Dissertation an der Université de Genève

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1 Die Organisation aus der Wissensperspektive Möglichkeiten und Grenzen der Intervention Dissertation an der Université de Genève von: Kai Romhardt Im Original erschienen bei Gabler, nbf 245, Wiesbaden, COPYRIGHT DR. KAI ROMHARDT

2 Liebe Freunde des Wissensmanagements, nachdem meine Dissertation beim Gabler-Verlag in der Reihe neue betriebswirtschaftliche Forschung inzwischen vergriffen ist, mache ich meine Ideen auf diesem Wege einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. In Die Organisation aus der Wissensperspektive habe ich das Genfer Bausteinmodell, das von mir zusammen mit Steffen Raub und Gilbert Probst an der Universität Genf entwickelt wurde, in für mich zentralen Dimensionen weiterentwickelt und durch Praxisbeispiele illustriert. Die Zeit bleibt nicht stehen und in den letzten drei Jahren durfte ich viel dazulernen. Dennoch halte ich meine Gedanken nach wie vor relevant, gerade jetzt, wo vieles, was den Kern des Themas ausmacht, im donnernden Vermarktungsgeschrei unterzugehen droht. Meine aktuellen Gedanken zum Thema Wissensmanagement finden sich in einem Beitrag mit Heiko Roehl, nachzulesen in der Zeitschrift für Organisationsentwicklung (4/2000) unter dem Titel: Wissensmanagement: Ein Dialog über Totes und Lebendiges. Viel Freude im Wissensfeld und entspanntes Stöbern wünscht Ihnen und Euch Kai (Romhardt) Hamburg, den 16. Januar 2001

3 Meinen Eltern 4

4 Schlage die Trommel und fürchte Dich nicht Und küsse die Marketenderin! Das ist die ganze Wissenschaft, Das ist der Bücher tieferer Sinn. Heinrich Heine, Doktrin Die Textproduktion wird zum Sekundärziel der Bemühungen um die Vermehrung des Wissens. Dabei hilft die Fiktion, daß der Text selbst schon Wissen ist. Niklas Luhmann Je tiefer das Problem, das ignoriert wird, desto größer sind die Chancen, Ruhm und Erfolg einzuheimsen. Heinz von Foerster 5

5 Geleitwort Kai Romhardt leistet in seiner Dissertation, die mit dem Anerkennungspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Organisation (SGO) prämiert wurde, einen grossen Beitrag zur "modischen Diskussion" des Wissensmanagements. Organisationen werden aus wissensorientierter Perspektive betrachtet und die Möglichkeiten der Steuerung der strategisch wichtigen Ressource "Wissen" durch das Management systematisch hinterfragt. Der in Literatur und Praxis viel zu seltene kritische Blick ist in diesem Werk um so erfreulicher und bedeutungsvoller, als Kai Romhardt zu den Autoren und Forscher der ersten Stunden des Wissensmanagements im deutschsprachigen Raum gehört. Die in diesem Forschungsfeld meist locker angeführten Interventionsmöglichkeiten, Instrumente und Beraterkonzepte bedurften dringend einer Analyse und Systematisierung. Dieser Herausforderung hat sich der Autor gestellt. Auf seinem Erkenntnispfad folgt er den Bausteinen des Wissensmanagements, einem Bezugsrahmen, der in enger Interaktion mit der Praxis unter Integration zahlreicher theoretischer Ansätze entwickelt wurde, einem Bezugsrahmen, den er selbst wesentlich mitgestaltet hat (vgl. Probst/Raub/Romhardt: 1997). Mit der Schaffung der Logik des "Interventionsquadranten" hat der Autor eine Sprache gefunden, mit der Spannungsfelder im Interventionsprozess anschaulich beschrieben und analysiert werden können. Wenn nun seine Forschung aufzeigt, dass es keine a priori richtige Intervention in die Wissensbasis geben kann und je nach Kontext verschiedene Eingriffe und Instrumente wirksam sind, so steht diese Erkenntnis den Aussagen und Meinungen vieler Wissensexperten und Beratern entgegen. Die Arbeit ist damit einem systemorientierten Ansatz des Gestaltens, Lenkens und Entwickelns von sozialen Systemen verpflichtet. In äusserst differenzierter Weise werden Praxisfälle untersucht und Instrumente des Wissensmanagements auf ihre Interventionsspektren hin analysiert. Aber nicht die Kritik als solche ist Ziel, sondern wie Kai Romhardt selbst schreibt, sind Vorgehen und Präsentation "eher auf die Besorgnis um das Thema Wissensmanagement zurückzuführen, als auf die generellen Zweifel daran, dass das Management der Ressource Wissen für den Einzelnen, Organisation und ganze Volkswirtschaften für die Zukunft von zentraler Bedeutung sein wird". Prof. Dr. Gilbert Probst/Université de Genève 6

6 7

7 Vorwort Seit nahezu vier Jahren beschäftige ich mich im weitesten Sinne mit dem Thema "Wissensmanagement". Warum? Durch die Arbeit in vielen Organisationen bin ich zur festen Überzeugung gelangt, daß Organisationen in großem Ausmaß das Wissen ihrer Mitarbeiter ungenutzt lassen und es nicht zielgerichtet entwickeln. Ob als Wehrpflichtiger der Bundeswehr, ob als Auszubildender des AXEL- SPRINGER Verlages oder später auf Beratungseinsätzen in Großunternehmen - immer hatte ich den Eindruck, daß das vorhandene Wissenspotential der betreffenden Organisation nicht hinreichend genutzt wurde. Durch Gespräche, Interviews und Diskussionen stellte ich fest, daß ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe. Während des Studiums in Hamburg und St.Gallen suchte ich nach Ansätzen, um das Themenfeld "Wissen und Organisation" besser zu verstehen. Meine Diplomarbeit (Romhardt: 1994) zu Möglichkeiten und Grenzen der Lernfähigkeit einer Branche am Beispiel der Automobilindustrie war ein erster Versuch. Ich lernte dabei, wie weit sich Theorie und Praxis voneinander entfernen können, wie sich Theorien des Organisationalen Lernens von der Unternehmensrealität abgekoppelt und sich damit jeder Anschlußmöglichkeit an betriebliches Handeln beraubt hatten. Diese "real existierende" Übersetzungslücke zwischen Theorie und Praxis war letztlich der Auslöser für die Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Grenzen von Interventionen in die organisatorische Wissensbasis. Am (vorläufigen) Ende meiner akademischen Ausbildung steht mit der Doktorarbeit immer noch eine klassische Individualleistung. Während in der Organisationsrealität Teamarbeit längst zur bevorzugten Form der Leistungserstellung geworden ist, sind Doktoranden häufig immer noch Einzelkämpfer. Daß mir dieses Schicksal erspart geblieben ist, habe ich vielen Menschen und Institutionen zu verdanken, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Sie haben mit ihrem Wissen, ihrer Freundschaft und Ihrer Kritik das Entstehen dieser Arbeit erst ermöglicht und meine Isolation im Elfenbeinturm verhindert. All diesen Anregern und Begleitern will ich hier danken. Meinen lieben Eltern, die mich während meiner gesamten Ausbildung unterstützten, ist diese Arbeit gewidmet. Sie haben mich stets ermutigt, den eigenen Weg zu erkunden. 8

8 Meinem Doktorvater Prof. Gilbert Probst verdanke ich vieles, was mir für die folgenden Stationen von großem Wert sein wird. Uns verbinden nicht nur gemeinsame Publikationen sowie der Auf- und Ausbau des Forums für Organisationales Lernen und Wissensmanagement. Während der Dissertationszeit hat er mir stets das Gefühl gegeben, ein ernstzunehmender Partner zu sein und hat mich gleichzeitig mit den Regeln des akademischen Systems vertraut gemacht. Den Mitgliedern meiner Dissertationskommission, Prof. Pierre Allan, Prof. Peter Tschopp und Prof. Tom Sommerlatte sei für ihre Bereitschaft gedankt, sich auf mein Thema und meine Gedanken einzulassen. Die Kommission ist mit einem Soziologen, einem Politologen, einem Ökonomen und einem Unternehmensberater genau so interdisziplinär zusammengesetzt wie die Forschungsfrage, die ich mir gestellt habe. Steffen Raub, mein lieber Mitstreiter im Wissensfeld, hat mich in unserer gemeinsamen Genfer Zeit dem Wein und anderen kulinarischen Genüssen nahegebracht. Seine Investitionen in meine Weinausbildung haben mich um ein Wissens- und Genußfeld reicher und einige Franken ärmer gemacht. Mit meinen französischen Freunden Léoville-Barton, Poujeaux und ihren vielen Brüdern und Schwestern waren Kreativitätskrisen relativ angenehm zu meistern Auch das übrige Lehrstuhlteam in Genf, mit Bettina Büchel, Patrick Detzel, Arne Deussen, Martin Eppler, Birgit Knäse, Philippe Regazzoni und Clemens Rüling war stets ein Stück intellektuelle Heimat für mich. Was hier an Individualisten versammelt war, kann eigentlich kein Lehrstuhl verkraften. Mit Heiko Roehl bin ich durch Wissenshimmel und Wissenshölle gegangen. Auf etlichen Seminaren und Konferenzen, aber vor allem auf unserer legendären Schwarzwald-Klausur wurde uns klar, daß wir unsere Dissertation eigentlich hätten gemeinsam schreiben müssen. Ohne die enge Zusammenarbeit mit der Praxis wäre diese Dissertation nicht möglich geworden. Insbesondere in der ersten Phase, als meine Ideen noch wenig strukturiert waren, haben sich gestandene Praktiker auf meine Fragestellungen eingelassen und mit mir zusammengearbeitet. Stellvertretend für alle Mitglieder des Forums für Organisatonales Lernen und Wissensmanagement möchte ich Walter Rambousek vom SCHWEIZERISCHEN BANKVEREIN und Toni Fässler von der TELECOM-PTT danken. 9

9 Wichtige wissenschaftliche Impulse erhielt ich von Prof. Dirk Baecker (Universität Witten-Herdecke), Prof. Klaus North (Fachhochschule Wiesbaden) und in der Schlußphase der Arbeit von Prof. Theo Wehner (ETH Zürich). Über die Jahre hat sich zudem ein wissenschaftliches Netzwerk von knowledge cowboys gebildet, das sich selbstorganisiert auf Kolloquien und Seminaren zu intensiven Diskussionen traf. Andreas Gissler (Universität Kaiserslautern), Frank Heideloff (TU Chemnitz-Zwickau), Tobias Radel (Universität St.Gallen) und Michael de Vries (Universität Witten-Herdecke) gehörten zu den Eckpfeilern dieses nicht ganz selbstverständlichen Austausches. An der Universität St.Gallen kommentierte mein alter Freund Marc Balsiger verschiedene Versionen meiner Dissertation und Marco Rüstmann machte sich als konstruktiver und akribischer Leser an die Endversion. Aus der Distanz unterstützten mich Knut Behling, Joachim von der Goltz und Michael Heidecker in Hamburg, Alex Barkawi und Manuel Solbach aus St.Gallen, Marc Stilke aus Wiesbaden, Markus Rehle aus Köln, Rainer von Coelln aus Heidelberg und Marcus Vogt von dort, wo er gerade war. In Zürich waren Arnd Bätzner, Christoph Eisenhardt, Knut Giersch und Falk Schwesinger wertvolle Gesprächspartner und freundschaftliche Begleiter meines Weges. Arnd Bätzner entwarf zudem die Piktogramme dieser Arbeit und gab damit den Bausteinen des Wissensmanagements ein Gesicht. Meine liebe Mitbewohnerin Beverly Michaud-Zumbühl hat es in Zürich über ein Jahr ertragen, daß ein zunehmend zerstreuter werdender knowledge worker seine Manuskripte in der ganzen Wohnung verbreitete. Neben Personen sind es auch Institutionen, welche den eigenen Weg begleiten und beeinflussen. Besonderen Dank schulde ich der Studienstiftung des deutschen Volkes, die mich während meines Studiums in Hamburg und St.Gallen als Stipendiat förderte. Prof. Dirk Käsler (Universität Marburg) steht für mich stellvertretend für dieses Prinzip intergenerativen Austausches und intellektueller Stimulierung. Meine Vertrauensdozenten in Hamburg und in Zürich, Prof. Otfried Jarren und Prof. Ulrich Müller-Herold, unterstützten meine wissenschaftliche Entwicklung. Dank geht auch an den Schweizerischen Nationalfonds, der meine Forschungsaktivitäten im Rahmen der Arbeiten über interkulturelles Lernen und Wissensmanagement großzügig unterstützt hat. 10

10 Der Universität St.Gallen und der Université de Genève ist es zu verdanken, daß ich Spaß an der Forschung gefunden habe. Jacob Burckhardt hat einmal gesagt: "Wahre Universalität besteht nicht darin, daß man vieles weiß, sondern daß man vieles liebt." In diesem Sinne bleibe uns die Neugier und der rege Austausch mit anderen Lebenswelten immer erhalten 1. Kai Romhardt 1 Anregungen, Kritik und weitergehende Ideen sind sehr willkommen. Unser Wissensaustausch könnte beginnen, wenn Sie mich unter kontaktieren. 11

11 Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis...XXI 1. Einführung Wissensmanagement in der Theorie: ein Forschungsfeld formiert sich Wissensmanagement in der Praxis: zunehmender Wissenswettbewerb Ziele der Arbeit Erkenntnistheoretische Grundlagen Der Zugang zum Erkenntnisobjekt Forum für Organisationales Lernen und Wissensmanagement Interviews Kolloquien/Kongresse Vorbereitende Veröffentlichungen Neue Rollen im Forschungsprozeß Gang der Arbeit Begriffsklärungen Wissen Wissensbegriffe in verschiedenen Disziplinen Dichotomische Wissenssystematisierungen Wissen in verschiedenen Managementmodellen Organisationen als Gehirne oder das Konzept des "collective mind" Wissensstrukturen (knowledge structures) Die Wissensspirale nach Nonaka Intangible resources nach Hall Der Wissensbegriff der Dissertation Die Organisatorische Wissensbasis Organisatorische Wissensbasis nach Pautzke Organisatorische Wissensbasis: Der Begriff der Dissertation Intervention in die organisatorische Wissensbasis

12 3. Entwicklung des Bezugsrahmens Konstruktionsprozeß eines Bezugsrahmens des Wissensmanagements Konstruktion in und mit der Praxis: Erste Versuche Kurzvorstellung der Bausteine des Wissensmanagements Modellierung der Intervention Interventionsdimensionen Interventionsdimension eins: Individuelles versus kollektives Wissen Interventionsdimension zwei: Internes versus externes Wissen Interventionsdimension drei: Implizites versus explizites Wissen Interventionsdimension vier: Digitale versus analoge Daten und Informationen Interventionsquadranten Instrumente Vorgehen pro Baustein Praxisfall Ableitung von Interventionsquadranten Zuordnung von Instrumenten Wissensziele Fallbeispiel DG Bank Möglichkeiten und Grenzen von Wissenszielen Beobachtungen zu Wissenszielen in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissenszielen Interventionsquadrant "Steuerungsphilosophie" Interventionsquadrant "Zielreferenz" Interventionsquadrant "Integrationsniveau" Interventionsquadrant "Planungshorizont" Interventionsquadrant "Zieldimensionen" Interventionsansätze im Baustein Wissensziele Intervention durch Normwissensstrategien Intervention durch Wissensleitbild Intervention durch Management by knowledge objectives Wissensidentifikation

13 5.1 Fallbeispiel Schweizerischer Bankverein Möglichkeiten und Grenzen von Wissensidentifikation Beobachtungen zu Wissensidentifikation in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissensidentifikation Interventionsquadrant "Filtergrad" Interventionsquadrant "Grenznutzen der Information" Interventionsquadrant "Handlungsspielraum" Interventionsquadrant "Offenheitsgrad" Interventionsquadrant "Transparenzursache" Interventionsansätze im Baustein Wissensidentifikation Intervention durch Wissenskarten Intervention durch Wissensbroker und Transparenzschaffer Intervention durch Explizierung heimlicher Spielregeln Wissenserwerb Fallbeispiel Telecom-PTT Möglichkeiten und Grenzen von Wissenserwerb Beobachtungen zu Wissenserwerb in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissenserwerb Interventionsquadrant "Grenzziehung" Interventionsquadrant "Fremdheitsgrad" Interventionsquadrant "Grad der Kontextabhängigkeit" Interventionsquadrant "Diversitätsgrad" Interventionsquadrant "Nutzungshorizont" Interventionsquadrant "Autonomiegrad" Interventionsansätze im Baustein Wissenserwerb Intervention durch Akquisition von knowledge companies Intervention durch Beratungseinkauf Intervention durch Kopierstrategien

14 7. Wissensentwicklung Fallbeispiel Daimler Benz Forschung Gesellschaft und Technik (FT 4G) Möglichkeiten und Grenzen von Wissensentwicklung Beobachtungen in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissensentwicklung Interventionsquadrant "Routinisierung" Interventionsquadrant "Neuigkeitsgrad" Interventionsquadrant "Kreativitätsniveau" Interventionsquadrant "Fehlertoleranz" Interventionsquadrant "Freiheitsgrad" Exkurs: Persönliche Anmerkungen zum Nicht-Wissen als Quelle von Innovation Interventionsansätze im Baustein Wissensentwicklung Intervention durch Einrichtung von Lernarenen oder Kompetenzzentren Intervention durch knowledge links Wissens(ver)teilung Fallbeispiel Arthur Andersen Möglichkeiten und Grenzen von Wissens(ver)teilung Beobachtungen zu Wissens(ver)teilung in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissens(ver)teilung Interventionsquadrant "Koordinationsprinzip des Wissens" Interventionsquadrant "Teilungsinitiative" Interventionsquadrant "Mutabilität des Verteilten" Interventionsquadrant "(Ver)teilungsmacht" Interventionsquadrant "(Ver)teilungsgrad" Interventionsansätze im Baustein Wissens(ver)teilung Intervention durch sempai-kohai Intervention durch kollektive Problemlösungstechniken Intervention durch Spacemanagement

15 9. Wissensnutzung Fallbeispiel Bertelsmann-Fachinformation Möglichkeiten und Grenzen der Wissensnutzung Beobachtungen zu Wissensnutzung in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissensnutzung Interventionsquadrant "Handlungsrelevanz des Erkennens" Interventionsquadrant "Nutzungsgrenzen" Interventionsquadrant "Freiheitsgrad der Nutzung" Interventionsquadrant "Schönheit versus Funktion" Interventionsquadrant "Komplexitätsgrad " Interventionsansätze im Baustein Wissensnutzung Intervention durch nutzungsgerechte Gestaltung von Dokumenten Intervention durch Action Training Intervention über Data Mining Wissensbewahrung Fallbeispiel ABB-Consulting AG Möglichkeiten und Grenzen der Wissensbewahrung Wissensbewahrung in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissensbewahrung Interventionsquadrant "Umgang mit der Vergangenheit" Interventionsquadrant "Präsenz der Vergangenheit" Interventionsquadrant "Modulationsfähigkeit der Vergangenheit" Interventionsquadrant "Erfahrungswertschätzung" Interventionsquadrant "Bewahrungsumfang" Interventionsansätze im Baustein Wissensbewahrung Intervention durch lessons learned Intervention durch elektronisches Gedächtnis

16 11. Wissensbewertung Fallbeispiel Skandia Möglichkeiten und Grenzen der Wissensbewertung Beobachtungen zu Wissensbewertung in der Praxis Theoretische Beurteilung von Wissensbewertung Interventionsquadrant "Bewertungsinstanz" Interventionsquadrant "Kontrollprinzip" Interventionsquadrant "Bewertungsanspruch" Interventionsansätze im Baustein Wissensbewertung Intervention durch balanced scorecard Intervention durch mehrdimensionale Wissensmessung Schlußfragen Was konnte diese Dissertation leisten? Was sind die Konsequenzen für die Organisationstheorie? Was sind die Konsequenzen für die Organisationspraxis? Was sind meine persönlichen Schlußfolgerungen? Literaturverzeichnis Anhang 1: Vorbereitende Interviews Anhang 2: Falldokumentation

17 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1.1: The principles of the knowledge organization... 3 Abbildung 1.2: Probleme des Informationszeitalters in unterschiedlichen Disziplinen... 4 Abbildung 1.3: Resource-based view/strategy literature... 5 Abbildung 1.4: Paradoxien im Umgang mit Wissen... 8 Abbildung 1.5: Erkenntnisfelder der Dissertation Abbildung 1.6: Forumsprojekte im Jahr Abbildung 1.7: Der Action Research Prozeß im Forum für Organisationales Lernen und Wissensmanagement Abbildung 1.8: Unternehmen, in denen Gesprächs- und Interviewpartner zur Verfügung standen Abbildung 1.9: Vorbereitende Kolloquien und Kongresse Abbildung 1.10: Vorbereitende Veröffentlichungen Abbildung 1.11: Rollen im Forschungsprozeß Abbildung 1.12: Gang der Arbeit Abbildung 2.1: Wissenskategorien Abbildung 2.2: Dichotomische Wissenssystematisierungen Abbildung 2.3: Knowledge Structure Research: An Organizing Framework Abbildung 2.4: Spirale des Wissens (Grundmodell) Abbildung 2.5: Transformationsprozesse der organisatorischen Wissensbasis Abbildung 2.6: Die Beziehungen zwischen den Ebenen der Begriffshierarchie Abbildung 2.7: Das Kontinuum von Daten, Informationen zum Wissen Abbildung 2.8: Das Schichtenmodell der organisatorischen Wissensbasis nach Pautzke Abbildung 2.9: Beobachtung der organisatorischen Wissensbasis mit Hilfe der Dichotomie "intern/extern" Abbildung 3.1: Erster Bezugsrahmen des issensmanagements...49 Abbildung 3.2: "Wissensprobleme" (Praktikeraussagen im Forum) Abbildung 3.3: Zweiter Bezugsrahmen des Wissensmanagements Abbildung 3.4: Bausteine des Wissensmanagements Abbildung 3.5: Organisatorische Wissensbasis und Interventionsdimensionen Abbildung 3.6: Wertequadrat nach Helwig (1967) Abbildung 3.7: Modell des Interventionsquadranten

18 Abbildung 3.8: Konstruktion eines Interventionsquadranten Abbildung 3.9: Vorgehenslogik pro Baustein Abbildung 3.10: Action Research-Fälle Abbildung 3.11: Interviewfälle Abbildung 3.12: Literaturfälle Abbildung 3.13: Interventionsquadranten innerhalb der Bausteinlogik Abbildung 3.14: Instrumente innerhalb der Bausteinlogik Abbildung 4.1: Vorgehensweise je Dezernat: Ein Assessment-Projekt in vier Schritten Abbildung 4.2: Komponenten eines Zieles in Anlehnung an Hauschildt (1993) Abbildung 4.3: Interventionsquadrant "Steuerungsphilosophie" Abbildung 4.4: Interventionsquadrant "Zielreferenz" Abbildung 4.5: Interventionsquadrant "Integrationsniveau" Abbildung 4.6: Interventionsquadrant "Planungshorizont" Abbildung 4.7: Interventionsquadrant "Zieldimensionen" Abbildung 4.8: Normwissensstrategien Abbildung 4.9: Versuch eines Wissensleitbildes für den Ausbildungsbereich der PTT-TELECOM Abbildung 4.10: Management by Knowledge Objectives Abbildung 4.11: Individuelles Kompetenzportfolio I Abbildung 4.12: Individuelles Kompetenzportfolio II Abbildung 5.1: Modellierung der Wissensbasis des Bankvereins Abbildung 5.2: Interventionsquadrant "Filtergrad" Abbildung 5.3: Interventionsquadrant "Grenznutzen der Information" Abbildung 5.4: Interventionsquadrant "Handlungsspielraum" Abbildung 5.5: Interventionsquadrant "Offenheitsgrad" Abbildung 5.6: Interventionsquadrant "Transparenzursache" Abbildung 5.7: Wissenskarten Abbildung 5.8: Prozeß der Wissenskartenerstellung Abbildung 6.1: Zielstruktur der Telecom-PTT aus Perspektive der Ausbildung Abbildung 6.2: Strategische Ausbildungsplattform und Ausbildungsmarkt Abbildung 6.3: Struktur eines Kompetenzfeldes Abbildung 6.4: Interventionsquadrant "Grenzziehung" Abbildung 6.5: Interventionsquadrant "Fremdheitsgrad" Abbildung 6.6: Interventionsquadrant"Grad der Kontextabhängigkeit" Abbildung 6.7: Interventionsquadrant "Diversitätsgrad"

19 Abbildung 6.8: Potential- versus nutzungorientierte Positionen Abbildung 6.9: Interventionsquadrant "Nutzungshorizont" Abbildung 6.10: Interventionsquadrant Autonomiegrad" Abbildung 6.11: Das Kooperationskontinuum Abbildung 6.12: Segmente des Beratungsmarktes Abbildung 7.1: Das Kontinuum der Kooperationsmöglichkeiten im Entwicklungsprozeß Abbildung 7.2: "Lernen zu kooperieren" und "Kooperieren, um zu lernen" Abbildung 7.3: Entkopplung des Wissensenwicklungsprozesses Abbildung 7.4: Zirkulärer Zusammenhang von Routinen und Innovationen Abbildung 7.5: Interventionsquadrant "Routinisierung" Abbildung 7.6: Interventionsquadrant "Neuigkeitsgrad" Abbildung 7.7: Interventionsquadrant "Kreativitätsniveau" Abbildung 7.8: Interventionsquadrant "Fehlertoleranz" Abbildung 7.9: Interventionsquadrant "Freiheitsgrad" Abbildung 7.10 Struktur einer Lernarena erster Art Abbildung 7.11: Hypertext Organisation Abbildung 8.1: Eskalationsprinzip von grapevine Abbildung 8.2: Problemquellen beim Transfer von best practices Abbildung 8.3: Wirkung der Sozialisation auf strukturelle Komponenten der Lebenswelt Abbildung 8.4: Interventionsquadrant "Koordinationsprinzip des Wissens" Abbildung 8.5: Interventionsquadrant "Teilungsinitiative" Abbildung 8.6: Interventionsquadrant "Mutabilität des (Ver)teilten" Abbildung 8.7: Interventionsquadrant "(Ver)teilungsmacht" Abbildung 8.8: Unterschiedliche (Ver)teilungsgrade von Fähigkeiten Abbildung 8.9: Interventionsquadrant "(Ver)teilungsgrad" Abbildung 8.10: Xerox Problem Solving Process Abbildung 9.1: Ausgewählte Unternehmen der BERTELSMANN FACHINFORMATION Abbildung 9.2: Kompetenzfelder der BERTELSMANN FACHINFORMATION Abbildung 9.3: Deskription einer Einzelkompetenz Abbildung 9.4: Nutzungsbarrieren der Fähigkeitsdatenbank Abbildung 9.5: Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln Abbildung 9.6: Interventionsquadrant: Handlungsrelevanz des Erkennens Abbildung 9.7: Interventionsquadrant "Nutzungsgrenzen" Abbildung 9.8: Interventionsquadrant "Freiheitsgrad der Nutzung"

20 Abbildung 9.9: Interventionsquadrant "Schönheit versus Funktion" Abbildung 9.10: Interventionsquadrant "Komplexitätsgrad" Abbildung 9.11: Kriterien für die Qualität von Information Abbildung 9.12: Data-Mining-System Abbildung 10.1: Tätigkeitsfelder von ABB-CONSULTING Abbildung 10.2: Variablenliste zur Beschreibung des Erinnerungsprozesses Abbildung 10.3: Interventionsquadrant "Umgang mit der Vergangenheit" Abbildung 10.4: Formen des organisationalen Vergessens Abbildung 10.5: Interventionsquadrant "Präsenz der Vergangenheit" Abbildung 10.6: Interventionsquadrant "Modulationsfähigkeit der Vergangenheit" Abbildung 10.7: Interventionsquadrant "Erfahrungswertschätzung" Abbildung 10.8: Das Multi-Speicher-Modell der menschlichen Informationsverarbeitung und die primären Merkmale jedes einzelnen Speichers Abbildung 10.9: Interventionsquadrant "Selektionsumfang" Abbildung 10.10: Vom divergenten zum konvergenten System Abbildung 10.11: Schichten des elektronischen Gedächtnisses Abbildung 11.1: Auszug aus dem Navigator von Skandia Abbildung 11.2: Strukturiertes Netzwerk Abbildung 11.3: Interventionsquadrant "Bewertungsinstanz" Abbildung 11.4: Zirkulärer Zusammenhang von Vertrauen und Kontrolle Abbildung 11.5: Interventionsquadrant "Kontrollprinzip" Abbildung 11.6: Interventionsquadrant "Bewertungsanspruch" Abbildung 11.7: Wissensziele und ihre Bewertungsmethoden Abbildung 11.8: balanced scorecard Abbildung 11.9: Skandia Navigator Abbildung 11.10: Indikatorenklassen Abbildung 11.11: Indikatorenklassen in der Logik des strukturierten Netzwerkes Abbildung 12.1: Schlußempfehlungen Abbildung 12.2: Mein Dissertationsprozeß in der Logik der Bausteine des Wissensmanagements Abbildung 12.3: Verhaltensregeln für knowledge cowboys

21 1. EINFÜHRUNG WISSENSMANAGEMENT IN DER THEORIE: EIN FORSCHUNGSFELD FORMIERT SICH WISSENSMANAGEMENT IN DER PRAXIS: ZUNEHMENDER WISSENSWETTBEWERB ZIELE DER ARBEIT ERKENNTNISTHEORETISCHE GRUNDLAGEN DER ZUGANG ZUM ERKENNTNISOBJEKT Forum für Organisationales Lernen und Wissensmanagement Interviews Kolloquien/Kongresse Vorbereitende Veröffentlichungen Neue Rollen im Forschungsprozeß GANG DER ARBEIT Einführung Die Herausforderung dieser Arbeit liegt in der Beobachtung von Organisationen aus einer wissensorientierten Perspektive und in der Modellierung von Möglichkeiten und Grenzen der Intervention in die organisatorische Wissensbasis 2. Dieses einleitende Kapitel gibt einen Gesamtüberblick. Es arbeitet heraus, welche Trends in Theorie und Praxis mich 3 zum Verfassen dieser Arbeit motiviert haben. Hieraus werden die Erkenntnisziele der Dissertation abgeleitet. Nach einer Klärung der erkenntnistheoretischen Grundüberzeugungen und -methoden werden meine vielfältigen Zugänge zum empirischen Erkenntnisgegenstand dargestellt. Es wird aufgezeigt, welchen Grundüberzeugungen meine Forschung im Feld des Wissensmanagements folgte und welcher Balanceakt zwischen verschiedensten Rollenkonzepten geleistet werden mußte, um mich meinem Erkenntnisobjekt hinreichend nähern zu können. 2 In dieser Arbeit werden die Begriffe organisational und organisatorisch synonym verwendet. 3 Die ICH-Form wird in dieser Arbeit bewußt an den Stellen verwendet, in denen ICH zeigen will, daß es sich um meine persönliche Beobachtung des Erkenntnisgegenstandes handelt. So muß ich als Verfasser einer Dissertation zu meinen persönlichen Unterscheidungen stehen und diese dementsprechend kenntlich machen. ICH habe sie getroffen. ICH muß sie verantworten. Keine objektive Wissenschaft spricht durch mich über eine wahre und ewig gegebene Welt. Hiermit folge ich konstruktivistischen Grundpositionen. Vgl. Watzlawick (1988) oder Schmidt (1992 I). Wenn ICH in der WIR-Form spreche, dann wird auf Publikationen Bezug genommen, welche in Teamarbeit erstellt wurden. 22

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