Ihr sicherer Weg durch die Finanzkrise

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1 Ihr sicherer Weg durch die Finanzkrise > Wie die Einlagensicherung funktioniert > Was Sparer jetzt tun sollten > Wie Sie Ihre Verlustbringer steuerlich nutzen Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag Mannheim

2 2008 by Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag Eine Marke der Wolters Kluwer Deutschland GmbH Postfach Mannheim Telefon 0621/ Telefax 0621/ Internet: 1. Auflage Stand: Dezember 2008 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle Angaben wurden nach genauen Recherchen sorgfältig verfasst; eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben ist jedoch ausgeschlossen. Redaktion: Ulrich Schneider-Fresenius Herstellung: Birgit Berkemeier Verlagsleitung: Peter Schmitz Satz und Druck: CPI Clausen & Bosse, Leck ISBN

3 Ihr sicherer Weg durch die Finanzkrise Inhalt Seite I Inhalt A. Was die Finanzkrise fuè r deutsche Sparer bedeutet B. Die deutsche Einlagensicherung: Wie sie funktioniert I. Gesetzliche Einlagensicherung II. Freiwillige Einlagensicherung der Banken III. GarantieerklaÈ rung der Bundesregierung vom IV. EU-Kommission will Spareinlagen besser schuè tzen C. Was Sparer jetzt tun sollten I. Geld unter»die Matratze legen«? II. Tagesgeld- und Festgeldkonten als flexibles Instrument III. Tagesanleihe des Bundes top, Geldmarktfonds Flop IV. Aktien verkaufen? V. Sind Fonds besser als Aktien? VI. Zertifikate kaufen? VII. Gold kaufen? VIII.Altersvorsorge in Gefahr? IX. Lohnt es sich noch, zu riestern? D. Wenn Sie Verlustbringer im Depot haben: Steuerliche Verlustverrechnung I. Wann Spekulationsverluste bis Ende 2008 abziehbar sind Spekulationsgewinne und -verluste ermitteln Freigrenze von Q 512, AusfuÈ llen der Anlage SO VerlustruÈ cktrag Verlustvortrag Besonderheiten bei Ehepaaren II. Kapitalverluste bis Ende 2008 sind meist nicht abziehbar Kein Abzug als Werbungskosten Kein Abzug als auûergewoè hnliche Belastung III. Verlustverrechnung ab Gewinn bzw. Verlust bei Bank- und BoÈ rsengeschaè ften ermitteln EingeschraÈ nkte Verlustverrechnung VerlustverrechnungstoÈ pfe der Banken Verrechnung von Altverlusten Verluste aus anderen Einkunftsarten

4 Was die Finanzkrise für deutsche Sparer bedeutet Seite 1 A. Was die Finanzkrise fuè r deutsche Sparer bedeutet Die Finanzkrise kommt aus den USA. Aber Geld haèlt sich nicht an LaÈndergrenzen. Es ist weltweit unterwegs. Damit kann sich auch das Krisenvirus nahezu unbegrenzt ausbreiten. Und deshalb muè ssen Sie als deutscher Sparer zittern, weil ein US-Amerikaner die Raten fuè r sein Haus nicht mehr bezahlen kann. Der AusloÈ ser der Krise ist die ungebremste Verschuldung des amerikanischen Verbrauchers. Dieser wurde jahrelang mit Niedrigstzinsen von der FED der US- Notenbank zum hemmungslosen Konsum animiert. So konnten sich die Politiker an scheinbar blendenden Wirtschaftsstatistiken berauschen und die USA als internationale Konjunkturlokomotive vorfuè hren. Die amerikanische Volkswirtschaft wird zu 70 % vom Konsum bestimmt. Vom Weltbruttosozialprodukt entfallen rund 30 % auf die USA. In den letzten Jahren befluègelten dort sinkende Zinsen die HaÈuserpreise. So konnten auch jene Familien Immobilieneigentum erwerben, die es sich eigentlich nicht leisten konnten. Und mit jedem weiteren Preisanstieg packten die US-BuÈ rger eine zusaètzliche Hypothek auf ihr HaÈuschen, um mit dem frischen Geld ihre KonsumwuÈ nsche zu finanzieren. Heute ist der amerikanische Verbraucher zusammen mit dem englischen und dem spanischen der hoè chstverschuldete in der Welt. Nachdem die US-Notenbank durch ZinserhoÈ hungen den Verschuldungs-Luftballon zum Platzen gebracht hat, koè nnen jetzt immer mehr Schuldner ihre Kredite nicht bedienen. Die Folge: NotverkaÈufe und Zwangsvollstreckungen, die die Preise rapide in den Keller treiben. Denn niemand ist da, der jetzt noch kaufen moèchte. In Kalifornien, dem Boomland der Immobilienspekulation, sind die HaÈuserpreise allein in den letzten zwoèlf Monaten um 41 % gefallen. Vor den GroûstaÈdten wachsen die Zelt- und Wohnwagensiedlungen derjenigen, die aus ihren Behausungen vertrieben wurden. Doch keine Sorge: Amerikanische VerhaÈltnisse herrschen in Deutschland nicht. Der Anteil der Fremdfinanzierung am Immobilienmarkt ist wesentlich geringer. Auch hat es ± zum Leidwesen der Immobilienbesitzer ± in den vergangenen Jahren praktisch keinen nennenswerten Wertzuwachs bei Immobilien gegeben. Auûerdem ist die Verschuldung der deutschen Haushalte eher solide. Schulden bei Kreditkartenunternehmen in HoÈ he eines Jahresverdienstes, die mit zweistelligen Zinsen bedient werden, sind in den USA und Groûbritannien uè blich ± hierzulande aber nicht. Schwierig ist es jedoch abzusehen, inwieweit deutsche Banken aufgrund ihrer Verflechtung mit dem internationalen Welthandel ± wir sind immerhin die groè ûte Exportnation ± durch das gravierende Misstrauen in Mitleidenschaft gezogen werden: Weltweit sind bereits Werte in HoÈ he von

5 Seite 2 Was die Finanzkrise für deutsche Sparer bedeutet 3,6 Billionen (!) Dollar vernichtet worden, was die StabilitaÈt und SoliditaÈt des Weltfinanzsystems beeintraèchtigt. Keine Bank traut der anderen, gibt es doch taèglich neue Verlustmeldungen. In dieser Situation sieht sich der private Sparer vor viele Fragen gestellt. Dieser Ratgeber beantwortet die drei entscheidenden Fragen: Wie sicher ist mein Geld? Was soll ich jetzt mit meinem Geld tun? Was mache ich mit meinen Verlusten?

6 Die deutsche Einlagensicherung: Wie sie funktioniert B. Die deutsche Einlagensicherung: Wie sie funktioniert I. Gesetzliche Einlagensicherung Gesetzliche Einlagensicherung Seite 3 Bei Zahlungsschwierigkeiten eines Geldinstituts sorgt ein umfassendes System der Einlagensicherung dafuè r, dass jeder Sparer sein Geld zuruè ckerhaèlt. In Europa sind die Mindestanforderungen der gesetzlichen Einlagensicherung und AnlegerentschaÈdigung durch die beiden EG-Richtlinien 1994 / 19 / EG und 1997 / 9 / EG vorgeschrieben, die in Deutschland durch das Einlagensicherungsund AnlegerentschaÈdigungsgesetz (EAEG) umgesetzt wurden. Die Einlagensicherung garantiert dem Kunden den Schutz von 90 % seiner Einlagen ± maximal Q , -- ± sowie 90 % der Verbindlichkeiten aus WertpapiergeschaÈften ± ebenfalls maximal Q , --. TraÈger dieser gesetzlichen Sicherung sind: die EntschaÈdigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) fuè r private Banken und Bausparkassen, die EntschaÈdigungseinrichtung des Bundesverbandes OÈ ffentlicher Banken Deutschlands GmbH und die EntschaÈdigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Sparkassen und Kreditgenossenschaften (Volks- und Raiffeisenbanken), die einem der bestehenden StuÈ tzungsfonds bzw. Garantiefonds der Sparkassen oder Kreditgenossenschaften angehoè ren, muè ssen sich nicht einem staatlichen Sicherungssystem anschlieûen. Bei den geschuè tzten Einlagen handelt es sich um Kontoguthaben wie Sicht-, Termin- und Spareinlagen und Namensschuldverschreibungen, zum Beispiel auf den Namen lautende Sparbriefe. Inhaberschuldverschreibungen und Inhabereinlagenzertifikate unterliegen dagegen ± anders als bei der Institutssicherung der Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken ± nicht dem gesetzlichen Einlagenschutz. Bei einer Wertpapieranlage werden HerausgabeanspruÈ che an Wertpapieren (z. B. im Depot verwahrte Anleihen oder Anteile an Investmentfonds) oder die Auszahlung von Geldern im Zusammenhang mit WertpapiergeschaÈften (z. B. ZinsertraÈge, VerkaufserloÈ se) abgesichert.

7 Seite 4 Die deutsche Einlagensicherung: Wie sie funktioniert Freiwillige Einlagensicherung der Banken UNSER TIPP SchuÈ tzt eine Bank Ihre Einlagen nur im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung, sollten Sie dort auch nicht mehr als Q , -- anlegen. Splitten Sie gegebenenfalls groè ûere AnlagebetraÈge und legen Sie diese bei verschiedenen Banken an oder waèhlen Sie eine Bank mit hoè herer Einlagensicherung. II. Freiwillige Einlagensicherung der Banken Die verbandseigenen (freiwilligen) Sicherungseinrichtungen der Kreditinstitute gibt es in Form einer Instituts- sowie einer Einlagensicherung. Die Einlagensicherung wird gewaèhrleistet durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (»Feuerwehrfonds«), den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes oè ffentlicher Banken und den Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds. Gesichert werden die uè ber die Basisdeckung aus der gesetzlichen Einlagensicherung hinausgehenden Einlagen. Die Sparkassen haben eine verbandseigene Sicherung. Dazu gehoè ren: die elf StuÈ tzungsfonds der regionalen Sparkassen- und GiroverbaÈnde, die Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen und der Sicherungsfonds der Landesbausparkassen.

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