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1 THE FALCON HOUSE VIEW März 2015 Phone Fax

2 THE FALCON HOUSE VIEW STANDPUNKT VON CIO DAVID B. PINKERTON Im Februar verzeichneten die Märkte eine der stärksten Wertentwicklungen der jüngeren Geschichte. Die risikoreichen Anlageklassen im Aktienbereich legten auf breiter Front zu und erzielten Wertzuwächse zwischen 4,5% und 8%. Damit rangiert der Februar, bezogen auf die letzten 20 Jahre, unter den besten 10 Prozent aller Monate. Die US-Anleihen kamen etwas unter Verkaufsdruck, sodass die Renditen leicht stiegen. In Europa kletterten die Anleihenkurse dagegen auf neue Höchststände, während die Renditen immer stärker nachgaben. Dies war darauf zurückzuführen, dass die Anleger den Anleihenkaufprogrammen (quantitative Lockerung) der Europäischen Zentralbank (EZB) zuvorkamen. Die Aktienmärkte der Schwellenländer entwickelten sich weniger homogen, legten aber insgesamt zu. Den Hintergrund hierfür bildeten die deutlichen Kursgewinne einiger Energiewerte sowie eine Entlastungsrally, die den abflauenden Kämpfen in der Ukraine zu verdanken war. Die US-Konjunkturdaten deuteten weiterhin auf eine Ausbreitung des Erholungstrends hin, während sich die Berichtssaison ihrem Ende näherte und mit keinen grösseren Negativüberraschungen aufwartete. Die Ängste vor einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro und vor einem Krieg in der Ukraine kurbelten zunächst die Nachfrage nach Gold an. Als diese Ängste später abflauten, wurden Goldpositionen jedoch rasch wieder abgestossen. ÄNDERUNG DER VERMÖGENSAUFTEILUNG Aktien Unter strukturellen Gesichtspunkten beurteilen wir Industrieländeraktien nach wie vor optimistisch, wobei wir europäischen, US-amerikanischen und japanischen Aktien den Vorzug geben. Nach den Kursgewinnen der letzten Monate steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Pause in der Kursentwicklung oder einen Kursrückgang. Diese Aktienmärkte sollten aber weiterhin nachgefragt werden. Die Portfolios dürften auch künftig übergewichtete Positionen gegenüber den Benchmarks anstreben. Die Schwellenländeraktien haben sich voneinander abgekoppelt und dürften insgesamt auch künftig eine Underperformance erzielen, wobei einige Märkte wie Indien und Saudi-Arabien einen aggressiven Aufwärtstrend verzeichnen. Viele andere aufstrebende Märkte weisen jedoch eine ausserordentlich hohe Volatilität auf. Dies ist grösstenteils auf die Währungsschwankungen zum US-Dollar zurückzuführen, hat aber auch mit einer Vielzahl spezifischer Risiken wie etwa politischen Risiken (Russland) und Inflationsrisiken (Brasilien) zu tun. Unserer Meinung nach steht uns hinsichtlich der relativen Performance von Schwellenländer- versus Industrieländeraktien ein Bodenbildungsprozess bevor. Es ist aber immer noch zu früh, um eine strukturelle, längerfristige Übergewichtung in Schwellenländeraktien einzugehen. Anleihen Momentan gehen wir nicht davon aus, dass es an den Anleihenmärkten der Industrieländer zu Kurseinbrüchen und erheblichen Renditesteigerungen kommt. Denn im System ist nach wie vor zu viel Liquidität, und aufgrund demografischer Faktoren ist ein globaler Deflationsdruck zu verzeichnen. Allerdings bewegen sich die Zinsen mittlerweile in fast allen Segmenten (Durationen und Länder) über die Nullzinsmarke in den Negativzinsbereich. Deshalb spricht aus Sicht von längerfristig orientierten Anlegern das Risiko-Ertrags- Verhältnis dafür, Aktien gegenüber Anleihen vorzuziehen. Die Kursbildung bei Anleihen unterscheidet sich ganz offensichtlich von der Kursbildung im Bereich der Aktien. In den Kursen der Anleihen scheinen eine erhebliche Deflation sowie eine pessimistische Beurteilung des Wirtschaftswachstums eskomptiert zu sein. Im Bereich der Aktien steigen hingegen nach wie vor sowohl die Kurse als auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse. In den Aktienkursen sind zudem robustere Konjunkturaussichten eingepreist. Weisen die Märkte somit bipolare Züge auf? Wie lassen sich diese beiden unterschiedlichen Erwartungshaltungen miteinander vereinbaren? Klar ist, dass der Anleiheninvestor künftige Entwicklungen fast immer pessimistisch beurteilt, während Aktienanleger optimistischer sind und die Zukunft eher durch die rosarote Brille betrachten. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen sind jedoch nur ein Grund. Dass diese beiden Märkte auch bei divergierender Kursbildung völlig miteinander im Einklang stehen können, lässt sich damit erklären, dass Umsatzwachstum für steigende Aktienkurse nicht erforderlich ist, wohl aber Gewinnwachstum. Ein Unternehmen kann den Wert seiner Aktien steigern, wenn es über den erforderlichen Cashflow verfügt, um Schulden zu tilgen oder Aktien zurückzukaufen. Unter- Phone Fax

3 nehmen mit starkem Cashflow und hohen Gewinnmargen werden mit steigenden Kurs-Gewinn-Verhältnissen aufwarten, solange ihr Geschäft nicht ernsthaft unter den Deflationskräften in den Industrieländern leidet. Das erklärt, warum die Marktteilnehmer momentan unter Ausklammerung des Risikos einer massiven Deflation bei Aktien mehr Wertsteigerungspotenzial vermuten als bei Anleihen. Viele Anleiheninvestoren interessieren sich im Übrigen trotz der negativen Rückzahlungsrendite für diese Bonds, weil ein vor Endfälligkeit erfolgender Verkauf der Anleihen an die EZB sie noch teurer zu stehen käme (und eine noch negativere Rendite abwürfe). AUSBLICK FÜR US AKTIEN Im vergangenen Monat legten wir unsere neutrale Einschätzung des US-Aktienmarktes dar und begründeten diese primär mit der Sektorrotation. Wie sich gezeigt hat, waren wir zu vorsichtig. Denn nach Abschluss der Berichtssaison flauten die Sorgen rund um die Kämpfe in der Ukraine und die Verhandlungen zwischen der EU und Griechenland zur Abwendung des Grexit ab. Daraufhin erholten sich die Aktienkurse drastisch von ihrer Januar-Baisse. Angeführt wurde der Trend von führenden Large-Cap-Titeln wie Apple, Amazon, General Electric und Google. Sie alle legten grösstenteils kräftig zu, vor allem, weil sie die Gewinnerwartungen übertroffen hatten. Am Ende der Performancerangliste notierten vor allem Versorgungswerte (-6%) und andere defensive Titel. Wie oben erwähnt, schätzen wir die Aussichten für US-Aktien weiterhin optimistisch ein. Neu und spannend ist das für unsere Leser nicht, was aber in der Natur der Sache liegt. Denn die Faktoren für steigende Aktienkurse ändern sich nicht wirklich von Monat zu Monat. Was wir im Februar geschrieben haben, möchten wir deshalb heute noch einmal bekräftigen: Gewinnwachstum lässt sich in einem stabilen Wirtschaftsumfeld auch ohne Umsatzwachstum erzielen. Auch Warren Buffet, der berühmteste Investor der Welt, weist in seinem Jahresbrief auf diese Trends hin. In seinem Schreiben legt er dar, wie der Shareholder Value der von ihm geführten Holdinggesellschaft Berkshire durch Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen auch für den Fall gesteigert werden kann, dass Wachstum wegen dürftiger BIP-Erwartungen ausbleibt eine Situation, die für Berkshire seinen Worten zufolge künftig immer wahrscheinlicher werden könnte. Letzten Monat schrieben wir, dass die negative Anlegerstimmung zu einer Outperformance defensiver Titel gegenüber aggressiveren Sektoren führt, unserer Meinung nach diese Entwicklung jedoch übertrieben ist, weshalb wir zyklische Werte und aggressivere Titel momentan als überverkauft einschätzen. Diese Einschätzung ist eingetreten und es hat sich gezeigt, dass der Hausse-Markt für US-Aktien nach wie vor intakt ist. AUSBLICK FÜR EUROPÄISCHE AKTIEN Letzten Monat wiesen wir darauf hin, dass sich die EZB mit ihrem Anleihenkaufprogramm mittlerweile an dem Drehbuch orientiert, dem die US-Notenbank im Rahmen ihres Programms der quantitativen Lockerung (QE) gefolgt ist. Seitdem sind die europäischen Aktien gut aus ihren QE-Startlöchern gekommen, sodass sie im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von rund 10-15% aufweisen. Eine kurzfristige Pause in der Kursentwicklung ist durchaus möglich, dürfte diese erste Aufwertungswelle auf kurze Sicht doch durch Gewinnmitnahmen beantwortet werden. Kurskorrekturen gehören in einem wieder anziehenden Hausse-Markt als normale Entwicklungen dazu. Insgesamt halten wir uns bei unserer Positionierung an die Börsenweisheit Don t fight the Fed. Gemeint ist damit, dass wir uns bei Anlageentscheidungen nicht gegen die Politik der US-Notenbank bzw. in diesem Fall die Politik der EZB stemmen sollten. Wir sind weniger darüber besorgt, ob das EZB-Anleihenkaufprogramm funktioniert und der Wirtschaft letztlich über eine stärkere Kreditvergabe zugutekommt. Längerfristig ist für europäische Aktien eher relevant, dass generell eine liquiditätsinduzierte Rally mit einem durch die Euroabwertung begünstigten Wirtschaftswachstum einhergehen dürfte. Deutschland profitiert hiervon eindeutig ebenso andere Länder wie Spanien, Italien und Frankreich, die teilweise abhängig vom Tourismus sind. Die nach wie vor nicht gelöste Griechenland-Krise beherrscht noch immer die Schlagzeilen. Doch just heute Morgen erhielt das Land einen dreimonatigen Überbrückungskredit verbunden mit der Forderung, einen neuen Haushalt sowie eine Strategie zu präsentieren, um in diesem Zeitrahmen die Steuererhebung zu intensivieren und die Steuereinnahmen zu erhöhen. Dass sich alle Augen in Europa hierauf richten, liegt nicht daran, dass Griechenland selbst ein grosses Problem darstellt (wenngleich sich die Hilfsmassnahmen auf 300 Milliarden Euro summieren). Entscheidend ist vielmehr, dass eine wie auch immer geartete Vereinbarung einen Präzedenzfall für andere überschuldete Staaten wie Irland, Spanien und Italien schaffen würde. Diese würden sich ermutigt fühlen, ähnliche Schuldenschnitte und Restrukturierungsbedingungen einzufordern. Bleiben Sie dran an diesem Thema. AUSBLICK FÜR BRITISCHE AKTIEN Auch dies mag den Lesern, die unsere Berichte regelmässig verfolgen, repetitiv und langweilig vorkommen. Doch unsere langfristige Einschätzung des britischen Markts legt nach wie vor den Schluss nahe, Aktien gegenüber Anleihen überzugewichten. Denken Sie daran, dass wir im Beratungsgeschäft tätig sind und dass die Beratungsinhalte manchmal schlicht und ergreifend immer wieder lauten, auf Kurs zu bleiben. Die Finanzmedien oder andere Blogger suchen händeringend nach Schlagzeilen und dramatischen Stories, um Abnehmer zu finden und die Zahl ihrer Follower zu erhöhen. Unsere Motivation ist eine andere. Deshalb hoffen wir, keine ausgefallenen Empfehlungen abgeben zu müssen, um Ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. AUSBLICK FÜR SCHWEIZER AKTIEN Die Abkopplung des Frankens vom Euro, die am 15. Januar den Schweizer Markt überraschte, scheint bereits ewig her zu sein. Nach diesem dramatischen Tag, der erst einige Wochen zurückliegt, ist die Schweizer Wirtschaft wieder in dasselbe stabile, vorhersehbare (und langweilige) Fahrwasser zurückgekehrt, das sie so widerstandsfähig und verdienterweise zu einem sicheren Hafen macht. Die Immobilienpreise steigen aufgrund der extrem niedrigen Finanzierungskosten weiter. Die Versicherungsgesellschaften und Banken wissen Phone Fax

4 mit ihrer Liquidität kaum etwas anderes anzufangen, als diese in lokale Dividendenpapiere oder Immobilien zu investieren. In den Schweizer Portfolios halten wir unsere Übergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen aufrecht. AUSBLICK FÜR AKTIEN AUSTREBENDER MÄRKTE Wie bereits in vielen früheren Publikationen erwähnt, bilden die Schwellenländeranlagen keine homogene Anlageklasse mehr und haben sich voneinander abgekoppelt. Die chinesischen Konjunkturdaten sind nach wie vor wenig aufschlussreich. Die jüngste Senkung des Mindestreservesatzes für lokale Banken deutet indes auf eine Lockerung der Geldpolitik im Reich der Mitte hin. Die Massnahme lässt darauf schliessen, dass die chinesische Regierung durch das verlangsamte Wachstum unter Druck gerät. Da China die grösste Volkswirtschaft unter den Schwellenländern ist, sind die Entwicklungen hier richtungsweisend für die anderen Emerging Markets. Das Problem Chinas und anderer exportabhängiger Nationen besteht darin, dass der sich abschwächende Euro oder Yen irgendwann zu einer noch grösseren Bedrohung für das chinesische Wirtschaftswachstum werden könnte. Am Horizont machen wir bereits Anzeichen für eine Fortsetzung der entgegenkommenden Geldpolitik aus, nachdem die letzte Zinssenkung um 25 Basispunkte am 28. Februar angekündigt worden ist. Denn die jüngsten Scharmützel des globalen Währungskrieges dominieren nach wie vor unsere von Sorgen über Deflation und Realwachstum geprägte Welt. Das zweite grosse makroökonomische Thema, das diese Volkswirtschaften derzeit bewegt, ist der dramatische Ölpreisverfall. China, Indien und Japan sind allesamt grosse Energieimporteure, weshalb die Preisentwicklung ihrer Wirtschaft Aufwind gibt. Für die energieexportierenden Länder wirkt der niedrige Ölpreis indes wie Gegenwind, belastet er doch ihre Profitabilität. Zum Glück haben die meisten dieser Erdölförderländer grosse Staatsfonds aufgebaut oder finanzielle Sicherheitsnetze geknüpft. Wie in einer unserer letzten wöchentlichen CIO-Publikation erwähnt, zögern wir zwar eine strukturelle Übergewichtung in sämtlichen Emerging-Markets- Aktienmärkten einzugehen. Wir stellen aber fest, dass die Bewertungen an diesen Märkten langsam attraktiv erscheinen. Ausserdem bereitet die bereits erfolgte und nach wie vor anhaltende Abwertung verschiedener Währungen den Boden für eine Beschleunigung des lokalen Wirtschaftswachstums sowie steigende Devisen- und Aktienkurse. AUSBLICK FÜR ANLEIHEN ENTWICKELTER MÄRKTE Europäische Anleihen beurteilen wir aus denselben Gründen wie im Vormonat weiterhin positiv. Diese liegen im Versuch der privaten Anleger, dem Kaufprogramm der EZB zuvorzukommen ( Front Running ). Dies drückt die Renditen in Europa weiterhin auf breiter Front in den negativen Bereich, was sich in vielen Segmenten der Renditekurve niederschlägt. Wenn Sie als Investor nur Anleihen kaufen können, haben Sie im Wesentlichen drei Wahlmöglichkeiten: 1) Sie kaufen eine sichere Anleihe und akzeptieren einen künftigen Rückzahlungsbetrag, der bei einem niedrigeren Nennwert liegt. Das heisst, dass Sie zwar garantiert einen Verlust einfahren, dieser aber bereits erkenn- und quantifizierbar ist. 2) Sie kaufen eine sichere Anleihe mit längerer Duration. Der künftige Wert dieser Anleihe könnte den von Ihnen bezahlten Kaufpreis übersteigen. Allerdings setzen Sie sich auch einem grösseren Zinsrisiko aus. 3) Sie kaufen eine Anleihe niedrigerer Bonität und erhalten dafür eine höhere Rendite, müssen aber auch ein erhöhtes Ausfall- bzw. Kreditrisiko in Kauf nehmen. Unserer Meinung nach besteht die akzeptabelste bzw. praktikabelste Option darin, ein erhöhtes Kreditrisiko einzugehen, um diese Zusatzrendite zu erzielen. Damit würde man dem Beispiel der kreditrisikofreundlichen Strategien folgen, die sich in den USA seit 2011 sehr bewährt haben. Wie wir im letzten Monat mit Blick auf kreditsensitive Bereiche gesagt haben, sollten Unternehmen, die den Deflationstendenzen in den Rohstoffbereichen ausgesetzt sind, gemieden werden. Deflationsgeschützte Unternehmensanleihen sollten dagegen verstärkt ins Portfolio einfliessen. Emerging-Markets-Anleihen, die weder mit Bonitätszweifeln behaftet sind noch unter dem Gegenwind im Rohstoffsektor leiden, sollten ebenfalls gesucht werden. Alle anderen Anleihen sind zu meiden vor allem jene Papiere, die nicht in US-Dollar denominiert sind. Beim Kauf russischer Anleihen ist extreme Vorsicht angebracht, auch wenn sie auf den US-Dollar lauten. Denn Russland und fast alle Unternehmen des Landes stehen unter extremem Druck, was ein erhebliches Risiko für ausländische Anleger darstellt. AUSBLICK FÜR ROHSTOFFE Im Februar korrigierten wir unseren Ausblick von negativ auf neutral und verpassten die Bodenbildung und Erholung der Anlagen im Energiebereich. Im Vormonat schrieben wir, dass noch einige Zeit verstreichen könnte, bis das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage überwunden ist und sich ein neuer Gleichgewichtspreis eingestellt hat. Gleichzeitig erwähnten wir aber auch, dass die durch fundamentale Auslöser bedingte Deckung von Leerverkaufspositionen zu einer kurzfristigen Erholung der Preise führen könnte. Genau das ist in den letzten 30 Tagen passiert. Es ist eine Entwicklung, die unserer Meinung nach nicht auf einer fundamentalen Veränderung der Nachfrage- und Angebotssituation, sondern auf einer veränderten Wahrnehmung basiert. Gemäss unserem unveränderten längerfristigen Ausblick im Erdölbereich dürfte das neue Angebots- Nachfrage-Paradigma nach einer gewissen Zeit zu stabileren Preisen führen. Analog zu unserer Einschätzung, die wir im letzten Monat zu den Industrierohstoffen formuliert hatten, erkennen wir weder kurzfristige Inflationskräfte noch eine Nachfrage im Metallsektor, die auf eine kräftige Erholung der Preise schliessen lassen. Der Rohstoffsektor hat sich mittlerweile generell zu einem Baissemarkt entwickelt. Grundsätzlich setzen wir weiterhin auf den bestehenden Preistrend. Gleichzeitig wissen wir, dass es in Baissemärkten aufgrund der Deckung von Leerverkaufspositionen zu Rallys kommen kann. Ansonsten zeigt der Preistrend bei den Industrierohstoffen nach wie vor nach unten. Der Goldpreis ist Anfang des Jahres gestiegen, als die Sorgen im Zusammenhang mit einem möglichen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro und den Kämpfen in der Ukraine die Nachfrage nach dem Phone Fax

5 Edelmetall ankurbelten. Als diese Sorgen in der Folge abnahmen, wurden Goldpositionen wieder abgestossen. Wir sind noch immer der Meinung, dass Aktien längerfristig die bessere Wahl zur Absicherung langfristiger Inflationsrisiken sind als Gold. Das gilt vor allem dann, wenn in Aktien von Unternehmen mit soliden Bilanzen und profitablen Geschäftsmodellen investiert wird, die echten inneren Wert aufweisen. Somit halten wir Aktien zurzeit für eine attraktivere Anlageform als physisches Gold. Hochachtungsvoll David B. Pinkerton Zürich, 1. März 2015 Phone Fax

6 GLOBALE ANLAGEALLOKATION AUSBLICK FÜR ANLAGEKLASSEN (PER ) 1. AKTIEN REGION WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Nordamerika USD innerhalb +/-2.00% > 3.50% Industrieuropa (ohne UK & CH) EUR > 2.50% > 4.00% Japan JPY > 2.00% innerhalb +/-3.00% Pazifik (ohne Japan) AUD innerhalb +/-2.00% > 3.00% Schweiz CHF > 2.50% > 4.00% Grossbritannien GBP innerhalb +/-4.00% innerhalb +/-6.50% Emerging Markets Asien USD innerhalb +/-1.50% > 2.50% Emerging Markets Lateinamerika USD > 3.00% > 5.00% GCC & Afrika USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.50% Emerging Markets Osteuropa & Russland USD innerhalb +/-3.50% innerhalb +/-5.50% 2. FIXED INCOME SEKTOR WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Anleihen in USD (Unternehmens- & Staatsanleihen) USD innerhalb +/-0.50% innerhalb +/-1.00% Anleihen in EUR (Unternehmens- & Staatsanleihen) EUR > 0.50% > 1.00% Anleihen in CHF (Unternehmens- & Staatsanleihen) CHF innerhalb +/-0.50% innerhalb +/-1.00% Anleihen in GBP (Unternehmens- & Staatsanleihen) GBP innerhalb +/-1.00% innerhalb +/-1.50% Globale Emerging Markets (Staatsanleihen) USD innerhalb +/-1.00% innerhalb +/-2.00% Globale hochverzinsliche Anleihen (HY Bonds) USD innerhalb +/-1.50% innerhalb +/-2.00% 3. ROHSTOFEE MATERIALE WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Energie (Brent Öl) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.50% Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.00% Edelmetalle (Gold, Silber) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.00% 4. WÄHRUNGEN SEKTOR WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) EUR/USD < -2.00% < -3.00% GBP/USD innerhalb +/-1.50% innerhalb +/-2.00% USD/JPY > 1.50% > 2.50% USD/CHF > 2.00% > 3.00% * Die erwarteten Renditeveränderungen in % basieren auf 1- und 3-Monats Volatilitäten. Wir gehen von einer Normalverteilung aus, in welcher sich die Volatilität aus historischen 5-Jahresrenditen ergibt. Kaufen Halten Verkaufen. Kaufen Halten Verkaufen Phone Fax

7 EMPFOHLENE ANLAGEALLOKATION FALCON PRIVATE BANK GRUPPE FIXED INCOME STRATEGIE Alternatives 8% Aktien 0% 0% - Anleihen 87% 89% +5% Fixed Income 89% Alternative Anlagen 8% 8% - KONSERVATIVE STRATEGIE Alternatives 8% Equities 28% Aktien 25% 28% +3% Anleihen 62% 62% +3% Fixed Income 62% Alternative Anlagen 8% 8% - AUSGEWOGENE STRATEGIE Alternatives 8% Equities 55% Aktien 50% 55% +5% Anleihen 37% 34% - Alternative Anlagen 8% 8% - Fixed Income 34% WACHSTUMSSTRATEGIE Fixed Income 6% Alternatives 8% Equities 83% Aktien 75% 83% +8% Anleihen 12% 6% -3% Alternative Anlagen 8% 8% - AKTIENSTRATEGIE Equities 97% Aktien 88% 97% +5% Anleihen 0% 0% - Alternative Anlagen 8% 0% - Aufgrund von Rundungen können sich in diesen Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben und die Summe der Prozentzahlen nicht immer exakt 100 ergeben. Phone Fax

8 FEBRUAR 2015 ANHANG ÜBERBLICK ÜBER DIE ANLAGEKLASSEN UND DIE AKTIENPERFORMANCE ANLAGEKLASSEN (ENTWICKLUNG SEIT JAHRESBEGINN) Im Februar verzeichneten die Märkte eine der stärksten Wertentwicklungen der jüngeren Geschichte. An den wichtigsten Aktienmärkten lag die Performance zwischen 5% und 8%. Aktien beurteilen wir weiterhin optimistisch, wobei wir US-amerikanischen, japanischen und europäischen Aktien den Vorzug geben Die Anleihenrenditen in Europa sind auf breiter Front in den negativen Bereich gerutscht, weil die Anleger versuchen, dem Anleihenkaufprogramm der EZB zuvorzukommen. Wir erwarten nicht, dass die Kurse von Industrieländeranleihen in naher Zukunft stark einbrechen werden 0.2 EQUITIES* FIXED INCOME COMMODITIES 14.42% % 10.14% 0.1 Source: Bloomberg. As of March 2, % 6.98% 5.57% 6.16% % 2.36% 1.97% 1.09% 2.76% 3.89% 1.70% 0.39% % -6.00% -6.90% -0.1 Quelle: Bloomberg, 02. März *In USD. Die Energiepreise sind im letzten Monat gestiegen. Unserer Meinung nach hängt dies mit einer veränderten Wahrnehmung zusammen und nicht mit einer grundlegenden Veränderung von Angebot und Nachfrage WICHTIGSTE AKTIENMÄRKTE Die Aktienmärkte der Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC) haben sich Anfang des Jahres leicht erholt und tendieren jetzt grösstenteils seitwärts. Die gesunkenen Ölpreise haben die Nachfrage der Anleger gedämpft Der Schweizer Aktienmarkt hat sich fast vollständig von den Verlusten erholt, die er nach der am 15. Januar erfolgten Abkopplung des Frankens vom Euro erlitten hatte. Mittlerweile präsentiert er sich wieder stabil 14.0% 12.0% 10.0% 8.0% 6.0% 4.0% 2.0% 0.0% -2.0% -4.0% 11.8% 8.8% 8.2% 7.2% 6.1% 4.9% 4.5% 2.4% 0.4% -2.2% Die Märkte der Schwellenländer haben insgesamt zugelegt. Sie sind aber mit Exportschwierigkeiten im Rohstoffsektor und bezogen auf Lateinamerika mit Inflationssorgen konfrontiert. Wir erwarten, dass die Schwellenländeraktien insgesamt weiter hinter den Aktien der Industrieländer herhinken Quelle: Bloomberg, 02. März In Lokalwährung. WICHTIGSTE INDUSTRIESEKTOREN USA Alle Sektoren legten im Berichtsmonat zu, mit Ausnahme des Versorgungssektors (-5,9%) und des Immobiliensektors (-2,4%) Letzten Monat schrieben wir, dass die negative Anlegerstimmung zu einer Outperformance defensiver Titel gegenüber aggressiveren Sektoren führt, unserer Meinung nach diese Entwicklung jedoch übertrieben ist, weshalb wir zyklische Werte und aggressivere Titel momentan als überverkauft einschätzen. Diese Einschätzung ist eingetreten und es hat sich gezeigt, dass der Hausse-Markt für US-Aktien nach wie vor intakt ist 10.0% 8.0% 6.0% 4.0% 2.0% 0.0% -2.0% -4.0% -6.0% -8.0% Year to Date Month to Date 7.9% 8.2% 8.3% 6.4% 5.0% 6.2% 6.6% 4.7% 5.0% 4.6% 4.5% 4.2% 3.0% 3.0% 2.3% Quelle: MSCI US IMI Index, 27. Februar % 4.8% 5.1% -0.3% -0.7% -3.9% -5.9% DISCLAIMER The Falcon House View wird durch die Falcon Private Bank AG, Zürich, publiziert. Dieses Dokument wurde nur zu Informationszwecken erstellt und ist ausschliesslich für die Verwendung durch den Empfänger bestimmt. Die in diesem Dokument wiedergegebenen Informationen und Meinungen stammen nach unserer Einschätzung aus verlässlichen Quellen, für die Vollständigkeit und Korrektheit der hierin enthaltenen Informationen wird aber keine Gewähr übernommen. Meinungen sind nicht als Empfehlungen zu verstehen. Bestimmte hierin enthaltene Aussagen können Vorhersagen, Prognosen und andere zukunftsorientierte Aussagen beinhalten; sie stellen somit keine tatsächlichen Resultate, sondern hauptsächlich hypothetische Annahmen dar, welche rückwirkend auf historischen Finanzinformationen basieren. Die Vorhersagen und Schätzungen entsprechen dem Stand zum Publikationsdatum dieses Dokuments, und können jederzeit ohne Ankündigung ändern. Die in diesem Dokument enthaltene Analyse basiert auf zahlreichen Annahmen. Unterschiedliche Annahmen können zu substantiell unterschiedlichen Einschätzungen führen. Eine Transaktion sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn Sie sich der involvierten Risiken voll und ganz bewusst sind, und in der Lage sind, die möglichen finanziellen Verluste zu tragen. Bevor Sie einen Anlageentscheid treffen, sollten Sie sich mit Ihren eigenen Beratern und insbesondere mit Ihren Finanz-, Rechts-, Geschäftsund Steuerberatern absprechen. Die in diesem Dokument beschriebenen Wertentwicklungen sind historischer Natur, und sind keine Garantie für zukünftige Erträge und Performance. Die Informationen in diesem Dokument stellen kein Angebot und keine Einladung zum Kauf oder Verkauf eines Produkts dar. Falcon Private Bank AG Alle Rechte vorbehalten. Phone Fax

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