Digitalisierung als Schlüssel für nachhaltige Wertschöpfungsketten September 2014

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1 Digitalisierung als Schlüssel für nachhaltige Wertschöpfungsketten

2 Hintergrund und Untersuchungsansatz Hintergrund Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer Online-Studie zum Thema Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln dar, die im Auftrag der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und GS1 Germany durchgeführt wurde. o o Erhebungsmethode: Online-Panel-Befragung Zielgruppe: Hersteller und Handelsunternehmen aus der Lebensmittelbranche o Zielpersonen: 1./2. Führungsebene oder auch leitende Angestellte in den Bereichen IT, E-Commerce, Konzernentwicklung, Einkauf, CSR/Sustainability, Kommunikation/Marketing o Erhebungszeitraum: o Stichprobengröße: N = 100 o Untersuchungsansatz Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären. 2

3 Management Summary Die ist seit 2005 gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings konnten dadurch Skandale um Pferdefleisch, Sojasprossen und dioxinhaltige Eier nicht verhindert werden. Durch eine fehlerfreie und transparente Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte möchten Händler und Hersteller nun das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen. Dafür planen sie, die Herstellungs- und Lieferwege ihrer Produkte effizienter und lückenlos zu erfassen. Die Ansprüche sind dabei hoch: 41 Prozent der Lebensmittelunternehmen verfolgen das Ziel, dass Herkunft und Transport ihrer Waren jederzeit und von überall aus nachvollzogen werden können. Digitale Lösungen bevorzugt Um dieses Ziel zu erreichen, wollen drei von vier Unternehmen in den kommenden zwei Jahren in digitale Lösungen investieren. In erster Linie sollen dabei die Verbraucher besser über die Eigenschaften der Produkte informiert werden. 78 Prozent wollen in den Ausbau entsprechender Services investieren. 69 Prozent planen den Einsatz digitaler Lösungen, um Services zur Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette aufzubauen. 70 Prozent der Lebensmittelproduzenten und Händler erwarten von digitalen Lösungen einen Imagegewinn, wenn sie die Herkunft ihrer Produkte einwandfrei und transparent belegen können. Zwei Drittel erhoffen sich so einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. 3

4 Management Summary Nachhaltige Produkte als Herausforderung Die Branche will durch digitale Lösungen auch dem immer stärker werdenden Wunsch nach nachhaltigen Lebensmitteln Rechnung tragen. Die Verbraucher wollen nachvollziehen können, woher das Produkt stammt und ob es umwelt- und sozialverträglich hergestellt wurde. Die befragten Entscheider aus Handel und Produktion messen daher digitalen Lösungen eine große Bedeutung bei, um diesen Wunsch der Kunden erfüllen zu können. Die Unternehmen sehen allerdings erhebliche Herausforderungen bei der Verknüpfung von digitalen Lösungen und Nachhaltigkeit, etwa bei der Einbindung in das Qualitätsmanagement, dem Datenschutz sowie den anfallenden Kosten. Bei der Information über Herkunft und Eigenschaften ihrer Produkte setzen die Unternehmen auf Gütesiegel, Webseiten und Barcodes. Neben den gesetzlichen vorgeschriebenen Angaben wie dem Zutatenverzeichnis oder Hinweisen für Allergiker finden die Kunden dort vor allem Nährwertangaben. Informationen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln suchen sie in den meisten Fällen allerdings vergeblich: Nur 43 Prozent der Hersteller und Händler veröffentlichen derartige Informationen. 4

5 Informationen zur Herkunft Jedes zehnte Unternehmen informiert seine Kunden nicht über die Herkunft der Produkte. 91% 9% Ja Nein F3: Informieren Sie Ihre Kunden über die Herkunft Ihrer Produkte? Basis: alle Befragten, N = 100 5

6 Ziele zur Transparenz und Rückverfolgbarkeit Rund 40 Prozent der Unternehmen haben den Anspruch, dass alle Herstellungs- und Transportwege ihrer Produkte transparent nachvollzogen werden können. Unsere Produkte sollen jederzeit und überall rückverfolgbar sein. Alle Herstellungs- und Transportwege können transparent nachvollzogen werden. 41% Eine Rückverfolgbarkeit soll im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben geleistet werden. Einen vollständigen Nachweis über alle Herstellungsund Transportwege können wir nicht leisten. 50% Rückverfolgbarkeit und vollständige Transparenz ist nicht machbar und wird auch nicht machbar in den nächsten fünf Jahren sein, insofern hat das Thema für uns keine wichtige Bedeutung. 9% 0% 20% 40% 60% 80% F16: Welches Ziel haben Sie sich mit Blick auf die Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Produkteigenschaften für die nächsten zwei Jahre gesetzt? Welcher der folgenden Aussagen stimmen Sie eher zu? Basis: alle Befragten, N = 100 (Nur eine Nennung) 6

7 Informationen für die Verbraucher Die Konsumenten sollen zukünftig mittels Gütezeichen einen Nachweis über die Herkunft und Eigenschaften der Produkte erhalten. Digitale Lösungen gewinnen dabei an Bedeutung. Mittels Gütezeichen 64% 29% 5 % 2% Über einen Barcode 44% 41% 14 % 1% Eigene bzw. Produkt-Webseite 49% 32% 16 % 3% Digital über einen QR-Code 37% 38% 24 % 1% und Standardsoftware (z.b. Excel, PDF) 31% 43% 23 % 3% Standardisiertes Produktstammdatenmanagement 29% 44% 22 % 5% Informationen am Point of Sale (z.b. Flyer, Aufsteller) 31% 42% 22 % 5% Social-Media-Kanäle (z.b. Facebook) 34% 38% 15 % 13% Informationen in den klassischen Medien (z.b. TV, Printmedien) 33% 38% 17 % 12% Internetbasiertes Rückverfolgbarkeitsportal* 31% 39% 25 % 5% Lieferantenportal 29% 40% 28 % 3% Digitale Geschäftstransaktionen (elektronische Bestellung, Fakturierung etc.) 26% 40% 25 % 9% Rückverfolgbarkeitslösungen bspw. ftrace 29% 37% 31 % 3% Auf Label/Hangtag 39% 26% 30 % 5% Blogs 24% 39% 21 % 16% *(z.b. 0% 20% 40% 60% 80% 100% Ja, ganz bestimmt Ja, wahrscheinlich Nein, wahrscheinlich nicht Nein, bestimmt nicht F6b: Und wie ist es bei den Endverbrauchern (B2C)? Werden Sie den Endverbrauchern in den nächsten zwei Jahren die folgenden Möglichkeiten anbieten, um die Herkunft und Eigenschaften Ihrer Produkte nachzuvollziehen? Basis: alle Befragten, N = 100 (Skalierte Abfrage, sortiert nach Top-2: Ja, ganz bestimmt + Ja, wahrscheinlich) 7

8 Investitionen in digitale Lösungen Drei Viertel der Unternehmen planen, in den nächsten zwei Jahren in digitale Lösungen zu investieren. 26% 74% Ja Nein F13: Planen Sie in den nächsten zwei Jahren in digitale Lösungen zu investieren, u.a. um Produkteigenschaften transparent zu machen und besser kommunizieren zu können? Basis: alle Befragten, N = 100 8

9 Geplante Investitionsbereiche An erster Stelle soll in Services zur Kommunikation von Produkteigenschaften investiert werden. Services zur Kommunikation von Produkteigenschaften an den Verbraucher 78% Services zu Rückverfolgbarkeit / Transparenz in der Lieferkette 69% Höherer Nutzungsgrad von Identifikationsstandards in der Lieferkette 58% IT-Infrastruktur 50% Personal und Kompetenzaufbau 32% 0% 20% 40% 60% 80% 100% F14: In welchen Bereichen planen Sie in digitale Lösungen zu investieren? Basis: Investitionen geplant (vgl. Frage 13), N = 74 (Mehrfachnennung) 9

10 Verknüpfung von digitalen Lösungen und Nachhaltigkeit Herausforderungen sind die Integration ins Qualitätsmanagement, technische Sicherheit und die Kosten. Integration ins Qualitätsmanagement 28% 51% 18 % 2% 1% Technische Sicherheit und Datenschutz 42% 36% 13 % 8% 1% Kosten und Investitionsbereitschaft 24% 54% 14 % 8% Erfüllung der regulatorischen Anforderungen 27% 49% 20 % 3% 1% Standardisierung mit Partnern der Wertschöpfungskette (Branchenlösung) 24% 48% 22 % 4% 2% Schulung des Personals 35% 35% 23 % 6% 1% Ausreichende Sensibilisierung / Nutzenbewusstseins des Managements 25% 44% 24 % 6% 1% Fehlende Akzeptanz des Endverbrauchers 21% 43% 29 % 4% 3% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Sehr wichtig Eher wichtig Eher unwichtig Unwichtig Nicht relevant F12: Wie wichtig sind für Sie die folgenden Herausforderungen, wenn es um die Verknüpfung von digitalen Lösungen und Nachhaltigkeit geht? Basis: alle Befragten, N = 100 (Skalierte Abfrage, sortiert nach Top-2: Sehr wichtig + Eher wichtig) 10

11 Höhe der Investitionen Drei Viertel der Unternehmen, die Investitionen in digitale Lösungen planen, rechnen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 1 Mio. Euro. 80% 60% 75% 40% 24% 28% 35% 20% 7% 5% 0% Unter 1 Mio. 1 Mio. bis unter 3 Mio. 3 Mio. bis unter 7 Mio. 7 Mio. bis unter 10 Mio. 10 Mio. und mehr F15: Wie viel werden Sie schätzungsweise in den kommenden zwei Jahren in digitale Lösungen investieren? Basis: Investitionen geplant (vgl. Frage 13), N = 74 11

12 Nutzen von digitalen Lösungen Unternehmen bewerten den Nutzen digitaler Rückverfolgbarkeitslösungen positiv. Top-2: Sehr positiv + Eher positiv Gesamt N = 100 Vergleichbarkeit von Produkten 76% Transparenzsteigerung 72% Reputationsaufbau 70% Markenwertsteigerung 69% Risikominderung 65% Unternehmenswachstum 64% Differenzierung vom Wettbewerb 64% Erweiterte Informationsleistung und Interaktion am Point of Sale 64% Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen 62% F9: Wie bewerten Sie den Nutzen von digitalen Rückverfolgbarkeitslösungen für die folgenden Themen? Basis: alle Befragten, N = 100 (Skalierte Abfrage, sortiert nach Top-2: Sehr positiv + Eher positiv) 12

13 Produktinformationen für die Verbraucher Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus werden Nährwertangaben zu den Produkten am häufigsten an die Verbraucher weitergegeben. Nährwertangaben 81% Zertifizierte Gütezeichen oder Siegel (z. B. Qualitätssiegel der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) oder Deutsches Bio-Siegel) für Produkte aus biologischem Anbau, artgerechter Tierhaltung oder fairem Handel 76% Angaben zum Herstellungsprozess, -ort und Transportweg bis zum Supermarkt 53% Angaben, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel enthalten sind 43% Nichts davon 1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% F4: Laut Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) ist der Hersteller gesetzlich verpflichtet, Lebensmittel mit bestimmten Informationen, wie Zutatenverzeichnis, Informationen für Allergiker etc. zu versehen. Welche der folgenden Informationen zu Ihren Produkten, die über die reinen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, geben Sie an die Verbraucher weiter? Basis: alle Befragten, N = 100 (Mehrfachnennung) 13

14 Methoden zur Risikominimierung in der Lieferkette Acht von zehn Unternehmen schließen mögliche Risiken in der Lieferkette aus, indem sie die Lieferanten einen Code of Conduct unterzeichnen lassen. Unsere Lieferanten müssen einen vorgegebenen Code of Conduct unterzeichnen. 81% Unsere Lieferanten müssen sich über unser Lieferantenportal qualifizieren. 71% Wir bewerten unsere Lieferanten anhand eines Fragebogens 55% Wir führen eine bilaterale Auditierung unserer Lieferanten durch. 45% Unsere Lieferanten werden durch Dienstleister oder Plattformanbieter (Sedex, Ecovadis etc.) auditiert. 14% 0% 20% 40% 60% 80% 100% F2: Wie sammeln Sie derzeit Erkenntnisse zu möglichen Risiken in der Lieferkette? Basis: Erkenntnisse zu Risiken werden gesammelt (vgl. Frage 1a/b), N = 91 (Mehrfachnennung) 14

15 Statistik Position im Unternehmen 60% 40% 20% 0% 44% Vorstand/Geschäftsführung/Inhaber 15% Erweiterte Geschäftsleitung 24% 3% 11% Leiter IT Leiter E-Commerce Leiter Einkauf Leiter Kommunikation/ Marketing 3% Jahresumsatz 40% 33% 20% 17% 22% 20% 0% 2% Unter 1 Millionen Euro 6% 1 bis unter 5 Millionen Euro 5 bis unter 10 Millionen Euro 10 bis unter 50 Millionen Euro 50 Millionen Euro und mehr Weiß nicht/ Keine Angabe Statistik Basis: alle Befragten, N =

16 Statistik Branche Anzahl der Mitarbeiter 60% 51% 32% 40% 68% 20% 24% 18% 7% Hersteller / Produzierendes Gewerbe Handel 0% 50 bis unter 100 Mitarbeiter 100 bis unter 250 Mitarbeiter 250 bis unter 500 Mitarbeiter 500 und mehr Mitarbeiter Statistik Basis: alle Befragten, N =

17 Ihre Ansprechpartner rund um Lebensmittelsicherheit Gerd Bovensiepen Partner, Leiter des Geschäftsbereichs Retail & Consumer in Deutschland und Europa Tel.: Anne Pattberg Senior Manager Business Consulting Retail & Consumer Tel.:

18 Impressum Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischer Form. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht gestattet. Kontakt: Dagmar Schadbach Market Communications Friedrich-Ebert-Anlage Frankfurt Telefon:

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