Kind + Epilepsie = Emotionen

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1 Kind + Epilepsie = Emotionen Dr. med. Jürg Unger-Köppel Chefarzt KJPD Aargau 1. Oktober 2010 Seite 1

2 3 Hauptfelder der Emotionen Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Das Kind / der Jugendliche Durch Epilepsie direkt bedingte neuropsychiatrische Emotionen (Professionelle) 1. Oktober 2010 Seite 2

3 Zeitachse der Emotionen Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Das Kind / die Jugendlichen Neuropsychiatrisch bedingte Emotionen Geburt Oktober 2010 Seite 3

4 Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Die Diagnosen Ihr Kind hat eine Epilepsie 1. Oktober 2010 Seite 4

5 Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Was kann die Diagnose auslösen: Darf ich mich noch freuen? Unterschiedliche Reaktionen von Mann und Frau zusätzliche Belastung durch mögliche Spannungen Bilder der heilen Welt schmelzen weg Falsche Vorstellungen und Ängste darüber dass das Kind sterben kann, schwerst behindert ist, nichts kann, dumm sein wird, u.s.w. Wut über das Kind was auch Scham auslöst Unterstützung oder zusätzliche Belastung durch gut meinende Angehörige 1. Oktober 2010 Seite 5

6 Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Was hilft -Medizin Klare und sachliche Informationen und Aufklärung (was darf man und was nicht) Hilfe und Unterstützung bezüglich der Frage WARUM (subjektives Krankheitsverständnis) Was hilft -Angehörige Praktische Unterstützung: Kinder hüten, mit den Geschwistern etwas unternehmen, Gespräche über diese Fragen, Ängste,. 1. Oktober 2010 Seite 6

7 Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Was hilft wenn die Betroffenen etwas älter sind Unterstützung bei der Ablösung (Behinderungen binden die Kinder stärker an die Eltern und behindern damit auch die Ablösung), aber nicht abschneiden Chancen zum weg von zu Hause sein anbieten und über diese Erfolge der selbstständigen Kinder laut sprechen Tanten und Onkel können über heikle Themen freier mit Kindern und Jugendlichen sprechen als die Eltern 1. Oktober 2010 Seite 7

8 Zeitachse der Emotionen Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Das Kind / der Jugendliche Neuropsychiatrisch bedingte Emotionen Geburt Oktober 2010 Seite 8

9 Das Kind / die Jugendlichen Du hast eine Krankheit und die heisst Epilesie??? 1. Oktober 2010 Seite 9

10 Das Kind / die Jugendlichen Jedes Kind braucht eine eigene Erklärung Und in jedem Alter wieder neu Möglichkeiten erkennen, um Gespräche zu führen eigene Offenheit eigene Gefühle eigenes Nichtwissen 1. Oktober 2010 Seite 10

11 Das Kind / die Jugendlichen Jedes Kind braucht eine eigene Erklärung Und in jedem Alter wieder neu Sage ich es meiner besten Freundin? Sage ich es in der Klasse? Kann ich ins Lager mitgehen? Merken die anderen, dass ich Medikamente nehme? Wie reagieren die anderen, wenn ich einen Anfall habe? Kann ich die Pille nehmen? Kann ein Orgasmus einen Anfall auslösen? Will mein Freund eine Epileptikerin? Kriegen es meine Kinder auch? Werde ich je wieder ganz normal? 1. Oktober 2010 Seite 11

12 Das Kind / die Jugendlichen Und die Schulleistungen? 1. Oktober 2010 Seite 12

13 Das Kind / die Jugendlichen Und die Schulleistungen? Die Schulleistungen werden direkt oder indirekt oder gar nicht beeinflusst durch die Epilepsie Nicht behandelte Epilepsie Schlecht behandelte Epilepsie Medikamentennebenwirkungen Direkte Hirnfunktionsstörungen ¾ keine Einschränkungen ¼ muss mit Defiziten leben (Defizite : Epilepsietyp, Auftreten der Epilepsie vor 5j, Medikation > 5 Jahre) 1. Oktober 2010 Seite 13

14 Das Kind / die Jugendlichen Und die Schulleistungen? Die Schulleistungen werden direkt oder indirekt oder gar nicht beeinflusst durch die Epilepsie Ungünstiger Umgang mit der Epilepsie Ängste, Ungenügen, Sorgen, Auch dafür brauchen die Kinder und Jugendlichen ältersgemässe, den individuellen Fähigkeiten angepasste Informationen, konkrete Hilfestellungen und das geeignete Schulniveau ( Ehrgeiz). Sonst besteht die Gefahr eines Teufelskreises 1. Oktober 2010 Seite 14

15 Zeitachse der Emotionen Eltern, Grosseltern, Geschwister, weitere Angehörige Das Kind / der Jugendliche Neuropsychiatrisch bedingte Emotionen Geburt Oktober 2010 Seite 15

16 Neuropsychiatrisch bedingte Emotionen Das Hirn steuert alles. Wenn die Hirnfunktionen durch die Epilepsie beeinträchtig sind, können auch falsche Emotionen durch das Hirn hervor gerufen werden (ähnlich wie falsche Bewegungen). Wichtig ist diese zu kennen und von den beziehungsbedingten Emotionen zu unterscheiden. ADHD ist bei Epilepsie vermehrt vorhanden 1. Oktober 2010 Seite 16

17 Epilepsie und Kinderpsychiatrie Emotionen die durch veränderte Hirnfunktion bedingt sind, sind schwierig durch Psychotherapie zu beeinflussen, aber eventuell durch Psychopharmaka und/oder Antiepileptika. Reaktionen auf die Epilepsie, Bewältigungshilfe, Auseinandersetzung mit Folgen, usw. sind gute Felder, wo die Psychotherapie kurz und hilfreich eingesetzt werden kann, wenn der Zeitpunkt stimmt: Kinder bis Pubertät: Primär Eltern stärken Kinder ab Pubertät: Direkte Arbeit mit Kind Geschwister: Altersabhängig 1. Oktober 2010 Seite 17

18 Schlussbemerkung 1 Und generell zeigt das Leben und alle Studien: Alle Kinder, ob mit oder ohne Epilepsie, aber gerade vom Schicksal negativ getroffene Epileptiker wünschen sich, dass die Eltern zusammenbleiben und ein einigermassen einvernehmliches Verhältnis zueinander haben. 1. Oktober 2010 Seite 18

19 Schlussbemerkung 2 Und was sage ich den Kindern, wenn die Mutter oder der Vater eine Epilepsie hat?: Dies ist ein anderer aber auch sehr wichtiger Vortrag! 1. Oktober 2010 Seite 19

20 Schluss Ich wünsche allen Familien möglichst viele solche Momente! 1. Oktober 2010 Seite 20

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