der Haltestellen und Fahrpläne zu den oben aufgeführten Verkehren. Während die großen drei über Planungsprogramme verfügen und somit Fahrpläne in bekannten Austauschformaten wie VDV, DINO und Transform liefern können, offenbarten sich die Fahrpläne der kleineren Betriebe in Form eines ein Meter breiten und zwei Meter hohen Blechschrankes. Dieser Blechschrank enthält die Lizenzunterlagen sämtlicher Busbetriebe inklusive Fahrpläne. Letztere je nach Alter handschriftlich, mit Schreibmaschine geschrieben oder als Excel Ausdruck. Zu diesem Zeitpunkt war dann auch klar, warum in der Ausschreibung nach einem Datenmanager für 20 Monate mit Option auf weitere 40 Monate gefragt worden war. Dem eigentlichen Fahrplanprojekt ging ein Projekt zur Erfassung der Haltestellen voraus. Dabei wurden von der ortsansässigen Firma Compass Informatics sämtliche Haltestellen der Republik im NaPTAN (National Public Transport Access Nodes) Format erfasst. Dies geschah unter zu Hilfenahme der Lizensierungsunterlagen, Auswertung von Luftbildern und Ausflügen ins Hinterland. Als eine Haltestelle galt dabei zunächst ein Haltepunkt eines Betreibers. Das entspricht auch der irischen Realität. An Orten, die von mehreren unterschiedlichen Betreibern angefahren werden, findet man tatsächlich im Abstand von einem Meter verschiedenfarbige Haltestellenmasten mit dem Logo des jeweiligen Betreibers. Dies musste natürlich zu einem späteren Zeitpunkt in den Daten konsolidiert werden. Als die Datenmanagerin von mdv in Dublin im August 2012 ankam, konnte auf Basis der zuvor importierten Haltestellen mit der Erfassung der Fahrpläne aus dem Blechschrank begonnen werden. Die Erfassung erfolgte im bis dahin aufgesetzten DIVA 4 System überwiegend im Programm DIVA Schedule. Nach einer ersten Abschätzung gingen wir von 6 Monaten Arbeit Abbildung 1: Die Seilbahn zwischen Kerry und der Insel Dursey wahlweise für Mensch oder Tier aus für die Erfassung des gesamten Fahrplanbestandes. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die unter DIVA 4 zur Verfügung stehenden Hilfsmittel ein deutlich komfortableres und damit schnelleres Arbeiten ermöglichten. Vor allem die Möglichkeit zügig per Drag und Drop eine Randspalte aufzubauen und die Bearbeitungsfunktionen für Fahrzeitarten beschleunigten die Arbeit deutlich. Somit waren Anfang Dezember nach nur drei Monaten die Fahrpläne von 360 Linien von Grund auf manuell erfasst. Als nächstes musste die oben bereits angesprochene Konsolidierung der Haltestellen durchgeführt werden und zudem sämtliche Bahnhöfe des Landes für die Fahrplanauskunft modelliert werden. Auch dabei konnte DIVA 4 seine Stärken zeigen. Die Integration der Karte im DIVA Web erlaubte ein zügiges Anlegen von Bahnhöfen in der Karte, sowie platzieren von Bereichen und Steigen. Das Konsolidieren gleicher oder in unmittelbarer Nähe voneinander liegender Haltestellen erfolgte auch mit Hilfe von Karte und dem DMS (Data Management System). In letzterem wurden automatisierte Plausibilitätskontrollen durchgeführt, die den Sachbearbeiter z.b. darauf aufmerksam machen, wenn zwei gleichnamige Haltestellen weniger als 250 m voneinander entfernt sind. Nachdem alles erfasst war, stellten sich die Fragen, ob die Fahrpläne überhaupt noch gefahren wurden und das auch so, wie sie hinterlegt sind. Das galt vor allem für solche deren Papier schon sichtlich vergilbt war. Also wurden mit Hilfe des DIVA MapRequesters und Publishers mehrere tausend Seiten Linienverlaufspläne und Buchseiten gedruckt und an die einzelnen Betriebe verschickt mit der Bitte um Verifikation und auch zukünftiger Aktualisierung der Daten. Auch wenn man ursprünglich mit einem größeren Rücklauf gerechnet hat, konnten mit den erhaltenen Rückmeldungen die Daten noch einmal verbessert werden. Aufgelassene Routen wurden deaktiviert, Fahrplanänderungen nachgezogen und die Georeferenzierung der Teilstrecken an die Realität angepasst. Neben Daten des öffentlichen Verkehrs mussten natürlich auch GIS Daten, Orte, Adressen und POIs erfasst werden. Vor allem die zur Verfügung stehenden Adressen hatten dabei zunächst nicht die gewünschte Qualität. Es gab zwar Einzelhauskoordinaten von allen Häusern in Irland, diese hatten aber außerhalb der größeren Städte oft keine nähere Bezeichnung oder eine Ortsreferenz. Das deckt sich auch mit der Realität im ländlichen Raum, der aus einer Vielzahl verstreuter

4 4 mdv aktuell I/2012 Landesweite EFA auf der grünen Insel Landhäuser und Farmen besteht, die nicht einem Ort zugeordnet werden können. Im Alltag wird dieses Problem durch das gute Gedächtnis der irischen Briefträger gelöst, denen meist ein Name und die ungefähre Gegend für die Zustellung ausreicht. Sämtliche Datenarbeiten wurden vor Ort beim Kunden durch eine von mdv Vollzeit bereitgestellte Datenmanagerin in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber erledigt. Und dies ist wohl der Schlüssel für die in vergleichsweise kurzer Zeit erzielte hohe Datenqualität und damit den Erfolg des Projektes. NTA (National Transport Authority, der Auftraggeber) und IBI Group als Projektsteuerer haben schon zum Zeitpunkt der Ausschreibung erkannt, dass entscheidend für den Erfolg einer nationalen Auskunft nicht ein möglichst großer Umfang unterschiedlichster Funktionalitäten ist, sondern das am Ende einzig und allein die Qualität der Daten entscheidend ist. Während es in den Reihen eines Auftraggebers oft schwierig ist dafür eine Person aus dem Tagesgeschäft herauszulösen, stellt sich dieses Problem bei einer vom Auftragnehmer bestellten Datenmanagerin nicht. Gleichzeitig ist es für die Mitarbeiter des Auftraggebers meist kein Problem bei Fragen, die lokales Wissen erfordern, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn Bearbeiter des Auftragnehmers immer Vorort sind. Die Tatsache, dass die EFA-Übernahme zum Go-Live ohne Fehler durchläuft und auch die subjektiv empfundene Datenqualität mit der von bereits länger existierenden System mithalten kann, zeigt, dass dieses Konzept voll und ganz aufgegangen ist. wurden zunächst über Facebook und Twitter bekannt gemacht. Im September zu Beginn des neuen Schuljahres folgt eine größere Kampagne. Da es sich um eine Fahrplanauskunft ohne jegliche Vorgänger handelt, sind wir schon gespannt auf die Entwicklung der Abfragezahlen. Aber damit ist das Projekt nicht abgeschlossen. Im Herbst sollen Echtzeitdaten von Dublin Bus und Bus Éireann integriert werden und auch ein Radroutenplaner für das Land von Tour de France Sieger und Triple Crown Gewinner Stephen Roche ist schon in Planung. Start und Perspektiven Nachdem alle Daten erfasst waren, ist der Start in drei Schritten erfolgt. Im ersten Schritt wurde das Testsystem für alle Angestellten von NTA geöffnet. Diese konnten sich dann während einer vierwöchigen Testphase ein Bild der Fahrplanauskunft machen und über zuvor verteilte Fragebögen Feedback geben. Im zweiten Schritt durften die Verkehrsbetriebe, Tourismusbüros und andere ausgewählte Kreise testen. Diese umfangreichen Tests halfen zum einen dabei, hier und da noch Datenfehler aufzudecken und zum anderen die Benutzeroberfläche weiter zu optimieren. Am 18. Juni war es dann so weit, nach Liechtenstein ist die zweite vollständige landesweite von mdv projektierte Auskunft ans Netz gegangen. Das Web Portal und die beiden Apps für Android und IPhone Das neue mdv Standard Layout eingerahmt in Irischem Grün Verwalten von ÖV Steigen am Flughafen Dublin in DIVA Web

5 Landesweite EFA auf der grünen Insel mdv aktuell I/ Immer im Bemühen unsere Produkte zu verbessern bzw. den verschiedenen Herausforderungen anzupassen, fragen wir unsere Kunden nach ihren Erfahrungen. Der Projektleiter Herr Peter Cranny war so freundlich unsere Fragen zu beantworten. Herr Cranny, Sie haben ziemlich lange für die Verwirklichung einer Irischen Fahrtauskunft gekämpft. Nun ist sie endlich da. Welche Vorteile erwarten Sie von dem neuen Angebot? Es gibt in der Republik Irland 4 Hauptverkehrsund rund 250 kleinere Busanbieter. Bis jetzt gab es keinen Ort, wo man sich über diese Anbieter informieren konnte. Der Irish Journey Planner präsentiert den ÖV Markt in Irland als ein integriertes System von Linien und Verkehrsmitteln. Die Auskunft verwendet Grafiken und einheitliche Farbenschemata, um die Integration des ÖV-Netzes zu verdeutlichen. Die Fahrtauskunft ergänzt zwei andere fahrgastorientierte Initiativen der National Transport Authority, nämlich - das Integrierte Ticket Schema, alias Leapcard - das Echtzeit Fahrgast-Informationssystem Alle drei Initiativen werden unter der Marke Transport For Ireland angeboten. Die Hauptvorteile der Fahrtauskunft sind, dass dem Bürger und Besucher präzise Informationen über die Erreichbarkeit verschiedener Orte und Möglichkeiten mittels öffentlichen Verkehrs gezeigt werden. Damit soll gewährleistet werden, dass Menschen aus ländlicheren Gegenden nicht ausgeschlossen werden. In den größeren Städten wird man unbekannte Ziele besser erreichen können. Ein Projekt dieses Umfangs sorgt immer für ein wenig Aufregung. Was waren die Herausforderungen? Wir hatten Glück, dass mittlerweile Fahrgast - informationssysteme im Vergleich zu vor 10 bis 12 Jahren relativ fortgeschritten sind, so dass wir von Anfang bis Ende ein reibungsloses Projekt hatten. Die Verwendung standardisierter Datenformate zur Erfassung von ÖV- und räumlichen Informationen waren der Schlüssel zum Erfolg des Auskunftssystems. mdv setzte das Irish Transverse Mercator Karten Prognose Koordinaten Bezugssystem bei der Fahrtauskunft ein und dabei machten wir die Erfahrung, dass ÖV- und Adressdaten detailliert erfasst werden konnten. Zu den Nachteilen zählte der Mangel jeglicher Postleitzahlen in Irland, was zu Problemen bei der Adressenverifizierung führte. Zunächst mussten über 240 Busanbieter in das Auskunftssystem manuell eingegeben werden. Danach mussten wir bei den Anbietern prüfen, ob die im System vorhandenen Linien betrieben werden wie lizenziert. Die Rückmeldungen waren nicht einheitlich, eine Erwartungs - haltung die kaum überrascht, wenn der unterschiedliche Einsatz von Computern und Ausbau von Breitband in Irland berücksichtigt wird. Jetzt haben sämtliche Datensätze einen verwendbaren Status. Die Herausforderung ist es nun, alle bei diesem Status für die nächsten fünf Jahren zu halten. Ich sehe darin kein Problem! Welche Ratschläge würden Sie jemand bieten, der eine nationale Fahrtauskunft umsetzen möchte? Was sind die Schlüssel zum Erfolg? Zunächst haben wir mit einer nationalen Dateninventarisierung angefangen um festzustellen, ob die zur Verfügung stehenden Daten für ein Auskunftssystem nutzbar sind. Es wurden Risiken und Annahmen identifiziert, um zu entscheiden, ob der Projektplan überhaupt realisiert werden konnte. Es war also eine gewisse Menge an Vorbereitung nötig, bevor wir das Auskunftssystem anschaffen konnten. Wir fingen an, die Herkunft der verfügbaren Daten zu klären. Dabei stellte sich heraus, dass die vorort ansässige Firma, Compass Informatics, beauftragt werden sollte, um die Haltestellen Datensätze umzubauen. Danach haben wir etablierte Datenstandards und Spezifikationen verwendet, insbesondere die ÖV Datenstandards. Dies war wichtig um den Budgetrahmen nicht zu sprengen, nachdem ein Auskunftssystem angeschafft wurde. Eines unserer Hauptziele war es, Routeninformationen nach Nord Irland anzubieten. Nord Irland hielt sich bereits an die etablierten DfT (Department for Transport) UK Datensatzstandards wie NaPTAN, TransXchange und NPTG, und genauso sollte unser System im Einklang mit den UK Standards sein. Ein weiterer Hinweis ist, bei den Nachbarländern zu schauen, ob Grenzüberquerungen möglich sind. Dies ist auf jeden Fall viel leichter geworden durch Möglichkeit der Nutzung von IFOPT und NeTEx. Die Entwicklung geht immer weiter, was haben Sie für Zukunftspläne in Bezug auf die nationale Fahrtauskunft? Welche Funktionen möchten Sie sehen? Wir planen zurzeit eine neue grafische Benutzer oberfläche für das System, die auf die Integration von Fahrrad und ÖV zielt. Wir möchten folgendes anbieten: - Fahrradmitnahme - Fahrradrouten zum ÖV - Fahrtauskünfte mit Möglichkeiten zum Fahrradmieten - Umweltverträglichkeit, CO2, Schokoladenstückchen, Kalorienverbrauch - Familienfreundliche Routen - Route der Woche - Fahrradrouten zu Events Es wird bereits eine Echtzeitvariante von zwei Busanbietern und der Tram in Dublin getestet, so dass die Fahrtauskunft-App und die Webseite Echtzeitabfahrtszeiten für die Fahrgäste Datenmanagerin mdv: Lauren O Rourke Projektleiter NTA: Peter Cranny anzeigt, die sofortige Fahrten unternehmen möchten. Langfristig betrachten wir es als eine Möglichkeit, durch eine Einbeziehung des Integration Ticket Schema z.b. eine Gebühr pro Fahrtauskunft zu verlangen. Aufgrund der Tatsache, dass dieses System ein nationales Auskunftssystem darstellt, ist die Unterstützung des Publikums unbezahlbar, um das ganze System benutzerfreundlich zu machen. Wir sind auf Rückmeldungen angewiesen um Fehler zu eliminieren und Fehlendes zu ergänzen. Hierzu haben wir bereits über nützliche Fußwege von Einheimischen erfahren, die ihre Rückmeldungen über die Testanwendung abschickten. Herr Cranny, wir bedanken uns für die ausführliche Beantwortung unserer Fragen. Ihr Ansprechpartner: Christoph Mentz Tel.: +49 (0)

6 6 mdv aktuell I/2012 DIVA 4 Betriebliche Planung in Abu Dhabi Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben im Dezember 2011 ein sehr wichtiges Ereignis gefeiert: das 40-jährige Jubiläum der Vereinigung aus 7 Emiraten. Wo vor 40 Jahren kilometerweit nur Wüstensand zu sehen war, sind heute moderne Städte entstanden. Als 1966 das erste Ölfeld in Dubai entdeckt wurde, waren die meisten Einheimischen Analphabeten [1]. Heute gibt es ca. 50 Universitäten in den VAE. Die Bevölkerungszahl der VAE gehört zu der am schnellsten wachsenden der Welt. Bei der Gründung 1971 wohnten nur Menschen in den Emiraten; die letzte offizielle Schätzung Ende 2008 gab knapp 5 Mio. an. Etwa 80 % sind Gastarbeiter. [2] Abu Dhabi ist eines der sieben Emirate in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und zugleich die Hauptstadt der VAE. In Dubai gab es bereits seit längerem Öffentlichen Nahverkehr, bestehend aus einem dichten Busnetz und einer modernen U-Bahn. In Abu Dhabi wurde es immer drängender, für die vielen Gast arbeiter einen Ersatz für die teuren Taxis zu schaffen. Und so wurde im Jahr 2008 der Öffentliche Nahverkehr in Abu Dhabi geboren. Vier Buslinien verkehrten auf den Hauptverkehrsadern der Stadt Abu Dhabi. Diese vier Buslinien haben sich schlagartig mit Fahrgästen gefüllt, nicht zuletzt weil das Mitfahren kostenlos war. Das Angebot ist seitdem stetig gewachsen. Der Fahrpreis ist mit umgerechnet 20 Cent heute immer noch erschwinglich. Das ÖPNV-Netz (Öffentlicher Personennahverkehr) ist expandiert seit seiner Einführung. Die Zahl der Linien ist gestiegen von 23 in 2008 auf 98 in 2011 (siehe Tabelle). Es war also höchste Zeit, beim Department of Transport (DoT) ein Planungssystem zur Verwaltung des ÖPNV-Netzes, einzuführen Anzahl der Linien Maximal erforderliche Anzahl an Fahrzeugen Fahrgastfahrten N.A Mio Mio. Tabelle: Bus Network of Abu Dhabi Emirate [3] Abbildung 1: APCat die blauen Symbole sind die DIVA Steige, der Kreis umfasst alle gemessenen Haltepunkte Abu Dhabi ist das zweite Emirat, das mdv Produkte einsetzt. Zuvor hat mdv eine elektronische Fahrplanauskunft in Dubai erfolgreich eingeführt. In Abu Dhabi hat mdv als Subunternehmer der in den VAE ansässigen International Aeradio (Emirates) LLC (IAL) vom Department of Transport (DoT) den Auftrag erhalten, DIVA für die betriebliche Planung einzuführen. Es war DoT sehr wichtig, dass DIVA 4 zum Einsatz kommt, weil es Datenbank-basiert und auf dem neuesten Stand der Technik ist. Eine neue sehr spannende Erfahrung war es für mdv, für die Dauer des Projektes vor Ort anwesend zu sein, da es in der Ausschreibung vorgeschrieben war. So verlief die Spezifikationsphase in sehr enger Zusammenarbeit mit DoT und deren Berater, der BLIC GmbH. DoT hat die Gelegenheit genutzt, sich stark am Design der neuen Anforderungen zu beteiligen. So konnte sicher gestellt werden, dass das Endergebnis sich an die örtlichen Gegebenheiten perfekt anpasst. Es war schnell klar, dass DIVA lernen musste, dass die Woche am Sonntag und nicht am Montag anfängt. So kam es auch, dass mdv Mitarbeiter sich mit dem Fastenmonat Ramadan auseinandersetzen durften. Im Ramadan- Monat gilt ein anderer Fahrplan. Es gibt weniger Fahrten und die Dienste dürfen nicht länger als 6 Stunden sein, um die fastenden Fahrer zu schonen. Die Herausforderung bestand darin, dass erst am Vorabend bekannt wird, ob am nächsten Tag der normale oder der Ramdan-Fahrplan gelten wird. Für den Disponenten bedeutet dies, dass beide Fahrpläne vorliegen müssen, und er lediglich einen von beiden freischalten muss. In Abu Dhabi wird eine breite Palette von Modulen eingesetzt: DIVA Web, Bildfahrplan, Dienstplan sowie die Disposition der Fahrer und Fahrzeuge. Es gibt Schnittstellen zum RBL (Rechnergestütztes Betriebsleitsystem) und zu dem Ticketing System (AFC Automatic Fare Collection). Beide Schnittstellen basieren auf dem VDV Standard. Es war DoT sehr wichtig, keine Insellösungen zu entwickeln, sondern auf existierende Standards zurückzugreifen. APCat zur Erhebungsanlyse Weiterhin wurde ein Erhebungsanalyse Tool von mdv entwickelt: das APCat Automated Passenger Counting Analysis Tool. APCat liest Messdaten von On-Board Systemen. Es unterstützt den Planer visuell bei der Erfassung und Kontrolle der Grunddaten. Aus der Fülle von Messungen werden Fehler eliminiert und die Daten zu Haltestellen und Fahrwegen zusammengefasst, auf denen diverse Auswertungen vorgenommen werden können. APCat ist an DIVA angeschlossen, was das Anzeigen und Vergleichen von DIVA Daten mit den Messdaten erlaubt. APCat kann ohne eigene Karten (mit OpenStreetMap.org) und unter jedem Betriebssystem (Java vorausgesetzt) arbeiten (s. Abb. 1). Planung von Linien, Umläufen und Diensten Nach der Analyse der Fahrgastzahlen mit APCat, können neue Linien in DIVA Web erstellt werden. DIVA Web ist eine webbasierte Applikation, in der das komplette öffentliche Verkehrsnetz geplant werden kann. DIVA Web unterstützt den Planer mit vielen verschiedenen Tools. Es gibt eine interaktive Karte,

7 DIVA 4 Betriebliche Planung in Abu Dhabi mdv aktuell I/ die die Linien visualisiert. Verschiedene Datenvalidierungen erhöhen die Datenqualität. Das Beispiel in Abbildung 2, zeigt ein Ausrufezeichen, was darauf hindeutet, dass dieser Linienfahrweg fehlerhaft ist. Die Erstellung von Umläufen und Diensten ist in DIVA 4 identisch zu DIVA 3 (s. Abb. 3 und 4). Der DIVA 3 Anwender findet die gut bewährten Funktionalitäten, wie die Ampel als Merkmal für die Datenkonsistenz, sowie die verschiedenen Datensichten (graphische und tabellarische Ansicht), wieder. Abbildung 2: Überprüfung der Linienfahrwege Abbildung 3: Umlaufbildung in DIVA 4 Webbasierte Disposition von Fahrern und Fahrzeugen Die Disposition der Fahrer und Fahrzeuge ist ein mächtiges DIVA Modul, das von vielen Verkehrsunternehmen eingesetzt wird. Jedoch wurde in Abu Dhabi sehr schnell klar, dass dieses Modul zu komplex ist für manche Disponenten der hiesigen Verkehrsunternehmer. Diese setzen Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern ein, die Schwierigkeiten mit der englischen Sprache haben. Es wurde also in enger Zusammenarbeit mit DoT ein vereinfachtes Modul entwickelt, das Duty Control. Es deckt die täglichen Routine-Aufgaben eines Disponenten ab und bietet diese in einem sehr einfachen und übersichtlichen Design an. Das Starten, das Beenden eines Dienstes, das Austauschen eines Fahrzeugs oder eines Fahrers geschieht auf Knopfdruck mit Hilfe von Assistenten, die den Disponenten Schritt für Schritt begleiten. Die komplexeren Aufgaben, wie das Freigeben von Daten, bleiben in der konventionellen Disposition und sind dem fortge - schnittenen Disponenten vorbehalten. Die meisten Disponenten arbeiten in Depots in abgelegenen Regionen, man kann sagen in der Wüste. Hier gibt es Schwierigkeiten mit einem direkten Zugang zum DoT Netzwerk. Deshalb wurde das Duty Control als webbasierte Version entwickelt, damit auch diese Disponenten mit DIVA arbeiten kö nnen (s. Abb. 5). Auch die Verkehrsunternehmer sind bei dem Design des Duty Controls involviert worden. Als die Verkehrsunternehmer das Endprodukt einsehen konnten, war die Begeisterung groß. Abbildung 4: Dienstbildung in DIVA 4

8 8 mdv aktuell I/2012 DIVA 4 Betriebliche Planung in Abu Dhabi mdv hat weitere 2 Neuerungen bei der Disposition eingeführt: das Driver Terminal (Fahrerterminal) und das Duty Board (Dienstanzeige). Abbildung 5: Duty Control Einfache Bedienung über die farbigen Knöpfe Abbildung 6: Driver Terminal Driver Terminal Das Driver Terminal (s. Abb. 6) bietet dem Fahrer eine einfache Übersicht über seine Dienste. Es ist eine webbasierte Anwendung, die auch auf einem Kiosk lauffähig ist. Der Disponent kann dem Fahrer eine Nachricht schicken, die im Driver Terminal angezeigt wird. Abbildung 7: Duty Board Duty Board Das Duty Board (s. Abb. 7) wird in den Depots auf großen Bildschirmen aufgestellt. Es gibt den Fahrern eine Übersicht darüber, welcher Dienst gerade gestartet wurde (grüne Glocke), bzw. bei welchem der Fahrer noch nicht angetreten ist (orangene Glocke). Aushänge und Buchseiten Die Aushänge und Buchseiten sind besonders elegant geworden, nicht zuletzt durch die Arabische Sprache. Auch hier gab es mehrere interessante Neuerungen, wie die Anzeige der Distanzen zwischen den Haltestellen (km-spalte links), der platzsparende Einsatz von Ortsabkürzungen mit Erläuterung in der Fußnote, sowie die farbige Darstellung von Verkehrsbeschränkungen (s. Abb. 8). In 15 Monaten intensiver Zusammenarbeit, gelang es DIVA 4 für die betriebliche Planung sowie die zahlreichen Erweiterungen erfolgreich einzuführen. DoT konnte also das erste von 3 großen Projekten (DIVA Planungssystem, RBL und AFC/Ticketing) abschließen, die derzeit von DoT eingeführt werden.

9 DIVA 4 Betriebliche Planung in Abu Dhabi mdv aktuell I/ Literatur: [1] [2] [3] Bus network information provided by DoT Department of Transport Planning Department Fotos: Liliane Abdul-Reda, Christoph Herzog Abbildung 8: Zweisprachige Buchseite mit platzsparenden Ortsabkürzungen Busstation Al Gharbia Bus Office Abu Dhabi Ihr Ansprechpartner: Liliane Abdul-Reda Tel.: +49 (0)

10 10 mdv aktuell I/2012 VRN-Gesamtliniennetzplan Die Herausforderung, eine 100*200 km große Fläche in ein Abb. 1: Kleiner Ausschnit aus dem Gesamtliniennetzplan. Er steht in 8 Teilbereichen plus dem Ausschnitt Ludwigshafen-Heidelberg zum Download auf der Website des VRN zur Verfü

11 mdv aktuell I/ em Liniennetzplan druckfähig aufzubereiten gung - -

12 12 mdv aktuell I/2012 VRN-Gesamtliniennetzplan Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) verwendet seit vielen Jahren sehr viel Sorgfalt auf die Aufbereitung von Navteq- Karten zur Kundeninformation in der EFA und für statische Karten im Internet. Seit 2005 stehen dort mit dem MapServer (DIVAProgramm zur Erzeugung von Kartenprodukten) erzeugte Linienpläne zum Download bereit. Es gibt sie für alle Orte mit mehr als Einwohnern und Kreisstädte als Stadtlinienpläne und als Netzlinienpläne für den Geltungsbereich der sieben Teilfahr plan bücher und seit 2010 auch als Gesamt liniennetzplan. Die Printversion des Gesamtliniennetzplans (Auflage Exemplare) wurde von einem Kartenverlag gepflegt und gedruckt. Auf der einen Seite war die Aktualisierung dieses Printproduktes sehr aufwendig, auf der anderen Seite waren aktuelle Linienpläne für die Fahrplanauskunft vorhanden. Es lag also nahe, auch das Printprodukt selbst zu erzeugen. Die Herausforderungen dabei waren das Erzeugen einer druckfähigen Datei (Mengenproblem bei km²) und die möglichst enge Anlehnung der Darstellung an das zu ersetzende Print produkt. Weil es möglich schien, sollte auch ein Mehrwert für den Kunden entstehen, ein Ortsverzeichnis, das es bisher nicht gab. Sollte das alles umsetzbar sein, würde dieses Verfahren kürzere Aktualisierungsintervalle ermöglichen und gleichzeitig den Aufwand und damit die Kosten reduzieren. Deshalb gingen mdv und VRN dieses Vorhaben 2011 an. Aufgrund der Ausdehnung des Verbund - gebietes (West-Ost über 200 km, Nord-Süd etwa 100 km) waren die vorhandenen DIN- Planformate nicht passend, so dass für das Druckprojekt ein neues Planformat angelegt werden musste. Dieses hat eine Breite von ca. 114 cm (Kartenbreite: ca. 97 cm) und eine Höhe von ca. 94 cm. Mit einem Maßstab von 1: wurde das Verbundgebiet mit einem schmalen Überlappungsbereich auf zwei Pläne aufgeteilt, damit das Endprodukt auf Vorderund Rückseite gedruckt werden kann. Eine Neuheit gegenüber dem Vorgängerplan ist das Ortsverzeichnis, für das einige Programmierarbeiten von mdv-seite notwendig waren, um z. B. die Namensergänzungen richtig auszugeben (s. rote Markierung in Abbildung 2). Diese wurden vom VRN für das gesamte Verbundgebiet überarbeitet, um ein übersichtliches, kompaktes und optisch ansprechendes Ortsverzeichnis zu erhalten. Aus demselben Grunde werden mit Hilfe einer GKZ-Liste (Gemeinekennziffer) auch nur Gemeindenamen innerhalb der Verbundgrenze aufgeführt. Damit gewährleistet war, dass alle Orte innerhalb des Verbundgebietes im Ortsverzeichnis aufgeführt werden, waren umfang reiche Kontrollen notwendig. Abb. 2: Ortsverzeichnis Um die Ortsbeschriftungen nach Ortsgröße differenzieren zu können, wurde der PlacePoint- Layer im GIS (Geographisches Informationssystem zur Erfassung und Bearbeitung geographischer Daten - in diesem Fall DIVA Programm DIVAGeo) in vier Zeichenklassen unterteilt (siehe auch in Abbildung 1). Aufgrund des recht kleinen Maßstabs war insgesamt ein hoher Konfigurationsaufwand notwendig. Straßenfarben und breiten mussten angepasst werden und bei POI-Flächen wurden nur die großen Hintergrundflächen wie Wald und bebaute Gebiete ausgegeben. Auf die Darstellung der Haltestellennamen wurde verzichtet. Mit Ausnahme der Bahnhöfe (Regionalbahnund S-Bahn-PlugIn), Fähren und der Heidelberger Bergbahn werden die Haltestellen ohne Symbol als Punkte gezeichnet. Bei Ausflugslinien, die nicht in einem Ort enden, wurden zur besseren Orientierung mit Hilfe einer eigenen Punkt-POI-Zeichenklasse Haltestellennamen ergänzt (s. rote Markierung in Abbildung 3). Abb. 3: Endhaltestelle einer Ausflugslinie Die bedienenden Linien werden in Kästchen dargestellt, definiert über die zentralen Haltestellen. Mit PlugIns werden Park+Ride-Parkplätze entlang der S-Bahn und Straßenbezeichnungen (Bundesstraßen und Autobahnen) ausgegeben (s. Abbildung 4). Um das Verbundgebiet hervorzuheben, wurde eine den Verbundraum umfassende POI-Fläche angelegt, die als Colorization Area definiert wurde, um die Gebiete außerhalb transparent darstellen zu können. Da der erste Gesamtliniennetzplan für die Internetausgabe bestimmt war, lagen alle Farbwerte im RGB-Schema vor. Dank der sehr kooperativen Zusammenarbeit mit der Druckerei Color- Abb. 4: Verwendete PlugIns DruckLeimenGmbH wurde anhand zahlreicher Probedrucke so lange an den CMYK-Farbwerten gefeilt, bis z. B. auch die großflächig kolorierten Übergangsgebiete zu den Nachbarverbünden in einer ansprechenden Farbe erschienen (s. Abbildung 5). Abb. 5: Beispiel Übergangsgebiet Spätestens an diesem Punkt war auch endgültig klar, dass für den gedruckten und den digitalen Gesamtliniennetzplan unterschiedliche Konfigurationsdateien notwendig sind. Einige Komplikationen gab es mit der gestrichelten Darstellung der Bahnlinien und der Einbindung von Richtungspfeilen für verbundübergreifende Linien, die aber bereinigt werden konnten (s. rote Markierung in Abbildung 6). Abb. 6: Richtungspfeile bei verbundübergreifenden Linien

13 VRN-Gesamtliniennetzplan mdv aktuell I/ Bis auf das von einem Grafikbüro als PDF gelieferte Titelblatt wurden die Legenden (Zeichenerklärung und tarifliche Übergangsregelungen) als Rastergrafiken mit Hilfe des Parameters AdditionalImageFile eingebunden. Bei der Positionierung musste die spätere Falzung des Planes berücksichtigt werden. Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 wurden die im Gesamtliniennetzplan abgebildeten Linien und Linienbezeichnungen mit Hilfe tiefgreifender Änderungen in der Steuerungsdatei lnrlit nochmals intensiv bearbeitet, bevor der Plan Mitte Januar 2012 in einer Auflage von gedruckt werden konnte. Im Rückblick lässt sich sagen, dass sich die umfangreichen und aufwendigen Arbeiten bezahlt machten. Zukünftige Aktualisierungen können auf dieser Grundlage aufbauen, da diese zahlreiche bei der Erstauflage notwendige Arbeitsschritte schon enthält. Der gedruckte Gesamtliniennetzplan hat den von Hand erstellten Plan überholt. Mit der heute zur Verfügung stehenden Technik war es möglich, das Aussehen an den Grafiker-Plan anzugleichen. Pluspunkte sind die wesentlich aktuelleren Fahrplandaten und das erstmals angebotene Ortsverzeichnis. Wir bedanken uns herzlich für den Beitrag und die gute Zusammenarbeit bei den engagierten VRN-Damen. Frau Ulrike Pross Frau Uta Thier Frau Andrea Filusch Ihr Ansprechpartner für Karten und GIS: Kerstin Budig Tel.: +49 (0)

14 14 mdv aktuell I/ User Group in München Der Konferenzsaal im Haus der Bayerischen Wirtschaft gab einen perfekten Rahmen für die 50. User Group Herr Dr. Haller (MVV) und Herr Stammler (VVS) hielten jeweils ihre Rückschau und gaben einen Ausblick auf die Zukunft der Fahrgastinformation Sommerlich warme Frühlingstage begrüßten die ca. 100 Teilnehmer der Jubiläums-User- Group in München. Bereits zum 50. Mal fanden sich Ende April die DIVA- und EFA-Anwender zur halbjährlichen Tagung ein, um sich über die Neuentwicklungen zu informieren. Das Haus der Bayerischen Wirtschaft im Zentrum Münchens mit seinen ansprechenden Tagungsräumlichkeiten bildete den perfekten Rahmen für die anspruchsvolle Tagesordnung der Konferenz. Der Beginn der Vorträge stand ganz im Zeichen des 50. Tagungsjubiläums. Herr Dr. Mentz blickte zurück auf den Werdegang von mdv und die Erfolgsgeschichte der Software-Produkte, die mittlerweile weltweit im Einsatz sind. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Stuttgart, Herr Stammler und Herr Dr. Haller vom Münchner Verkehrs- und Tarifverbund, ergänzten diese Rückschau durch Ausführungen über die Bedeutung der Fahrgastinformation in den letzten Jahrzehnten und einen Ausblick auf die Trends der Zukunft. Anschließend erhielten die Teilnehmer einen Überblick über laufende Projekte, die Funktionsweise der neuen Version 10 des Auskunftssystems EFA und aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der mobilen Auskunftsmedien für iphone und Android. Herr Brandl von der Steirischen Verkehrsverbundgesellschaft in Graz stellte in einem sehr informativen Vortrag das Datensammelsystem der Kooperationsgemeinschaft der österreichischen Verkehrsverbünde vor. Dieses System, in dem erstmals Fahrplan- daten für ganz Österreich integriert werden, wird mit DIVA 4-Technologie verwirklicht. Neben Vorträgen über die Technik der intermodalen Verkehrsauskunft, dem neuen Ereignis- Management-System EMS zur Erfassung und automatischen Weiterleitung von Meldungen zu Störungsereignissen und einem Überblick über Möglichkeiten der Gestaltung von Benutzer oberflächen für Auskunftssysteme war der Vortrag eines weiteren Gastredners einer der Höhepunkte des Tages: Herr Rittmeier vom Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen berichtete von der Einführung der Datendrehscheibe DDIP zum Austausch von Echtzeitdaten zwischen mehreren Partnern im Bremer Umland. Das mdv-produkt stellte dabei ein weiteres Mal seine gute Konfigurierbarkeit, robuste Stabilität und pfeilschnelle Performanz unter Beweis. Am Abend des ersten Tages konnten alle Teilnehmer bei einer Stadtrundfahrt in Oldtimerbussen Eindrücke von München sammeln, um nach dem intensiven Vortragsprogramm ein wenig zu entspannen oder auch das Gehörte in Fachgesprächen im kleinen Kreis weiter zu vertiefen. Endgültig auf andere Bahnen lenkte das Kabarettduo Les Derhosn die Gedanken durch musikalische Einlagen während des gemeinsamen Abendessens, die Menschliches- Allzumenschliches nicht nur im Bereich des Öffentlichen Verkehrs aufs Korn nahmen. In gleicher Weise temporeich setzte der zweite Tag die Vortragsreihe mit einer Vorführung des RBL-Light aus dem Hause mdv fort, bei der ein mdv-mitarbeiter mit GPS-Tracker im Rucksack auf seinem Fahrrad vom Vortragssaal aus als Straßenbahn in die umgebenden Straßen geschickt wurde, wobei die Anwesenden live im Saal die Kapriolen dieser Straßenbahn auf der eingeblendeten Karte und Leitstellenoberfläche mit verfolgen konnten. Danach folgten Vorträge über Neuerungen in DIVA 4, die automatische Erstellung von Printprodukten, den Einsatz von DIVA as a Service (DaaS) und Vertragsmanagement mit DIVA. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag über den Einsatz von Virtualisierung und über Optimierung von Datenbanken. Am Ende waren sich alle einig, dass die Tagung wieder ein voller Erfolg war, und jeder genoss beim Aufbruch nach Hause die allzu frühe Sommer stimmung in München.

15 50. User Group in München mdv aktuell I/ Konzentriertem Zuhören und Verfolgen interessanter Live-Demos folgten entspannende Pausen mit persönlichen Fachgesprächen Unsere User Group Urgesteine waren wie seit vielen Jahren dabei... Heinz-Dieter Oldenbürger Peter Ruckstuhl Matthias Straub Werner Zott... und die Münchner Urgesteine Les Derhosn machten sich unter den strengen Augen von Karl Valentin über die Apps des Öffentlichen Verkehrs lustig.

16 16 mdv aktuell I/2012 Kurznachrichten Weiterhin besteht für den Nutzer auch die Möglichkeit die Park&Ride-Suche mit Hilfe zusätzlicher Optionen zu beeinflussen. So kann der automatische Suchradius durch den Benutzer angepasst werden oder der Nutzer wählt gleich den Absetzpunkt (Kiss&Ride) oder Parkplatz manuell aus einer Liste aus. Multimodale Fahrtauskunft für die San Francisco Bay Area Das neue, multimodale Auskunftssystem Enhanced Planner für die San Francisco Bay Area ist erfolgreich auf dem Webportal 511.org online gegangen und ergänzt die in dem Webportal bereits integrierte, monomodale Fahrplanauskunft für den öffentlichen Verkehr von mdv. Die bereits bestehende, monomodale Fahrtauskunft ermöglicht dem Nutzer die optimale Route für den öffentlichen Verkehr in der Region rundum die Bucht von San Francisco zu berechnen. Erst mit der neuen, multimodalen Fahrtauskunft wird es nun möglich, unterschiedliche Verkehrsmittel (z.b. PKW und öffentlichen Verkehrsmittel) zu einer optimalen Gesamtwegekette miteinander zu verknüpfen. Neben der klassischen Park&Ride-Route, zählen auch folgende Varianten zu den möglichen multimodalen Szenarien: Die multimodale Fahrtauskunft für die San Francisco Bay Area ermöglicht dem Nutzer jetzt, mit einem Blick den Wegverlauf, die Fahrzeiten und die Kosten für die mono- und multimodalen Fahrtszenarien (öffentlicher Verkehr, PKW, Park&Ride, Kiss&Ride) zu erfassen und zu vergleichen. Die Website der multimodalen Fahrtauskunft für die Region um die Bucht von San Francisco ist unter im Internet erreichbar. mdv-mitarbeiter gratulieren zum 65. Geburtstag Der 65. Geburtstag von Dr. Hans-J. Mentz war Anlass einer kleinen Feier im Münchener Büro. Dabei erklärte Dr. Mentz, dass er in Abstimmung mit der Familienholding weitere fünf Jahre die Geschäftsführung übernimmt. - Mit dem PKW an einer Haltestelle absetzen lassen und den letzten Teilweg mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen(kiss&ride). - Mit dem Fahrrad zu einer der umliegenden Haltestellen radeln, das Fahrrad auf einem ausgewiesen Abstellplatz abstellen und mit dem öffentlichen Verkehr die letzte Etappe zum Ziel (Bike&Ride) bewältigen. - Fahrt zur Starthaltestelle mit dem Fahrrad, Mitnahme des Fahrrads in den öffentlichen Verkehrsmitteln und zurücklegen des letzten Teilweges von der Zielhaltstelle zum eigentlichen Ziel wieder mit dem Fahrrad (Fahrradmitnahme). Bei den Szenarien Park&Ride, Kiss&Ride und Bike&Ride kann die multimodale Fahrtauskunft EFA jetzt aus den um den Start- oder Zielpunkt liegenden Park- und Absetzmöglichkeiten die Besten automatisch für die Routenberechnung auswählen. Die Auswahl erfolgt anhand der Gesamtreisezeit unter Berücksichtigung der vom Nutzer angegebenen Abfahrts-, bzw. Ankunftszeit. Findet das multimodale Auskunftssystem bei der automatischen Wahl des Übergangspunktes in dem vorgegebenen Umkreis um Start oder Ziel (z.b. 5 Meilen) keinen geeigneten Parkplatz/Absetzpunkt, so kann der Suchradius bis zu einem vorgegebenen Distanzlimit schrittweise erhöht werden. Veranstaltungen InnoTrans 2012 Internationale Fachmesse für Verkehrstechnik September 2012 in Berlin Hallo 4.1 Stand User Group Oktober 2012 in Würzburg 19. ITS Weltkongress Oktober 2012 in Wien, Östereich

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