Friedfischangeln ohne Fischereischein. Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung

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1 Friedfischangeln ohne Fischereischein LVL Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung

2 Inhalt Seite 1. Rechtliche Grundlagen für das Friedfischangeln (Mindestalter, Fischereiabgabemarke, Angelkarte) 3 2. Merkmale einer Friedfischhandangel (zulässige Haken, Köder) 5 3. Besonders wichtige gesetzliche Angelregeln 5 4. Betretungsrecht 7 5. Verhalten am Fangplatz 9 6. Behandlung der gefangenen Fische (Drill, Anlandung, Aufbewahrung, Hältern, Betäuben, Töten, Schlachten) Spezielle Fischkunde Hinweise zu Literatur und Informationsmaterial Ausgewählte Rechtsnormen zur Fischerei Adressen der Fischereibehörden und verbände im Land Brandenburg 33 Anhang (Mindestmaße und Schonzeiten) 36 Impressum 39

3 1. Rechtliche Grundlagen für das Friedfischangeln Sie haben keinen Fischereischein und möchten dennoch im Land Brandenburg angeln? Dies ist seit dem Jahr 2006 möglich. Nach dem geänderten Fischereigesetz ist ein Fischereischein für Personen, die den Fischfang mit der Friedfischhandangel (s. Kapitel 2) ausüben, nicht erforderlich. Damit entfällt auch die Notwendigkeit einer Anglerprüfung. Folgendes ist aber unbedingt zu beachten: Das Angeln ist ab dem vollendeten achten Lebensjahr erlaubt. Eine Bitte, seien Sie auch am Gewässer den Kindern stets Vorbild. Im Land Brandenburg müssen Sie als Angler ohne Fischereischein immer drei Papiere mitführen: 1. Fischereiabgabenmarke, (eingeklebt in Nachweiskarte) 2. Angelkarte, 3. Personaldokument (soweit vorhanden). Die Fischereiabgabemarke ist die öffentlich-rechtliche Erlaubnis für das Angeln. Diese erhalten Sie bei den unteren Fischereibehörden und bei autorisierten Ausgabestellen von Angelkarten. Mit der Fischereiabgabemarke wird eine personengebundene grüne Nachweiskarte ausgegeben, in die 3

4 die Marke einzukleben ist. Der Preis der Marken beträgt pro Kalenderjahr für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren: 2,50 Erwachsene: 12,00. Für Erwachsene besteht bei den unteren Fischereibehörden weiterhin die Möglichkeit der Entrichtung von 40,00 für einen Zeitraum von fünf Jahren. Neben der Fischereiabgabemarke muss jeder Angler eine Angelkarte für das jeweilige Angelgewässer erwerben. Die Angelkarte ist eine privatrechtliche Erlaubnis. Angelkarten werden von den Fischern, dem Landesanglerverband, Angelvereinen, Angelläden, Zeltplatzverwaltungen, Tourismusinformationen u. a. ausgegeben. Vielfach können Sie hier auch die Fischereiabgabemarken erwerben. Das Angeln ohne Fischereiabgabemarke bzw. Angelkarte sind rechtswidrige Handlungen, die von den Ordnungsbehörden verfolgt und mit empfindlichen Strafen geahndet werden. Kontrollieren Sie beim Kauf immer den örtlichen Geltungsbereich der Angelkarte. Nichts ist ärgerlicher als an einem Gewässer mit einer ungültigen Angelerlaubnis angetroffen zu werden. Ausnahme: Beabsichtigen Sie in einem fischereilich bewirtschafteten Angelteich zu angeln, sind Sie von der Fischereiabgabe befreit. Die Art der aber auch hier notwendigen privatrechtlichen Legitimation sowie eventuelle andere Festlegungen erfahren Sie bei dem Betreiber des Angelteiches.

5 2. Merkmale einer Friedfischhandangel In Besitz der notwendigen Papiere sind Sie berechtigt, den Fischfang mit der Friedfischhandangel auszuüben. Was sind deren Merkmale und wodurch unterscheidet sich diese von der Raubfischangel? Eine Friedfischhandangel besteht aus einer Rute mit oder ohne Rolle und einem einschenkligen Haken, der mit pflanzlichen oder tierischen Ködern oder Nachbildungen dieser bestückt ist. Köder wie Teig, Getreide, Wurm und Made sind charakteristische Merkmale einer Friedfischangel. Nicht erlaubt ist die Verwendung von: Köderfischen, anderen Wirbeltierködern, Zehnfußkrebsen oder Teilen von allen diesen Ködern oder deren künstlicher Nachbildungen (z.b. Blinker, Spinner, Twister). Diese Köder sind Merkmale einer Raubfischangel, mehreren Haken oder von Mehrfachhaken, Köderfischsenken. 3. Besonders wichtige gesetzliche Angelregeln - Gleichzeitig dürfen maximal zwei Handangeln eingesetzt werden. - Ausgelegte Handangeln sind ständig zu beaufsichtigen. 5

6 - Beim Angeln ist ein Abstand von mindestens 50 Metern zu stehenden Fanggeräten der Erwerbsfischerei einzuhalten. Die Erwerbsfischerei genießt Vorrang. - Schonzeiten und Mindestmaße sind gesetzlich vorgeschrieben (Ausnahme: kommerziell bewirtschaftete Angelteiche). In der im Anhang aufgeführten Tabelle finden Sie die notwendigen Informationen. Zu kleine und während der Schonzeit gefangene Fische sind unverzüglich schonend in das Gewässer zurückzusetzen. Es gilt der Grundsatz: Fische, die nicht sicher bestimmt werden können, sind immer zurückzusetzen. - Das Betreten und Befahren des Geleges (bewachsene wasserseitige Uferzone) ist zum Schutz von Flora und Fauna verboten. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die gesetzlichen Bestimmungen nur einen Mindestrahmen setzen, d. h. der jeweilige Gewässerbewirtschafter kann die gesetzlichen Bestimmungen verschärfen: z.b. - das Mindestmaß erhöhen - die Schonzeit verlängern - das Nachtangeln verbieten - die Auswahl der Köder beschränken. Diese Einschränkungen finden Sie auf der Angelkarte! Lesen Sie die Bedingungen auf der Angelkarte unbedingt vor dem Auswerfen der Angel aufmerksam durch. Nach dem Fischereigesetz hat

7 jeder Angler alle rechtlichen Bestimmungen, insbesondere fischerei-, tierschutz- und naturschutzrechtlicher Art zu beachten. Dazu hat er sich selbständig entsprechend zu informieren und weiterzubilden. Die Einhaltung der Bestimmungen bei der Ausübung der Angelfischerei kontrollieren im Land die Fischereiaufseher und die Beamten der Polizei. Bei Kontrollen ist den Anordnungen der Kontrollbefugten unbedingt Folge zu leisten. Die Kontrollbefugnis der Fischereiaufseher erkennen Sie anhand des Dienstausweises, den Sie einsehen können. Fischereiaufsehern sind auf Verlangen die Fischereiabgabemarke, die Angelkarte, das Personaldokument, Fische und Fanggeräte, auch in Fahrzeugen und Fischbehältern, vorzuzeigen. Bitte unterstützen Sie die Arbeit der oft ehrenamtlich organisierten Fischereiaufsicht sowie der Beamten der Polizei. 4. Betretungsrecht Grundsätzlich dürfen zur Ausübung der Angelfischerei die an das Gewässer angrenzenden Ufer, Inseln, Schifffahrtsanlagen, Brücken, Wehre und Schleusen betreten werden. Allerdings sind bei diesem sogenannten Uferbetretungsrecht vielfach Einschränkungen zu beachten. So können öffentlich-rechtliche Vorschriften dieses Betretungsrecht beschränken oder untersagen, so z. B. aus wasserwirtschaftlichen Gründen, in Naturschutzgebieten oder 7

8 auch in militärisch genutztem Gelände. In solchen Fällen ist ein Betreten nur mit entsprechender behördlicher Genehmigung zulässig. Für das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen benötigen Sie i.d.r. eine Zustimmung des Eigentümers. Gewerbliche Anlagen (Betriebsgelände) und Flächen, die unmittelbar zum privaten Haus-, Hof- und Wohnbereich gehören sowie private Stege und Bootsanleger dürfen nur mit vorheriger ausdrücklicher Zustimmung des Inhabers betreten werden. Dabei ist es unerheblich, ob diese Flächen bzw. Anlagen eingezäunt sind oder nicht. Die Ausdehnung/Breite des zu betretenden Uferstreifens ist nicht in Metern geregelt, sondern richtet sich danach, wie viel Platz zur Ausübung der Angelfischerei unbedingt erforderlich ist. Ein maßvolles Verhalten - also Rücksichtnahme wird als selbstverständlich angesehen. Sie üben das Uferbetretungsrecht auf eigene Gefahr aus und können folglich für Schäden haftbar gemacht werden, die durch die Ausübung dieses Rechtes verursacht werden. Es wird empfohlen, sich vor Ort in den Angelkartenausgabestellen möglichst genau zu erkundigen und aufmerksam auf Hinweisschilder zu achten.

9 5. Verhalten am Fangplatz Um Friedfische, wenn notwendig, an den Angelplatz zu locken, kann man sie mit kleinen Mengen eines geeigneten Futters anfüttern. Bitte beachten Sie: übermäßiges Anfüttern hält die Fische vom Beißen ab und belastet unnötig das Gewässer. Nicht aufgenommenes Futter kann zu Sauerstoffmangel und Faulschlammbildung führen. Beim Abbau freiwerdende Nährstoffe lassen Algen übermäßig gedeihen. Die Gewässer werden grün, sie blühen. Im Extremfall können sie kippen, d.h. es kommt zu akutem Sauerstoffmangel und einem damit verbundenen Fischsterben. Müll und Abfall am Angelplatz sind eine Beeinträchtigung der Natur und Umwelt und eine Zumutung für jeden naturverbundenen Bürger. Dies gilt auch für Futterreste und Schlachtabfälle von Fischen. Fallen diese am Angelplatz an, sind sie schadlos zu beseitigen. Dies kann außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten durch Vergraben erfolgen. Ein Liegenlassen bzw. Zurückwerfen der Schlachtabfälle in das Fanggewässer ist nicht zulässig. Schnurreste und Haken können zum qualvollen Verenden von Tieren führen und sind deshalb über den Hausmüll zu entsorgen. Dies gilt auch für jeglichen anderen Müll. Ein Müllbeutel gehört in jede Angelausrüstung. Verlassen Sie den Angelplatz in einem sauberen Zustand. So bitte nicht! 9

10 6. Behandlung der gefangenen Fische Wie bereits ausgeführt, sind ausgelegte Handangeln aus tierschutzrechtlichen Gründen ständig zu beaufsichtigen. Durch das stetige Beobachten der Bissanzeiger (Pose) oder der Rutenspitze kann der Anbiss zeitnah erkannt werden. Unmittelbar darauf erfolgt der entschlossene Anhieb, damit der Haken vom Fisch nicht zu tief geschluckt wird, sondern sich schon im vorderen Maulbereich einhakt. Beim Grundangeln wird die Verwendung akustischer Bissanzeiger (z.b. Glöckchen), beim Nachtangeln (wenn erlaubt) optischer Bissanzeiger (z.b. Leuchtposen) empfohlen. Drill und Anlandung des Fisches Grundsätzlich hat sich der weidgerechte Angler so zu verhalten, dass Fische keinen unnötigen Belastungen (z.b. Herumzappeln an Land, Ausreißen des Hakens) ausgesetzt werden. Es ist sicherzustellen, dass nicht mehr als unvermeidbare Aufregung, Schmerzen und Leiden verursacht werden. Der gehakte Fisch wird gedrillt, bei Bedarf gekeschert und so angelandet. Mit dem Drill soll der Widerstand kräftiger Fische gebrochen werden, um so ein sicheres Anlanden zu gewährleisten. Hierbei wird der Fisch gefühlvoll an den Angler herangeführt, wobei die Schnur ständig auf Spannung zu halten ist und ggf. Schnur nachgegeben wird. Um ein Reißen der Schnur oder Aufbiegen des Hakens und damit Fischverlust bzw. gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, muss die Rollenbremse so eingestellt werden, dass die Tragkraft der Schnur unterschritten bleibt. Die Bremse ist dann richtig eingestellt, 10

11 wenn bei geschlossenem Rollenbügel mit der Hand gerade noch Schnur abgezogen werden kann. Die Dauer des Drills ist auf das tatsächlich notwendige Maß zu beschränken. Der Unterfangkescher dient der sicheren Anlandung, insbesondere von großen Fischen. Der durch den Drill ermattete Fisch wird über den unter Wasser gehaltenen Unterfangkescher geführt und dieser dann aus dem Wasser gehoben. Unmittelbar danach sind die zur Verwertung bestimmten Fische entweder sofort zu töten oder abzuhaken und in eine geeignete Hältereinrichtung zu setzen. Untermaßige oder während der Schonzeit gefangene Fische sind schonend abzuhaken und unverzüglich mit der gebotenen Sorgfalt in das Fanggewässer zurück zu setzen. Haben die Fische den Haken trotz aller Aufmerksamkeit tief geschluckt und lässt sich dieser nicht leicht lösen, ist die Schnur am Maul des Fisches vor dem Zurücksetzen zu durchtrennen. Der im Fischkörper verbliebene Haken wird mit der Zeit aufgelöst bzw. abgestoßen. Lebende Fische werden grundsätzlich mit nassen Händen angefasst, um die Schleimhaut der Fische nicht zu verletzen. Bei einer Beschädigung der Schleimhaut kommt es vielfach nach dem Zurücksetzen zu Verpilzungen und anderen Erkrankungen, die für den Fisch tödlich enden können. Hakenlöser oder geeignete Spitzzangen zum fachgerechten Entfernen von Haken aus dem Fischmaul und Maßbänder oder ein Zollstock zur Ermittlung der Fischlänge sind unverzichtbare Hilfsmittel. 11

12 Versorgung der gefangenen Fische Da es sich bei Fischen um ein außerordentlich empfindliches und leicht verderbliches Lebensmittel handelt, muss der Qualitätserhaltung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies betrifft sowohl die Minimierung von Stress beim Fang, bei der Behandlung des gefangenen Fisches, bei der Hälterung und das fachgerechte Töten sowie die möglichst kühle und hygienische Lagerung. Gerade bei hohen Temperaturen ist die Aufbewahrung der gefangenen Fische wegen des schnellen Verderbs im rohen Zustand problematisch. Soweit im Idealfall Kühltaschen für die getöteten Fische verwendet werden, sollten ausreichend Kühlakkus bereitstehen, um niedrige Temperaturen auch über den Zeitraum mehrerer Stunden zu gewährleisten. Zur Frischhaltung ist es auch üblich, Fische lebend zu hältern. Einmal gehälterte Fische dürfen nicht in das Gewässer zurückgesetzt werden! Sie müssen also unmittelbar nach dem Fang entscheiden, ob der Fisch verwertet oder zurückgesetzt werden soll. Zum Hältern sind hinreichend geräumige Setzkescher oder geeignete Behälter zu verwenden. Diese müssen eine ausreichende Sauerstoff- und Wasserversorgung gewährleisten. Die Hälterung ist auf die geringst mögliche Dauer zu beschränken und längstens bis zum Ende des Fangtages zulässig. Den Wasserqualitäts-, Temperatur- und Lichtansprüchen der Fischarten ist dabei Rechnung zu tragen. Platzieren Sie die Behälter an schattigen Stellen und decken Sie diese ab. Fische beruhigen sich im abgedunkelten Behältnis und verbrauchen so weniger Sauerstoff. Des Weiteren 12

13 wird so dem Herausspringen vorgebeugt. Die Hälterung mit Setzkeschern ist nur in strömungsberuhigten Zonen zulässig. Folglich ist auch der Einsatz des Setzkeschers vom fahrenden Boot aus untersagt. Geangelte Forellen, Äschen und Maränen dürfen nicht gehältert werden. Vor dem Töten sind gefangene Fische fachgerecht zu betäuben. Dies erfolgt in der Regel durch einen kräftigen dosierten Schlag mit einem Schlagholz oder anderen geeigneten Gegenstand auf den Kopf oberhalb der Augen (Schädelschlag). Durch die Betäubung wird der Fisch in einen Zustand der Starre bzw. Empfindungs- und Wahrnehungslosigkeit versetzt, der nur kurzzeitig anhält. Deshalb ist der Fisch unmittelbar danach zu töten und ggf. zu schlachten. Das tierschutzgerechte Töten der betäubten Fische erfolgt durch einen Herzstich (in der Kehlgegend vor den Brustflossen), Kiemenschnitt oder Rückgratschnitt. Bei kleinen 13

14 Fischen kann auch mit einer Ködernadel das Herz durchstochen werden. Aale dürfen ohne vorherige Betäubung, durch einen die Wirbelsäule durchtrennenden Schnitt dicht hinter dem Kopf und ein sofortiges Herausnehmen der Eingeweide einschließlich des Herzens getötet und geschlachtet werden. Zum Schlachten (Ausnehmen) wird von der Afteröffnung aus das Messer in die Leibeshöhle eingeführt und die Bauchseite vorsichtig in Richtung Kopf bis zum Schlund aufgeschnitten. Danach lassen sich die inneren Organe einschließlich Verdauungstrakt zusammenhängend entnehmen. Der Fisch kann dann mit klarem Wasser gespült werden. Beim Schlachten ist besonders darauf zu achten, dass die grüngelbliche Gallenblase nicht verletzt wird und keine Gallenflüssigkeit austritt. Geschieht das bei aller Vorsicht doch, muss der Fisch zur Vermeidung von Geschmacksbeeinträchtigungen (Bitterstoffe) unverzüglich mit reichlich Wasser ausgespült werden. Des Weiteren sind die an der Oberseite des Bauchraumes unterhalb der Wirbelsäule gelegene Niere und die Kiemen sorgfältig zu entfernen. Wenn erforderlich, ist der getötete Fisch vor dem Schlachten zu schuppen. 14

15 7. Spezielle Fischkunde Hier werden die charakteristischen Merkmale einzelner Fischarten durch Abbildung und kurze Beschreibung erläutert. Das Kapitel ist auf diejenigen Fischarten beschränkt, mit denen Sie als Angler in Brandenburg in Berührung kommen können. Dabei sind die Fischarten entsprechend der fischereirechtlichen Schutzwürdigkeit (Schonzeit, Mindestmaß) in drei Gruppen zusammengefasst. 1 Fische ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß Plötze spindelförmiger Körper, silbrig glänzend, Ansatz der Rückenflosse über der Basis der Bauchflosse, markantes Auge mit roter Iris (deutlicher Unterschied zur Rotfeder) Rotfeder sehr ähnlich der Plötze, Schuppen teilweise leicht messingfarben, Flossen intensiv rot, Ansatz der Rückenflosse deutlich hinter der Basis der Bauchflossen, Auge mit goldgelber Iris (deutlicher Unterschied zur Plötze) 15

16 1 Fische ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß Blei sehr hochrückig und seitlich stark abgeplatteter Körper, silbergraue bis bronzene Färbung (insbesondere bei größeren Exemplaren), dunkelgraue Flossen, Augendurchmesser kleiner als Länge der Maulspalte (deutlicher Unterschied zur Güster) Güster sehr ähnlich dem Blei, helle Färbung (silbrig glänzend), Brust- und Bauchflossen an der Basis rötlich oder orange gefärbt, Augendurchmesser größer als Länge der Maulspalte Ukelei langgestreckter, seitlich abgeflachter Körper, silbrig glänzend mit grün bis bläulich gefärbtem Rücken, zwischen Bauch- und Afterflosse schuppenlose Bauchpartie 16

17 1 Fische ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß Karausche sehr hochrückiger und fast kreisrund wirkender Körper, goldgelbe Färbung, häufig dunkler Punkt auf dem Schwanzstiel, Rückenflosse deutlich nach außen gewölbt Achtung: Giebel (ohne Abb.) sehr ähnlich, aber dieser meist heller gefärbt und nie nach außen gewölbte Rückenflosse, kein Punkt auf Schwanzstiel Barsch leicht hochrückig, Färbung variabel aber immer mit 5-9 dunklen Querbinden auf den Seiten, zwei getrennte Rückenflossen, die erste mit Hartstrahlen und dunklem Punkt am Ende, Bauch- und Afterflosse sowie unterer Teil der Schwanzflosse rötlich gefärbt, Kiemendeckel nach hinten zugespitzt Kaulbarsch auf Körper und Flossen viele kleine dunkle Punkte, langgezogene ungeteilte aber eingebuchtete Rückflosse, vorderer Teil mit Hartstrahlen, Kiemendeckel endet mit langem Dorn 17

18 1 Fische ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß Graskarpfen langgestreckter und fast drehrunder Körper, dunkel umrandete Schuppen bilden eine Netzzeichnung auf dem Fischkörper, Augen in Höhe der Maulspalte Achtung: Döbel ähnlich, dieser aber rötlich gefärbte Bauch- und Afterflossen, Auge über der Maulspalte Marmorkarpfen gestreckter und seitlich abgeplatteter Körper, silbergraue Färbung mit bräunlicher bis dunkler Marmorierung, tief sitzende Augen (fast unterhalb der Maulspalte), zwischen Bauch und Afterflosse deutliche Kielausbildung Achtung: Silberkarpfen ähnlich, aber bei diesem auf gesamter Bauchseite scharfe Kielausbildung Silberkarpfen dem Marmorkarpfen ähnlich, silbergraue Körperfärbung ohne Marmorierung, Augen in Höhe der Maulspalte 18

19 1 Fische ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß Zwergwels gestreckter Körper mit nackter schuppenloser Haut, sehr ähnlich dem Wels, aber mit 8 Barteln, zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine strahlenlose Fettflosse 19

20 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Aland Schonzeit: keine Mindestmaß: 30 cm langgestreckter seitlich abgeflachter Körper, Rand der Afterflosse nach innen gewölbt (Unterschied zum Döbel), Auge mit goldener Iris (Unterschied zur Plötze) Döbel Schonzeit: keine, Mindestmaß: 30 cm langgestreckter und fast drehrunder Körper mit breitem gedrungenen Kopf, Seiten gelblich bis silbern und Rücken graugrün gefärbt, dunkel umrandete Schuppen lassen bei größeren Exemplaren eine deutliche Netzzeichnung erkennen, rötlich gefärbte Bauch- und Afterflossen, Afterflosse gegenüber ähnlich aussehenden Arten Aland und Hasel deutlich nach außen gewölbt Hasel Schonzeit: keine Mindestmaß: 15 cm ähnlich Döbel und Aland, langgestreckter schlanker Körper, kleine nasenartige Vorstülpung der Oberlippe, Rand der Afterflosse nach innen gewölbt 20

21 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Zope Schonzeit: 1. März bis 31. Mai Mindestmaß: 20 cm nahe mit Blei und Güster verwandt, jedoch nicht so hochrückig, auffällig ist die lange Afterflosse, meist dunkle Ränder an den Flossen Karpfen Schonzeit: keine Mindestmaß: 35 cm Gestalt und Beschuppung sehr variabel, vollständig beschuppte Wildform ist relativ gestreckt bis leicht hochrückig, daneben gibt es die ausschließlich hochrückigen Zuchtformen Spiegelkarpfen, Schuppenkarpfen, Zeilenkarpfen (mit Abb.) und Nacktkarpfen, rüsselartig ausstülpbares Maul mit 2 kurzen und 2 längeren Barteln an der Oberlippe Zeilenkarpfen 21

22 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Schleie Schonzeit: keine, Mindestmaß: 25 cm mäßig gestreckter Körper, goldgrüne bis gelbbraune Färbung, kleine Schuppen, auffallend schleimige Haut, je eine kleine Bartel in den Mundwinkeln Rapfen Schonzeit: 1. April bis 30. Juni, Mindestmaß: 40 cm gestreckter seitlich abgeflachter Körper, silbrig glänzend, Rücken und Flossen dunkel, Maulspalte reicht bis unter die Augen Barbe Schonzeit: 1. Mai bis 31. Juli Mindestmaß: 40 cm spindelförmiger Körper, bräunliche Färbung, markanter flach auslaufender Kopf mit wulstigen Lippen und 4 Barteln an der Oberlippe 22

23 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Äsche Schonzeit: 1. Dezember bis 31. Mai, Mindestmaß: 30 cm schlanker spindelförmiger Körper, bläulich-graue Färbung mit feiner Streifenzeichnung, große nach außen gewölbte und buntgefärbte Rückenflosse Kleine Maräne Schonzeit: keine Mindestmaß: 15 cm langgestreckt und seitlich flach, silbrig glänzend mit blaugrauer Rückenfärbung, kleine Fettflosse zwischen Rückenund Schwanzflosse Aal Schonzeit: keine Mindestmaß: 45 cm (50 cm*) schlangenförmiger Körper, Rücken-, Schwanzund Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum, Bauchflossen fehlen, Bauchseite während der Wachstumsphase im Süßwasser gelb (Gelbaal), bei Abwanderung zum Laichgebiet weiß (Blankaal) * Einführung des Mindestmaßes von 50 cm stand bei Redaktionsschluss unmittelbar bevor 23

24 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Quappe Schonzeit: keine Mindestmaß: 30 cm langgestreckter Körper mit fast rundem Querschnitt, braun bis gelbgrün marmoriert, zwei Rückenflossen, hintere Rückenflosse und Afterflosse saumartig ausgebildet, ein auffälliger Bartfaden am Unterkiefer Wels Schonzeit: 1. Mai bis 30. Juni Mindestmaß: 75 cm langgestreckter schuppenloser Körper mit großem breitem Kopf, dunkel marmoriert, 2 lange und 4 kurze Barteln; nur Zufallsfang mit der Friedfischangel Hecht Schonzeit: 1. Februar bis 31. März Mindestmaß: 45 cm langgestreckter pfeilförmiger Körper, entenschnabelförmiges Maul mit zahlreichen kräftigen Zähnen, überwiegend grünliche Färbung ist mit zahlreichen helleren Punkten bzw. Streifen durchsetzt; nur Zufallsfang mit der Friedfischangel 24

25 2 Fische mit Schonzeit und / oder Mindestmaß Zander Schonzeit: 1. April bis 31. Mai, Mindestmaß: 45 cm, langgestreckter spindelförmiger Körper, auf den Seiten 8-12 dunkle Querbinden (bei erwachsenen Tieren verwaschen), zwei Rückenflossen (vordere mit Hartstrahlen), alle Flossen grau gefärbt, Maul ist stark bezahnt, Maulspalte reicht bis hinter das Auge; nur Zufallsfang mit der Friedfischangel Bachforelle Schonzeit: 16. Oktober bis 15. April Mindestmaß: 30 cm, gelbliche Braun- und Grautöne in der Grundfärbung, mit dunklen Flecken und auffälligen leuchtend roten und hell umrandeten Tupfen auf den Flanken, kleine häutige Fettflosse zwischen Rückenund Schwanzflosse mit oft rötlicher Spitze Regenbogenforelle Schonzeit: in Fließgewässern 16. Oktober April, sonst keine Mindestmaß: überall 25 cm spindelförmiger Körper, bläulich bis hellolivfarbene Grundfärbung mit rosafarbenem Band entlang der Seitenlinie, Kiemendeckel schimmern rosa, gesamter Körper mit schwarzen Tupfen übersät, kleine häutige Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse 25

26 3 Ganzjährig geschonte Fische Bitterling hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper, Bauch und Seiten silbrig, Rücken blaugrün, Seitenlinie reicht vom Kopf an nur über 5-6 Schuppen, von der Mitte bis zur Schwanzwurzel verläuft ein blaugrünes Band Gründling spindelförmiger Körper, auf den Seiten bläulich schimmernde Flecken (oft als Band zu erkennen), unregelmäßig angeordnete Punkte auf den Flossen, in den Maulwinkeln je eine Bartel Nase langgestreckter seitlich leicht abgeflachter Körper, Bauch weis, Flanken silbrig, Rücken graugrün, Rückenflosse grau, alle übrigen Flossen rötlich gefärbt, markante nasenartige Verlängerung der Kopfspitze 26

27 3 Ganzjährig geschonte Fische Zährte gestreckter seitlich abgeflachter Körper, Brust-, Bauch- und Afterflosse haben gelbliche Ansätze, Schnauze leicht nasenartig ausgeprägt und dunkel gefärbt ( Rußnase ) Ziege langgestreckter seitlich leicht abgeflachter Körper, typische einer Messerschneide ähnliche Wölbung des Bauches und fast gerader Rücken, mehrfach gekrümmte bzw. geknickte Seitenlinie Stör langgestreckter Körper, Kopf endet in langgezogener Schnauze, Schwanzflosse deutlich unsymmetrisch geteilt, vorstülpbares Maul liegt auf Unterseite, dunkler und am Bauch weißlicher Körper ist mit 5 Reihen von charakteristischen Knochenplatten besetzt 27

28 3 Ganzjährig geschonte Fische Lachs spindelförmiger Körper mit schlankem Schwanzstiel, rötlichgraue Fettflosse, einzelne runde bis x-förmige dunkle Flecken auf den Flanken (besonders im vorderen Teil und oberhalb der Seitenlinie), starke Buntfärbung der Fische während der Laichzeit, markant dann auch bei männlichen Tieren die roten hell umrandeten Punkte auf den Seiten und der Laichhaken am Unterkiefer, bei Junglachsen entlang der Seitenlinie 9-11 große ovale dunkle Flecken (dazwischen oft kleine rote Tupfen sichtbar) Achtung: Meerforelle (ohne Abb) sehr ähnlich Große Maräne langgestreckter schlanker Körper, silbrig glänzend, Rücken blaugrau, kleine häutige Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse, leicht nasenförmige Kopfspritze über dem Maul Nordseeschnäpel ähnlich der Gr. Maräne, jedoch spitzere Kopfform, rundlich auslaufende Schwanzflosse 28

29 3 Ganzjährig geschonte Fische Finte spindelförmig, am oberen Rand der Kiemenspalte dunkler Fleck, daran anschließend 4-16 weitere Flecken (zur Schwanzwurzel hin heller und kleiner werdend), sehr ähnlich Maifisch Maifisch spindelförmig, der Finte sehr ähnlich, am oberen Rand der Kiemenspalte dunkler Fleck, gefolgt von nur 1-2 kleineren und undeutlicheren Flecken (Unterschied zur Finte) 29

30 8. Hinweise zu Literatur und Informationsmaterial Verzeichnis der Angelgewässer des Landesanglerverbandes Brandenburg e.v. und Landesverband Berlin e.v. (Broschüre - Ausgabe 2004) einschließlich der Ordnung des LAV Brandenburg e.v. im DAV e.v. für die Ausübung des Angelns (Gewässerordnung Ausgabe 2004) Die Anglerprüfung mit CD zum Lernen, Üben und Prüfen, Herausgeber: Landesanglerverband Brandenburg e.v. (ISBN ) IBAU Ingenieurbüro für Aquakultur und Umwelttechnik Fische in Brandenburg Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna Erhältlich beim: Institut für Binnenfischerei e.v. Potsdam-Sacrow, 2. Auflage von September 1999 Der Märkische Angler mit Beilage Der Märkische Fischer Zeitschrift des Landesanglerverbandes Brandenburg e.v. - Erscheinungsweise: vierteljährlich Anglerführer Brandenburg Herausgeber: future press Werbeagentur & Verlag, Ostendstr. 25, Berlin, Tel.: (030) , 30

31 Internetadressen: Ausgewählte Rechtsnormen zur Fischerei Fischereigesetz für das Land Brandenburg (BbgFischG) vom 13. Mai 1993 (GVBl. I Nr. 12/1993 S. 178) - zuletzt geändert durch: Zweites Gesetz zur Änderung des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg vom (GVBl. I Nr. 7/2007 S. 93) Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO) vom 14. November 1997 (GVBl. II Nr. 34/1997 S. 867) - zuletzt geändert durch: Zweite Verordnung zur Änderung der Fischereiordnung des Landes Brandenburg vom (GVBl. II Nr. 29/2003 S. 650) 31

32 Verordnung über die Erhebung der Fischereiabgabe vom 2. August 2006 (GVBl. II Nr. 19/2006 S. 305) Verordnung über die amtlich verpflichteten Fischereiaufseher vom 8. September 1994 (GVBl. II Nr. 64/1994 S. 772) Tierschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1207) berichtigt: 7. Juni 2006 (BGBl. I S. 1313) - zuletzt geändert durch: Artikel 4 des Gesetzes vom 21. Dezember 2006 (BGBl. I S. 3294) Tierschutz-Schlachtverordnung in der Fassung vom 3. März 1997 (BGBl. I S. 405) - zuletzt geändert durch: Gesetz zur Bereinigung des Bundesrechts im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 13. April 2006 (BGBl. I S. 855/859) 32

33 10. Adressen der Fischereibehörden und -verbände im Land Brandenburg Oberste Fischereibehörde Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Heinrich-Mann-Allee 103, Potsdam Tel.: 0331/866-0 Fachbehörde Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung Am Halbleiterwerk 1, Frankfurt (Oder) Tel.: 0335/ Untere Fischereibehörden Landkreis Prignitz Berliner Str. 49, Perleberg Landkreis Oberhavel Adolf-Dechert-Str. 1, Oranienburg Landkreis Barnim Markt 1, Eberswalde Landkreis Märkisch-Oderland Puschkinplatz 12, Seelow Landkreis Teltow-Fläming Am Nuthefließ 2, Luckenwalde Landkreis Oder-Spree Breitscheidstr. 7, Beeskow PR Tel.: 03876/713-0 OHV Tel.: 03301/601-0 BAR Tel.: 03334/214-0 MOL Tel.: 03346/850-0 TF Tel.: 03371/608-0 LOS Tel.: 03366/

34 Landkreis Oberspreewald-Lausitz Dubinaweg 1, Senftenberg Landkreis Ostprignitz-Ruppin Virchowstr , Neuruppin Landkreis Uckermark Karl-Marx-Straße 1, Prenzlau Landkreis Havelland Goethestr. 59/60, Nauen Landkreis Potsdam-Mittelmark Niemöllerstr. 1, Belzig Landkreis Dahme-Spreewald Beethovenweg 14, Lübben (Spreewald) Landkreis Elbe-Elster An der Lanfter 5, Herzberg Landkreis Spree-Neiße Heinrich-Heine-Str. 1, Forst (Lausitz) Landeshauptstadt Potsdam Friedrich-Ebert-Str. 79/81, Potsdam Stadtverwaltung Cottbus Karl-Marx-Straße 67, Cottbus Stadt Brandenburg an der Havel Am Gallberg 4 B, Brandenburg a. d. Havel OSL Tel.: 03573/870-0 OPR Tel.: 03391/688-0 UM Tel.: 03984/70-0 HVL Tel.: 03321/403-0 PM Tel.: 03381/533-0 LDS Tel.: 03546/20-0 EE Tel.: 03535/46-0 SPN Tel.: 03562/986-0 P Tel.: 0331/289-0 CB Tel.: 0355/612-0 BRB Tel.: 03381/

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