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1 Konjunktur In Deutschland ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal erwartungsgemäß um 0,4% gestiegen. Neben dem Konsum hat der Außensektor wieder deutlicher zum Wachstum beigetragen. Die Frühindikatoren und Auftragsdaten sprechen für eine anhaltend gute Konjunktur. Das BIP der Eurostaaten hat sich im zweiten Quartal mit +0,3% leicht abgeschwächt. Dabei beschleunigten Spanien und Deutschland ihre Expansion, während Frankreich und Italien enttäuschten. Niedrige Ölpreise und EZB-Rückenwind sollten weiter stützend wirken. Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal annualisiert um 3,7% nach revidiertem Plus von 0,6% zum Jahresauftakt. Nach unserer Prognose bleibt die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte intakt. Das Wachstum in China verharrte im 2. Quartal 2015 mit 7,0% auf dem niedrigsten Wert seit gut sechs Jahren. Mit Blick auf sich eintrübende Makrodaten und dämpfende Börsencrash- Effekte rechnen wir für die Jahre 2015 und 2016 mit BIP-Plusraten von 6,8% bzw. 6,5%. Der Beitrag der Schwellenländer zum Welt-BIP-Wachstum dürfte - trotz aktueller Belastungen vor allem in Rohstoff-Exportländern - den der Industriestaaten übersteigen. Konjunktur- und Inflationsprognose e 2016e Deutschland BIP 1,6 1,6 1,7 Inflation 0,9 0,3 1,5 Eurozone BIP 0,9 1,2 1,5 Inflation 0,4 0,1 1,3 USA BIP 2,5 2,5 2,8 Inflation 1,6 0,3 2,5 China BIP 7,3 6,8 6,5 Inflation 2,0 1,6 1,2 Welt BIP 3,4 3,5 3,7 Inflation 3,5 2,8 3,6 Zinsentwicklung Zins-, Währungs- & Rohstoffprognosen Zinsen Euroland (%) EZB Leitzins 0,05 0,05 0,05 Bund 10 Jahre 0,75 1,00 1,40 Zinsen USA (%) Fed Funds 0,50 1,00 1,50 Treasury 10 Jahre 2,40 2,80 3,20 Euro in USD 1,10 1,05 1,05 in CHF 1,08 1,10 1,12 Gold/Feinunze in USD Rohöl Brent/Barrel in USD Stand: Seite 1 von 6

2 Die EZB will die Inflation in Richtung ihrer Zielmarke von rd. 2% bringen und hält den Leitzins bei rekordtiefen 0,05%. Dazu kauft die EZB bis September 2016 monatlich Anleihen, v.a. EWU- Staatstitel, in Höhe von 60 Mrd. Euro. Zinsen für Tagesgelder dürften längere Zeit auf unattraktiv niedrigem Niveau bleiben. Aufgrund der Kursanfälligkeit länger laufender Anleihen sollten diese bei Anlagen auf Endfälligkeit eher untergewichtet werden. Die durch die jüngsten China-Turbulenzen ausgelöste Verunsicherung der Finanzmärkte sollte dazu führen, dass es seitens der US-Notenbank nur bei einer Leitzinsanhebung im laufenden Jahr - im September oder Dezember - bleibt. Der US-Dollar hat gegenüber dem Euro wegen der china-bedingten Marktturbulenzen und der damit aktuell weniger wahrscheinlichen Fed-Zinswende an Boden verloren. Der Greenback profitiert jedoch weiter von Konjunkturvorteilen und deutlich attraktiveren Renditen als in der Eurozone. Stand: Seite 2 von 6

3 Aktien Zweifel an der Stärke der chinesischen Konjunktur sorgten beim DAX für kräftige Kursverluste. Die europäische Berichtssaison für das zweite Quartal verlief gut. Positive Gewinnüberraschungen waren dank schwachem Euro und niedrigen Energie- und Rohstoffkosten nahezu die Regel. Die Analysten haben die Gewinnschätzungen für deutsche Aktien zuletzt deutlich nach oben revidiert. Auf Basis der Prognosen für DAX-Unternehmen beläuft sich das das prognostizierte Gewinnmomentum 2014/2015 auf gut 12%, für 2015/2016 auf 8%. Der US-Aktienmarkt hat sich seit seinem Hoch Anfang März um die Marke von Dow- Punkten deutlich abgeschwächt. Neben den Diskussionen um eine mögliche Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank belasteten vor allem die China-Turbulenzen. Die US-Unternehmen präsentierten in der Berichtssaison für das zweite Quartal gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert lediglich eine Gewinnstagnation. Nach dem Kurseinbruch an Chinas Festlandbörsen ab Mitte Juni hat die Regierung zahlreiche Maßnahmen zum Gegensteuern eingeleitet. Der Markt ist momentan auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht. Solange die Positivfaktoren positive Unternehemens- und Konjunkturentwicklung, monetäre Expansion und an den Stimmungsindikatoren ablesbares Grundvertrauen der Anleger Bestand haben, raten wir in einem gemischten Portfolio weiterhin zu einer Übergewichtung von Aktien. Das derzeitige Kursniveau im DAX eröffnet angesichts des vorhandenen Bewertungsspielraums und der Aufwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen fundamental gut untermauerte Kaufchancen. Da die aktuelle Verunsicherung und Skepsis jedoch hartnäckiger nachwirken dürften als bisher prognostiziert, reagieren wir auf die veränderten Perspektiven mit einer Anpassung unserer Index-Kursziele nach unten, bleiben aber grundsätzlich positiv für den Aktienmarkt. Stand: Seite 3 von 6

4 Aktienmarktszenarien Kursprognosen per / Hauptszenario Wahrscheinlichkeit 65% 2. Optimistisches Szenario Wahrscheinlichkeit 10% 3. Risikoszenario Wahrscheinlichkeit 25 % (Stand ) Die Weltkonjunktur bleibt auf einem stabilen Wachstumspfad Die Konjunktur im Euroraum erholt sich allmählich. Die EZB wird angesichts der Deflationsrisiken ihren expansiven Kurs fortsetzen. Das BIP der EWU dürfte 2015 um 1,2% zulegen. In Deutschland dürfte das kalenderbereinigte BIP 2015 um 1,6% wachsen. Für 2016dürfte sich das BIP-Wachstum auf 1,5% (EWU) bzw. 1,7% (Deutschland) beschleunigen. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen wird durch den schwächeren Euro unterstützt. Das niedrige Zinsniveau und eine wachsende Risikofreude lassen die Aktienkurse weiter steigen. Geldmarktzinsen und Renditen bleiben durch die Geldpolitik der EZB auf einem niedrigen Niveau. Am langen Ende steigen die Renditen aber tendenziell etwas durch die Zinsanhebung der US- Notenbank, welche auch auf die Renditen im Euroraum abstrahlt. Schnelle und starke Konjunkturbelebung. Notenbanken schwenken zu spät auf einen restriktiven geldpolitischen Kurs um. Die Inflation beschleunigt sich aufgrund der rasch aufheizenden Konjunktur. Erheblich steigende Unternehmensgewinne in einem allgemein positiven Kontext führen die Aktienhausse in eine Phase der Übertreibung nach oben. Deutlicher Renditeanstieg in den USA und Europa Harte Landung in China. Starker Wachstumsrückgang mit Konsequenzen für die Weltkonjunktur. Anhaltender Druck auf die Währungen der Emerging Markets und die Rohstoffpreise. Der Euroraum gleitet in eine Deflation ab. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nimmt deutlich zu. Bundesanleihen werden verstärkt als sicherer Hafen gesucht. Unternehmensgewinne brechen massiv ein. Flucht aus Aktien. Renditen fallen auf neue Rekordtiefs. DAX / Euro Stoxx / Dow Jones / DAX / Euro Stoxx / DAX / Euro Stoxx / Stand: Seite 4 von 6

5 Aktuelle Gewichtung der Sollportfolien 1) Portfolio 1 Portfolio 2 Portfolio 3 Portfolio 4 Portfolio 5 Liquidität 5 % 5 % Renten 85 % 55 % 35 % 15 % ---- Immobilien 10 % 15 % 15 % 15 % ---- Aktien 2) % 50 % 70 % 100 % 1) Die empfohlene Notfallreserve und Zielsparpositionen sind dabei vorher vom Gesamtvermögen abzuziehen und nicht in die Vermögensallokation einzurechnen. 2) In dieser Assetklasse können Rohstoffe und alternative Investments enthalten sein. Dafür wird der Aktienanteil entsprechend reduziert. Stand: Seite 5 von 6

6 Disclaimer Diese Publikation basiert auf Veröffentlichungen unseres Partners im Kapitalmarkt-Research der LBBW Landesbank Baden-Württemberg. Die LBBW unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bonn/Frankfurt Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände der LBBW oder der Sparkasse in diesen Produkten. Wir behalten uns vor, diese Information jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater. Überreicht durch Sparkasse Coburg - Lichtenfels VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT: JENS FREMBS Stand: Seite 6 von 6

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