Vor und nach der Leitlinie: Wissensmanagement in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

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1 Vor und nach der Leitlinie: Wissensmanagement in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie HD. Saeger Berlin 6. Dezember 2013

2 Chirurgie Ziele Forschung Lehre Hochspezialisierte Krankenversorgung - auf höchstem Qualitätsniveau erwartet

3 Rahmenbedingungen Gesundheitwesen - steigende Kosten führen unvermeidlich zu steigender Wertigkeit wirtschaftlicher Aspekte - steigende Arbeitsdichte (Konferenzen, verkürzter Krankenhausaufenthalt, Administration, Dokumentation etc.) - Europäisches AZG Personalmangel

4 Universitätsmedizin Was bleibt für Forschung und Lehre? zu wenig!! Kompensation durch persönlichen Einsatz der Mannschaftsmitglieder in den Kliniken! Rolle der Länderfinanzierung?! Stellenpläne!

5 Forschung in der Chirurgie Grundlagen Klinische Studien Versorgungsforschung Wo stehen wir?

6 Forschungsförderung Mio Jahr Total FK-Med Chirurgie % DFG Information-management 2010

7 Forschungsförderung Deutsche Krebshilfe Projekte 2009 Projekte (n) Mittel ( ) Rang Δ / Projekt Rang Hämatoonkologie Innere Medizin Gynäkologie Pädiatrie Chirurgie Radioonkologie Pathologie Urologie Total Deutsche Krebshilfe Report 2009

8

9 Aktueller Stand Studien IFOM Institut für Forschung In der Operativen Medizin Köln

10 Qualität der ärztlichen Weiterbildung in Deutschland Umfrage 2011 Globalbeurteilung Wissenschaftlich begründete Medizin Vermittlung von Fachkompetenz Betriebskultur Lernkultur Entscheidungskultur Führungskultur 2.32 Kultur zur Fehlervermeidung = voll einverstanden = trifft überhaupt nicht zu Bundesärztekammer 2012 Institute for Environmental Decisions (IED), ETH, Zürich HD. Saeger

11 Qualität der ärztlichen Weiterbildung in Deutschland Umfrage 2011 Globalbeurteilung Vermittlung von Fachkompetenz Lernkultur Führungskultur Kultur zur Fehlervermeidung Entscheidungskultur Betriebskultur Wissenschaftlich begründete Medizin Bundesärztekammer 2012 Institute for Environmental Decisions (IED), ETH, Zürich HD. Saeger

12 Forschung in der Chirurgie Defizite: 1. Klinische Studienlage in Deutschland insuffizient 2. Fördervolumen für chirurgische Forschung gering 3. nicht alle Ergebnisse aus chirurgischer Grundlagenforschung werden der Chirurgie zugerechnet 4. Ist das Forschungsspektrum in der Chirurgie ausgeschöpft? 12

13 Wissenschaft in Aus- und Weiterbildung Aufgaben für: Approbationsordnung Med. Fakultäten Universitäten Ärztekammern Wissenschaftsrat Politik etc. Wir müssen uns einmischen!!

14 Finanzierung im Gesundheitswesen Landesmittel & Krankenversorgung +6.5% gleichzeitig +8.3% Inflationsrate Stagnation/ Abnahme Forschungsmittel +29.4% G Adler, J v d Knesebeck, Bundesgesblatt 2009

15 Forschungsfinanzierung European Commission RESEARCH SEVENTH FRAMEWORK PROGRAMME

16 SEVENTH FRAMEWORK PROGRAMME Forschungsfinanzierung Länder & Krankenversorgung European Commission RESEARCH (gleichbleibend) Forschung BMBF 112, Mio (+ 46.5%) DFG 274,7 404,5 Mio (+ 47.3%) EI 380 Mio EU 2,3 6,1 Mrd (+ 77%/J) ERC 7.5 Mrd BMBF: Bundesministerium Bildung und Forschung DFG: Deutsche Forschungsgemeinschaft EI: Exzellenzinitiative EU: European Union ERC: European Research Council G Adler, J vd Knesebeck, Bundesges.blatt 2009

17 Forschungsaktivitäten in Europa The scientific North-Ouest The underdeveloped East The rigid center The romantic South L Pahlgren, Dept of Surgical Sciences, Uppsala, Sweden

18 Forschung in der Chirurgie Was haben wir? Chirurgisches Forum Sektion Chirurgische Forschung SDGC und ChirNet Akademien der Fachgesellschaften Exzellenzakademie Register... etc. 18

19 Initiative Forschung in der Chirurgie 2003 Gründung eines Studienzentrums 2007 Gründung eines CHIR-Net Ziel Förderung chirurgischer klinischer Studien in Deutschland 19

20 Initiative Forschung in der Chirurgie Aufgabenspektrum Entwicklung Studienmethodik zum Vergleich operativer Methoden Studienbezogene Fortbildung operativ tätiger Ärzte + Ass.-berufe Kooperation mit den KKS und anderen Kompetenzzentren

21 Studienzentrum der DGCH n=29

22 Chirurgisch-Klinische Studien Lübeck/Kiel Berlin Göttingen Witten-Herdecke/Köln Marburg Mainz Heidelberg (SDGC) München

23 Was können das SDGC und seine Partner leisten? 1. Studienideen selektieren 2. Erfolgreich Drittmittel einwerben 3. Qualitative hochwertige und erfolgreiche Durchführung sichern 4. Hochrangig Ergebnisse publizieren 5. Evidenz schaffen und Therapiestandards setzen (Bauchdeckenverschluss) 6. Forschungsparadigmen mitentwickeln 23

24 RCTs der Zukunft Without major changes in how we conceive, design, conduct, and analyze RCTs, the nation risks spending large sums of money inefficient to answer the wrong questions - or the right questions too late. Wir müssen die richtigen Fragen gemeinsam stellen und beantworten! Luce BR, Kramer JM, Goodman SN, Connor JT, Tunis S, Whicher D, Schwartz JS. Rethinking randomized clinical trials for comparative effectiveness research: the need for transformational change. Ann Intern Med Aug 4;151(3):

25 Chirurgisch-Klinische Studien 323 Kooperationskliniken an 182 Standorten Stand Art der Versorgung Anzahl Universitätskliniken 74* Akademische Lehrkrankenhäuser 164 Kliniken der Grund- und Regelversorgung Praxen 5 80 *an 34 Standorten (davon 3 ausländische Zentren) HD. Saeger

26 Studien und Rekrutierung TransValid-A (83/200) SYNCHRONOUS (101/800) SAWHI-V.A.C. (150/600) ProNaviC I (3/100) PERCAT 01 (2/40) EPO in burns (117/150) DOESAKpN1 (98/600) DiaFu (127/464) AWARE (75/636) TOPAR-PILOT (100/100) * RecoPanc (440/438) * PROUD (1222/1200) * PRIMA (460/460) * Perfusionsstudie (150/150) * ORCHID (183/560) * ISAW (8/251) * INSECT (625/600) * HASTA (337/320) * GAST-05 (385/360)* DISPACT (450/450) * DAMAGE-CONTROL (35/140) * CONTINT (124/120) * CLIVIT (494/500) * Chro Pac (250/250) * BaFo (615/613) * ABC (22/470) * *Studie beendet; (tatsächliche/geplante Patientenzahlen) CHIR-Net (Stand: ) HD. Saeger

27 Vom Antrag zur Förderung Vom CHIR-Net eingereichte Studien und deren Erfolgsquote Vom CHIR-Net eingereichte Studien und deren Erfolgsquote Programm Klinische Studien Call 1-7 CHIR-Net modif. nach J. Neudecker

28 Rekrutierende Studien Neuregistrierungen sind über das Studienzentrum der DGCH (SDGC) möglich 28

29 Rekrutierende Studien n=21 29

30 Aus- und Weiterbildung durchgeführte Kurse* Rotationsärzte Aus-/ Weiterbildung Berlin Göttingen Heidelberg Lübeck/Kiel Mainz Marburg München Witten/Herdecke-Köln Summe *in Kooperation mit dem KKS-N Ausbildung der Rotationsärzten nach dem Curriculum für Rotationsärzte [Skoetz et al., Chirurg 2009; 80: ] Unterstützung der Partnerkliniken durch 6 Flying Study Nurses [Wyen et al., Chirurg 2013; 84: ] CHIR-Net (Stand: )

31 gefördert vom Dt. Ärzteblatt, Jg 110, Heft 11, CHIR-Net

32 Chirurgisches Forschungsspektrum in Deutschland M.D. Menger Inhalte Molekulare Onkologie AC TC KC Entzündung AC UC OC PC GC HC TC KC Regeneration (Heilung) Stammzellen Tissue Engineering AC UC OC PC GC HC TC KC AC UC OC PC GC HC TC KC AC UC OC PC GC HC TC KC Transplantation AC GC HC TC Versorgungsforschung AC UC OC PC GC HC TC KC

33 Wissenschaftressort in der DGCH Stärkung der Chirurgie in der Forschungslandschaft in Deutschland 33

34 Wissenschaftressort in der DGCH Die DGCH ist keine Forschungsinstitution Vereinigung von hochspezialisierten Fachleuten mit verschiedensten wissenschaftlichen Kompetenzen. Ein Ressort Forschung in der DGCH soll das bestehende Potential verschiedener Gruppen koordinieren und damit die chirurgische Wissenschaftslandschaft stärken.

35 Wissenschaftressort in der DGCH Stärkung der Chirurgie in der Forschungslandschaft in Deutschland Information, Beratung, Netzwerkbildung, Bündelung der Interessen Zielgruppe chirurgischer Nachwuchs Verbindung zu Politik, Wirtschaft, Forschungsförderern 35

36 Ressort Forschung in der DGCH Aufgabenspektrum Erfolgsgeschichte und Ziele des SDGC und ChirNet verbreiten Ziele: Entwicklung Studienmethodik zum Vergleich operativer Methoden Studienbezogene Fortbildung operativ tätiger Ärzte + Ass.-berufe Kooperation mit den KKS und anderen Kompetenzzentren Zusammenarbeit mit den operativen Fachgesellschaften Zusammenarbeit mit Leistungserstattern und Einrichtungen des Gesundheitswesens Kooperation mit der Industrie Öffentlichkeitsarbeit

37 Ressort Forschung in der DGCH Aufgabenspektrum Erhebung der Landschaft chirurgischer Kompetenz Schulung (Seminare, Kurse) Austausch von Wissen und Expertise Innovationsmanagement Kontakt zu Förderinstitutionen

38 Projektgruppe Wissenschaft A. Haverich Hannover DGCH; Innovationsbewertung M. Menger Homburg DGCH; Experimentelle Chirurgie B. Vollmar Rostock DGCH; Translationale Forschung E. Neugebauer Köln DGCH; Translationale Forschung E. Klar Rostock DGCH; Sektion Chirurgische Forschung M. Diener Heidelberg DGCH; Studienzentrum J. Neudecker Berlin DGCH; CHIR-Net H.-D. Saeger Dresden DGCH; Koordinator A. Meyer Berlin DGCH; Generalsekretär + je ein Vertreter der Mitgliedsgesellschaften

39 Struktur Wissenschaft in der Chirurgie Klinische Studien Translationale Forschung Innovationsforschung und -bewertung Experimentelle Chirurgie Versorgungsforschung

40 Translationale Forschung Zentrum Chirurgische Forschung Voraussetzung: Klinisch relevante Grundlagenforschung Translation zur klinische Anwendung in einem weiteren Netzwerk

41 Translationale Forschung in der Medizin Grundlagenforschung Krankheitsbezogene translationale Forschung Z Ärztl Fortbild Qual Gesundh.wesen 2006 Innovationstransfer Klinische Evaluierung Prospektiv randomisierte Studie Problem Fragestellung Versorgungsforschung Patientenversorgung im Alltag

42 Wertschöpfungskette Innovation in Kooperation mit: DFG, BMBF u.a. Industrie Krankenkassen Innovation Transfer Proof of Concept in vitro-/ in vitro- Modelle Idee First in Man Phase I Phase II Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) Gemeinsamer Bundesausschuss Biokompatibilität Phase (GBA) III Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Probleme Fragen Ziele: Finanzierung Innovationsförderung, Versorgungsforschung Wirtschaftlichkeit, Patientensicherheit

43 Kölner Stadtanzeiger 27./ zu: Cohen D. EU approval system leaves door open for dangerous devices. BMJ 2012 Oct 24; 345: e7173.

44 Die geplante Novellierung der Medical Device Directive

45 WP5 Medical Devices Structuring a European medical device clinical research network Strategic objectives: Establish a hub linked to centres/networks, ECRIN and European Correspondents Develop and adapt common tools for clinical research on medical devices Develop and run multinational clinical studies on medical devices WP 5 ECRIN-IA Methodology Workshop NGB & SLA 6-7 February 2013

46 Versorgungsforschung Registerdaten und Qualitätserhebungen wissenschaftlich bearbeiten und publizieren Neue Aufgaben für SDGC und ChirNet

47 Konferenz DGCH und BVMed 6. August 2013 in Berlin, Langenbeck Virchow Haus Angebot: Forschung und Bewertung für Innovationen von Medizinprodukten Implantate Teilnehmer: Dr. Lugan, JM. Schmitt (BVMed) Haverich, Jähne, Meyer, Neudecker, Neugebauer, Saeger, Vogt (DGCH) Vereinbarung Workshop BVMed und DGCH am

48 Konferenz DGCH und BVMed

49 Projekte Schwerpunktförderung Onkologie Regeneration Entzündung Transplantation C. Bruns, München S. Kersting, Dresden M. Huber-Lang, Ulm P. Schemmer, Heidelberg Strategiebesprechungen Wissenschaftliche Sitzungen Neu: Implantatforschung M. Wilhelmi, Hannover

50 Kongress der DGCH 2014 Projekte Schwerpunktförderung Onkologie C. Bruns, München Regeneration S. Kersting, Dresden Entzündung M. Huber-Lang, Ulm Transplantation P. Schemmer, Heidelberg Implantatforschung M. Wilhelmi, Hannover Je eine wissenschaftliche Sitzung à 2 h Eine gemeinsame Strategiesitzung à 1 h

51 Forschungslandkarte

52 Forschungslandkarte Sendung an Präsidenten und Sekretäre der Mitgliedsgesellschaften Bitte um Prüfung und bei Akzeptanz Sendung an Mitglieder der Projektgruppe WR Weiterleitung an Kliniken durch FG Bisher ca. 50 Antworten aus DGAV, DGHTG, DGKC, DGNC, DGOU, DGT To do: Auswertung und Publikation Präsentation im Web

53 Web-Präsentation Ansprechpartner: SDGC ChirNet Sektion Chirurgische Forschung Experimentelle/ Translationale Chirurgie Versorgungsforschung Links: SDGC und ChirNet Standorte Mitgliedsgesellschaften Sektion Chirurgische Forschung Versorgungsforschung

54 Mitteilungen der DGCH 3/2013

55 Realisierung Erreichbarkeit eines chirurgischen Wissenschaftsinformationsdienstes WID (z.b. Telefon, Internet) Kontaktbörse - zu Förderinstitutionen, Hospitationen, Studien Kurssysteme: Publikation, Studienarzt, Study Nurse Identifizierung von Mentoren

56 Zukunft der Finanzierung? Jost von dem Knesebeck (Gesundheitsforschungsrat) Das Gesundheitssystem als die größte Branche in Deutschland leistet sich keine eigene Forschung. 3. Diskussionsforum GFR/IQWIG 01/2010 Berlin Aufnahme von klinischen Studien als Aufgabe der GKV in das Sozialgesetzbuch! Verpflichtung der Industrie: 5% des Marketingetats für einen Studienfonds (Italien) 56

57 Finanzierung SDGC und ChirNet + Mitgliedsgesellschaften finanzieren die Infrastruktur Medizinische Fakultäten motivieren Klinische Studien als Qualitätsmerkmal Finanzbeitrag der teilnehmenden Kliniken (z.b. Qualitätssicherung, An-Institut Magdeburg, Zertifizierungen) Forschungs-Finanzpool der DGCH aus Industriespenden Förderung durch Krankenkassen Lobbyarbeit in politischen Gremien Forschungsantrag

58 Strategie für die Zukunft Wir müssen uns einbringen! Loser: Winner: it may be possible but it s too difficult it may be difficult but it s possible

59 Netzwerke interdisziplinäre Medizin SEVENTH FRAMEWORK PROGRAMME European Commission RESEARCH KKS TLF ExpCh IFB

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