ISO/IEC JTC 1/SC 27/WG 5 Identity Management and Privacy Technologies

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1 ISO/IEC JTC 1/SC 27/WG 5 Identity Management and Privacy Technologies Beitrag im Rahmen des Workshops Standardisierung Perspektiven für den Datenschutz und seine Anwender des FOCUS.ICT, Berlin im Juni 2010 Jan Schallaböck, ULD/Acting Vice-Convenor of WG 5 Folie: nach K. Rannenberg

2 Agenda A. Hintergrund 1. Identitätsmanagement 2. Datenschutz und rechtl. Anknüpfungspunkte B. ISO/IEC JTC 1/SC 27/WG 5 1. Überblick 2. Entstehung 3. Arbeitsprogramm 4. Liaisons C. Exkurs: ISO Prozesse D. Ausgewählte WG5-Projekte im Detail 2

3 A. Zum Hintergrund: 1. Identitätsmanagement 3

4 Identitätsmanagement 2 Seiten einer Medaille People live their life - in different roles (professional, private, volunteer) - using different identities (pseudonyms): accounts, SIM cards, ebay trade names, chat names, 2ndLife names, ) Organisations aim to sort out - User Accounts in different IT systems - Authentication - Rights management - Access control Folie: nach K. Rannenberg 4

5 Identitätsmanagement 2 Seiten einer Medaille Differentiated identities help to - protect - privacy, especially anonymity - personal security/safety - enable reputation building at the same time Unified identities help to - ease administration - manage customer relations Folie: nach K. Rannenberg 5

6 Identitätsmanagement 2 Seiten einer Medaille Identity management systems - support users using role based identities - help to present the right identity in the right context Identity management systems - ease single-sign-on by unify accounts - solve the problems of multiple passwords Folie: nach K. Rannenberg 6

7 2. Datenschutz & Rechtliche Anknüpfungspunkte für die Einhaltung von Standards 7

8 Bundesverfassungsgericht zur Informationellen Selbstbestimmung: Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß. [ ] Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert, verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch solche Verhaltensweisen aufzufallen.

9 Regel 1: Rechtmäßigkeit Regel 2: Einwilligung Regel 3: Zweckbindung Regel 4: Erforderlichkeit Regel 5: Transparenz Regel 6: Datensicherheit Die Sieben Goldenen Regeln des Datenschutzes im Überblick Folie: nach Johann Bizer Regel 7: Kontrolle

10 a. Anforderungen aus 9 BDSG Öffentliche und nicht-öffentliche Stellen, die selbst oder im Auftrag personenbezogene Daten erheben, verarbeiten oder nutzen haben die technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, um die Ausführung der Vorschriften dieses Gesetzes, insbesondere die in der Anlage zu diesem Gesetz genannten Anforderungen, zu gewährleisten. - Erforderlich sind Maßnahmen nur, wenn ihr Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck steht. 10

11 b. Anlage zu 9 BDSG Zutrittskontrolle Zugangskontrolle Zugriffskontrolle Weitergabekontrolle Eingabekontrolle Auftragskontrolle Verfügbarkeitskontrolle Datentrennungsprinzip Werden personenbezogene Daten automatisiert verarbeitet oder genutzt ist die innerbehördliche oder innerbetriebliche Organisation so zu gestalten dass sie den besonderen Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird. Dabei sind insbesondere Maßnahmen zu treffen die je nach Art der zu schützenden personenbezogenen Daten oder Datenkategorien geeignet sind 1. Unbefugten den Zutritt zu Datenverarbeitungsanlagen mit denen personenbezogene Daten verarbeitet oder genutzt werden zu verwehren (Zutrittskontrolle) 2. zu verhindern daß Datenverarbeitungssysteme von Unbefugten genutzt werden können (Zugangskontrolle) 3. zu gewährleisten dass die zur Benutzung eines Datenverarbeitungssystems Berechtigten ausschließlich auf die ihrer Zugriffsberechtigung unterliegenden Daten zugreifen können und dass personenbezogene Daten bei der Verarbeitung Nutzung und nach der Speicherung nicht unbefugt gelesen kopiert verändert oder entfernt werden können (Zugriffskontrolle) 4. zu gewährleisten dass personenbezogene Daten bei der elektronischen Übertragung oder während ihres Transports oder ihrer Speicherung auf Datenträger nicht unbefugt gelesen kopiert verändert oder entfernt werden können und dass überprüft und festgestellt werden kann an welche Stellen eine Übermittlung personenbezogener Daten durch Einrichtungen zur Datenübertragung vorgesehen ist (Weitergabekontrolle) 5. zu gewährleisten dass nachträglich überprüft und festgestellt werden kann ob und von wem personenbezogene Daten in Datenverarbeitungssysteme eingegeben verändert oder entfernt worden sind (Eingabekontrolle) 6. zu gewährleisten dass personenbezogene Daten die im Auftrag verarbeitet werden nur entsprechend den Weisungen des Auftraggebers verarbeitet werden können (Auftragskontrolle) 7. zu gewährleisten dass personenbezogene Daten gegen zufällige Zerstörung oder Verlust geschützt sind (Verfügbarkeitskontrolle) 8. zu gewährleisten dass zu unterschiedlichen Zwecken erhobene Daten getrennt verarbeitet werden können. 11

12 c. 3 a BDSG Datenvermeidung und Datensparsamkeit Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten und die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen sind an dem Ziel auszurichten, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere sind personenbezogene Daten zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren, soweit dies nach dem Verwendungszweck möglich ist und keinen im Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck unverhältnismäßigen Aufwand erfordert. 12

13 d. Erwägungsgrund 46 der Richtlinie 95/46/EG ( Datenschutzrichtlinie ) Für den Schutz der Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten müssen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden und zwar sowohl zum Zeitpunkt der Planung des Verarbeitungssystems als auch zum Zeitpunkt der eigentlichen Verarbeitung, um insbesondere deren Sicherheit zu gewährleisten und somit jede unrechtmäßige Verarbeitung zu verhindern. Die Mitgliedstaaten haben dafür Sorge zu tragen, daß der für die Verarbeitung Verantwortliche diese Maßnahmen einhält. Diese Maßnahmen müssen unter Berücksichtigung des Standes der Technik und der bei ihrer Durchführung entstehenden Kosten ein Schutzniveau gewährleisten, das den von der Verarbeitung ausgehenden Risiken und der Art der zu schützenden Daten angemessen ist. 13

14 e. Rechtsfolgen der Nichteinhaltung, 38 BDSG, n.f. (5) Zur Gewährleistung der Einhaltung dieses Gesetzes und anderer Vorschriften über den Datenschutz kann die Aufsichtsbehörde Maßnahmen zur Beseitigung festgestellter Verstöße bei der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten oder technischer oder organisatorischer Mängel anordnen. Bei schwerwiegenden Verstößen oder Mängeln, insbesondere solchen, die mit einer besonderen Gefährdung des Persönlichkeitsrechts verbunden sind, kann sie die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung oder den Einsatz einzelner Verfahren untersagen, wenn die Verstöße oder Mängel entgegen der Anordnung nach Satz 1 und trotz der Verhängung eines Zwangsgeldes nicht in angemessener Zeit beseitigt werden. Sie kann die Abberufung des Beauftragten für den Datenschutz verlangen, wenn er die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderliche Fachkunde und Zuverlässigkeit nicht besitzt. 14

15 f. Zusammenfassung: Standards sind Leitlinien und ein auch mögliches Auslegungskriterium für die vorgenannten Bestimmungen Standards können dazu dienen herauszufinden wie zb. geeignete technisch-organisatorische Maßnahmen ( 9 BDSG) die Sicherheit des datenverarbeitenden Systems (EG 46 d. RL 95/46/EG) schon in der Planung (RL 95/46/EG) die Zugriffskontrolle (Anlage zu 9 BDSG) die Datentrennung (Anlage zu 9 BDSG) die Datenvermeidung und -sparsamkeit die Anonymisierung und Pseudonymisierung ( 3a BDSG)... nach dem Stand der Technik (RL 95/46/EG) zu gewährleisten sind. 15

16 B. ISO/IEC JCT 1/SC 27/WG 5 Working Group 5 Identity Management & Privacy Technologies within SC 27 IT Security Techniques 16

17 1. Überblick 17

18 Standards für IT-Sicherheit (Exemplarisch) System- oder Verfahrensbezug ISO/IEC (BSI-Standards Grundschutz-Kataloge) ISO/IEC 2700x (vormals British Standards) Unterstützend: ISO/IEC (Prozess-Reifegradmodell) Produktbezug ISO/IEC (Common Criteria) technische Ausrichtung Managementausrichtung Folie: nach M. Meints 18

19 WGs within ISO/IEC JTC 1/SC 27 IT Security Techniques Assessment Guidelines Techniques Product System Process Environment Folie: K. Rannenberg 19

20 SC 27 und Spiegelgremien ISO/IEC JTC 1/SC 27 Information technology Security techniques Chairman Mr. W. Fumy SC 27 Secretariat DIN Ms. K. Passia Working Group 1 Information security management systems Working Group 4* Security controls & services Working Group 2 Cryptography & security mechanisms Working Group 3 Security evaluation criteria Working Group 5 Identity management & Privacy technologies NIA Hr. Wappenschmidt NIA Hr. v. Sommerfeld NIA Hr. Krüger NIA Fr. Rohde Folie: nach H. v. Sommerfeld NIA 27 (NA ) Obmann H. von Sommerfeld * WG4 ist derzeit nicht durch einen eigenen AK gespiegelt, die Aufgabe unterfällt daher dem NIA 27 Plenum

21 Organigramm der ISO Quelle: 21

22 WG 5: Scope Working Group 5 Identity management & Privacy technologies Development and maintenance of standards and guidelines addressing security aspects of Identity management Biometrics and Privacy 22

23 WG 5 Roadmap

24 2. Entstehung 24

25 History October 2003 JTC 1 Plenary established JTC 1 Study Group on Privacy Technologies (SGPT) for one year period of time (until October 2004) to identify standardization needs October 2004 JTC 1 Plenary resolved to disband SGPT assign to SC 27 further activities in the Privacy Technologies area such as a further inventory a report back to the November 2006 JTC 1 Plenary 25

26 History SC 27 activities (in response to JTC 1 s request from October 2004) October 2004 Study Period on Identity Management established May 2005 Study Period on Privacy established New Work Item Proposal: A framework for identity management (ISO/IEC 24760) May 2006 New Working Group 5 on Identity Management and Privacy Technologies established Two new Work Item Proposals A privacy framework (ISO/IEC 29100) A privacy reference architecture (ISO/IEC 29101) 26

27 3. Arbeitsprogramm 27

28 Frameworks & Architectures A Framework for Identity Management (ISO/IEC 24760, CD) Privacy Framework (ISO/IEC 29100, CD) Privacy Reference Architecture ISO/IEC 29101, CD) Entity Authentication Assurance Framework (ISO/IEC / ITU-T X.eaa, CD) A Framework for Access Management (ISO/IEC 29146, WD) 28

29 Protection Concepts Biometric information protection (ISO/IEC 24745, FCD) Requirements on relative anonymity with identity escrow model for authentication and authorization using group signatures (ISO/IEC 29191, WD) 29

30 Guidance on Context and Assessment Authentication Context for Biometrics (ISO/IEC 24761, IS) Privacy Capability Assessment Model (ISO/IEC 29190, WD) 30

31 4. Liaisons 31

32 Liaisons and collaboration With organizations and committees dealing with specific requirements and guidelines for services and applications, e.g.: ISO/IEC JTC 1 ISO ITU-T Further organisations with specific application needs and/or expertise 32

33 Innerhalb ISO und IEC JTC 1/SC 17/WG 4 Integrated circuit card with contacts JTC 1/SC 17/WG 11 Application of biometrics to cards and personal identification JTC 1/SC 37 Biometrics ISO TC 68/SC 2 Financial Services Security ISO TC 204/WG 1 Intelligent Transport Systems Architecture ISO TC 215/WG 4 Health Informatics Security 33

34 Mit ITU-T ITU-T SG 13 Future networks including mobile and NGN ITU-T SG 17 Security ITU-T JCA Identity Management 34

35 Andere Article 29 Working Party of Data Protection Authorities in the European Union FIDIS (Future of Identity in the Information Society) Kantara Initiative Liberty Alliance PICOS (Privacy in Community Services) PrimeLife TAS3 (Trusted Architecture for Securely Shared Services) The International Conference of Data Protection and Privacy Commissioners 35

36 C. Exkurs Prozesse i.d. ISO

37 Study Period & New Work Item Proposal NP Working Group drafts WD Committee Drafts CD Final Committee Draft * FCD Final Draft International Standard FDIS International Standard IS NB/Liaisons Organisation files Comments Circulation for Study and Comment NB/Liaisons Organisation Ballot by NBs Experts give Comments Comments Circulation for Study and Comment * Zukünftig: Draft International Standard (DIS), was die Option bietet, den Status FDIS bei Konsens zu übersprigen.

38 WD & Disposition of Comments (DOC) NB/Liaisons Organisation files Comments Circulation for Study and Comment Experts give Comments w/in NBs & Liaisons

39 CD & DOC NBs vote and file comments (Liaisons only file comments) Circulation for Study and Comment Comments Comments by Voting Experts by NBs w/in NBs and Liaisons

40 D. Ausgewählte Projekte im Detail 40

41 1. ISO Privacy Framework Scope: Principles and Definitions of Terminology Prinzipien: 1. Consent and Choice 2. Purpose Specification 3. Collection Limitation 4. Use, Retention and Disclosure Limitation 5. Data Minimization 6. Accuracy and Quality 7. Openness, Transparency and Notice 8. Individual Participation and Access 9. Accountability 10. Security Controls 11. Compliance

42 2. ISO IdM Framework Einige beispielhafte Definitionen: Identity / Partial Identity: A set of attributes related to an entity. Reference Identifier: attribute or a combination of attributes of an entity that can uniquely represent the entity in a specific context Identifier: reference to a unique object used by an entity to be uniquely represented within the specific context of the object; the validity of the identifier is limited to the entity and object lifecycle; examples are passport numbers, credit card numbers, identity card numbers, driver s licence numbers; the validity of a identifier may depend on a number of factors (e.g., context, time) Jetzt Multipart-Standard 1. Terminology and Concepts 2. Reference architecture and requirements 3. Practice FCD für Teil 1 nach Berlin Basisterminologie nach wie vor kontrovers

43 3. ISO Privacy CMM Table of Contents (early draft): a) Inventory b) Policy c) Governance d) Risk Management. e) Procedures & Controls f) Information Security i) Third Party Management j) Compliance n) Incident Management o) Training & Awareness

44 Zum Vergleich: ISO/IEC Aufbau des Prozess-Reifegradmodells Stufe 5: Optimiert (Optimizing) Der Prozess wird unter Auswertung der KPI beständig optimiert Stufe 4: Vorhersehbar (Managed) Es existieren für Arbeitsschritte und Teilprozesse Qualitätskriterien so genannte Key Performance Indikatoren (KPI) Stufe 3: Standardisiert (Defined) Arbeitsschritte und Teilprozesse laufen wiederholbar ab Prozess ist dokumentiert Stufe 2: Reproduzierbar (Repeatable) auf Ebene der kleinsten Organisationseinheiten ist der Prozess organisiert; Input und Ergebnis sind definiert Folie: nach Meints und Dening Stufe 1: Ausgangszustand (Initial) Chaotisch eher Projekte als Prozesse; Input und Ergebnis sind nicht definiert Abläufe wiederholen sich nur selten

45 Termine: Berlin, Germany: WG 5 Meeting Berlin, Germany: SC 27 Plenary Herzlichen Dank! Singapore: WG 5 Meeting Singapore: SC 27 Plenary Nairobi, Kenya: WG 5 Meeting Stockholm, Sweden: WG 5 Meeting Stockholm, Sweden: SC 27 Plenary Management WG5: Secretariat: Krystyna Passia Convenor: Kai Rannenberg Acting Vice-Convenor: Jan Schallaböck Further reading SD6 Glossary of IT Security Terminology SD7 Catalogue of SC 27 Standards & Projects 45

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