Ein Weg im Versöhnungshaus Kirche

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1 Kinder auf dem Weg zum Sakrament der Versöhnung Ein Weg im Versöhnungshaus Kirche Versöhnungsunterricht in der 4. Klasse Der Religionsunterricht in den 4. Primarklassen soll nach dem katechetischen Rahmenplan der katholischen Kirche auf die persönliche Feier der Schuldvergebung vorbereiten und zu dieser hinführen. Dafür setzen wir folgende Ziele: Die Schüler sollen die Kirche als Ort der Versöhnung erleben können. Sie sollen die Form und den Wert eines persönlichen Versöhnungsgesprächs erleben. Die Eltern sollen zur aktiven Begleitung ihres Kindes bewegt und befähigt werden. Der Versöhnungsweg wird so gestaltet, dass sich die Kinder und die womöglich begleitenden Eltern innerlich und äusserlich geführt wissen. Dies geschieht neben der Vorbereitung im Unterricht und am Elternabend durch Texte, Musik und Symbole. Der Versöhnungsweg steht in Verbindung zu einer sonntäglichen Feier der Gemeinde mit sakramentaler Lossprechung. Damit wird neben dem persönlichen Charakter der Versöhnung auch die Bedeutung für die Gemeinschaft (Familie, Pfarrei, Gemeinde...) erfahrbar. Zum Beispiel Buchs Wir haben mit unseren Viertklässlern während des Schuljahres das "Versöhnungshaus" kennengelernt. Da gab es verschiedene Räume: Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus 1

2 Schule, Freizeit, Gewissen, Wege aus der Schuld, Vorurteile, Erbarmen Gottes usw. Wir machten dabei interessante Erfahrungen. An einem Mittwochnachmittag gehen die Viertklässler nun den Weg der Versöhnung durch unsere Kirchenräume. Gemeinsam mit einer erwachsenen Vertrauensperson gehen sie je einzeln in den Raum der Besinnung, der Gewissenserforschung, der Umkehr, des Bekennens und der Busse. Sie begegnen dabei auch dem Seelsorger und empfangen Verzeihung. Im Pfarreigottesdienst am nachfolgenden Sonntag werden dann alle gemeinsam die sakramentale Lossprechung erhalten und feiern. Sechs Schritte auf dem Versöhnungsweg Fast alle Kinder kommen mit einer Begleitperson zum Eingang des Pfarreizentrums. Eine Katechetin begrüsst sie und zeigt ihnen den Beginn des Versöhnungswegs. Von nun an ist das Kind mit Mutter, Vater oder Katechetin allein unterwegs. Es betritt den Raum des Betens und findet inmitten vieler Scherben das folgende Gebet: Lieber Gott, in meinem Herzen, in meiner Mitte, bin ich Dir ganz nahe. Aber oft entferne ich mich von Dir. Auch läuft nicht immer alles rund. Manchmal bin ich wie diese Scherben. Das Kind wählt eine Scherbe aus und nimmt sie in die Hand. So wie diese Scherbe habe auch ich Kanten und Ecken, wenn ich streitsüchtig und schlecht gelaunt bin, wenn ich anderen weh tue und sie verletze, wenn ich gleichgültig bin. Ich bin froh, dass ich Dir alles sagen kann, auch was ich falsch gemacht habe. Mit der Scherbe in der Hand geht es nun weiter auf dem Weg der Versöhnung. Wir betreten drei Räume der Besinnung. 2 Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus

3 Wir sind im Raum der Familie. Ein Textblatt hilft dem Kind bei der Gewissenserforschung. Diese Scherbe in meiner Hand erinnert mich daran, dass der Friede in der Familie kaputt gehen kann - wenn ich nicht hilfsbereit bin - wenn ich zuwenig rücksichtsvoll bin - wenn ich unzufrieden bin Besprecht miteinander, was in der Familie nicht gut war. Wir betreten den Raum Schule. Auch hier fragt das Kind sein Gewissen in gleicher Weise, wo die eigenen Fehler und Unterlassungen liegen. Die dritte Besinnung gilt dem Freizeitbereich. Nun beginnt der Weg der Reue. Wir haben dafür eine Treppe ausgewählt, die nach oben in die Kirchenräume führt. Auf einem Tisch liegen Splitter einer Gebetstafel. Kind und Begleitperson fügen die Teile zusammen und beten das so gefundene Reuegebet: Guter Gott, ich möchte gut sein. Ich möchte tun, was du willst. Ich möchte den anderen helfen. Ich habe es nicht immer fertiggebracht. Es tut mir leid. Verzeih mir. Wie der verlorene Sohn zu seinem barmherzigen Vater zurückkehrt, so geht auch das Kind voran. Es gelangt zum Raum des Bekennens. In unserer Pfarrei gibt es keinen ortsansässigen Priester. Der Gemeindeleiter führt darum das Versöhnungsgespräch mit dem Kind. Fast immer ist auf Wunsch des Kindes die Begleitperson mitdabei. Auf dem Tisch liegt ein Kreuz aus Scherben. So verbindet sich meine persönliche Scherbe, mein Leben mit Jesus, der uns miteinander und mit Gott versöhnt. Für alle Anwesenden erbittet der Diakon Verzeihung und Versöhnung. Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus 3

4 Was kann ich besser machen? Das Kind betritt die Kirche. In drei Schritten geht es voran: Denke nach und sage Gott, wo du dich bessern willst. Mit wem willst du Frieden machen? Wenn dir jemand in den Sinn gekommen ist, kannst du zum Zeichen dafür diesen Namen auf die Rückseite deiner Scherbe schreiben und dir dabei überlegen, wie du Frieden machen willst. Lies folgende Gedanken aufmerksam durch und sprich darüber mit deiner Begleitperson: Hat es Scherben gegeben? Schlepp sie nicht mir dir herum! Denn sie verletzen Tag für Tag, und zum Schluss kannst du kaum mehr leben. Es gibt Scherben, die wirst du los, wenn du sie Gott in die Hände legst. Es gibt Scherben, die kannst du heilen, wenn du ehrlich vergibst. Vor dem Altar steht die dritte Tafel: Gott wartet mit offenen Armen auf mich. Er macht, dass aus meiner Scherbe ein Ganzes wird. Er füllt die leere Seite von mir aus. Auf dem Altar stehen kleine Töpfe. Ein Topf passt genau zu meiner Ich- Scherbe. Diesen trage ich in die Seitenkapelle.Eine Katechetin fügt mit dem Kind die Scherbe in den Topf ein. Gott liebt m - ich kann man nun deutlich lesen. Das Kind stellt den ganzen Topf auf den Altar und betet: Guter Gott, ich danke Dir von ganzem Herzen. Ich habe meine eckige, kantige Scherbe bei Dir abgeben dürfen. Ich kann neu anfangen. Du trägst nichts nach. 4 Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus

5 Mein Herz ist voll Freude und Frieden. Ich danke Dir und allen Menschen, die gut zu mir sind. Ich will versuchen, selber auch gut zu sein. Hilf mir dabei, beschütze und begleite mich auf all meinen Wegen. Amen Du bist den Versöhnungsweg gegangen. Wenn du jetzt zum Ausgang gehst und mit Weihwasser das Kreuzzeichen machst, erinnert dich das, dass Gott mit dir ist auf deinem Weg. Geh in Frieden und komme wieder am nächsten Sonntag. Kind und Begleitperson gehen zum Ausgang und beenden den Versöhnungsweg am Weihwasserbecken mit dem Kreuzzeichen. Am Sonntag werden wir dann zusammen mit der ganzen Gemeinde wieder im Zeichen des Kreuzes beginnen, auf dem Altar werden unsere Töpfe stehen, im Bussakt werden wir mit den uns von heute vertrauten Gebeten um Vergebung unserer Schuld bitten. Der dann anwesende Priester wird beten: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er euch Verzeihung und Frieden. So spreche ich euch los von euren Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen Eltern, Kinder und die ganze Gemeinde feiern gemeinsam die menschenfreundliche Liebe Gottes, der durch seinen Sohn die Welt mit sich versöhnt hat. Er hat den ersten Schritt getan. Auf unserem Weg der Versöhnung gehen wir ihm entgegen. Für manche Erwachsene ist es ein weiter Weg. Nehmen wir die Kinder bei der Hand, damit sie uns führen. Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus 5

6 Eltern begleiten ihr Kind auf dem Versöhnungsweg. Wie erleben sie diese für sie neue Form? Hier einige Rückmeldungen: Der Versöhnungsweg war sehr schön. Wir hatten Zeit füreinander. Die Räume waren anregend gestaltet und brachten uns auf gute Gedanken. Das Kind wird auf diese Weise sehr ernst genommen. Sein Leben wird in den Besinnungsräumen gut angesprochen. Es war sehr anschaulich. Ich konnte mir unter diesem Versöhnungsweg nichts vorstellen. Es war viel schöner als meine eigenen Beichten. ich finde es gut, dass die Kinder heut so beichten lernen. Mein Sohn hat es gut verstanden. Für mich war es schwierig, wegen der Sprache. Ich spreche nicht gut deutsch. Ich finde gut, dass die Kinder diesen Weg begleitet von Mutter, Vater oder Katechetin gehen können. Wichtig scheint mir, dass die Kinder wählen können, mit wem sie gehen wollen. Für mich als Mutter war es eine Herausforderung und eine Freude, mit meiner Tochter diesen Versöhnungsweg zu gehen. Ich war schon seit Jahrzehnten nicht mehr beichten. Dieser Weg tat auch mir gut. Weitere Informationen bei: Katechetische Arbeitsstelle Aargau Toni Schmid Hohlgasse Aarau Tel Fax Katechetische Arbeitsstelle Aargau / Toni Schmid / Versöhnungshaus

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