Monitore einstellen. Farbraum: Der Monitor-Farbraum RGB links ist ein additives Farbmodell, der Drucker-Farbraum CMYK rechts ist subtraktiv (Bild A)

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1 Monitore richtig einstellen Ein Monitor zeigt oft nicht die Farben an, die Ihre Kamera aufgenommen hat und die Ihr Drucker ausdruckt. Mit den richtigen Einstellungen passen Sie die Monitoranzeige an. Hochpreisige Profi-Monitore sind kalibriert. Das bedeutet, dass der Monitor ein Bild genau so anzeigt, wie es hinterher auf Papier gedruckt aussieht. Der Monitor, der bei Ihnen zu Hause steht, ist im Normalfall nicht farbecht und meist auch viel zu hell und kontrastreich eingestellt. Fotos sehen dann auf dem Monitor anders aus als im Druck. Richtiges Farbmanagement ist allerdings keine einfache Sache. Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Fachbegriffe und zeigt, wie Sie mit wenigen Handgriffen eine wirklichkeitsgetreuere Monitor darstellung erreichen. Das kann zwar eine Hardware-Kalibrierung mit einem Colori- Inhalt Monitore richtig einstellen Fachbegriffe Farbe S. 92 Farbprofil S. 93 Farbraum S. 93 Farbtemperatur S. 93 Gamma S. 93 Kalibrierung und Profilierung S. 94 Testbilder S. 94 Monitor kalibrieren Werkseinstellungen S. 95 Schwarzpunkt einstellen S. 95 Weißpunkt einstellen S. 95 Farbtemperatur und Gamma S. 95 Monitor Calibration Wizard S. 96 Windows S. 96 Grafikkartentreiber S. 96 Kalibrieren mit Hardware S. 96 Zusatz-Infos So geht s: Monitor Calibration Wizard 1.0 S. 94 Fachbegriffe Die folgenden Abschnitte erläutern die menschliche Auge dies teilweise, es wichtigsten Begriffe, die im Farbmanagement gebräuchlich sind. Farbe Farbraum: Der Monitor-Farbraum RGB links ist ein additives Farbmodell, der Drucker-Farbraum CMYK rechts ist subtraktiv (Bild A) meter nicht ersetzen, ist aber besser als von der Farbe des Umgebungslichts ab. gar nichts. Wenn Sie ein Foto im Schein einer Kerze betrachten, dann nehmen Sie an dere Farben wahr als bei gleißendem Sonnenlicht. Zwar kompensiert das Physikalisch gesehen ist Farbe eine Wahrnehmung von elektromagnetischen Wellen mit einer Wellenlänge zwischen 380 (Violett) und 780 Nanometern (Rot). Farben sind relativ: Ein Monitor hat eine konstante Hintergrundbeleuchtung. ICC View: Der Monitor-Farbraum RGB (farbig) enthält Farben, die Die Farben eines Papierbilds hingegen hängen gekehrt (Bild der Drucker-Farbraum CMYK (Gittermodell) nicht enthält, und um- B) 92 5/2014

2 Computer Farbtemperatur: Die Farbtemperatur beschreibt ein Strahlungsspektrum, das ein idealer schwarzer Körper bei einer bestimmten Temperatur abstrahlt (Bild C) kann aber keine absoluten Farben sehen, sondern nur relative, also im Verhältnis zum Umgebungslicht. Monitore werden daher auch nicht absolut eingestellt, sondern relativ zu ihrem Weiß. Damit das Auge die Farben korrekt sieht, braucht es eine Grau-Referenz, also eine neutrale Graufläche mittlerer Helligkeit. Das ist auch der Grund, weswegen Bildbearbeitungsprogramme einen grauen Hintergrund haben. Farbprofil Farbmanagement benötigt immer zwei Farbprofile: ein Quellprofil und ein Zielprofil, etwa Foto und Monitor. Das Farbprofil beschreibt den Farbraum. Ein Beispiel: Ein Pixel auf einem Foto hat den RGB-Wert 99,184,255. Das ist irgendein helles Blau. Erst das Farbprofil definiert, welche exakte Farbe damit gemeint ist. Ohne Farbprofil wäre eine solche Zuordnung nicht möglich. Der Monitor hat nicht denselben Farb raum wie das Foto. Um dasselbe Blau auf einem Monitor darzustellen, muss man wissen, welche RGB-Werte es dort hat. Dieser Wert lässt sich dem Farbprofil des Monitors entnehmen, etwa 105,188,245. Diese Umrechnung findet für jedes Pixel statt. Das Farbprofil heißt auch ICC-Profil, benannt nach dem International Color Consortium. Farbraum Licht in den drei Primärfarben gleichmäßig mischen, dann entsteht der Farbeindruck Weiß. CMYK ist ein subtraktives Farbmodell, das im Druck verwendet wird. Die Abkürzung CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key. In der subtraktiven Farbmischung wird nicht Licht gemischt, sondern zum Beispiel Tinte. Wenn die drei Grundfarben gemischt werden, dann er - gibt sich ein schmutziges Schwarz. Deshalb wird im Druck zusätzlich schwarze Farbe verwendet (Bild A). CMYK- und RGB-Farbräume sind geräteabhän- Gamma: Die untere Kurve zeigt den Helligkeitsverlauf eines Monitors, gig und benötigen deshalb die obere die in Bilddateien eingerechnete Korrektur (Bild D) Farbprofile, um Farbtöne exakt zu beschreiben. Der Farbraum CMYK ist kleiner als der Farbraum RGB. Dennoch enthält er Farben, die im RGB-Farbraum nicht darstellbar sind. Ein Farbraum ist dreidimensional. Das lässt sich mit Hilfe eines Browser- Plug-ins auf der Webseite view.de/content/view/3/7/lang,de darstellen (Bild B). Farbtemperatur Eine exotisch anmutende Farbeigenschaft ist die Farbtemperatur. Das ist die Temperatur, auf die ein theoretischer Der Farbraum auch Gamut genannt umfasst alle Farben, die innerhalb eines Farbmodells darstellbar sind. In der Praxis haben Sie es mit den Farbräumen RGB und CMYK zu tun. RGB ist ein additiver Farbraum, der Farbwahrnehmungen durch das additive Mischen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau nachbildet. Den RGB-Farbraum setzen etwa Monitore und Kameras ein. Hälften die Zahlen 1 bis 8 an (Bild E) Helligkeit und Kontrast: Perfekte Monitore zeigen in beiden Additiv bedeutet: Wenn Sie schwarzer Körper aufgeheizt werden muss, um Licht in der entsprechenden Farbe abzustrahlen. Das ist vergleichbar mit erhitztem Eisen, das zunächst rötlich glüht und bei steigenden Temperaturen weiß und schließlich bläulich wird (Bild C). Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin. Um Kelvin in Grad Celsius umzurechnen, ziehen Sie von dem Kelvin- Wert einfach 273,15 ab. Kerzenlicht hat eine Farbtemperatur von 1500 Kelvin und wird als warm empfunden. Tageslicht hat etwa 5500 Kelvin. Blauer Himmel hat über Kelvin und wird als kalt empfunden. Kelvin-Angaben finden Sie zum Beispiel auch bei Energiesparlampen. Gamma Ein Monitor gibt Helligkeiten nicht linear wieder. Ein Helligkeitswert von 100 ist also nicht doppelt so hell wie 5/

3 Testbilder ein Helligkeitswert von 50. Die Helligkeitsverteilung lässt sich als Kurve darstellen. Mathematisch gesehen steckt die Gleichung y = x γ dahinter. γ ist der Gammawert. Er beträgt in der Regel 2,2 und ist Bestandteil des Farbprofils. Um eine lineare Helligkeitsverteilung zu erreichen, ist in Bilddateien eine Korrektur Die nächsten Abschnitte stellen drei Testbilder vor. Sie zeigen, wie gut oder wie schlecht Ihr Monitor eingestellt ist. Wer findet die Einser: Rufen Sie die Webseite community.de/pc/pc/display / auf. Im schwarzen und im weißen Feld befinden eingerechnet. Die sich jeweils die Zahlen 1 bis meisten Fotos sind vorkorrigiert für ein Monitorgamma von 2,2. Daher sollte Ihr Monitor Monitorsetup.com: Auf richtig eingestellten Monitoren lassen sich alle 21 Graustufen voneinander unterscheiden (Bild F) 8 in aufsteigenden Helligkeiten (Bild E). Im Idealfall sehen Sie alle Zahlen. In vielen Fällen auch auf ein Gamma von 2,2 kali- briert sein (Bild D). Kalibrierung und Profilierung Die Begriffe Kalibrieren und Profilieren werden oft synonym gebraucht. Bei der Kalibrierung wird der Farbraum des Monitors linearisiert, sodass die Graustufen gleichmäßig sind. Zudem werden Helligkeit und Farbtemperatur des Monitors eingestellt und über den Gamma-Wert wird eine Helligkeitsverteilung festgelegt. Anschließend wird ein Profil des Monitors ausgemessen und als Standard-Monitorprofil hinterlegt. Das ist die Profilierung. Alle Programme, die Farbmanagement beherrschen, können das Profil nutzen, um die Farben der Bilder an den Monitorfarbraum anzupassen. Dazu sind die meisten Bildbearbeitungsprogramme und Browser in der Lage. ist die 1 nicht zu sehen. Dann ist der Monitor in der Regel zu hell eingestellt. Wenn Sie auch die 2 nicht sehen, dann ist Ihr Monitor viel zu hell eingestellt und der Kontrast stimmt nicht. Monitorsetup: Auf der Seite Monitorsetup.com lassen sich gleich mehrere Eigenschaften testen. Der Grauverlauf in der Mitte sollte stufenlos und die Graustufen auf der linken Seite sollten alle unterscheidbar sein (Bild F). So geht s: Monitor Calibration Wizard 1.0 Das Programm hilft Ihnen dabei, Helligkeit, Kontrast und Farbtöne des Monitors richtig einzustellen (kostenlos, 1 Min/Max Verschieben Sie den Regler so weit nach links, bis das Quadrat eine einheitliche Farbe hat. 2 Min/Max Verschieben Sie den Regler so weit nach rechts, bis das Quadrat eine einheitliche Farbe hat. 1 3 Midranges Verschieben Sie diesen und alle übrigen Regler so, dass das Quadrat in der Mitte verschwindet /2014

4 Computer Gamma 2,2 sollte mit dem Hintergrund verschmelzen, wenn Sie das Bild aus größerer Entfernung betrachten. Das Quadrat, das eine Kantenlänge von 2,54 cm hat, zeigt Ihre Monitorauflösung in Pixel per Inch (ppi). Wenn Sie weiter unten ein grünes Quadrat sehen, dann unterstützt Ihr Browser Farbmanagement. Farbstich und Gamma: Öffnen Sie die Seite Das große Feld in der Mitte ist rein weiß. Links und rechts davon sollten Sie die dem Text entsprechenden Farbstiche sehen. Direkt darunter finden Sie einen Gamma-Teststreifen. Innen und außen sollte auf Entfernung identisch grau sein. Monitor kalibrieren Es gibt drei Wege, die Darstellung des Monitorbilds zu ändern: allein über die Regler am Monitor, mit Hilfe von Software und mit einem Colorimeter. Alle drei Wege stellen wir hier vor. Machen Sie ein Bildschirmfoto von den Testbildern, nehmen Sie anschließend die Monitor-Einstellungen vor und vergleichen Sie am Ende das Ergebnis. Alle Einstellungen sollten Sie in einem abgedunkelten Raum vornehmen. Schauen Sie dabei möglichst senkrecht auf den Monitor. Werkseinstellungen Der erste Schritt besteht darin, den Monitor auf die Werkseinstellungen zurückzustellen. Damit eliminieren Sie auch automatische Einstellungen wie Magic Bright und Magic Color, das viele Samsung-Monitore benutzen. Rufen Sie dazu das Menü Ihres Monitors auf und suchen Sie nach einem Eintrag wie Werkseinstellungen, Setup & Reset oder ähnlich. Setzen Sie Ihren Monitor zurück. Display Color Calibration Wizard: Das Windows-Programm stellt Gamma und Farbwerte ein (Bild G) Schwarzpunkt einstellen Der Schwarzpunkt ist reines Schwarz. Wenn der Schwarzpunkt auf einen höheren Wert als null verschoben ist, dann sind alle Pixel ununterscheidbar schwarz, die zwischen null und dem verschobenen Wert liegen. Um den Schwarzpunkt einzustellen, öffnen Sie die Webseite ter.de/farbmanagement/schwarzpunkt Grafikkartentreiber: Auch hier lassen sich Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast und Gamma vornehmen (Bild H).html. Wenn Sie im schwarzen Feld die Zahlen 1 bis 6 sehen, dann ist der Schwarzpunkt Ihres Monitors bereits optimal. Andernfalls erhöhen Sie über die Regler am Monitor die Helligkeit so weit, bis alle Zahlen gerade eben zu erkennen sind. Weißpunkt einstellen Der Weißpunkt ist reines Weiß. Wenn er verschoben ist, dann lassen sich bestimmte Weißwerte nicht voneinander unterscheiden. Surfen Sie zur Webseite management/weisspunkt.html. Auch hier sehen Sie die Zahlen 1 bis 6. Wenn nicht, dann verändern Sie über den Regler am Monitor den Kontrast so weit, bis Sie die sechs Zahlen erkennen. Farbtemperatur und Gamma Farbtemperatur und Gamma lassen sich schwerlich anhand von Testbildern justieren. Wenn Ihr 5/

5 Monitor über entsprechende Einstellmöglichkeiten verfügt, dann wählen Sie eine Farbtemperatur von 6500 K und ein Gamma von 2,2. Damit sind die Einstellungen über die Regler des Monitors beendet. Als Nächstes lesen Sie, wie Ihnen Programme bei der Feinjustierung helfen. Monitor Calibration Wizard Ein vielseitiges Tool zum Einstellen des Monitors ist Monitor Calibration Wizard 1.0 (kostenlos, Es benötigt unter Windows 7 und 8 Administratorrechte für die Installation. Nach dem Start des Tools klicken Sie auf Run Wizard und danach auf Start. Stellen Sie am Monitor Helligkeit und Kontrast auf 50. Erhöhen Sie beide Werte, bis das weiße Quadrat nicht mehr heller und das schwarze nicht mehr dunkler wird. Ein Klick auf Continue bringt Sie zur Einstellung der Farbkanäle Rot, Grün und Blau. Verschieben Sie jeweils zunächst die beiden Regler auf der linken Seite, bis die beiden Rechtecke sich nicht mehr unterscheiden lassen. Dann führen Sie die gleiche Prozedur mit den kleineren Quadraten durch. Stellen Sie die Regler so ein, dass das innere Quadrat verschwindet. Abschließend klicken Sie auf 15 Second Test, um das Farbprofil zu beurteilen. Wenn Sie es übernehmen wollen, dann klicken Sie auf Save. Stellen Sie das Profil im Feld Load Profile ein und aktivieren Sie die Option darunter. Windows Seit Vista bringt Windows ein eigenes Programm zur Bildschirmkalibrierung mit, es heißt Display Color Calibration Wizard, kurz DCCW (Bild G). Sie starten es, indem Sie [Windows R] drücken und in das Feld dccw eingeben. Nach einem Einführungstext gelangen Sie mit zweimal Weiter zum ersten Schritt. Hier stellen Sie das Gamma ein. Dazu verschieben Sie den Regler so, dass die Kreise in der Mitte kaum noch zu sehen sind. Anschließend stellen Sie Helligkeit und Kontrast ein. Bei der Helligkeit sollte das X im Hintergrund gerade noch zu sehen sein. Den Kontrast stellen Sie so ein, dass das Bild wie das mittlere Vorschaubild aussieht und die Falten und Knöpfe des Hemds gut zu sehen sind. Im letzten Schritt geht es um die Farben. Bewegen Sie die Schieberegler für Rot, Grün und Blau, um eventuelle Spyder 4 Elite: Ein solches Colorimeter kalibriert den Monitor exakter, als es mit Software oder von Hand möglich ist (Bild I) Farbstiche aus den grauen Balken zu entfernen. Abschließend erhalten Sie eine Vorher-Nachher-Ansicht. Um das Farbprofil zu übernehmen, klicken Sie auf Fertigstellen. Grafikkartentreiber Auch der Grafikkartentreiber hat Einstellungen für den Monitor. AMD-Grafikkarten verwenden den Catalyst- Treiber. Bei Nvidia heißt der Treiber etwa Geforce Experience. Beide bieten aber nur wenige grundlegende Einstellungsmöglichkeiten (Bild H). Kalibrieren mit Hardware Eine sehr präzise Kalibrierung ist nur mit Hilfe von Hardware möglich. Dafür kommt ein Colorimeter zum Einsatz, zum Beispiel das Spyder 4 von Datacolor (Bild I). Die Pro-Version kostet rund 120 Euro, die Elite-Version 170 Euro. Der Sensor misst eine Reihe von Farben auf Ihrem Bildschirm und erstellt daraus ein Farbprofil. Dazu hängen Sie das Messgerät direkt an den Monitor und folgen den Anweisungen des Assistenten. In erweiterten Tests lässt sich der Monitor noch genauer vermessen und bewerten (Bild J). Der Kauf eines solchen Geräts lohnt sich für alle, die auf eine farbechte, originalgetreue Wiedergabe Wert legen, etwa Grafiker und Fotografen. Andreas Dumont Monitor-Bewertung: Dieser Samsung-Monitor 2243 hat große Schwächen beim Weißpunkt und bei der Luminanzhomogenität (Bild J) Weitere Infos Kostenloses E-Book zum Thema Kalibrierung 96 5/2014

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